Jeans auf einer Kleiderstange

Ihre Meinung zu Wird das EU-Lieferkettengesetz zum "zahnlosen Papiertiger"?

Mit einem EU-Lieferkettengesetz sollen Unternehmen verpflichtet werden, bei ihren Lieferanten auf die Einhaltung von Menschenrechten zu achten. Monitor-Recherchen zeigen: Die Bundesregierung versucht, den Entwurf der EU-Kommission deutlich abzuschwächen.

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146 Kommentare

Kommentare

Peter Kock
EU-Lieferkettengesetz

Die Waren werden in sehr vielen Ländern produziert ! Und wenn ein Werk , irgendwo , Waren produziert dann wird dieses Werk den Kunden gezeigt und der Kunde geht dann davon aus das alles soweit o.k. ist ! Wenn diese Werk weitere "Werke" irgendwo in diesem fernen Land , dann läßt sich das kaum feststellen durch einen Ausländer.  Aber jetzt sind wir wieder  bei der Maximalkrümmung der Bananen ..... was aus EU-Sicht sehr sehr wichtig ist. Fern aller Praxis .... ganz schlimm !

Sebastian15
Also in diesem Fall.....

....muss ich den Unternehmerverbänden mal Recht geben. Denn eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK, auch die Wochenangebote in den Discountern würden deutlich geschmälert und E-Autos dürften auch eigentlich nicht mehr verkauft werden.

Ein Mitbürger
Abwälzung von Problemen

Natürlich sind die Produktionsbedingungen in vielen Teilen der Welt inakzeptabel und selbstverständlich sollte sich die Politik dafür einsetzen, die Zustände zu verbessern. Es ist aber nicht sachgerecht und geradezu scheinheilig, die Lösung des Problems auf die Unternehmen zu verlagern, die Produkte in den betroffenen Regionen produzieren lassen oder einkaufen und diesen Haftungsrisiken aufzubürden, die sie faktisch überhaupt nicht einschätzen können. Dabei herauskommen wird wieder einmal ein Bürokratiemonster. Alle Beteiligten werden sich alle möglichen Bescheinigungen und Zertifikate über alles mögliche ausstellen und beschaffen, um sich vor Haftungsrisiken zu schützen. Besser machen wird das die Produktionsbedingungen in den betroffenen Teilen der Welt aber nicht.

kurtimwald
Beschämend

Es ist beschämend wie unsere Politik und unsere  Wirtschaft ständig auf Kosten der Umwelt und Menschen, Kinder wie Erwachsene, diese schädigen, Ausbeuten und ausbluteten will nur,

um ein wenig mehr Reibach zu machen als andere Industrien.

Ob bei Umwelt, Tierschutz oder Arbeitsrecht,

mit Hilfe der Politik werden Verantwortung und Ethik hin und her geschoben.

Bender Rodriguez

Da kommt ein Zwischenhändler mehr auf die Liste, der bestätigt  das jeder Arbeiter bis hier her 30€/h bekommen hat, und das wird reichen. 

 

Erna Müller
Anwendung in der jetzigen "Energiekrise"

Die Regierung sollte sich mal überlegen was eine Anwendung in der jetzigen "Energiekrise" bedeuten würde. Wenn man ernsthaft das Thema Menschenrechtsverletzungen oder Umweltschäden berücksichtigen möchte sitzen wir bald im Dunkeln und Kaltem. Anderseits muss man sich fragen, warum dann nur für Energie eine Ausnahme gemacht werden soll.

 

All diejenigen die meinen mit EE sei alles besser sollten sich mit dem Thema seltene Erden und Produktion z. B. von Elektronik, Akkus und PV in Asien beschäftigen. Das ist für uns immer schön weit weg und für die "gute Sache". Letztlich ist dies aber nichts anderes wie die Billigklamotten.

Werdaswissenwill

Gibt doch Gütesiegel! Fabrik ohne Gütesiegel kommen nicht auf die Importliste. Auf der können sich dann die Händler die Fabrik aussuchen woher sie ihre Waren beziehen.Gegen einen kleinen Obulus übernimmt AI bestimmt die Kontrolle dieser Liste vor Ort! Da zahlt man gerne  mehr für eine Hose,wenn man weiß da fördert man Doppelt Gutes.

NieWiederAfd

Wenn die Bundesregierung tatsächlich durch die sog. 'Safe-Harbor-Klausel' und andere Abschwächungen der Haftungsregelung für Unternehmen das EU-Lieferkettengesetz verwässern will, wäre das ein Armutszeugnis für das Menschenrechts-Engagement. Da gibt es nichts zu beschönigen. Ich warte auf Stellungnahmen der Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtsfragen, Luise Amtsberg, und auch von Wirtschaftsminister Habeck und Außenministerin Baerbock. Ich erwarte, dass diese Verwässerungsversuche nicht durchgehen.

 

gez. NieWiederAfd 

 

 

Tom9
Menschenrechte werden mit Füßen getreten

Tolle Bundesregierung ....  zeigt mal wieder wie die aktuelle Grüne-rote Führerungsebene wirklich tickt. Naja, ich denke mit der CDU wäre es auch so.

Nettie
Wird das EU-Lieferkettengesetz zum "zahnlosen Papiertiger"?

Solange nicht unbedingte und für jedermann(!) uneingeschränkte Transparenz in allen „kommerziellen“ bzw. Geldangelegenheiten an die Stelle von „Geschäftsgeheimnissen“ und „Datenschutz“ treten, wird es nicht nur dazu, sondern auch zum Bürokratiemonster.

Account gelöscht
Lieferzeiten Nachweis

Sicher ist es von Vorteil und richtig, dass im einzelnen nachgewiesen wird wo die einzelnen Teile herkommen. Das gibt es zum Beispiel in der Medizintechnik schon seit langem, auch in der Stahlindustrie wenn hochwertige Stähle benötigt werden. 

Wo der Nachweis fehlt ist in der Textilindustrie und auch Produkte in der Kunststoff - und Automobilindustrie (E-Auto).

Alle Konsumenten, welche bei ein Euro Shop und Co. einkaufen tun sich und den Menschen welche den Mist herstellen nichts Gutes. 

Klaus.Guggenberger
Strengste Haftung zwingend erforderlich

Das geplante Lieferkettengesetz ist nur dann das Papier wert, auf dem besteht, wenn es eine strengt mögliche zivilrechtliche und strafrechtliche Haftung beinhaltet.

Dabei muss die Beweislast auf Seiten der Unternehmen liegen.

Nur eine solche Haftung kann dafür sorgen, dass sich die Verhältnisse verbessern.

Die SPD und die Grünen dürfen sich nicht erneut von der FDP vorführen lassen.

Oder sprechen SPD und Grüne doch mit gespaltener Zunge?

NieWiederAfd
@09:04 Uhr von Sebastian15

...eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK...

 

Es gibt leider immer noch Menschen, für die 'Hauptsache billig' über Menschenrechtsfragen steht, die sozusagen die Menschenrechtssituationder Arbeiterinnen und Arbeiter einfach 'rausKiKen'.

 

gez. NieWiederAfd 

 

 

DrBeyer
@Peter Kock, @Sebastian15, @Ein Mitbürger

Ihre Argumentation sind leider sehr gehaltlos.

Ihrer Argumentation zufolge dürfte es gar keine FairTrade-Produkte und keine ausländischen Bio-Produkte geben.

Gibt es aber, was bedeutet, dass eine solche Kontrolle der Lieferkette sehr wohl möglich ist.

Einziger Nachteil: Man muss einen fairen Preis für das Produkt zahlen und nicht einen Dumping-Preis, an den Sie sich offensichtlich so sehr gewöhnt haben, dass Sie sich weigern wollen, ein paar Cent dafür mehr zu zahlen, dass gewisse Regeln eingehalten werden.

Übrigens könnte ein wirksames Lieferkettengesetz u.U. auch dazu führen, dass es in Zukunft mal wieder Textilindustrie in Deutschland gibt.

KowaIski
@09:04 Uhr von Sebastian15

....muss ich den Unternehmerverbänden mal Recht geben. Denn eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK ...

... und ein wichtiger Schritt zu einem Ende der ungerechten Ausbeutung von Arbeitskräften in der "dritten Welt".

H. Hummel
@09:06 Uhr von kurtimwald

Es ist beschämend wie unsere Politik und unsere  Wirtschaft ständig auf Kosten der Umwelt und Menschen, Kinder wie Erwachsene, diese schädigen, Ausbeuten und ausbluteten will nur,

um ein wenig mehr Reibach zu machen als andere Industrien.

#

Dann müssen wir im Gegenzug aber auch bereit sein, für eine Jeans bei KiK 50 € zu zahlen ... oder 200 € + X für eine Markenhose im Fachgeschäft.

Ware muss eine Schätzung erfahren. Fünf T- Shirts für 4,99 €, eine Jeans zum selben Preis? Da sparen sich viele doch das Waschen.

Aber: Der Zeitpunkt für eine gerechte Preisverteilung in der Wertstoff- und Produktionskette im Welthandel ist längst unwiederbringlich verpasst. Die Strukturen stehen, die Wege des Geldes sind in entsprechende Kanäle gelenkt ... den Knoten durchschlägt keiner mehr.

KowaIski
@09:03 Uhr von Peter Kock

Die Waren werden in sehr vielen Ländern produziert ! Und wenn ein Werk , irgendwo , Waren produziert dann wird dieses Werk den Kunden gezeigt ...

Nein, alle Werke, aus denen man Waren bezieht, müssen zertifiziert sein, also eine Prüfung durchlaufen.

Miauzi
@09:06 Uhr von kurtimwald

Es ist beschämend wie unsere Politik und unsere  Wirtschaft ständig auf Kosten der Umwelt und Menschen, Kinder wie Erwachsene, diese schädigen, Ausbeuten und ausbluteten will nur,

um ein wenig mehr Reibach zu machen als andere Industrien.

Ob bei Umwelt, Tierschutz oder Arbeitsrecht,

mit Hilfe der Politik werden Verantwortung und Ethik hin und her geschoben.

nennt sich Kapitalismus

und

solange man in der 1. Welt man auch als "Arbeitnehmer" davon profitiert hat - wurde dieser als komplett alternativlos angesehen

und

es wurde faktisch seit 1949 immer die Partei mit der (angeblich) höchsten Wirtschaft-Kompetenz gewählt - bis auf ein paar Ausnahmen.

Das diese Kompetenz oft nur darin bestand den Kapitalisten selbst den Grossteil des Kuchens (BIP) zuzuschanzen - störte solange nicht wie man selbst ein paar Krümel abbekam.

Nun sind diese aber der Meinung das selbst schon die Krümel zu viel sind *hahaha*

Und die Politik liefert genau die Rahmenbedingungen die das "Kapital" wünscht

 

Ein Mitbürger
Beschämend

ist vor allen Dingen aber auch das Kaufverhalten der Konsumenten, die mit großer Begeisterung die billig produzierten Waren kaufen. Es geht nicht immer nur um den Gewinn der Unternehmen, es geht immer auch um die Moral der Kunden.

KowaIski
@09:04 Uhr von Sebastian15

....muss ich den Unternehmerverbänden mal Recht geben. Denn eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK, auch die Wochenangebote in den Discountern würden deutlich geschmälert ...

Wenn das Menschen in Lieferländern vor schreiender Ungerechtigkeit und Ausbeutung bewahrt, dann müssen diese Wochenangebote eben geschmälert werden. Dann gebe wir eben wieder so viel Geld für Kleidung aus, wie die Arbeit fairerweise auch wert ist. Die Ramschangebote von KiK und Konsorten sind ja kein Naturgesetz.

Mass Effect
@09:04 Uhr von Sebastian15

....muss ich den Unternehmerverbänden mal Recht geben. Denn eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK, auch die Wochenangebote in den Discountern würden deutlich geschmälert und E-Autos dürften auch eigentlich nicht mehr verkauft werden.

Sehe ich auch so. Allein schon sie Aussage "dabei sollte Fahrlässigkeit ausreichen" ist für alles ein Totschlagargument.

wenigfahrer
Bleibt eine Frage

am Ende übrig, wo kann überhaupt noch produziert werden, um das alles einzuhalten. Hilft das den Ländern wo unter schlechten Bedingungen produziert wird, wandert die Industrie weiter.

Was nützt es den 50 Prozent der Bürger, wenn das T-Shirt statt 5 Euro 50 kostet, die teuren Markenfirmen lassen genau dort auch ihre Waren herstellen, weil der Gewinn das 10 Fache ist, als Beispiel.

Die Idee mag ja gut sein, aber es nützt weder dem Käufer noch den armen Frauen die das herstellen, weil Kapitalismus etwas anders funktioniert, oberste Maxime, Gewinn.

Mass Effect
@09:14 Uhr von Erna Müller

Die Regierung sollte sich mal überlegen was eine Anwendung in der jetzigen "Energiekrise" bedeuten würde. Wenn man ernsthaft das Thema Menschenrechtsverletzungen oder Umweltschäden berücksichtigen möchte sitzen wir bald im Dunkeln und Kaltem. Anderseits muss man sich fragen, warum dann nur für Energie eine Ausnahme gemacht werden soll.

 

All diejenigen die meinen mit EE sei alles besser sollten sich mit dem Thema seltene Erden und Produktion z. B. von Elektronik, Akkus und PV in Asien beschäftigen. Das ist für uns immer schön weit weg und für die "gute Sache". Letztlich ist dies aber nichts anderes wie die Billigklamotten.

Stimmt. Genaugenommen dürften wir gar nichts mehr Importieren.

Wolfes74
Wie erwartet

"Die Bundesregierung versucht, den Entwurf der EU-Kommission deutlich abzuschwächen."

 

Was anderes habe ich auch nicht erwartet. Wasser predigen, Wein trinken - so sind se, die Politiker.

Account gelöscht
Wird das EU-Lieferkettengesetz zum "zahnlosen Papiertiger" ?

Und wenn es zum zahnlosen Papiertiger wird, wer hat daran mitgestrickt ? Sind es nicht SPD, FDP und Grüne, die Ampelkoalition, die in der EU entsprechend interveniert (siehe Tagesschau-Artikel) ? 

Anfang Oktober verkündete die Entwicklungsministerin Schulze, daß das deutsche Lieferkettengesetz im Januar 2023 kommt. Es verpflichtet aber erst Firmen mit mindestens 3000 Beschäftigten.

Die große Mehrheit der deutschen Textilfirmen lässt in Dritte Welt-Ländern produzieren. Ihnen kommt man also entgegen...... 

 

zöpfchen
zweischneidiges Schwert

Vor fast 30 Jahren habe ich es abgelehnt in Bangladesh zu produzieren. Zu unmenschlich schienen mir die Lebens- und Produktionsbedingungen.

Im Nachhinein war dies ein Fehler. Zwar sind die Bedingungen noch weit von deutschen Produktionsbedingungen entfernt, aber das Bruttosozialprodukt pro Kopf wurde deutlich gesteigert und übersteigt mittlerweile jenes von Indien.

 

Deshalb Vorsicht! Gut gemeint ist häufig genau des Gegenteil von gut gemacht.

Verantwortungsethik statt Gesinnungsethik ist gefragt.

Mass Effect
@09:27 Uhr von NieWiederAfd

Wenn die Bundesregierung tatsächlich durch die sog. 'Safe-Harbor-Klausel' und andere Abschwächungen der Haftungsregelung für Unternehmen das EU-Lieferkettengesetz verwässern will, wäre das ein Armutszeugnis für das Menschenrechts-Engagement. Da gibt es nichts zu beschönigen. Ich warte auf Stellungnahmen der Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtsfragen, Luise Amtsberg, und auch von Wirtschaftsminister Habeck und Außenministerin Baerbock. Ich erwarte, dass diese Verwässerungsversuche nicht durchgehen.

 

gez. NieWiederAfd 

 

 

Was sonst? Treten sie aus der Partei aus?

draufguckerin
Europa kastriert sich selbst, Chinas kontrolliert sich selbst

Solche und ähnliche moralin-getränkten Vorhaben und Verordnungen dienen einzig und allein dazu, die westlichen Industrienationen zu schwächen.

Normalerweise dürfte unter dem Aspekt "saubere Lieferketten" kein einziges E-KfZ verkauft werden. Kobalt, einer der Bestandteile der Akkus kommt überwiegend aus afrikanischen Abbaugebieten. Die Alternative, Lithiumbatterien, sind wesentlich empfindlicher, was Lagerung, Temperaturen ... betrifft.

Ist die Produktion in den chin. Zulieferbetrieben sauber? Oder kommen da Teile aus Zwangsarbeitslagern in Xinjiang? Egal, dieser Lieferant versteht sich nicht nur als Geschäftspartner, sondern ist gleichzeitig auch ein Instrument politischer Disziplinierung. D.h.: 'Wenn Ihr unsere Bedingungen nicht anerkennt, z.B. wenn Ihr uns keine Teile Eures Hafens verkauft und Zugriff auf Eure Logistik gebt, dann kriegt Ihr nichts mehr.'

Während Europa sich mit dem Lieferkettengesetz selbst kastriert,  baut China seine eigenen Lieferketten unkontrolliert  aus.

 

fathaland slim
Schwieriges Thema

Eine mittelständische deutsche Firma, die beispielsweise Kaffeebecher in China fertigen lässt, hat sehr wenig Möglichkeiten, sich über die dortigen Produktionsbedingungen realistisch zu informieren. Mit Unternehmen aus einem Land wie China könnten deutsche Unternehmen also keinen Handel mehr treiben, wenn die Gefahr bestünde, für Menschenrechtsverletzungen des Geschäftspartners haftbar gemacht zu werden. Denn sicherzustellen, daß es an jedem Punkt der Lieferkette, an dessen Ende der Kaffeebecher im deutschen Einzelhandelsgeschäft steht, menschenrechtskonform zugeht, ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit. 

 

Ich weiß es auch nicht.

 

Einerseits ist es mehr als löblich, durchzusetzen, daß hier verkaufte Konsumartikel unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurden. Andererseits sehe ich nicht, inwiefern mittelständische deutsche Unternehmen da einen Hebel hätten. Bei Handelskonzernen oder Bekleidungsketten wie KiK ist das natürlich anders. Die haben reale Marktmacht.

draufguckerin
@schreiber01,9.43, Lieferkettengesetz -China pellt sich 'n Ei

So funktioniert Kapitalismus. Irgendwo kauft man ganz billig ein. Schifft das Ganze um die halbe Welt und verkauft es dann mit einem richtig kräftigen Aufschlag z. B. in Deutschland. Um den Rest sollen sich dann andere kümmern. Die Milliarden schweren Händler verstecken dann ihr Vermögen in Stiftungen, angelegt in Immobilien sicher vor Inflation und Steuer. Alles legal und ordentlich geregelt. Klar fliege ich dann zum Einkaufen auch mal nach China oder Indien und lasse es mir auf den großen Verkaufsmessen gut gehen. Warum sollte man daran was ändern, läuft doch gut und das schon ziemlich lange. 

Mag sein. Aber dass China als Werkbank Europas nur brav produziert, das ist lange vorbei.

Inzwischen managt China seine Logistik selbstständig, verschafft sich u.a. durch Übernahmen und Beteiligungen (europäische Häfen, Seidenstraße) Zugang zum europäischen Vertriebssystem.

Deutsche Händler und Handelsringe haben schwer zu kämpfen, denn inzwischen hat China große Teile des Handels übernommen.

 

Möbius
@09:45 Uhr von V8forever: ja, aber ..

Sicher ist es von Vorteil und richtig, dass im einzelnen nachgewiesen wird wo die einzelnen Teile herkommen. Das gibt es zum Beispiel in der Medizintechnik schon seit langem, auch in der Stahlindustrie wenn hochwertige Stähle benötigt werden. 

Wo der Nachweis fehlt ist in der Textilindustrie und auch Produkte in der Kunststoff - und Automobilindustrie (E-Auto).

Alle Konsumenten, welche bei ein Euro Shop und Co. einkaufen tun sich und den Menschen welche den Mist herstellen nichts Gutes. 

 

 

Sie haben schon recht. Einerseits. Denn Herkunftsnachweise für Komponenten gibt es schon lange, wo dafür ein wirtschaftliches Interesse besteht. ZB weil der Produktionsprozess für den Verkauf in die USA zertifiziert werden muss. Dabei geht es weniger um den Herkunftsort (solange keine US Sanktionsbestimmungen tangiert werden), sondern um Qualitätssicherung. Und ein wenig auch um Protektionismus.

 

 

Hier geht es aber offenbar um ethische Fragen. 

Robert Wypchlo
@09:33 Uhr von Nettie

Solange nicht unbedingte und für jedermann(!) uneingeschränkte Transparenz in allen „kommerziellen“ bzw. Geldangelegenheiten an die Stelle von „Geschäftsgeheimnissen“ und „Datenschutz“ treten, wird es nicht nur dazu, sondern auch zum Bürokratiemonster.

Ja. Eben Bürokratie ohne Ende. Mit diesem Formular müssen sie das blaue Formular beantragen.

Alter Brummbär
@09:06 Uhr von kurtimwald

Es ist beschämend wie unsere Politik und unsere  Wirtschaft ständig auf Kosten der Umwelt und Menschen, Kinder wie Erwachsene, diese schädigen, Ausbeuten und ausbluteten will nur,

um ein wenig mehr Reibach zu machen als andere Industrien.

Ob bei Umwelt, Tierschutz oder Arbeitsrecht,

mit Hilfe der Politik werden Verantwortung und Ethik hin und her geschoben.

In erster Linie sind wir selber Schuld.

Wir kaufen die Waren und wissen doch ganz genau, das sie unter fragwürdigen Bedingungen hergestellt werden.

Nur sieht man darüber gerne hinweg, Hauptsache billig und was ich nicht weiss (wissen will) macht mich nicht nicht heiss.

Ich nenne so etwas scheinheilig.

Mass Effect
@09:43 Uhr von schreiber01

So funktioniert Kapitalismus. Irgendwo kauft man ganz billig ein. Schifft das Ganze um die halbe Welt und verkauft es dann mit einem richtig kräftigen Aufschlag z. B. in Deutschland. Um den Rest sollen sich dann andere kümmern. Die Milliarden schweren Händler verstecken dann ihr Vermögen in Stiftungen, angelegt in Immobilien sicher vor Inflation und Steuer. Alles legal und ordentlich geregelt. Klar fliege ich dann zum Einkaufen auch mal nach China oder Indien und lasse es mir auf den großen Verkaufsmessen gut gehen. Warum sollte man daran was ändern, läuft doch gut und das schon ziemlich lange. 

Wissen sie woher von ihrem PC jedes einzelne Bauteil herkommt? Wer was wo zusammengebaut hat? Woher die dortigen Maschinen herkommen? Wer wann womit er transportiert wurde?

Möbius
Ich sage nur: VW Fabrik in Xinjiang ..

Dort werden Uiguren ausgebeutet. Was VW garnicht bestreitet. Trotzdem hält man an dem Werk fest.

 

Daran wird auch das "Lieferkettengesetz" der EU nichts ändern. 

 

Der Binnenmarkt und die durch die Assoziierungsabkommen geförderte Globalisierung wurden so konstruiert, dass sie den Konzernen dienen. 

 

 

Was hier im Artikel insinuiert wird, ist dass die Konzerne gemäß "Lieferkettengesetz" demnächst im Dienst der Menschenrechte agieren würden. Daran kann man gerne glauben wenn man will. Mit der Realität hat es aber nichts zu tun. 

Alter Brummbär
@09:45 Uhr von V8forever

 

Alle Konsumenten, welche bei ein Euro Shop und Co. einkaufen tun sich und den Menschen welche den Mist herstellen nichts Gutes. 

Betrifft auch durchweg alle Markenhersteller dieser Welt.

mispel

Auch er kritisiert, dass Unternehmen mittels Zertifizierungen ihre Verantwortung auslagern könnten: Schließlich handelten die Zertifizierer oft im Auftrag der Unternehmen. Die Gefahr sei also groß, dass hier Gefälligkeitsgutachten ausgestellt würden.

 

Dann muss man eben diese Gefahr reduzieren. Wie soll denn ein Unternehmen rund um die Uhr die komplette Lieferkette und die beteiligten Unternehmen überwachen? Wie stellt sich die EU das konkret vor?

Möbius
Wenn der deutschen Wirtschaft die Ethik so wichtig wäre

.. dann müsste sie sich aus Marokko und Ägypten, aus Saudi-Arabien und der Ukraine, aus China und aus Vietnam, aus Bangladesh und aus Tunesien, ja sogar aus der Türkei und aus Mexiko komplett zurückziehen !

Schirmherr

Das Gesetz ist doch in seiner ursprünglichen Form gar nicht umzusetzen. Wer, welches Unternehmen in Europa, kann denn alle Produktionsstätten von Sub und Sub-subunternehmen in Hinterasien oder sonst wo in der Welt auf diese Vorgaben hin kontrollieren? Meiner Meinung wurde dieses Gesetz erlassen, um vor allem deutsche Unternehmen leicht und immer wieder in profitable Klagesituationen zu bringen. Hat China mit seinem sich enorm ausbreitenden Handel etwa auch solche Gesetze? Nicht dass ich die menschenverachtenden Produktionsarten zustimmen würde, entsprechen diese dem Menschenbild der Länder. Aber wer hier z.B. China in deutsche wichtige Infrastrukturen sich einkaufen läßt, schreckt auch vor solcher Gesetzgebung nicht zurück. Hier wie dort wissen doch unsere Legislativen doch vor lauter Gesellschaftskritik, oder ist es nicht doch schon Hass auf die eigene Gesellschaft, nich was sie da wirklich als Gesetze auf uns los hetzen und dass die Auswirkungen daraus sie auch selber treffen werden.

weingasi1
Diejenigen, die sich hier wieder in Vorwürfen ergehen,

hinsichtlich Menschen-, Arbeitnehmerrechten, ordentliche Bezahlung, Arbeitsschutz, Umweltschutz, usw. sollten mal überlegen, wie das umzusetzen sein könnte. Sofern nicht ein Vertreter/Vertrauensperson des hiesigen Unternehmens vor Ort ist - und zwar STÄNDIG - lassen sich die Bedingungen nunmal nicht kontrollieren. "Der Staat" schafft es ja nicht einmal bei seinen eigenen (Bau-, Gross-)Projekten im eigenen Land dafür zu sorgen, dass es alles entsprechend der Gesetze und Vorgaben abläuft. Wie sollte das ein Unternehmen dann in 8000 km Entfernung schaffen ?

Ich habe das Gefühl, man will partout die Wirtschaft total gegen die Wand fahren. Eine Krise jagt die nächste und der Umgang mit Arbeitnehmern muss von der Regierung im Land bestimmt werden, diese muss auf die Einhaltung achten. Am besten wäre, DEU würde nichts im- oder exportieren, wir alle würden Gemüse im Garten, unser eigenes Vieh im Stall und unsere Kleidung auf dem eigenen Webstuhl fertigen sowie am besten wieder in Lehmhäuser zie

weingasi1
@09:54 Uhr von DrBeyer

Einziger Nachteil: Man muss einen fairen Preis für das Produkt zahlen und nicht einen Dumping-Preis, an den Sie sich offensichtlich so sehr gewöhnt haben, dass Sie sich weigern wollen, ein paar Cent dafür mehr zu zahlen, dass gewisse Regeln eingehalten werden.

Übrigens könnte ein wirksames Lieferkettengesetz u.U. auch dazu führen, dass es in Zukunft mal wieder Textilindustrie in Deutschland gibt.

Ich empfehle Ihnen in dem Zusammenhang mal ein statement des Unternehmers Grupp (Trigema), der immer ausschliesslich in DEU produzierte und der kurz vor dem Aus steht, obwohl er Topware anbietet, auf die mein Mann seit Jahrzehnten schwört. Es ist aber nicht jeder in der Lage € 80 für ein T-shirt zu zahlen. Und was man international von Zertifikaten zu halten hat, darüber wurde schon x-Mal berichtet. Auch bei fairtrade Produkten gibt es keine lückenlose Kontrolle und mancher kann sie sich auch nicht leisten.

 

AbseitsDesMainstreams
Ursache Globalisierung

Womöglich ist auch hier die Globalisierung die Ursache des Problems.

Mehr Produktion in Deutschland, der EU oder auch im überigen Europa wäre vielleicht minimal teurer, dafür aber besser zu steuern und kontrollieren. Zudem vermutlich auch hochwertiger und langlebiger.

 

Es gibt immer noch kleine "Produktionsinseln" für Textilien in der BRD, z. B. in Herford bzw. in der Region Ostwestfalen. Vielleicht müssten wir des "Made in Germany" bei Bekleidung wieder stärker in den Vordergrund stellen.

Account gelöscht
@09:54 Uhr von KowaIski

....muss ich den Unternehmerverbänden mal Recht geben. Denn eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK ...

... und ein wichtiger Schritt zu einem Ende der ungerechten Ausbeutung von Arbeitskräften in der "dritten Welt".

 

Aber wo findet denn dieses Ende statt ? In dem Artikel steht, daß die Bundesregierung (SPD, FDP und Grüne) es unternimmt, den EU-Entwurf zu verwässern.

Greenpeace sagt, daß die Bundesregierung es "den Firmen überlasse zu entscheiden, wofür sie haften". 

Das sieht nach weiter so aus....

91541matthias
@09:29 Uhr von Tom9

Tolle Bundesregierung ....  zeigt mal wieder wie die aktuelle Grüne-rote Führerungsebene wirklich tickt. Naja, ich denke mit der CDU wäre es auch so.

Allerdings, außerdem muss man das Problem euopaweit angehen..

Keine Partei kann da viel ändern, auch die A-Partei nicht..

 

Parsec
@09:04 Uhr von Sebastian15

... eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK,

Ich sehe da keinen Verlust drin.

Die Klamotten dürften sicher von minderer Qualität sein, die Arbeiter/innen der Hersteller mit weniger als dem lebensnotwendigen bezahlt werden und die Verkäufer/innen bei KiK bekommen sicher auch nicht gerade den Lohn, den man zum Leben braucht.

Also was wollen wir mit KiK & Co?

... auch die Wochenangebote in den Discountern würden deutlich geschmälert [werden] ...

Hier gilt ebenfalls, dass die Klamotten vom Wühltisch nicht gerade das Gelbe vom Ei sind und die Bezahlung der Arbeiter/innen unter Dumping fällt.

Sollte man nicht unterstützen.

 

redfan96
@09:54 Uhr von DrBeyer

Ihre Argumentation sind leider sehr gehaltlos.

Ihrer Argumentation zufolge dürfte es gar keine FairTrade-Produkte und keine ausländischen Bio-Produkte geben.

Gibt es aber, was bedeutet, dass eine solche Kontrolle der Lieferkette sehr wohl möglich ist.

Einziger Nachteil: Man muss einen fairen Preis für das Produkt zahlen und nicht einen Dumping-Preis, an den Sie sich offensichtlich so sehr gewöhnt haben, dass Sie sich weigern wollen, ein paar Cent dafür mehr zu zahlen, dass gewisse Regeln eingehalten werden.

Übrigens könnte ein wirksames Lieferkettengesetz u.U. auch dazu führen, dass es in Zukunft mal wieder Textilindustrie in Deutschland gibt.

 

Stimme Ihnen zu. Allerdings ist der Preis des Kleidungsstücks nicht immer der Gradmesser für gute Arbeitsbedingungen im Fertigungsland, s.z.B. Nike et al. die zu niedrigsten Löhnen produzieren und ihre Sneakers hochpreisig bei uns verkaufen. Gilt natürlich auch für Elektronikware, etwa von Apple u. Co.

Ich finde die Gier der Unternehmen empörend.

 

Account gelöscht
Wenn...

Die Lieferketten unterbrochen bzw gestört sind dann helfen kein Gesetz oder Verordnung. Erst die Corona Pandemie mit Chinas Null Covid Strategie dann der Ukraine Krieg mit dem Getreide Lieferstop. Wir müssen eventuell auch da umdenken weg vom Juist in time hin zu Lager Kapazitäten für eine bis drei Wochen zur Überbrückung. 

Universalist
@09:27 Uhr von NieWiederAfd

Wenn die Bundesregierung tatsächlich durch die sog. 'Safe-Harbor-Klausel' und andere Abschwächungen der Haftungsregelung für Unternehmen das EU-Lieferkettengesetz verwässern will, wäre das ein Armutszeugnis für das Menschenrechts-Engagement. Da gibt es nichts zu beschönigen. Ich warte auf Stellungnahmen der Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtsfragen, Luise Amtsberg, und auch von Wirtschaftsminister Habeck und Außenministerin Baerbock. Ich erwarte, dass diese Verwässerungsversuche nicht durchgehen.

 

gez. NieWiederAfd 

 

Weil sie das erwarten wird das auch bestimmt geschehen. Ja sie sind wieder sehr realistisch.

 

Bender Rodriguez

Einfach Globalisierung beenden. Hier produzieren.  So einfach  kann es sein. Wir hatten hier mal Leder Textil, Stahl, Medizin,....  und was weiß ich noch alles. Jetz gibt es nur noch Autos. Die werden aber grade abgeschafft.  

Wir hätten also den Platz, demnächst anderee Sachen zu bauen.

fathaland slim
10:00, KowaIski

Die Ramschangebote von KiK und Konsorten sind ja kein Naturgesetz.

 

Vor allem handelt es sich meist wirklich um Ramsch. Ich kaufe in solchen Läden nicht. Lieber zahle ich etwas mehr und bekomme dafür Qualität. Klamotten, die nicht schon nach der zweiten Wäsche hinüber sind.

Wielstadt
@09:04 Uhr von Sebastian15

....muss ich den Unternehmerverbänden mal Recht geben. Denn eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK

 

Und wäre das schlimm?

 

Mass Effect
@09:57 Uhr von KowaIski

Die Waren werden in sehr vielen Ländern produziert ! Und wenn ein Werk , irgendwo , Waren produziert dann wird dieses Werk den Kunden gezeigt ...

Nein, alle Werke, aus denen man Waren bezieht, müssen zertifiziert sein, also eine Prüfung durchlaufen.

Hilft auch nicht immer wie im Artikel zu lesen. Katastrophen - obwohl Zertifikate ausgestellt wurden

fathaland slim
10:03, wenigfahrer

Was nützt es den 50 Prozent der Bürger, wenn das T-Shirt statt 5 Euro 50 kostet, die teuren Markenfirmen lassen genau dort auch ihre Waren herstellen, weil der Gewinn das 10 Fache ist, als Beispiel.

 

Ein Trigema-T-Shirt kostet keine fünfzig Euro. Bei weitem nicht.

Alexander K.
ARD Mediathek "Schmutziges Kupfer"

Die Reportage zeigt sehr deutlich auf, dass die verantwortlichen Mitarbeiter der Produktionsfirma hier in Deutschland es tunlichst vermeiden, selbst nach Chile zu fliegen und dort die Krebstoten und Missbildungen zu zählen. Ich habe den Eindruck erhalten, dass es im Kern nur um den Ankauf der Rohstoffe geht. "Wenn unsere Firma das Kupfer nicht importiert, dann importiert es halt die Konkurrenz". In jedem Fall geht die Umweltverschmutzung und das langsame Sterben ungebremst weiter.

Der Mensch ist der Kollateralschaden und dies nimmt man in Kauf.

kurtimwald
@10:02 Uhr von Mass Effect

....muss ich den Unternehmerverbänden mal Recht geben. Denn eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK, auch die Wochenangebote in den Discountern würden deutlich geschmälert und E-Autos dürften auch eigentlich nicht mehr verkauft werden.

Sehe ich auch so. Allein schon sie Aussage "dabei sollte Fahrlässigkeit ausreichen" ist für alles ein Totschlagargument.

Das soll ja auch „tot geschlagen“ werden, das Ausbeuten von Menschen und Ressourcen.

Und da alle EUler mitmachen sollen, wird auch niemand benachteiligt.

Nur wir Deutschen wollen weiter die größten Ausbeuter und Umweltschädlinge bleiben.

Sebastian15
@10:00 Uhr von KowaIski

Dann gebe wir eben wieder so viel Geld für Kleidung aus, wie die Arbeit fairerweise auch wert ist. Die Ramschangebote von KiK und Konsorten sind ja kein Naturgesetz.

Leider könnten sich viele Menschen in diesem Land ohne KiK und Co. keine neue Kleidung leisten. Das darf man bitte auch nicht vergessen.

Wanderfalke
Die eigenen Werte unterlaufen

Die weltweit herrschenden Prinzipien bei solchen "Geschäften" sind doch die: Wer umweltbewusst und Menschenrechtskonform handeln will hat im Wettbewerb zu den rücksichtslosen Umweltsündern und Sklavenhaltern bei Gewinnen und Marktanteilen das Nachsehen. Solch ein Lieferkettengesetz mit der Besinnung auf unsere formulierten Werte fährt dann den Unternehmen mächtig in die Parade, weil damit die Konkurrenzfähigkeit in Gefahr gerät. Der im Artikel verlinkte Bericht "Wie Lobbyisten mitgewirkt haben" zeigt sehr deutlich, wie Verhinderung oder "Entschärfung" dieses Gesetzes von Unternehmen und Arbeitgebern betrieben wird, damit man hier aus der Verantwortung  genommen wird.

Hier haben wir ein gutes Beispiel, warum es bei den berechtigten Forderungen zur Einhaltung von Menschenrechten sowie nach diesen ganzen Umwelt- und Klimagipfeln kein Vorwärtskommen gibt, weil sie stets an solchen Realitäten zerschellen. 

draufguckerin
EU-Gesetze, Zertifikate - gefakte Prüfsiegel gibt es massenweise

Mit dem Lieferkettengesetz sollte mal durchgesetzt werden, dass der Handels auf humane Lieferbedingungen achten sollte.

Einerseits war das eine gute Idee. Keiner möchte Dinge kaufen oder nutzen, an denen das Blut ausgebeuteter Kinder oder Zwangsarbeiter klebt.

Andererseits nützt ein solches Gesetz nur etwas, wenn man die Einhaltung kontrollieren und die Missachtung sanktionieren kann. Das kann Europa nicht.

Wer soll die Einhaltung z.B. bei chinesischen Logistikunternehmen oder Handelsketten überwachen? Es gibt Händler/Handelsketten, die lassen sich nicht in die Karten gucken. Bestenfalls kaufen sie sich Zertifikate, normalerweise wird aber alles einfach auf die Etiketten gedruckt: Biosiegel, Baumwollsiegel, Oeko-Tex ...., nachhaltige Landwirtschaft ... Bei Tests, von denen wir ab und zu in den Medien lesen, kommt immer wieder heraus, dass Dinge falsch oder unvollständig deklariert sind, dass Phantasie-Labels und -Prüfsiegel verwendet werden.

Dann bringt das nichts.

 

 

Mass Effect
@09:57 Uhr von Miauzi

Es ist beschämend wie unsere Politik und unsere  Wirtschaft ständig auf Kosten der Umwelt und Menschen, Kinder wie Erwachsene, diese schädigen, Ausbeuten und ausbluteten will nur,

um ein wenig mehr Reibach zu machen als andere Industrien.

Ob bei Umwelt, Tierschutz oder Arbeitsrecht,

mit Hilfe der Politik werden Verantwortung und Ethik hin und her geschoben.

nennt sich Kapitalismus

und

solange man in der 1. Welt man auch als "Arbeitnehmer" davon profitiert hat - wurde dieser als komplett alternativlos angesehen

und

es wurde faktisch seit 1949 immer die Partei mit der (angeblich) höchsten Wirtschaft-Kompetenz gewählt - bis auf ein paar Ausnahmen.

Das diese Kompetenz oft nur darin bestand den Kapitalisten selbst den Grossteil des Kuchens (BIP) zuzuschanzen - störte solange nicht wie man selbst ein paar Krümel abbekam.

Nun sind diese aber der Meinung das selbst schon die Krümel zu v...

War im Sozialismus noch schlimmer.

Mass Effect
@10:32 Uhr von fathaland slim

Eine mittelständische deutsche Firma, die beispielsweise Kaffeebecher in China fertigen lässt, hat sehr wenig Möglichkeiten, sich über die dortigen Produktionsbedingungen realistisch zu informieren. Mit Unternehmen aus einem Land wie China könnten deutsche Unternehmen also keinen Handel mehr treiben, wenn die Gefahr bestünde, für Menschenrechtsverletzungen des Geschäftspartners haftbar gemacht zu werden. Denn sicherzustellen, daß es an jedem Punkt der Lieferkette, an dessen Ende der Kaffeebecher im deutschen Einzelhandelsgeschäft steht, menschenrechtskonform zugeht, ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit. 

 

Ich weiß es auch nicht.

 

Einerseits ist es mehr als löblich, durchzusetzen, daß hier verkaufte Konsumartikel unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurden. Andererseits sehe ich nicht, inwiefern mittelständische deutsche Unternehmen da einen Hebel hätten. Bei Handelskonzernen oder Bekleidungsketten wie KiK ist das natürlich ...

 Also dieser Aussage kann ich nur zu 100% zustimmen.

Sparer
Wenn

es darum geht, die Einhaltung von Menschenrechten zu beachten, dürften wir zB von China überhaupt keine Waren kaufen (Das meiste, was von dort kommt, ist eh schrottreife Billigware). Und die Fußball-WM in Katar dürfte niemals stattfinden. 
Aber zu solch drastischen Schritten kann sich die europäische Politik nicht durchringen. Zu groß ist mittlerweile die Abhängigkeit von China, in die man sich ohne Not gebracht hat. Und mit der WM lässt sich einfach ein Riesen-Reibach machen. Da müssen die Menschenrechte jetzt einfach mal hintenanstehen.

morgentau19

..(...)will die EU-Kommission die europäischen Unternehmen nun dazu verpflichten, die Produktionsbedingungen ihn ihren weltweiten Lieferketten stärker in den Blick zu nehmen - um zu verhindern, dass zur Gewinnmaximierung gegen Menschenrechte oder auch Umweltstandards verstoßen wird.

 

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Ginge es danach, werden die Regale in Deutschlands Warenhäuser/Supermärkten usw. leerer sein, die Angebote übersichtlicher.

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Eine Straße zu überqueren wird viel entspannter sein, da es weniger Fahrzeuge geben wird.

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Menschen, die ihr Händie als ständiger Begleiter haben, können ihre Geräte nicht mehr so oft laden.

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Na, da freut sich der Planet. Es wird ruhiger und entspannter....

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Allerdings sprudeln die Steuereinnahmen nicht mehr so stark. Die Zahl der Arbeitslosen wird.....ach, das ist ein anderes Thema.

 

Dany39
@09:52 Uhr von NieWiederAfd

...eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK...

 

Es gibt leider immer noch Menschen, für die 'Hauptsache billig' über Menschenrechtsfragen steht, die sozusagen die Menschenrechtssituationder Arbeiterinnen und Arbeiter einfach 'rausKiKen'.

 

gez. NieWiederAfd 

 

Glauben Sie, daß bei teuren Marken die Situationen besser sind? Oftmals sogar schlechter, oder zumindest gleich schlecht. Der einzige Unterschied ist, das dann irgendein Markenname draufsteht, für den dann teuer bezahlt wird. Hab vor Jahren mal einen Bericht im Fernsehen gesehen, da wurde gezeigt, wo die T-Shirts einer bekannten deutschen Bekleidungskette (nicht Kik), produziert und da wurde dann gezeigt, daß in einem separaten Raum in der selben Fabrik T- Shirts für einen namhaften deutschen Sportartikelhersteller produziert werden. Also ist teuer nicht automatisch immer besser.

 

Dany39
@09:14 Uhr von Erna Müller

Die Regierung sollte sich mal überlegen was eine Anwendung in der jetzigen "Energiekrise" bedeuten würde. Wenn man ernsthaft das Thema Menschenrechtsverletzungen oder Umweltschäden berücksichtigen möchte sitzen wir bald im Dunkeln und Kaltem. Anderseits muss man sich fragen, warum dann nur für Energie eine Ausnahme gemacht werden soll.

 

All diejenigen die meinen mit EE sei alles besser sollten sich mit dem Thema seltene Erden und Produktion z. B. von Elektronik, Akkus und PV in Asien beschäftigen. Das ist für uns immer schön weit weg und für die "gute Sache". Letztlich ist dies aber nichts anderes wie die Billigklamotten.

Da gebe ich Ihnen Recht. Leider wollen viele das nicht sehen. 

Dany39
@09:56 Uhr von H. Hummel

Es ist beschämend wie unsere Politik und unsere  Wirtschaft ständig auf Kosten der Umwelt und Menschen, Kinder wie Erwachsene, diese schädigen, Ausbeuten und ausbluteten will nur,

um ein wenig mehr Reibach zu machen als andere Industrien.

#

Dann müssen wir im Gegenzug aber auch bereit sein, für eine Jeans bei KiK 50 € zu zahlen ... oder 200 € + X für eine Markenhose im Fachgeschäft.

Ware muss eine Schätzung erfahren. Fünf T- Shirts für 4,99 €, eine Jeans zum selben Preis? Da sparen sich viele doch das Waschen.

Aber: Der Zeitpunkt für eine gerechte Preisverteilung in der Wertstoff- und Produktionskette im Welthandel ist längst unwiederbringlich verpasst. Die Strukturen stehen, die Wege des Geldes sind in entsprechende Kanäle gelenkt ... den Knoten durchschlägt keiner mehr.

Viele wären wahrscheinlich dafür bereit, können es sich finanziell aber nicht leisten.

Dany39
@10:03 Uhr von wenigfahrer

am Ende übrig, wo kann überhaupt noch produziert werden, um das alles einzuhalten. Hilft das den Ländern wo unter schlechten Bedingungen produziert wird, wandert die Industrie weiter.

Was nützt es den 50 Prozent der Bürger, wenn das T-Shirt statt 5 Euro 50 kostet, die teuren Markenfirmen lassen genau dort auch ihre Waren herstellen, weil der Gewinn das 10 Fache ist, als Beispiel.

Die Idee mag ja gut sein, aber es nützt weder dem Käufer noch den armen Frauen die das herstellen, weil Kapitalismus etwas anders funktioniert, oberste Maxime, Gewinn.

Da gebe ich ihnen absolut Recht. Bei der teuren Markenkleidung wird schließlich nicht der Preis wegen guter Arbeitsbedingungen so hoch sein, sondern nur für den Namen. Da zahlt man dann für ein 50€ T-Shirt z.B.4,99€ fürs T-Shirt und 45,00€ nur für den Namen.

Koray
Enttäuscht von SPD und Grünen

Und das von einer Regierungskoalition, in denen Parteien sind, welche Menschenrechte und den Umweltschutz plakativ für sich beanspruchen. Wow... 

draufguckerin
@09:06 Uhr von kurtimwald, bitte selbst drum kümmern

Es ist beschämend wie unsere Politik und unsere  Wirtschaft ständig auf Kosten der Umwelt und Menschen, Kinder wie Erwachsene, diese schädigen, Ausbeuten und ausbluteten will nur,

um ein wenig mehr Reibach zu machen als andere Industrien.

Ob bei Umwelt, Tierschutz oder Arbeitsrecht,

mit Hilfe der Politik werden Verantwortung und Ethik hin und her geschoben.

Wir, die Verbraucher, können bestimmen, ob wir Billigkram kaufen. Ob wir uns Fummel "Made in Italy" aus chinesischen Sweatshops in Oberitalien auf den Körper hängen. Ob wir billige Pelze tragen, ob wir Lebensmittel mit Phantasielabel kaufen. Es gibt schon sehr viele Start-Ups, die sich redlich um "saubere" Ware bemühen. Und zehnmal so viele, die auf der Welle mitsurfen und Schrott verkaufen.

Es macht Spaß, Detektiv zu  spielen. Firmensitz, Inhaber, Portfolio ... manchmal reicht schon Google, um zu sehen, dass falsche Angaben gemacht werden. Ich brauche zur Zeit nichts. Aber wenn, dann kann Gebrauchtes manchmal besser sein als Neues.

Klabautermann 08
@10:00 Uhr von Ein Mitbürger

ist vor allen Dingen aber auch das Kaufverhalten der Konsumenten, die mit großer Begeisterung die billig produzierten Waren kaufen. Es geht nicht immer nur um den Gewinn der Unternehmen, es geht immer auch um die Moral der Kunden.

Na, da hoffe ich einmal, das ihre eigene Moral entsprechend hoch angesiedelt ist und Sie sich selber entsprechend verhalten. Es soll aber Leute geben, die können sich schlicht ergreifend diese Art von Moral nicht leisten, bzw wollen dies auch gar nicht, weil sie wissen, das die "Markenjeans" für 200€ aus der selben Fabrik kommt wie die Discounterjeans für 40€. 

mispel
@09:57 Uhr von Miauzi

Es ist beschämend wie unsere Politik und unsere  Wirtschaft ständig auf Kosten der Umwelt und Menschen, Kinder wie Erwachsene, diese schädigen, Ausbeuten und ausbluteten will nur,

um ein wenig mehr Reibach zu machen als andere Industrien.

Ob bei Umwelt, Tierschutz oder Arbeitsrecht,

mit Hilfe der Politik werden Verantwortung und Ethik hin und her geschoben.

nennt sich Kapitalismus

 

Ja ja der Kapitalismus mal wieder. In anderen Wirtschaftssystemen werden die Menschenrechte natürlich immer geachtet und der Umwelt geht es prima und alle Menschen kaufen nur Fairtrade-Produkte.

Klabautermann 08
@11:14 Uhr von Parsec

 

Ich sehe da keinen Verlust drin.

Die Klamotten dürften sicher von minderer Qualität sein, die Arbeiter/innen der Hersteller mit weniger als dem lebensnotwendigen bezahlt werden und die Verkäufer/innen bei KiK bekommen sicher auch nicht gerade den Lohn, den man zum Leben braucht.

Also was wollen wir mit KiK & Co?

 

Hier gilt ebenfalls, dass die Klamotten vom Wühltisch nicht gerade das Gelbe vom Ei sind und die Bezahlung der Arbeiter/innen unter Dumping fällt.

Sollte man nicht unterstützen.

 

Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass es Menschen gibt, die sich andere Ware gar nicht leisten können? Wenn SIE Kik als Überflüssig empfinden, ist das IHRE ganz persönliche Sache. Übrigens so schlecht wie Sie es hier behaupten sind die Klamotten von Kik auch nicht. Also wenn man keine Ahnung hat (wie es ihren Post zu entnehmen ist ) sollte man sich vielleicht etwas zurück halten.

werner1955
Lieferkettengesetz

Haben wir nicht jetzt ganz ander Sorgen ais noch so ein EU Monster aufzulegen?

Zuerst sind die Menschen für sich selbst verantwortlich.

draufguckerin
@10:00 Uhr von KowaIski, falscher Ansprechpartner

....muss ich den Unternehmerverbänden mal Recht geben. Denn eine solche Regelung wie von der EU gewünscht wäre das Ende für sämtliche Geschäfte wie der im Text genannte KiK, auch die Wochenangebote in den Discountern würden deutlich geschmälert ...

Wenn das Menschen in Lieferländern vor schreiender Ungerechtigkeit und Ausbeutung bewahrt, dann müssen diese Wochenangebote eben geschmälert werden. Dann gebe wir eben wieder so viel Geld für Kleidung aus, wie die Arbeit fairerweise auch wert ist. Die Ramschangebote von KiK und Konsorten sind ja kein Naturgesetz.

Dann müsste die EU für solche miesen Produkte Einfuhrstopps durchsetzen.

Es kann nicht sein, dass Handel oder Verbraucher die Produktionsbedingungen auf der anderen Seite der Erde überprüfen sollen. Das kann nicht klappen,  noch dazu, wenn auf Seiten des Anbieters der  feste Wille zum Betrug/zum falschen Labeln dahintersteht.

 

fathaland slim
11:36 Uhr von fathaland slim, Korrektur

Mein Post um 11:36 ist eine Antwort auf den Post um 11:03 Uhr von weingasi1.

 

Lieber „wenigfahrer“, ich bitte, das Versehen zu entschuldigen 

morgentau19
@10:00 Uhr von Ein Mitbürger

ist vor allen Dingen aber auch das Kaufverhalten der Konsumenten, die mit großer Begeisterung die billig produzierten Waren kaufen. Es geht nicht immer nur um den Gewinn der Unternehmen, es geht immer auch um die Moral der Kunden.

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Sie haben mit ihrem Argument die richtige Seite betrachtet, der ich zustimmen kann.

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Aber jede Münze hat bekanntlich zwei Seiten.

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Die Zahl der Beschäftigten im Niedriglohnsektor steigt immer stärker. Diese Menschen können weder für ihre zukünftige Rente sparen, und sie müssen die billig produzierten Waren kaufen.