Kommentare - Afghanistan: Taliban verkünden Kriegsende und Amnestie

18. August 2021 - 08:07 Uhr

Frauen sollen arbeiten, sie seien Teil der Gesellschaft. Man werde allen verzeihen, "die gegen uns waren", so die Taliban bei ihrem ersten offiziellen Auftritt. An den versöhnlichen Worten haben viele Menschen in Afghanistan Zweifel. Von Silke Diettrich.

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Kommentare

Nun ja

Wir hatten gehofft, dass Herr Biden etwas Verantwortung übernehmen und erklären würde, wie er dieses Chaos beheben will. Er hat nichts von alledem getan und damit deutlich gemacht, dass er selbst der Hauptverantwortliche für diese unnötige amerikanische Kapitulation ist. Das verheißt nichts Gutes für den Rest seiner Präsidentschaft. (...) Während wir diese Zeilen schreiben, suchen die Schurken der Welt nach Möglichkeiten, ihm eine Chance zu geben, eine ähnliche Rede über andere Teile der Welt zu halten.“ Wall Street Journal

Amnestie der Taliban

Häftlinge aus den afghanischen Gefängnissen, darunter Mörder und Attentäter, wurden von den Taliban frei gelassen.

Zweifel sind sicherlich berechtigt bei dieser Vorgeschichte...

nur bleibt erst einmal keine andere Wahl, als abzuwarten, was sich entwickelt. Man sollte daher auch nicht aus Trotz diplomatische Beziehungen abbrechen, sondern reden. Deutlich machen, dass man zur Unterstützung bereit ist (diplomatische Anerkennung, Hilfe in der Landwirtschaft), wenn im Gegenzug keine Terrorherrschaft wie unter dem IS errichtet wird. Sollte es auf eine Art Saudi-Arabien (ebenso ohne elementare Menschenrechte, dafür aber mit Öl als größtem Unterscheidungsmerkmal) hinauslaufen, ist es halt so. Traurig, aber besser als weitere Jahrzehnte Bürgerkrieg.

um 08:12 von Sternenkind

...Wir hatten gehofft, dass Herr Biden etwas Verantwortung übernehmen und erklären würde, wie er dieses Chaos beheben will. Er hat nichts von alledem getan und damit deutlich gemacht, dass er selbst der Hauptverantwortliche für diese unnötige amerikanische Kapitulation ist. Das verheißt nichts Gutes für den Rest seiner Präsidentschaft. (...) Während wir diese Zeilen schreiben, suchen die Schurken der Welt nach Möglichkeiten, ihm eine Chance zu geben, eine ähnliche Rede über andere Teile der Welt zu halten.“ Wall Street Journal

Ich habe „etwas“ Hoffnung, dass man in vielleicht 2 Jahren anders darüber denkt. Auch die Taliban können die Zeit nicht ins Mittelalter zurück drehen.

@ Sternenkind

Wir hatten gehofft, dass Herr Biden etwas Verantwortung übernehmen und erklären würde, wie er dieses Chaos beheben will.

Er verhält sich verantwortungsbewusst und relativ vernünftig. Verantwortlich für die Verhandlungen mit den Taliban, den Abzug und die jetzige Situation ist sein Vorgänger.

hmmm

vielleicht sehen sie im Moment die politische Notwendigkeit nicht alle Brücken abzubrennen und sich einen diplomatischen Weg zur Nato offen zu halten.

Spätestens wenn sie merken, dass China und Russland genauso wenig Wert auf Menschenrechte legen wie sie und dass diese als Wirtschaftliche Partner vollkommen ausreichen, werden sie sicher wieder den vollen Scharia-Stiefel durchziehen und jeden unterdrücken der nicht in ihr Weltbild passt.

Nun Abwarten angesagt! Alles

Nun Abwarten angesagt! Alles andere wäre Spekulation! Wenn es klappt wäre es toll! Ein Land mehr in Frieden!Wir Marschieren ja auch nicht in SaudiArabien oder Katar ein wegen Demokratie oder Frauenrechte!

Nun ja

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters soll Ghani mit vier Wagen und einem Hubschrauber voller Geld aus dem Land geflohen sein. Auf dem Flugfeld wurde der flüchtige Präsident beobachtet, wie Helfer versuchten, mehr Geld in den Hubschrauber zu stopfen. Allerdings mussten sie laut Medienbericht Geld dort liegen lassen.

Die Mehrheit wollte offensichtlich die Taliban

Aus humanitärer Sicht ist die Aufnahme von Flüchtenden ja verständlich. Aber man darf doch die innere Sicherheit der Bundesrepublik nicht außer Acht lassen und muss die Augen auf machen! Der Versuch über 20 Jahre den Menschen die westliche Kultur und Demokratie näher zu bringen war offensichtlich komplett wirkungslos, 37 dt. Opfer völlig umsonst. Mit Null Widerstand einschließlich null Widerstand der Ortskräfte hat man sich der radikal-islamistischen Taliban (60.000 der 38 Mio. Bevölkerung) ergeben. Offensichtlich begrüßt eine übergroße Mehrheit deren Einstellung und man zieht sie der westlichen vor. Das Risiko, dass nunmehr auch "Flüchtlinge" mit dieser radikal-islamistischen Einstellung zu uns kommen ist riesig! Zudem muss auf Grund der jetzigen Ereignisse befürchtet werden, dass sich nicht radikale Geflüchtete von Taliban auch bei uns ganz schnell als Terroristen anwerben / erpressen lassen. Wir bürden uns gerade ein riesiges Sicherheitsproblem auf.

Taliban verkünden .....

Und 6 Wochen weiter beginnt dann wieder die neue Steinzeit denn die Schariagesetze werden nicht umgeschrieben.

Am 18. August 2021 um 08:14 von Günter Schollatur

Häftlinge aus den afghanischen Gefängnissen, darunter Mörder und Attentäter, wurden von den Taliban frei gelassen.
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Darunter auch die aus Dtl. als Messerstecher, Vergewaltiger, Mörder abgeschoben worden sind.
Da können wir ja froh sein, da die letzte Abschiebung mit den aktuell eingesammelten Verbrechern noch am Flughafen abgesagt wurde.
Die wären jetzt auch frei.

@RenamedUser

Auch Afghanistan verfügt über reiche Bodenschätze, passend für die Elektromobilität.

Unglaubwürdig

Die Taliban filtern gezielt alle Flüchtlinge aus, die einst mit den Westmächten kooperierten.

Ich glaube eher, in einiger Zeit wird man hier grausame Dinge herausfinden. Ich fühle ich an Srebrenica erinnert irgendwie. Hoffentlich nicht.

Dass die warmen Worte auf der einen und Taten auf der anderen Seite nicht passen ist nicht neu.

Was besonders widerlich ist, sind die Länder die bereits jetzt auf die humanitäre Katastrophe mit keinem Wort eingehen und Schlange stehen um sich Ressourcen zu sichern. Die Welt soll genau hinsehen und lernen, wer macht was und aus welchen Motiven.

@ Renames User

Sollte es auf eine Art Saudi-Arabien (ebenso ohne elementare Menschenrechte, dafür aber mit Öl als größtem Unterscheidungsmerkmal) hinauslaufen,

Saudi Arabien ist das arabische Land mit den meisten weiblichen Hochschulabsolvierenden, darunter mit vielen Ingenieurinnen usw. Im afghanischen Taliban Regime vor 2001 war es Mädchen hingegen nicht einmal erlaubt überhaupt zur Schule zu gehen. Beide Länder zu vergleichen ist also recht albern

@ Sternenkind um 08:12

Verantwortlich für die "Kapitulation" der USA ist Herr Trump derlei aushandelte. Hier Biden konnte nur noch den Abzug verlangsamen, aber abgesehen von Hasardeuren wie Trump, Orban, Jonson ist es allgemeine Rechtsauffassung das Internationale Verträge einzuhalten sind wenn man sie schliesst.

"Pacta sunt servanda"
Selbst wenn ein Trump sie geschlossen hat.

@ Sternenkind

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters soll Ghani mit vier Wagen und einem Hubschrauber voller Geld

Das haben Sie gestern schon versucht an den Mann zu bringen. Ob die Meldung stimmt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sie nicht von Reuters stammt, sondern von RIA Novosti, und das ist zu 100% von der russischen Regierung bezahlt.

Taliban verkünden Kriegsende und Amnestie

Eins muss man ihnen lassen. Was PR und schöne Bilder angeht haben sie dazugelernt. Wenn ich mir dann den Weltfremden Kommentar von Niaz Shah, ein Professor für Rechtswissenschaften an der Universität Hull in Großbritannien, zu Gemüte führe haben sie damit ja offensichtlich Erfolg.

wenn man in diese Taliban-Gesichter schaut …

… wenn man in diese Taliban-Gesichter schaut ….

… wenn man sich Reportagen anschaut, die sich mit dem Land befassen …

… wenn man sieht, wie vom ersten Tag an klar war, wie unglaublich anders diese Menschen ticken …

… dann kann man sich wirklich nur an den Kopf fassen, was wir dort jemals erreichen wollten!

Die Bevölkerung dort WILL die Taliban!

@ Sternenkind (08:20)

Ich glaube nicht daran, dass Ghani nichts vom Segen der modernen Steueroasen weißt und mit Autos voller Bargeld durch die Gegend fährt - zumal er den Fahrern bedingungslos vertrauen müsste und keine Angst vor Überfällen hätte.

Es sollen sich schon selbst zahlreiche Kleinganoven als Taliban ausgegeben haben und Leute beklaut haben. (Nicht dass ich für die Taliban schwärme, aber die Gelegenheits-Ganoven kommen in dem Chaos noch dazu.)

Kriegsende?

Wir werden sehen.

Einer Amnestie von Faschisten ausgesprochen sollte man allerdings nie trauen. Sie werden ihre Politischen/Gesellschaftlichen Gegner eben wegen "Neuer Vergehen" aus dem Bett Zerren...aber am liebsten wenn ansonsten alles Normal wirkt.

"Wir wollen, dass Frauen arbeiten"

Das ist kein Problem. Frauen haben schon immer gearbeitet, auch in Afghanistan.

Es geht nur darum, dass sie für ihre Arbeit bezahlt werden.

@08:20 von Erna Müller

"Das Risiko, dass nunmehr auch "Flüchtlinge" mit dieser radikal-islamistischen Einstellung zu uns kommen ist riesig!"

Volle Zustimmung. Aber nicht nur das. Allein die afghanische Kultur unterscheidet sich so stark von unserer, dass ich eine Integration dieser Menschen für überwiegend unmöglich halte. Es werden wieder Parallelgesellschaften entstehen, wie wir sie bereits haben.

@ 08:20 von Erna Müller

Liebe Frau Müller,
wenn Sie den Bericht und die Hintergrundberichte der letzten Zeit zur Kenntnis genommen haben, wissen Sie wie viele Afghaninnen und Afghanen die Achtung der universellen - und nicht 'westlichen' - Menschenrechte, das Recht auf Bildung, Kultur und körperliche Unversehrtheit sowie transparente faire Rechtssprechung schätzen und ersehnen.
Die Entwicklung in Afghanistan ist seit mindestens 2018 so gewesen, dass die Taliban de facto Gebiete kontrollierten, die formell als Gebiete unter Regierungskontrolle galten. Der große fatale strategische Fehler war, den militärischen Rückzug nicht im mindesten so geplant zu haben, dass er mit einer Stabilisierung des Erreichten einherging. Und die Erinnerungen und Erfahrungen aus der ersten Machtübernahme der Taliban mit willkürlichen brutalen Exekutionen sind der Hauptgrund, warum es so wenig Gegenwehr gegen die erneute Machtübernahme gab: gegen Terror helfen keine rechnerischen Mehrheiten.
Leib und Leben schützen heißt: Flucht.

@ Erna Müller um 08:20

>Die Mehrheit wollte offensichtlich die Taliban<

Halte ich für einen Trugschluss.
Allerdings war die Bevölkerung nicht bereit sich für die vom Westen reinstalierten ehemaligen Mudjahedin, den alten Stammesadel, der schon in den 70ern den Rückhalt in der sich modernisierenden Bevölkerung verloren hatte weshalb er, im versuch die Zeit zurückzudrehen, zur Waffe griff (was dann irgendwann zum Einmarsch der SU führte), zu opfern.
Warum auch?

Die Versuche den Frieden und die Herzen dort zu gewinnen scheiterten schon als Busch nach dem Militärischen Sieg weiterkämpfen lies "Um Ossama bin Laden zu Jagen" und jeden Extaliban den man kriegen kann nach Guantanamo zu stecken anstatt zumindest jenes Lippenbekenntnis abzulegen das sogar die Taliban jetzt hinkriegen.

Wer dort sollte da noch Kämpfen wollen?
Für was?

Erster offizieller AUftritt

Da hört sich vieles besser an, als befürchtet. Nur müssen den Worten auch Taten folgen, so dass Vertrauen in die Worte der neuen Machthaber entstehen kann.
Trotzdem wird für viele Afghanen ein Kalifat à la Taliban eine unerträgliche Zumutung bleiben. Auch für die Minderheiten besteht weiterhin ein hohes Risiko, wie für Personen mit queerem Hintergrund .

Gruß Hador

Vorgehen der Taliban nicht unlogisch

Wenn die Taliban sich dauerhaft behaupten möchten und vor allem die Infrastruktur nutzen wollen, die in 20 Jahren geschaffen worden ist, dann ist das jetzige Vorgehen nicht unlogisch, die erfahrenen Beamten wieder einzusetzen und die Bevölkerung mit Amnestie und Frauenrechten zu beruhigen. Auch ist eine Aufnahmen von Kontakten in das Ausland so auf Dauer leichter, als wenn da ein paar Halbwilde mit Maschinengewehren auftreten.

Besonders gefährlich wird es nur dann, wenn sich auch die gut ausgebildeten 300.000 Soldaten vor den Karren spannen lassen. Dann ist Afghanistan plötzlich nicht mehr das rückständige Land, das wie aus einer anderen Zeit anmutet.

@Erna Müller, 8:20

60.000 der 38 Mio. Bevölkerung. [...] Das Risiko, dass nunmehr auch "Flüchtlinge" mit dieser radikal-islamistischen Einstellung zu uns kommen ist riesig!

Ja, riesig. 0,15 Prozent. Das ist ein dermaßen beeindruckendes Risiko, dass es gerechtfertigt ist, dass Sie das Wort Flüchtlinge in Anführungszeichen setzen. Taliban = Mörder und Terroristen. Afghane = Taliban. Flüchtling = Mörder und Terrorist.
Au weia.

Kreide gefressen oder dazugelernt?

„Frauen sollen arbeiten, sie seien Teil der Gesellschaft. Man werde allen verzeihen, "die gegen uns waren", so die Taliban bei ihrem ersten offiziellen Auftritt. An den versöhnlichen Worten haben viele Menschen in Afghanistan Zweifel“

Ob zu Recht, wird sich schnell zeigen.

Verhandlung

es ist schon sonderbar - erst verhandelt man mit den Taliban ueber den Abzug der Truppen, dann sind sie mit Hilfe der Mehrheit der Religionsgruppe an die Macht gekommen und haben das Land in wenigen Tagen uebernommen.
Sonderbar das diese Glaubesgruppe, immerhin die Mehrheit des afganischen Volkes offenbar unbekannt war - das wiederrum erklaert die Erfolge der Terroristen in der Vergangenheit.
Nun will man den Beschwichtigungen der Taliban keinen Glauben schenken. Ein wenig spaet das sich unsere Politker, Militaer und Verhandler besinnen.
Das neuerliche Versagen unser Politiker haeufen sich - die Glaubwuerdigkeit ist verspielt. Wen von ihnen kann man waehlen?

Ich habe mir die Bilder....

Ich habe mir die Bilder vom Flughafen in Kabul angeschaut. Alles nur Männer! Aber macht sich nicht die internationale Staatengemeinschaft nicht Sorgen um die Frauen und deren Rechte wie es auch in diesem Bericht zum Ausdruck kommt? Komisch?

08:12, Sternenkind

>>Wir hatten gehofft, dass Herr Biden etwas Verantwortung übernehmen und erklären würde, wie er dieses Chaos beheben will. Er hat nichts von alledem getan und damit deutlich gemacht, dass er selbst der Hauptverantwortliche für diese unnötige amerikanische Kapitulation ist. Das verheißt nichts Gutes für den Rest seiner Präsidentschaft. (...) Während wir diese Zeilen schreiben, suchen die Schurken der Welt nach Möglichkeiten, ihm eine Chance zu geben, eine ähnliche Rede über andere Teile der Welt zu halten.“ Wall Street Journal<<

Das Wall Street Journal verschweigt, daß die Kapitulationsverhandlungen mit den Taliban von Mike Pompeo geführt wurden. Im Auftrag von Donald Trump, der sich damit auch noch brüstete.

Das ist gar nicht lange her, aber das Wall Street Journal setzt ganz offensichtlich auf die Vergesslichkeit der Leute.

die Fehler wiederholen sich!

… wir sehen hier exakt das gleiche Versagen, wie in der Entwicklungshilfe!

… wir mischen uns ein …

… erreichen aber NIX!

Nur zusätzliches Leid!

Mir ist kein einziges Entwicklungshilfe-Projekt bekannt, was dauerhaft Hilfe bedeutet hätte!

Politische Einmischung ist genauso wirkungslos.

Die Kulturen können sich nur lokal und intrinsisch entwickeln.

Wir haben keinerlei Recht uns einzumischen!

@ Erna Müller

"Der Versuch über 20 Jahre den Menschen die westliche Kultur und Demokratie näher zu bringen war offensichtlich komplett wirkungslos" Am 18. August 2021 um 08:20 von Erna Müller

*

Ich habe eher den Eindruck, dass sowohl der Einsatz des Westens als auch die Taliban an der afghanischen Tradition vorbeigehen.

Aus dem Jahr 2010:
"„Offenbar waren und sind die Warlords, besonders die der Nordallianz, die Haupttäter", berichtet der UN-Mitarbeiter. „Aber es gibt genug Beweise dafür, dass auch die afghanischen Sicherheitskräfte die „tanzenden Jungen“ benutzen.“ Oft würden die Jungen, im Alter zwischen 10 und 15 Jahren, offiziell für die Polizei- und Armeekräfte rekrutiert und dienten nebenbei als Sexsklaven der Polizeichefs oder Militärs."
"https://www.welt.de/politik/ausland/article9189064/Baccha-Baazi-Afghani…"

Das sind die afghanischen Militärs, die jetzt so glorreich ihr Land verteidigt haben.

Nun ja

Österreich lehnt nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban eine Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus Afghanistan ab. Es habe jetzt oberste Priorität, „mit den Nachbarländern von Afghanistan zu reden, damit Schutz und Hilfe in der Region sichergestellt ist“, sagte der österreichische Innenminister Karl Nehammer der „Welt“.
Schon toll wie die Grünen in Österreich hier mitziehen. Respekt.

um 08:20 von Sternenkind

>>"Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters soll Ghani mit vier Wagen und einem Hubschrauber voller Geld aus dem Land geflohen sein. Auf dem Flugfeld wurde der flüchtige Präsident beobachtet, wie Helfer versuchten, mehr Geld in den Hubschrauber zu stopfen. Allerdings mussten sie laut Medienbericht Geld dort liegen lassen."<<

Und wenn man den Faden weiterspinnt kommt man schnell darauf das dieses Geld aus dem Topf der gezahlten Entwicklungshilfe, an dem sich u.a. auch Deutschland sehr großzügig mit über 400 Milliarden jährlich beteiligte, stammt.

Afghanistan

Es ist immer wieder erstaunlich. Berichte, Meldungen die nicht nicht dem Grundtenor der verantwortlichen Politiker entsprechen werden ignoriert. Personen die eine andere Meinung haben verächtlich gemacht. Keines der deutschen Qualitätsmedien hat einen Vertreter vor Ort. Nachrichten aus Neu Delhi, anhand von Sendungen Al Jazeerahs. Diese kann ich direkt wahrnehmen. Dort wird berichtet (direkt vor Ort) , dass in weiten Teilen Afghanistan der Erfolg der Taliban begrüßt wird. Flüchtlinge zurück kehren. Kein Wort davon in unseren öffentlich-rechtlichen Medien. Kontakte aus Neu Delhi nach z. B. Kabul bestehen nur mit einem bestimmten Personenkreis, Profiteuren der unfähigen und korrupten Regierung. Nie, nur äußerst selten, hörte man in der Vergangenheit kritische Stimmen zu diesem System. Berichtet wurde aus zweiter Hand aus Kabul, dem Dunstkreis der angeblichen? Macht. Die Stimmungslage in großen Teilen des fand keine Beachtung. Passte nicht in unser Weltbild.
Karlpeter Ahrens
Kapitän i.R.

Zur Ursache

Ohne eine ehrliche Analyse der Ursache des Debakels, führt die Diskussion leicht in die Irre.

Laut Bericht in NTV ist folgendes festzustellen:
Warum die afghanische Armee versagte:

Falsche Ausrüstung,

kein Sold

Übertriebene Armeestärke
Eine treffendere Schätzung der Armeestärke liege daher bei 96.000 Kräften,

Fehlende Bezahlung und Unterstützung

Halbherzige Versprechungen

@ Nun ja Sternenkind, um 08:20

Genau wortgleich wurde der Text bereits hier veröffentlicht.

Ihre persönliche Meinung erfährt man leider nicht klar, da Sie sich fast ausschließlich mit (oftmals nicht einmal gekennzeichneten) Zitaten oder nichtssagenden Einzeilern begnügen.

Hier geht es um die Versprechen der Taliban-Anführer und darum, ob sie das, was sie mit gewinnbringendem Lächeln versprechen, halten werden.
Oder ob sie janusköpfig sind und doch diejenigen "bestrafen" werden, die sie als bestrafungswürdig einstufen.

Das ist es, was nicht nur die afghanische Zivilbevölkerung aus leidvoller Erfahrung bewegt; und die USA und EU, die beide dieses erbärmliche Bild abgeben.

Die guten Vorsätze..

..der nun siegreichen Taliban sind doch sehr zu begrüßen - und auch wohl ernstgemeint. Wenn nur 60 000 Taliban in der Lage waren diesen langen Krieg erfolgreich zu beenden kann man wohl annehmen, daß es sich nicht nur um "Steinzeitkrieger" handelt. Darunter sind vermutlich auch Talente, die einen guten Neuanfang zustande bringen wollen. Es bleibt dem "Westen" doch nur die Anerkennung der neuen Machtstrukturen und -im Interesse der restlichen afgh. Bevölkerung - eine ehrliche Kooperation zur Vermeidung von Hungersnot und Beseitigung der schlimmen Kriegsfolgen. Hoffen wir mal , daß es gelingt.

Geheimdienste

Die New York Times meldet das die Geheimdienste schon im Juli diesen Ausgang des Krieges in Afghanistan vorhergesagt haben. Wenn das zutrifft, entsprechen alle Politkeräußerungen nicht der Wahrheit. Da man davon ausgehen muss, dass auch die Geheimdienste der Natoländer darüber informiert waren. Für die Geheimdienste in Deutschland ist das Kanzleramt zuständig.

Am 18. August 2021 um 08:21 von Peter Kock

Zitat: Und 6 Wochen weiter beginnt dann wieder die neue Steinzeit denn die Schariagesetze werden nicht umgeschrieben.

Sie dürfen die Scharia nicht als aufgeschriebenes Recht verstehen. Sie kann dehalb gar nicht umgeschrieben werden.

Es kommt auf die konkrete Anwendung in dem jeweiligen Territorium an.

Auch in Deutschland wird die Scharia in geeigneten Fällen von deutschen staatlichen Gerichten angewandt, ohne dass dadurch die Welt unterginge.

um 08:20 von Erna Müller

Vielen Dank für Ihren Kommentar den ich sehr sachlich und richtig finde. Die Frage ist nur ob es unsere Politiker genauso sehen werden und wenn ich mir da die diesbezüglichen jüngsten Aussagen von Frau Baerbock zu Gemüte führe, habe ich da meine Zweifel?

Am 18. August 2021 um 08:21 von Peter Kock

Schon mal erlebt das die Bibel umgeschrieben wurde?? Und trotzdem leben wir nicht in der Steinzeit! Alles eine Auslegungssache!!

Widerspruch

Für mich ist dies ein Widerspruch, wenn so schlimme Befürchtungen bestehen, wieso dann das widerstandslose Ergeben.

Vielleicht sind das nur Stimmen von einer Minderheit die hier in den Medien gehör finden und die meisten sind mit dem Verlauf zufrieden.

Wir werden sehen wie es weiter geht, die Zukunft wird es zeigen, vielleicht besser als viele glauben.

@grübelgrübel 08:17

Zitat: "Ich habe „etwas“ Hoffnung, dass man in vielleicht 2 Jahren anders darüber denkt. Auch die Taliban können die Zeit nicht ins Mittelalter zurück drehen."

Haben sie doch schon mal geschafft.

Vielleicht haben sie aber auch erkannt, wie man die Bevölkerung über Instruktions- und Propagandamedien, Komplettüberwachung durch Mobiltelefonortung und -hacking bis ins kleinste steuern und überwachen kann. China macht es doch vor. Moderne Medien und Geräte, der Himmel für alle Despoten.

um 08:17 von grübelgrübel

>>
Ich habe „etwas“ Hoffnung, dass man in vielleicht 2 Jahren anders darüber denkt. Auch die Taliban können die Zeit nicht ins Mittelalter zurück drehen.
<<

Vielleicht ist das eines der Probleme. Dass wir (der Westen) schon von der Wortwahl versuchen, anderen unsere Sicht überzustülpen. "Mittelalter" ist eine Zeiteinteilung aus unserer Sicht. Glauben Sie, ein nicht entdeckter Amazonas-Stamm hat diese Zeiteinteilung auch ?
Und wenn wir ein Mittelalter "durchgemacht" haben, wieso wird es anderen verwehrt ? Und wirft man den Taliban ihren religiösen Fanatismus vor, während man selbst in großen Teilen einer Religion anhängt, in der das Opfern des eigenen Kindes als lobenswerten Gottesgehorsam proklamiert wird ?

08:20, Erna Müller

>>Das Risiko, dass nunmehr auch "Flüchtlinge" mit dieser radikal-islamistischen Einstellung zu uns kommen ist riesig!<<

Warum sollten solche Menschen vor den siegreichen Taliban flüchten?

>> Zudem muss auf Grund der jetzigen Ereignisse befürchtet werden, dass sich nicht radikale Geflüchtete von Taliban auch bei uns ganz schnell als Terroristen anwerben / erpressen lassen. Wir bürden uns gerade ein riesiges Sicherheitsproblem auf.<<

Kann es sein, daß Sie die Taliban mit dem IS verwechseln? Die Taliban sind keine internationale, sondern eine innerafghanische Terrortruppe. Die meisten Afghanen in Deutschland sind vor ihnen geflohen.

Lernen Sie doch mal Afghanen kennen, die in Deutschland leben! Sie kennen ja ganz offensichtlich keine.

um 08:22 von Plagiatius

>>"Darunter auch die aus Dtl. als Messerstecher, Vergewaltiger, Mörder abgeschoben worden sind.
Da können wir ja froh sein, da die letzte Abschiebung mit den aktuell eingesammelten Verbrechern noch am Flughafen abgesagt wurde.
Die wären jetzt auch frei."<<

Ich persönlich bin dafür das jegliche afghanischen Straftäter bei uns ohne wenn und aber nach Afghanistan abgeschoben werden ungeachtet der Situation vor Ort. Ich finde es perfide wenn unser Gastrecht von solchen "Schutzbedürftigen" mit den Füßen getreten wird.

Erna Müller um 08:20

" Offensichtlich begrüßt eine übergroße Mehrheit deren Einstellung und man zieht sie der westlichen vor. "

Das sind doch nur Vermutungen. Eine seriöse Ursachenanalyse sieht anders aus.
So kann der Westen sich nicht aus seiner Verantwortung herauswinden.

08:21, Peter Kock

>>denn die Schariagesetze werden nicht umgeschrieben.<<

Was nicht aufgeschrieben ist, kann man natürlich auch nicht umschreiben.

Eine Frage der Alternativen?

Es bestehen sicherlich berechtigte Zweifel an den Aussagen und der Haltung der Taliban, aber welche Alternativen hat der Westen? Momentan sicherlich keine?

„Am Ende der Pressekonferenz

„Am Ende der Pressekonferenz beschwört Zabihullah Mujahid: "Ich möchte Sie noch daran erinnern, dass wir allen vergeben werden. Denn nur so können wir Frieden und Stabilität zurückgewinnen. Jeder und jedem, die gegen uns waren, werden wir verzeihen."
Weise Worte, und es ist wünschenswert, wenn dies eingehalten wird.

„Die Panik der Menschen würde sich sicher bald legen, glaubt Niaz Shah. Er ist Professor für Rechtswissenschaften an der Universität Hull in Großbritannien und sagt in einem Interview der BBC: "Ich sehe hier völlig neue Taliban, die weiser geworden sind. Und das, was sie versprechen: Da gehe ich davon aus, dass sie es auch einhalten. Sie halten sich eher an Versprechen als demokratisch gewählte Regierungen."“
Ist auch wünschenswert, was Professor Shah glaubt.

Glauben… ich HOFFE, dass v. a. Mädchen und Frauen wirklicher „freier“ leben können (als in der vorherigen Taliban Herrschaft). Mit unseren Freiheitswerten ist das zwar nicht vergleichbar, aber es gilt ja die Scharia.

Wer sind die Taliban

Man muss verstehen, wer die Taliban sind.

Sie sind entstanden aus dem Gemisch von Afghanen und Saudis, die von Osama Bin Laden nach Afghanistan gebracht worden sind. Der Einfluss Saudi Arabiens auf die Taliban ist nicht unerheblich, und auch Pakistan hat bei denen ein Wörtchen mitzureden.

Es ist daher sehr wohl denkbar, dass wir jetzt eine neue Taliban erleben werden. Wir sind zwar nicht begeistert darüber, wie die Dinge in Saudi Arabien und Pakistan laufen, aber wir sind auch nicht entsetzt. Afghanistan könnte in Zukunft ein ähnlicher Fall werden.
_

Frauen sollen arbeiten

so die Taliban.

Das tun Frauen jetzt bereits, als Sklaven der Patriarchen.

Die Taliban haben dazugelernt, was die Verarsche anbelangt.

@ Plagiatius

"Da können wir ja froh sein, da die letzte Abschiebung mit den aktuell eingesammelten Verbrechern noch am Flughafen abgesagt wurde. Die wären jetzt auch frei" Am 18. August 2021 um 08:22 von Plagiatius

*

Sind wir die Weltpolizei?

Afghanistan: Taliban verkünden Kriegsende und Amnestie...

Die Taliban "verkünden" und agieren. Und das können Sie, weil die Interventionsmächte 20 Jahre lang korrupte Regierungen und Offiziere unterstützt haben. Für die in der Endphase dann niemand einen Finger krumm gemacht hat. Und an der Realität vollkommen vorbei geguckt haben. Das gilt auch gerade für die Medien und die Experten.

@Sternenkind, 08.12 - Geschichtsklitterung

Ihnen sollte bekannt sein, dass es Donald Trump war, der 2018 die Freilassung des berüchtigten Taliban-Führers Mullah Baradar aus pakistanischer Haft und den Rückzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan veranlasste. Er, Trump, hat die Taliban auf die politische Bühne gehoben und damit eine Kettenreaktion hervorgerufen. Es ist ziemilich dreist, wenn Sie nun - in Kenntnis dieser Fakten - Biden für das Scheitern der Friedensmission und die Machtübernahme der Taliban verantwortlich machen wollen.

 08:12 von Sternenkind

Schon ein starken Stûck ...typisches rechtsnationales Verdrehen von Fakten, um sich im nächsten Satz selbst zu widersprechen.

Der Abzug der US-Truppen war politisch-militärisch notwendig. Darüber waren sich alle verantwortungsbewusste Kräfte einig.

Sie und andere trommeln mit plumpen Antiamerikanismus doch seit Wochen hier "was haben die bösen Amis dort überhaupt zu suchen? Raus da!"

Zur Erinnerung: der Einsatz 2001 war eine Antiterrorismusmission, um eine von mehreren Zentralen des int. Islamistischen Terrors auszuschalten. Müsste Ihnen als Islamhasser doch gefallen?

Der Fehler der NATO war nicht abzuziehen als Bin Laden & Al-Kaida besiegt waren.

Faktum 2: Ihr geliebter ideologischer rechtsnationalistischer Trump war es, der (wie immer völlig dilettantisch ...siehe Korea, Israel) ein Abk. mit den Taliban verhandelt hat, das Nichts an Überprüfungsmechanismen beinhaltete. Taliban konnten machen, was sie wollten. Trump hatte Null Exit-Strategie! Abzug völlig unkoordiniert!

Muss Deutschland jetzt halb

Muss Deutschland jetzt halb Afghanistan aufnehmen? Und warum wir ? Warum nicht Island, oder Malta oder Lichtenstein ? Vielleicht sollten die Bundestagsabgeordneten diese Leute aufnehmen, die für den Einsatz dort gestimmt haben, das wäre mal eine gerechte und auch abschreckende Variante für unsere Volksvertreter.

Kriegsende und Amnestie

der Krieg ist verloren und der Gewinner stellt die Bedingungen, das sollte klar sein!
Es gefällt mir auch nicht wie die im Asyl lebenden aus sicherer Deckung über den Sieger herziehen, sie hatten es in der Hand mit einer Übermacht von 4:1 und besserer Ausrüstung das Land zu übernehmen, wer für sein Land nicht kämpft und mit dem Geld verschwindet wie der Präsident, hat es nicht verdient!

Ich glaube den Taliban kein Wort

Auch wenn sie Kreide gefressen haben.

Die Bilder von ihrer Machtübernahme kommen mir vor wie ein schlechter Hollywood-Kostümfilm aus den 50er Jahren. Zottelbärtige Gestalten mit grenzdebil-aggressivem Blick. Bestimmt alles zukünftige Nobelpreisträger...

Also,

wenn man zwischen den Zeilen liest, dann sieht es in CNN Interviews so aus, das der Flughafen in Kabul wohl nur bis zum Monatsende offen bleibt.

sternenkind 8:12

Nun ja, wir hoffen noch immer, dass wir von Ihren (erstaunlicherweise immer wieder veröffentlichten) „nun jas“ verschont werden.

taqqia beachten

@ 18. August 2021 um 08:20 von Erna Müller
Die Mehrheit wollte offensichtlich die Taliban
Aus humanitärer Sicht ist die Aufnahme von Flüchtenden ja verständlich. Aber man darf doch die innere Sicherheit der Bundesrepublik nicht außer Acht lassen und muss die Augen auf machen! Der Versuch über 20 Jahre den Menschen die westliche Kultur und Demokratie näher zu bringen war offensichtlich komplett wirkungslos, …Das Risiko, dass nunmehr auch "Flüchtlinge" mit dieser radikal-islamistischen Einstellung zu uns kommen ist riesig!“

Völlig richtig. Vorstellbar wäre es, vor Erteilung von Asyl eine Befragung nach den religiösen Einstellungen durchzuführen. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass Muslime gegenüber Nichtmuslimen in solchen Situationen problemlos die Unwahrheit sagen dürfen. Das ist das Prinzip der Taqqia (Verstellung, Vorsicht)

Niaz Shah

>Die Panik der Menschen würde sich sicher bald legen, glaubt Niaz Shah. Er ist Professor für Rechtswissenschaften an der Universität Hull in Großbritannien und sagt in einem Interview der BBC: "Ich sehe hier völlig neue Taliban, die weiser geworden sind. Und das, was sie versprechen: Da gehe ich davon aus, dass sie es auch einhalten. Sie halten sich eher an Versprechen als demokratisch gewählte Regierungen."<

Sein Wort in Allahs Ohr. Ich möchte ihm nur zu gerne glauben! Ist da auch eine Kritik an unseren Regierungen enthalten? Oder meint er nur demokratisch gewählte Regierungen in einem Land, denen diese Staatsform übergestülpt wurde? Er könnte sich evtl. auch auf Versprechungen beziehen, die unsere Regierungen den Ortskräften evtl. gegeben haben.

Umdenken

Die Taliban haben gewonnen und die am Einsatz in Afghanistan beteiligten NATO-Staaten haben jetzt hoffentlich eingesehen, dass RACHE als Motiv (2001) ein denkbar schlechter Anlass für die Besetzung eines Landes ist.
Wenn nun die Taliban weitgehende Amnestie und eine tolerantere Politik ankündigen, sollte man das erstmal Ernst nehmen (auch wenn Skepsis angesagt ist). Möglicherweise bietet sich hier eine Möglichkeit, mit den Gotteskriegern ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben, denn China und Russland tun es bereits. Die Region Zentralasien ist strategisch in Zukunft zu wichtig (militärisch und wirtschaftl.), als dass man sie, vom Westen, zur verbrannten Erde erklären könnte. Und hier muss die EU endlich mal außenpol. eigene Wege gehen und sich aus dem Windschatten der USA herausbewegen.

Auch eine Option...

Nun stelle man sich nur mal vor, in Afghanistan entwickelt sich jetzt ein normales, natürlich vom Islam geprägtes, aber sonst friedliches Leben. Dann könnten doch viele vorübergehend im Ausland lebende Afghanen freiwillig oder mit sanftem Druck in ihre Heimat zurückkehren. Was für einen Grund hätten sie denn dann noch, es nicht zu tun?

...ttestEineMeinung #Kreide fressen

Dass die Taliban sich gerade gemäßigt geben, überrascht mich wenig.

Zum Einen müssen sie ihre Kontrolle über die gerade eingenommenen Gebiete erst einmal festigen.
Sie sind zahlenmässig weit unterlegen in einem Land, in dem viele Waffen im Umlauf sind und wollen ihren leichten Erfolg nicht gefährden.

Zum Anderen ist es für sie leichter alle "die gegen uns waren" zu identifizieren und ggf. später zu eliminieren, wenn diese sich nicht verstecken bzw. ihre Identität verschleiern.

Und natürlich spekulieren sie auch darauf, dass ihre Regierung international von einigen Ländern anerkannt werden und sie von Hilfsgeldern und Rohstoffexporten profitieren könnten.

Ob man all dem trauen kann?

Fool me once...

Das hatten wir doch schon mal

Ich werde in fataler Weise an den Herbst 2015 erinnert. Auch damals wurde mit dem Bauch entschieden und nicht mit dem Kopf. Die jetzt anlaufende "Ortskräfte-Rettung" ist unverkennbar mit einer gewissen Hysterie verbunden. Hinterher – wenn sich die Wogen der Humanität geglättet haben und der Alltag in Deutschland eingekehrt ist - sollen es die Bürgerinnen und Bürger wieder mal richten. Ihnen wird nämlich die notwendige Integration der neuen Flüchtlinge aufs Auge gedrückt – ob sie es wollen oder nicht.

@Deeskalator 8:19

Da die sowjetisch Besatzung ja eine der Ursachen für das Erstarken der „Kämpfer im Namen Gottes“ war, erschließt sich nicht, warum man Russland plötzlich als Partner sehen sollte.

@RenamedUser um 08:14

„Zweifel sind sicherlich berechtigt bei dieser Vorgeschichte...nur bleibt erst einmal keine andere Wahl, als abzuwarten, was sich entwickelt. Man sollte daher auch nicht aus Trotz diplomatische Beziehungen abbrechen, sondern reden.“
Ja, dem stimme ich zu. Es wird doch von den Politikern auch immer zum Dialog aufgerufen, also auch hier: man kann damit für die Afghanen*innen vielleicht mehr erreichen als den Kontakt abzubrechen.

Die westliche Reaktion erscheint mir eher mit Groll auf die alte afghanische Regierung gerichtet, weil die hätte uns im Vorfeld klar sagen müssen, dass sie das Militär nicht gegen den Ansturm der Taliban einsetzt. Aber nein, rechtzeitig abhauen… dass das Militär so widerstandslos ist, zeigt mir nur, dass etliche von denen den Taliban bzw. deren Gedankengut zugewandt sind. Da schießt man halt nicht dagegen.
Ich denke, wir müssen uns damit abfinden, wirkliche Fehleinschätzungen gehabt zu haben und das Beste aus der Situation machen: Kommunikation aufrechterhalten!

8:14 RenamedUser

"Zweifel sind berechtigt nur bleibt erst keine andere Wahl......."

Danke sie treffen den Punkt.
Offensichtlich wollte eine Mehrheit die Besatzer los werden und offensichtlich will die Mehrheit lieber das Taliban Regime warum auch immer.

Das heißt man muss beobachten wie das Ganze sich entwickelt und danach sein Handeln ausrichten. Aber wie es scheint wird im vorausschauenden Besserwissertum und Maulheldentum (besonders bei der Opposition und der Presse) ausser acht gelassen, dass in dieser Region jetzt Andere das Sagen haben.
Auch die Nato-Einsatzkräfte haben viel zerstört, gemordet, gefoltert, verstümmelte und traumatisierte Menschen hinterlassen und damit Hass geschürt dieses Thema wird aber vollkommen ausgeblendet. Drohnenmorde und Guantanamo sind ebenfalls keine Glanzlichter in der westlichen Bilanz.

@Erna Müller um 08:20

"Der Versuch über 20 Jahre den Menschen die westliche Kultur und Demokratie näher zu bringen war offensichtlich komplett wirkungslos, 37 dt. Opfer völlig umsonst. "

Das sehe ich noch nicht ganz so pessimistisch. Immerhin hatten u.a. Frauen nun 20 Jahre lang Rechte, die vorher undenkbar waren. Und nach den Aussagen der Taliban, soll sich daran ja auch nicht so viel ändern. Ob das sonst auch so gekommen wäre, kann man natürlich nicht sagen. Genauso wenig wie, ob das jetzt nur Worte sind, oder ob die folgenden Taten diesen auch entsprechen werden.

@Sternenkind, 08:12 Uhr

Biden verhält sich in der Afghanistan-Frage wie überhaupt in außenpolitischen Herausforderungen bisher sehr besonnen und verantwortungsvoll. Leider muss er noch immer den Scherbenhaufen seines Amtsvorgängers zusammenkehren, darunter auch die Vorbereitung der US-Streitkräfte aus Afghanistan. Die "Kapitulation" gegenüber den Taliban hatte bekanntlich nicht Biden, sondern Trump erklärt. Mit dem Taliban-Terroristen Mullah Baradar vereinbarte er den Abzug der US-Truppen. Er sorgte für seine Freilassung und hofierte ihn. Auch seine Anbiederung an den nordkoreanischen Diktator Kim war nur dem persönlichen Ego geschuldet und eine Kapitulation vor einem Diktator.

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