Kommentare - Nach Festnahme in Minsk: Keine Spur von Protasewitsch

24. Mai 2021 - 13:20 Uhr

Der Blogger Protasewitsch prägte die Proteste gegen den belarusischen Präsidenten Lukaschenko entscheidend mit. Gestern wurde er nach einer erzwungenen Flugzeuglandung festgenommen. Wo er hingebracht wurde, ist unklar. Von Karla Engelhard.

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Zuerst einmal : so ein

Zuerst einmal : so ein Verhalten geht gar nicht. Die Flugzeug Crew konnte nicht verifizieren, ob an der Bombendrohung etwas dran ist und musste sich für die Sicherheit der Passagiere entscheiden.
Das der Kritiker Protasewitsch festgenommen und verschleppt wurde ist das nächste No Go ! Und selbstverständlich sollte es auf die Ungerechtigkeiten angemessene Reaktionen der restlichen Welt geben.

Dann zu dem Vorfall von 2013 :
Auch das war nicht richtig ! Aber:
die Maschine hatte " nur " Überflugverbot" und hätte durchaus über Umwegen weiterfliegen können - im Gegensatz zu der Ryan Air Maschine gestern ( Sicherheit der Passagiere s.o. )! Da wurde außerdem niemand aus dem Flugzeug gezerrt und verschleppt. Der Präsident wurde adäquat behandelt und untergebracht.
Quelle:
"https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/evo-morales-in-wien-unfreiw…"

Es lässt sich also " so ohne weiteres " überhaupt nicht vergleichen !

@Nachfragerin 13:00

"Was Sie als Widerspruch geplant haben, bestätigt meine Aussage: Die Entscheidung liegt letztendlich bei den Fluggesellschaften."

Nur pro forma, de facto nicht.

"Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass diese "offiziellen EU-Stellen" einen außerhalb der EU liegenden Luftraum defacto sperren?"

Aktuell könnte diese Wahrscheinlichkeit sogar recht groß sein, da es sich dabei um ein aus EU-Sicht einfach zu installierendes, sehr gut begründbares und nicht zu teures Sanktionsmittel handeln dürfte.

"Ich glaube nicht, dass eine unplanmäßige Zwischenlandung bei den Fluggesellschaften ein großes Umdenken lostritt."

Die Fluggesellschaften müssen da überhaupt nicht nachdenken. Nachdenken muss lediglich die EU. Inwieweit nationale Luftaufsichtsbehörden nachdenken können, weiß ich nicht.

Falls die EU sich dafür entscheiden sollte, den belarusischen Luftraum als unsicher zu erklären, werden die Fluggesellschaften ganz automatisch drumherum fliegen. Da gibt es nichts nachzudenken.

Hoffentlich...

... Fliegt demnächst gar keine Passagiemaschine mehr im Luftraum von Belarus rum.

Dann passiert ein solcher Vorfall auch nicht so einfach.

Man.

Soll den Luftraum über Belarus nicht mehr überfliegen. Ebenso soll die Landerechte aller belarussiche Fluggesellschaften entzogen werden. Es soll nachgedacht werden die diplomatischen Beziehungen zu beenden. Mit solchen Schurkenstaaten kann man nicht reden. Auch das Einfrieren der Konten ist überlegenswert.

@fathaland slim - Es geht doch!

13:13 von fathaland slim:
"Im einen Fall handelte es sich um einen Linienflug, im anderen um das Flugzeug eines Staatspräsidenten."

Nun haben Sie die beiden "absolut nicht vergleichbaren" Fälle doch miteinander verglichen und den wesentlichsten Unterschied erkannt. Mir scheint, dass sich dieser Unterschied nicht in den Reaktionen widerspiegelt.

Leider weiß ich auch nicht, welche Strafen bei solchen Verstößen gegen internationales Recht möglich sind. Falls es entsprechende Möglichkeiten gibt, sollten diese natürlich ausgekostet werden.

Eckart Aretz’ Kommentar ist

Eckart Aretz’ Kommentar ist nichts hinzuzufügen. Es helfen nur wirksame Sanktionen, wie z.B. Abschneiden vom internationalen Zahlungsverkehr.

@ ich1961

Wegen der Überflugverbote anderer EU-Staaten musste Präsident Morales' Maschine aus Reichweitegründen in Wien zwischenlanden. Die Durchsuchung einer Diplomatenmaschine war unzulässig nach internationalem Recht. Es konnte auch gar niemand aus dem Flugzeug gezerrt und verschleppt werden, weil der Gesuchte nicht drin war.

Meinungsfreiheit verteidigen

Protasewitsch soll Hass und Hetze im Internet gemacht haben. Die Regierung wirft ihm Volksverhetzung vor. Seine Endgeräte wurden beschlagnahmt. Ihm drohen lange Gefängnisstrafen.

Protasewitsch hat in Wirklichkeit freie Meinungsäußerung gemacht. Er kritisiert die Herrschenden. Herrschaftskritik ist demokratisch. Opposition darf nicht verächtlich gemacht werden.

Alle Oppositionellen sollten weltweit gleiche Rechte besitzen. Zensur und Repression darf eine bunte Meinungsvielfalt nicht in einen grauen Einheitsbrei verwandeln. Demokratie braucht diverse Meinungsvielfalt.

Luftraum sperren,sämtliche

Luftraum sperren,sämtliche Flüge aus/ nach Belarus kommend abweisen bis Protasewitsch in seinem ursprünglichen Flugziel wohlbehalten ankommt.Das grenzt ja schon an Luftpiraterie!!

Russisches Dilemma

Das beredte Schweigen des Kreml zu diesem unsäglichen Operettengeneral zeigt das ganze Dilemma der russischen Politikorientierung.

Einerseits brüstet man sich jedesmal stolz damit, eine demokratische Revolution - in russischem Narrativ eine „Machtübernahme des Wertewestens“, auch „regime change“ genannt - dank seiner „geostrategischen Macht“ verhindert zu haben.
Andererseits möchte man sich als moderner Staat präsentieren. Und da passen die hinterwäldlerischen Stellvertreterregime so überhaupt nicht ins Bild.

Keine Raffinesse, keine Intelligenz, keine Perspektiven außer einem eigenen Pfauenpalast.

Kurz: die russischen „geopolitischen“ Erfolge entpuppen sich als peinliche Gesellschaft, mit der man international einfach keinen „Staat“ machen kann.

Was man aber unbedingt bräuchte. Um aller Welt zu zeigen, dass es nicht einer „dekadenten“ Demokratie bedarf, um als ein „Leuchtturm“ in der globalisierten Welt dazustehen.

@teachers voice- Der Typ in Minsk heißt Lukaschenko, nicht Putin

12:54 von teachers voice:
"Es ist ja richtig, dass Putin weder mit Assad noch mit Lukaschenko ,kann'. Darum geht es aber nicht: Sie dienen als Stellvertreter im Kampf gegen demokratische Öffnungen in diesen Staaten. Und für seine Stellvertreter muss man nun einmal die Verantwortung übernehmen. Wer sonst?"

Es ist immer derjenige verantwortlich, der die Tat begangen oder angeordnet hat. Wenn Weißrussland gegen internationales Recht verstößt, um einen Regierungskritiker zu entführen, dann hat das genauso wenig mit Putin zu tun, wie der geopolitische Interessenkonflikt zwischen Russland und den USA mit Demokratie.

Hoffentlich...

Hoffentlich reagiert die schwerfällige EU Gemeinschaft einmal richtig, ohne langwierige Diskussionen in den Parlamenten. Eine ernst zu nehmende europäische Streitmacht die auch alle Optionen von Kampfhandlungen gewährleisten könnte wäre hier auch von großem Vorteil.

14:12, MSCHM1972

>>Man.
Soll den Luftraum über Belarus nicht mehr überfliegen. Ebenso soll die Landerechte aller belarussiche Fluggesellschaften entzogen werden.<<

Es gibt wohl nur eine:

https://de.wikipedia.org/wiki/Belavia_Belarusian_Airlines

>> Es soll nachgedacht werden die diplomatischen Beziehungen zu beenden.<<

So etwas ist immer der letzte Schritt vor einem Krieg und führt meist auch genau da hin.

>>Mit solchen Schurkenstaaten kann man nicht reden.<<

Mit einem Staat kann man sowieso nicht reden, sondern nur mit Menschen. Und die heißen in Belarus nicht alle Lukaschenko.

>>Auch das Einfrieren der Konten ist überlegenswert.<<

Immer wieder gern gemacht.

Aus dem Untergang der Sowjetunion nichts gelernt.

Wie jämmerlich muss eine Regierung sein, dass sie so viel Angst vor einem 26 Jährigen Blogger hat?

Es ist zwar Teil der rückständig kontinentaleuropäischen Polit-Tradition Oppositionelle als "Terroristen" oder "Hassverbreiter" zu sehen, aber dass im 21 Jh. ein europäischer Staat so extrem rückständig-mittelalterlich agiert wie Belarus...

Der Untergang der Sowjetunion zeigt wohin eine solche Politik langfristig führt.

Hier ist die Staatengemeinschaft gefragt...

.. denn das Abfangen von Flugzeugen für eigennützige Zwecke geht gar nicht. Für die Fluggesellschaften geht die Sicherheit der Passagiere zunächst vor (und ihre Flugzeuge müssen auf Bombendrohungen reagieren). Aber es kann nicht sein, als Passagier über irgendeinem Land einfach "abgefangen" zu werden. Das grenzt an Menschen-Piraterie.

@nikioko Vorgänger

@nikioko Vorgänger Post
"Entschuldigung, dass ich ein wichtiges Detail nicht mitbekommen habe, aber wer wurde damals eigentlich verschleppt?"
Vieleicht hab ich ja was verpasst, aber auch diesmal wurde niemand verschleppt sonder verhaftet. Einen gewaltigen Unterschied gibt es allerdings in den beiden Fällen. Der Belarussische Geheimdienst scheint besser gearbeitet zu haben als der damalige. Immerhin war der Gesuchte wenigstens an Bord.

Ein paar Begrifflichkeiten..

..."man" kann den Luftraum eines anderes Staates nicht "sperren", das obliegt einzig und allein dem entsprechendem Staat.

Natürlich kann jede Fluggesellschaft für sich aber entscheiden, ob sie den Luftraum eines bestimmten Landes durchfliegt oder nicht.

Bei grenznahen Flughäfen kann es da allerdings manchmal Probleme geben, nämlich dann, wenn die An- / Abflugrouten ( aus verfahrenstechnischen Gründen ) durch das Nachbarland führen.
Wenn ich mich recht entsinne ( bin 2008 und 2010 dort an-/abgeflogen), hat Vilnius die 09/27, also dürfte da EIGENTLICH nix über BelaRus gehen...

Ach ja, "die litauische Luftwaffe" hätte übrigens nichts ausrichten können : Die haben schlichtweg keine, die flugfähige Jets hat.
Das ist ja der Grund, warum "wir" ( NATO ) seit ewigen Zeiten die QRA in den baltischen Staaten stellen. Früher in Litauen ( Shiaulai ), jetzt in Estland ( Aemari ):

Bis die Jäger von Aemari aus auch nur in der Nähe des Jets gewesen wären, war der schon unten.

um 14:12 von MSCHM1972

,,Man.
Soll den Luftraum über Belarus nicht mehr überfliegen. Ebenso soll die Landerechte aller belarussiche Fluggesellschaften entzogen werden. Es soll nachgedacht werden die diplomatischen Beziehungen zu beenden. Mit solchen Schurkenstaaten kann man nicht reden. Auch das Einfrieren der Konten ist überlegenswert."

Mit Staaten zu reden ist nicht so einfach, obwohl Millionen belarussischer Staatsbürger alles tun, um mit den Bürgern in vielen die Menschenrechte und das Leben respektierenden Staaten im Gespräch und in Kontakt zu bleiben. Die wollen Sie jetzt im Stich lassen, nachdem sie seit Monaten die Knochen für die Absetzung von Herrn Lügaschenko hingehalten haben mit Geduld, Mut und Phantasie?

Mit Schurken zu reden ist allerdings wirklich sinnlos. Schurkereien passieren in der Regel aber nur, wenn man nur zuschaut.

13:45 ich 1961

"dann zu Vorfall 2013....."
das war auch nicht richtig die Maschine hatte nur Überflugverbot..
Nein das läßt sich nicht vergleichen das war ein diplomatischer Affront erster Güte der seiensgleichen sucht und hat es bis dato noch nie gegeben.
Die Präsidentenmaschine hatte die Erlaubnis zum Überflug und es war alles korrekt angemeldet und freigegeben. (Nicht auszudenken ein Staat würde, obwohl alles geklärt ist einschließlich der Freigabe, beim Überflug plötzlich der US Präsidentenmaschine die Überflugsrechte verweigern und zur Landung zwingen aus fadenscheinigen Gründen aber hallo).

Der Kritiker Protasewitsch wurde festgenommen und verschleppt das ist das nächste no go.
Na was glauben sie wie es dem Kritiker ergangen wäre wegen dessen die Präsidentenmaschine zur Landung gezwungen wurde, wäre er denn in der Präsidentemaschine gewesen.

Na, ich will doch hoffen...

Na, ich will doch hoffen, dass er zurück ins Flugzeug gesetzt wurde und sicher in Vilnius gelandet ist. Alles andere wäre nämlich schwerer Menschenraub in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Luftverkehr sowie Piraterie. Also Verbrechen, auf die lange Haftstrafen für die Verantwortlichen stehen. Von den politischen Konsequenzen mal ganz zu schweigen.
Aber zum Glück war die Notlandung ja wegen einer Bombendrohung, die glücklicherweise entkräftet wurde, so dass alle Passagiere, die in Athen an Bord gestiegen sind, ihre Reise fortsetzen konnten, oder?

14:21, rudibee

>>@ ich1961
Wegen der Überflugverbote anderer EU-Staaten musste Präsident Morales' Maschine aus Reichweitegründen in Wien zwischenlanden.<<

Zurück nach Moskau wäre die Maschine aber gekommen.

>>Die Durchsuchung einer Diplomatenmaschine war unzulässig nach internationalem Recht.<<

Weswegen ja auch immer wieder betont wurde, daß Morales eingewilligt hätte.

>>Es konnte auch gar niemand aus dem Flugzeug gezerrt und verschleppt werden, weil der Gesuchte nicht drin war.<<

Und wäre er drin gewesen, dann hätte man ihn trotzdem nicht mal eben verhaften können. Rechtlich gesehen war das Flugzeug wohl bolivianisches Hoheitsgebiet.

@ich1961 - Entführung

13:45 von ich1961:
"die Maschine hatte ' nur ' Überflugverbot' und hätte durchaus über Umwegen weiterfliegen können [...]"
> Der bereits genehmigte Überflug und mögliche Ausweichrouten wurde spontan verboten, als die Maschine bereits in der Nähe war. Die Zwischenlandung war nicht freiwillig, sondern wurde mit den dafür nötigen Mitteln erzwungen.

"Da wurde außerdem niemand aus dem Flugzeug gezerrt und verschleppt."
> Stimmt. Der Entführungsversuch scheiterte, weil der Gesuchte nicht in der Maschine war.

"Es lässt sich also ' so ohne weiteres ' überhaupt nicht vergleichen !"
> Sie haben es gerade verglichen.

Wir haben es mit zwei Entführungsversuchen zu tun. Der eine scheiterte und richtete erhebliche diplomatische Schäden an. Der andere war erfolgreich.

Scheinheilig

Ich will nur mal daran erinnern, dass 2013 das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Morales in Wien zur Landung gezwungen wurde, weil der Verdacht bestand, Edward Snowden soll sich im Flugzeug befinden. Finde die internationale Reaktion auf den Vorfall in Belarus daher leicht überzogen, wenn man bedenkt, dass es damals scheinbar legitim war, Morales Flugzeug zu durchsuchen, um Snowden zu verhaften, wäre er denn an Bord gewesen!

Sanktionen sind unabdingbar!

1. Sämtliche Flüge von Fluggesellschaften aus der EU durch belarusischen Luftraum sind ab sofort zu einzustellen und entsprechend umzuleiten.

2. Sämtliche Flüge belarusischer Flugzeuge in oder durch den Luftraum der EU sind ab sofort zu unterbinden.

3. Sämtliche wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen sämtlicher EU-Staaten zu Belarus sind ab sofort einzustellen, Guthaben einzufrieren, Einreisesperren gegen die gesamte politische Führung von Belarus zu verhängen.

4. Gegen sämtliche Verantwortlichen für die terroristische Flugzeugkaperung sind internationale Haftbefehle zu erwirken. Dies erstreckt sich auch auf die politische Führung von Belarus, die für diesen Akt des Terrorismus verantwortlich ist.

@Werdaswissenwill (14:29)

Luftraum sperren,sämtliche Flüge aus/ nach Belarus kommend abweisen bis Protasewitsch in seinem ursprünglichen Flugziel wohlbehalten ankommt.Das grenzt ja schon an Luftpiraterie!!
___

Das grenzt nicht an Luftpiraterie, das IST Luftpiraterie.

@Nachfragerin 14:31

"Es ist immer derjenige verantwortlich, der die Tat begangen oder angeordnet hat. Wenn Weißrussland gegen internationales Recht verstößt, um einen Regierungskritiker zu entführen, dann hat das genauso wenig mit Putin zu tun, wie der geopolitische Interessenkonflikt zwischen Russland und den USA mit Demokratie."

Also, ich finde, dass teachers voice eigentlich sehr schön erklärt hat, warum Sie unrecht haben.
Wenn der Chef alle wichtigen Handlungen absegnet, ist er eben genauso verantwortlich wie der Stellvertreter, der die Tat ausgeführt hat.

Wenn Belarus einen Flug entführt, um einen Regimekritiker zu entführen, dann hat das in diesem konkreten Fall sehr wohl mit Putin zu tun, weil Lukaschenko eben ein Herrscher von Putins Gnaden ist.

Was Sie hoffentlich nicht abstreiten wollen.

14:21 von rudibee

Es konnte auch gar niemand aus dem Flugzeug gezerrt und verschleppt werden, weil der Gesuchte nicht drin war.
.
und wäre er drin gewesen ??
ich weiß Mutmaßungen

@MSCHM1972 um 14:12 Uhr

"... Luftraum über Belarus nicht mehr überfliegen ... Landerechte aller belarussiche Fluggesellschaften entzogen werden ... diplomatischen Beziehungen zu beenden ... nicht reden ... Einfrieren der Konten"

Alles Punkte, die zwar "überlegenswert" sind, jedoch nur Staaten und Gesellschaften, die ausserhalb und unabhängig von Belarus aggieren können, etwas nützen. Schaden würde all das eher der Opposition und dem ganzen belorussischen Volk selber, nicht nur den wenigen regime-treuen (korrupten, unmoralischen) Personen dort.

@Nachfragerin (14:31)

Es ist immer derjenige verantwortlich, der die Tat begangen oder angeordnet hat. Wenn Weißrussland gegen internationales Recht verstößt, um einen Regierungskritiker zu entführen, dann hat das genauso wenig mit Putin zu tun, wie der geopolitische Interessenkonflikt zwischen Russland und den USA mit Demokratie.
____

Glauben Sie allen Ernstes, dass Putin Lukaschenko zu solchen Maßen nicht zumindest ermutigt und ihm Rückendeckung zugesichert hat, falls es zu Sanktionsmaßnahmen seitens des Westens kommt? Eine solche Annahme wäre äußerst naiv. Putin weiß exakt wie weit er gehen kann und führt den Westen vor. Siehe Annexion der Krim oder Krieg im Donbass. Da behauptet er auch frech, nichts damit zu tun zu haben und zeigt auch überdeutlich, wie egal es ihm ist, dass ihm keiner diese dreiste Lüge glaubt. Er hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, sich eine plausible Erklärung auszudenken. Und Lukaschenko folgt diesem Vorbild.

@Sinnprüfer 14:45

"Aber es kann nicht sein, als Passagier über irgendeinem Land einfach "abgefangen" zu werden. Das grenzt an Menschen-Piraterie."

Das grenzt nicht nur, das IST Menschen-Piraterie.

U.a. deshalb die große Aufregung.

@Rudibee 14:21

"Die Durchsuchung einer Diplomatenmaschine war unzulässig nach internationalem Recht."

Weshalb diese Durchsuchung in Absprache mit Herrn Morales geschehen ist und also nicht unzulässig war.
Ich gehe davon aus, dass diese Durchsuchung im Fall einer Weigerung von Herrn Morales auch nicht stattgefunden hätte.

re 14:31 Nachfragerin: Typen

>>@teachers voice- Der Typ in Minsk heißt Lukaschenko, nicht Putin<<

Sind Sie sicher? Ohne den „Typ“ Putin gäbe es doch diesen „Typ“ Lukaschenko - politisch gesehen - gar nicht mehr.

Und das sollte sich nicht auf die Verantwortlichkeit für den andauernden Irrsinns dieses Operettengenerals auswirken?

@DrBeyer - Sie überschätzen die Möglichkeiten der EU, oder?

13:53 von DrBeyer:
"Aktuell könnte diese Wahrscheinlichkeit sogar recht groß sein, da es sich dabei um ein aus EU-Sicht einfach zu installierendes, sehr gut begründbares und nicht zu teures Sanktionsmittel handeln dürfte."
> Sie wissen scheinbar gar nicht, ob es diese Möglichkeit überhaupt gibt.

"Falls die EU sich dafür entscheiden sollte, den belarusischen Luftraum als unsicher zu erklären, werden die Fluggesellschaften ganz automatisch drumherum fliegen."
> Über den weißrussischen Luftraum entscheidet nicht die EU, sondern Weißrussland. Nur dieses kann ihn sperren. Und auch wenn irgendwelche EU-Stellen irgendwelche Empfehlungen für fremden Luftraum herausgeben, werden internationale Airlines selbst entscheiden, ob sie diesen Empfehlungen nachkommen.

@13:45 von ich1961

>> Da [2013] wurde außerdem niemand aus
>> dem Flugzeug gezerrt und verschleppt

Ähh, ABER auch nur, weil der Gesuchte nicht an Bord war? oO

Belarus !

Herr Protasewitsch wird sicher in irgend einem Gefängnis jetzt verhört, wie auch seine Freundin, und dies bestimmt nicht auf die freundliche Art.
Ich will ihm nichts unterstellen, nur denke ich, hätte er ein Stück vorsichtiger sein sollen, und lieber gleich über Umwege zurück fliegen müssen.
Der EU bleibt jetzt nur eine knallharte Reaktion übrig, sonst verliert sie jegliches Ansehen, und viel Rückhalt. Nur eine harte, echt treffende Reaktion, die auch ziemlich klar und deutlich macht, dass dies nie geduldet wird, könnte auf Dauer wirken.
Aber so recht daran glauben will ich nicht, weil zu oft wirtschaftliche Interessen immer wichtiger waren und sind, als betroffenen Menschen wirklich zu helfen und für sie ein zu treten.

@14:21 von rudibee

„Wegen der Überflugverbote anderer EU-Staaten musste Präsident Morales' Maschine aus Reichweitegründen in Wien zwischenlanden.“

Keineswegs: Der Flieger hätte problemlos nach Moskau zurückkehren können, hierfür war ausreichend Treibstoff an Bord. Man hatte nur die Überflugrechte entzogen - und das kann jeder Staat handhaben, wie er will.
Herr Morales hatte aber entschieden, in Wien zu landen. Und es war auch keine ‚Diplomatenmaschine‘: ein solcher Status setzt eine entsprechende Akkreditierung voraus - in diesem Fall durch Wien - die aber nicht erfolgt ist. War also alles rechtens und nicht einmal ungefähr vergleichbar mit dem hier diskutierten Fall.
Eine solche Vergleichbarkeit wird nur die ganze Zeit versucht herbeizureden von Personen, die das verbrecherische Verhalten eines schlimmen Diktators merkwürdigerweise entschuldigen wollen.

@heribix (14:48)

Vieleicht hab ich ja was verpasst, aber auch diesmal wurde niemand verschleppt sonder verhaftet. Einen gewaltigen Unterschied gibt es allerdings in den beiden Fällen. Der Belarussische Geheimdienst scheint besser gearbeitet zu haben als der damalige. Immerhin war der Gesuchte wenigstens an Bord.
____

Da haben Sie in der Tat etwas verpasst, denn die angebliche Verhaftung ist eine Verschleppung. Jemanden aus seinem Exil in ein Land zu entführen, in dem er politisch verfolgt wird, ist nämlich genau das. Selbst wenn an der Bombendrohung was dran gewesen wäre, ist der Verschleppte nicht in Weißrussland eingereist, sondern befand sich auf einem internationalen Flug im Transit. Und allein damit war die sogenannte "Verhaftung" bereits illegal. Und möglich wurde sie nur durch einen Akt der Piraterie. Die sogenannte "Notlandung" war übrigens ein Umweg zum regulären Flugziel, auf das man sich bereits im Landeanflug befand.

@14:23 von Initiative Neue...

Protasewitsch hat in Wirklichkeit freie Meinungsäußerung gemacht. Er kritisiert die Herrschenden. Herrschaftskritik ist demokratisch.

100% Zustimmung.

Viele europäische Staaten tun sich aber noch schwer damit. Erkennen nicht, dass Demokratie ohne
regierungskritische Opposition nicht funktionieren kann.
Oppositionelle werden als "Hasser und Hetzer" oder noch schlimmer, wie in Belarus, als "Terroristen" verfolgt.

In Realität ist dies natürlich Staatsterrorismus seitens des Diktators Lukaschenko.

15:01 von nikioko

Das grenzt nicht an Luftpiraterie, das IST Luftpiraterie.
.
der Eindruck drängt sich einem tatsächlich auf :-)

Ich habe Fragen

Bin mir sicher, daß es um den Blogger ging und ich finde das Vorgehen von BRUS absolut nicht ok.
Aber-wo ging die Bombendrohung ein,bei welchen Behörden?
Wurde sie auch direkt der Besatzung mitgeteilt?
Was wäre wenn der Pilot gesagt hätte, das er nicht in Minsk landet-von da aus ist es „nicht mehr weit „bis Vilnius.
Glaubt hier jemand das BRUS die Maschine abgeschossen hätte?
Also warum ist die Kiste da gelandet?

15:07 von nikioko

Putin weiß exakt wie weit er gehen kann und führt den Westen vor.
.
denke beim Thema vorführen ist Putin nicht alleine
wenn ich mich recht erinnere sprach der US Außenminister beim Gorbatschow
auch bei einer Wiedervereinigung, die Nato nicht nach Osten auszudehnen

@teachers voice - Es geht um einen weißrussischen Blogger.

14:30 von teachers voice:
"Das beredte Schweigen des Kreml zu diesem unsäglichen Operettengeneral zeigt das ganze Dilemma der russischen Politikorientierung."
> Da gibt es kein Dilemma. Russland wir einem Verbündeten nicht an den Karren fahren. Das ist alles.

"Keine Raffinesse, keine Intelligenz, keine Perspektiven außer einem eigenen Pfauenpalast."
> Überheblichkeit kann auch ein Zeichen von fehlender Intelligenz sein.

"Kurz: die russischen ,geopolitischen' Erfolge entpuppen sich als peinliche Gesellschaft, mit der man international einfach keinen ,Staat' machen kann."
> Weißrussland ist bereits ein Staat und so wie es derzeit aussieht, wird der noch eine Weile fortbestehen.

"Um aller Welt zu zeigen, dass es nicht einer ,dekadenten' Demokratie bedarf, um als ein ,Leuchtturm' in der globalisierten Welt dazustehen."
> Geht's noch um den Blogger oder sind Sie gedanklich schon nach China abgedriftet?

@teachers voice um 14:30 Uhr

"Das beredte Schweigen des Kreml zu diesem unsäglichen Operettengeneral zeigt das ganze Dilemma der russischen Politikorientierung.
. . . Was man aber unbedingt bräuchte [gute Geopolitik]. Um aller Welt zu zeigen, dass es nicht einer „dekadenten“ Demokratie bedarf, um als ein „Leuchtturm“ in der globalisierten Welt dazustehen."

Ich stimme zu, aber eine kleine Antwort zu diesem Russland-Dilemma... wollen ja nicht von Belarus abschweifen (?)
Solch edle globale Ziele - als Vorbild für zukunftsträchtige Geopolitik zu wirken - verfolgt Russland schon lange nicht mehr, nur kurz mittels des Ereignisses der Oktoberrevolution und Enstehung der Sowjetunion. Der sogleich folgende Stalinismus war dann schon wieder eher ein Vorbild, wie die Hölle auf Erden erbaut werden kann.... die heutigen Oligarchen und Machthaber Russlands unterscheiden sich in ihren engstirnigen und selbstgerechten Ansichten allerdings nicht von denen mit dekadenten westlichen Werten und der ständigen Regime-Change-Strategie

@14:56 von Nachfragerin

Die Zwischenlandung war nicht freiwillig, sondern wurde mit den dafür nötigen Mitteln erzwungen.

Falsch. Es war freiwillig. Der hätte auch nach Russland zurückkehren können. Keiner hätte ihn daran gehindert.

Völlig andere Situation als jetzt in Belarus.

@15:14 von saschamaus75

Ähh, ABER auch nur, weil der Gesuchte nicht an Bord war? oO

Nein, nicht nur. Wäre der Gesuchte an Bord gewesen, wäre man nach Russland zurückkehrt, statt in Wien zu landen.

Viele Menschen übersehen immer wieder diesen großen Unterschied:

Die Piloten hatten damals die Wahl. Die Piloten diesmal in Belarus nicht.

Tim_Mueller76 (10:25)

Doppelmoral
Ich finde dieses Vorgehen ebenfalls verwerflich und es sollte Konsequenzen haben. Allerdings finde ich diese Aufregung zeugt von einer ausgeprägten Doppelmoral: Wenn die USA einen Edward Snowden oder anderen Personen abfangen möchte, dann sind alle Mittel gerechtfertigt, nur andere Länder dürfen so nicht agieren. Das ist ähnlich wie die Aussage: "Abhören unter Freunden gehört sich nicht", aber selber besitzt man Anteile an einer Verschlüsselungsfirma um über Hintertüren andere Staaten abzuhören.

____

Wie kommen Sie denn auf den Unfug? Solche Mittel sind in keinem Fall gerechtfertigt, weder durch die USA noch durch Weißrussland. Es handelt sich um einen Akt der Piraterie und bei der Verschleppung einer unliebsamen Person um ein Verbrechen. Wo wie aber bei Whataboutismen sind: Bei der Verschleppung Eichmanns hielt sich das Mitleid für das Opfer zwar sehr in Grenzen, aber das war damals selbstverständlich auch nicht gerechtfertigt.

@14:54 von Nikioko

...mit Ironie und Verdrehung der Tatsachen sollten sie die Kaperung eines Linienflugzeugs und die Gefangennahme des Bloggers Potasewitsch nicht kommentieren...wenn internationale Verträge in der Luftfahrt mit fadenscheinigen Begründungen gebrochen werden, um mißliebige Passagiere zu kidnappen, dann sind die Konsequenzen verheerend...also keine Ablenkung und Relativierung mehr. Selbst die härtesten Sanktionen sind für diesen Diktatur noch zu milde...

15:13 von Nachfragerin

natürlich kann die EU nicht über den belarussischen Flugraum verfügen
aber ein kleiner Hinweis seitens von Brüssel,
dass man nen "kleinen Schwenker macht" den nicht benutzt , könnte vielleicht schon helfen !
letztlich verlieren die in Belarus Einnahmen, wenn sie die Flugzeuge "verlieren"

Am 24. Mai 2021 um 13:45 von ich1961

Das der Kritiker Protasewitsch festgenommen und verschleppt wurde ist das nächste No Go ! Und selbstverständlich sollte es auf die Ungerechtigkeiten angemessene Reaktionen der restlichen Welt geben.
die Maschine hatte " nur " Überflugverbot" und hätte durchaus über Umwegen weiterfliegen können - im Gegensatz zu der Ryan Air Maschine gestern ( Sicherheit der Passagiere s.o. )! Da wurde außerdem niemand aus dem Flugzeug gezerrt und verschleppt
__
Grundsätzlich ist das Verhalten natürlich mit nichts zu entschuldigen, dennoch ist m.M. eine kleine Differenzierung zu Ihrem Beitrag angebracht. Denn :
Wenn sich der Dissident NICHT an Bord befunden hätte, hätte man natürlich auch niemanden verschleppt ;)

Re : Vielfalt !

Ja dies war und ist eindeutig Staatsterrorismus. Leider ist aber auch fest zu stellen, dass da einige Behörden im Urlaubsland des Journalisten echt gepennt haben, wenn ihnen die Agenten nicht auffielen.
Und es ist auch zu sehen, dass Länder der EU auch so ihre ureigenen Vorstellungen von Demokratie haben, die mit einer wirklichen Demokratie nichts mehr gemein haben. Man denke nur an Ungarn und Polen, wo die Presse immer mehr gleich geschaltet wird, Richter abgesetzt und bei Kritik bestraft werden, um nur kleine Beispiele zu nennen. Und Ungarn nützt ja sehr gerne das Vetorecht, um die EU zu erpressen.
Solche Länder haben in einer demokratischen Gemeinschaft nichts verloren, wenn immer nur erpresst und gefordert wird.
Nun muss die EU echt gemeinsam einen Weg finden, sonst kann sie die ganze EU vergessen, dann wäre es nur noch ein Haufen von Papiertigern, über die alle lachen, vor allem die Diktatoren dieser Welt !

15:16 von Egleichhmalf

Überflugrechte entziehen
das kommt gelegentlich vor
auch bei der Frau Merkel als sie mit ihrem Regierungsflieger nach Indien unterwegs war
und die Iraner ihren Frust an ihr ausließen
sie ein paar Stunden kreisen ließen, bis der Flugraum/Überflug für sie freigegeben war

@saschamaus75 (15:14)

>> Da [2013] wurde außerdem niemand aus
>> dem Flugzeug gezerrt und verschleppt
Ähh, ABER auch nur, weil der Gesuchte nicht an Bord war? oO

____

Ist das für den aktuellen Fall wichtig? Ich denke nicht. Nur ein Whataboutism der Apologeten des Herrn Lukaschenko.

@DrBeyer - erzwungene Landung

15:12 von DrBeyer:
"Ich gehe davon aus, dass diese Durchsuchung im Fall einer Weigerung von Herrn Morales auch nicht stattgefunden hätte."

Sie gehen also davon aus, dass man eine Präsidentenmaschine zur Landung zwingt, um sie im Falle einer abgelehnten Durchsuchung einfach weiterfliegen zu lassen.

Der Gedanke ist so unschuldig, dass ich ihn einfach stehenlassen will. :)

@Nachfragerin 15:13

"@DrBeyer - Sie überschätzen die Möglichkeiten der EU, oder?"

Nein.

"13:53 von DrBeyer:
>>Aktuell könnte diese Wahrscheinlichkeit sogar recht groß sein, da es sich dabei um ein aus EU-Sicht einfach zu installierendes, sehr gut begründbares und nicht zu teures Sanktionsmittel handeln dürfte.<<

Sie wissen scheinbar gar nicht, ob es diese Möglichkeit überhaupt gibt."

Doch, seit dem russischen Abschuss des Flugzeuges über der Ukraine weiß ich das.

"Über den weißrussischen Luftraum entscheidet nicht die EU, sondern Weißrussland. Nur dieses kann ihn sperren."

Deshalb habe ich niemals von "Sperren" geredet.

"Und auch wenn irgendwelche EU-Stellen irgendwelche Empfehlungen für fremden Luftraum herausgeben, werden internationale Airlines selbst entscheiden, ob sie diesen Empfehlungen nachkommen."

Habe ich jetzt bereits 2x beantwortet. Wollen Sie es wirklich noch ein 3.x hören?
Nein, das werden diese Airlines nicht entscheiden.

Da vermuten besorgte

Da vermuten besorgte Verwaltungsbeamte - sicher durch gut unterrichtete Kreise aufmerksam geworden - eine Bombe in einem Flugzeug, das zufällig über den eigenen Luftraum fliegt.
So wird flugs zur Sicherheit der internationalen Fluggäste die Landung im sicheren Schoß der Hauptstadt unseres friedliebenden Staatswesens veranlasst.
Und Gott sei Dank bewahrheitete sich die Ahnung nicht und so konnten die besorgten Verwaltungsbeamte die Passagiere und Besatzungsmitglieder sogleich wieder weiterreisen lassen.
Die internationale Gemeinschaft dankt den besorgten Regierungsbeamten unserer friedliebenden und so besorgten Nation.
Als Lohn blieben zwei Personen gleich in dieser friedliebenden Nation, da es dort so schön war. Und weil es dort so schön ist, möchten sie nicht gestört oder gefunden werden.

Und einige Unverbesserliche hier im Forum wollen uns das auch noch als ihre Wahrheit verkaufen.

Warum schreibt Frau Engelhard

Warum schreibt Frau Engelhard von einer "erzwungenen Flugzeuglandung".
Sämtliche Gespräche der Piloten sind aufgezeichnet und sind sogar im Internet zu finden.
Daraus ist zu entnehmen dass die Entscheidung die Maschine in Minsk zu landen die Piloten selbst und ohne Druck getroffen haben.

@Treualp1 - Ist das Größenwahn?

14:37 von Treualp1:
"Eine ernst zu nehmende europäische Streitmacht die auch alle Optionen von Kampfhandlungen gewährleisten könnte wäre hier auch von großem Vorteil."

Und mit der wollen Sie dann in Weißrussland einmarschieren, um einen Blogger zu befreien?

@skydiver-sr 15:24

"Was wäre wenn der Pilot gesagt hätte, das er nicht in Minsk landet-von da aus ist es „nicht mehr weit „bis Vilnius."

Hat jemand weiter oben schon beantwortet.
Wenn der Pilot nicht macht, was die Flugsicherung ihm sagt, ist der ganz schnell seine Lizenz los.

"Glaubt hier jemand das BRUS die Maschine abgeschossen hätte?"

Zu dem Thema hätte ich noch eine Gegenfrage an Leute hier, die sich damit auskennen.
Es heißt doch immer, dass ein Flugzeug ein anderes zur Landung gezwungen habe. Wie geht das eigentlich flugtechnisch?
Was für ein Manöver muss ich fliegen, um ein anderes Flugzeug wodurch zur Landung zu zwingen?

Staatliche Luftpiraterie

Dieser Vorgang ist nichts anderes als staatliche Luftpiraterie, wie er nicht mal von sonstigen Schurkenstaaten praktiziert wird.

Der Hintergrund ist, dass sich eine der finstersten Diktaturen in Europa gegen die demokratische Opposition nur noch mit Verstößen gegen internationale Normen und mit kriminellen Mitteln auseinandersetzen kann. Lukaschenko hat in der internationalen Staatengemeinschaft nichts mehr zu suchen.

Opposition

Von terroristischen Angriffen in Belarus habe ich bisher noch nichts gehört.
Von friedlichen Massenprotesten, Verhaftungen von Oppositionspolitikern, Verschleppung und Tötung von Demonstranten sehr wohl.
Es ist beschämend, wie hier einige Foristen das Vorgehen der belarusischen Diktatur verharmlosen, sehr oft die gleichen, die bei uns eine Corona-Diktatur und das Ende aller Freiheiten sehen.
Und whataboutism darf dann auf keinen Fall fehlen: " der da hat aber auch "

@skydiver-sr um 15:24 Uhr

"Was wäre wenn der Pilot gesagt hätte, das er nicht in Minsk landet-von da aus ist es „nicht mehr weit „bis Vilnius.
Glaubt hier jemand das BRUS die Maschine abgeschossen hätte?
Also warum ist die Kiste da gelandet?"

Eine interessante Frage, - die der Entfernungen!
Da die Maschine ("Kiste") so kurz vor Eintritt in den litauischen Luftraum, kurz vor der Staatsgrenze zu Litauen, war, stellt sich wirklich die Frage, warum der Pilot bzw. die Crew nicht wie geplant einfach nach Vilnius weiter flog. Wenn man die geplante - fast geradlinige - Fluglinie mit der umgeleiteten krummen, schlangenlinienförmigen nach Minsk vergleicht, ist die geflogene Strecke eher länger, als die planmässige, ursprünglich beabsichtigte.
Es stellt sich also u.a. die Frage, ob Crew und Pilot nicht evtl. schon vom belorus. Geheimdienst waren und in Athen zugestiegen sind. Aber ich will hier keinen Spekulationen oder gar Verschwörungen das Wort reden, ehrlich nicht.

@Vielfalt. - Meinungsdiktatur

14:42 von Vielfalt.:
"Wie jämmerlich muss eine Regierung sein, dass sie so viel Angst vor einem 26 Jährigen Blogger hat?"
> Das ist eine sehr berechtigte Frage. Womöglich geht es mehr um die Symbolwirkung seiner Festnahme als um den Blogger selbst.

"Der Untergang der Sowjetunion zeigt wohin eine solche Politik langfristig führt."
> Das hatte wirtschaftliche Gründe. Letztendlich liegt es im Interesse jeder Regierung, die öffentlichen Meinung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Nur die Mittel sind verschieden.

EU ist schockiert?! Wieso denn?

EU ist schockirt? Wieso denn?! EU und besonders die USA lebt schon seit zig Jahren nach Prinzip "quod licet Iovi, non licet bovi". Wenn das für die USA und Europa kein Problem ist, worum dürfen so was die andere länder nicht? schon wieder Doppelstandard?

14:51 von jukep Hätte, wäre,

14:51 von jukep

Hätte, wäre, wenn und aber ....
Hauptsache verharmlosen, verdrängen usw.

Mr. Snowdon war nicht in der Maschine !
Und trotzdem war es " nur " ein Überflugverbot und nicht die Kaperung einer Linienmaschine und die Entführung eines Journalisten und Systemkritikers. Die Präsidentenmaschine konnte weiterfliegen, wenn sie gewollt hätten !

Alles keine Gründe - für mich - nur vorgeschoben !

Ist jemand......

wirklich überrascht? Ich bin von der Festnahme und dem Verschwinden des Protasewitsch nicht überrascht, aber von der Dummheit der Minsker Regierung! Eine erzwungene Landung wegen einer angeblichen Bombendrohung! Die hat seltsamerweise nicht RyanAir erhalten sondern vermutlich jemand aus Belarus und dort ist sie spurlos verschwunden. Ich glaube eher, daß das ganze Verhalten ein mit russischer Genehmigung gestarteter Versuchsballon war, um die Reaktionen Bidens zu testen. Die Reaktionen der EU sind vorhersehbar und ignorierbar, weil bedeutungslos. Was sollen z.B. Sanktionen oder Kontensperrungen? Den westlichen Regierungen und den Managern wird leider eine Überfluggenehmigung oder Geschäfte immer wichtiger sein. Entsprechend ist das laute Kläffen zu werten, denn wie heißt es so treffend: bellende Hunde beissen nicht.

...ttestEineMeinung @24. Mai 2021 um 15:21 von Vielfalt

Ihr Problem ist, dass sie hiesige "Hasser und Hetzer" für verfolgte Oppositionelle halten, wie etliche ihrer Posts hier zeigen. Hierzulande werden allerdings - und zu Recht! - nur Äusserungen verfolgt, die beleidigend sind, persönlich diffamierend oder zu Hass und Gewalt aufrufen.

Diese dreisterweise mit Menschen zu vergleichen, die unter den Einschränkungen einer Diktatur Nischen suchen, oder schaffen, um auch nur ansatzweise frei ihre Meinung sagen zu können, passt zwar zu ihren üblichen Posts, ist aber schlicht falsch.

re 15:27 Nachfragerin: Peinlich

>>@teachers voice - Es geht um einen weißrussischen Blogger.
14:30 von teachers voice:
"Das beredte Schweigen des Kreml zu diesem unsäglichen Operettengeneral zeigt das ganze Dilemma der russischen Politikorientierung."
> Da gibt es kein Dilemma. Russland wird einem Verbündeten nicht an den Karren fahren. Das ist alles.<<

Tja, da haben Sie gleich Ihre eigene Frage. mitbeantwortet, ob es „noch um den Blogger“ ginge!

Im Übrigen: Fänden Sie es wirklich nicht „peinlich“, einen Lukaschenko als „Verbündeten“ zu haben? Und dem „nicht an den Karren fahren“ zu können?

15:29 Vielfalt

"Falsches war freiwillig. Er hätte ja auch nach Russland zurückkehrn können, keiner hätte ihn daran gehindert......"

Natürlich wurde die Maschine daran gehindert, sie hatte doch keine Überflugsrechte mehr über EU Gebiet. Die Maschine war in der Luft egal ob sie umkehrt oder einen Umweg flieg zwangsläufig musste die Maschine über EU Gebiet fliegen. Also musste die Maschine irgendwo landen. (Für das Verhalten der EU in dieser Sache schäme ich mich heute noch).

15:27 von Sisyphos3

"wenn ich mich recht erinnere sprach der US Außenminister beim Gorbatschow
auch bei einer Wiedervereinigung, die Nato nicht nach Osten auszudehnen"

Ihre Erinnerung trügt. Niemand hat dergleichen versprochen. Dieses Märchen hat nicht einmal mehr Unterhaltungswert.

re 15:27 Nachfragerin: Überheblichkeit

>>"Keine Raffinesse, keine Intelligenz, keine Perspektiven außer einem eigenen Pfauenpalast."
> Überheblichkeit kann auch ein Zeichen von fehlender Intelligenz sein.<<

Darin sind wir uns auch wieder einig! Und genau deshalb hatte ich bei Lukaschenko und Co. auf die fehlende Intelligenz geschlossen.

Wir könnten auch noch andere „Herrschaften“ heranziehen, ganz sicher aber nicht den „belarusischen Blogger“, mit dem im Moment niemand auf der Welt tauschen möchte. Und genau deshalb geht es hier um genau den: Den „belarusischen Blogger“, wie Sie Protasovich nennen.

...ttestEineMeinung @24. Mai 2021 um 15:27 von Sisyphos3

Die angeblich feste Zusage, die Nato nicht nach Osten auszudehnen, ist wohl eher Mythos als geschichtlich belegt.

Es ist mir unerfindlich wie irgendjemand annehmen kann, dass, vorausgesetzt es gäbe sie, eine Vereinbarung von solcher Tragweite wäre rein mündlich zwischen einem US-Aussenminister und dem Präsidenten der UDSSR verabredet worden. Dazu hätte es mit Sicherheit internationale Verträge gegeben.

Davon abgesehen ist die Aufnahme der osteuropäischen Staaten auf den ausdrücklichen Wunsch eben dieser Staaten geschehen.

@Nachfragerin 15:46

"Der Gedanke ist so unschuldig, dass ich ihn einfach stehenlassen will. :)"

Der Gedanke ist nicht nur unschuldig, er ist sogar richtig!

Ich finde wirklich ausgesprochen bemerkenswert, dass Sie Putin selbst dort, wo die Wahrscheinlichkeit bei 99,99999% liegt, nichts Unmoralisches und schon gar nicht Ungesetzliches zutrauen, dem Westen dagegen alles mögliche ...

Selbstverständlich hätte Morales die Durchsuchung verweigern können und daraufhin über den Ländern, die den Überflug nicht verweigert haben, weiterfliegen können. Wie realistisch das war bzw. welche Länder den Überflug tatsächlich verweigert hatten, weiß ich jetzt nicht.

Sisyphos3 (15:27)

15:07 von nikioko
Putin weiß exakt wie weit er gehen kann und führt den Westen vor.
.
denke beim Thema vorführen ist Putin nicht alleine
wenn ich mich recht erinnere sprach der US Außenminister beim Gorbatschow
auch bei einer Wiedervereinigung, die Nato nicht nach Osten auszudehnen

____

Die NATO wurde aber auch nicht von den USA nach Osten ausgedehnt. Die entsprechenden souveränen Staaten haben sich für den Beitritt entschieden, und wie man am Beispiel Ukraine sieht, völlig zu Recht. Den USA steht es nicht zu, für diese Staaten zu sprechen und damit deren Souveränität zu unterhöhlen - etwas, was Russland übrigens unverhohlen versucht und im Falle von Georgien und der Ukraine auch geschafft hat.

@Nachfragerin (15:13)

"Falls die EU sich dafür entscheiden sollte, den belarusischen Luftraum als unsicher zu erklären, werden die Fluggesellschaften ganz automatisch drumherum fliegen."
> Über den weißrussischen Luftraum entscheidet nicht die EU, sondern Weißrussland. Nur dieses kann ihn sperren. Und auch wenn irgendwelche EU-Stellen irgendwelche Empfehlungen für fremden Luftraum herausgeben, werden internationale Airlines selbst entscheiden, ob sie diesen Empfehlungen nachkommen.
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Das ist richtig, aber zu kurz gedacht. Selbstverständlich können Polen und Litauen wiederum entscheiden, dass kein Flugzeug von Weißrussland kommend in ihren Luftraum eindringen darf. Und eine Landung in Vilnius ohne Benutzung des litauischen Luftraums stelle ich mir schwierig vor.

rer Truman Welt

Belarus jetzt sanktionieren, von der EU isolieren, sämtliche Regierungs- und Parteimitglieder sowie alle namentlich bekannten Militär- und Polizeiangehörige mit einem befristungslosen EU Einreiseverbot belegen und EU Überflugverbot für die belarussische Airline und alle weiteren in Belarus stationierten Flugzeuge inkl. verhängen.

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