Kommentare - China will Sprache Mandarin stark fördern

01. Dezember 2021 - 15:23 Uhr

Bis 2025 sollen 85 Prozent der chinesischen Bürger Mandarin sprechen. Dies sei notwendig, um die Erfordernisse der modernen Wirtschaft zu erfüllen, argumentiert die Regierung. Sie geht damit aggressiv gegen Minderheitensprachen vor.

Artikel auf tagesschau.de

Kommentare

Am 01. Dezember 2021 um 20:57 von RoyalTramp

Das ist leider so! Ich hoffe ja, dass die Langzeichen in HK weiterhin verwendet werden. Die sind schöner als die Kurzzeichen. Für alles andere wird man dann wohl nach Taiwan gehen müssen.

Zustimmung,Danke .

um 18:55 von Möbius

In Deutschland ist Amtssprache Deutsch
----------------

ist das so ganz eindeutig wie sie es gerade formulieren ?

Grundsätzlich ist die Gerichtssprache in Deutschland deutsch.
§ 184 Satz 2 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG)3
sieht aber vor, dass das Recht der Sorben,
in den Heimatkreisen der sorbischen Bevölkerung vor Gericht sorbisch zu sprechen, garantiert ist

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Am 01. Dezember 2021 um 20:54 von RoyalTramp

Ganz anders wie die Einwanderer in Amerika, die mit einer bereits sehr stark ausgeprägten nationalen Identität, diesen Erdteil sukzessive unterworfen haben.

Richtig.

@ Wegelagerer34

Bei uns versuchen bestimmte Kreise dagegen ...

Oh, eine Verschwörung.

20:21 von M. Höffling

«Mit "Kanji" kommen übrigens auch Japaner in China und Chinesen in Japan zurecht, sprachunabhängig.»

Mit einzelnen・漢字・kanji・China Schriftzeichen・und einfachen Bedeutungszusammensetzungen schon.

一  1
二  2
三  3
口  Mund
人  Mensch
中国 Innen Staat・Das Reich der Mitte・China

Sonst aber nicht, weil Chinesisch und Japanisch zwei Sprachen sind, die sowohl in Grammatik als auch in der Aussprache gar keine Verwandtschaft zueinander aufweisen. Weil sie auch schreiben können wollten, haben Japaner im 6. Jahrhundert begonnen, die Kanji in China zu mopsen, zu stehlen, und zu rauben. Inzwischen haben sie alle ca. 40.000, die es wohl geben soll.

Wie viele es exakt sind, das weiß in beiden Ländern niemand. Aber ca. 2.100 Kanji reichen aus, um > 95% der Bedeutung in Texten zu verstehen. Grammatik ist dabei aber noch nicht enthalten.

Die Kanji sind die ältesten bis heute benutzten Schriftzeichen der Welt. Manche sagen, 3.000 Jahre alt. Andere sagen 5.000 Jahre.

物 Ding
事 Ereignis
鷲 Adler
鸛 Storch

21:00 von Nachfragerin

Wenn ich an Sprachen wie Sorbisch, Plattdeutsch oder Gälisch denke, erscheint es mir sogar sehr plausibel, dass Sprachen ohne staatlichen Zwang verschwinden. Denn heute wachsen die Kinder der Minderheiten nicht mehr mehrere Tagesritte von der Außenwelt entfernt auf. Es ist eine Notwendigkeit, die offizielle Staatssprache zu erlernen, wenn man weiterkommen will, als die Urgroßeltern.
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auch wenn ich es bedauerlich finde,
so seine kulturelle Identität zu verlieren
und damit geht diese verloren
kann man ihnen wohl kaum widersprechen
zumal es ja nicht nur um Sorbisch, Plattdeutsch oder Gälisch geht
sondern zig Sprachen vom "Ausssterben" bedroht sind
ich darf zitieren
>>Rund 6.000 Sprachen werden heute weltweit gesprochen.
Doch fast die Hälfte von ihnen ist vom Aussterben bedroht.
Das Sprachensterben hat vielfältige Gründe
– Kriege und Unterdrückung genau wie Vermischung und Globalisierung.
Fakt ist: Etwa alle zwei Wochen verschwindet eine Sprache – und zwar für immer.<<

Am 01. Dezember 2021 um 20:56 von proehi

Im Grunde genommen richtig. Allerdings betrifft das nur die Sprachen wie Mandarin oder Kanton und andere regionale Sprachen.
Tibetanische Schriftzeichen sind nicht nur ganz anders , sie sind auch anders aufgebaut.
Sprich..chinesische Zeichen sind mehr Silben und Wörterzeichen, tibetanische eine Art "Zwischenschrift" zwischen einer Alphabetschrift und Silbenschrift

21:04 von Möbius

"@Sausevind 20:47: warum greifen Sie mich an?"

,.,.,

Ich habe Sie nicht angegriffen, sondern eine Lüge als Lüge bezeichnet.

Das werden Sie ertragen müssen.

@Royaltramp - "Ursprache"

"Was ich mit meinem Hinweis auf Karl sagen wollte: Ohne diese massiven und blutigen Eroberungen im frühen wie hohen Mittelalter wäre die Entstehung einer späteren deutschen Identität schlicht unmöglich gewesen und wir würden uns heute wohl immer noch in unseren "Ursprachen" unterhalten müssen. Bei mir wäre es das Hermendurische mit suebischem Dialekt. Was wäre ihre "Ursprache"?"

Kommt drauf an, wo man den historischen Schnitt macht: Treverisch, hätte Caesar nicht gesiegt. Moselromanisch (spätantikes Vulgärlatein der Region) wäre die romanische Bevölkerungsdichte ab dem 5. Jh. etwas höher gewesen. Danach Fränkisch, die Variante, die heute den moselfränkischen Dialektraum prägt.

Noch ein Beispiel zur Sprachentstehung: Letzebuërgisch wurde im späten 19. Jh. aus Dialekten gebildet. Der Urur...urgroßonkel eines Klassenkameraden von mir hatte damals bei einer Reform des dortigen Schulwesens dazu angeregt. Tja, so wurde Westeifelplatt zu einer Amtssprache der EU ;-)

Wie man es auch macht, man macht es verkehrt

Lässt man alle die gleiche Sprache lernen, fühlen sich manche genötigt und sehen ihre Kultur gefährdet.

Lässt man es bei verschiedenen Sprachen, fühlen sich manche von der Bildung, Wirtschaft und Politik ausgeschlossen.

*

Das Problem ist, dass die Minderheiten weder genug eigene Schulen haben, geschweige denn Hochschulen und Universitäten, weshalb sie wirtschaftlich immer hinterher hängen werden. Wer was werden will, der muss dort Chinesisch lernen und auf eine chinesische Schule / chinesische Hochschule / Uni gehen.
Ein Agrarland ist und bleibt ein Entwicklungsland.

die Welt wird immer internationaler

es ist sehr schwierig - aussichtslos dass sich ne Sprache
die von wenigen hundert Menschen gesprochen wird sich halten kann
Selbst Sprachen die von Millionen gesprochen werden haben Probleme.
Man überlege sich nur Bücher zu übersetzen wegen vergleichsweise wenig Lesern
gar Filme zu synchronisieren ist nahezu unmöglich
Es bleibt wirklich nichts anderes übrig als sich anzupassen

Deutsche Migrationspolitik

Und wie ist die Situation hierzulande? In Deutschland wird seit Jahren massivster Druck auf Kinder mit Migrationshintergrund ausgeübt, die noch ihre Muttersprache sprechen wollen.

Da heißt es dann bspw. "Auf deutschen Schulhöfen darf kein türkisch mehr gesprochen werden!"

Frage: ist das mit der Demokratie oder dem Recht auf freie Meinungsäußerung (in jeder Sprache) überhaupt vereinbar? Die Antwort dürfte nicht schwerfallen. Aber leider fragt dies niemand oder besser gesagt es wird zwar gefragt, aber von den Medien lieber totgeschwiegen. Und von der Politik erst recht. Die kritisieren lieber das Ausland - auch um von Deutschland abzulenken, wie ich glaube.

21:00 von Nachfragerin

"Am 01. Dezember 2021 um 21:00 von Nachfragerin
@Sausevind - Globalisierung
20:47 von Sausevind:
"Es ist doch sonnenklar, dass Sie das gar nicht wissen können, was Sie da behaupten."

Mir ist das nicht sonnenklar. Woran kann ich denn die angebliche Lüge erkennen?"

,.,.,

Daran, dass er die Motivation SÄMTLICHER Angesprochenen nicht kennen kann.

Das behauptet er aber und zieht daraus eine zentrale Schlussfolgerung.

Im Endeffekt wird man sehen müssen...

... wie sich diese Maßnahme jetzt in Zukunft auswirken wird.

Wenn diese Maßnahme dazu beiträgt, dass Angehörige von Minderheiten am wirtschaftlichen Erfolg Chinas besser partizipieren können, als bisher (und dazu ist eine einheitliche Sprache nunmal unabdingbar, denn wie sonst soll das am Arbeitsplatz funktionieren, wenn der Chef nur Mandarin behrrscht, seine Mitarbeiter aber nur Mongolisch?), DANN ist diese Maßnahme nur zu begrüßen und selbstverständlich!

Ob diese Maßnahme gleichzeitig dazu führt, dass andere Sprachen oder gar Kulturen in China aussterben, wage ich bei der extrem stark ausgeprägten lokalen Mentalität der Menschen in China erheblich zu bezweifeln. Sie werden im privaten Umfeld weiterhin ihre Sprachen und Traditionen pflegen. Sprich: Sie haben es immer noch selbst in der Hand, wie sich ihre eigenen Kulturen weiter entwickeln werden.

@ M. Höffling

"Tja, so wurde Westeifelplatt zu einer Amtssprache der EU ;-)"

Und zwar angeordnet. Denn auf irgendwas musste man sich schließlich einigen! ^^

denke die Chinesen werden Probleme genug haben

auch wenn die Kunstsprache Mandarin überall eingeführt werden soll.
Wie viele Dialekte wird es in einem Riesenreich mit 1.4 Mrd wohl auch zukünftig geben

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