Kommentare - Regierungsausgaben für externe Berater 2020 stark gestiegen

12. März 2021 - 09:30 Uhr

Mehr als 430 Millionen Euro hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr für Unternehmensberater ausgegeben - 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast die Hälfte der Kosten entstand im CSU-geführten Innenministerium.

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Kommentare

Man traut wohl den eigene Mitarbeitern nichts zu

Ich habe selbst einige Zeit für eine Unternehmensberatung im Back-Office gearbeitet, daher kenne ich das Geschäft ein wenig.

Ein gutes Beratungsprojekt sollte zielgerichtet und schnell ein Problem lösen, für das es im zu beratenden Unternehmen keine Fachleute gibt. Es gibt aber auch Berater, die sich in Unternehmen unentbehrlich machen (wollen).

In den Ministerien gib es hunderte oder gar tausende Beamte, deren Job es eigentlich sein sollte für die Minister und deren Stab im Hintergrund die Arbeit zu machen, so dass der Minister auf fundierte Informationen zugreifen kann und z.B. in einer Konferenz oder vor der Presse keinen Blödsinn erzählt oder sachlich falsche Entscheidungen trifft.

Wenn man ständig einen ganze Stab von Beratern braucht, heißt das, dass die eigenen Mitarbeiter entweder unfähig sind oder dass man zu wenige Mitarbeiter hat, um die Arbeit zu bewältigen.
Auf jeden Fall scheint hier ein grundsätzliches Problem in der Personalplanung vorzuliegen.

Viel beeindruckender

ist der Anstieg innerhalb von 2 Jahren.

11:49 von Blitzgescheit

oft ein abgebrochenes "Studium" der Theologie oder Theaterwissenschaften vorweisen
.
aber die sind populär werden gewählt
wer ist also Schuld ?

Natürlich braucht man Experten, wenn man selbst keiner ist

Es ist m. E. nötig, dass man Experten bei bestimmten und wichtigen Themen zu Rate zieht.
Merkel wird von verschiedenen med. Experten beraten.
Nicht gut war dabei aber, dass sie nicht immer auf diese hörte.
Drosten hatte (wie auch Lauterbach) im Frühsommer 2020 eine starke 2. Welle vorausgesagt. Doch der Sommer wurde verschlafen, weil man an die 2. Welle nicht glaubte, nachdem die 1. Welle noch relativ glimpflich verlaufen war.
Man glaubte dann auch, dass man die Impfstoffbeschaffung der bekannt langsamen EU übertragen kann, weil man dachte, dass diese Beschaffung nicht dringlich ist.
Lauterbach hatte im Sommer 2020 auch zu flächendeckenden Schnelltests geraten.
Diese hätten vermutlich die 2. Welle ganz oder teilweise verhindert.
Doch die Politik hat auch diesen Rat ignoriert.

Natürlich braucht man Experten, wenn man selbst keiner ist

Es ist m. E. nötig, dass man Experten bei bestimmten und wichtigen Themen zu Rate zieht.
Merkel wird von verschiedenen med. Experten beraten.
Nicht gut war dabei aber, dass sie nicht immer auf diese hörte.
Drosten hatte (wie auch Lauterbach) im Frühsommer 2020 eine starke 2. Welle vorausgesagt. Doch der Sommer wurde verschlafen, weil man an die 2. Welle nicht glaubte, nachdem die 1. Welle noch relativ glimpflich verlaufen war.
Man glaubte dann auch, dass man die Impfstoffbeschaffung der bekannt langsamen EU übertragen kann, weil man dachte, dass diese Beschaffung nicht dringlich ist.
Lauterbach hatte im Sommer 2020 auch zu flächendeckenden Schnelltests geraten.
Diese hätten vermutlich die 2. Welle ganz oder teilweise verhindert.
Doch die Politik hat auch diesen Rat ignoriert.

@Am 12. März 2021 um 11:44 von Cosmopolitan_Citizen

Zitat: "Wirklich gute Berater mit Hintergründen aus Business Consulting, Informationstechnologie, Software-Entwicklung, Betriebswirtschaft, Mathematik/Statistik und weiteren Disziplinen sind auf einem weltweiten leergefegten Arbeitsmarkt knappe Human-Ressourcen und jeden Euro/Dollar wert."

Das ist richtig. Das sehe ich genauso.

Eine Lösung bzw. die Verbesserung könnte darin bestehen, dass man die Durchlässigkeit Politik und Wirtschaft erhöht und ermöglicht, dass Experten in die Politik und Politiker in die Wirtschaft wechseln können. Dass Berufspolitiker ohne konkrete Fachexpertise dann häufiger auf externe Berater zugreifen "müssen", liegt in der Natur der Sache.

re: Soviel Beratung, so wenig vernünftige Ergebnisse

um 11:49 von nie wieder spd

>>Mit soviel Beratung von außerhalb stellt sich ja erst recht die dringende Frage, warum die Pandemiebekämpfung ein solches Desaster werden konnte? ...<<
_________

Das Beispiel der zwei Unternehmen gestern im TV - für mich nicht überraschend.
Wir haben es leider auch so erlebt.

Gruß, Wolfgang

@ Epilog

"@ 10:04 Willi Graf @ 09:40 von Tada
Eine Frage: Können Sie "Beratung" nicht von "Meinungsaustausch" unterscheiden?" Am 12. März 2021 um 10:34 von Epilog

*

Wenn Sie, Epilog, hier nur die Meinung austauschen, dann kriegen Sie natürlich nichts.

So lange

Politiker gewählt werden die den Bezug zur Bevölkerung verloren haben und es Politiker gibt die meinen der Kobold sitzt in Batterien braucht es offenbar externe Beratung. Bei den Wahlen zählt wer am besten rüber kommt und nicht ob man was kann.

10:40 von andererseits

Mir ist das mit Beratern zu unübersichtlich.

Kompetente Leute mir Vorwisssen, die alle Aspekte - ja.

Aber wer bestimmt die Honorarhöhe und wer, ob jemand kompetent und neutral ist?
Gibt es nicht genug Institute (Unis zum Beispiel), die sich eh mit den Themen beschäftigen?

Da riecht mir aktuell zu sehr nach Vetternwirtschaft und Lobbyismus.
ABM für Freunde und Familie.

Wer Alles 1000%-tig machen will ...

... und so gut wie keine Verantwortung übernehmen will, und zudem Angst vor dem Bundesrechnungshof hat, braucht halt viele Studien und Berater und Expertisen.

Das kostet viel Geld.

Aber das ist nicht wirklich die Frage.

Sondern:
Brauchen wir solche Politiker/innen als Bundesministerinnen/er und deren Staatssekretärinnen/re, wie sie derzeit in der Groko-Deutschland in 2019/2020/2021 regierieren ?

Wenn die Berater

im Finanzministerium dafür sorgen würden, dass es keine Cum-Ex-Geschäfte oder Steuersenkung durch Briefkastenfirmen in Panama gibt, hätten sich die Ausgaben gelohnt.
Der Totalausfall der BAFIN bei der Verhinderung der Subprime-Krise 2008 kam den Steuerzahler auch teuer.
Über das wirken des Kraftfahrbundesamtes decke ich lieber den Mantel des Schweigens

11:46, Bernd Kevesligeti

>>Regierungsausgaben für externe Berater 2020 stark gestiegen....
Der Tagesspiegel schrieb am 22.9. 2019 schon von 456 Millionen Euro Beratungskosten "der öffentlichen Hand" für PriceWaterHousecoopers.

Man ist offenbar resistent gegenüber Kritik.<<

PricewaterhouseCoopers (so schreiben die sich) ist ein Wirtschaftsprüfungskonzern.

Ich kann daran jetzt erst mal nichts anrüchiges erkennen. Wirtschaftsprüfung spart mehr Geld als sie kostet. Das ist das Geschäftsmodell dieser Branche.

Sorry aber habe was falsch

Sorry aber habe was falsch geschrieben in meinem 1. Kommentar.
Es sollte heissen: was mich etwas stört ist, dass wenn schon Politiker Ministerposten bekommen, die wenigsten ein bisschen Ahnung von der Materie haben sollten.
Wie z.B. Ursula v.d.L. wie kann diese Frau Verteidigungsministerin werden. Oder die Jetztige. Die haben m.M.n. null Ahnung von der Materie.
Aber anscheinend will diese Posten niemand haben und von daher müssen halt Leute ran die eigentlich nicht geeignet dafür sind. Das sollte in Zukunft anderst gestaltet werden. Dann hätten wir nicht so viele Millionen an Berater Honorare die leider dann einfach nötig sind.

@ wenigfahrer, um 11:27

re 10:44 von harry_up

Da missverstehen wir uns wohl etwas.

Meinen Kommentar schrieb ich als Antwort auf die (nach wie vor, wie ich finde, unsachlichen und sich mehrenden) Kommentare des Users Sunshine24, der sich die Bundesminister so heftig als Alleswisser und -könner vorstellt.

Obwohl ich die Berechtigung für die happig gestiegenen Ausgaben für Beratungstätigkeiten nicht beurteilen kann, aber von der Notwendigkeit gleichwohl überzeugt bin, wäre für mich ein Untersuchungsausschuss (haha, der besteht natürlich auch aus politisch aktiven Mitgliedern) infrage - falls ein solcher eingerichtet werden kann.

@09:45 von Hansemann52

>> Während die Unternehmensberater

Besonders, da Unternehmensberater kein IHK-Beruf mit irgendwie gearteter Prüfung wäre. oO

@Der_Europäer - Ein paar Monate Minister wären okay.

11:52 von Der_Europäer:
"Von daher verstehe ich hier Einige nicht wenn sie so dermaßen auf die Politiker drauf hauen. Ist das etwa Neid?!"
> Wer schlechter bezahlt wird, seine Aufgaben ohne zugekaufte Berater bewerkstelligen und dann auch noch für seine Fehler geradestehen muss, der darf auch mal neidisch sein.

"Das Einzige was mich etwas stört ist, dass man die Ministerien an Politikern verteilt die wenigsten ein bisschen Ahnung von der Materie haben."
> Na ein Glück, dass so etwas nur selten vorkommt. :)

Soweit ich mich erinnere

Soweit ich mich erinnere hatte Frau von de Leyen alleine schon Beraterausgaben in ähnlicher Höhe.

Die Frage ist wie wir damit umgehen bzw. dies einzuordnen haben.

Ich stelle für mich das Parteiensystem in Frage, und würde lieber konkrete Themen wählen.

Der zunehmende Wasserkopf der Administration ist sehr kostspielig, und Zeitintensiv.

Jedoch muss man sich dann noch überlegen wem man die Verantwortung für Strategien überträgt.

Trotz meiner Kritik bin ich für bedächtiges Vorgehen, denn die Stabilität muss alles in allem immer Priorität haben.

Geht diese verloren, werden sich so einige hier sehr wundern wie schlecht es noch werden kann.

@Cosmopolitan_Citizen - Beratung zum Selbstzweck?

11:26 von Cosmopolitan_Citizen:
"Fazit: Investition in Expertise ist vernünftig, sei es bei privaten Unternehmen oder bei Behörden, wenn sie gezielt und auf Erfolg kontrollierbar erfolgt."

Das ist völlig richtig.
Leider ist das nicht immer gegeben. Ich erinnere an Frau von der Leyen, Herrn Scheuer und nun Herrn Spahn. Die Beratungskosten spiegeln sich in den erbrachten Leistungen nicht wider.

11:11, Marcelino

>>fathaland slim
Sehr geehrter User. Ich schätze Ihre Kommentare immer. Ich kann aber aus zeitlichen Gründen nicht alles lesen. Allerdings kann ich aus den heutigen Kommentaren einen, wie Sie schreiben tiefsitzenden Hass nicht erkennen. Es ist tatsächlich so, dass viele Kommentatoren sich mit Recht über diese Beratungskosten aufregen. Das sehe ich genau so und finde es unerträglich, das so "einfach" mit unseren Steuergeldern umgegangen wird.

Beste Grüße<<

Gute Berater, die ihr Geld wert sind, sparen mehr Kosten als sie kosten.

Ob es sich bei den Beratern, um die es hier geht, mehrheitlich um gute oder um schlechte handelt, geht aus dem Artikel, den wir hier diskutieren, nicht hervor. Weswegen viele Leser sofort glauben, es handele sich um schlechte. Denn dies entspricht ihrer generellen Einstellung der Politik gegenüber.

Insofern trägt so ein Artikel nicht unbedingt zum Abbau von Vorurteilen bei. Was guter Journalismus eigentlich immer sollte.

@ um 10:45 von Stern2100

""Im übrigen ist es doch vernünftig, Fachwissen, das in den Ministerien nicht vorhanden ist, einzukaufen. ""

Fachwissen sollte in den Ministerien genügend vorhanden sein.
Sonst erübrigt sich die Notwendigkeit des Ministeriums mit den vielen Beamten.

Berater sollten Punktgenau für eine Sonderaufgabe wo
es an Kompetenz oder ähnlichem fehlt hinzu gezogen werden.

"Dass machen gerade im IT-Bereich alle Unternehmen."
Nein, das macht nur der, der aufgrund seiner Betriebsstruktur keine eigene IT Abteilung unterhalten kann.
Dann ist es sinnvoll kurzfristig Berater für gewisse Projekte anzuheuern.
Eine eigene IT ist bei einer gewissen Betriebsgröße unumgänglich.

@Giselbert 11:59 - Marginale Größe

"Hier geht es nicht darum dies per se zu verurteilen, hier geht es um das Ausmaß, was letztlich berechtigte Zweifel an der Kompetenz der eigentlich dafür Zuständigen aufkommen lässt.

Das Ausmaß ist vertretbar. Beim Volumen des Bundeshaushalts von 500 Mrd. in 2021 sind 430 Millionen Beratungsausgaben eine sehr überschaubare Größe, um es milde zu sagen.

Zweifel an der Kompetenz der Zuständigen begründet das alleine nicht. Wichtiger ist, dass diese Zuständigen die Voraussetzungen für eine gute Analyse von Zusammenhängen und Prozessen schaffen und vor allem die Vorbereitung für eine effektive Implementierung von (neuen) Prozessen, Netzwerken und Systemen sicherstellen.

Das ist die Kompetenz, die beim Beratenen gefordert wird.

re: Vorkenntnisse

um 12:03 von Margitt.
>>Politiker und Experten
Selbst wenn man kein Experten-Kabinett bildet, sollte man m. E. bei der Ministerauswahl solche Politiker nehmen, die die maximal möglichen Vorkenntnisse haben ...<<
_______
Natürlich haben Sie recht. Allein es scheint mir schwer, so eine Vorstellung umzusetzen.

Mir fällt aus dem Steggreif kein Land ein, wo nach Wahlen oder Regierungsum- oder -neubildung so entschieden wird.

"Verdienstvolle Parteisoldaten" sehen es als natürlich an, dass sie für ihr Engagement für die Partei auch ordentlich mit Posten belohnt werden.
In anderen Ländern sind es die Großspender, die dann mit hohen Regierungs- oder Botschafterposten belohnt werden.

Regierung Biden ist bisher eine positive Ausnahme.

Gruß, Wolfgang

12:07, Sisyphos3

>>11:49 von Blitzgescheit
oft ein abgebrochenes "Studium" der Theologie oder Theaterwissenschaften vorweisen
.
aber die sind populär werden gewählt
wer ist also Schuld ?<<

Das sind alles Legenden.

Der einzige Politiker, der mir einfällt, der derzeit Verantwortung trägt und auf keinerlei abgeschlossenes Studium oder Berufserfahrung zurückblicken kann, ist Sebastian Kurz.

@ um 10:05 von Rybnika

""Unsere Minister in Berlin sind Berufspolitiker.....

Antwort:
Was sollte ihrer Meinung nach ein Verkehrsminister von Beruf sein?
Vielleicht Verkehrspolizist?
Oder muss er aus dem Tiefbau kommen um Autobahnen zu bauen?
Oder Pilot um bei Flughäfen mitreden zu können?

Ein Minister muss ein guter Manager sein, der seine Abteilungsleiter, Staatssekretäre etc. koordiniert.
Die Fachkompetenz ist weiter unten angesiedelt.
Das ist auch in fast allen größeren Firmen so.

Auch der Chef von z. Bsp. Airbus kann keine Flugzeuge bauen!
Und der Chef von der NASA ist auch kein Astronaut.

@ 12:03 von Margitt.

Da kann ich Ihnen immer noch nicht zustimmen: die Kompetenzen, die man im Ministeramt braucht, gehen weit über fachliche Kompetenzen hinaus. Das können auch Sie leicht erkennen, wenn Sie das Beispiel "Lauterbach" weiterdenken: Glauben Sie nicht, dass der Gesundheitsminister die Fachkompetenzen eines Herrn Lauterbach genauso in die Überlegungen und Entscheidungen einbeziehen könnte (und wahrscheinlich de facto auch tut) wie die namhafter Virolog*innen, Mathematiker*innen und Szenario-Entwickler*innen - zumal Herr Lauterbach als Experte der gleichen Regierung angehört wie Herr Spahn? Es ist ein beliebter und weitverbreiteter Trugschluss, dass Fachexpertise das entscheidende Kriterium für die Besetzung eines Minister*innen-Amtes ist; entscheidender ist es, die Fachexpertise zu organisieren und in Prozesse einzubinden. Noch anders formuliert: Fachexpertise gehört ins Ressort, meinetwegen als Stabsstelle, aber nicht notwendigerweise an die Spitze des Ministeriums.

Struktur Beraterfirmen wäre interessant

Leider kenne ich sie nicht, ich gehe aber jede Wette ein, dass mehr als 90% der Berateraufträge für die deutsche Regierung von folgenden 5 Firmen abgefasst wurden:

> EY
> PWC
> Deloitte
> Accenture
> McKinsey

Gruß, Wolfgang

PS.: Muss mich leider ausklinken, habe noch Telefonverpflichtungen mit zwei bösen und einem sehr guten Land :-)

Interessant...

Die beiden CSU amigos Seehofer und Scheuer vorne weg bei den Beraterverträgen. Und wenn sich Verkehrsminister Scheuer schon für viel Geld hat beraten lassen, warum hat er den ganzen Maut-Quatsch dann dermaßen in den Sand gesetzt?

@ 12:17 von Tada

Eine Frage: Kriegt man was, wenn man die richtigen Fragen stellt? Und kriegt man eine Zulage, wenn man Sie rhetorisch gut zuspitzt?
;-)

12:08, Margitt.

>>Man glaubte dann auch, dass man die Impfstoffbeschaffung der bekannt langsamen EU übertragen kann, weil man dachte, dass diese Beschaffung nicht dringlich ist.<<

nein, nicht deswegen.

Sondern weil die EU ein Staatenbund ist, innerhalb dessen man die Konkurrenz der einzelnen Mitglieder untereinander vermeiden möchte. Die Bundesstaaten der USA sind bei der Impfstoffbeschaffung ebenfalls nicht auf sich allein gestellt, ebensowenig wie die deutschen Bundesländer.

Impfstoff ist knapp. Wenn sich einzelne von diesem knappen Gut einen großen Anteil sichern, so wie etwa Israel oder Großbritannien, dann ist das gut für diese beiden Länder, die im übrigen überdurchschnittlich schwer von der Pandemie gebeutelt wurden. Wenn aber jeder versucht hätte, es so zu machen, dann hätte es ein Hauen und Stechen gegeben und trotzdem nicht mehr Impfstoff.

zustimmung von Arthor 2008

ich stimme Ihrem kommentar zu, mindestmaß ist das wort, es gibt schon fachkompetenz bei den mitarbeiterInnen (habe selbst ü. 25 jahre in einer behörde in berlin gearbeitet), aber leider sind oft die strukturen so verkrustet und das ego der leiterInnen so gestrickt, daß geäußerte ideen/gedanken von mitarbeiterInnen hinsichtlich effektiverer verfahrensabläufe etc. in der behörde von ihnen als persönlicher affront betrachtet wird, schade, natürlich ist es auch hilfreich, von außen sich beraten zu lassen, aber die gezahlten summen und die steigende tendenz sollte kritisch nachgefragt und überdacht werden, wie sagt man: weniger ist mehr und mehr vertrauen in die eigenen mitarbeiterInnen,

12:08, Blitzgescheit

>>Eine Lösung bzw. die Verbesserung könnte darin bestehen, dass man die Durchlässigkeit Politik und Wirtschaft erhöht und ermöglicht, dass Experten in die Politik und Politiker in die Wirtschaft wechseln können.<<

So wie Matthias Wissmann zum Lobbyverband der Autoindustrie? Gerhard Schröder zu Gazprom? Joschka Fischer zu RWE und OMV?

Ich könnte Ihnen den ganzen Tag solche Beispiele aufzählen. Sie rennen also offene Türen ein. Machen sich mit solcherart Vorschlägen hier aber wohl wenig Freunde.

Man braucht halt ..

.. Beratung, bis das Ergebnis passt. Das ist nicht billig.

Ausgehend

von den Erfahrungen meines Arbeitslebens in der Privatwirtschaft würde ich sagen, Berater holt man sich vor allem dann ins Haus, wenn Projekte anstehen, die die „normale“ Belegschaft nicht in der für das Projekt vorgesehenen Zeit stemmen kann, entweder wegen fehlender Expertise oder fehlender Arbeitszeit (weil ja auch und vor allem die „Tagesarbeit“ zu erledigen ist).
Für die auftraggebende Firma haben Berater den Vorteil, dass sie zur Not Tag und Nacht arbeiten (müssen), um die Termine zu halten, abgegolten durch die hohen Beratergehälter. Das kann man von der „normalen“ Belegschaft nicht verlangen.
Auch für Ministerien können also Berater durchaus sinnvoll sein, aber sicher nicht in jedem Fall.

Berater sitzen überall

Es gibt bei SIEMENS ganze Abteilungen, die zu zwei Drittel aus Externen bestehen. In vielen Banken, Versicherungen etc. sieht es ähnlich aus.

Was tun diese Leute?
Wer sind sie ?

Die erste Frage lässt sich leichter beantworten.

„Berater“ werden für bestimmte Projekte, zB neue Produktentwicklungen oder ein „Redesign“ engagiert. Reine Managementberatung ist eher die Ausnahme (Gegenbeispiel: Bundeswehr Beschaffungsamt). Oft werden die Berater nach einem Projekt „übernommen“, also fest eingestellt, auch in Ministerien und sogar verbeamtet!

Es gibt große Beratungshäuser, die überall ihre Leute sitzen haben und wie Nomaden von einer Firma zur nächsten ziehen. Und es gibt Freelancer die oft wieder Subunternehmer von Beratungsfirmen sind.

Früher gab es das nicht. Es entspricht heute den Arbeitsmodellen der deutschen Wirtschaft, und mit zeitlicher Verzögerung ist das auch auf die öffentliche Verwaltung übergeschwappt.

Das Nachsehen hat oft die Stammbelegschaft und Berufseinsteiger.

Berater sind ja auch sinnvoll

Es ist ja grundsätzlich auch sinnvoll, dass externe Berater hinzu gezogen werden. Es sollte in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Da muss das Parlament kontrollieren. Aber die Pauschalverurteilung, die bringt gar nichts. Das kostet der Linkspartei nur Ansehen. Und das sieht man ja auch bei den Wahlen.

Berater

Ich denke, das Problem sitzt viel tiefer. Es gibt wirklich sehr sinnvolle Beraterfirmen (Wolfgang GA). Wir haben aber zu viele Juristen und BWLer ohne praktische Erfahrung. Die brauchen auch einen Job. Vor etlichen Jahren habe ich einen Lehrgang zur Einführung der ISO 9000 im Produktionsprozess gemacht. Unser Dozent war an der Entwicklung der Norm beteiligt. Zitat „Die ISO 9000 ist geschaffen worden um Zukünftigen BWL Absolventen einen Arbeitsplatz zu schaffen „. Schaffen wir nicht immer mehr Regularien, auch wir als Bürger, dass wir nachher einfach die Übersicht verlieren? Kleine Literaturempfehlung „David Graeber Bullshitjobs“ Hier hinterfragen Angestellte den Sinn ihrer Tätigkeit.

11:01 von Athor2008 Wie bitte?

Fachliche Kompetenz?
Sorry aber das sind Politiker...

Das seit 10-20 JAhren in der Öffentlichkeit der Begriff Experte auch für diese und viele andere unpassende Berufsgruppen verwendet wird, ist der Entwicklung unserer Sprache geschuldet nicht der Entwicklung von Kompetenz.

Meines Wissens gibt es auch noch keinen Studiengang "Expertologie"

Ich fühle mich manchmal bei soviel Experten immer an die Kompetenz von Howie Manson erinnert, der hatte zumindest mal ein halbes Semester Expertologie studiert.

@Am 12. März 2021 um 12:05 von fathaland slim

Zitat: "Sie wissen ja:

Demokratie ist kein Buffet, Demokratie ist eine Küche.

Deswegen ist die Motzerei über die angebliche Unfähigkeit der politischen Akteure ziemlich wohlfeil. Bewerben Sie sich um ein Mandat!"

Guter Punkt!

Ich motze ja nicht nur: ich wähle bekanntlich seit 2013 die AfD.

Aber ich gebe Ihnen recht: immer nur den Finger in die Wunde regeln reicht nicht, auch wenn man wie ich die einzige Partei wählt, die in diesem Land noch für Kompetenz, Rechtsstaat, Demokratie, Marktwirtschaft und Freiheit steht.
Man muss selber aktiv werden.

12:45, Klaus1963

>>Fachwissen sollte in den Ministerien genügend vorhanden sein.
Sonst erübrigt sich die Notwendigkeit des Ministeriums mit den vielen Beamten.

Berater sollten Punktgenau für eine Sonderaufgabe wo
es an Kompetenz oder ähnlichem fehlt hinzu gezogen werden.<<

Ist Ihnen schon einmal die Idee gekommen, daß man den Beamtenapparat eines Ministeriums nicht unnötig aufblähen möchte und deswegen punktgenau, wie Sie es formulieren, Berater beschäftigt?

Im Prinzip handelt es sich um nichts anderes als Werksverträge. Die sind oft kostengünstiger als fest angestellte Mitarbeiter.

430 Millionen Euro klingt erst einmal nach sehr viel Geld, wenn man diese Zahl einfach beziehungslos im Raum stehen lässt. Das sollte man aber nicht tun, sondern ein wenig tiefer blicken. Wozu der hier diskutierte Artikel allerdings wenig hergibt.

Beraterhonorare

Fragt man sich doch wozu die tausende von Mitarbeitern in den Ministerien denn noch gebraucht werden, wenn die eigenen Beamten scheinbar keine Ahnung haben?

Lobbyarbeit hat ja auch Sinn

Ich bin ganz froh, dass praxisorientierte Industrievertreter bei den eher bürokratisch geschulten Beamten in den Ministerien Lobbyarbeit machen. Unsere Firma engagiert sich über einen Unternehmerverband da auch und das finde ich gut.

12:58, Wolfgang GA

>>PS.: Muss mich leider ausklinken, habe noch Telefonverpflichtungen mit zwei bösen und einem sehr guten Land :-)<<

Ich kenne keine bösen und keine guten Länder. Sondern nur mehr oder weniger kritikwürdige Politiker und Regierungen.

Ich wäre sehr froh, wenn man Politik nicht auf "gut" und "böse" reduzieren würde.

Beratung bedeutet Wegdelegieren von Kompetenz

Externe Berater haben in großen Firmen oder Ministerien auch eine psychologische Funktion: sie sind Mädchen für alles und gleichzeitig Puffer und Prügelknaben.

Das läuft dann so: eine Führungskraft hat „einen Bock geschossen“. Verantwortung wird nicht übernommen, den internen MA will oder kann man (Betriebsrat! Beamtenrecht!) nicht ans Schienbein treten. Dann waren’s halt die Berater. Nicht das man die jetzt rauswirft, das wäre ja kontraproduktiv. Man drückt die Tagessätze oder lässt die Köpfe ersetzen.

Wenn ein Beratungshaus zB in einem Ministerium mit 100 Leuten anfängt, sind nach 2 Jahren davon noch 60 da, aber dafür 40 neue gekommen. Ein Nullsummenspiel.

Folgen: Interne werden weniger oder garnicht mehr geschult, Personalentwicklung vernachlässigt, offene Stellen nicht mehr ausgeschrieben.

Stattdessen werden Berater eingestellt, oft für Gehälter die gut das doppelte dessen betragen können was ein Interner in gleicher Position erhält (soviel zum „Gender Pay Gap“....)!

Wozu braucht es dann eigentlich noch...

...die Bundesregierung, wenn die doch eh nur das abnickt, was ihnen die Berater aufschwatzen? Dann braucht es doch die Regierung nicht mehr? Da könnte man dann richtig viel Steuergeld sparen!

Ab morgen mache ich das genauso, wie die Regierung. Statt mir selbst Gedanken zu machen, stelle ich ab morgen einen Berater ein, der mir vorgibt, wie ich zu tanzen habe. Dann kassiere ich zwar weiterhin meinen Lohn und der Berater bekommt dafür ein paar Hundert Euros, aber ich kann dann öfter zu Hause bleiben, ausschlafen, spazieren gehen und sonst ganz viele Dinge machen, die ich nicht machen könnte, wenn ich selbst arbeiten würde!

Tolle Welt!

Und weil das so praktisch ist, bewerbe ich mich jetzt gleich auch noch um 10 andere Stellen, die ich alle parallel machen kann, weil ich ja jetzt Zeit habe, stelle für jede der 10 Stellen einen Berater ein (vielleicht macht der ein oder andere Berater auch 2 oder 3 Jobs gleichzeitig), kassiere 10 Mal Gehalt & muss mein Lebtag keine Armut mehr fürchten.

woher kommen all diese Berater?

Wenn sich schon die Hälfte der Kosten auf ein CSU geführtes Ministerium bezieht - gibt es auch eine Aufschlüsselung, wie viele dieser Berater für Bayrische Unternehmen arbeiten?
...oder selbst aus Bayern sind?

Amigo 2020?

@Am 12. März 2021 um 13:06 von fathaland slim

Zitat: "So wie Matthias Wissmann zum Lobbyverband der Autoindustrie? Gerhard Schröder zu Gazprom? Joschka Fischer zu RWE und OMV?

Ich könnte Ihnen den ganzen Tag solche Beispiele aufzählen. Sie rennen also offene Türen ein. Machen sich mit solcherart Vorschlägen hier aber wohl wenig Freunde."

Die Beispiele, die Sie hier anführen, sehe ich ebenso kritisch.

Derartige Probleme existieren in Ländern mit einer hohen Überschneidung zwischen dem Staat und der Wirtschaft.

Wäre der Staat und die Wirtschaft nach den Prinzipien des Ordoliberalismus aufgebaut, gäbe es diese Sphäre der Kollusion zwischen Politik und Wirtschaft nicht.

Aber Sie stehen ordoliberalen Ideen wie die meisten Linken hier ebenso ablehnend gegenüber, wie ich annehmen darf?

10:52 Wolfgang GA

"Hinter jedem Politiker steht auch einApparat......"

ich glaube das ist der Punkt wieso sich so viele aufregen.
Jedes Ministerium hat eine Anzahl Beamter mit Sachverstand für das jeweilige Ressort zur Verfügung die ja nicht bei jeder Wahlperiode wechseln. Also stellt sich die Frage, trauen die Politiker, Minister usw. ihren eigenen Beamten nicht oder halten sie diese für unfähig oder man hat durch eine Gesetzgebung aus was für auch Gründen alles so verkompliziert, dass nicht einmal die Gesetzgeber bei ihren Gesetzen durchblicken und daher vorsichtshalber noch externe Berater brauchen um all die Winkelzüge und Ausnahmen von der Ausnahme usw. zu verstehen.

@12:54 von andererseits

>>Fachexpertise gehört ins Ressort, meinetwegen als Stabsstelle, aber nicht notwendigerweise an die Spitze des Ministeriums.<<

Da bin ich bei Ihnen. Wir hoffen ja auch, dass ZB Herr Habeck dereinst als Finanzminister sein Wirken nicht nach rein philosophischen Maßstäben gestaltet.

Klar werden Experten gebraucht

In den großen Firmen sind das die SPOCS (Single Point of contact), oft Interne die als Ansprechpartner für Spezialthemen fungieren.

Auch in der Coronakrise hat es Sinn gemacht, bis zu einem gewissen Grad Virologen, Epidemiologen und Physiker zu Wort kommen zu lassen.

Dabei hat man es allerdings übertrieben. Zuerst mal ist Beratung ja immer eindimensional. Probleme sind aber oft vielschichtig. Zum anderen wird versucht, Verantwortung wegzuschieben.

Der Klassiker „Er wurde schlecht beraten!“.

In den letzten 20 Jahren konnte ich beobachten das Expertenberatung zT zu einem Ritual verkommen ist: die Experten sagen nicht selten wenig bis nichts neues, legen sich nicht fest oder erschöpfen sich in Banalitäten. Und: ohne „Experten“ geht anscheinend nichts mehr in Deutschland, sogar das was vorher auch ohne „Beratung“ klappte.

Beispiel: in d. Coronakrise hat man von Virologen nur wenig über das Virus selbst erfahren, aber sehr viel darüber, wie man sich richtig die Hände wäscht :-)

@ andreas.stein.n...

"Es sollte ein Gremium geben das die "Zahlen"
des RKI kontrolliert werden."

An sich spräche nichts dagegen. Aber dann kommt der nächste um die Ecke, sagt, dass er den Kontrolleuren nicht vertraue und eine weitere "unabhängige" Kontrolle verlange. Daraufhin kommt wieder ein anderer und sagt, dass er den Kontrolleuren der Kontrolleure nicht vertraue und so weiter. Was man da für einen Rattenschwanz produziert... kaum auszudenken!

Man darf das RKI gerne kritisieren und insbesondere Wieler kann ich seit seinem "Geschwurbel" um die Masken oder Grenzschließungen zu Beginn der Pandemie einfach nicht mehr Ernst nehmen ("Nein... Vielleicht... Ja... Ne, doch nicht... Oder?"). Aber irgendwo muss dann die "Kontrollisitis" auch mal ein Ende finden! Denn sonst hat man die Quadratur des Kreises und kommt zu überhaupt gar keinen Entscheidungen mehr. Und dann geht definitiv alles den Bach runter!

13:15, Blitzgescheit @fathaland slim

>>Ich motze ja nicht nur: ich wähle bekanntlich seit 2013 die AfD.

Aber ich gebe Ihnen recht: immer nur den Finger in die Wunde regeln reicht nicht, auch wenn man wie ich die einzige Partei wählt, die in diesem Land noch für Kompetenz, Rechtsstaat, Demokratie, Marktwirtschaft und Freiheit steht.
Man muss selber aktiv werden.<<

Dann werden Sie es.

Sie können dann vielleicht auch nach Moskau fahren und sich dort, was Rechtsstaat, Demokratie, Marktwirtschaft und Freiheit betrifft, inspirieren lassen.

@ Blitzgescheit

... auch wenn man wie ich die einzige Partei wählt, die in diesem Land noch für Kompetenz, Rechtsstaat, Demokratie, Marktwirtschaft und Freiheit steht.

... die einzige Partei wählt, die in diesem Land nicht für Kompetenz ... steht.

von fathaland slim 12:32

Erst mal sind diese Ausgaben exorbitant gestiegen. Schon allein für das Arbeitsministerium unter von der Leyen 2,7 Millionen Euro bis 9,6 Millionen Euro jährlich.
Katrin Suder von Mc Kinsey wurde übrigens später Staatssekretärin im Verteidigungsministerium.
Price water house Coopers wurde zum Dauerberater der Europäischen Kommission bei der Privatisierung des Wassers und der kommunalen Infrastruktur. PwC berät die Kommission bei Freihandelsabkommen und für EU-geförderte Privatisierungen in Drittstaaten.

Re : ach du scheiße !

Ein großes Problem haben die BR und auch die Länder. Da sind auf den Posten der Minister/innen und Staatssekretären in der Regel zwar studierte Menschen mit wahrscheinlich guten Abschlüssen, aber sicher keine Fachleute.
Würden all diese Personen tatsächlich Fachkompetenz haben, dann bräuchte es keine Lobbyarbeit mehr. Und es ist auch klar, dass die jeweiligen Lobbyisten sicher immer nur das Beste für ihre Firma oder Verband wollen, und mit Sicherheit nicht für alle Menschen.
Grundsätzlich sollte aber jedes Gespräch mit einem Abgeordneten öffentlich und transparent erfasst, wie lange und über was gesprochen wurde, damit jeder Otto- Normalo dies lesen könnte. Genauso müsste jede Spende oder Zuwendung, möge sie noch so klein sein, ebenfalls transparent erfasst werden. Dann würde man für mehr Ehrlichkeit, Anstand und Aufrichtigkeit sorgen und gegen jegliche Korruption.
Auch sollte kein Lobbyist sich an der Gesetzgebung irgendwie beteiligen.

@ fathaland slim

"430 Millionen Euro klingt erst einmal nach sehr viel Geld, wenn man diese Zahl einfach beziehungslos im Raum stehen lässt."

Dann setzen wir die Zahl mal in einen Zusammenhang: 430 Millionen Euro sind 43 mal das Einkommen eines Friseurs in etwa 40 Jahren Arbeitsleben, also 43x40=1720 Jahre Arbeit.
Wieviele Jahre Arbeit hat die Bundesregierung mit den 430 Millionen Euro bezahlt?

12:52 Klaus1963

"sollte ein Verkehrsminister von Beruf Verkehrsminister sein......"

Ich bin ganz bei ihnen.
Minister müssen nicht unbedingt vom Fach sein und ich füge noch dazu sie müssen,auch nicht studiert haben (weil einige meinen nur Studierte hätte das Zeug zu Höherem).
Aber sie sollten auf jeden Fall eine Vorstellung davon haben was von ihrem Ressort verlangt wird und was sie selber in dem Ressort gerne einbringen und umsetzen wollen dafür haben sie einen Beraterstab und persönliche Vertraute zur Seite. Externe Berater sollten erst dann zum Zuge kommen wenn man innerhalb sich nicht ganz einig ist wie man ein bestimmtes Vorhaben sattelfest umsetzen will oder kann.

Auf Kommentar antworten...

Am 12. März 2021 um 11:01 von Athor2008

Bei einem Salaire in solcher Höhe erwarte ich ein Mindestmaß an fachlicher Kompetenz sowie volles zeitliches Engagement für die Umsetzung der gestellten Aufgaben.

###

Das sollte man meinen...
Nur ist es aber leider so, das Parteien nicht die Kompetenz für wichtig halten, sondern das es ihnen eher um das wichtige Amt geht was sie für sich beanspruchen können. Bestes Beispiel ist doch das Verteidigungsministerium. Viele verschiedene Minister ohne fachliche Kompetenz, aber umso mehr Berater... Und so ist es in vielen Ministerien des Bundes.

Berater aus Berufung

Jeder weiß, dass wir früher, als der Beruf Berater noch nicht erfunden war und die Ministerien und Verwaltungen noch sehr viel kleiner als heute waren, sehr viel schlechter als jetzt regiert wurden. Deshalb können wir annehmen, dass - von Ausnahmen vielleicht abgesehen - Berater ihr Geld wert sind, weil ansonsten alles deutlich schlechter funktionieren würde.

Deshalb kam mir bei der Wahrnehmung so mancher Unzulänglichkeiten der Verwaltungen bei der Pandemiebekämpfung, dass wir uns vielleicht noch sehr viel mehr Berater - nicht nur im Bund - gönnen sollten. Und das Beste, die könnten im Wesentlichen aus dem Homeoffice beraten und machen und tun.

Wenn dem nicht so ist ... ich weiß, die Welt wird ständig komplexer, schneller ... die Demokratie hat halt auch Schwachstellen ... aber sollten die von privatwirtschaftlichen Beratungsunternehmen ohne demokratische Legitimation ausgeputzt werden?

@fathaland slim - Beratungsschäden

13:16 von fathaland slim:
"430 Millionen Euro klingt erst einmal nach sehr viel Geld, wenn man diese Zahl einfach beziehungslos im Raum stehen lässt."

Das stimmt. Zu den 430 Millionen kommen noch die Kosten für Fehlinvestitionen bzw. Schadensersatzansprüche hinzu, die mit diesen Beratungen im Zusammenhang stehen.

Bei Herrn Scheuers Maut waren das 560 Millionen und bei Herrn Spahn sogar 2,5 Milliarden für die Verteilung von Masken.

@13:15 von Blitzgescheit

Sie meinen die Kompetenz der afd, die sich ausdrückt in Expertenaussagen wie die der Abgeordneten B.vonStorch, die die Sonne verklagen will, damit sie nicht mehr so heftig scheint, und das für einen Beitrag zur Klimadebatte hält? Oder die innerparteiliche Zerfetzerei, die dazu führt, dass außer den nationalistischen Tönen des Faschisten Höcke keine substantiellen Beiträge zu einem Rentenkonzept vorliegen? Oder die komplette Verweigerung, sich mit Verkehrs- oder Energiekonzepten zu befassen, indem man stur den Blick nach rückwärts wendet? Oder die unsinnigen Äußerungen zum angeblichen Merkel-Projekt des Bevölkerungsaustausches, das sogar Gauland zu seinem Wortschatz zählt?
Da haben Sie doch sehr zweifelhafte Vorstellungen von Kompetenz und Expertentum. Aber nur zu: die Partei scheint zu Ihren Vorstellungen zu passen.

Re : ach du scheiße !

Leider haben sie vergessen, es gibt auch viele Menschen, die absolut keine Lobby haben und gerade in dieser Pandemie mehr als vergessen werden.
Kinder, Jugendliche, Frauen in Not, Wohnungssuchende, Arbeitslose, Obdachlose, um nur einige zu nennen !!
Haben sie mal daran gedacht ???????

um 13:16 von fathaland slim

„430 Millionen Euro klingt erst einmal nach sehr viel Geld, wenn man diese Zahl einfach beziehungslos im Raum stehen lässt. Das sollte man aber nicht tun, sondern ein wenig tiefer blicken. Wozu der hier diskutierte Artikel allerdings wenig hergibt.„ .

Unterschiedliche Interessengruppen verlangen immer mehr Regulierungen. Ein Problem dabei ist der Punkt, dass immer mehr draufgesetzt wird. Daraus resultiert der Zwang nach Beratung von außen zu suchen. Ich gehe davon aus, zeigt sich ja auch, dass in diesem Forum genügend Fachkompetenz aus verschiedenen Bereichen versammelt ist um diese Diskussion breiter Öffentlich zu machen und zwar von Bürgern . „Wir Bürokratisieren uns zu Tode „ D. Graeber 2016 M.Illner (Makaber in der jetzigen Zeit, aber leider auch zum Teil war) Viele Grüße

13:01 von fathaland slim

Wenn sich einzelne von diesem knappen Gut einen großen Anteil sichern,
so wie etwa Israel oder Großbritannien, dann ist das gut für diese beiden Länder, ...
Wenn aber jeder versucht hätte, es so zu machen, dann hätte es ein Hauen und Stechen gegeben und trotzdem nicht mehr Impfstoff.
.
könnten sie sich da etwas genauer positionieren ?

Akzeptieren sie jetzt, dass einige sich überproportional große Anteile sichern
oder finden sie das generell schlecht wie im 2ten Teil ihrer Ausführung formuliert
... oder gilt das nur für manche Staaten wenn es auf Kosten anderer geht ?
immerhin Belgien sah auch nicht gut aus oder Italien in der Pandemie

@ harry_up

Das tut doch keiner! Was aber - zurecht - verlangt wird, ist, bei der Besetzung der Ministerien vorallem auf die Quali zu achten. Nur als Bsp. & ohne Spahn nahe treten zu wollen: ein Bankkaufmann ist nunmal als Gesundheitsminister einfach nicht vermittelbar! Welche Kompetenz soll der denn bitteschön haben? Es braucht hier jdn., der eine grundständige mediz. Ausbildung durchlaufen hat & der sich mit internen Prozessen z.B. im KH-Wesen auskennt, statt jdn., der gut im Zinsrechnen ist.

Kein Wunder also, dass bei solchen der Qualifikation nicht entsprechenden Ämterbesetzungen das Beratungswesen ausufern & die damit verbundenen Kosten explodieren, während dadurch begünstigt eine bestimmte Klientel - ohne ein polit. Mandat dafür zu haben (!) - ihre Interessen im Stillen durch das Parlament drückt! Und zwar voll zu Lasten der Gruppen, für die es keine Berater gibt, weil die sich ein extensives Beratungswesen nicht leisten können.

Das untergräbt die Akzeptanz für demokrat. Prozessen massivst

12:59 von FalkoBahia

>>Interessant...
Die beiden CSU amigos Seehofer und Scheuer vorne weg bei den Beraterverträgen. Und wenn sich Verkehrsminister Scheuer schon für viel Geld hat beraten lassen, warum hat er den ganzen Maut-Quatsch dann dermaßen in den Sand gesetzt?<<

Im Artikel geht es um die gestiegenen Beraterverträge aus dem letzten Jahr. So könnte es sein, dass die betreffenden Minister dazugelernt haben. Weil Hr. Scheuer mit seinem Ministerium so unendlich viel verdaddelt hat, hat er sich jetzt Fachberater engagiert und siehe da ... in 2020 gab's kein Mautdesaster mehr. Alles vonwegen der Berater oder so.

Bleibt die Frage, warum das die Berater nicht gleich selber machen?

Umsetzung

Das eine 'Beratung' nötig werden kann ist unumstritten. Es reicht aber nicht sich wegen jeder 'Kleinigkeit' beraten lässt, wohl wissend das sich ein Teil der Vorschläge aus Verfahrens- oder Gesetzesgründen nicht umsetzen lässt.
Was nützt die beste Beratung wenn es in unserer trägen Bürokratie nicht umgesetzt werden kann?
Die Bundesregierung wurde auch mal in Sachen CumEx 'beraten' und gewarnt. Ergebnis? Keines.
Aber ... eine externe Sicht soll und muss sein, nur wer sie 'intern' beurteilt und/oder umsetzt, das ist das Problem.

@Möbius 13:34

"Beispiel: in d. Coronakrise hat man von Virologen nur wenig über das Virus selbst erfahren, aber sehr viel darüber, wie man sich richtig die Hände wäscht :-)"

Der Podcast Corona-Update mit Drosten ist international bemerkt und wird zum Beispiel immer wieder von The Economist zitiert. Falls man sich mal die Mühe machen würde da reinzuhören (alternativ: zu lesen), dann würden viele hier mit den Ohren schlackern. Bestes Beispiel ist die Folge "Eine Empfehlung für den Herbst". Die Überlegungen zum Thema Perkolation und Schwelleneffekte ist grade für B117 wieder hoch aktuell.

Beraterkosten

nach meiner persönlichen Meinung nach zeigt dieser Artikel doch klar auf was für unfähige Politiker Posten bekommen nur weil Sie das entsprechende Parteibuch haben. auf die Posten gehören nach meinen Meinung nach fachkundiges Personal. es kann doch nicht sein das die Kosten für externe Berater Jahr für Jahr steigen und dann doch nicht alles richtig läuft.

Die Privatisierung des Staates

Sehr mutig fachfremde Firmen als kompetenter, dem gelernten Personal vorzuziehen.
Wie teuer das dem Steuerzahler kommen wird, zum Beispiel Gorch Fok.?
Zum glück für die Ministerin, wurde Sie Demokratisch nach Brüssel gebracht, und darf dort die geballte Kompetenz aller Unternehmensberater für die EU nutzen, zum Wohle der Steuerzahler, die sich einen Steuerberater leisten.
Ich wäre sehr vorsichtig wem ich als (Unternehmer, oder als Minister) meine Firmendaten anvertraue.
Die Konkurrenz, vor allem die aus Übersee, schläft nicht.

11:54 von Sisyphos3

Zitat:
Als Verteidigungsminister -F 16 fliegen.
Manfred Wörner konnte Strahlflugzeuge fliegen und war auch noch Jurist.
Aber gut,das Verteidigungsministerium ist ein gutes Beispiel es zu erklären.
Politische Führung über der militärischen.Über der militärischen Führung steht die Ministerin und ihr gegenüber werden auch die Meldungen gemacht,wenn sie anwesend ist.Verteidigungspolitik ist mehr als nur der reine militärische Bereich.
Ich persönlich würde mir entgegen dem Trend wünschen,dass man international den militärischen Bereich mehr und mehr zurückfahren würde.Militär ist auch viel sinnlose Ressourcen Verschwendung.

13:31, Blitzgescheit @13:06 von fathaland slim

>>Wäre der Staat und die Wirtschaft nach den Prinzipien des Ordoliberalismus aufgebaut, gäbe es diese Sphäre der Kollusion zwischen Politik und Wirtschaft nicht.

Aber Sie stehen ordoliberalen Ideen wie die meisten Linken hier ebenso ablehnend gegenüber, wie ich annehmen darf?<<

Ja.

Ich halte die angestaubte Ideologie des Ordoliberalismus für einen Irrweg. Schlagwort "Nachtwächterstaat".

Für Bewerber, die sich hier

Für Bewerber, die sich hier immer mal wieder mit Copy&paste, einfachen Lösungen im Sinne von Schuldzuschreibung mit prokativ-eksalierender Sprache hervortun, bleibt letztlich nur eine Partei, bei der man sich um ein Mandat bewerben kann. Und das ist nach eigenem Bekunden eh die Partei seiner Wahl, wie der Forist ja heute nochmals eigens betont. Dort findet er wahrscheinlich andere, die ebenso diese Vorstellung von "Expertentum" vertreten.

13:52, Shuusui

>>@ fathaland slim
"430 Millionen Euro klingt erst einmal nach sehr viel Geld, wenn man diese Zahl einfach beziehungslos im Raum stehen lässt."

Dann setzen wir die Zahl mal in einen Zusammenhang: 430 Millionen Euro sind 43 mal das Einkommen eines Friseurs in etwa 40 Jahren Arbeitsleben, also 43x40=1720 Jahre Arbeit.
Wieviele Jahre Arbeit hat die Bundesregierung mit den 430 Millionen Euro bezahlt?<<

Fiseure zählen neben den Buchhändlern zu den schlechtestbezahlten Lehrberufen in unserem Land.

Für Berater gilt das nicht. Die werden oft erfolgsorientiert bezahlt, also daran gemessen, wieviel Geld ihre Tätigkeit einspart.

Ob man das jetzt gut finden mag oder nicht, ist eine andere Baustelle. Da geht es dann sehr ins Grundsätzliche. Also Kapitalismus, Lohnstrukturen etc.

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