Kommentare - Stabilisierung der Rentenkasse: Heil will Selbstständige einbeziehen

09. Juni 2021 - 10:32 Uhr

Wie kommt mehr Geld in die Rentenkasse? Arbeitsminister Heil will, dass auch Selbstständige künftig einzahlen. Das steht auch im Koalitionsvertrag - allerdings mit anderer Begründung. Auch die Debatte über die Rente mit 68 geht weiter.

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Kommentare

Am 09. Juni 2021 um 12:30 von Herr Gesangsverein

Zitat: ...Hennig-Wellsow etwa sprach von einem "asozialen Oberhammer". Wenn das schon ein asozialer Oberhammer ist, was ist dann bitteschön die Tatsache, dass sämtliche Beamtenpensionen mitfinanziert werden müssen, ohne das die Beamten wiederum auch nur einen Cent einzahlen? Bei Durchschnitts-Pensionen von 2600€. DAS kann nicht funktionieren.

Mein lieber Herr Gesangsverein: Beamtenpensionen werden nicht durch die Rentenversicherung gespeißt, sondern durch allgemeine Steuermittel bedient.

@ Margitt.

Mir geht es nicht darum, dass dadurch mehr in die Rentenkassen gespült würde, wenn auch Beamte und Selbstständige einzahlen, denn Sie haben völlig Recht: Diese entnehmen dann den Rentenkassen natürlich auch ihre Renten, sodass im Endeffekt nicht mehr übrigbleibt (aber auch nicht weniger). Sondern ich sehe das als ein Zeichen der Solidarität über alle Berufsgruppen hinweg.

Denn das sich Beamte und Selbstständige aus dieser Solidarität verabschieden dürfen, zersetzt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und treibt die verschiedenen Personengruppen zunehmend auf einen Kollisionskurs, bis es irgendwann heißt: Wir gegen die!

Sie sehen doch auch hier im Forum, wie groß der Frust bei den meisten ist, dass hier Beamte und Selbstständige einen Sonderstatus haben. Und er wächst zunehmend an.
Das Ergebnis dessen kann nun wirklich keiner wollen! Oder doch?

11:30 von Don_Panzo: Beamte und Rentenversicherung

Sie meinen, man solle die Beamten in die Rentenkassen einzahlen lassen.
Das hätte aber für den Staat als Arbeitgeber finanzielle Nachteile.
Derzeit bekommen die Beamten im Alter eine Pension. Der Staat als Arbeitgeber muss also erst, wenn der Beamte in Ruhestand geht, etwas dafür leisten.

Würde man dieses System abschaffen u. die Beamten zu Angestellten machen, müsste der Staat als Arbeitgeber schon ab Beginn der Anstellung in Form der Arbeitgeber-Beiträge Gelder einzahlen in die Rentenkassen.
Jetzt stellen Sie mal vor, wie hoch diese Zahlungen von Arbeitgeber-Beiträgen für 2 Mio Beamte sind, die der Staat bisher nicht hat leisten müssen!
Das führt zu Summen, die erst mal beschafft werden müssen, d. h. Verschuldung des Staates in enormer Höhe, monatlich wohl mehr als 1 Milliarde Euro bei 2 Mio Beamten.

Die Arbeitgeber-Anteile bei der gesetzlichen Krankenversicherung würden sogar die Summe der bisherigen Beihilfen im Krankheitsfall weit übersteigen, so dass der Staat hier drauflegt.

11:57 von frosthorn

Danke für Ihren Beitrag in dem ich mich, bis auf die Beitragsbemessungsgrenze ;( wiedererkenne.

... sind wir schon zwei von hoffentlich vielen :)

Von wegen Kammerenten ,Anwälte ,Architekten etc beamte

Die Alterspyramide trifft alle...
Höchst egalitaer, aber i.d.R werden o.g. Böse die jetzt für die übliche Neid und Spaltungsdebatte herhalten müssen:
im Median älter d.h. es ist noch länger zu zahlen...
Dann kommt noch das 0 und - Zinsniveau (bei den privaten nicht umlagefinanzierten Kamerrenten) dazu...
Das führt dazu dass die Renten dort SINKEN und zwar seit über 10Jahren.
Ganz im Gegensatz zur ges. rente
Alle in die g. Rente ist also eine Milchmädchenrechnung.

Im Gegenteil wäre es richtig:
1. Grundgesetzänderung, die Rentenkassen sind zu 100% vor dem Zugriff der Politik zu schützen, das sollte auch im StGB verankert werden.
Weil das was in den letzten 10Jahren so schön aber auch falsch a.W. der Partei des Herrn Ministers gemacht wurde, hat zu den jetzt im Gutachten gefoderten Massnahmen geführt!!
Im Übrigen ist die Planung der Studie und des Gutachten perfide genau zum Wahlkampf von o.g. genannten terminiert worden um ein Neidthema zum Wahlkampf zu haben....
Mehr Ideen: Fehlanzeige

Arbeiten bis 68?

Warum wundert sich eigentlich noch irgendjemand, dass so viele studieren um an einen Drehstuhljob zu kommen?

um 11:14 von hessin65: Beamtepensionen werden voll versteuert

Die Pensionen von Beamten liegen deshalb höher, weil die Beamten diese voll versteuern müssen. Nach Abzug der Steuern sind sie in etwa mit den Renten vergleichbarer Rentner der Höhe nach vergleichbar.

11:12 von Kurt Meier: >>Damit

11:12 von Kurt Meier: >>Damit das Rentensystem funktioniert, müssen alle (!) einbezahlen, auch die Selbstständigen, die Beamten, die Ärzte, die Juristen, ...<<

Zitat: Das sehe ich auch so! Doch dieses heiße Eisen wird partout nicht angefasst! Will Heil und Co. es sich nicht mit ihrer Klientel anlegen....

Was bringt Sie zu der Annahme, dass Ärzte und Juristen nicht in die Rentenkasse einzahlen?

Die Rentenversicherungspflicht hängt doch nicht von der Beufsausbildung ab.

Rentenbeiträge nachzahlen

Man könnte doch, wie es bereits in den 70er (oder war es Anfang der 80er?) Jahre mal für Hausfrauen(?) möglich war, den Selbstständigen ein Angebot machen, Rentenbeiträge nachträglich einzuzahlen. Damit füllt erstmal ein hoher Betrag die Rentenkassen auf.

Hubertus Heil liegt falsch

Wenn Herr Heil glaubt, ein marodes System durch aufblähen zu retten liegt er falsch. Das Problem des deutschen Rentensystems ist doch nicht, dass heute zu wenig einzahlen, sondern, dass es morgen zu viele Rentner geben wird. Der "Generationenvertrag" auf dem das System beruht setzt voraus, dass die nachfolgende Generation in der Lage ist, die (Groß-) elterngeneration zu versorgen. Aktuell wird nicht für die Rente der jetzt Beitragspflichtigen gespart, sondern die Rentner werden von den aktuellen Beitragszahlern finanziert. Wenn etwas übrig bleibt, wird vlt. etwas gespart. oder wandert in andere Töpfe.
Die Vorschläge von Heil gehen am Thema vorbei. Wenn er verlangt, dass Selbstständige in die marode Rentenkasse einzahlt, ist das bestenfalls populistisch. Es löst das Kernproblem aber nicht. So lügt Herr Heil sich und dem Volk in die Tasche. Es muss ein neues und zwar vermögenschaffendes Konzept her. Dazu gibt es v.a. in Skandinavien tolle Vorbilder.

@ Pax Domino

"Und nicht aufgepasst : Von der Pension muss der Beamte noch die privaten Krankenversicherungsbeiträge bezahlen. Warum ???? Die gesetzlichen Krankenversicherungen nehmen auch Beamte auf. Dann geht aber nix mehr mit Privat Patient , Chefarzt , Einzelzimmer etc...……….. !"

Das ist völlig unbegründete Panikmache. Die privaten Versicherer werden dann selbstverständlich Zusatzversicherungen anbieten, die dann diese Personengruppe selbstverständlich weiterhin in Anspruch nehmen können.

Das funktioniert z.B. bei der Zahnzusatzversicherung exakt so. Die gesetzliche Versicherung deckt nur die Basiskosten einer Zahnbehandlung ab, wer aber "Luxus" haben will, der kauft sich dann eine Zahnzusatzversicherung noch zusätzlich dazu!

Warum soll dieses Prinzip übertragen, nicht auch bei Beamten und Selbstständigen funktionieren? Was ist denn der intrinsische Grund, warum diese Gruppen nicht auch in die Solidarität mit allen investieren sollen? Können Sie mir das mal erklären?

Rentenbeiträge für alle

Auch die Selbständigen, Beamten etc. Müssen in die Rentenkasse einzahlen - und das eingezahlte Geld muss auch für die Renten zur Verfügung stehen und das Renteneintrittsalter sollte EU-weit gleich sein. So viel wie jeder in die Rente eingezahlt hat, so viel steht ihm dann auch als Rentenzahlung zu.

Debatte über Rente ab 68

"Gewinne sind vorenthaltene Löhne".
Diese Aussage ist erst mal Quatsch. Sind Sie ein überständiger Anhänger der verstaubten Mehrwerttheorie von Marx ?

um 12:28 von Pax Domino: Pension

Der Beamte zahlt nicht nur Krankenversicherungsbeiträge sondern muss auch die Pension voll versteuern.
Wenn er eine Chefarztbehandlung will, muss er zusätzlich mtl. noch einen Betrag extra bezahlen. Sonst hat er diesen "Vorteil" nicht - ist eh fraglich, ob der Chefarzt immer der beste Arzt ist.
Einzelzimmer bekommt ein Beamter natürlich auch nicht. Wenn es noch Kliniken gibt, die Einzelzimmer haben sollten, muss auch der Beamte den Zuschlag dafür selbst bezahlen.

Im übrigen ist das Beamtensystem, so wie es derzeit ist, für den Staat die kostengünstigste Lösung.
Würde ein Beamter in die Rentenkasse einzahlen, dann müsste der Staat für rd. 2 Mio Beamte monatliche Arbeitgeberbeiträge bezahlen, die er bisher nicht zahlt, weil der Beamte erst mit 65 die Pension erhält. Das sind vorgezogene Kosten, die erst finanziert werden müssten.
Bei der Beihilfe im Krankheitsfall ist es sogar so, dass die Summe aller Beihilfen deutlich niedrige ist, als es die Arbeitgeberanteile für die ges. KV wären.

09. Juni 2021 um 12:16 von naiver Positivdenker

Für jeden Arbeitsplatz, der durch eine "Maschine" wegfällt, zahlt das Unternehmen als Ausgleich dafür in das Rentensystem.

Das ist schwierig zu ermitteln (und ein wenig Entwicklungsfeindlich).
Wie setzt man den Index einer Arbeitskraft?
Wie oft und wie wird dieser an die aktuelle Zeit angepasst?
Soll das rückwirkend auch passieren? Wenn ja, wie weit?

Dann sollte man auch Konsequenzen beachten. Wie zum Beispiel Landwirtschaft, deren Produktionsquantität durch Maschinen um ein x-faches gesteigert wurden. Die Kosten sieht man gleich direkt beim Lebensmitteleinkauf.

Die Lösung klingt erstmal einfach, aber bei genauerer Betrachtung ist sie echt problematisch was andere Aspekte unserer aktuellen Gesellschaftsaufstellung betrifft.

@ No Limits

"Solange die Bezugsvoraussetzungen der staatlichen Rente abhängig von der Dauer der Einzahlung und nicht vom eingezahlten Betrag abhängig ist [...]"

Darüber kann man gerne sprechen. Man kann sogar beides miteinander verknüpfen:

1. Wer viel und lange einzahlt, bekommt auch sehr viel.
2. Wer viel aber nicht so lange einzahlt bekommt viel.
3. Wer nicht viel aber lange einzahlt, bekommt ebenfalls viel.
4. Wer nicht viel und nicht lange einzahlt, bekommt nicht viel.

Die Politik ist ja kein Monolith an sich und kann sich hier mit Neuregelungen befassen und sogar gesetzliche Grundlagen schaffen. Aber dazu müsste man der Politik eine Chance geben!

Mit der CDU und CSU sowie der FDP und AfD ist das jedenfalls nicht zu machen ("Besitzstandwahrung"). Mit der SPD, den Grünen und auch den Linken dagegen schon eher. Also sollte man entsprechend wählen, wenn man hier eine Veränderung wünscht!

Aber wenn wir immer das "Weiter so!" wählen, hat die Politik keine Chancen hieran etwas zu ändern...

Rente ab 68 - Arbeit bis zum Tod

Zitat aus Tagesschau.de, Bericht vom 07.05.2021 (Jeder Fünfte stirbt vor 69. Lebensjahr): ... Doch laut aktuellen Daten erreicht ein wachsender Bevölkerungsanteil dieses Alter nicht.So hatten 2019 demnach 17 Prozent aller Verstorbenen das 67. Lebensjahr nicht erreicht, 14,4 Prozent erlebten sogar ihr 65. Jahr nicht mehr.

Die Aussage Marcel Fratzscher's, finde ich daher als Schlag ins Gesicht jeden Beitragszahlers und Wegbereitung für moderne Sklaverei (Arbeit bis zum Tod) und Rentenkürzungen. Jeder Politiker der auf diesen Zug springen sollte, handelt in meinen Augen asozial der Gesellschaft gegenüber. Heil's Vorschlag liegt ebenso daneben. Wenn mehr einzahlen, rechnet es sich doch auch nur, wenn diese vorher "abnippeln", da diese sonst auch irgendwann berechtigt sind.

Daher sollte besser nach Alternativen der Finanzierung gesucht werden.

Umso mehr einzahlen

Da fallen mir dann neben den Selbstständigen, die eh schon ein hohes unternehmerisches Risiko tragen (und häufig freiwillig einzahlen) aber auch Beamte ein - allen voran die Spitzenbeamten und Politiker mit 6 stelligen Gehältern die kaum Abzüge haben UND zudem noch beträchtliche Pensionen einstreichen. Das würde ich unter Solidaritätsprinzio verstehen. Da könnte Herr Heil ja mit gutem Beispiel voran gehen und freiwillig in die Rentenkasse zahlen!!!!!

Heißes Eisen

"Das steht im Koalitionsvertrag", das fällt aber Herrn Heil wirklich zeitig ein.

Ich würde definitiv nicht als

Ich würde definitiv nicht als Selbstständiger einem öffentlichen Rentensystem vertrauen.
Ich hatte immer eine Lebensversicherung privater Anbieter und bin damit ganz gut gefahren.
Ich für meinen Teil vertraue keiner öffentlichen Einrichtung weil die Erfahrung zeigt daß öffentliche Einrichtungen noch nie zum Nutz des Kunden waren.
Das Rentensystem ist doch von vorne bis hinten ausgebeutet worden sodaß es jetzt an Leistung fehlt und die Leute unmöglich lange arbeiten müssen um nicht zu hohe Anzüge zu haben. Es wurden Kurkrankenhäuser gebaut und Kuren waren nicht Sache der Krankenversicherung sondern der Rentenversicherung.
Ich weiß nicht warum das so war aber es wurde unglaublich viel Geld ohne Not vernichtet.
In ein solches System möchte ich nicht herein müssen.

12:33 von Drehandasding: Beamte

Würde der Staat Beamte einbeziehen, würde er drauflegen.
Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen von Experten.
Er müsste monatlich Arbeitgeberanteile für die Rentenversicherung bezahlen noch bevor der Beamte im Ruhestand ist. Bleibt der Beamte aber Beamter, muss der Staat erst zahlen, wenn dieser 65 ist.
Bei 2 Mio Beamten wären die Arbeitgeberanteile ein extrem "hoher Brocken", der die Staatsverschuldung erhöhen würde.
Bei den Beihilfen im Krankheitsfall ist es sogar so, dass diese deutlich unter der Summe der fiktiven Arbeitgeber-Anteile in die gesetztliche Krankenversicherung liegen sollen. Hier würde der Staat also ganz eindeutig drauflegen.
Fazit: Der Staat weiß, weshalb er am Beamtensystem nichts ändert.

Wir sind doch ein reiches Land

Zitat: "Berater der Bundesregierung halten es für notwendig, das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre anzuheben. Andernfalls steuere die Rente schon bald auf einen "Finanzierungsschock" zu."

Wir sind doch ein reiches Land.

Es reicht zumindest um über TARGET2, Corona-Bonds, ESM etc. die Schulden von halb Europa zu übernehmen und das obwohl das deutsche Medianhaushaltsvermögen mit am niedrigsten in der EU ist.

Dann muss man eben länger arbeiten.

12:30 von Herr Gesangsverein

«… "asozialen Oberhammer". Wenn das schon ein asozialer Oberhammer ist, was ist dann bitteschön die Tatsache, dass sämtliche Beamtenpensionen mitfinanziert werden müssen, ohne das die Beamten wiederum auch nur einen Cent einzahlen? Bei Durchschnitts-Pensionen von 2600€. DAS kann nicht funktionieren.»

Die Pensionen der Beamten werden nicht aus den Einnahmen der GRV bezahlt. That's a separate world aus Steuermitteln des Bundes. Bei Landesbeamten dann aus den Steuergeldern der Bundesländer.

Würden sie aber doch aus der GRV bezahlt werden.
Dauerte es keine 3 Monate, und die GRV wäre kollabiert.

@fathaland slim, 12:33 (10:53, Der freundliche...)

"Ein Nullsummenspiel. So ändert man an dem Problem gar nichts"

"Nullsummenspiel" ist allerdings die richtige Bezeichnung. Denn egal wer wo wieviel "einzahlt", an den verfügbaren Ressourcen ändert das nichts.

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