Kommentare - Jobcenter Wuppertal: Wenn das Bürgergeld auf die Realität trifft

23. November 2022 - 13:31 Uhr

Wochenlang haben Ampelparteien und Union über das geplante Bürgergeld gerungen. Mit der Realität habe dieser politische Streit oftmals nur bedingt zu tun, findet der Leiter des Jobcenters in Wuppertal. Von Susanna Zdrzalek.

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Kommentare

@17:27 Uhr von fathaland slim

Nicht nur die Diskussion über das Bürgergeld hat mit der Realität wenig zu tun, sondern fast alles was in der Regierung so verzapft wird geht an der Lebensrealität der meisten Bürger vorbei. Wo soll der Realitätsinn der Politiker auch herkommen, die meisten sind Brufspolitiker welche in den wenigsten Fällen mit der Lebenswirklichkeit eines Normalbürger in Berührung gekommen sind. Sitzen im Elfenbeinturm abgeschirmt vom realen Leben. 

 

Da haben Sie aber wunderschön alles, was es so an Klischees und Ressentiments gibt, zusammengefasst.

So ganz falsch liegt der User nicht. Ich denke, vor allem die Grünen haben mit Corona-Bonus und Weihnachtsgeld bewiesen, dass die Kritik nicht unberechtigt ist. Während viele Bürger nicht wissen, wie sie angesicht der Lage über die Runden kommen sollen, meinen Politiker, sich Boni gönnen zu müssen.

Und nein, die haben allesamt nicht mehr zusätzliche Belastungen/Arbeit gehabt als der normale Bürger. Und geschämt haben die sich auch nicht. 

 

@19:21 Uhr von frauenzimmer

Ich habe einen Bekannten, der nach mehreren Jahren Arbeitslosigkeit eine Arbeit als Lagerist angenommen hatte. Er ist ein Jahr lang in der Früh um 4.30 Uhr aufgestanden und hat das durchgezogen. Als nach einem Jahr die Förderung für Landzeitarbeitslose für den Arbeitsgeber wegfiel, hatte er die Kündigung erhalten und seine Hoffnung auf einen geregelten Arbeitsvertrag fiel damit hin.

Das war wohl die Masche des Arbeitsgebers, sich mit vom Staat unterstützten billigen Arbeitskräften einzudecken.

 

O ja, und der ist nicht allein. Das Jobcenter vermittelt auch mit Begeisterung an Zeitarbeitsfirmen. Da arbeitet jemand bei einem Arbeitgeber zu dessen voller Zufriedenheit, wird nach einigen Monaten aber trotzdem wieder rausgeworfen mit dem Hinweis, dass er in drei Monaten gern wieder kommen kann. Aber fest anstellen will man ihn natürlich nicht. Also ist er wieder arbeitslos, und so ein Stop and Go macht sich ja auch ganz prima im Lebenslauf.

 

Das sind die wirklichen Probleme, die keiner angeht!

 

@19:34 Uhr von Anna-Elisabeth

Für mich ist das Verhalten der Union in der Bürgergelddiskussion an Perfidität nicht zu überbieten.

Das sehe ich auch so. Ich verstehe auch die Aufregung um das sogenannte Bürgergeld nicht. Letzlich ist es doch nichts anderes als eine mäßige, aber bitternötige Erhöhung des Hartz-IV-Satzes. Die Bezeichnung "Hartz"-IV war ohnehin immer eine Beleidung der Bezieher, wenn man sich die Person des Namengebers vor Augen führt. 

 

Der Erhöhung auf 502€ hatte die Union von Anfang an zugestimmt. 

@19:21 Uhr von frauenzimmer

Das war wohl die Masche des Arbeitsgebers, sich mit vom Staat unterstützten billigen Arbeitskräften einzudecken.

Und das ist aus eigener persönlicher Erfahrung mit Menschen, die in Hartz IV-Bezug sind, fast schon die Regel!

Mit der Hartz IV-Gesetzgebung haben wir in Deutschland einen modernen staatlichen Sklavenmarkt erschaffen, der den Arbeitgebern ideale Instrumente zur Kostenreduzierung bietet und der von diesen auch exzessiv in Anspruch genommen wird.

Dabei klage ich nicht so sehr die Großkonzerne an, die meist noch die Härte sozial abfedern, mit innerbetrieblichen Weiterqualifizierungen u.v.m. Ich klage hierbei insbesondere die mittelständischen Unternehmen sowie Kleinunternehmen an, die oftmals eigene "Armut" vortäuschend gerne von solch prekären Arbeitsverhältnissen profitieren.

@19:21 Uhr von frauenzimmer

Natürlich gibt es auch schwarze Schafe, aber die meisten Arbeitslosen wollen wieder arbeiten.

Ich habe einen Bekannten, der nach mehreren Jahren Arbeitslosigkeit eine Arbeit als Lagerist angenommen hatte. Er ist ein Jahr lang in der Früh um 4.30 Uhr aufgestanden und hat das durchgezogen. Als nach einem Jahr die Förderung für Landzeitarbeitslose für den Arbeitsgeber wegfiel, hatte er die Kündigung erhalten und seine Hoffnung auf einen geregelten Arbeitsvertrag fiel damit hin.

Das war wohl die Masche des Arbeitsgebers, sich mit vom Staat unterstützten billigen Arbeitskräften einzudecken.

Die Masche kenne ich auch von einem Krankentransport-Unternehmen. 

@Nachgedacht

Sie schrieben vor ein paar Tagen Ihr Tätigkeitsbereich umfasse die Arbeit mit Erwerbslosen. Wäre für die Diskussion interessant und hilfreich zu wissen in welcher Funktion und mit welcher Qualifikation.

@18:26 Uhr von fathaland slim

>> Ich habe vor langer Zeit Biologie studiert. Die

>> wenigsten meiner damaligen Kommilitonen arbeiten

>> in einem Beruf, der mit ihrem Studium zu tun hat.

 

Ein Kumpel von mir hat Meeresbiologie studiert. Der arbeitet jetzt bei Matjes-Uwe auf dem Kutter und verkauft Fischfrikadellen. oO

Ob DAS die Vorstellung einiger Foristen hier ist? -.-

@16:23 Uhr von Opa Klaus

Arbeitsmarkt. Arbeitsvermittlung ist nicht wie LEGO. Das dahin, dann passt es. Es ist ein sehr komplexes Thema welches, verständlicherweise, nicht für jeden nachvollziebar ist. Im SGBIi haben Sie viel mit Menschen zu tun welche dem Arbeitsmarkt bebingt oder gar nicht zur Verfügung stehen. Die von Ihnen angesprochenen offenen Stellen. Ok. Welche sind das denn? Qualifizierte Handwerker, Ingenieure, qualifizierte Facharbeiter oder IT oder backofficespecialist. Gesunde Pflegekräfte. Denken Sie allen ernstes, diese Menschen im ALGI oder ALGII zu finden? Wollen Sie die 56 jährige Pflegekraft, welche gesundheitlich am Ende ist, zur Heizungsmonteurin umschulen? Ich bitte Sie... 

Schönes Beispiel. Dennoch fürchte ich, dass viele sich das genauso vorstellen. Die Pflegekraft soll sich halt nicht so anstellen, kann ja einen Pförtner-Job in der Tiefgarage annehmen.

@19:40 Uhr von Eidechse

... Frau Nahles wurde damals zu recht als Trickbetrügerin bezeichnet. Mit HartzIV ist es ebenso. Ein plumper Trick. Die SPD will endlich diesen, das Image belastenden, Begriff loswerden, der immer mir ihr verbunden wird. Also die Umbenennung in "Bürgergeld". Das ist die äußere Hülle, am System HartzIV ändert sich für die Betroffenen fast nichts zum Positiven. Meine Wählerstimme wird die SPD nie bekommen!

Kann ich zwar verstehen, aber man sollte sich doch die Frage stellen, wie unsere Sozialsysteme ganz ohne SPD aussähen. Die LINKE schafft sich gerade selber ab und den Grünen traue ich in sozialen Fragen keinen Nanometer über den Weg.

In welcher Partei sehen Sie eine Alternative?

 

@19:38 Uhr von Nachgedacht

Die Höhe der Vermögensfreibeträge richtet sich nach dem Geburtsdatum bzw. Geburtsjahr. Wer beispielsweise ab dem 01. Januar 1964 geboren wurde, hat einen Vermögensfreibetrag von 150 € je vollendetem Lebensjahr, höchstens aber 10.050 €. Für das Altersvorsorgevermögen sind für jedes Lebensjahr 750 € anrechnungsfrei, höchstens jedoch 50.250 €.
 

Mit anderen Worten, hier führte nicht die CDU, sondern SPD und Grüne eine Scheindebatte. 

Meines Wissens gilt diese Regelung in dieser Form seit 2011, also seit über 10 Jahren. Insofern frage ich mich: warum die C-Parteien so ein Drama machen, wenn dieser Satz jetzt von 50.000 € auf 60.000 € erhöht werden würde? Das ist gerade Mal der längst überfällige Inflationsausgleich!

@19:34 Uhr von Anna-Elisabeth @fathaland slim

Für mich ist das Verhalten der Union in der Bürgergelddiskussion an Perfidität nicht zu überbieten.

Das sehe ich auch so. Ich verstehe auch die Aufregung um das sogenannte Bürgergeld nicht. Letzlich ist es doch nichts anderes als eine mäßige, aber bitternötige Erhöhung des Hartz-IV-Satzes. Die Bezeichnung "Hartz"-IV war ohnehin immer eine Beleidung der Bezieher, wenn man sich die Person des Namengebers vor Augen führt. 

Nun ist es beschlossen. Mit den Änderungen absolut enttäuschend. Vermutlich wären SPD und Grüne nicht so leicht eingeknickt, wenn die Zeit nicht gedrängt hätte den Beziehern von Sozialleistungen schnellstmöglich ein kleines Mehr im Geldbeutel zu ermöglichen. Schlechter Zeitpunkt um die anderen wichtigen Änderungen durchzusetzen.

@20:00 Uhr von Nachgedacht

Für mich ist das Verhalten der Union in der Bürgergelddiskussion an Perfidität nicht zu überbieten.

Das sehe ich auch so. Ich verstehe auch die Aufregung um das sogenannte Bürgergeld nicht. Letzlich ist es doch nichts anderes als eine mäßige, aber bitternötige Erhöhung des Hartz-IV-Satzes. Die Bezeichnung "Hartz"-IV war ohnehin immer eine Beleidung der Bezieher, wenn man sich die Person des Namengebers vor Augen führt. 

 

Der Erhöhung auf 502€ hatte die Union von Anfang an zugestimmt. 

Und? Die Union hätte sich und allen anderen das ganze Affentheater ersparen können. Wir haben doch weiß Gott genug Probleme, die auf eine Lösung warten. Ich finde diese Bremsmanöver der Union unerträglich. Wenn sie wenigstens brauchbare Vorschläge ausarbeiten würde. Nur Meckern reicht einfach nicht.

 

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