Kommentare - Ehrenhaft oder naiv? Reaktionen auf Özils DFB-Rückzug

23. Juli 2018 - 07:14 Uhr

Als Alarmzeichen sieht Justizministerin Barley den Rückzug Mesut Özils aus der Nationalelf, aus der CDU kommen kritische Stimmen. Warme Worte für den "Bruder Özil" findet der Sportminister - allerdings der türkische.

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Kommentare

Özil

Eigentlich zeigt doch die ganze Problematik im Fall Özil wie „gut“ unsere türkischen Mitbürger in die deutsche Gesellschaft eingebürgert sind.
Es ist nicht so, dass er nur auf politischem Parket ausgerutscht ist. Er fühlt sich, als 1988 in Gesenkirchen geborener junger Mann nicht als Deutscher, obwohl er 2007 die türkische Staatsbürgerschaft abgelegt hatte, um eingebürgert zu werden. Es ist sicher nicht leicht, als Bürger mit Migrationshintergrund jederzeit in der deutschen Öffentlichkeit zu bestehen, aber das, was er im Fussball erreicht hat, hat er nicht „seinem“ türkischen Präsidenten, sondern den Vereinen in Gelsenkirchen, Essen, Schalke 04, Bremen usw. zu verdanken.
Hier haben die Politik und der DfB total versagt. Das ist wohl nicht die „gelungene Integration“ von Migranten in unsere Gesellschaft aber es ist leider eines von vielen Beispielen.

@07:47 von mm0815

Falsch Frau Barley, Herr Özil war kein deutscher Fußballer, er hatte sich nur verkleidet.

Wie naiv sind Sie denn? Fussball ist nur noch ein Geschäft oder ist ihnen das nicht spätestens bei der WM und den Mannschaftszusammensetzungen aufgefallen? "Nationalmannschaft"? Da lachen ja die Hühner und beim FC Bayern spielen nur in Bayern geborene, nicht wahr?

Das er seine "Statements" in Englisch abgegeben hat, zeigt einmal mehr die Respektlosigkeit gegenüber dem Land welches ihn als Fußballer überhaupt dahin gebracht hat wo er heute steht.

Deutschland hat ihn nirgendwohin gebracht, das war seine Leistung und vielleicht noch sein Managment.

Hr. Özil kann sich, genau wie unsere Politiker auch, mit Hr. Erdogan treffen, wenn er meint er müsse das tun! Dafür gibt es Meinungsfreiheit.

Wenn ich 15 Mio. Pfund im Jahr verdienen würde, könnten die mir auch mal alle gestohlen bleiben, die mich in meiner Persönlichtkeit einschränken wollten.

Natürlich sind die Vorwürfe

Natürlich sind die Vorwürfe gegen Mesut Özil völlig überzogen: er hat klar und deutlich erklärt, warum dieses Foto entstanden ist. Und er wird mit Tiraden überzogen, die auf so unsinnige Dinge wie das Absingen der Nationalhymne (wozu braucht es bei internationalen Turnieren diesen Hynnenhype überhaupt?) und auf seinen Migrationshintergrund abzielen. Diese "causa Özil" ist in Wirklichkeit eine typische causa "Desintegration", und zwar nicht von Mesut Özil aus, sondern von seinen Kritikern und ihren Denkmustern aus. Viele sind nicht einmal breitet wahrzunehmen, dass Mesut Özil in Gelsenkirchen geboren ist. Wenn Politiker sich mit Erdogan treffen, dient das politischen Entwicklungen, bei Özil gehen die fremdenfeindlichen Leute in Stellung: Wo sind wir da nur hingekommen?

Man muß das strikt trennen.

Wer kein Fußballfachmann ist, hat zu Hrn. Özils Leistungen in der Nationalmannschaft nichts zu sagen. Es ist schon infam, mehr oder weniger einem die Schuld für das Versagen zu geben. Hr. Özil stand ja nicht allein auf dem Platz.
Das Foto mit "seinem "Präsidenten ist indes eine andere Sache.
Hr. Özil hat sich entschieden. Das ist sein gutes Recht und er kann denken, was er will.
Doch sollte man dann auch so konsequent sein, im Land "seines" Präsidenten zu leben, wenn es hier nur noch Rassisten gibt.
So wie Hr. Özil das Recht auf eine eigene (politische) Meinung hat, das ihm niemand absprechen darf, haben alle anderen das auch. Und wenn diese "seinen" Präsidenten kritisieren und nichts mit ihm zu tun haben wollen, ist das ebenso legitim und zu respektieren, wie seine Ansichten.
Ich denke, Hr. Özil hat da einen großen Bock geschossen. Hätte er vorher etwas nachgedacht, wäre das vielleicht nicht passiert. Ist es indes Absicht gewesen, stellt sich die Frage, was macht er dann noch hier?

@cari, 8.23

Gebe Ihnen vollkommen Recht.
Habe gerade vor wenigen Tagen kopfschüttelnd eine Bekannte gehört, die sich darüber empört hat, dass ein Nachbar in einem Viertel, in dem viele (türkische) Migranten leben, bei der WM eine deutsche Fahne aufgehängt hat. Sie hat es als Provokation gesehen, dass in Deutschland eine deutsche Fahne hängt. Ich denke das bedarf keines weiteren Kommentars mehr.

08:20 von r.wacker

«Ich stelle mir gerade vor, was passieren würde wenn Özil in der türkischen Nationalmannschaft spielen würde - würde er dann Steinmeier als "seinen Präsidenten" bezeichnen?»

Ihre Vorstellung ist eine, die auf nicht existenten Tatsachen beruht.

Herr Özil besitzt seit Ende 2007 keine türkische Staatsbürgerschaft mehr.
Die hat er zu diesem Datum abgegeben, und ausschließlich die deutsche angenommen. Er war damals 19 Jahre alt, und hatte noch nie in irgendeiner Nationalmannschaft gespielt.

Er sagte 2012 in einem Interview:

«Ich habe in meinem Leben mehr Zeit in Spanien als in der Türkei verbracht.
Bin ich dann ein deutsch-türkischer Spanier oder ein spanischer Deutsch-Türke?
Warum denken wir immer so in Grenzen? Ich will als Fußballer gemessen werden, und Fußball ist international, das hat nichts mit den Wurzeln der Familie zu tun.»

"http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball-em/deutsches-team/mesut-oezil…"

Ohne Wertung meinerseits. Als Info …

@ 08:34 von Karl Klammer

"In der Weltmeister 1974 hat gar keiner mitgesungen.
Muß Deutschland diesen WM-Titel wieder zurückgeben !"
.
Sie sind nicht zufällig auch Türke?

findus., 7.34

Wenn Özil herumpoltert, um sich ins rechte Licht zu setzen und zum Opfer zu machen, dann ist das seine Sache. Sei ihm gegönnt. Viel schlimmer ist, dass deutsche Politiker dumm genug sind, sich sofort vor den Rassismus-Karren spannen zu lassen und loszuquaken.

Kopfschütteln

kann ich nur noch, wenn ich das lese. Özil ist eine Person des öffentlichen Leben und trägt damit eine sehr hohe Verantwortung. Wie er sich jetzt wehrt, ist einfach nur infantil. Wer sich für Deutschland entscheidet, von dem erwarte ich, dass er sich ausschließlich mit diesem Land identifiziert und mit gutem Beispiel voran geht. Er tat es leider nicht und hier geht es nunmal nicht nur um Fußball. Wenn Özil lieber Türke sein möchte , dann ist das OK. Aber bitte nur einem „Herrn“ dienen. Wie soll ein gesundes Gefühl der Zusammengehörigkeit entstehen, wenn man glaubt nach allen Seiten offen bleiben zu können und sich immer nur das Beste aus beiden Nationen rauspickt ?

Rassismus

Seit Monaten wird uns erklärt was rassisisch, völkisch, undemokratisch, ausländerfeindlich, diskriminierend, intolerant und populistisch ist.
Scheinbar dürfen Betroffene sich in diesem Land nicht dazu äußern.
Denn jeder weiß was Özil meint. Natürlich hat er einen Begriff gewählt, der die Lage nicht genau definiert. Muss er gar nicht besser machen. Ich verstehe, was er meint. Den Rest muss die Gesellschaft als ganzes packen.
Das heißt nicht automatisch, dass jeder den starken Nationalstolz deutscher Türkischstämmiger gut finden muss. Aber Özil ist in eine Situation reingeboren worden, die das geradezu herausfordert. In dieser Situation haben Türken irgendwann begonnen sich selbst zu diskriminieren (im herkömmlichen Wortsinne) und als stolze Türken zu sehen. Liebe Mitbürger, das Interesse an der Herkunft vom Menschen ist nichts schlechtes! Ablehnung und Vorurteile sind beinahe menschlich. Die Frage ist, lasse ich dich dich das spüren und verwende ich das, wenn ich dich beurteile?

Ich achte Mesut Özil dafür,

Ich achte Mesut Özil dafür, dass er jahrelang unser Nationalspieler war, ich achte ihn als Mensch mit seiner eigenen Sensibilität für die Wurzeln seiner Familie, und ich achte ihn für seinen Selbstrespekt, der ihn zum Rücktritt aus der Nationalmannschaft bewogen hat. Ich schäme mich fremd für all die latent bis offen rassistischen Äußerungen und Angriffe auf ihn und seine Familie. Und ich warte auf angemessene (!) Schritte von Grindel, Bierhoff und Co.

Es war klar das der "Fall

Es war klar das der "Fall Özil" direkt politisiert wird von jemanden wie Frau Barley, nur sehe ich es eher als klaren Fall von verfehlter Integration auf höchster Ebene von jemanden bei dem alle anderen Schuld haben, er selbst aber nichts falsch gemacht hat.

Das Rassismus immer falsch ist, steht dabei völlig außer Frage, wobei ich mich Frage welcher Rasse sich ein Özil zugehörig fühlt oder ist es nur ein falsch gewählter Begriff?

Gut, dann bekenne ich mich

Gut, dann bekenne ich mich auch zu meinen K.u. K. Wurzeln (meine Familie verließ im 17. Jhd. das Kaiserreich) und huldige nun dem österreichischem und ungarischem Präsidenten; sorry, aber wie naiv ist Herr Özil?

Ja machen Sie das doch, wer will Sie daran hindern und vor allem mit welcher Begründung?

Da reden wir den ganzen Tag von der EU und Globalisierung und nun kann die Nationalflagge nicht schnell genug gehisst werden? Da kann ich doch nur lachen!

Özil tut genau das richtige und wendet sich von diesem bigottem System ab!

Hübscher Knoten, der hier zu entwirren ist

"Er warf "bestimmten deutschen Zeitungen" rechte Propaganda vor, "um ihre politischen Interessen voranzutreiben"."
Das kann er also sehen. Eigenartig, dass er andererseits das Erdogan-Foto immer noch nicht durchschaut. Oder halt nicht durchschauen will. Welcher Propaganda dient wohl dieses? Ausschließlich seinem höchst privaten Respekt vor dem "Amt" des türkischen Präsidenten?

Das ist aber ein verdammt wirres Knäuel von Tatsachen, Meinungen und Gefühlen geworden. Da gibt es nicht nur für Özil so einiges zu ordnen.

Seinen Rückzug als Reaktion

Seinen Rückzug als Reaktion auf die teilweise arg überzogenen Reaktionen kann ich verstehen.
Seine Aussage, es ginge bei dem Foto nicht um Politik jedoch ist einfach nur dumm oder eine Ausrede.

Ein Presse-PR-Foto von Prominenten mit einem Staatspräsidenten und Berufspolitiker hat in jedem Fall auch eine politische Komponente und wird natürlich auch auf dieser Ebene von Anhängern jenes Politikers wahrgenommen.
Insbesondere wenn es um Machtmenschen wie Erdogan geht, aber ganz allgemein halt auch.
Und natürlich impliziert die Teilnahme an so einem Termin, dass man jenem Politiker ggüber freundlich eingestellt ist.
Kann man natürlich machen, ist ein freies Land, aber sich danach hinstellen und sagen, es ging dabei nicht um Politik ist naiv oder dumm - oder beides.

Und selbst ich mit türkischen Wurzeln finde es absurd, wenn sich Mitglieder einer Nationalmannschaft für Imagepflege von ausländischen Politikern benutzen lassen... völlig unabhängig davon, um wen es geht.

die...

Rassismuskeule wirkt heute nicht mehr...

@ 08:51 von Der Nachfrager

"bitte nachdenken
@Tim1976:
"Es gab aber auch Dinge, die mich geärgert haben: seine Verweigerung, die Deutsche Nationalhymne zu singen "

Fast alle Flüchtlinge und Menschen die die BRD in den letzten Jahrzehnten aufgenommen hat würde aus religiösen Gründen die deutsc he Nationalhymne nicht singen.

Mal darüber nachdenken."

Ich habe darüber nachgedacht und bin zu folgendem Schluss gekommen:
keine Religion kann mir verbieten die Nationalhymne meines Staates zu singen. Wenn mir etwas das Singen der Nationalhymne meines Staates verbietet, ist es eine Ideologie aber keine Religion.

Wiedermals doppelmoral

Die Migranten nehmen es mit Humor. Leider begreifen es manche nicht. Nur miteinander sind wir stark. Einbahnstraße sind immer kurze Wege. Wann begreifen Sie es endlich.

@08:51 von Der Nachfrager

Fast alle Flüchtlinge und Menschen die die BRD in den letzten Jahrzehnten aufgenommen hat würde aus religiösen Gründen die deutsc he Nationalhymne nicht singen.

Frei erfundene Behauptung ohne Belege, und noch dazu ziemlich absurd.

Die Hymne ist ein politisches Statement und kein religiöses. Außerdem wüsste ich nicht, was in der 3. Strophe enthalten sein soll, was in irgendeiner Religion problematisch ist. Ich kenne niemanden, ob Flüchtling oder nicht, der aus religiösen Gründen die Nationalhymne ablehnt. Ich kann mir aber vorstellen, dass es nicht allerhöchste Priorität hat, Text und Melodie der Hymne zu lernen, wenn man neu ankommt.

Bemerkenswert ist allerdings, dass gerade diejenigen aus der rechten Ecke, die selber mit Werten wie "Recht" oder "Freiheit" Schwierigkeiten haben und die "Einigkeit" mit "Gleichschaltung" verwechseln, hier diejenigen sind, die am lautesten das Singen der Hymne fordern.

09:01 von Caligula19

«Migration heisst einleben und mitwirken. Um die lächerliche Diskussion zu beenden und das geifern der Frau Barley einzuordnen, genügt es schon, Ösil und Lukas Podolski zu vergleichen.»

Frau Barley "geifert" nicht. Sie äußert sich. Wie Sie auch.
Und Sie wollen auch nicht, dass ich Ihre Äußerungen als "Geifern" bezeichne.

Weder Podolski noch Özil sind "migriert".
Lukas war 2 Jahre alt, als er mit seinen Eltern aus Polen kam.
Mesut wurde in Gelsenkirchen geboren, wo er auch aufwuchs & zur Schule ging.

Vereinsfußball in DEU hat er u.a. bei Rot-Weiss Essen, Schalke 04, und Werder Bremen gespielt (bis 2010), bevor er zu Real Madrid, dann zu Arsenal London wechselte (2013).

Hilft Ihnen das bei der Beurteilung von Mesut Özil nun irgendwie weiter?

Auch ich sehe sein Treffen mit Erdogàn sehr kritisch, die anschließenden Äußerungen dazu erst recht.

"Fehlendes Mitwirken" Özils in DEU aber nicht. Eher in Ihrem Kommentar eine sachlich unzulässige Vermischung "mit dem Thema Migration".

Am 23. Juli 2018 um 08:54 von

Am 23. Juli 2018 um 08:54 von frosthorn
@DenkenderSchwabe, 7:59

Wurde Herr Özil in Deutschland einberufen? Hat er gedient? Antworten auf diese Fragen fände ich auch interessant.

Und was sollte daran interessant sein? Bewerten Sie Menschen (Männer) danach, ob sie gedient haben?

nnnnn
Kann man Männer in Deutschand nicht an dem messen, was Sie freiwillig und uneigennützig auf sich zu nehmen gewillt sind ?
Soll das jetzt der Versuch sein die Opferbereitschaft als Untugend anzuschwärzen ?
Und ja, das ist durchaus ein Kriterium, vor allem eigentlich für Sie, daß hier jemand die "Freiheitliche Grundordnung" verteidigen will. Fußball ist n i c h t alles hier.
Sonst kann das GG ja auch nicht hoch genug hängen ?!

@ um 08:41 von Norden

"Mesut Özil hat mehr für Deutschland getan,...
...als alle Foristen hier zusammen. (mich eingeschlossen)
Man kann ein wenig mehr Respekt dem Menschen gegenüber erwarten."

Das darf man auch andersherum sehen: das viele Geld, das Mesut Özil in Deutschland verdient hat, kommt hauptsächlich von Deutschen, er kann daher ruhig ein wenig mehr Respekt gegenüber den Deutschen zeigen.

Sicher hat Mesut Özil viel für Deutschland getan, Ich finde es daher schade, dass er sich selbst in so einen Abgang manövriert hat. Das Sommerloch hat noch den Rest dazu gegeben.

Wie sehen das eigentlich die

Wie sehen das eigentlich die Türken, die in der Türkei leben, und verfolgt, eigesperrt und ihrer Lebensgrundlage beraubt werden, weil sie nicht der Erdoganschen "Ethnie" angehören und die die Hälfte der Bevölkerung stellt?

Wie sehen die das?

Kann man das mal recherchieren?

@Hador Goldscheitel "Özil soll Widerstand leisten trotz ...

... Gefährdung seiner Familie"
---
Özil hat doch Widerstand geleistet -, gegen die Vereinnahmung als Deutscher. Er hat klar zum Ausdruck gebracht wo ein Türke sich auch noch in der 3. Generation zu verorten hat und hierfür seine Vorbildfunktion als Nationalspieler eingesetzt.

09:09 von Axtos

«Um es kurz zu machen, wenn Özil uns zum Weltmeister geschossen hätte, würden wir diese Diskussion nicht führen.»

Sehr wahre Worte.

Die die aufgeregte Diskussion in einem aufgescheuchten Hühnerhaufen aus DFB und "Fußball-Öffentlichkeit" auf des Pudels Kern eindampfen.

Integration

Die Frage ist für mich, was türkischstämmige Menschen wie Özil unter Integretion verstehen. Denn Özils Äußerungen klingen so gar nicht danach, dass er sich wirklich in unser westeuropäisches Denken und in unseren Wertekanon integriert hat. Und wenn man schaut, wie viele Änhänger Erdogan in Deutschland sonst noch hat, muss man diese Frage auch unabhängig von Özil stellen dürfen. Wie integrationsbereit sind Menschen türkischer Herkunft in Deutschland?

Peinlich!

Den einzigen Versager, den ich bei diesem "Schmierentheater" ausmachen kann, ist Herr Mesut Özil selbst.
Wie kann man so naive sein, zu glauben, dass wenn man sich mit einem Herrn Tayyip Erdoğan, auch noch in der Zeit des türkischem Wahlkampfs,
abbilden lässt, das nur die Verbundenheit zur Türkei zeigen soll. Hier wurde eindeutigen ein politisches Statement abgegeben!
In der Konsequenz hätte Herr Özil selbst sofort abtreten und, wenn er Rückgrat hätte, in die Türkei auswandern müssen.
Soweit geht die Verbundenheit zur Türkei dann wohl doch nicht. Die Annehmlichkeiten/Freiheiten mit dem deutschen Pass
sind dann doch zu verlockend. Dann auch noch die "Deutschen-Ausländerfeindlichkeit-Keule" rausholt, ist unverschämt und zeigt die Verlogenheit von Herrn Özil.
Das jetzigen nachtreten von Herrn Özil ist respektlos - peinlich - kindisch - unehrenhaft - undankbar etc.
In der sportlichen Bewertung von Herrn Özil halte ich es mit Uli Hoeneß.

08:30 von NeutraleWelt

«Herr Özil, ab jetzt können Sie für Ihren Präsidenten spielen!»

Nein, Herr Özil, das können Sie nicht.

Selbst wenn Sie jetzt wieder die (2007 abgegebene) türkische Staatsbürgerschaft annehmen würden, dürften Sie nicht für die türkische Nationalmannschaft spielen, da Sie in offiziellen Spielen ("Nicht-Freundschafts-Spielen") für das deutsche Team gespielt haben.

Wenn ich mich nicht irre, ist der Wechsel des Nationalverbandes gemäß den FIFA-Statuten erst nach einer "Karenzzeit" von mind. 5 Jahren möglich, in denen der betreffende Spieler überhaupt keine internationalen Spiele mehr bestritten hat (auf Antrag, und mit Einzelfallprüfung).

Gestern gelesen

Das Herz schlägt für die Türkei, das Portmonee ist Deutschland.
Solche Leute haben in der Nationalmannschaft nichts verloren.

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User,

die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Alle wesentlichen Argumente sind genannt. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen die Kommentarfunktion zu schließen.

Die Moderation

Typisch

Die Rechte hat doch immer nur auf "Fehler" von ihm gewartet
Das Bild mit Erdogan sagt doch noch was aus: schaut her, ein Türkischstämmiger hat es in die deutsche Nationalmannschaft gebracht! Prima, ein offenes Land ist Deutschland! Und die Antwort aus Deutschland? Ein Shitstorm. Marketing ist keine deutsche Kompetenz, Jammern und das Haar in der Suppe finden hingegen schon.

Das FotEo kann er machen - der Kommentar dazu jedoch ...

... disqualifiziert ihn, oder jene die er dafür beschäftigt.
Anstelle eines: "Treffen mit dem Präsidenten der Türkei, sprachen über die Entwicklung des Fußballs und die Haltung in der türkischstämmigen Community zu seiner Politik" (größtmögliche Zustimmung),
haut dieser Experte für Feinsinn, ein ...
"Treffen mit unserem Präsidenten" heraus.
Leider, schaut man auf die Wahlergebnisse, der in Deutschland lebenden Türken, ist er damit ein würdiger Repräsentant jener Gruppe.
Es zeigt auch, wie wenig, das Geschenk der erleichterten Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft als solches Verstanden wurde.

@08:43 von Tschabo

"Wenn in einem Spieler "zwei Herzen" schlagen , wie es Özil und Gündogan beschreiben, heißt das ja nichts Anderes als dass sie sich nicht 100 % mit dem Land für das sie spielen, identifizieren können."

Können Sie sich denn zu 100% mit Deutschland identifizieren? Mit jeder Facette? Mit links, grün, AfD, CSU/CDU und NPD? Mit Liberalen und "Verteidigern des Abendlandes"? Mit NSU, deutscher Vergangenheit, dessen Bewältigung und modernem Rechtsstaat? Gehört alles irgendwie dazu.

Das Land ist im ständigen Wandel und man kann natürlich zu seinem Land stehen. Aber ein Land ist mindestens so komplex wie die Menschen die in ihm wohnen. Und während Menschen wie z.B. Snowden für die Einen als Held und Patriot gelten gilt er für Andere als Verräter. Stand er nun zu seinem Land oder ist er ihm in den Rücken gefallen?

Und am Ende geht es eigentlich doch wieder nur um Fußball...
Hätte Özil in jedem Spiel 2 Tore geschossen würde das aber wahrscheinlich alles niemanden mehr interessieren.

09:15 von Quakbüdel

«Der Fall Özil zeigt zudem, daß eine doppelte Staatsangehörigkeit auch Probleme mit sich bringen kann und der "Doppelpaß" noch überdacht werden sollte.»

Mesut Özil besitzt keine doppelte, sondern nur die deutsche Staatsbürgerschaft.

Die Diskussion "um das Erdoǧan-Foto" besteht ja nicht erst seit gestern.
Da war eigentlich genügend Zeit, sich um die dahinter liegenden Sachverhalte kundig zu machen, als dass man jetzt noch mit unzutreffenden Behauptungen aufwarten müsste …

Leistung

sorry aber seine Leistung war auch nicht welmeisterlich. Die ganze saison hat er schon auch in Arsenal kritik geerntet.

Es geht doch um seine Leistung in der Nationalelf, nicht um...

Dies ist einfach nur meine Meinung zu diesem Thema!

Also 1. sei mir erlaubt, ich finde es unfassbar, was mansche Personen hier schreiben sei es Doppelte Staatsbürgerschaft wieder abschaffen und vieles mehr. Was hat den das mit dem eigentlichen Thema zu tun?

2. Was wichtiger ist, das eigentliche Thema,

Özil hat doch nie von seiner spielerischen Leistung was getaugt in der Nationalmannschaft. Das ist Fakt. Das hat doch nichts mit Rassismus zu tun oder Ausländerfeindlichkeit oder mit seinen Bilder mit Erdogan. Und ich bin mir Sicher, Löw sieht das genauso und hätte ihn auch nicht mitgenommen zur WM, wenn er nicht Druck von oben bekommen hätte. Das Özil mitkam zur WM wurde von oben warum auch immer, aus welchen Gründen auch immer angeordnet! Nach seinen guten Leistung in der Nationalmanschaft bestimmt nicht. :-(

Özil verkriecht sich mal wieder in die "Opfer-Rolle"

1. Er wollte seinem Rausschmiss zuvor kommen.
.
2. Die Rassismuskeule zieht nicht mehr, denn er hatte sich nicht erklären wollen. Und wer mit einem Rassisten posiert braucht uns nicht Rassismus vorzuwerfen, nur weil wir anprangern, mit wem oder was sich ein deutscher Nationalspieler identifizieren will.
.
3. Ein anderer türkisch-stämmige Nationalspieler hat seine eigenen türkischen Wurzeln nicht verleugnet, und ließ sich dennoch nicht mit einer Figur wie Erdogan für Wahlkampf missbrauchen.
.
4. Mein Lieber Özil, deine Wurzeln hin oder her - die nimmt dir niemand! Aber wenn du für die deutsche Nationalmannschaft spielen willst, dann steht das für etwas. Ganz sicher nicht für Regimen.
.
5. Wer ständig Rassismus ruft, will sich nicht der Sache stellen, sondern sich wieder in die Opferrolle verkriechen.

Er hat erreicht, was er erreichen wollte.

Eine Schande, daß Özil genau das erreichen konnte, was er wollte. Und zwar mit Hilfe der Medien. Er zeigt auf hinterhältigste Weise, wie er unsere Gesellschaft am Nasenring durch das Dorf schleift. Er hat klar gestellt, daß auch Deutsche mit türk. Wurzeln hinter Erdogan stehen, daß ihn niemand rauswirft, er lieber an Allah Stoßgebete schickt als diese Hymne zu singen, die nicht seine ist, daß er bestimmt wann er zurücktritt und gewisse Türken ihn dafür feiern. Er greift deutsche Funktionäre und Verbände an und wirft ihnen Rassismus vor. Barley heftet an seinen Lippen und verteidigt das. All das wollte er erreichen und er hat es erreicht. Und jetzt beherrscht er mit seinen türkischen Themen das Sommerloch. Vielen dank auch. So darf man lernen, was von manchem integrierten Türken in der x-ten Generation zu erwarten ist.

@10:32 von andererseits

Natürlich nutzen auch Rassisten die Debatte für sich. Ich denke aber nicht, dass es nur um Fremdenfeindlichkeit geht.

Erdogan steht für etwas, das mit unserem Land oder Rechtsstaatlichkeit generell schwer vereinbar ist. Özil hat sich von ihm vereinnahmen lassen. Entweder ist es ihm egal gewesen, dass Erdogan ihn für seine Zwecke missbrauchen konnte oder er war einfach naiv. Beides lässt sich kritisieren.

Er hätte sich durchaus von der Politik Erdogans distanzieren können ohne auf Distanz zur Türkei zu gehen. Damit hätte keiner ein Problem gehabt.

Wann ist ein Deutscher ein Deutscher?

Es irritiert mich zunehmend, was von Deutschen mit nicht-deutschen Wurzeln - insbedondere von denen mit türkischen Wurzeln - erwartet wird. Was sollen sie alles leisten, um als Deutsche akzeptiert zu werden?
Ist man ein guter Deutsche/r, wenn man die Nationalhymne fehlerfrei schmettern kann? Wenn man Mitglied im örtlichen Schützenverein oder wahlweise Landfrauenverein ist? Wenn man kein Kopftuch trägt? Wenn man sonntags in die Kirche geht? Oder - falls nicht - zumindest sonntags keine Wäsche im Freien zum Trocknen aufhängt? Wenn man Schweinefleisch isst und sich beim Junggesellenabschied ordentlich "die Kante gibt"?
Klar, dass hat alles nichts mit dem (zu Recht) kritisierten Fototermin Özils mit Erdogan zu tun. Ich frage mich aber, ob die Kritik an einem Spieler mit polnischen Wurzeln, der sich mit dem amtierenden polnischen Präsidenten hätte ablichten lassen, ebenso vernichtend gewesen wäre. Und ob in einem solchen Fall die Betonung auf dessen "Heimat im Herzen" auch so stark wäre.

Naiv?

Ein Fussballer muss Talent und Kraft haben, intellegent muss er nicht unbedingt sein. Daher finde ich diese Diskussion übertrieben.

@ wohlstandsbürger

Wenn jedem wenn jemand Mist baut, hat man den angemessen zu kritisieren. Bisschen zum Knast wenn man allgemeingültige Grenzen entsprechend überschreitet.
Dieses belohnen von Fehlverhalten was sie sagen, ist doch schon wieder der kleine Bruder der unfehlbaren.
Kritik ist weder Liebesentzug noch Gotteslästerung verdammt noch mal

Erdogan hat mit dem Foto alles richtig gemacht,

Özil nichts.
Erdogan hat genau das erreicht, was er mit dem Foto bezweckt hat. Wahrscheinlich sogar noch mehr.
Özil hat bis jetzt nicht begriffen, welches Spiel mit ihm gespielt wird. Möchte man zu seinen Gunsten annehmen.

Mal kurz an die FAZ vom 10.04.2018 erinnern?
"Appell an Landsleute : Erdogan will, dass Türken im Ausland Politik machen"

Funktioniert doch. Jedenfalls wird der Herr Grindel schon bald zurücktreten. Und wohl nicht nur er.

nie ganz für Deutschland

Entweder ganz für Deutschland oder nicht. Etwas in der Mitte geht nicht. Dazu kommt noch, daß, ich persönlich, Özil noch nie besonders gut fand. Es gibt bessere, viel bessere!
Wenn Özil sich zur Türkei hingezogen fühlt, sollte er doch dort fussball spielen.

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