Kommentare - Deutscher Außenhandel: Exportüberschuss auf Rekordhoch

08. November 2013 - 09:05 Uhr

Der Differenz zwischen deutschen Ein- und Ausfuhren war im September so groß wie noch nie. Der Exportüberschuss betrug 20,4 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die deutsche Außenhandelsstärke steht jedoch immer wieder in der Kritik.

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14:52 von vanPaten: sie schrieben

der Erwerbsfähigen als nicht-sv-pflichtig
Bezieht sich das jetzt auf alle Erwerbsfähigen oder nur auf Erwerbsfähige in nicht-sv-pflichtigen Angestelltenverhältnissen? In ersterem Fall sind die Beamten (2 Mio) mit drin, das ist mir bei ihrer Zahl nicht klar.

Was wollten Sie eigentlich mit Ihrem Einwurf schlussfolgern? Bisher noch gar nichts, da ich keine Schlußfolgerungen aus unvollständigen Informationen ziehe.

Maschinensteuer

Was halten sie davon, wenn Firmen zukünftig nur noch eine höhere Umsatzsteuer und eine hohe Maschinensteuer abführen müssten, aber umgekehrt die Mehrwertsteuer auf die Vorprodukte steuerlich absetzbar bleiben und die Lohnnebenkosten gesenkt werden würden?

@ Hugomauser: Generell interessanter Einwurf

"Die untere Besoldungsgruppe für Vollzeitbeamte beginnt bei ca. 1700 € brutto."

Beamte sind nicht versicherungspflichtig, da versicherungsfrei gestellt.

destatis: "Die Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit beruht auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Kranken-, Renten-, Pflege- und/oder Arbeitslosenversicherung. Hier werden alle sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer (circa 75 bis 80 % aller abhängig Beschäftigten) erfasst. Nicht berücksichtigt sind nicht sozialversicherungspflichtige Beamte, Selbstständige, unbezahlt mithelfende Familienangehörige und Personen, die ausschließlich in so genannten Mini-Jobs tätig sind."

Daraus ergibt sich m.E., dass zivile! Beamte in den Erwerbsfähigen und Beschäftigten auftauchen, aber in den SV-Meldungen nicht, obwohl diese Wahlrecht haben und ausüben müssen, also auch in der gesetzlichen vorkommen können.

Entsprechend höher fällt dann (EF-SV= Nicht-SV) die Nicht-SV-Quote aus. Irre.

@ MKir13 : S. meine Antwort an Hugomauser

Habe die Berechnung und Definition von destatis angesehen. Danach zählt man versicherunsgfreie und damit nicht -pflichtige Beamte nicht bei den S-Versicherten mit, obwohl sie in praxi versichert sind.

Die BA nimmt ebenfalls die Arbeitgebermeldungen an die SV-Träger als Basis, grenzt dabei aber die Beamten nicht wie destatis ab.

Mithin scheint es dabei zwischen Erwerbstätigerechnung destatis und Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA Unterschiede zugeben.
BA:"Die Definition der Arbeitslosigkeit findet sich im § 16 SGB III. Danach sind Arbeitslose Personen, die wie beim Anspruch auf Arbeits-losengeld
1. vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen,
2. eine versicherungspflichtige Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung stehen und
3. sich bei einer Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben."

S. 2. kann ein sich arbeitslos Meldender, der Beamter werden will, nicht Arbeitsloser sein.

???

Mein Auto kommt aus Tschechien, meine Waschmaschine aus Korea, mein Computer aus China, meine Turnschuhe aus Tailand, das Gas zum Heizen aus Rusland und die Äpfel aus Chile.

Wenn das nicht genug Import ist, dann sollten entweder Menschen in anderen Ländern weniger deutsche Produkte kaufen oder aber die deutschen Firmen müssen ihre Produktion dahin verlagern, wo der Konsum stattfindet.

@vanPaten

"Beamte sind nicht versicherungspflichtig, da versicherungsfrei gestellt."

Nicht Renten- und Arbeitslosenversicherungspflichtig. Krankenkasse müssen die schon zahlen.

Aber mein Einwand bezog sich auch nicht auf die Statistik. Ich wollte nur den Eindruck gerade rücken, als würden alle Beamten über der Pflichtversicherungsgrenze liegen.

@Bernd1

"Noch mehr Parolen die mit der Realität wenig zu tun haben?"
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Denunzierungen zeugen immer von Argumentationslosigkeit. Nicht alles ist links was katastrophaler Misswirtschaft widerspricht, besonders wenn Wirtschaftsverbände darüber klagen. Aber die sind wohl mittlerweile auch links...
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"Der Anstieg der Exporte..."
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Die stiegen auch 2009 schon an, und schafften nicht einmal eine Investitionsquote 4%. Der Rest ist eine mutwillige Interpretation ohne Bezug zur realen Investitionsquote. Eine Schwalbe macht noch lange keinen Sommer. Und auch tausende Schwalben würden keinen Sommer machen. Genausowenig wie der Verweis auf den Export einen unmittelbaren Zusammenhang mit den Ausrüstungsinvestitionen hat.
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Investitionen bleiben aus, weil die Auslastung auch keinen Grund dazu gibt und Substiution nicht gefragt ist. Das sind alles Zahlen die sich überprüfen lassen, und auch wichtig sind für unternehmerische Entscheidungen - also das was Realität ist auf der sie Anspruch erheben.

@ Bernd1

"Der Anstieg der Exporte in andere EU und Euro-Länder zeigt den dort beginnenden Aufschwung, denn diese investieren endlich wieder."

Durchaus richtig, aber was heißt das? Das heißt a) dass diese Länder ihre Defizite nicht mehr ganz so schnell aufbauen, aber b) Defizite nunmal Defizite sind und bleiben und c) Länder außerhalb der EU diese Überschüsse bzw. Zuwächse mit Einbrüchen bzw. Defiziten ausgleichen, die uns dann später selbst auch auf die Füsse fallen werden.

Sprich: Wir verlagern das Problem einfach weiter, anstatt es zu lösen. Wo soll das enden? Es kann nunmal nicht jeder Exportmeister sein. Irgendeiner muss das mit seinen Defiziten ausgleichen, denn sonst kann dieses geschlossene System nicht funktionieren. ABER ist das gerecht, dass der Gewinn des einen immer der Verlust des anderen ist? Und zwar immer der Verlust des Schwächsten?

@ Bernd1: Lohnstückkosten immer unbedeutender?

Wenn die Produktivität wegen maschineller Investitionen steigt, fliegen entsprechende Arbeitnehmer raus und haben von den höheren Umsatzeinnahmen gar nichts, sondern hierzulande 1 Jahr ALG-1 bis zum ggf. Absturz in 2. Mehr Umsatz bei weniger Gesamtlohnaufwand heißt mehr Gewinn. Entsprechend sanken in DE die bezahlten industriellen Arbeitsstunden.

Mit einem die Wirtschaftskraft berücksichtigenden Währungskurs würde ihr spanischer Arbeiter weniger unproduktiv sein. Er wird aber auch unter dem Euro nicht produktiver, wenn er seinen Lohn wie auch in GRE um 30%+ absenkt. Nur die anteiligen Kosten sinken, nicht der Ausstoß.
26% gesamte bzw. 56% Jugendarbeitslosigkeit in SPA können auch Sie nicht mit Produktivitätsunterschieden begründen. Es wurde wie verrückt in Bauwerke investiert. Die deutsche Industriewalze konkurrierend zu überholen, dürfte investiv unmöglich sein. Zumal Ihre Fernseher ja bereits aus Asien kommen, wo die (gedumpten) Lohnstückkosten auch unsere Produktionen bedrohen.

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