Migranten zwischen Belarus und Polen: Ruhe nach Beinahe-Sturm

09. November 2021 - 12:58 Uhr

An der Grenze zwischen Belarus und Polen haben Hunderte Migranten die Nacht in einem Zeltlager direkt am Grenzzaun verbracht. Die Opposition in Warschau fordert, internationale Organisationen an die Grenze zu lassen. Von Jan Pallokat.

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Kommentare

Schwarze Zeiten

Das ist richtig übel, aber wohl erst der Anfang von noch viel, viel Üblerem - wie bei anderen Problemen auch.

Es geht noch immer um Menschen!

"Der belarusische Machthaber Alexander Lukaschenko nutze Migranten auf zynische Weise als menschliches Schutzschild, erklärte sie."

Möchte Frau Witek mit dieser Wortwahl diese Geflüchteten weiter entmenschlichen oder plant Polen einen Angriff gegen Weißrussland, dem diese Menschen im Weg stehen?

Die "Tribute von Lukaschenko"

Wäre das Schauspiel nicht so abgrundtief menschenunwürdig, könnte man es nur mit den "Hunger Games" vergleichen.

Lukaschenko öffnet mit seinen Fluglinien eine abseitige Route aus dem Nahen Osten nach Minsk und lässt die eingesammelten Flüchtlinge von seinen Schergen an die Grenzen von Polen und Litauen karren. Ein Diktator jenseits aller menschlichen Normen.

Es wird höchste Zeit, seinen Fluggesellschaften die Landrechte zu entziehen und jeden zu sanktionieren, der mit ihnen bei diesem grausamen Spiel kollaboriert.

Schritt zurück

Im Kern geht es doch um Lukaschenko, der uns sanktioniert, weil wir ihn sanktioniert haben. Anstatt an der Eskalationsspirale noch weiter zu drehen, sollte man vlt. in den sauren Apfel beissen, die Sanktionen aufheben und sich an einen Tisch setzen.
Aus meiner Sicht sollten Politiker auch Diplomaten sein und diese Fähigkeit kommt seit längeren zu kurz, es wird nur noch mit Sanktionen um sich geworfen, das kann ein 2jähriges Kind auch, dazu braucht man keine Politiker.

Von welchem "Angriff" wird hier phantasiert?

"Der Angriff auf die polnische Grenze ist ein Angriff auf die EU und ein NATO-Mitglied."

Menschen verlassen ihre von den Kriegen der NATO-Staaten gezeichnete Heimat, um sich in Europa ein neues Leben aufzubauen.

Man muss schon sehr paranoid (oder hasserfüllt?) sein, um darin einen Angriff zu sehen.

Zwischen Humanität und Grenzschutz

Polen hat jedes Recht seine Grenzen gegen diese Art von Ansturm zu verteidigen.

Das Asylrecht ist eine wichtige humanitäre Errungenschaft, aber das bleibt es nur, wenn es nicht auf diese perfide Art von einem Diktator, dem das Wasser zuhause bis zum Hals steht, als Waffe eingesetzt und damit eingerissen wird.

Hier müssen alle Länder der EU solidarisch zu Polen stehen und gemeinsam die Grenzen gegen diesen aggressiven Akt des Lukaschenko-Regimes schützen..

rer Truman Welt

Wieso menschliches Schutzsschild? Will die Nato oder EU Belarus angreifen? Was wird da wieder fabuliert?
Die EU muss jetzt langsam in die Pötte kommen und Handeln. Das sollte jetzt möglich sein, die "Merkel-Bremse" ist Geschichte!
Die EU Aussengrenzen müssen endlich hermetisch abgeriegelt werden. Die EU braucht klare Kontingente an Asyl Kapazitäten und jedes Land braucht klare Einwanderungsvorgaben. Asyl ist keine Einwanderung weil nur vorübergehend. Danach muß es wieder heimwärts gehen. Entwicklungshilfe ist auch, einen in Asyl befindlichen Menschen auszubilden, wenn er später in sein Land zurückkehrt. Alle EU Länder zahlen in einen Asyl-Kostentopf, aus dem die aufnehmenden Länder Gelder für ihr übernomnenes Asyl Kontingent erhalten.
Das bedeutet, es sind nun endlich mal klare Programme zu beschließen und umzusetzen. Die marginale Flickschusterei muß jetzt eine Ende finden und klar wird dabei dann auch, die EU kann die Welt nicht alleine retten!

13:21, Nachfragerin

>>Es geht noch immer um Menschen!
"Der belarusische Machthaber Alexander Lukaschenko nutze Migranten auf zynische Weise als menschliches Schutzschild, erklärte sie."

Möchte Frau Witek mit dieser Wortwahl diese Geflüchteten weiter entmenschlichen oder plant Polen einen Angriff gegen Weißrussland, dem diese Menschen im Weg stehen?<<

Frau Witek hat vollkommen Recht.

Mit dieser Wortwahl wird niemand entmenschlicht, und niemand plant einen Angriff auf Belarus.

Ihre Parteinahme für alles, was "anti-westlich" ist, in allen Ehren, aber langsam wird es wirklich albern.

Vergleich

Als Orban, ich glaube 2015, an der ungarischen Grenze einen Zaun bauen ließ, wurde das von Rest-Europa verpönt. Damals hieß es noch: "Refugees welcome"
Jetzt soll Polen bei der gleichen Handlung unterstützt werden. Ja, die werden von Lukaschenko mit der Flöte angelockt und mit Brotkrümeln zur Grenze gefüttert.
Nein daran glaube ich nicht. Sie suchen sich den Weg selbst. Überhaupt habe ich bis jetzt noch nicht eine kleinste Begründung der Behauptung gehört, wie er das organisiert. Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, Lukaschenko war selbst der verschwundene Fahrer des Transporters letzte Woche.
Die EU soll doch mal bitte kontrollieren, was Erdogan mit unseren Geldern treibt!

Ich verstehe es nicht

Kürzlich hat Merkel gesagt "Menschen sind Menschen".
Dennoch setzen wir gegen diese hunderten Pfefferspray ein, die hunderttausenden im Sommer 2015 bekamen Sonderzüge.
Vielleicht habe ich ein wichtiges Detail übersehen das nicht im Artikel steht, sind diese 500 denn keine Menschen?
Sind wir mal ehrlich, 500 Menschen verteilt auf eine EU, das macht 1,5 Mensch pro Stadt.
Es ist wirklich erbärmlich von der EU, dass wir diese 500 zu einem politischen Spielball machen, nur weil wir Lukaschenko nicht mögen.
Lieber Menschen erfrieren lassen als Lukaschenko einen fragwürdigen Sieg gönnen? Bah!

um 13:27 von Nachfragerin

"Menschen verlassen ihre von den Kriegen der NATO-Staaten gezeichnete Heimat..."

Welche Kriege meinen Sie? Den Krieg der Taliban gegen die eigene Bevölkerung oder der Krieg des Assad-Regimes (gegen die eigene Bevölkerung)? In beiden Konflikten ist die Nato nicht involviert! In Afrika und den zahlreichen Auseinandersetzungen auch nicht! Genau genommen sehe ich momentan gar keine Konflikt, der irgendwie mit den Menschen an der polnischen Grenze und der Nato in Verbindung gebracht werden kann!

Wenn Sie also hier schon von paranoiden Zuständen schreiben, fangen Sie bitte bei Ihrer Paranoia bzgl. der Nato zuerst an!

Ich denke, es gibt keine Art ...

.. das Problem menschlich zu beschreiben. Ein totalitärer Staat (!) befeuert diese Zustände und viele, ohne Aussicht auf Asyl nutzen diese Möglichkeit ... zumindest sind sie bereit, ihr Anliegen gewaltsam durchzusetzen.
Lukaschenko setzt auf die Menschlichkeit in der EU und lacht sich ins Fäustchen: Dieses "Spiel" kann er lange spielen, länger als wir gegenhalten können.
Fest steht aber auch: Wer auf diesem Wege Asyl oder Aufenthalt erzwingen will, begeht damit sein erstes Unrecht ... denen gegenüber, mit denen er zukünftig zusammenleben möchte ... ein denkbar schlechter Einstieg um um Akzeptanz nachzusuchen. Eine Akzeptanz, die in der EU ohnehin im Schwinden begriffen ist, so überhaupt je vorhanden.

Ein Idomeni Moment

Natürlich sind die Bilder von den Migranten an der polnischen Grenze , die viel Geld für ihre Reise bezahlt haben, um nach Europa zu kommen, unschön anzusehen.
Ein wenig erinnern sie an das griechische Camp in ideomeni in Griechenland, bei dem Migranten ebenfalls versuchten einen illegalen Grenzübertritt zu erzwingen. Dank der Entschlossenheit der griechischen Behörden gelang es die Linie zu halten - und weitere zukünftige Grenzübertritte zu verhindern .
Natürlich fällt es schwer diese Bilder zu sehen, aber es ist leider alternativlos.

13:21 von Nachfragerin

„ Möchte Frau Witek mit dieser Wortwahl diese Geflüchteten weiter entmenschlichen oder plant Polen einen Angriff gegen Weißrussland, dem diese Menschen im Weg stehen?“

Weder das eine noch das andere. Die beiden Alternativen haben sie benannt. Es gäbe vielleicht auch die Möglichkeit, dass sie die Unmenschlichkeit des Verhaltens von lukaschenko aufzeigen möchte.

13:27, Nachfragerin

>>Von welchem "Angriff" wird hier phantasiert?
"Der Angriff auf die polnische Grenze ist ein Angriff auf die EU und ein NATO-Mitglied."

Menschen verlassen ihre von den Kriegen der NATO-Staaten gezeichnete Heimat, um sich in Europa ein neues Leben aufzubauen.

Man muss schon sehr paranoid (oder hasserfüllt?) sein, um darin einen Angriff zu sehen.<<

Nicht diese Menschen greifen die polnische Grenze an, sondern Alexander Lukaschenko. Als Handlanger seines großen Bruders. Mittels Menschen, die die Rolle der Bauern im Schachspiel zugewiesen bekommen, nachdem sie mit Versprechungen nach Belarus gelockt wurden und auch noch teuer dafür bezahlt haben. So etwas nennt man hybride Kriegsführung.

13:26, ein Lebowski

>>Im Kern geht es doch um Lukaschenko, der uns sanktioniert, weil wir ihn sanktioniert haben. Anstatt an der Eskalationsspirale noch weiter zu drehen, sollte man vlt. in den sauren Apfel beissen, die Sanktionen aufheben und sich an einen Tisch setzen.<<

Sie wissen, welchen Grund die Sanktionen haben. Wenn nicht, dann informieren Sie sich bitte. Stichwort Flugzeugentführung.

Sie schlagen also vor, man solle Lukaschenko einfach seinen Willen lassen, und dann würde alles gut.

Toll.

Aussengrenzen sichern

Polen handelt hier richtig. Polen hat das Recht, seine Grenzen zu sichern und auch in der EU die Pflicht, die Außengrenzen gegen illegale Übertritte zu schützen. Es wäre falsch und wieder schnell eine unendliche Geschichte, die Dinge laufen zu lassen. Der Pull Effekt wäre massiv. Das scheint man in der EU und auch in Deutschland aus den Ereignissen von 2015 gelernt zu haben. Anders ist die relative Stille in der EU und sogar in der Ampel nicht zu erklären. Den Migranten sollte von der EU klipp und klar gesagt werden, dass es keine Bleibeperspektive für Migranten mit wirtschaftlichen Motiven gibt und es sich nicht lohnt, sich auf den Weg zu machen. Und die Sanktionen- auch gegen die beteiligten Fluglinien- sollte die EU nun auch zügig anziehen. Belarus ist nun für die Menschen verantwortlich, die es angelockt hat.

@ 13:27 von Nachfragerin --- Sehr diktaturlastige Sicht

"Menschen verlassen ihre von den Kriegen der NATO-Staaten gezeichnete Heimat, um sich in Europa ein neues Leben aufzubauen."

Das ist eine sehr pro-diktaturlastige Sicht der Dinge.
Aus dem Irak flüchtet heute niemand vor den Kriegen der NATO. Allenfalls aus Syrien vor den Kriegen der Militärs Assads, Russlands und auch der Türkei.

Keiner dieser Flüchtenden wäre auf den normalen Routen nach Europa unterwegs. Sie werden vom Lukaschenko-Regime ausdrücklich zu einer Reise nach Belarus ermuntert und dann von Luka-"Sicherheitskräften" an die Grenze transportiert. Ich nehme Ihnen nicht ab, dass Sie diesen Zusammenhang nicht kennen. Das geht vielmehr auf Ihre stetige Parteinahme für das autoritäre Machtsystem Putin's, zu dem auch der Vasall Lukaschenko gehört, zurück.

Erschuetternd

Es ist erschuetternd zu sehen wie hilflos die Menschen dort sind.

Auf der anderen Seite ist es ebenso unverantwortlich von den Menschen, ihre Kinder und Angehoerigen in eine solche Situation zu bringen.

Es gibt Einreisebestimmungen die man nicht einfach umgehen kann. Man kann dann nicht erwarten, dass man einfach durchgewunken wird.

Versuchen Sie mal in den Vatikan einfach reinzuspazieren und sehen Sie was passiert.
Die Regeln gelten fuer alle. Auch fuer Fluechtling.

So traurig die Lage auch ist. Wenn man sie einfach reinlaesst loesst das einen unkontrollierbaren Strom aus.

@MehrheitsBürger - Wer, warum, woher, wohin?

13:23 von MehrheitsBürger:
"Lukaschenko öffnet mit seinen Fluglinien eine abseitige Route aus dem Nahen Osten nach Minsk und lässt die eingesammelten Flüchtlinge von seinen Schergen an die Grenzen von Polen und Litauen karren. Ein Diktator jenseits aller menschlichen Normen."

Die USA führen im mittleren Osten ihre Kriege und treiben damit die Menschen in die Flucht. Die wollen nach Europa, weil es dort friedlich und sicher ist und Nordamerika in unerreichbarer Ferne liegt.

Die EU schottet sich deshalb mit allen(!) Mitteln ab. Sie baut Mauern und Zäune, kooperiert mit Autokraten und afrikanischen Warlords, zieht Flüchtlingsboote zurück aufs Meer und pfercht Menschen unter schlimmsten Bedingungen in Lager ein.

Das tut die EU, weil sie ihren Reichtum für sich behalten möchte und ihre Politiker Angst vor fremdenfeindlichen Wählern und Populisten haben.

In unserer gestörten Selbstwahrnehmung kann aber Lukaschenko schuld sein. Oder gleich der Putin persönlich.

@Nachfragerin, 13:21 Uhr

Sie hatten mir gestern nach einem Kommentar unterstellt, ich habe Menschen wie "Werkzeuge" behandelt bzw. herabgewürdigt, obgleich ich nur darauf hingewiesen hatte, dass diese von Lukaschenko als Faustpfand benutzt würden, um die EU zu spalten. Ich hatte zudem bemängelt, dass Putin zu dem Schlepperwesen schweigen würde und somit eine Mitschuld trage. An meiner Einschätzung hat sich nichts geändert. Ich finde es einfach nur widerlich, wenn Belarus Menschen ins Land holt, um sie danach an die Grenze zu Polen zu lotsen, sie dort der Kälte und Not aussetzt. Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb Sie dieses dreiste Vorgehen zu rechtfertigen versuchen. Die Flüchtlinge sind Opfer bzw. Spielball einer menschenverachtenden Politik von Lukaschenkow mit Billigung von Putin, welche nur eigene politische Interessen verfolgen.

Für Diktatoren und Menschenverächter "Einmischung":

"Die Opposition in Warschau fordert, internationale Organisationen an die Grenze zu lassen"

Auch wenn es die Opposition im "eigenen" Lande ist, die das - natürlich zu Recht - fordert.

Schwaches EU

Die EU ist mit Merkels Politik erpressbar geworden.

Putin, Erdogan und nun Lukaschenko erpressen die EU mit der Migranten (Leid anderer menschen). Solange wir keinen mutigen und selbstbewussten Kanzler haben, wird sich daran auch nichts ändern. Seien wir mal ganz ehrlich, wer ist abhängiger - die EU von diese miesen Schurken oder anders rum?

@MehrheitsBürger - Kann sich die EU selbst sanktionen?

13:23 von MehrheitsBürger:
"Es wird höchste Zeit, seinen Fluggesellschaften die Landrechte zu entziehen [...]"
> Wenn ich mich nicht irre, ist das schon vor Monaten passiert.

"[...] und jeden zu sanktionieren, der mit ihnen bei diesem grausamen Spiel kollaboriert."
> Das sind dann wohl Polen und die EU. Schließlich haben die es in der Hand, diese Menschen einfach weiterziehen lassen und den Spuk zu beenden.

Aber die Träger des Friedensnobelpreises fahren angesichts von 800 obdachlosen Menschen lieber Kriegsrhetorik und Militär auf.

@ 13:26 von ein Lebowski

>>Anstatt an der Eskalationsspirale noch weiter zu drehen, sollte man vlt. in den sauren Apfel beissen, die Sanktionen aufheben und sich an einen Tisch setzen.<<

Ich vermute Sie plädieren auch für die Abschaffung der Polizei und stattdessen für den Einsatz von Sozialarbeitern und Mediatoren, denn wir sind doch alles vernünftige Menschen, mit denen man Reden kann?

Worüber wollen Sie mit Herrn Lukaschenko reden? Was macht man, wenn es internationale Spielregeln gibt, z.B. im Luftverkehr, und eine Regierung pfeift drauf?

Der Wahlbetrüger Lukaschenko hat den Bogen überspannt

Der Grund für den Einsatz dieser "Flüchtlingswaffe" liegt auf der Hand.

Lukaschenko hat den Bogen überspannt, als er die Präsidentschaftswahlen zu seinen Gunsten fälschte. Die Großdemonstrationen der Bürger von Belarus haben ihm gezeigt, dass ihm jeglicher Rückhalt in der Bevölkerung fehlt.

Um von seinen Problemen abzulenken, inszeniert er nun dieses grausige Schauspiel mit den eingesammelten Flüchtlingen an der Grenze zu Polen. Dieser Diktator hat sich längst außerhalb der menschlichen Zivilisation gestellt.

Die Migranten haben wohl die

Die Migranten haben wohl die Wahl, sich in Belarus niederzulassen oder zurückzukehren. Lukaschenko sollte seine Idee auf die eigenen Füße fallen.

@Nachfragerin, 13.27

Richtig ist, dass Menschen bewusst angeworben werden, ihre Heimat zu verlassen, um über Belarus nach Polen und in die EU gebracht zu werden. Diese Menschen werden in der Tat "entmenschlicht", wenn sie zu einer Verfügungsmasse zur Durchsetzung politischer Ziele mißbraucht werden. Warum nimmt Belarus die Flüchtlinge oder auch nur einen Teil von diesen nicht bei sich auf? Gleiches gilt für Russland. Man sollte hier sehr genau Täter und Opfer auseinanderhalten. Belarus nimmt die Rolle des Schleppers ein, der seinen Lohn darin sieht, die EU zu destabilisieren und Präsident Putin zu gefallen. Dieses dreiste Spiel auf Kosten armer, notleiden der Menschen ist durchschaubar und durch nichts zu rechtfertigen. Und ja, das Verhalten von Belarus und Russland (nicht das der instrumentalisierten Flüchtlinge) muss durchaus als feindselig bewertet werden.

Kein Angriff auf "Grenzen", sondern auf die Pressefreiheit:

"Im Morgengrauen hatte Premier Mateusz Morawiecki Grenzsoldaten im Sperrgebiet besucht. Die Behörden verbreiteten dazu effektvolle Bilder unter dramatischen Wolkenformationen aus einer Region,
>> in die normale Pressefotografen seit Monaten nicht mehr gelassen werden und in der Aufnahmen etwa von der Grenze streng verboten sind."

Warum wohl?

Elzbieta Witek

Wirklich bezeichnend finde ich, daß die PiS-Politikerin und Sejm-Vorsitzende auf einmal wieder vor der EU-Flagge posiert und die europäische Gemeinschaft beschwört.

Das war vor gar nicht langer Zeit noch ganz anders.

Aber gut. Better late than never.

Dann dürfte ja einer korrekten Behandlung der Flüchtlinge nach EU-Recht nichts mehr im Wege stehen, oder? Registrierung, Asylverfahren, menschenwürdige Behandlung usw.

Polen ist ja nun aufgrund des Dublin-Abkommens für diese Menschen zuständig. Also bitte die wieder neu entdeckte EU-Symbolik auch mit Leben erfüllen!

NATO an allem Schuld

Die NATO hat Jugoslawien, Irak, Syrien und Libyen demoliert. Da muss man kein Genie sein, dass aus diese Regionen, dann auch Flüchtlinge kommen werden. 1+1=?

Warum so viele Kommentatoren so hasserfüllt sind und die Flüchtlinge (auch Frauen und Kinder) als Angriff betrachten ist echt übel....

um 13:26 von ein Lebowski

"Anstatt an der Eskalationsspirale noch weiter zu drehen, sollte man vlt. in den sauren Apfel beissen, die Sanktionen aufheben und sich an einen Tisch setzen."

Können Sie diese Ansicht auch gegenüber der Bevölkerung vertreten, die Lukaschenko gerne gegen eine demokratisch legitmierte Regierung ersetzen möchte?

Aus den Augen ..

.. aus dem Sinn. So ist der Mensch: So lange die Einschläge weit genug entfernt sind und auch keine Bilder auf den screens auftauchen .. ist das Leid anderer Menschen lediglich ein abstrakter politischer "Sachverhalt". Nun, da wieder einmal ein Bedrohungsszenario "fernsehreif" ist, ist das Entsetzen groß. Europa lässt die Zugbrücke hoch - nichts weiter. Was soll man auch sonst machen angesichts eines Potentials von Hunderttausenden Menschen, die sich nach Europa auf den Weg machen? Lukaschenko hat den Part des Bösen, unsere "Werte-Gemeinschaft" übernimmt die Rolle der Guten. So ist der Plot. Journalisten wie Peter-Scholl-Latour hatten diese Entwicklung schon lange vorausgesehen. Blöd, wenn man jetzt erst aufwacht aus einem tiefen sorglosen Schlaf.

Wie Piotr Müller und Lukachenko die EU reinlegen will...

Neue Flüchtlinge für Polen und Belaruss...
In bin Lukaschenka aus Belaruss ausgesprochen dankbar, dass er drastisch darauf hinweist, daß Polen seine EU Flüchtlingskontigente nicht aufnimmt.
Ich überlege , wir sollten das rassistische Problem Polens, keine Flüchtlinge aufzunehmen nicht zu einem Problem der EU oder gar der NATO machen. Polen macht ständig Politik gegen Europa ( Rechtsstaatlichkeitproblem, unzureichende Schwangerenversorgung) Es darf hier auch kein Wunschkonzert für Flüchtlinge geben, beispielsweise nur in Germany angesiedelt zu werden. Polnische und belarussische Wälder sind schön, für Blockhausbau. Die Flüchtlinge sollten dort mit Direktzahlungen und Unterkunft versorgt werden, wo Sie ursprünglich eingereist sind.
Für Deutschland kann Mann/ Frau in der aktuellen Lage nur sagen, schickt Nahrungsdosen, Feuerholz und Bauholz, und stockt die Grenzpolizei zu Polen auf. Dieses Problem muss Belaruss und Polen alleine lösen.

@13:27 von Nachfragerin

"Von welchem "Angriff" wird hier phantasiert?"

"Man muss schon sehr paranoid (oder hasserfüllt?) sein, um darin einen Angriff zu sehen."

Wissen sie wofür es Grenzen gibt?
Wie ist das in den USA, an der Grenze zu Mexiko?

Selbst an der USA - Kanadagrenze kann man nicht einfach so über die Grenze.

Wer etwas für diese Menschen tun will soll das mit seinen Mitteln tun und nicht andere dafür verdingen.

Es steht jedem frei sich für diese armen Manschen einzusetzen, ohne andere dafür in die Pflicht zu nehmen und anschließend können diese sich mit breiter Brust präsentieren und sagen "schaut her was ich für diese Menschen getan habe" eifert mir nach.

Warum machen das diese Milliardäre dieser Welt nicht, sondern verschmutzen die Umwelt für 5 Min Schwerelosigkeit usw.?

@ 13:26 von ein Lebowski --- Gleichsetzung ist ungerechtfertigt

"Im Kern geht es doch um Lukaschenko, der uns sanktioniert, weil wir ihn sanktioniert haben. "

Diese Flüchtlingsinstrumentalisierung Lukaschenkos ist keine Sanktion. Es ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Lukaschenko unterdrückt die Menschen- und Bürgerrechte in seinem Land. Er fälscht Wahlen, lässt Flugzeuge entführen und ist verantwortlich für die Verfolgung von Oppositionellen. Dagegen stehen die gerechtfertigten Sanktionen der EU.

Wenn es um "Gegensanktionen" ginge, müsste sich das auf den Ebenen von Einreisebeschränkungen von Amtspersonen oder den Warenverkehr beziehen.
Die Verletzung von Menschenrechten und Migranten an die Grenzzäune zu führen und nicht mehr zurück zulassen, gehört absolut nicht dazu.

@Nachfragerin um 13:21

>> "Der belarusische Machthaber Alexander Lukaschenko nutze Migranten auf zynische Weise als menschliches Schutzschild, erklärte sie."

Möchte Frau Witek mit dieser Wortwahl diese Geflüchteten weiter entmenschlichen oder plant Polen einen Angriff gegen Weißrussland, dem diese Menschen im Weg stehen? <<

Die Aussage von Frau Witek verstehe ich in ihrer Wortwahl anders als Sie - auf gar keinen Fall sehe ich darin eine „Entmenschlichung“; sie spricht vom Migranten und wie Lukaschenko diese Migranten ausnutzt.
Und wie kommen Sie auf die abstruse Idee, dass Polen einen Angriff auf Belarus planen könnte?

Lukaschenko

Ich bin auch nicht unbedingt ein Fan von Kukaschenko, aber in diesem Fall kann ich ihn verstehen.
Die Verantwortung für die Misere trägt einzig und allein Deutschland mit seiner Migrationspolitik, die weiterhin Millionen ins Land locken wird.

Und wenn wir es mit dem Schengen-Abkommen ernst gemeint haben, müssen wir Polen bei der Sicherung der EU-Außengrenze sogar helfen. Alles andere ist einfach unglaubwürdig.
Nur meine Meinung.

um 13:27 von Nachfragerin…


Menschen verlassen ihre von den Kriegen der NATO-Staaten gezeichnete Heimat, um sich in Europa ein neues Leben aufzubauen.
Man muss schon sehr paranoid (oder hasserfüllt?) sein, um darin einen Angriff zu sehen.

Den Angriff sehe ich auch nicht.

Aber erklären sie, wie es kommt, dass diese Menschen in die Länder flüchten, die nach ihrer Einschätzung verantwortlich sein sollen für Kriege in der Heimat.

@Nachfragerin

"Man muss schon sehr paranoid (oder hasserfüllt?) sein, um darin einen Angriff zu sehen."

Wie wuerden Sie es beurteilen wenn jemand Ihren Gartenzaun zerhackt und ohne Erlaubniss auf Ihr Grundstueck eindringt?

Wuerden Sie das als Angriff oder paranoides Gefuehl sehen?

Völkerrechtlich gesehen hat Polen das Recht

gegen das Lukaschenko-Regime auf weißrussischem Boden Strafaktionen durchzuführen. Das würde auch nicht zur Eskalation führen, sondern ganz im Gegenteil. Lukaschenko verehrt und respektiert Stärke und Macht. Die Geschichte hat gelehrt: Gegenüber Kriminellen ist die Beschwichtigung der gefährlichere Weg.

Das Lukaschenko-Regime greift mit den von ihm eingeschleppten Menschen auf polnischem Territorium polnische Anlagen an. Anlagen gebaut von einer gewählten Regierung zum Schutz der eigenen Bevölkerung.
Höchste Zeit den Spuk zu beenden.

14:07, Bauer Tom

>>@Nachfragerin
"Man muss schon sehr paranoid (oder hasserfüllt?) sein, um darin einen Angriff zu sehen."

Wie wuerden Sie es beurteilen wenn jemand Ihren Gartenzaun zerhackt und ohne Erlaubniss auf Ihr Grundstueck eindringt?

Wuerden Sie das als Angriff oder paranoides Gefuehl sehen?<<

Ich habe zwar einen ziemlich großen Garten, aber keinen Gartenzaun. Wer ihn ohne meine ausdrückliche Einladung betritt, den spreche ich freundlich an.

13:50, Googol

>>Schwaches EU
Die EU ist mit Merkels Politik erpressbar geworden.

Putin, Erdogan und nun Lukaschenko erpressen die EU mit der Migranten (Leid anderer menschen). Solange wir keinen mutigen und selbstbewussten Kanzler haben, wird sich daran auch nichts ändern. Seien wir mal ganz ehrlich, wer ist abhängiger - die EU von diese miesen Schurken oder anders rum?<<

Alle Menschen auf dieser Erde sind voneinander abhängig.

Nationalisten bestreiten das, es ändert aber nichts an den Tatsachen.

@ 13:43 von Nachfragerin --- Ziemliche Einseitigkeit

„Die USA führen im mittleren Osten ihre Kriege und treiben damit die Menschen in die Flucht. Die wollen nach Europa, weil es dort friedlich und sicher ist und Nordamerika in unerreichbarer Ferne liegt.“

Das ist die Sicht, wie sie in den russischen Propaganda-Medien RT, Sputnik etc. gepflegt und von deren unkritischen Konsumenten übernommen werden. Mit der Wirklichkeit hat das nichts zu tun.

Was Sie in Ihrer Einseitigkeit ausblenden ist, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen alle ihren Ursprung in den Gewalttaten der diktatorischen Regime von Saddam, Assad oder Ghaddafi hatten bevor auch nur irgendein amerik. Soldat seine Hand im Spiel hatte.

Assad hat friedliche Demonstranten zusammengeschossen, ganze Städte mit Fassbomben und Artillerie traktiert und von seinem russischen Verbündeten weiter bomben lassen.

Lukaschenko sammelt ein, was dort an Flüchtlingen mobil für die Reise nach Europa ist, um sie an die Grenze zu treiben. Nicht 800 sondern mutmaßlich 35.000 und mehr.

Warum sitzen die Leute da eigentlich?

Warum sitzen die Leute da eigentlich? Lukaschenko hat sie sich per Flugzeug ins Land geholt, und damit ist Weißrussland das sichere Drittland, in dem sie aufgenommen werden. Fall erledigt. Die polnischen und litauischen Grenzschützer sollten die alle zurück nach Weißrussland schicken, wo sie Asyl beantragen können.

@ 13:54 von Werner40

Sie scheinen die Meldungen dieser Tage nicht wirklich wahrgenommen zu haben: die Geflüchteten werden in das Grenzgebiet zu Polen, ins Niemandsland gekarrt, und Belarus verweigert Ihnen die Rückreise. Da ist nichts mit "in Belarus niederlassen oder zurückkehren".

die Folgen

Da werden die Polen einmal mit ein paar hundert Flüchtlingen konfrontiert, dann ist plötzlich die polnische Grenze auch eine der EU und Tusk will sogar den Nato-Bündnisfall ausrufen. Die Polen haben immer an vorderster Front die Regime-Chance-Politik der USA und Nato unterstützt. Was sie jetzt erleben sind die Folgen davon! Wenn man so wie die polnische Regierung für das ungeborene Leben eintritt (gegen den Willen vieler Mütter) dann muss man sich erst recht für das Leben der Lebenden an seinen Grenzen einsetzen!

13:35, zöpfchen

>>Ein Idomeni Moment
Natürlich sind die Bilder von den Migranten an der polnischen Grenze , die viel Geld für ihre Reise bezahlt haben, um nach Europa zu kommen, unschön anzusehen.
Ein wenig erinnern sie an das griechische Camp in ideomeni in Griechenland, bei dem Migranten ebenfalls versuchten einen illegalen Grenzübertritt zu erzwingen. Dank der Entschlossenheit der griechischen Behörden gelang es die Linie zu halten - und weitere zukünftige Grenzübertritte zu verhindern .
Natürlich fällt es schwer diese Bilder zu sehen, aber es ist leider alternativlos.<<

Menschen, die Unmenschlichkeit rechtfertigen, behaupten immer, daß es schwer zu ertragen wäre, aber leider alterntivlos sei.

Das zieht sich durch die gesamte Geschichte, auch und gerade in Deutschland.

Wenn ich Ihre Kommentare lese, dann frage ich mich oft, ob Sie wirklich solch eine Schergenmentalität haben, oder ob es einfach nur die Lust an der trolligen Provokation ist, die Sie treibt.

@ 13:50 von Googol

Das muss man erst mal hinbekommen: Für das unvorstellbare Grauen, dass die ins Niemandsland gekarrten geflüchteten Menschen erleiden, ist wer schuld?
"Merkel ist schuld!"
Was für eine unfassbare Glosse zu einer altgedienten Schablone von rechtsaußen.

@fathaland slim - Sehen Sie Menschen oder Schutzschilde?

13:32 von fathaland slim:
"Frau Witek hat vollkommen Recht. Mit dieser Wortwahl wird niemand entmenschlicht [...]"
> Unter einem Schutzschild stelle mir einen willenlosen Gegenstand vor. Und der Begriff "menschliches Schutzschild" wird von Angreifern genutzt, um die negativen Folgen des Angriffs dem Angegriffenen unterzuschieben.

"Ihre Parteinahme für alles, was 'anti-westlich' ist, in allen Ehren, aber langsam wird es wirklich albern."
> Ich sehe geflüchteten Iraker vor den Toren der EU. Ich sehe ein humanitäres Problem, und die Abschottungspolitik (=Fremdenfeindlichkeit) Polens und der EU.

Sie sehen keine Menschen, sondern die Waffe eines Diktators sowie eine von Putin gelenkte, anti-westliche Verschwörung. Die Fluchtursachen und das Eigeninteresse der Geflüchteten kommen bei Ihnen gar nicht vor. Aber ich bin albern...

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