Stapel mit Akten in der Posteingangsstelle Sozialgerichts in Berlin.

Ihre Meinung zu "One in, one out"-Regel: Warum der Bürokratieabbau schwerfällt

Über zu viel Bürokratie klagen eigentlich alle. Doch warum ist es so schwer, sie zu begrenzen? Das zeigt das Beispiel der "One in, one out"-Regel, die als Bürokratiebremse gedacht ist. Von Hans-Joachim Vieweger.

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127 Kommentare

Kommentare

Schneeflocke ❄️

"Die Regel sieht vor, dass jede gesetzliche Maßnahme, die die Wirtschaft belastet, an anderer Stelle ausgeglichen werden muss."

 

Diese Regel und auch die überbordende Bürokratie mit Klein-Klein an allen Enden wäre überhaupt nicht notwendig, wenn die "Wirtschaft" nicht so überbordend egoman orientiert wäre, wo ständig und andauernd aus Gesetzestexten winzige Lücken und Schlupflöcher herausgesucht werden, um diese zum eigenen Vorteil auszunutzen. Die Wirtschaft kennt kein "Alle für einen, einer für alle", es gibt nur "ICH-ICH-ICH!" Und deshalb wird das auch nichts mit Bürokratieabbau, es sei denn der Staat würde sich abschaffen wollen.

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harry_up

Da mag ja was dran sein, trotzdem ist Ihre Betrachtungsweise recht einseitig. 

Die Ursache für überbordende Bürokratie liegt ganz gewiss auch bei der Politik, ich erinnere nur an das leidige Fotovoltaikanlagen Genehmigungsgewürge, das ausgesprochen viele Leute von der Installation einer solchen Anlage abgehalten hat; unter anderen auch mich.

Bis heute gibt es da ja die kuriosesten Vorschriften.

Schneeflocke ❄️

Ich stimme dem zu, was Sie geschrieben haben, kann ich bestätigen. Mein Kommentar bezog sich jedoch auf die im Artikel angesproche Wirtschaft und nicht auf Bürokratieprobleme von Privatpersonen. Wenn man im wirtschaftlichen Bereich Bürokratie herunterfahren würde, nutzen insbesondere die Großunternehmen das weitreichend zum eigenen Vorteil aus. Deswegen ist die Bürokratie ja auch viel zu umfänglich, weil Schlupflöcher vermieden werden müssen. Die Wirtschaftsbosse wühlen dennoch ganze Wälzer um, wie Wildschweine auf der Suche nach Trüffeln ;-)

Parsec

"... wenn die "Wirtschaft" nicht ... aus Gesetzestexten winzige Lücken und Schlupflöcher herausgesucht ..."

Ist das wirklich der Grund für überührenden Bürokratismus?

Nein, das ist sicher nicht der Grund. Genehmigungsverfahren für Windräder sind sicherlich ein gutes Beispiel dafür. Erprobte Technik,  klare Vorgaben, trotzdem jahrelange Genehmigungsverfahren.

Das ist einfach lächerlich. 

Carlos12

Windräder sind ein schönes Beispiel, woher Bürokratie kommt.

- Sind Anwohner durch Schlagschatten betroffen -> Prüfen

- Macht das Windrad zu viel Lärm -> Prüfen

- Ist durch den Bau eine bedrohte Tier- oder Pflanzenart gefährdet -> Prüfen

- Fliegen Hubschrauber oder Flugzeuge in der Nähe -> Prüfen

- Handelt es sich um ein Gewässerschutzgebiet -> Prüfen

- Ist der Antragsteller berechtigt  -> Prüfen

- Gibt es berechtigte Einwände -> Prüfen

- Kollidiert die Baumaßnahme mit anderen Planungen -> Prüfen

- Ist die Zufahrt der Weg für Strom-und Wasserleistugen gewährleistet -> Prüfen

Und so weiter...

Armagedon

Im Grunde müsste man in der EU alles auf NULL setzen und dann nur das zulassen was wirklich wichtig ist. Ist nur ein Wunsch und die geben eventuell mal in Erfüllung.

Und das mit den Berichten an die EU über ökologische und soziale Risiken würde ich ganz sein lassen. Richtlinien und Gesetze müssen einfach eingehalten werden und werden wer das nicht tut,  dem drohen sehr hohe Strafen, ganz einfach (so ähnlich wie in den USA).

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Sisyphos3

was ist denn wirklich wichtig ?

Beispiel: war schon häufiger  geplant die KFZ Steuer einfach auf den Sprit aufzuschlagen, spart Verwaltungsaufwand

geht nicht, weil Leute welche aus sozialen Gründen KFZ Steuerbefreit sind

 einen Nachteil durch höhere Spritpreise erfahren

CoronaWegMachen

"... Im Grunde müsste man in der EU alles auf NULL setzen und dann nur das zulassen was wirklich wichtig ist ... "

So ist es in GB. Und das ist als neoliberales Vorbild gar kein Vorbild für Deutschland oder die EU-Staaten.

Wer es nicht glaubt : Gerne bitte dort mal in den Wohnorten Urlaub machen wo die "Abgehängten" ihr Leben fristen müssen ...

franxinatra

Als seinerzeit HACCP kam war das das Ende vieler Kleinstunternehmer: weil zahlreiche Ordnungsämter eine 1 zu 1 Umsetzung bei Kleinbetrieben erwarteten wie sie (eigentlich nur) für Großproduzenten galten; und Kontrollen sehen kleine Unternehmen auch häufiger als 'die Großen'.

Da genieße ich Urlaube im benachbarten Ausland: nach hiesiger Auslegung dürfte es dort viele der dortigen Händler und Erzeuger gar nicht geben...

Leser_Home

Das was sich nach meiner Meinung als größter Hemmschuh darstellt, ist, dass scheinbar nur Gerede, Gerede und Gerede ersichtlich ist, die Umsetzung jedoch nicht mal ansatzweise erkennbar ist. Ich kann mich keinesfalls erinnern, dass ich jemals von politischer oder behördlicher Seite hörte, dass man dies oder jenes nicht realisieren könne, da dies oder jenes als Bremse entgegensteht. Es sind ja schon mehr als Ausnahmefälle, wenn man manchmal vernimmt, dass in der Digitalisierung dies oder jenes bzw. in der Bürokratie dies oder jenes geplant ist; wohlgemerkt geplant, nicht mal begonnen. Und dabei bleibt es dann meistens. Berichtspflicht bei Hemmnissen in der Umsetzung: Fehlanzeige! Daraus folgt, Abbruch des Versuchs und zu den Akten gelegt. Dies ist genau der falsche Weg!

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Zufriedener Optimist

Und weil das alles so schlimm ist, haben Sie beschlossen sich politisch zu engagieren und alles besser zu machen?! Oder auch Fehlanzeige? 

Es gibt keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme - das würden Sie dann erkennen!

Anna-Elisabeth

"Es gibt keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme - ..."

Das Problem, um das es hier geht, ist ja genau das Umgekehrte: Man denkt sich für einfache Probleme komplexe Regelungen aus, die am Ende keiner mehr versteht. Möglicherweise ist das eine von vielen Ursachen dafür, dass in fast allen Behörden die Bearbeitungszeiten von Anträgen Monate bis Jahre dauern.

redfan96

Diese Regel klappt bei mir leider nicht mal beim Kleiderschrank, wie soll sie dann in der Administration funktionieren, wenn etwa bei Einführung einer neuen Regelung die Konsequenzen nicht weit genug durchdacht werden und dann eigentlich viel mehr alte Rgelungen entfernt werden müssten als nur eine.  Statt dessen werden dann aber die neuen Konsequenzen in x Unterparagraphen geregelt.

Und durch dieses Regelungs-Dickicht kommt man dann nicht mehr durch, eigentlich wäre die „Gordischer Knoten Lösung“ wohl das beste.

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Anna-Elisabeth

"...Diese Regel klappt bei mir leider nicht mal beim Kleiderschrank..."

Kenne ich😊. Trotzdem: irgendwann, wenn der Platz nicht reicht, mistet man gnadenlos aus. Und es gibt da einen wichtigen Unterschied: Bei Klamotten (und anderem Kram) sagt der eher sparsame Mensch "Kann ich vielleicht nochmal gebrauchen - und wenn's nur als Putzlappen ist." Zugegeben: Es gibt sicher auch Verordnungen, die man noch als Wischlappen nutzen könnte.

Hartmut der Lästige

Bürokratieabbau ginge nur bspw. mit einer Regelung "one in two out". One and one kann nur den Status quo halten.

Account gelöscht

Bürokratie Abbau ist ein Uraltes Thema und wurde von schon vielen vorherigen Regierungen angemahnt.Doch bis heute hat sich nichts getan.

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Kristallin

Weil es laufend neue Regelungen in sämtlichen Amtsbereichen gibt, und diese müssen dann mit Bürokratie umgesetzt werden!

Selbst der Abbau von Bürokratie, erfordert wiederum Bürokratie.

Anna-Elisabeth

"Doch bis heute hat sich nichts getan."

Doch. Es ist noch schlimmer geworden. Habe aber eben bei t-online gelesen, dass es in Frankreich, Österreich und Italien mit der Bürokratie in einigen Bereichen noch schlimmer sein soll. Kann mir gar nicht vorstellen, dass das noch geht.

Gruß aus Lokstedt

Neutrale Stimme

One in, one Out hilft nicht Buerokratie abzubauen. 

Um diese negativen Auswirkungen zu bekaempfen und die Buerokratie zu reduzieren, bemuehen sich Firmen oft darum, Silos abzubauen und eine kooperativere und transparentere Arbeitsumgebung zu foerdern. Dies fuehrt zu verbesserter Kommunikation, optimierten Prozessen und insgesamt einer agileren Organisation.

Beispiele

Mangelnde Flexibilitaet: Silobasierte Abteilungen sind gegenueber Veraenderungen resistent, was es der Organisation schwer macht, sich neuen Umstaenden oder Innovationen anzupassen. Diese Starrheit traegt zu einer buerokratischen Kultur bei.

Langsame Entscheidungsfindung: In silobasierten Organisationen muessen Entscheidungen oft mehrere Hierarchieebenen von Genehmigung und Kommunikation durchlaufen, bevor sie umgesetzt werden koennen. Dies verlangsamt die Entscheidungsfindung und fuehrt zu buerokratischen Engpaessen.

odiug

Bürokratie besteht nicht nur aus Verordnungen, sondern vor allem aus der Angst der ausführenden Personen in den Behörden, Eigenverantwortung zu übernehmen. Es fehlt das so wichtige Fingerspitzengefühl und oft auch der Mut.

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Werner Krausss

Sie haben Recht.

 

Bürokratie kann auch etwas wunderbares sein.

Kein Mitarbeiter einer Verwaltung wird etwas tun, wofür er nicht zuständig ist.

odiug

Eben, Dienst nach Vorschrift. Da kommt man eben nicht voran.

Ikarus43

Warum, nur warum??

Frösche zu fragen, den Sumpf trocken zu legen, in dem es sich mit allen Annehmlichkeiten gut leben lässt,

ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen. Zumal die Betroffenen dazu auch noch gehört werden müssen..

CommanderData

Solange sich Regierungen unter dem Druck von Wirtschaft und Industrie weigern "Positiv"-Listen einzuführen, wird die Bürokratie weitergehen. Es ist einfacher zu sagen, was erlaubt ist, als alles aufzählen zu müssen, was nicht erlaubt ist. 
Nur deshalb haben wir ein solches Bürokratie-Monster - damit unsere Wirtschaft sich immer wieder neue Schlupflöcher suchen kann. 

Eine Positiv-Liste besagt klar: Das ist erlaubt. Alles andere nicht. Mit einer solchen Liste würde nicht nur das Bürokratie-, sondern auch das juristische Monster ein Mini-Mönsterchen. 

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TapferSchneiderlein

Ein interessanter Ansatz! 

Auf den ersten Blick leider zu einfach. Wird deshalb wahrscheinlich nicht weiter verfolgt da man damit bei weitem weniger verdienen kann. Und was tun mit den Systembewahrern?

Nirwana1962

Ein Lösungsansatz, den ich unterschreibe. Auch ohne die Hemmschuhe, die es wohl geben mag, einschätzen zu können. 

Russendisko

Eine Positiv-Liste besagt klar: Das ist erlaubt. Alles andere nicht. Mit einer solchen Liste würde nicht nur das Bürokratie-, sondern auch das juristische Monster ein Mini-Mönsterchen.

Besser umgekehrt. Eine Negativliste mit den wenigen Sachen, die echt verboten sind und fertig.

Account gelöscht

ALLES was nicht erlaubt ist, ist verboten.

Kirmesbaum stellen, seit Jahrhunderten Tradition, upps , vergessen zu erlauben.

Gemüse anbauen auf einem ausgewiesenen Baugrundstück, nicht ausdrücklich (!) erlaubt, Mist.

Kann fortgesetzt werden.

Kaum eine wie auch immer ausartende Bürokratie kann so erstickend sein wie dieser Ansatz.

albexpress

Bürokratie abbauen würde bedeuten dass man weniger Beamte braucht. Es ist nicht davon auszugehen dass sich ein ganzer Berufszweig der nicht Wertschöpfung  beiträgt selbst abschaffen wird. Zuviele Parteifreunde müssen irgendwie versorgt werden. Jede Masnahme zur Reduzierung hat immer das Gegenteil bewirkt weil jedesmal ein neues Amt geschaffen wird das , das dann  machen soll. Und schon hat man wieder ein paar Parteifreunde versorgt

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falsa demonstratio

"Bürokratie abbauen würde bedeuten dass man weniger Beamte braucht. Es ist nicht davon auszugehen dass sich ein ganzer Berufszweig der nicht Wertschöpfung  beiträgt selbst abschaffen wird. Zuviele Parteifreunde müssen irgendwie versorgt werden. Jede Masnahme zur Reduzierung hat immer das Gegenteil bewirkt weil jedesmal ein neues Amt geschaffen wird das , das dann  machen soll. Und schon hat man wieder ein paar Parteifreunde versorgt"

Die Mahnung des Beamtenbundes, dass 360.000 Stellen im öffentlichen Dienst unbesetzt sind, ist Ihnen wohl entgangen? Darüber wurde heute Morgen in der TS berichtet. 

albexpress

Tatsache ist leider dass die Unmenge an vorhandenem Personal im Öfentlichen Diest zuwenig auf die Reihe bekommen . Nur ein Bespiel kaufen sie sich mal ein neues Auto und versuchen sie das kurzfristig zuzulassen. Termin ist Obligatorisch und mit 6 Wochen Wartezeit ist man noch gut bedient. Oder einen neuen Pass . Einen Bauantrag für einen Anbau an einem Haus egal was 

rolato

Meiner Meinung nach fehlt in erster Linie der politische Mut und Wille! Es gibt genug Möglichkeiten einige Dinge auf den Weg zu bringen um den Bürgern es zu beweisen. Denn es reist sich eben besser mit leichtem Gepäck.

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Anna-Elisabeth

"Meiner Meinung nach fehlt in erster Linie der politische Mut und Wille!" 

Wozu braucht es da Mut? Es geht doch nicht Trennungsschmerz wie bei dem hier schon erwähnten Kleiderschrank. Es fehlt der Wille, denn Ausmisten ist auch Arbeit.

Weit weniger verständlich ist dagegen die Willkür, die in manchen Ämtern herrscht und noch mehr Arbeit verursacht. Erst küzlich in der Zeitung des SOVD gelesen: Das Versorgungsamt hatte einer Frau, die aufgrund einer schweren Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen ist, einen GdB (Grad der Behinderung) von 30 zugestanden. Damit gilt man zwar als behindert aber nicht als schwerbehindert. Nach dem Einspruch der Dame, hat man den GDB auf 40 hochgesetzt obwohl ihr von vornherein ein GdB von mindestens 50 zugestanden hätte. Kann jeder im Internet nachlesen. Erst als der SOVD sich eingeschaltet hatte, hat man der Frau nach einigem weiteren Hickhack einen Gdb von 100 zugestanden.  

Was soll das?

Emil67

Bürokratie abbauen, bedeutet Posten abbauen.

Wollen das Menschen die anderen einen guten Job verschaffen wollen, aus welschen Gründen auch immer?

Solange es Vetternwirtschaft gibt, wird das nicht funktionieren.

Also nicht in D.

 

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Zufriedener Optimist

wo geht’s denn besser?

falsa demonstratio

"Bürokratie abbauen, bedeutet Posten abbauen. Wollen das Menschen die anderen einen guten Job verschaffen wollen, aus welschen Gründen auch immer? Solange es Vetternwirtschaft gibt, wird das nicht funktionieren. Also nicht in D."

Die Verwaltung arbeitet vielerorts am Limit: Steuerveraltung, Justizverwaltung und andre.

Ihre Vorurteile helfen nicht weiter, aber Digitalisierung und Bürokratieabbau.

Emil67

"hre Vorurteile helfen nicht weiter, aber Digitalisierung und Bürokratieabbau."

Reales Interesse Fehlanzeige.

Vorgeben tun sie es doch schon lange.

Eine Bekannte ist zurück nach Brasilien, ihr war es hier zu Analog!!!! BRASILIEN!

falsa demonstratio

Falsa demonstratio: "hre Vorurteile helfen nicht weiter, aber Digitalisierung und Bürokratieabbau."

"Reales Interesse Fehlanzeige. Vorgeben tun sie es doch schon lange."

Meine Steuer mache ich elektronisch.

In Hessen wird die Justiz digitalisiert.

Es geht durchaus etwas.

Neutrale Stimme

Nein, eine Umstrukturierung ist notwendig (ich habe dies in einem anderen Beitrag erläutert). Da viele Behoerden ueberlastet sind, koennte zusaetzliches Personal sinnvoll sein. Das bedeutet jedoch nicht zwangslaeufig, dass es keinen Personalabbau geben wird. Buerokratieabbau impliziert nicht automatisch den Abbau von Stellen.

Emil67

"Nein, eine Umstrukturierung ist notwendig"

Sagen alle seit gefühlt 20 Jahren.

Alle sagen das sie daran arbeiten, stecken Milliarden da rein.

Man sieht aber nur sehr sehr wenig.

Also ist es auch nicht gewollt, oder behauptet hier jemand unsere Regierung ist unfähig?

Neutrale Stimme

"Sagen alle seit gefühlt 20 Jahren." Da haben Sie nicht ganz unrecht. 

Der Staat ist da wesentlich traeger. Viele Unternehmen haben das ueber die letzten Jahre umgesetzt oder sind dabei. Nennt sich Change Management um effizienter zu werden. 

Emil67

"Bürokratieabbau impliziert nicht automatisch den Abbau von Stellen."

Doch so ist es.

Ich war vor kurzem in Schweden, "Bargeldabschaffung" kein Personal mehr an der Tanke usw.

Da so wie in Dänemark gibt es wesentlich weniger Bürokratie.

Fast alles ist online zu regeln.

Warum hier nicht, erklären sie mir das.

Neutrale Stimme

Ich bin Rentner und nebenbei selbststaendig in der Unternehmensberatung taetig, speziell im Bereich Umstrukturierung und Beseitigung buerokratischer Ablaeufe.

Bei erneuter Betrachtung meines Beitrags werden Sie feststellen, dass ich erwaehnt habe: "Buerokratieabbau impliziert nicht automatisch den Abbau von Stellen." Das entspricht der Wahrheit. Waehrend es tatsaechlich Faelle gibt, in denen Stellen abgebaut werden (Ihr Beispiel), trifft das nicht immer zu. In den Betrieben, mit denen ich zusammenarbeite, wird Personal effizienter eingesetzt und in andere Aufgabenbereiche integriert. 

Die Buerokratie um die es hier geht, ist die des Staates. Dort haengt es meisst an Ablaeufen und Vorschriften. 

 

Hille-SH

Es ist nur zu gut zu verstehen,  dass immer EU-Bürger "rechts & anti" wählen, wie bereits in vielen Nachbarländern. Wer immer mehr nationale Verantwortung klammheimlich an Brüssel abtritt, der nunmehr dafür abgestraft und abgewählt. Gut so !!!

Die Ampel überzeugt Dur h Inkompetenz, denn wenn Brüssel die Bürokratie nicht abbaut (Im Gegenteil), zeigt sich Berlin "nicht verantwortlich" und unternimmt nichts. 

Kein Wunder also, daß die Bürokratie immer mehr und immer häufiger einfach ignoriert und/oder einfach umgangen wird. Recht so !!!

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Zufriedener Optimist

Sie plädieren für Anarchie? Die EU besteht aus Vertretern demokratisch gewählter Regierungen - wo ist Ihr Problem? 

Engagieren Sie sich politisch in einer Partei -  da werden die einfachen Lösungen schnell entzaubert! Das nennt man Demokratie.

Russendisko

Die Ampelregierung ist vermutlich schon kompetenter als die alte CDU geführte Regierung. Aber so schnell kann sie auch nicht alles verbessern. Da ist Geduld gefragt. Das wäre fair. 

Anna-Elisabeth

>> Das zeigt das Beispiel der "One in, one out"-Regel, die als Bürokratiebremse gedacht ist.<<

Wahrscheinlich muss man aber erst für jedes "in" und jedes "out" vorher einen Antrag stellen, dessen bearbeitung ungewiss ist.

Erinnert mich an Reinhard Mey:

>>Einen Antrag auf Erteilung eines Antragformulars
Zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars
Dessen Gültigkeitsvermerk von der Bezugsbehörde stammt
Zum Behuf der Vorlage beim zuständ'gen Erteilungsamt."...

"Tja", sagte der Herr am Schreibtisch, "alles was sie wollen, nur
Ich bin hier Vertretung, der Sachbearbeiter ist zur Kur
Allenfalls könnte ich ihnen, wenn ihnen das etwas nützt
Die Broschüre überlassen, wie man sich vor Karies schützt
Aber fragen sie mal den Pförtner, man sagt, der kennt sich hier aus"...<<
 

silgrueblerxyz

Ich finde die Bürokratie nicht grundsätzlich schlimm

Wenn die Firma gut verdient, kann sie sich auch Arbeitskräfte für die Bürokratiearbeit leisten. Wenn sie nicht gut verdient, kann sie mit dem Wegfall der Bürokratie bestimmt nicht den Ausfall des Betriebsgewinns auffangen. Fehlende Arbeitskräfte für Bürokratiearbeit sind natürlich ein zusätzliches Ärgernis.

Der Kommentar ist versehentlich unter Blaubeerernte gelandet und kann dort gelöscht werden.

Russendisko

Die einzige Sache, bei der ich bei Deutschland pessimistisch bin, ist die Bürokratie. Die werden wir wohl nie schaffen abzubauen. So sind wir eben und das müssen wir uns auch selbst ankreiden. 

unbutu77

Ganz einfach viel Bürokraten sind Beamtet, das sind Relikte aus Preußens "Glanz und Gloria" die einfach übernommen wurden. Bürokratie Abbau wäre eigentlich recht einfach, aber das ginge nur mit einem vereinfachten Steuergesetz, vereinfachten Sozialleistungen und einem schlanken Staat leider beschäftigen unsere Politiker viel zu viele "Bürokraten" für ihren eigen Vorteil.  Die Römische Kultur ist am Beamtentum und am Hedonismus zugrunde gegangen uns droht das gleiche Schiksal.

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Sisyphos3

>>Die Römische Kultur ist am Beamtentum und am Hedonismus zugrunde gegangen uns droht das gleiche Schiksal.<<

 

wenn man sich vergegenwärtigt, dass 50 % aller Steuergesetze/Verordnungen weltweit, das deutsche betreffen,

braucht man sich nicht zu wundern

falsa demonstratio

" Die Römische Kultur ist am Beamtentum und am Hedonismus zugrunde gegangen uns droht das gleiche Schiksal."

In unserer Gemeindeverwaltung gibt es noch eine einzige Beamtin und den Bürgermeister, der Wahlbeamter auf Zeit ist.

Hurra, unsere Gemeinde wird überleben.

Wobei, vielleicht doch nicht: Genuss, Freude oder Lust gibt es auch bei uns mehr als Askese.

Mauersegler

Sie werden in Behörden nur noch wenige Beamte finden, die meisten Menschen dort sind Angestellte. 

CoronaWegMachen

Schlanker Staat : liest sich gut. Aber was ist das ganz genau und ganz exakt gem. FDP ?

Ein Staat wie GB als neoliberaler Staat brauchen wir in Deutschland und der EU gar nicht.

GB ist kein Vorbild für die EU / Deutschland. Wer es nicht glaubt : Bitte Urlaub in den Vorstädten z.B. von London machen, und zwar dort wo die Industriebrachen sind und wo die verarmte Bevölkerung leben und überleben muss.

knaeckepaul

Gut wäre ja, wenn der Gesetzgeber mal aufhören würde, alle möglichen Lobbygruppen in drölfzig Ausnahmen immer mit in wesensfremde Gesetze aufzunehmen. 

Unsere Steuergesetze sind für normal denkende Menschen kaum noch zu durchschauen, da für jede Regel 2 Ausnahmen mit Doch-nicht-Ausnahmen und Zusatzentlastungen in Verbindung mit einem weiteren Antrag an Stelle X festgeschrieben werden. 
Meist steht ja ein nettes Ziel dahinter (Förderung der E-Mobilität oder energetische Sanierung oder überhaupt Hausbau), das aber für den Normalbürger nicht viel bringt, normale Investoren mit riesigen Berichtspflichten belastet und am Ende nur dafür da ist, weiter Heuschrecken zu füttern, da die sich die Bürokratie leisten, um auch noch das allerletzte Steuerschlupfloch, welches "Ihre" Abgeordneten reingeschrieben haben, zu nutzen. 

Sisyphos3

Warum der Bürokratieabbau schwerfällt

mein Prof in Esslingen machte über das Thema immer so seine Scherze

da gäbe es ne kritischen Anzahl Beamter

wenn diese erreicht sei hätten die so viel intern (mit sich selbst)  zu tun,

 dass sie niemanden von außerhalb brauchen, um sich zu beschäftigen

silgrueblerxyz

Ich verstehe jetzt das Versagen der Entbürokratisierungsversuche seit

ich den TS Bericht gelesen haben. "one in, one out" wer hat sich denn diese Nummer einfallen lassen, dass eine Bürokratiemaßnahme nur eingeführt werden darf, wenn eine andere Bürokratiemaßnahme wegfällt?

Dadurch verringert sich doch das Gesamtvolumen der Bürokratie nicht. Und dass wirklich im Voraus genau berechnet werden kann, wieviel Aufwand eine Maßnahme macht, wage ich zu bezweifeln. Wird der Umstellungsaufwand mit berücksichtigt? Wird eine Nachkalkulation der Aufwände gemacht?

Ich hätte eher gedacht, dass man das Thema anders anpackt: Was kann wegfallen, was kann man vereinfachen, was kann man mal wegen einer Notlage aussetzen?

Und als Überschrift zu den 3 Fragen: Wenn es bei der Bürokratie um Regeln für Zukunftsprojekte geht: Welche Bürokratie, die wegkann,  verhindert/verzögert die Umsetzung der Zukunftsprojekte?

 

Bender Rodriguez

Warum keine Bürokratie abgebaut wird? 

Weil darüber Bürokraten entscheiden. 

Die haben Bürokratie zum Selbstzweck erhoben. Ein Mechanismus, der ihnen über Jahrhunderte sprudelnde Einnahmen garantiert.

Gegenbeispiel: was käme raus, wenn vw& co selber über Abgasnornen entscheiden dürfte? 

Richtig. 

Die schaffen sich nie selbst ab. Das muss von aussen erfolgen. 

Aber wer sollte das sein?

Es wird halt immer so weiter geheb.

Bis wir uns das einfach nicht mehr leisten können. Irgendwann ist das Geld halt alle. 

Account gelöscht

Die Wirtschaft schafft sich auch selbst und ohne jede Notwendigkeit eigene überbordende Bürokratie:

Während ich im Außen dienst 2015 noch in fast jeder Firma beim Pförtner "Guten Tag" sagen und meinen Ansprechpartner nennen konnte und dann rein durfte, werde ich mittlerweile ein gutes dutzend mal im Jahr online "geschult", wie man eine Treppe sicher benutzt. Neu ist, dass viele Firmen anfangen, halbe Aktenordner voll Dokumente anzufordern, um rein zu dürfen. Zusätzlich.

Wenn nicht mal die Wirrtschaft es schafft, diesem Irrsinn in eigenen Reihen einhalt zu gebieten, braucht sie wegen des Staats nicht zu heulen.

Obwohl die staatlich verordnete Bürokratie in der Tat zum Heulen ist.

Egal, wo die Bürokratie herkommt: Sie wirkt überaus erstickend.

Fröhlichen Niedergang wünsche ich.

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Account gelöscht

Kleine Ergänzung:

Der noch vor wenigen Jahren funktionierende Satz "Ich komme auf dem Rückweg vom anderen Kunden schnell nochmal rein und erledige die kleine Reparatur" ist heute fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Mehrkosten der "kleinen Reparatur" liegen dadurch im Bereich von plus mehreren hundert Prozent.

Anna-Elisabeth

"Die Wirtschaft schafft sich auch selbst und ohne jede Notwendigkeit eigene überbordende Bürokratie..."

Erinnert mich immer an das , was ich hier im Forum schon zweimal geschrieben hatte. Als ich einer Kollegin aus dem Qualitätsmangement ein paar nervige Dinge aus meinem Job (Krankenhaus) erzählte, sagte die: "Ihr macht wenigstens was Vernünftiges. Wir müssen uns jeden Tag etwas Neues für Euch ausdenken." Da geht es eben auch um Daseinsberechtigung. Ohne Zweifel ist Qualitätsmangement wichtig, aber braucht man dafür eine ganze Abteilung?

Elliot Swan

Meine Meinung: Politik will Bürokratie überhaupt nicht abbauen. 

(Angebliche) Gründe gibt´s viele: Verlust von Qualitäts- und Sicherheitsstandards, Schwächung des sozialen und ökologischen Schutzes usw.

Nachvollziehbar, aber nur vorgeschoben.

Die Wahrheit ist: Die links-sozialistische Angst vor Kontrollverlust gegenüber dem Kapital ist auch bei den Parteien der Mitte angekommen. 

Wo kommen wir denn da hin, wenn der Unternehmer einfach so vor sich hinwirtschaften würde …

wenigfahrer

Unsere Bürokratie ist ja sehr alt und immer weiter gewachsen, die EU Regeln kommen noch dazu.

Man müsste also mehr als kräftig entschlacken und quasi neu anfangen, was ja nicht gehen wird, man müsste auf ganz viel verzichten. Und Papier hat einen großen Nachteil, aber auch einen Vorteil, es ist digital nicht angreifbar, im Netz ist ja nichts sicher.

Und alles umzustellen würde erstens sehr sehr lange dauern, und man benötigt dann auch wesentlich weniger gut bezahlte Plätze, also weniger Amtsschimmel ;-)).

Und ob das so richtig zum Deutschen Gemüt passt ;-)), die Liste was weg kann ist einfach zu lang, und wird ja auch mit jeder neuen Regierung etwas länger, so zumindest mein Eindruck.

NieWiederAfd

Auch wenn ich mich unbeliebt mache: 

Man sollte nicht vergessen, dass 'Bürokratie' die Entwicklung zu transparenten geregelten Verfahren bedeutete und ein Quantensprung gegenüber herrschaftlicher Willkür und Vetternwirtschaft war, der den Blick weg von persönlichen Netzwerken hin zu personunabhängigrn Prozessen bedeutete. 

Das Schimpfen auf Bürokratie ist ein billiger Reflex, die Aufrechterhaltung von transparenten regelgeleiteten gerechten Peozessen und Entscheidungen ist es nicht.

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Bender Rodriguez

Ui, der erste Satz stimmt.

 Büokratie ist unsinn, wenn sie übertrieben wird. Zb dieser din iso 9000 quatsch.  Das wusste jeder Meister, Kaufmann, Manager auch alles vorher. Heute muss man das im Audit brweisen, dass man es kann. Wozu? Nur damit der BWL Bürokrat auch was zu tun hat?

kurtimwald

… wusste es vorher, aber zu viele haben sich nicht daran gehalten. Eine Norm beinhaltet Prozesse und deren Protokollpflichten. Nur so sind tausende Nachteilen von Verbrauchern und Mitarbeiter aufgedeckt worden.

NieWiederAfd

Alles ist unsinn, wenn s übertrieben wird... über Bürokratie als solches sagt dieser Satz... nix.

Was Sie danach schreiben, ist merkwürdig zusammengewürfelt und hat mit dem Grundwesen von Bürokratie nichts zu tun.

Werner Krausss

In Deutschland gibt es 2 Sorten von Menschen,

die einen wurden vor dem Schalter geboren,

die anderen dahinter.

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Neutrale Stimme

Bester post so far lol

Theodor Storm

...und das ist möglicherweise einer der Gründe, warum die Digitalisierung stockt.

NieWiederAfd

... und ich denke manchmal, dass Foristen den Schalter nicht finden, damit's auch mal hell💡 wird.

kurtimwald

Ein großer Teil Bürokratie ist das Ergebnis von Betrügereien von Firmen. Wenn ein Mindestlohn umgangen wird in dem überhöhten Unterbringungskosten gegengerechnet werden, unrealistische Thermofenster für Motoren definiert werden, Scheinselbständigkeit die Sozialabgaben der Arbeitgeber senkt, usw.

Um gegen Gesetzesbrecher vorgehen zu können müssen Widrigkeiten aus einer Aktenlage beweisbar sein.

Früher waren Unternehmer ehrlicher, die anonymen Kapitalgesellschaften sind nur noch auf Profit aus, egal auf welchem Weg. 

Wäre die Unternehmen ehrlicher bräuchte es nicht so viele Kontrollbelege, nicht so viel Bürokratie.

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Bender Rodriguez

Dafürist die Justiz erfunden worden. 

kurtimwald

Richtig, bitte weiter denken. die Justiz braucht Belege und Beweise um urteilen zu können. Deshalb die bürokratische Auflagen für die Firmen.