Kommentare - Katar: Wie sich die Taliban in Doha präsentieren

29. August 2021 - 09:02 Uhr

Wie rigide die Taliban regieren werden, darüber rätselt die Welt auch zwei Wochen nach dem Fall von Kabul. In Katar, wo sich eine Taliban-Delegation seit Monaten zu Verhandlungen aufhält, geben sie sich moderat. Ute Brucker hat sie getroffen.

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Kommentare

@Nachfragerin 11:29

"Ich vermute, dass der Machtwechsel außerhalb Kabuls kaum zu spüren ist."

Ach ja?

Dann unterhalten Sie sich doch mal mit den in den letzten Wochen Hingerichteten, wie die das sehen.
Ach so, das geht ja nicht. Die können nicht mehr widersprechen ...

@ 10:05 von morgentau19

Ihr Verständnis von religiösen Schriften lässt doch zu wünschen übrig, wenn Sie es fundamental und wortwörtlich nehmen. Darin ähneln Sie dann durchaus denen, von denen Sie sich heftig unterscheiden möchten.
Wohin kämen Sie denn, wenn Sie alles in der Bibel wörtlich nehmen? Danach würden "die Kaninchen wiederkäuen ..." (Lev11,4-6), um mal eine humoristische Variante an den Anfang zu stellen. Oder befolgen Sie etwa Mt 5,30: "wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, so hack sie ab ..."
Vielleicht sollten Sie doch den Umgang mit sog. Heiligen Schriften nochmal überdenken, so wie es die überwältigende Mehrheit der Christen, Juden, Muslime und anderer großer Religionen tut. Denn "der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig", wie Paulus schreibt (2 Kor3,6).

Am 29. August 2021 um 12:02 von H. Hummel

Sie haben bestenfalls Restbestände bekommen, der Überwiegende Teil wurde zurückgeführt. Das was geblieben ist sind Fahrzeuge die mangels Wartung und Ersatzteile dann die Wüsten zieren werden.
Die Ausrüstung der regulären Afghanistanischen "Streitkräfte" umfasste keine Systemwaffen wie eine moderne Flug- oder Panzerabwehr ec. ... diese Waffen besaßen/besitzen weder Taliban noch der IS.
#
#
Mehrere amerikanische Flugzeuge, Militärhubschrauber und Panzerabwehrraketen wurden von Taliban-Terroristen* erbeutet.
Es gab vor wenigen Tagen eine Pressekonferenz, einfach mal danach suchen und Sie werden feststellen welche enorme Kriegswaffen jetzt im Besitz dieser Verbrecher ist.
Ob Sie damit umgehen können ist eine andere Frage.

@morgentau19

"
Am 29. August 2021 um 10:05 von morgentau19
>>Einen Tag später - eine

>>Einen Tag später - eine Begegnung mit einer Frau, die aus Afghanistan geflohen ist. Sie ist nervös,[...]<<

Sehe ich genauso wie die die afghanische Frau.

>>Die Taliban halten nichts von Demokratie, sie sind gegen Wahlen.<<

Die von Allah gesandten Verse, der Koran, die Scharia, das ist das Gesetz!

Demokratie: das sind Gesetze von Menschen gemacht. Die gelten nichts- steht übrigens auch im Koran."

Wie ich bereits schrieb, ist Ihre Behauptung Unfug. Ergänzend möchte ich sagen, daß im Koran klar und eindeutig die Trennung von Kirche und Staat steht (Sure 3 Vers 79), basierend auf dem Jesuswort: "So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!" ((Mt 22,15–22).

Im übrigen basiert der Koran nicht nur auf diesem einen Satz, sondern 75 % des Koran finden Sie auch in der Bibel.

11:27 von weingasi1

>>>Würden Sie es als sinnvoller ansehen, wenn wir als nächste Aufgabe vllt die NATO-Truppe ...<<<

Sie wollen mich (absichtlich) nicht verstehen. Was ich verabscheue ist Doppelmoral.
Ich hätte die NATO- Truppen schon gar nicht nach Afghanistan geschickt. Ich hätte bei den Geldgebern und Waffenhändlern angefangen. Ich hätte (ganz "linksgrünversifft") versucht, etwas an der wirtschaftlichen Situation der Menschen zu verändern. Lesen Sie den Beitrag zu Mali. Es ist Armut und wenig Bildung, was diese Menschenfänger nutzen.
Wenn (westliche) Politik nur einen Nutzen ziehen kann, sind Despoten, fehlende Menschenrechte, Demokratiedefizite, kein Problem.
Wurde saudische Politik sanktioniert? Wie ist der Umgang mit Qatar? Guantanamo, es sitzen immer noch Menschen ohne Anklage ein. Eine endlose Liste.
Wieso die einen kritisieren und sanktionieren, bei den anderen die Augen verschließen. Hauptsache es springt "für uns" was raus?
Das finden Sie in Ordnung?

11:03, pemiku

>> Dass alle Geheimdienste das Tempo der Taliban unterschätzt haben sollen, kann ich nicht glauben.<<

Ich eigentlich auch nicht. Den Anschlag des IS haben sie ja sehr präzise vorausgesehen. Ich verstehe das alles nicht.

@ 12:16 von GamWalter

Ist es nicht interessant und höchst aufschlussreich, welche Phalanx sich da zeigt: Talibansprecher verwenden das gleiche Sprachmuster der angeblichen "Wirtschaftsflüchtlinge". Und die Taliban wissen ganz genau, welche Ressentiments sie in anderen Ländern damit schüren wollen, um die kritischen aufgeschlossenen Frauen und Männer zu desavourieren, die sich für Bildung, Menschenrechte und Kultur engagiert haben.

Diese Verunglimpfung ist nicht die einzige Ähnlichkeit zwischen unseren Rechtsaußen und den afghanischen Taliban.

@ 29. August 2021 um 10:50

@ 29. August 2021 um 10:50 von fathaland slim
10:19, Zweitaktmotor
>>Diplomatie
Offenbar sind doch die Taliban und der IS verfeindet und auch Talibankämpfer sind bei den Bombenanschlägen gestorben. Ließe sich daraus nicht Kapital schlagen?<<

„Sie verwechseln Diplomatie mit der Büchse der Pandora.“

Sehe ich nicht so. In Afghanistan gibt es keine „Guten“. Man sollte sich also entscheiden. Die Taliban sind das geringere Übel , da sie im Gegensatz zum IS keinen Ehrgeiz haben den Rest der Welt mit ihren Islam zu beglücken.

@11:41 von AlterSimpel

>> Aber solange die Drogen v.a. Russland und
>> den Iran destabilisieren

Ähh, Sie heben in Ihrer Aufzählung die EU vergessen. -.-

11:25, logig

>>um 10:21 von fathaland slim
"Steinzeit ganz gewiss nicht. Eher Hollywood-Kostümstück."

Wir sollten schon in der Lage sein, uns fremd erscheiende Kleidungssitten zu akzeptieren und nicht als Hollywood-Kostümstück, zu veralbern.<<

Diese Bekleidungssitten sind im vorliegenden Fall mehr als das. Sie sind ein bewusstes politisches Statement. Eigentlich sind sie eine Travestie auf die traditionelle Art sich zu kleiden. Vergleichbar mit dem Trachtentragen beim Bund der Vertriebenen. Uniformartig. Oft ziehen sich solche Menschen im zivilen Leben ganz anders an.

Es wäre toll...

...wenn endlich mal diese permanente Kritik an "dem Islam" aufhören würde. Die Leute, die sich da besonders hervortun, sollten mal darüber nachdenken, dass sich z.B. Anders Breivik auf einer christlichen Mission sah. Trotzdem zetert keiner über das steinzeitliche Christentum. Dabei kann man mit Kreuzzügen, Religionskriegen und Missions-Kolonisierung schon mehr Verbrechen im Namen der Bibel finden als der Koran jemals geschafft hat.

um 09:52 von 0_Ahnung: " Ich

um 09:52 von 0_Ahnung:
"
Ich hoffe, dass sich die Taliban vor der Übernahme der Macht einer freien Wahl stellen und dass andere, vielleicht eher gemäßigte Kräfte dabei auch eine faire Chance erhalten. Es kann ja nicht sein, dass man sich die Macht mit der Kalaschnikow in der Hand nimmt.
"

->
Die nehmen sich die Macht mit M4s & M16.

Von denen, die mit M4s & M16 in Afghanistan einfielen & damit die Macht an sich rissen bzw. von deren korrupten, politischen Ortskräften.

Die Taliban übernehmen nun genauso demokratisch & mit den gleichen Waffen wie die NATO-Truppen vor 20 Jahren die Macht.

@ 11:29 von Nachfragerin

Worauf stützen Sie Ihre Vermutung? Es scheint nach allem, was die Hintergrundberichte und Dokumentationen der letzten Tage zeigen, eher umgekehrt zu sein: Noch zeigt sich nicht so viel Veränderung auf Kabuls Straßen, aber aus etlichen Provinzen gibt es Berichte von Exekutionen, massiven Übergriffen und Gewalt gegen Frauen und auch überMassaker an Minderheiten wie den Hazara.
Außerdem gibt es längst Fenstnahmelisten nicht nur von Ortskräften sondern auch von kritischen Frauen und Männern in unterschiedlichen Positionen. Deren Leben ist massivst bedroht. Und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die chaotische Lage mit den zusätzlichen inneren Konflikten zwischen den verschiedenen Taliban-Gruppierungen eskaliert und zu größeren Massaker und Gräueltaten führt.

11:20, weingasi1

>>Wie ich schon einmal schrieb, ist beileibe nicht jeder Moslem ein Terrorist dagegen sind jedoch die überwiegenden Terroranschläge auf der Welt, islamistisch begründet. Ich empfehle hierzu mal eine Liste bei Wikipedia. Da kann von ZUFALL wahrlich keine Rede sein.<<

Der Islamismus ist eine reaktionäre antikolonialistische Bewegung. Für jeden Linken ist das eigentlich ein Widerspruch in sich, es ist aber so. Nach Kräften gefördert von den USA, um den linken Befreiungsbewegungen, die vorher sozusagen das Terrorismusmonopol hatten, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn die waren ja mit der UdSSR im Bunde, und es war kalter Krieg.

Im Prinzip handelt es sich um eine Perversion des Guerillakampfes. Religion ist nur Mittel zum Zweck.

@weingasi

"Nö. Ihre Aussage widerspricht vollkommen der Tatsache, dass es auch andernorts Strukturen gibt, hinsichtlich Geld, Macht und Gesellschaft. Z.B. in Süd- und Mittelamerika, auf den Philippinen, in vielen Ländern Afrikas.
Dabei handelt es sich auch ausnahmslos um arme bis sehr arme Länder und somit auch sehr viele arme Menschen. Keines von diesen Ländern (in Afrika gibt es ja auch einige christlich geprägte Länder ) hat im Zusammenhang mit Terrorismus von sich reden gemacht. Auch wenn es Ihnen nicht behagt, so ist dennoch der intern. Terrorismus nicht gänzlich aber zum überwiegenden Teil islamistisch geprägt.
Das ist doch unstrittig, oder ?"

Jetzt trägt es Sie aus der Kurve. Ich kann und will Ihnen jetzt keinen Geschichtsunterricht erteilen, aber was Sie da schreiben ist Unfug. In allen Regionen der Erde gibt es Terrorismus, der nichts mit Religion zu tun hat. Nur zwei Beispiele Tupamaros in Uruguay, Sendero Luminoso (leuchtender Pfad) in Peru und sehr viele mehr (Suchmaschine fragen).

@ 12:16 von GamWalter

Kommt es Ihnen nicht in den Sinn, dass in Afghanistan viele der sog. Ortskräfte dort jahrelang u.a. für die Bundeswehr gearbeitet haben, weil sie die Schreckensbilder, Gräueltaten und Willkür des Talibanrfegimes von 1996 bis 2001 noch buchstäblich in den Knochen hatten? Können Sie sich nicht vorstellen, dass all diese afghanischen Ortskräfte für die Rechte auf Bildung und Kultur, körperliche Unversehrtheit und Menschenrechte gearbeitet haben? Natürlich haben Sie mit ihrer Arbeit auch Geld verdient. Wie sollte das auch anders gehen?

Einfach mal abwarten

Wir sollten alle jetzt mal abwarten wie sich das ganze entwickelt.
Das ist ein eigenständiges Land mit Menschen die mit den Veränderungen im grossen und ganzen einverstanden sind. Mir ist nur nicht klar weshalb der Westen, und hier allem voran Deutschland sich hier so reinhängt. Was hat man sich die letzten zwanzig Jahr eigentlich erhofft?
Handelswege oder Rohstoffe aus dieser Region abzuziehen. Das machen jetzt die Chinesen und Rußland, die das ganze ein wenig entspannter sehen und auf Diplomatie setzen.
Wir werden uns in Deutschland daran gewöhnen müssen das es Teile der Welt gibt die anders ticken.
Würde uns gut tun das endlich auch zu sehen.

@ Tinkotis

Es wäre toll...wenn endlich mal diese permanente Kritik an "dem Islam" aufhören würde. Die Leute, die sich da besonders hervortun, sollten mal darüber nachdenken, dass sich z.B. Anders Breivik auf einer christlichen Mission sah.

Mit Ihrer ersten Bemerkung zum Islam haben Sie natürlich vollkommen recht. Aber es ist schade, dass Sie dann kein positives Beispiel zum Islam bringen, sondern ein so grausames zu einer konkurrierenden Religion.

@0_Ahnung

Am 29. August 2021 um 13:05 von 0_Ahnung
@ Tinkotis

Es wäre toll...wenn endlich mal diese permanente Kritik an "dem Islam" aufhören würde. Die Leute, die sich da besonders hervortun, sollten mal darüber nachdenken, dass sich z.B. Anders Breivik auf einer christlichen Mission sah.

Mit Ihrer ersten Bemerkung zum Islam haben Sie natürlich vollkommen recht. Aber es ist schade, dass Sie dann kein positives Beispiel zum Islam bringen, sondern ein so grausames zu einer konkurrierenden Religion.

Lesen Sie einfach mal meinen Beitrag von 12:03 Uhr.

@SinnUndVerstand

12:56 von SinnUndVerstand:
"Worauf stützen Sie Ihre Vermutung? Es scheint nach allem, was die Hintergrundberichte und Dokumentationen der letzten Tage zeigen, eher umgekehrt zu sein [...]"

Diese Dokumentationen und Hintergrundberichte kenne ich nicht. Wenn es sie gibt, ist meine Annahme natürlich falsch.

Am 29. August 2021 um 09:15 von Traumfahrer

Zitat:
"...Sicher sie haben dazu gelernt, aber trotzdem ist dies ein Haufen von uralten Ansichten, religiösem Wahn, Selbstherrlichkeit, und Machtlust...."

...aber die Bildung eines von den USA gesponserten Übergangsregimes sollte keine Überraschung sein. Der Rückzug der USA aus Afghanistan war Gegenstand umfangreicher Verhandlungen zwischen Washington und den Taliban. Ein früherer Deal wurde Ende Februar 2020
während der Trump-Administration in Doha unterzeichnet .

Der Übergangszeitplan einschließlich der Ernennung von Prof. Ali Ahmad Jalali (ein ehemaliger Innenminister, 2003-2005) war lange im Voraus vereinbart worden. Am 09. August 2021 traf der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad mit einem US-Verhandlungsteam in Doha ein, um drei Tage lang hochrangige Gespräche mit Vertretern der Taliban und der untergegangenen Regierung von Ashraf Ghani zu
führen.
Nach dem Doha-Treffen am 13. August wurde den Taliban-Truppen „grünes Licht“ gegeben, das Land zu befrieden.

Die Taliban 2.0 sind in Ordnung!

Die Aussagen hören sich doch toll an. Die deutsche Regierung sollte die Taliban als offizielle Vertretung Afghanistans anerkennen und die Entwicklungsgelder weiter fließen lassen. Vorher sind viele unserer Gelder in korrupten Kanälen verschwunden. Schlechter kann es also nicht werden. Entscheidend ist aber, dass Afghanistan nicht im Chaos versinkt. Wir brauchen vor Ort Stabilität um den Menschen eine Perspektive, also vor allem Arbeitsplätze zu bieten. Wäre ich der deutsche Außenminister, würde ich sofort mit den Taliban Kontakt aufnehmen und über den Aufbau der afghanischen Industrie und Infrastruktur sprechen. Ohne Perspektive wird es in Afghanistan keinen Frieden geben und viele werden sich auf den Weg nach Europa machen.

12:41 von MargaretaK.

«Wurde saudische Politik sanktioniert? Wie ist der Umgang mit Qatar? Guantanamo, es sitzen immer noch Menschen ohne Anklage ein. Eine endlose Liste.»

Und einige derer, die jahrelang in Guantanamo einsaßen, sitzen nun in Doha als Verhandlungsführer der Taliban am Verhandlugstisch. Langfristig logisch durchdacht ist gegen die Taliban und gegen den IS so gut wie gar nichts.

@DrBeyer - Hinrichtungen

12:33 von DrBeyer:
"Ach ja? Dann unterhalten Sie sich doch mal mit den in den letzten Wochen Hingerichteten, wie die das sehen."

Ich spreche leider kein Paschtunisch.

Im Bericht heißt es, dass die Taliban mit irgendwelchen "Provinzfürsten" (warlords?) verhandelt hätten. Ich vermute daher, dass diese Personen nach wie vor an der Macht sind und von den Veränderungen in Kabul in den Provinzen wenig zu spüren ist. Wenn es dort irgendwelche Hinrichtungen gibt, gab es diese sicherlich auch zuvor.

Schon sehr naiv

@ Heißer Schnee:
Die Taliban 2.0 sind in Ordnung!

Ihre Hoffnung in Ehren. Aber mehr steckt dann auch wirklich nicht dahinter.

Am 29. August 2021 um 12:41 von MargaretaK.

Sie wollen mich (absichtlich) nicht verstehen. Was ich verabscheue ist Doppelmoral.
Ich hätte die NATO- Truppen schon gar nicht nach Afghanistan geschickt. Ich hätte bei den Geldgebern und Waffenhändlern angefangen. Ich hätte (ganz "linksgrünversifft") versucht.
__
1. dieser Ausdruck gehört nicht zu meinem Vokabular, auch wenn ich diese Politik nicht vertrete.
2. mit hätte, hätte usw. ist niemandem geholfen.
3. mit WAS hätten Sie denn bei den Geldgebern und Waffenhändlern angefangen?
4. wen kritisieren bzw. wen sanktionieren wir denn ? M.W. gab es Sanktionen gegen Russland, den Iran, Belarus, Nordkorea u.a.
__
Hauptsache es springt "für uns" was raus?
Das finden Sie in Ordnung?
__
Wer ist "uns" ?
Der Westen, die EU, die Nato, De ?
Ihre Ansichten mögenja ethisch und moralisch begrüssenswert sein. Was sie aber vor allem sind, ist unrealistisch, wie so vieles, was insbesondere die Linke Politik auszeic

13:23, Heißer Schnee

>>Die Taliban 2.0 sind in Ordnung!
Die Aussagen hören sich doch toll an. Die deutsche Regierung sollte die Taliban als offizielle Vertretung Afghanistans anerkennen und die Entwicklungsgelder weiter fließen lassen. Vorher sind viele unserer Gelder in korrupten Kanälen verschwunden. Schlechter kann es also nicht werden. Entscheidend ist aber, dass Afghanistan nicht im Chaos versinkt. Wir brauchen vor Ort Stabilität um den Menschen eine Perspektive, also vor allem Arbeitsplätze zu bieten. Wäre ich der deutsche Außenminister, würde ich sofort mit den Taliban Kontakt aufnehmen und über den Aufbau der afghanischen Industrie und Infrastruktur sprechen. Ohne Perspektive wird es in Afghanistan keinen Frieden geben und viele werden sich auf den Weg nach Europa machen.<<

Ihr letzter Halbsatz ist der Schlüsselsatz zum Verständnis Ihres ersten Satzes.

Hauptsache niemand kommt.

@Heißer Schnee

Einer der wenigen Kommentare die mal nach vorne schauen.
Alles andere bringt den Menschen vor Ort nichts.

12:30 von weingasi1

>>>Auch wenn es Ihnen nicht behagt, so ist dennoch der intern. Terrorismus nicht gänzlich aber zum ?<<<

Wenn Sie etwas nicht sehen (wollen oder können) gibt es das nicht?
Selbstverständlich ist es nicht überwiegend! islamistischer Terrorismus. Die Welt ist schon ein bisschen größer. Und nur weil etwas nicht regelmäßig, wenn überhaupt, in unseren Medien thematisiert wird, ist/war es dennoch da. Lord Résistance Army, National Liberation Army of Colombia, Allied Democratic Forces, ETA, IRA usw

...>>>überwiegenden Teil islamistisch geprägt.
Das ist doch unstrittig, oder?<<<

Sie sehen, ihre Aussage passt nicht

12:48, saschamaus75

>>@11:41 von AlterSimpel
>> Aber solange die Drogen v.a. Russland und
>> den Iran destabilisieren

Ähh, Sie heben in Ihrer Aufzählung die EU vergessen. -.-<<

Und nicht zu vergessen die USA, die ein immenses Heroinproblem haben.

Warum

trifft sich überhaupt jemand mit den Schergen?
Wer glaubt, dass der IS und die Taliban Feinde sind, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Hunderte Millionen (600 Mio jährlich?) deutsche Steuergelder sind nach Afghanistan geflossen. Danke liebe Bundesregierung. Ca. 300 000 afghanische Soldaten haben sich kampflos ergeben und die Afghanen in Stich gelassen.
Hat sich wirklich gelohnt, dafür zu sterben.

13:24 von schabernack

>>>Langfristig logisch durchdacht ist gegen die Taliban und gegen den IS so gut wie gar nichts.<<<

Sie sagen es. Ob am Afghanistan-Einsatz und auch anderen (Irak, auch Mali) überhaupt langfristig ge- und durchdacht wird? Ich weiss nicht so recht.

13:37, weingasi1 @12:41 von MargaretaK.

>>Ihre Ansichten mögenja ethisch und moralisch begrüssenswert sein. Was sie aber vor allem sind, ist unrealistisch, wie so vieles, was insbesondere die Linke Politik auszeic (hnet)<<

Vor dem Hintergrund, daß die Foristin, der Sie antworten, die Region, um die es hier geht, persönlich und auch aus familiären Gründen sehr gut kennt, mutet Ihre ideologisch geprägte Äußerung doch ein wenig merkwürdig an.

11.41 AlterSimpel - Drogenhandel

Die Taliban wird selbstverständlich nicht die Mohnfelder vernichten. Mohn ist ein Milliardengeschäft. Darum finden ja die Kriege statt. Auch und gerade in Afghanistan. Bereits vor der russische Besatzung. Im übrigen wurde auch während der amerikanische Zeit darüber berichtet wie die Drogen in den Westen transportiert wurden. Oft war dies der Luftweg. Über die Korruption hat eine sehr hoher amerikanischer Offizier einmalig ausführlich berichtet incl. Drogen. Bekanntlich wurde das meiste Geld IN den westlichen Ländern daran verdient, nicht in Afghanistan. Das dürfte sich jetzt wohl ändern.

Der Wahrheitssgehalt...

...der Äußerungen des Taliban-Sprechers wird sich erst in einiger Zeit herausstellen, wenn die Taliban faktisch auch die politische Macht übernommen haben. Dann wird man feststellen, in welche Richtung sich dieses geschundene Land entwickelt. Fällt es zurück in eine Ära der ultrakonservativen islamistischen Gewaltherrschaft oder in eine Zeit einer halbwegs gemäßigten, den Fortschritt nicht total ablehnenden politischen Ausrichtung. Von freien Wahlen oder auch nur einem Hauch von Demokratie will ich hier nicht sprechen, da es auch unter den Taliban verschiedenste Interessen und Auslegungen des Korans gibt. Entscheidend wird sein, wie es die Taliban mit den Menschenrechten und hier insbesondere mit denen der Frauen und Mädchen sowie mit der Meinungsfreiheit und der Freiheit von Forschung und Lehre halten. Leider bin ich in dieser Beziehung nicht besonders optimistisch. Aber auch mit diesen Leuten wird man sich irgendwann an einen Tisch setzen und sprechen müssen.

@fathaland slim - Terrorprävention

12:46 von fathaland slim:
"Den Anschlag des IS haben sie [die Geheimdienste] ja sehr präzise vorausgesehen. Ich verstehe das alles nicht."

Die Aufspürung und Exekutierung der angeblichen Drahtzieher war eine Sache von Stunden. Gesetzt den Fall, dass diese Angaben stimmen, muss man sich schon fragen, warum der Anschlag nicht verhindert wurde.

Eine mögliche Antwort: Er wird als Mittel genutzt, um aus der Sache kostengünstig (d.h. ohne die vielen Ausreisewilligen) aus Afghanistan herauszukommen. Der Preis von 13 toten US-Soldaten erscheint mir dafür allerdings zu hoch.

Am 29. August 2021 um 13:24 von schabernack

Und einige derer, die jahrelang in Guantanamo einsaßen, sitzen nun in Doha als Verhandlungsführer der Taliban am Verhandlugstisch. Langfristig logisch durchdacht ist gegen die Taliban und gegen den IS so gut wie gar nichts.
__
Wahrscheinlich erschliess sich uns deren "Denke" einfach nicht. Insofern ist denen mit Logik auch nicht beizukommen. Vielmehr muss man versuchen, in Form von learning by doing, von Situation zu Situation zu agieren und schauen, wie man vllt weiterkommt. Ich bin bei diesem Themenkomplex einschliesslich den Konflikten im nahen Osten quasi überfordert. Mir fällt es auch schwer mich da hinein zu versetzen, die Beweggründe zu begreifen, geschweige denn, wie man das alles aufdröseln könnte. Da haben sich schon qualifiziertere Leute die Zähne dran ausgebissen, als wir Foristen hier, obwohl einige ja immer glauben, alles besser zu wissen und vor allem, es sinnvoller angegangen zu haben. Im Nachhinein wohlgemerkt. Das ist natürlich easy.

13:46, Kermit70

>>Wer glaubt, dass der IS und die Taliban Feinde sind, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.<<

Sie sollten sich doch vielleicht einmal etwas näher mit den unterschiedlichen, ich betone unterschiedlichen, islamistischen Organisationen beschäftigen.

Es gibt ein sehr gutes Buch von dem Spiegel-Journalisten Christoph Reuter über den IS. Es heißt "Die schwarze Macht" und ist sehr aufschlussreich, auch wenn es schon ein paar Jahre alt ist.

Der IS und die Taliban werden sich nicht zusammenraufen, denn der IS wird es darauf anlegen, die Taliban zu unterwandern und zu übernehmen, mit geheimdienstlicher Vorgehensweise. Der IS ist, grob gesagt, aus Saddam Husseins Geheimdienst hervorgegangen und träumt von einem weltweiten Kalifat unter seiner Führung. Da können andere Fundamentalistengruppen nur Mittel zum Zweck sein.

13:37 von weingasi1

>>>Ihre Ansichten mögenja ethisch und moralisch begrüssenswert sein. Was sie aber vor allem sind, ist unrealistisch, wie so vieles, was insbesondere die Linke Politik auszeic<<<

Unrealistisch ist, was man gar nicht erst versucht. Hab ich in meinem Leben gelernt. Könnte viele Beispiele nennen. Manches hat geklappt, anderes eben nicht. Weiss ich aber eben erst hinterher.
Wenn ich immer nur sage - geht nicht, unrealistisch, später - geht es nicht vorwärts. Wenn mit den einen Despoten geredet wird, wieso sich den anderen grundsätzlich verweigern? Ich spreche nicht vom IS. Da besteht u.a. auf Grund der Struktur diese Möglichkeit nicht.

Wie gut die Politik der CDU/CSU funktioniert, zeigt der aktuelle Höhenflug. Sogar Bäumeumarmer Söder und seine CSU sind im Moment deutlich unter dem Ergebnis von 2017. Schlafwagenpolitik - Stillstand.
Immer mehr Menschen wollen das nicht.

Mit "uns" meine ich die, die sich die (auch ein User schrieb das heute) "freie Welt" nennen.
Sanktionen - SaudiA?

@MargaretaK. - experimentelle Politik

13:50 von MargaretaK.:
"Sie sagen es. Ob am Afghanistan-Einsatz und auch anderen (Irak, auch Mali) überhaupt langfristig ge- und durchdacht wird? Ich weiss nicht so recht."

Mir geht es genauso.
Das einzige erkennbare Denkmuster scheint äußerst experimentell zu sein: Einfach mal militärisch herumprobieren und schauen, was passiert. Wenn es nicht läuft, zieht man sich halt zurück und überlässt das Problem den Menschen vor Ort.

13:46, Kermit70

>>Hunderte Millionen (600 Mio jährlich?) deutsche Steuergelder sind nach Afghanistan geflossen. Danke liebe Bundesregierung. Ca. 300 000 afghanische Soldaten haben sich kampflos ergeben und die Afghanen in Stich gelassen.
Hat sich wirklich gelohnt, dafür zu sterben.<<

Über 60.000 afghanische Soldaten sind im Kampf gegen die Taliban in den letzten Jahren gefallen.

@weingasi1 (13:37)

Ich denke, es bedarf einer realistischen Politik, um Probleme zu lösen. Aber es ist auch unrealistische Politik nötig, denn die kann die Probleme verhindern.

Es gab mal eine Zeit, da war es unrealistisch, in Deutschland demokratische Verhältnisse zu fordern. Trotzdem haben wir sie jetzt und das hält uns einigen Ärger vom Hals.

13:37 von weingasi1

@MargaretaK

«Ihre Ansichten mögenja ethisch und moralisch begrüssenswert sein. Was sie aber vor allem sind, ist unrealistisch, wie so vieles, was insbesondere die Linke Politik auszeichnet.»

Sie spricht nicht als "Linke Politik", sondern als die beste Lokalkennerin der Weltregion um Afghanistan herum, die in diesem Forum was schreibt. Man sammelt bei denen, die auch was zu persönlichen Lebensumständen schreiben, dann auch ein Gesamtbild zusammen.

Bei ihr sind es die familiären Umstände der Ehe mit einem inzw. verstorbenen Pakistani. Wer hier war schon mal in Pakistan, dem Nachbarland zu Afghanistan?

Ich nicht.

14:05, Nachfragerin

>>@fathaland slim - Terrorprävention
12:46 von fathaland slim:
"Den Anschlag des IS haben sie [die Geheimdienste] ja sehr präzise vorausgesehen. Ich verstehe das alles nicht."

Die Aufspürung und Exekutierung der angeblichen Drahtzieher war eine Sache von Stunden. Gesetzt den Fall, dass diese Angaben stimmen, muss man sich schon fragen, warum der Anschlag nicht verhindert wurde.

Eine mögliche Antwort: Er wird als Mittel genutzt, um aus der Sache kostengünstig (d.h. ohne die vielen Ausreisewilligen) aus Afghanistan herauszukommen. Der Preis von 13 toten US-Soldaten erscheint mir dafür allerdings zu hoch.<<

Einen bevorstehenden Anschlag mittels geheimdienstlichen Mitteln zu erkennen und ihn zu verhindern sind zwei komplett unterschiedliche Paar Schuhe.

Ihre Spekulationen sind nah an der Verschwörungsideologie.

Am 29. August 2021 um 13:50 von fathaland slim

Vor dem Hintergrund, daß die Foristin, der Sie antworten, die Region, um die es hier geht, persönlich und auch aus familiären Gründen sehr gut kennt, mutet Ihre ideologisch geprägte Äußerung doch ein wenig merkwürdig an.
__
Die Foristin "MargaretaK." redete von sich selbst als "linksgrün versifft". Das sind nicht meine Worte. Vor dem Hintergrund, dass die Foristin den Themenkomplex, wie Sie sagen, gut kennt, mutet es noch unrealistischer an, was sie vorschlägt, bzw. was sie tun würde/getan hätte.

13:46 von Kermit70

Sie sollten inzwischen auch mitbekommen haben, dass diese 300.000 Soldaten nur auf dem Papier bestanden. Realistische Zahlen sind (auch lt. Herrn Petraeus) zwischen 70.000 und 90.000 Soldaten.
Mir dem überschüssigen Geld wurde die korrupte Ghani-Regierung (gewünschter Regierungschef der USA, nicht der Afghanen) gefüttert.

@fathaland slim um 12:58

Neuabsendung des bereits einmal zugelassenen Kommentars nach Korrektur von sinnverstellenden Autokorekt-korrekturen

>Im Prinzip handelt es sich um eine Perversion des Guerillakampfes. Religion ist nur Mittel zum Zweck.<
Puh. Eigentlich nicht.
Guerilla als Begriff und Anti-Besatzertaktik stammt ja aus den Napoleonischen Kriegen.
Und auch wenn Napoleon, der Mörder der Republik, trotz aller Weisswaschungspropaganda ein Reaktionär sondergleichen war, war doch die Masse des Antinapoleonischen Wiederstandes genau so Reaktionär; ob die Tiroler Katholiban oder die von der Preussischen Verwaltung inszenierte, propagierte und Finanzierte "Deutsche Nationalbewegung".
Damit sage ich nicht das die Besatzung nicht ein Grund zum Aufstand war;
Aber die Linke hatte schon oft das Problem der überromantisierung "Nationaler Befreiung"sbewegungen, die halt niemanden befreien, ausser den neuen (oder wiedereingesetzten alten) lokalen Tyrannen.

Am 29. August 2021 um 09:43 von 0_Ahnung

"Woran machen Sie die Steinzeit denn fest? In der Steinzeit hatten die Menschen doch z.B. keine gewebten Stoffe."

Aus dem Spätneolithikum (Jungsteinzeit) sind bereits Gewebereste aus Flachs und Leinen bekannt.

@Nachfragerin 13:26

"Im Bericht heißt es, dass die Taliban mit irgendwelchen "Provinzfürsten" (warlords?) verhandelt hätten. Ich vermute daher, dass diese Personen nach wie vor an der Macht sind und von den Veränderungen in Kabul in den Provinzen wenig zu spüren ist. Wenn es dort irgendwelche Hinrichtungen gibt, gab es diese sicherlich auch zuvor."

Naja, jedenfalls haben die Taliban nicht nur in Kabul die Macht übernommen. In einigen anderen Gegenden auch noch, sagen Gerüchte ...

Es gibt eine Menge glaubwürdiger Berichte über Misshandlungen und Hinrichtungen in von den Taliban übernommenen Gegenden.

Der Netikette und den Forumsregeln müsste dieser Beitrag eigentlich entsprochen haben. Entsprechend hoffe ich jetzt einfach mal auf seine Veröffentlichung.

14:07 von weingasi1

>>>... obwohl einige ja immer glauben, alles besser zu wissen und vor allem, es sinnvoller angegangen zu haben.<<<

Ich nehme an, dass Sie unter anderen auch mich meinen. Es werden Entscheidungen am "grünen Tisch" getroffen. Politiker machen sich, wenn überhaupt, nur selten Gedanken über örtliche Gegebenheiten (gerade in Afghanistan), über die Mentalität der Bevölkerung und deren Zusammensetzung. Das ist ein großes Problem.
Ich kann behaupten, dass ich viele Probleme schon lange kommen sah. Auch schon, als der Nato-Einsatz noch vermeintlich gut lief. Es wurde z.B. das komplette afghanische "Hinterland" vergessen.
Übrigens, ich kenne mich in der Region Pakistan und ansatzweise Afghanistan ziemlich gut aus. Ich denke, dass ich sehr wohl weiss, wovon ich schreibe. In Pakistan treibt die Armut die Kinder in die Madāris. Da gibt es nämlich drei warme Mahlzeiten und (leider) "Bildung". Kriegsgelder wären besser hier.
Nein, ich weiss nicht alles! besser. Und gar nichts easy.

14:10 Nachfragerin

"Ob am Afghanistan Einsatz und auch andere (Mali, Irak) langfristig ge- und durchdacht wird?...."

Und was machen wir dann mit den jeweiligen Ortskräften aus diesen Ländern? Wenn wir uns zurückziehen.

Es ist wirklich zum

Es ist wirklich zum Verzweifeln: Wie viele andere auch hätte ich mir gewünscht, dass man ohne militärische Absicherung die afghanische Zivilgesellschaft in ihrem Bestreben nach Frauenrechten, Bildung, Kultur und Entwicklung hätte unterstützen können. Dem war nicht so.
Oder um es mit dem alten Konflikt bei den Grünen mit Joschka Fischer zu benennen: Es gilt "Nie wieder Krieg!", aber es gilt auch "Nie wieder Völkermord und systematische Unterdrückung und Tötung" - aus diesem Zwiespalt gibt es keinen einfachen Ausweg, wenn man nicht wegschauen oder politische Verantwortung leugnen will. Und damit bezweifle ich nicht, dass die Begründungen für ein militärisches Engagement oft von anderen als den offiziellen Motiven gesteuert werden. Das wissen wir nicht erst seit Bush und dem Irak-Krieg.
Und genauso ist es mit dem Misstrauen gegen die Art, wie sich die Taliban in Doha präsentieren: Ich traue Ihnen aufgrund der Erfahrungen 1996-2001 und seit 2017 in mancher Provinz nicht über den Weg.

Am 29. August 2021 um 13:23 von Heißer Schnee

Die Taliban 2.0 sind in Ordnung!
__
Ja, man sollte sie bei der Vergabe des Friedensnobelpreises zusammen mit Donald Trump auf jeden Fall berücksichtigen. Nicht.

14:07 von weingasi1 / @schabernack

«Und einige derer, die jahrelang in Guantanamo einsaßen, sitzen nun in Doha als Verhandlungsführer der Taliban am Verhandlugstisch. Langfristig logisch durchdacht ist gegen die Taliban und gegen den IS so gut wie gar nichts.
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Wahrscheinlich erschliess sich uns deren "Denke" einfach nicht.
Insofern ist denen mit Logik auch nicht beizukommen.»

Mir erschließt sich nicht, zu was Guatanamo als Beitrag zur Bekämpfung von Internationalen Terror Positives beitragen soll, wenn man dort wen jahrelang interniert. Den / die dann aber ohne Anklage und Prozess wieder entlässt. Weil man nichts Anklagewürdiges fand, oder keinen Prozess in den USA führen wollte.

Was der Entlassene dann genau denkt, weiß ich nicht.
Aber sich reinversetzen in seine Gedankenwelt ist nicht so schwierig.

Viele Afghanen (Männer & Frauen) waren stolz auf ihren "Tintenfinger" als Zeichen, dass sie trotz hoher Anschlagsgefahr vor Wahllokalen wählen waren.

AFG-US-Präsident wurde dann der Drittplatzierte Ashraf Ghani.

@ weingasi1

"Das mit der Zerstörung der Mohnfelder war vllt vor 20 Jahren mal so, mittlerweile hat man längst entdeckt, welche Gelder sich dadurch generieren lassen und nutzt das natürlich auch."

Auch Taliban können lesen, zum Beispiel Alfred McCoy - Die CIA und das Heroin.
Da lernt man wie man Geld verdient, Einfluss gewinnt und Wasser predigen und Wein trinken, also ein Lehrbuch für westliche Werte.

14:20, Der Lenz

Ich hätte vielleicht schreiben sollen:

„Eine Perversion der Idee des antikolonialistischen Guerillakampfes.“

auch die Taliban

gehören zum afghanischen Volk.

Die Afghanen werden sich entscheiden müssen, wie sie leben wollen und dann dafür eintreten.

Wollen sie einen islamisch geführten Staat mit Scharia-Vollzug?
Für uns unvorstellbar, aber es sind Moslem. Für die wiederum sind unsere westlichen Freiheiten, egal ob Frauenrechte, freie Sexualität, Clubs und Nachtleben unvorstellbar, "Sodom und Gomorrha" sozusagen

14:38, schabernack

>>Viele Afghanen (Männer & Frauen) waren stolz auf ihren "Tintenfinger" als Zeichen, dass sie trotz hoher Anschlagsgefahr vor Wahllokalen wählen waren.

AFG-US-Präsident wurde dann der Drittplatzierte Ashraf Ghani.<<

Ja, der Begeisterung für die Demokratie war das gewiss immens förderlich.

14:50, Shuusui

>>Auch Taliban können lesen, zum Beispiel Alfred McCoy - Die CIA und das Heroin.
Da lernt man wie man Geld verdient, Einfluss gewinnt und Wasser predigen und Wein trinken, also ein Lehrbuch für westliche Werte.<<

Diese Art „Werte“ sind nun wirklich weltweit verbreitet. Dazu braucht es kein Lehrbuch.

14:59, Susi1960

>>Die Afghanen werden sich entscheiden müssen, wie sie leben wollen und dann dafür eintreten.

Wollen sie einen islamisch geführten Staat mit Scharia-Vollzug?<<

Das kann nun wirklich alles und nichts bedeuten.

@Susi1960

"
Am 29. August 2021 um 14:59 von Susi1960
auch die Taliban

gehören zum afghanischen Volk.

Die Afghanen werden sich entscheiden müssen, wie sie leben wollen und dann dafür eintreten.

Wollen sie einen islamisch geführten Staat mit Scharia-Vollzug?
Für uns unvorstellbar, aber es sind Moslem. Für die wiederum sind unsere westlichen Freiheiten, egal ob Frauenrechte, freie Sexualität, Clubs und Nachtleben unvorstellbar, "Sodom und Gomorrha" sozusagen"

Ich habe das hier im Forum schon Wenn Sie das Strafrecht dort kritisieren wollen (was ich selbsterständlich auch tue), dann reden Sie nicht von Sharia. Verwenden Sie lieber den Begriff "Islamisches Strafrecht" oder noch besser: "Religiös begründetes Strafrecht", sowas gab es nämlich in Europa auch mal, ist kein Alleinstellungsmerkmal des Islam.

Sharia ist das, was für Christen der Katechismus ist, eine Sammlung von religiösen Bräuchen und Riten (siehe meinen Beitrag von 10:39 Uhr). Das Strafrecht hat damit nichts zu tun.

14:59, Susi1960

>>Für uns unvorstellbar, aber es sind Moslem. Für die wiederum sind unsere westlichen Freiheiten, egal ob Frauenrechte, freie Sexualität, Clubs und Nachtleben unvorstellbar, "Sodom und Gomorrha" sozusagen.<<

Die arabische Welt war bei uns bis vor gar nicht langer Zeit als Hort lockerer Sitten, als Sündenbabel, als Sinnbild schwüler Erotik verschrieen. Homosexuelle Männer reisten bis vor wenigen Jahrzehnten gern dort hin, auch um sexuelle Abenteuer zu erleben.

@Susi1960

"Wollen sie einen islamisch geführten Staat mit Scharia-Vollzug?
Für uns unvorstellbar, aber es sind Moslem. Für die wiederum sind unsere westlichen Freiheiten, egal ob Frauenrechte, freie Sexualität, Clubs und Nachtleben unvorstellbar, "Sodom und Gomorrha" sozusagen"

Es gibt auch bei uns Menschen, für die Frauenrechte, freie Sexualität, Clubs und Nachtleben "Sodom und Gomorrha" sind. Teile davon sind sogar im Bundestag vertreten.

15:02 von fathaland slim 14:38, schabernack

>>Viele Afghanen (Männer & Frauen) waren stolz auf ihren "Tintenfinger" als Zeichen, dass sie trotz hoher Anschlagsgefahr vor Wahllokalen wählen waren.
AFG-US-Präsident wurde dann der Drittplatzierte Ashraf Ghani.<<

Ja, der Begeisterung für die Demokratie war das gewiss immens förderlich.

Diesen Eingriff kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Wollte man keine tragfähige Regierung und Stabilität im Land?

@ SinUndVerstand

"Oder um es mit dem alten Konflikt bei den Grünen mit Joschka Fischer zu benennen: Es gilt "Nie wieder Krieg!", aber es gilt auch "Nie wieder Völkermord und systematische Unterdrückung und Tötung" - aus diesem Zwiespalt gibt es keinen einfachen Ausweg"

Es heißt nicht "Nie wieder Krieg", das wäre hegemonialer Größenwahn.
Es heißt: "Nie wieder soll Krieg von deutschem Boden ausgehen".
Und auch das ist bloß eine dämliche Floskel, denn natürlich haben vor Fischers Völkerrechtsbruch 1999 bereits die USA von deutschem Boden aus Krieg geführt.

einfach herrlich hier wieder

wie sich die hiesigen dauerschreiber nun alle als arabien und schariawissende inszeug legen und tippen, was die tastatur hergibt.

15:12, Anderes1961

>>Sharia ist das, was für Christen der Katechismus ist, eine Sammlung von religiösen Bräuchen und Riten (siehe meinen Beitrag von 10:39 Uhr). Das Strafrecht hat damit nichts zu tun.<<

In diesem Zusammenhang möchte ich ein Buch des Islamwissenschaftlers Thomas Bauer empfehlen:

„Die Kultur der Ambiguität. Eine andere Geschichte des Islam“

Vielleicht kennen Sie es.

@ Shuusi1960

Die Afghanen werden sich entscheiden müssen, wie sie leben wollen und dann dafür eintreten.

Auch Afghanen möchten nicht, dass religiöse Eiferer ihnen die Art zu leben vorschreiben.

Wollen sie einen islamisch geführten Staat mit Scharia-Vollzug?

Was soll an der Scharia vollzogen werden? Wissen Sie überhaupt, was die Scharia ist?

@ Heißer Schnee

Wäre ich der deutsche Außenminister, würde ich sofort mit den Taliban Kontakt aufnehmen und über den Aufbau der afghanischen Industrie und Infrastruktur sprechen.

Es deutet eigentlich nichts darauf hin, dass sich die Taliban für Industrie und Infrastruktur interessieren.

Karl Maria Jose...

Das haben Sie schön gesagt, so schön hätte ich es nicht ausdrücken können.

@ Heißer Schnee

Ohne Perspektive wird es in Afghanistan keinen Frieden geben und viele werden sich auf den Weg nach Europa machen.

Daher weht der Wind. Um Afganistan geht es Ihnen jedenfalls offensichtlich nicht.

@fathaland slim

"
Am 29. August 2021 um 15:29 von fathaland slim
15:12, Anderes1961

>>Sharia ist das, was für Christen der Katechismus ist, eine Sammlung von religiösen Bräuchen und Riten (siehe meinen Beitrag von 10:39 Uhr). Das Strafrecht hat damit nichts zu tun.<<

In diesem Zusammenhang möchte ich ein Buch des Islamwissenschaftlers Thomas Bauer empfehlen:

„Die Kultur der Ambiguität. Eine andere Geschichte des Islam“

Vielleicht kennen Sie es."

Nein, kenne ich leider noch nicht. Aber wird sich bald ändern. :-) Danke für den Tipp.

@ Shuusui

Da lernt man wie man Geld verdient, Einfluss gewinnt und Wasser predigen und Wein trinken, also ein Lehrbuch für westliche Werte.

Wenn Sie das Wort "westliche" weglassen wird es ehrlicher und nicht so gewollt einseitig.

@fathaland slim

"
Am 29. August 2021 um 15:12 von fathaland slim
14:59, Susi1960

>>Für uns unvorstellbar, aber es sind Moslem. Für die wiederum sind unsere westlichen Freiheiten, egal ob Frauenrechte, freie Sexualität, Clubs und Nachtleben unvorstellbar, "Sodom und Gomorrha" sozusagen.<<

Die arabische Welt war bei uns bis vor gar nicht langer Zeit als Hort lockerer Sitten, als Sündenbabel, als Sinnbild schwüler Erotik verschrieen. Homosexuelle Männer reisten bis vor wenigen Jahrzehnten gern dort hin, auch um sexuelle Abenteuer zu erleben."

Die "Geschichten aus 1001 Nacht" sind mitnichten nur eine Sammlung von Märchen. Im unzesensierten Original gibt es jede Menge hocherotischer Erzählungen. Und eigentlich ist der Islam auch eine Religion, die der Erotik sehr offen gegenüber steht. Selbst im Koran finden Sie hocherotische Stellen. In der Bibel übrigens auch, das "Hohe Lied Salomos."

14:14 von schabernack

>>>Sie spricht nicht als "Linke Politik", sondern als die beste Lokalkennerin der Weltregion um Afghanistan herum...<<<

Danke für die Blumen. Als Beste würde ich mich sicher nicht bezeichnen. Es gibt hier etliche User, von denen ich (auch bezüglich des Koran) immer wieder dazulerne.
Dafür möchte ich mich bedanken.

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