Kommentare - Karliczek: Eine Milliarde Euro für Corona-Nachhilfe

27. März 2021 - 08:08 Uhr

Zur Unterstützung lernschwacher Schüler in der Corona-Pandemie will Bildungsministerin Karliczek eine Milliarde Euro für Nachhilfeprogramme ausgeben. Denn bis zu ein Viertel der Schüler habe große Lernrückstände.

Artikel auf tagesschau.de
Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Nachhilfe? Von wem?

Wer soll die Nachhilfe erteilen? Wir haben viel zu wenig Lehrer, die ihr Fach auch verstehen.

Die Lernrückstände zu

Die Lernrückstände zu kompensieren und richtig Geld für die Aufarbeitung in die Hand zu nehmen, ist zweifelsohne richtig und sinnvoll. Allerdings glaube ich, dass die sozialen und psychischen Folgen der Pandemie mindestens so gravierend sein werden, und die lassen sich ungleich schwerer aufarbeiten. Das ist in meinen Augen eines der Dilemmata der derzeitigen Situation: Wir wissen, dass es zu Kontaktminimierung und Teil-Lockdown keine (im wahrsten Sinne des Wortes) wirkliche Alternative gibt, weil dann die Infektionszahlen exponentiell in die Höhe schießen würden und nur härtere Einschränkungen zur Folge hätten. Die Aufarbeitung sozialer und psychischer Folgen der Corona-Pandemie werden neben den ökonomischen Folgen über Jahre immense Aufmerksamkeit brauchen, und dazu bräuchte es jetzt schon mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein Aspekt bei der Bewältigung wird auch sein, die Vakzine für die Impfung von Kindern und Jugendlichen voranzutreiben - und massiv Geld in die Hand zu nehmen.

Der Gipfel des Lernens

Den größten Bedarf an Nachhilfe gibt es vermutlich im anspruchsvollsten und schwierigsten Schulfach, der Mathematik. Dem für viele unerreichbaren Gipfel moderner Wissenschaft, der Königin des Denkens.

Viel Geld zu verdienen

Das wird ja ein riesen Geschäft für die Schülerhilfen und Nachhilfeinstitute. Mathestudenten werden nicht mehr kellnern müssen. Es gibt ja auch keine Restaurants im Augenblick.

Zu wenig Mathematik

In Deutschland wird in den Schulen zu wenig Mathematik gelernt. Mein Vater musste in Russland da viel mehr machen. Topologische Räume, nichtlineare Differentialgleichungen, Differentialgeometrie. Welcher deutsche Schüler kennt heute noch das Theorema Egregium von Gauß?
Viele Erwachsene könnten vermutlich nicht mal den Satz des Thales aus dem Stegreif beweisen.

Nachhilfe

Ursachen sind doch vor allem in der enormen Kluft zwischen Arm und Reich zu suchen , Letztlich nimmt diese immer weiter zu . Der Staat hat es nicht einmal für nötig gehalten ,allen Kindern einen Computer zu stellen ,oder dafür zu sorgen das alle einen Zugang zum Internet bekommen . Wer zahlt die Zeche, mal wieder die Ärmsten der Armen . Hartz4 ect. . Und jetzt sollen genau die ,die sowieso schon in beengten Verhältnissen leben, noch einen Preis für die Folgen der Pandemie zahlen . Indem sie wieder Konform-gerecht , auf den neuesten Wissensstand gebracht werden sollen . Mit Lernüberstunden .Na toll . Vielleicht sollten wir mal lieber dafür sorgen das die Freiheit dieser Kinder im Vordergrund gestellt wird ,und das geht nur ,wenn der Staat endlich anfängt für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen .Dies würde dann von ganz allein den Wissensstand durch die Verbesserung der so entstehenden Umstände fördern , aber dies ist ja nicht im geringsten das Thema oder doch .

@ 08:26 von free Nawalny

Die einen befürworten, das Geld für die intellektuelle, soziale und emotionale Bildung der Kinder und Jugendlichen in die Hand genommen wird, die anderen wittern und mokieren ein "Riesengeschäft" - statt ihrer Kritik auf Gewinne aus Börsenzockerei, Nahrungsmittelspekulationen oder Waffengeschäfte (um nur mal 3 Bereiche zu nennen) zu fokussieren.
Ich sag es ganz deutlich: Wenn Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen mit der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, dann soll mir das sehr recht sein; das nennt man Win-Win-Situation. Und - bevor auch das dann kommt: Ja, dafür zahle ich auch gern meine Steuern.

Und viel Geld für Schulpsychologen und anderes Personal

Gerade die Schüler, die die meisten Schwierigkeiten haben, sind sicherlich nicht begeistert über die Aussicht, noch mehr Zeit mit Schule und Lernen zu verbringen, deren hiesiges System schon grundsätzlich stark Verbesserungsbedürftig ist. Da bin ich mal gespannt auf die Motivationsmöglichkeiten, die Frau Karliczek anbieten wird.
Denn derer wird es bedürfen.
Außerdem sollte unseren Kindern nach der Pandemie erst einmal Zeit und eventuell Hilfestellung gegeben werden, die persönlichen und privaten Defizite aufzuarbeiten, die sich während der und durch die quälende Dauer der Pandemie ergeben haben.
Für Lernerfolge wäre ein freiwilliges Sitzenbleiben sinnvoll.
Aber da reichen dann die Räume kaum aus.
Und so wie sich die Pandemie entwickelt, sollte vielleicht auch in zusätzliche Schulräume für geteilte Klassen und in einen weiteren Ausbau der digitalen Möglichkeiten von Schulen investiert werden.
Auf keinen Fall darf es zu noch mehr Ansprüchen und Erwartungen gegenüber den Kindern kommen.

Mathematik für die Schule

Gute Mathematikerinnen und Mathematiker gehen wahrscheinlich eher nicht in die Schule, weil ihnen ein Gehalt als Studienrat zu wenig ist.

@ 08:34 von free Nawalny

"Welcher deutsche Schüler kennt heute noch das Theorema Egregium von Gauß?"

Ich :-)

Grüße, Kurt

Nachhilfe ?

Wäre es nicht besser für alle Schulkinder,das komplette Jahr zu wieder holen?Aber nein das geht ja nun garnicht.Man würde ja dann eingestehen was so alles schief gelaufen ist.

Lehrpläne entrümpeln

Durch Nachhilfe schwache Schüler zu unterstützen ist sicherlich eine gute Idee. Aber wäre es nicht sehr viel effektiver und zukunftsgewandter, die aktuelle Situation ENDLICH zum Anlass zu nehmen, längst veraltete Lehrpläne endlich zu entrümpeln und zu verschlanken. Fokus auf die wirklich wichtigen Themen, auf die großen Zusammenhänge und auf ganzheitliche Bildung. Klasse statt Masse - das hilft den Kindern und macht sie fit für die Zukunft!

Corona-Schuljahr

Ich bin dafür, das aktuelle Schuljahr komplett ausfallen zu lassen. Dann sind die Schüler alle ein Jahr älter, wenn sie von der Schule abgehen. Das ist doch nicht schlimm.

Grüße, Kurt

Ich wäre dafür, dieses Schuljahr ...

.. in Gänze zu annullieren. Einmal einen vernünftigen Reset statt des üblichen Chaos. An den Unis sieht es doch ähnlich aus.
Wer heute mit Studium oder Schule fertig ist, kommt in Betrieben und Unis doch vom Regen in die Traufe. Durch Homeoffice, Abstandsregeln, gänzlich geschlossene Abteilungen oder Betriebe läuft doch auch da nichts halbes und nichts ganzes.
Manche werden von einem verlorenen Jahr sprechen, ich würde es als Angleichung der Chancen beschreiben wollen.
Ich denke, jetzt ist die Zeit, wo es den Schülern am wenigsten weh tun würde.
Benotungen mit "Coronabonus" hielte ich hingegen für unsinnig ... Halbwissen bringt keinen weiter.

@ andererseits

Die Lernrückstände zu kompensieren und richtig Geld für die Aufarbeitung in die Hand zu nehmen, ist zweifelsohne richtig

Geld allein erklärt noch nicht einmal eine quadratische Gleichung. Sie müssen Leute finden, die den Job machen wollen - und können. Kunst kommt von können, nicht von wollen.

@ andererseits

statt ihrer Kritik auf Gewinne aus Börsenzockerei, Nahrungsmittelspekulationen oder Waffengeschäfte (um nur mal 3 Bereiche zu nennen) zu fokussieren.

Ich weiß gar nicht, mit welchem Recht Sie mich dreist in die Nähe der Spekulation oder des Waffen Handels rücken.

@ um 08:41 von wega

Ich schließe mich Ihnen an!

Grüße, Kurt

@08:34 von free Nawalny

Mathe war mein Leistungskurs-Abifach (nebenbei bemerkt: einer der größten Fehler meiner schulischen Laufbahn: Ich hatte es gewählt, weil ich gut drin war, nicht weil ich es interessant oder nützlich fand), ich habe mir die Arbeit ein Jahr später kopieren lassen (weil ich die Sekretärin der Schule bestens kannte...) und einerseits voll Schrecken und andererseits süffisant festgelegt, dass ich nicht mehr 1/4 des Geschreibsel verstanden hab.
Wir brauchen Mathe als Uni-Studiengang; die Bedeutung für die schulische Bildung wird spätestens ab den sog. "Kurvendiskussionen" überschätzt: bringt Soziologie, Philosophie, Psychologie, neuere Geschichte, Ethik, Musik, Kultur und Kunst stärker in die Schulen!
Welcher deutsche Schüler kennt heute noch den Kantschen kategorischen Imperativ?
Viele Erwachsene könnten vermutlich nicht mal die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte herleiten.

@ Victoria

Ursachen sind doch vor allem in der enormen Kluft zwischen Arm und Reich zu suchen , Letztlich nimmt diese immer weiter zu .

Können Sie das belegen?


Der Staat hat es nicht einmal für nötig gehalten ,allen Kindern einen Computer zu stellen

Dann besser ein Fahrrad.

Sehe ich auch so @08:41 von wega

>>>Wäre es nicht besser für alle Schulkinder,das komplette Jahr zu wieder holen?>>>

Klar wäre das besser, für alle Schüler (ausser hochbegabte Überflieger!) Aber das dürfte Meuterei seitens der Eltern "Hilfe mein Kind macht ein Jahr später Abitur, dann kann es auch erst ein Jahr später studieren!" und seitens diverser älterer Schüler hervorufen "Noch ein Jahr sch*** Schule!"

@free Nawalny

"Welcher deutsche Schüler kennt heute noch das Theorema Egregium von Gauß?
Viele Erwachsene könnten vermutlich nicht mal den Satz des Thales aus dem Stegreif beweisen."

-------

Sowas müssen die meisten Erwachsenen auch garnicht wissen, weil diese Beweisführungen eher Thema für die Sekundarstufe 2 sind und diese Themen in den Klassen 1 bis 10 garnicht vorkommt.

Wenn überhaupt wird in Sek I der Satz des Thales mal erklärt. Aber die Beweisführung ist dann wohl eher was für den Mathe LK der gymnasialen Oberstufe.

Genauso wie ihr Theorema egregium wohl kaum in den Bereich Allgemeinbildung fällt (und auch noch nie fiel).

@ 08:46 von free Nawalny

In diese Nähe können Sie sich nur selbst rücken. Ich habe kritisiert, dass Sie bei diesen wichtigen und sinnvollen Investitionen in unsere Schüler*innen mäkeln, das gäbe ja "Riesengewinne" für bestimmte Leute - und mal nur ein paar Bereiche genannt, wo es wirklich Riesengewinne zu kritisieren gäbe.
Fühlen Sie sich angesprochen? Na dann...

@ andererseits

Mathe war mein Leistungskurs-Abifach (nebenbei bemerkt: einer der größten Fehler meiner schulischen Laufbahn ...

Mathematik ist der Kern der höheren Bildung, das Fach an dem sich die Geister scheiden, die Spreu vom Weizen trennt. Wer die Mathematik nicht versteht, versucht sich am Geplänkel, um nicht ganz mit leeren Händen da zu stehen, bildungsmäßig.

@wega

"Wäre es nicht besser für alle Schulkinder,das komplette Jahr zu wieder holen?" Am 27. März 2021 um 08:41 von wega

*

Wie soll das praktisch bei so vielen Kindern und Jugendlichen umgesetzt werden?

Und jetzt bitte nicht "macht Mal einfach" sagen. Das hat die Politik schon gemacht, als es darum ging mit Schulausfall, Homeschooling, Wechselunterricht, fehlenden Internetverbindungen usw. klarzukommen. Es gibt Regionen in Deutschland, da mussten noch Kopien aus der Schule geholt werden.

Lehrer zerbrechen sich derzeit sehr wohl den Kopf darüber, wie sie benoten sollen und wie sie das mit der Versetzung handhaben sollen, um dem allen gerecht zu werden.
Ich saß letzte Woche erst als Elternvertretung in einer Video-Fachkonferenz. Viele Schüler, die sonst mehr konnten haben abgebaut, die Stimmung ist auch nicht die beste.

Die sozialen Kontakte in der Schule fördern auch das Lernklima. Das fehlte fast komplett.
Man hat Schülern 1 Jahr lang sehr viel abverlangt.

Schule machen

Nun, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird versucht Versäumtes nachzuholen.
Nur wird es wieder richtig bürokratisch durchdacht und aufwändig, nicht unbedingt effektiv.

Kinder, die nun Aufholbedarf haben, sollten parallel im Alltag Förderunterricht erhalten, der Lehrer weiß am besten, wer betroffen ist.
Das Thema zeigt, wie wichtig offene Schulen sind. Sie sollten auch offen bleiben, Minimum wäre Wechselunterricht.

Auch hier wieder : die Mühlen mahlen langsam. Erst jetzt wurden Lehrer und Erzieher teilweise geimpft. Erst nach Ostern soll mal ein Schnelltestprogramm in einigen Schulen starten. Alles lange besprochen, zu spät umgesetzt. Folgen kommen und werden wieder zu spät erkannt und zu komplex zu spät angegangen.

Fördern und unterstützen ja, doch besser von Beginn an.

Jetzt mal im Ernst gefragt

Wer soll denn die Nachhilfe erteilen? Haben wir denn genügend Leute, die den Schulstoff erst mal selbst verstehen? Sind die für kleines Geld zu ködern? Kümmern die sich nicht lieber um ihr eigenes Studium, ihren eigenen Job?

andererseits

Der soziale Aspekt , die Herkunft dieser Probleme bleibt bei ihnen außen vor. Und noch eins , wenn sie glauben das ein Abschluss heute noch zu sozialen Gerechtigkeit beiträgt der irrt.
Wenn wir nicht anfangen die Gesellschaft endlich anders zu denken werden die Verhältnisse sich noch ungerechter darstellen . Die 4 Revolution hat längst begonnen . Dies können wir nur auffangen wenn wir endlich aufhören der Arbeit einen überhöhten Wert zu geben . Arbeit und damit soziale Gerechtigkeit muss neu verteilt und gedacht werden . Wir sollten unsere nachkommen auch darauf vorbereiten das auch ein leben ohne Arbeit im üblichen Sinne erstrebenswert ist . Auch dies gilt es zu lehren ,den Kindern und damit der Bevölkerung ein solidarisches Miteinander zu ermöglichen . Ich fordere dazu auf endlich anzufangen in dieser Gesellschaft weiter zu denken ,damit sich neue Wege öffnen . Dazu gehört ein breites Wissen in allen Fächern mit überkommenen Ideen werden wir Kindern nicht Gerecht.

08:34 von free Nawalny

«Viele Erwachsene könnten vermutlich nicht mal den Satz des Thales aus dem Stegreif beweisen.»

Das kann ich als Dipl.-Ing. auch nicht, und es interessiert mich nicht.
Ohne nachzuschauen, weiß ich nicht mal, was der Satz des Thales ist.

«In Deutschland wird in den Schulen zu wenig Mathematik gelernt.»

Falsch und wenig schüler-gerecht wird Mathe gelehrt. Zu theoretisch, mit viel zu wenig Bezug dazu, den Kindern schon in der Grundschule zu vermitteln, wozu Mathe überhaupt gut ist, und wozu man das gebrauchen kann im Leben später mal.

Niemand lernt gerne was, worin kein Sinn zu sein scheint. Kinder kann man zum Lehren immer spielerisch einfangen mit was aus Bezug zum Leben. Ist bei Physik das gleiche, und kleine Experimente machen Staunen, Begeisterung, und Nachfragen von ganz alleine. Wer was wissen will, der lernt leicht und spielerisch.

Das muss das Ziel sein, und nicht Mathe-Beweisführung für alle, nur weil Thales das auch konnte. Damit reißt man im realen Leben gar nix.

@ Mika D

Kinder, die nun Aufholbedarf haben, sollten parallel im Alltag Förderunterricht erhalten

In ihrer Freizeit?

Wußte gar nicht, ...

... dass es Frau Karliczek überhaupt noch gibt?

@ wega

Wäre es nicht besser für alle Schulkinder,das komplette Jahr zu wieder holen?

Dann fällt ja ein kompletter Ausbildungsjahrgang in den Betrieben aus. Wir haben eh schon einen hoffnungslosen Fachkräftemangel. Und wir kriegen einen riesen Stau in der Schule. Oder wollen Sie die Einschulung von 6 auf 7 Jahre verlegen?

08:34 von free Nawalny

Erzählen Die mir keine Märchen. Das Schulsystem ist anders.

In Polen, wo ich als Kind lebte, wurde auch viel mehr unterrichtet.
Es gab die Volksschule, die bis zu 8. Klasse ging.

Aber es gab auch eben die Schüler, die durchgeschleift wurden und die, die 2 oder 3 Mal sitzen geblieben sind.

Wir hatten Schüler bei uns in der Klasse, die 1, 2 oder 3 Jahre älter war, als wir. Bei solchen Schülern wurde einfach ein bestimmtes Alter abgewartet und dann wurden sie in eine Berufsschule gesteckt.
Das heißt diese Schüler wurden teilweise schon nach der 5. Klasse aus der Schule entlassen und sind dann zum "Säcke schleppen" geschickt worden.

Das der übriggebliebener Rest der Schüler besser lernte ist keine Leistung von mehr Matheunterricht.

@ "frische Unterhose"um 8.19 Uhr, Lehrer, die ihr Fach verstehen

"Wer soll die Nachhilfe erteilen? Wir haben viel zu wenig Lehrer, die ihr Fach auch verstehen."
Es mag sein, dass das Ihre traurige Erfahrung ist, aber für den Nachhilfeunterricht werden sich hoffentlich nur LehrerInnen melden, die wirklich Freude an Ihrer Arbeit haben und die Inhalte beherrschen.
Das kann man am besten dadurch lenken, dass man die Konditionen eng definiert und nicht zu viel an die NachhilfelehrerInnen bezahlt, sonst melden sich zu viele AbzockerInnen.
Aber was bleibt, ist immer noch die Gefahr der Ansteckung. Das wird der eigentliche Hinderungsgrund sein.

@ um 09:01 von Desinteresse 21

Mit dem Rückstau haben Sie völlig recht. Darauf ist das Schulsystem nicht vorbereitet und entsprechend fehlen auch noch die personellen Kapazitäten.
Aber warum die Ferien verkürzen? Wollen Sie es den Schülern noch schwerer machen als es ohnehin schon ist?
Jedes einzelne Problem das mit Schule zusammenhängt ist ausschließlich von Erwachsenen verursacht.
Die pandemiebedingten Probleme erst recht.
Nun wäre es an der Zeit endlich über bessere Möglichkeiten der Beschulung nachzudenken. Mit längerer Schulzeit und G15 statt G8 oder G9. Mit mehr Lehrern, Psychologen, Sozialarbeitern und besser ausgestatteten Gebäuden und dem besten Equipment, das es für Geld zu kaufen gibt.
1 Milliarde wird dazu nicht ausreichen. Aber es könnte ein Anfang sein.

@ 08:44 von free Nawalny

Jetzt droht es, lächerlich zu werden, denn "Geld allein" erklärt gar nichts. Natürlich braucht es Menschen, die den Job machen wollen und können. Wer wollte das bestreiten?
Und "Kunst kommt von können" erklärt auch leider noch gar nichts, denn "Kunst" ist eben nicht das Synonym für "Können"; unter den verschiedenen Wortbedeutungen des Begriffes "Kunst" ist die Betonung schöpferischer intuitiver kreativer Fähigkeiten und Möglichkeiten des Menschen mit dem Fach "Kunst" gemeint und umschrieben: Ohne diese Kunst veröden Mensch und Gesellschaft.

Da wird der Amtsschimmel wieder wiehern

Eine ganze Menge Nachhilfe kann von älteren Schülern geleistet werden, die im jeweiligen Fach gut sind. Zu Hause bei einem der Schüler.

Aber für diese Art Nachhilfe wird sicher kein Cent fließen. Stattdessen müssen es garantiert zertifizierte (kostet) Institutionen sein mit gemieteten Räumen (kostet) und Fachpersonal mit Abschluss (kostet und ist nicht beliebig verfügbar). Sauteuer, kaum effektiver.

An solchem Formalgedöns krankt der Westen generell und im Fall Corona stirbt er daran auch zum Teil.

Kurt

Was ist das denn für sie für die Zukunft fit zu sein ?
Was wir brauchen sind kreative Menschen die Willens sind, die Gemeinschaft zu unterstützen, und dafür auch einen gerechten Lohn bekommen . Wir brauchen doch endlich eine Abkehr von der Doktrin Konkurrenz belebt das Geschäft . Wir brauchen eine Hinwendung zur Solidarität in der Gesellschaft damit nicht immer mehr und vor allem auch Kinder auf der Strecke bleiben . Sie haben aber Recht . Dazu braucht es neue unverbrauchte Geister die sich dem Humanismus und der gegenseitigen Toleranz verpflichtet fühlen, und nicht der Gier nach immer mehr als höchstes Gut in einer Gesellschaft ansehen , sondern sich endlich einem solidarischen Geist verpflichtet fühlen der im vollen Umfang in der Gesellschaft seine soziale wie auch finanzielle Anerkennung findet . Das sollte in Zukunft auch und vor allem Lehrstoff in den Schulklassen sein .

@ 08:58 von frische Unterhose

Mathematik hat sogar mit Philosophie viel zu tun, ohne Zweifel. Aber die Vergötterung der Mathematik (nicht des Rechnens, wohlgemerkt) im Kanon der Unterrichtsfächer halte ich für ein bildungsbürgerliches Relikt vergangener Zeiten. Scharf und zugespitzt formuliert, ich weiß.

Das Schuljahr annulieren

Das Schuljahr annulieren klappt nicht, wir haben nicht die Kapazität: Grundschulen müssten die nächsten Jahre 5 statt vier Jahrgängen beschulen, da fehlt es an Räumen und Personal...

@ um 09:02 von Mika D

Offene Schulen sind nicht wichtig. Ohne Corona könnten die Kinder ihre sozialen Kontakte auch außerhalb von zu Hause haben. Schule ist dazu nicht nötig.
Schulen sind, wie wir im Laufe der Pandemie alle mitbekommen haben, eine mittlerweile auf eine Verwahrmöglichkeit für Eltern reduziert, die aus finanziellen oder persönlichen Gründen keine Möglichkeit sehen, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen.
Und wenn Eltern sich für die Schulen ihrer Kinder tatsächlich interessieren würden, sähen doch Schulen ganz anders aus.
Hätten wohl möglich saubere und funktionierende Toiletten.
Anständiges Mittagessen würde überall vor Ort gekocht und es gäbe an Schulen 3 oder 4 x soviel Personal für die Schüler.
Und vor allem anderen: Sowohl Schüler als auch Lehrer hätten Spaß
Von all dem sind wir noch Lichtjahre entfernt.
Aber nun könnte man Änderungen herbeiführen.
Die Gelegenheit ist günstig

08:58 von frische Unterhose

«Mathematik ist der Kern der höheren Bildung, das Fach an dem sich die Geister scheiden, die Spreu vom Weizen trennt. Wer die Mathematik nicht versteht, versucht sich am Geplänkel, um nicht ganz mit leeren Händen da zu stehen, bildungsmäßig.»

Unsinn.

Mathe-Grundverständnis aus der Welt der Zahlen ist wichtig für alle im Leben. Allerbestens kann man zurecht kommen, versteht man bis zu Prozentrechnung, Grundlagen von Geometrie, aus der Physik die Grundlagen von Kräften, Massen, und Geschwindigkeit. Zusätzlich Verständnis von Statistik ist gut. Mehr braucht man in einem beruflichen Leben ohne Mathe oder Ingenieur sowieso auch als Erwachsener nicht.

Gar nichts anderes ist "Geplänkel" nur deswegen, weil es nicht Mathe ist. Soziales kommt in der Schule als Lehrfach viel zu kurz.

Mathe sei Begeisterung und Hobby für alle, die das mögen. Bei mir als Ing. muss Götze Mathe das ganze Jahr hinter der Hundehütte im Garten schlafen. Grundverständnis wohnt mit im Haus in einem eigenen Zimmer.

@ free Nawalny um 8.34 Uhr, betr. Mathe

"In Deutschland wird in den Schulen zu wenig Mathematik gelernt. Mein Vater musste in Russland da viel mehr machen. "
Da mögen Sie Recht haben, aber ebenso wichtig ist es, die gelernten Dinge im Alltag und im Berufsleben auch anwenden zu können. In meiner Schulzeit konnte ich mit abstraktem Wissen gar nichts anfangen, ich konnte mir die Dinge besser merken, wenn ich einen Bezug zu meinem Leben herstellen konnnte.
Meine Lehrerin ( zum Glück nur für ein Jahr) hat täglich mit winziger Schrift die Tafel mit Formeln vollgeschrieben - für die meisten Kinder und Jugendlichen völlig unverständlich.
Ein Chemie-Lehrer, bei dem wir Hautcremes, Backzutaten und Knaller untersucht haben, war unser Star. Da haben wir viel und gerne gelernt.

Ich habe es so verstanden, dass es in dem TS-Artikel um lernschwache SchülerInnen geht. Das Lesen, Schreiben und Rechnen sind fundamentale Kulturtechniken, die man beherrschen muss, um ein unabhängiges Leben meistern zu können.

9.06 frische Unterhose. Aufholen im Alltag

Der Aufholbedarf sollte m.M.n. eher im Alltag stattfinden, in der regulären Schulzeit, Minimum 1 Std zusätzlich, alternativ in der Hausaufgabenzeit, keineswegs in den Ferien.

Es gibt bereits jetzt unterschiedliche Schulen mit mehr oder weniger Stunden und intensiverem oder weniger intensivem Lernen. Luft nach oben gibt es in den Schulen, die nur das Minimum betreiben.
Schule sollte bei aller Pflicht noch Spaß machen.

In der Freizeit und den Ferien sollten Kinder sich austoben, Spielen, Sport betreiben können oder anderen Hobbies nachgehen können.

@09:06 von VictorJara

Danke für Ihren Hinweis. Der soziale Aspekt bleibt bei mir keineswegs außen vor. Die Chancengleichheit im Bereich der Bildung (wie übrigens auch in anderen Feldern von Teilhabe und Zugehörigkeit) ist bei uns nach wie vor schlecht, und die überwinden wir auch nicht mit Mathe-Nachhilfe, sondern mit einer anderen Schul- und Bildungspolitik. Da rennen Sie bei mir offene Türen ein.
In diesem Bericht geht es um die Karliczek-Initiative, und da war mein Ausgangspunkt, dass es neben der Nachhilfe von Unterichtsstoff v.a. auch um die sozialen und psychischen Folgen der Pandemie gehen sollte.
Und die Frage, wie wir Wirtschaften neu denken und wie wir z.B. Grundeinkommen diskutieren, ist primär eine politische und nicht schulische Frage.

@Victor Jara

" Arbeit und damit soziale Gerechtigkeit muss neu verteilt und gedacht werden . Wir sollten unsere nachkommen auch darauf vorbereiten das auch ein leben ohne Arbeit im üblichen Sinne erstrebenswert ist . "

Und wie sieht bei Ihnen dann die Wertschöpfung aus die zur Finanzierung eines erstrebenswerten Lebens ohne Arbeit gebraucht wird ?
Sollen diejenigen die 70 Stunden pro Woche arbeiten und ein hohes Einkommen haben dann einfach mehr zur Kasse gebeten werden , so ganz im solidarischen Sinne ?
Sie können ja die Ergebnisse sämtlicher sozialistischen Experimente der letzten 100 Jahre studieren , ob Sie da Ihre Ideen bestätigt sehen ......

@08:39 von free Nawalny

Einerseits beklagen Sie, dass nun "Riesegewinne" für Nachhilfe-Einrichtungen anstehen, und andererseits sagen Sie, dass nun Mathematiker sich da nicht beteiligen, weil Ihnen ein Studienrat-Gehalt zu wenig sei. Aha. Was wollen Sie denn nun eigentlich sagen? Was sollte man machen?

@ Tada

Das polnische Schulsystem gilt bei Polen als bürokratisch und ineffizient.

sie Schlaumeier

@free Nawalny
Ich weiß noch nicht mal, was der Satz des Thales ist und habe mich trotzdem bisher ganz gut durchs Leben manövriert.
Menschen mit ihrer Einstellung haben mir die Lust auf Mathe immer gründlich vermiest.

@ 09:27 von andererseits

Das mit der Philosophie ist richtig. Manche Universitäten verleihen sogar den Dr. phil. statt des Dr. rer. nat. als Doktortitel in der Mathematik.
Im Philosophiestudium gibt auch die theoretische Philosophie, in der u.a. Logik und die Unvollständigkeitssätze von Gödel unterrichtet werden.

Grüße, Kurt

Auf Kommentar antworten...

Am 27. März 2021 um 08:41 von wega

Nachhilfe ?

Wäre es nicht besser für alle Schulkinder,das komplette Jahr zu wieder holen?

###

Das wäre allerdings besser ! Nachhilfe sollte bestenfalls als Ergänzende Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

Schule - endlich kann man da mitreden,...

...denn es hat ja jeder zumindest irgendwann einmal die Schule besucht; da fühlt sich manch einer automatisch prädestiniert, Substantielles dazu zu sagen, vor allem, wenn es um Lehrer und deren Job geht oder um die universelle Bedeutung bestimmter Fächer...

Bisschen mehr Zurückhaltung hier und da wäre gut, aber vor allem wäre es angebracht, nicht schon wieder reflexartig nach dem Negativen zu suchen.

Es ist nunmal wie es ist, also:
Nicht um vergossene Milch klagen, sondern nach vorn schauen!

@ nie wieder bildung

Mit mehr Lehrern, Psychologen, Sozialarbeitern und besser ausgestatteten Gebäuden und dem besten Equipment, das es für Geld zu kaufen gibt.
1 Milliarde wird dazu nicht ausreichen. Aber es könnte ein Anfang sein.

Im Gesundheitssystem sparen wir, was das Zeug hält und im Bildungssystem hauen wir die Kohle raus? Natürlich auf Pump.

Keine Ahnung...

Warum nur erinnert mich das an den Typ, der jemanden ins Wasser stößt, ihm dann aber anbietet, seine Kleidung bei ihm zu trocknen?

@8:34 von free Nawalny

„Räume, nichtlineare Differentialgleichungen, Differentialgeometrie. Welcher deutsche Schüler kennt heute noch das Theorema Egregium von Gauß?“

Um Ihre letzte Frage zu beantworten: ich. Auch weil ich diese Teilgebiete der Mathematik an einer großen deutschen Universität lehre. Obgleich schon immer sehr mathematikaffin kenne ich diese Dinge aber nicht vom Gymnasium, weil sie dort nicht gelehrt werden und auch nie wurden - und es im Übrigen auch völlig unsinnig wäre, dieses sehr spezielle Wissen dort zu vermitteln. Mir ist eher gerade der Eindruck entstanden, dass Sie die Gelegenheit nutzen, um allen deutlich zu machen, was für komplizierte Dinge Sie können oder zumindest, was für komplizierte Schlagworte Sie beherrschen. Ansonsten stimme ich mit Ihnen aber überein, dass die mathematischen Kenntnisse der Abiturienten immer mehr abnehmen und oft nur noch maximal aus Schlagworten bestehen - was aber mit Corona nichts zu tun hat.

Was die Nachhilfe angeht

@ ARD: Wie lief es denn mit dem speziellen Pandemie - Angebot des Schulfernsehens?
Gibt es demnächst ein paar Zahlen dazu, wie oft es genutzt wurde und wie sinnvoll es war? Hat es den Schülern vielleicht überhaupt nicht geholfen und deshalb haben nun so viele Schüler mehr Defizite als nötig?
In welchen Fächern des Schulfernsehangebotes gab es die meisten Teilnehmer? Gibt es Rückmeldungen von Schülern?
Für die meisten Fächer gibt es allerdings bei YouTube Videos, die allen „schlechten“ Lehrern die Schamesröte ins Gesicht treiben müßte.
Dazu braucht es aber vernünftigen Internetzugang und entsprechendes Equipment für alle Schüler. Und alles könnte auch in der Schule genutzt werden.

Wissen ist Macht

Alle reden hier vom Nachholbedarf bezüglich des Wissens.
Wo aber bleibt der soziale Aspekt?
Wer macht sich Gedanken über erhöhte psychische Belastungen, denen unsere Kinder und Jugendlichen während der wiederholten Lockdowns ausgesetzt waren?
Wir stehen wohl vor größeren Problemen als nur Lernrückstände aufholen zu müssen.

Keine Lehrerschelte

Gleich vorweg, nein, die Lehrer sind nicht schuld an der Misere.
Jedoch Frage ich mich, ob bei nur 36 Unterrichtswochen pro Schuljahr nicht auch (bereits durch die Besoldung bezahlte) "Ferienarbeit" durch unsere verbeamteten Lehrer*innen erwartet werden darf.
Das Kalenderjahr hat 52 Wochen, abzüglich 36 Unterrichtswochen sowie 6 Wochen Urlaubsanspruch sind 10 Wochen für Organisationstätigkeiten sicherlich sehr, sehr hoch angesetzt.
Zwei Wochen Nachhilfedienst pro Vollzeitstelle halte ich für durchaus leistbar.

re 09:06 schabernack: Begeisterung!

>>Falsch und wenig schüler-gerecht wird Mathe gelehrt. Zu theoretisch, mit viel zu wenig Bezug dazu, den Kindern schon in der Grundschule zu vermitteln, wozu Mathe überhaupt gut ist, und wozu man das gebrauchen kann im Leben später mal.<<

Das ist sooo richtig, dass es schon wieder weh tun muss, so etwas sagen zu müssen.

>>Niemand lernt gerne was, worin kein Sinn zu sein scheint. Kinder kann man zum Lehren immer spielerisch einfangen mit was aus Bezug zum Leben. ... kleine Experimente machen Staunen, Begeisterung, und Nachfragen von ganz alleine. Wer was wissen will, der lernt leicht und spielerisch.<<

Und genau das gilt eben nicht nur für Kinder - es gilt für uns alle! Bildung vermitteln heisst Begeisterung an der Welt vermitteln.

Und das ist gar nicht so schwer wie es scheinen mag - wenn man sich selber begeistern kann! Und diese „Begeisterung“ ist kein Zustand, sie ist für uns alle ein sich fortwährend erneuernder Prozess!

Jedenfalls kein „Schabernack“!!!

Danke!

09:19 von M. Höffling

«Eine ganze Menge Nachhilfe kann von älteren Schülern geleistet werden, die im jeweiligen Fach gut sind. Zu Hause bei einem der Schüler.»

Ich weiß es schon jetzt von mir selbst, und aus dem Bekannten- und Freundeskreis, dass längst im privaten Rahmen viel mehr Nachhilfe geleistet wird, als dies auch öffentlich bekannt ist. Für lau als wie ehrenamtliches Engagement, oder hin und wieder für kleine Aufmerksamkeiten wie etwa leckere selbst gebackene Kuchen, oder für mit einkaufen gehen.

«Stattdessen müssen es garantiert zertifizierte (kostet) Institutionen sein mit gemieteten Räumen (kostet) und Fachpersonal mit Abschluss (kostet und ist nicht beliebig verfügbar). Sauteuer, kaum effektiver.»

Es ist ohne jeden Sinn, nun wieder was anderes mies zu schreiben, bevor das überhaupt begann. Fast jeder kennt im persönlichen Umfeld Familien mit Kindern, die Unterstützung sehr gebrauchen können. Außerdem gibt es viele Menschen, die sich auch ohne Lehramtsstudium mit Nachhilfe betätigen.

Hier sind viele schlechte Schulerfahrungen versammelt

Einige der hier aktiven Foristen scheinen sehr schlechte Schulerfahrungen gemacht zu haben. Schade, das muss besser werden.

Aber haben Sie sich schon einmal überlegt, wie es Kindern geht, deren Eltern zu Hause ständig über "die Lehrer" herziehen?
Für Kinder kann das ein Konflikt sein: Kann/darf ich in der Schule gut und gerne mitarbeiten, wenn meine Eltern den Lehrer verachten? Wenn ich als Kind gerne lerne und gute Leistungen habe, stelle ich mich dann gegen meine Eltern?

Wenn das Kind keine guten Leistungen in der Schule zeigt, wenn es sich gegen die Schule stellt, bestätigt es damit die Einstellung seiner Eltern. Die haben es ja schon immer gewusst: Schule ist sch ...

Leidtragende sind Kinder, die mit zu wenigen Kompetenzen im Leben zurecht kommen müssen. Das Leben ist unübersichtlich und hart, wenn man nicht lesen, schreiben rechnen kann.

rer Truman Welt

Bei allem Verständnis, aber diese Regierung kann nicht ihr totales Versagen durch immer höheren Schulden zu kompensieren versuchen!

@free Nawalny - Bitte keine erneuten Alleingänge.

08:26 von free Nawalny:
"Das wird ja ein riesen Geschäft für die Schülerhilfen und Nachhilfeinstitute."
> Das wird es nur, wenn den Einrichtungen in spahnschem Stil ein Vielfaches der tatsächlich anfallenden Kosten gezahlt werden. Ich hoffe, dass sich diese Steuergeldverschwendung nicht wiederholt.

"Viele Erwachsene könnten vermutlich nicht mal den Satz des Thales aus dem Stegreif beweisen."
> Das ist durchaus beruhigend.

die Bürokratie lässt grüßen-warum nicht sofort?

Erst Erhebung zu Ende des Schuljahres?
Jeder Lehrer kennt die schwächen seiner Schüler und kann gezielt sagen wer wie gefördert werden kann. Das können dann Lehramtsstudenten oder auch Lehrer sofort übernehmen. Jede Schule sollte ein Budget erhalten. Brennpunktschulen natürlich mehr.
Wir dürfen nicht alles weiter verkomplizieren.
Wir regulieren uns im Schlafwagentempo zu Tode.

Eine Milliarde für Corona Nachhilfe...

Damit Schüler durch die Corona-Pandemie nicht den Anschluss verlieren, will Bildungsministerin Anja Karliczek eine Milliarde Euro für ein bundesweites Nachhilfeprogramm ausgeben. 

###

Nichts als eine weitere Flickschusterei...
Zwei zerbröckelte Schuljahre kann man nicht eben mal so mit Nachhilfe wieder aufholen. Frau Karliczek, verabschieden sie sich von den Gedanken mit Geld Bildungsdefizite erkaufen zu können. Da müssen sie schon mit anderen Lösungen kommen !

Re : andererseits !

Sicher, es mag sein, dass durch die sehr notwendigen Hilfen für die Kinder einige ordentlich Geld verdienen. Das ist auch so in Ordnung, denn durch zu viele und mehr als klare Fehler der Regierenden ist es ja erst zu dieser Situation und der totalen Vernachlässigung der Kinder gekommen.
Da werden Lock Downs über Monate verhängt, die den Namen nicht mal im Ansatz verdienen, immer nur die gleichen Bereiche geschlossen, und der private Bereich, die Bewegungsfreiheit vor allem der Kinder massiv eingeschränkt, das Lernen durch fehlende Laptops und Netz extrem erschwert, bzw. verhindert. Aber dagegen stehen Milliarden Gewinne der großen Player in D, die Vorstände derer kriegen Millionen Boni, an den Börsen wird gezockt, als gäbe es kein Morgen, es werden Beschlüsse gefasst, die am nächsten Tag an Acta kommen, weil nicht machbar. Vergessen werden aber sehr viele, vor allem die Kinder.
Was für eine Schande für ein so reiches Land und die großkotzigen Politiker !

@ frische Unterhose

Ihre Kommentare zeigen Ihre Überzeugung, dass ein Leben ohne Mathe fast gar nicht sein kann. (Wie war das noch gleich mit dem Mops...)

Woher diese Hybris?
Was geht an einem Menschen vorbei, der ohne höhere mathematische Weihen seinen Beruf zur Zufriedenheit aller ausübt?
Die Bäckereifachverkäuferin, die ohne ihre Kasse zwar nicht imstande ist, die Preise von 4 Kuchenstückchen im Kopf addieren geschweige einen Dreisatz zu rechnen, die aber haargenau zu erklären vermag, woraus der Teig besteht und wie er hergestellt wird.

Nicht jeder muss eine Brücke berechnen können.

@09:27 von andererseite

Mathematik (nicht ...Rechnen...)...halte ich für ein bildungsbürgerliches Relikt vergangener Zeiten.
Wenn ich mich daran erinnere, welch Häme über Frau Merkel im vergangenen Jahr ausgegossen wurde, als sie die zweite Welle mit einer kleinen Überschlagsrechnung vorhersagte, denke ich, dass die Mathematik doch nicht so ein überflüssiges Relikt ist. Ich führe das Desaster unserer Pandemiepolitik auch darauf zurück, dass sich denjenigen, die zu entscheiden haben, grundlegende Zusammenhänge nicht erschließen.
Eine andere Frage ist, ob im Mathematikunterricht die richtigen Inhalte vermittelt werden. Da liegt sicherlich einiges im argen.

Gleichmacherei

Bildungsgerechtigkeit gibt es nicht, soziale Gerechtigkeit gibt es nicht, Gerechtigkeit bei der Verteilung von Intelligenz gibt es nicht.

Wenn wir endlich aufhören würden durch sinnlose Versuche der Gleichmacherei alles zu verschlimmern, wäre schon viel gewonnen.

Da die Rahmenbedingungen der Kinder aber so unterschiedlich sind, wird es eine sinnvolle allgemeingültige Vorgehensweise nicht geben können.

Differenzierung ist angesagt! Und das bedeutet auch Ungleichbehandlung mit Bevorzugung und Benachteiligung.

Leider gibt es aber nur wenige, die das mal ehrlich zugeben wollen.

Also entwickelt sich unsere Gesellschaft lieber zurück.

@ free Nawalny

Mathematik ist zweifelsohne ein sehr wichtiges Fach, aber man muss es damit auch nicht übertreiben. Ich benötige in meinem aktuellen beruflichen Umfeld nichts, was über die Grundrechenarten und Prozentrechnung oder Dreisatz hinausginge. Und wozu soll es gut sein, den Satz des Thales aus dem Stegreif beweisen zu können? Ihn zu kennen, reicht völlig.

Und ihre implizite Kritik, dass es jetzt ein "Riesengeschäft" für private Bildungsanbieter wäre, klingt sehr neidbehaftet. De facto ist jeder Steuercent, den die Regierung in unsere Kinder investiert, besser als in jedes Aktienportfolio angelegt. Was es darüber zu diskutieren gäbe, erschließt sich mir nicht.

Apropos: Aktien. Ich vermisse ihre Kritik an den Umtrieben der Finanzmärkte, die selbst in extremen Krisenzeiten wie diesen ziemliche Umstände feiern.

re 09:48 nie wieder spd: Schamesröte

>>Was die Für die meisten Fächer gibt es allerdings bei YouTube Videos, die allen „schlechten“ Lehrern die Schamesröte ins Gesicht treiben müßte.<<

Nicht nur den „schlechten Lehrern“, nein, uns allen! Weil diese „Videos“ zeigen können, wie vielfältig und faszinierend „Lernen“ sein kann.

>>Dazu braucht es aber vernünftigen Internetzugang und entsprechendes Equipment für alle Schüler. Und alles könnte auch in der Schule genutzt werden.<<

Könnte - müsste aber nicht! Es geht nicht um die Technik - es geht um die Begeisterung, wie schon geschrieben wurde. Und Sie glauben doch nicht, dass man als Lehrer „begeistern“ könnte, in dem man Videos zeigt. Nein, dazu gehört sowohl viel mehr als auch viel weniger: Eben „Begeisterung“! Ein Begriff, der mich immer wieder selbst mitreißt und begeistert.

Konkret: Lassen Sie sich nicht auf ein „besser“ oder „schlechter“ ein - es kommt immer auf die Kombination von allem an. Patentrezepte taugen nie!

Das gesamte (Schul-)System ist doch krank

Es ist sicherlich zu begrüßen, wenn ein Teil unserer Steuergelder für die jetzt aufgefallenen Defizite im Bildungswesen eingesetzt werden. Sinnvoll wäre es sicherlich, dieses Geld dafür einzusetzen, dass alle Schulen technisch so ausgestattet werden, dass jedem Schüler mindestens ein aktuelles Tablet zur Verfügung gestellt werden kann, damit Homeschooling nicht mit dem Smartphone des Vaters stattfinden muss. Aber sind wir doch mal ehrlich: Schulen und Kitas werden derzeit doch nur deswegen mit aller Gewalt offen gehalten, da sie heutzutage hauptsächlich Kinderverwahr- und Erziehungsanstalten sind/sein sollen, weil die Eltern meistens auf beide Einkommen angewiesen sind. DAS ist die Krankheit des Systems. Hätte man von staatlicher Seite das Virus bereits im letzten Herbst mit einem richtigen Shutdown - der nun, auch "dank" steigender Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, sicher sehr bald umgesetzt werden muss - mutig bekämpft, wäre bestimmt viel Leid und Sorge erspart geblieben...

@VictorJara, 08:35

„Ursachen sind doch vor allem in der enormen Kluft zwischen Arm und Reich zu suchen , Letztlich nimmt diese immer weiter zu . Der Staat hat es nicht einmal für nötig gehalten ,allen Kindern einen Computer zu stellen ,oder dafür zu sorgen das alle einen Zugang zum Internet bekommen“

Da haben Sie Recht. Freier Zugang zum Internet und zu Informationen müsste heute ein Menschenrecht sein. Man kann schon von Glück im Unglück reden, dass diese Pandemie ins digitale Zeitalter fällt. Sonst wären die Kinder und Jugendlichen (die ja allesamt „Digital Natives“ sind) noch übler dran als ohnehin schon.

Sie brauchen allerdings dringend auch ihnen zugewandte, für ihre Interessen (der der Kinder und Jugendlichen) kämpfende persönliche (und fachkundige) Anleitung, damit sie sich nicht in den unzähligen „Fallstricken“ des WWW verheddern.

@frische Unterhose

Schon mal dran gedacht, dass ihr Kern der höheren Bildung nicht gerade die Schüler betrifft, die die geplante Nachhilfe benötigen. Es wird dabei nicht darum gehen verkannten Genies ihr verlorenes Jahr an Bildung zurückzugeben, sondern eher die Kids zu fördern, die vorher schon Probleme hatten. Da ist es für viele wichtiger einen Dreisatz perfekt zu beherrschen und die Rechtschreibung/ Grammatik der deutschen Sprache- Kurvendiskussionen und Naturlyrik sind nicht für jeden überlebenswichtig.
Viele Kinder haben aber zuhause nicht mal jemanden, der ihnen Bruchrechnen und Rationale Zahlen erklären kann und da gibt es den Förderbedarf um diese Lücken zu schließen.
Sie möchten in 10 Jahren bestimmt auch nicht von einer Krankenschwester geimpft werden, die nicht weiß wieviel 1/6 Impfstoff+ 2/3 Kochsalzlösung ist und die, die den Kern der höheren Bildung haben, werden sie nicht impfen oder ihnen das Wechselgeld an der Kasse rausgeben- dennoch sind sie für uns unersätzlich.

andererseits

Ihnen ist doch auch klar das unser Schulsystem mitverantwortlich für die sozialen Verwerfungen in unserer Gesellschaft ist . Da gibt es viele Fragen die zu bearbeiten wären . z.b. Die Bewertungen die Schüler schon ab der fünften Klasse einteilt . Letztlich beruht meine Argumentation auf der Tatsache ,das Heute wieder die soziale Herkunft entscheidet ,welche Möglichkeiten für unsere Kinder offen stehen . Dies belegen die Zahlen eindeutig . Gerade in der Corona -Zeit wurden wieder Möglichkeiten versäumt für mehr Lerngerechtigkeit zu sorgen . Computer sind da nur ein Merkmal , die der Staat versäumt hat den Kindern zukommen zu lassen, die keine besitzen .

Gerade die Abschlussklassen

Gerade die Abschlussklassen haben sehr viele Wochenstunden Unterricht konzentriert auf 5 Tage, Freizeitaktivitäten wie Sport, Musik oder einfach mal chillen finden kaum Platz. Wo sollen da noch 4 zusätzliche Stunden Nachhilfe untergebracht werden?
Auch in der Schule ist das Motto "viel hilft viel"
fehl am Platze.
Berlin will den Schülern ermöglichen, freiwillig ein Schuljahr zu wiederholen. Mal schauen, wie viele das Angebot annehmen werden, mal schauen, ob das angesichts des Lehrermangels zu bewältigen ist.

Darstellung: