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Slowenien gilt als nächster möglicher Kandidat für den Euro-Rettungsschirm. Das sieht nun auch die Agentur Moody's so und stuft die Bonität des Landes auf "Ramsch" herab. Unter den Ratingagenturen ist Moody's mit dieser Einschätzung aber alleine.
Ab Frühjahr gelten für Moody's und Co. in der EU schärfere Regeln: Die Ratingagenturen sollen für falsche Noten haften sowie Länderratings vorher ankündigen. Entsprechende Auflagen beschloss das EU-Parlament. Vielen Parlamentariern gehen die Maßnahmen dennoch nicht weit genug.
Die Ratingagentur Moody's hat die Bonitätsnote des Euro-Rettungsschirms gesenkt. Der ESM verliert sein Spitzenrating von "Aaa" und muss sich nun mit dem eine Stufe schlechteren "Aa1" begnügen, wie Moody's mitteilte. Der Ausblick bleibt negativ. ESM-Chef Regling reagierte mit Unverständnis.
Moody's hat Frankreich das Spitzenrating "Aaa" entzogen. Die Ratingagentur senkte die Bewertung um eine Stufe auf "Aa1". Konkurrent Standard & Poor's hatte Frankreich bereits im Januar das Spitzenrating aberkannt. Ein schlechteres Rating kann die Geldbeschaffung am Kapitalmarkt erschweren und verteuern.
Als Moody's den Ausblick für die deutsche Kreditwürdigkeit von "stabil" auf "negativ" verschlechterte, gab es große Unruhe. Jetzt zeigt sich: Moody's steht alleine da. Erst hatte die Konkurrenz von S&P Deutschlands Topbewertung bestätigt. Jetzt hob auch Fitch den Daumen - senkte ihn aber für Slowenien.
AAA und dann noch ein "stabiler" Ausblick - anders als die Konkurrenz von Moody's zweifelt die US-Ratingagentur Standard & Poor's nicht an der deutschen Wirtschaft. Die sei "breit aufgestellt" und "wettbewerbsfähig", außerdem habe das Land schon in der Vergangenheit große Herausforderungen gemeistert.
Die US-Ratingagentur verteilt weiter schlechtere Noten. Sie setzte die Ausblicke von 17 deutschen Banken von "stabil" auf "negativ" herab. Betroffen sind unter anderem Landesbanken und die KfW. Dies sei eine Folge der Ausblicksverschlechterung für Deutschland vom Montag, hieß es.
Nach Deutschland muss auch der Euro-Rettungsschirm EFSF um die Top-Bonität fürchten. Einen Tag nach der Entscheidung zur künftigen deutschen Kreditwürdigkeit senkte die Ratingagentur Moody's auch den Ausblick für die EFSF auf "negativ". Ähnlich erging es mehreren Bundesländern.
Als letzte der drei großen US-Ratingagenturen stuft nun auch Fitch die Anleihen Zyperns als spekulativ ein. Das Land, das am 1. Juli den EU-Ratsvorsitz übernimmt, hat vor allem große Probleme im Bankensektor. Der ist eng mit Griechenland verbunden - und braucht daher vermutlich weitere Milliardenstützung.
Nach der Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's sind die Renditen für spanische Staatsanleihen auf einen neuen Höchststand gestiegen. Erstmals seit der Einführung des Euro stiegen die Renditen für zehnjährige Papiere auf mehr als sieben Prozent. Dieser Wert gilt auf Dauer als kritisch.