Kommentare - Industrie fordert mehr Tempo beim Klimaschutz

21. Oktober 2021 - 17:58 Uhr

860 Milliarden Euro sollte die nächste Bundesregierung bis 2030 für den Klimaschutz in die Hand nehmen, meint BDI-Präsident Russwurm. Er stellte eine Liste vor, wie Deutschland seine Klimaziele erreichen kann. Von André Seifert.

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Kommentare

Am 21. Oktober 2021 um 20:40 von harpdart

„So wie unsere Wirtschaft organisiert ist, zahlt am Ende immer der sogenannte "Verbraucher" oder glaubt jemand wirklich, dass die Industrie/Wirtschaft, wenn ihr mehr Kosten aufgebürdet werden, diese nicht weiterreichen werden und ihren Gewinn weiter steigern werden?“

Nicht so einfach.

Der sogenannte „Verbraucher“
also ich,
lese jede Woche die Supermarkt-Angebote.

Diejenigen, die meinen sie müssten
Mehrkosten weiterreichen,
statt Kosten. Z.B. durch Effizienzsteigerung zu senken, können sich ihre Produkte noch eine Weile selber ansehen.

um 20:14 von Werner Krausss

"Ich bin ein guter Kapitalist,
glaube an die Geldvermehrung
und,
dass Marktwirtschaft sich am natürlichen Verhalten des Menschen orientiert."

Richtig erscheint mir, dass die reine Lehre der Maktwirtschaft, von einem einseitig individualistichen Menschenbild ausgeht und mit der Idee, dass der Egoismus des Einzelnen in der Regel dem Allgemeinwohl dient.
Diese Behauptung trifft nicht zu, wie die Krise des Kapitalismus zeigt.
Im übrigen entspricht es auch nicht meinen Erfahrungen mit vielen Menschen in meiner Umgebung.

Es widerspricht der Tatsache, dass der Mensch ein Gemeinschaftswesen ist.

Wollen sie wirklich die Ich-Ich-Ich-Gesellschaft mit rücksichtslosem Konsum und der daraus resultierende Zerstörung unser Umwelt.

Wenn sie sich über eine Wirtschaftsordnung orientieren wollen, die das überlebte Menschenbild des Kapitalismus überwindet, können sie bei R. Lay nachlesen, der als Menagerberater tätig war.

Emissionshandel (Ergänzung)

Zum bereits zitierten Bericht des ZDF v. 05.10.21 noch eine Ergänzung:
CO2-Ausstoß der Zementindustrie bleibt gleich
Luuk Sengers ist Datenjournalist in den Niederlanden und hat die offizielle Datenbank der Europäischen Kommission ausgewertet.
40 der größten Klimaverschmutzer Europas haben mehr CO2-Zertifikate geschenkt bekommen, als sie brauchten.
Luuk Sengers, Datenjournalist
Diese Zertifikate sind bares Geld wert. Der deutsche Zementkonzern HeidelbergCement etwa habe seit 2008 rund 45 Millionen Zertifikate mehr erhalten als benötigt, erklärt Sengers. Das entspreche Stand heute rechnerisch einem Wert von mehr als zwei Milliarden Euro. HeidelbergCement will das auf Nachfrage nicht kommentieren. "Aus wettbewerblichen Gründen äußern wir uns nicht zu unseren Handelsaktivitäten", so das Unternehmen auf Nachfrage der ZDF-Magazins "frontal".
Fest steht: Der CO2-Ausstoß der deutschen Zementindustrie ist nach amtlichen Daten seit Beginn des Emiss-Handels gleich geblieben. Klimaschutz?Fehlanze

Am 21. Oktober 2021 um 20:17 von weingasi1

Sind sie so sicher das wir nicht schon auf dem besten Weg dahin sind?
Was meinen sie was passiert, wenn das viele ausl. Kapital abfließt welches in der dt. Wirtschaft steckt.
Dank Geldgier und Spiele im Börsencasino, sind doch viele nur noch den Namen nach deutsch, bzw hohe ausl. Beteiligung bzw. stille Teilhaber.
Vor zwei, drei Jahren gab es mal so eine Serie, was ist uberhaupt noch deutsch im Sinne des Wortes.
Viele sehen und lesen immer nur Exportweltmeister; erstens rechnet man da auch Firmen rein, welche dt. Hauptsitz haben aber nicht mehr hier produzieren
Zweitens fließen eben auch nicht wenige Gewinne an Anteilseigner ab.

@weingasi 1

"Dann lieber hier und da ein kleines Mini-AKW, wie von Macron favorisiert und sogar von den Grünen in FRA gebilligt."

Ich habe dazu bisher nur einen Artikel in der FR gelesen. Da klang das aber so gar nicht nach Zustimmung oder Billigung der französischen Grünen. Vielmehr nach Resignation.
"Wenn es so kommt, dann ist das so." Weil man wohl weiß, dass man es nicht verhindern kann.
Woher haben Sie denn das mit der Billigung der Grünen?
.

Am 21. Oktober 2021 um 19:56 von rareri

Das ist doch klar wie Hühnerbrühe: Um staatliche Subventionen. Falls die Grünen das Umweltministerium erhalten, wovon ich ausgehe, dann möchte ich nicht wissen, wie viele Vertreter der Umweltindustrie sich im Ministerium die Türklinke in die Hand drücken
__
Das sehe ich genauso. Das wird der absolute "Sesam öffne dich" für jedwede Idee sein, die man, wem auch immer, als Beitrag zum Umweltschutz verkaufen kann. Wer als Industrie diese weitoffen stehende Tür nicht zur Kenntnis nimmt, bzw. sie zu nutzen versucht, muss unfähig sein.
Hoffentlich lässt man sich in der Politik von wirklich kompetenten Wissenschaftlern beraten. Womit der BDI aber auf jeden recht hat, ist, dass die Planungs- und Genehmigungsverfahren in DE einfach viiiel zu lange dauern. Das muss sich unbedingt ändern. Eigentlich ein Grundanliegen immer schon der FDP gewesen.

Die Industrie fordert mehr Tempo

Aber mehr Tempo gibt's nur weiterhin auf den Straßen. Auch wenn es wie so oft zitiert nur einen sehr kleinen Teil von jährlich 1,9 Mio Tonnen CO2 einsparen würde: die Umstellung wäre schnell und einfach. Mal ganz abgesehen davon, dass es keine vernünftigen Argumente gegen die Einführung eines Tempolimits gibt.
Ich bin schwer enttäuscht von den beiden Parteien. Da denkt man, richtig gewählt zu haben und dann das. Hoffe auf ein Volksbegehren...

@weingasi1, 21:11

„Und wie soll diese Chancengleichheit und der Zugang zu Wissen aller Art, jedem Mitglied der globalen Gesellschaft zugänglich gemacht werden ?“

Da muss gar nichts „gemacht“ werden, da genügt es schon, das Aufstellen von bzw. Festhalten an Barrieren, die den freien Fluss und Austausch von Informationen be- bzw. verhindern zu lassen. Insbesondere auch „gesetzliche“.

um 20:24 von weingasi1

Sie verstehen mich nicht. Dies könnten sie zweifellos, wenn sie meine Beiräge im Zusammenhang sehen würden.
Die Aussage ist nach meiner Meinung eindeutig gegen die Äußerung des BDI-Präsidenten gerichtet.Und es ist richtig, die Meinung des BDI-Präsidenten ist meines Wissens eindeutig nicht die Meinung der "Industrrie".
Ich hoffe, ich habe ihnen geholfen.

@20:47 von Kein Einstein @ 19:48 von weingasi1

//Stellen Sie sich doch so ein klitzekleines AKW in Ihren Garten. Da könnten Sie gleichzeitig einen evtl. Pool heizen.//

Da würde ich sagen: Nur gut, dass man ein Erbe auch ausschlagen kann. Wer will schon für die Entsorgung der klitzekleinen Brennstäbe verantwortlich sein?

Ich stelle mir solch AKW gerade im Ahrtal vor.

@21:12 von harpdart

//Und die Forderung, bürokratische Hemmnisse und gesetzliche Vorschriften, die dem Ausbau der erneuerbaren Energien entgegen stehen, zu ändern bzw abzuschaffen, ist richtig.//

Ich glaube, das bestreitet niemand.

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