
Ihre Meinung zu Marine Le Pen setzt nach Wahlausschluss auf Angriff
Marine Le Pen darf nach einem Gerichtsurteil nicht bei Wahlen antreten. Doch die Rechtsradikale gibt sich kämpferisch - und attackiert die Justiz. Gerät der Grund für das Urteil dabei in den Hintergrund? Von Carolin Dylla.
ǁ Juristisch ist das in Ordnung, politisch aber problematisch ǁ
Frau Le Pen juristisch zu belangen ist in Ordnung. Aber politisch ist der Entzug des passiven Wahlrechts ein Wahlkampfgeschenk und Futter für eine Opfer-Inszenierung.
Diesen Gefallen musste man ihr nicht tun.
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Gehört nun mal dazu. Ein Gefallen ist das bestimmt nicht. Rechtspopulisten opfern so oder so rum.
Machen Linkspopulisten genauso
Kennen Sie welche? Wen da? Außerdem geht es hier explizit um eine Rechtspopulistin.
Daniela Klette, da wurde demonstriert .... alles schon lange her mit der RAF
oder diese Lina E. die ja als "Robin Hood" dargestellt wird, von Sympathisanten, weil sie auf RECHTE prügelt, was ja per se nicht schlecht sein kann und mal, als Kollateralschaden, auf Journalisten die sie für welche hält
//Aber politisch ist der Entzug des passiven Wahlrechts ein Wahlkampfgeschenk und Futter für eine Opfer-Inszenierung.//
Sie möchten also, das verurteilte Straftäter nicht belangt werden?
Mit welchem Recht solen denn dann andere Straftäter im Knast landen?
>>Mit welchem Recht solen denn dann andere Straftäter im Knast landen? <<
das ist doch das Problem, worüber sich einige erregen
Ungleichheit bei der Bestrafung
warum kommt ein Betrüger ins Gefängnis, diese Betrügerin aber verliert ihr aktives passives Wahlrecht
ich finde den Ansatz in Frankreich gar nicht so schlecht !
eine Strafe muß abschrecken und wehtun
und diese Strafe, meine ich, schreckt eher ab
vielleicht auch bei uns zum Überlegen
Führerscheinentzug ist bestimmt zielführender als Gefängnis oder Geldstrafe
Soll also Ihrer Meinung nach das Strafmaß so gewählt werden, dass es dem Straftäter nicht weh tut? Die Frau hätte auch aufgrund der Summe direkt im Knast landen können! Und dann?
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Nach meiner Auffassung hätte man ihr das Wahlrecht n i c h t entziehen sollen. Es hätte gereicht, dass sie ihre gerechte Strafe begleicht.
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Die Kriminelle mit der Fußfessel hätte den Franzosen den wahren Eindruck von ihr vermittelt und der wäre nicht schmeichelhaft für sie ausgefallen.
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Natürlich wird sie nun diese Opfer-Inszenierung aufführen.
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Das Problematische an Ihrer Argumentation ist aber, dass sie p o l i t i s c h e Erwägungen über juristische stellt und das ist für den Rechtsstaat kritisch.
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Dann erklären Sie doch mal die Rechtsgrundlage Le Pen das passive Wahlrecht zu entziehen - just zwei Jahre vor der Präsidentenwahl ..
Werfen Sie einfach einen Blick ins französische Strafgesetzbuch.
>> Dann erklären Sie doch mal die Rechtsgrundlage Le Pen das passive Wahlrecht zu entziehen
Die Erklärung findet sich in jedem Artikel und Kommentar zum Urteil. Sie lesen doch die Artikel die Sie kommentieren?
Ach, warum hat sie denn mit ihrer Partei in der EU gesessen? Genau, um Gelder abzugreifen und sie hat die Politik dafür benutzt, und dafür soll sie auch bestraft werden.
Opferinszenierung heißt ja nicht automatisch, daß diese zu einem Empörungssturm führen muß, wie sich PePen öffentlich erbettelt. Nur in Deutschland hat man so große Angst davor den Schritt zu machen, so tief in das Getriebe aufdrehender Faschismusgefahr einzugreifen, daß eine Konfrontation mit den Quertreibern gegen die Demokratie und gegen Humanität unvermeidbar wird und damit letztlich auch eine Konfrontation mit den Überständen der nicht zuendegebrachten Bewältigung unserer Geschichte.
Opferinszenierungen jammernder, wütender Rechtsextremer sind seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bestens bekannt.
Mit sadistischer Genugtuung provoziert man den Appell an den demokratischen Anstand wihlwissend, daß man alle Regeln mit einem Schlag wegwischen wird, wenn man erstmal am Ruder ist.
"... politisch ist der Entzug des passiven Wahlrechts ein Wahlkampfgeschenk und Futter für eine Opfer-Inszenierung.
Diesen Gefallen musste man ihr nicht tun."
Sehe ich völlig anders: nur weil jemand die Täter-Opfer-Umkehr vielleicht bis zur Zirkusreife in der Manege auf dem Hochseil schaffen könnte, kann man ihm nicht seine gerechte Strafe vorenthalten und den Kopf in den Sand stecken.
Soll Le Pen doch ihre Zirkusnummer durchziehen. Schon vor Jahresfrist könnte sich die Nummer totgenudelt haben. Und Le Pen könnte Geschichte werden.