EU stellt Taliban Bedingungen für Zusammenarbeit

03. September 2021 - 16:17 Uhr

Die EU ist zur Zusammenarbeit mit den Taliban bereit - allerdings unter Bedingungen, die die Außenminister bei einem Treffen festgelegt haben. Eine Chance zur Kooperation könnte die Geldnot der Islamisten bieten.

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Kommentare

...ttesteineMeinung #Spannend ist...

... daß diese Rechnung tatsächlich aufgehen könnte.

Einerseits weil sich tatsächlich sehr viele, vor allem junge Menschen in Afghanistan in den letzten 20 Jahren an einen freieren Lebensstil gewöhnt haben und sich bei allzu arger Gängelung gegen die neuen Machthaber auflehnen könnten.

Andererseits weil die Taliban tatsächlich auf Hilfe angewiesen sind, wenn sie die inzwischen gewohnte Infrastruktur und die Versorgung der Bevölkerung sicher stellen wollen.

Sie mögen zwar die Machtpositionen schnell besetzt haben, aber wenn der gesamte Unterbau wegbricht, haben sie schnell mehr Chaos und Gegner als sie vertragen könnten.

Klar könnten sie das Land auch wieder mit absoluter Härte regieren - aber das würde ihren schnellen (und fast verlustfreien) Sieg in Frage stellen und könnte schnell in einem neuen Bürgerkrieg enden.

Selbst Fanatiker riskieren nicht mehr ganz so gerne ihr Leben, wenn sie sich eigentlich schon am Ziel wähnen.

Annehmbare Bedingungen formulieren

Völlig richtig, dass die EU darauf besteht, dass die Taliban Ortskröfte ausreisen lassen. Aber Menschenrechte? Wie soll das denn funktionieren?

Das wird wieder Nichts

Sollten die Taliban sich an alle Vereinbarungen halten, warum müssen Schutzbedürftige ausgeflogen werden?
Die Taliban unter Druck setzen "Schutzbedürftige" ausfliegen zu lassen obwohl Sie kooperieren wollen, sind doch die ersten Ohrfeigen.

Oje ...

"Eine Chance zur Kooperation könnte die Geldnot der Islamisten bieten."

Diese Art der Zusammenarbeit wird den D Steuerzahler viel Geld kosten und an der Gesinnung der Taliban nichts ändern.

EU stellt Taliban Bedingungen für Zusammenarbeit

Eine Zusammenarbeit mit rückständigen, kriminellen Terroristen?

Hat die EU eine entsprechende Abteilung hierfür in den eigenen Reihen oder wie soll ich mir eine Zusammenarbeit mit Kriminellen vorstellen?

Aktive Unterstützung der Bevölkerung muss bedingungslos sein

ob mit oder ohne "Zusammenarbeit" mit den Taliban

Dazu hier ein Auszug aus der Meldung "Das Leben ist nicht mehr dasselbe" (tagesschau.de/ausland/asien/afghanistan-masar-i-scharif-103.html) gestern:

"60% der Lebensmittel, die die Mitarbeiter verteilen, kommen aus dem Inland. Der Rest wird auf dem Landweg aus (...) nach Afghanistan gebracht“

Und kurbelt dort die Wirtschaft an. Wenn sie bezahlt werden können.

Der stellvertretende Regionaldirektor des Welternährungsprogramms der UN für Afghanistan: „Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel oder auch mal Geld - alles geht dann direkt an Einzelpersonen oder Familien, nicht an dubiose Regionalregierungen. Wir verteilen auf der Basis von humanitären Prinzipien: Neutralität, Unabhängigkeit und Menschlichkeit. Und wir akzeptieren keine Einschränkungen. Wir entscheiden, wer Hilfe braucht. Und liefern dann."

Dabei sind sie, und das oft im Gegensatz zu denen, die sich anmaßen, diese Einschränkungen zu verhängen, erwiesenermaßen zuverlässig.

@ 03. September 2021 um 16:37

@ 03. September 2021 um 16:37 von BILD.DirEinDuHä...
...ttesteineMeinung #Spannend ist...
„... daß diese Rechnung tatsächlich aufgehen könnte.

Einerseits weil sich tatsächlich sehr viele, vor allem junge Menschen … sich bei allzu arger Gängelung gegen die neuen Machthaber auflehnen könnten.

Andererseits weil die Taliban tatsächlich auf Hilfe angewiesen sind,..“

Gefahr droht den Taliban von den warlords , ISIS & Co. und so lange sie die nicht besiegt haben, müssen sie bei ihrer konservativen islamischen Linie bleiben.

In Afghanistan hungern etwa

In Afghanistan hungern etwa 18 Millionen Menschen. Die UN hat beschlossen, die Hilfsflüge mit Nahrungsmitteln und medizinischen Gütern baldmöglichst wieder aufzunehmen.
Ich bin froh, dass humanes Engagement immer noch zählt. Manche Jammerei hier über den armen "deutschen Steuerzahler" hängt mir zum H... raus.

Taschengeld für Taliban

Hat Herr Maas denn auch eine Idee, wie verhindert werden kann, dass sich die Taliban - Regierungsmitglieder das Entwickelungshilfegeld in die eigenen Taschen schaufeln? Das wurde bei der alten Regierung nicht verhindert. Obwohl jeder davon wusste.

viel zu schnell

konnte man nicht noch etwas abwarten?

Die Taliban soll leisten, was die NATO nicht konnte?

"Zudem sollen die radikalen Islamisten die Einhaltung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit gewähren, humanitäre Hilfe ermöglichen und garantieren, dass Afghanistan nicht wieder zu einer Basis für Terrorgruppen wird."

Die Taliban sollen also innerhalb kürzester Zeit Ergebnisse liefern, die die NATO-Staaten auch nach 20 Jahren nicht erreichen konnten.

@ 16:52 von morgentau19

"EU stellt Taliban Bedingungen für Zusammenarbeit
Eine Zusammenarbeit mit rückständigen, kriminellen Terroristen?

Hat die EU eine entsprechende Abteilung hierfür in den eigenen Reihen oder wie soll ich mir eine Zusammenarbeit mit Kriminellen vorstellen?"

Scheinbar ist man nicht lernfähig! Hauptsache mal Steuergelder versenkt.

Was ist das für ein Verständnis von Weiterentwicklung?

Erst rüsten NATO-Staaten die radikalen Kräfte auf, und danach wird mit diesen verhandelt? Warum wird nicht ausschließlich - "graswurzelartig" - mit dem humanistischen, pazifistischen Untergrund aus Afghanistan über viele Jahrzehnte hinweg, mit viel Geduld, kommuniziert, damit diese Bewegung später mal den Umsturz, die Revolution und die damit verbundene Aufklärung (des Islam) auch dort in Zentralasien einzuführen versuchen?
Ich mag keine einfachen Wege, die zum Einschlafen sind. Je komplizierter und vertrakter Situationen sind, umso mehr Innovationen und fortschrittliche Veränderungen könnten danach geschehen.

16:47 von Giselbert Oje ...

"Eine Chance zur Kooperation könnte die Geldnot der Islamisten bieten."

Diese Art der Zusammenarbeit wird den D Steuerzahler viel Geld kosten und an der Gesinnung der Taliban nichts ändern.
#
Die Geldnot trifft nur den kleinen Mann/Frau aber nicht die Taliban und die werden ihr Verhalten nicht ändern.Ich würde erst einmal eine " Ruhepause " mit den Taliban machen und sehen ob die nicht von sich aus mit der EU sprechen wollen.

16:44, zöpfchen

>>Aber Menschenrechte? Wie soll das denn funktionieren?<<

Eigentlich sollten Sie den ganzen Tag auf Knien danken, in Deutschland geboren zu sein.

Das ist nämlich reiner Zufall.

Genauso gut könnten Sie in Afghanistan geboren sein und müssten sich jetzt auch noch von Identitären und Islamgegnern verhöhnen und das Menschsein absprechen lassen.

@ Phonomatic. 17:02

"konnte man nicht noch etwas abwarten?"

Aus dem Artikel:"Die Taliban sind dringend auf Finanzhilfen angewiesen, um ihr hungerndes Land am Laufen zu halten."

Wie lange würden Sie denn abwarten wollen?

Welche Ziele verfolgt die EU wirklich?

"Für die EU geht es vor allem darum, dass Tausende Staatsbürger und Ortskräfte ausfliegen können, die derzeit in Afghanistan festsitzen."

Wenn es darum ginge, hätte man mit der Evakuierung schon sehr viel früher angefangen. Der Truppenabzug wurde schließlich schon mitte April beschlossen.

Mir scheint es eher, als möchte man dem Bürger lediglich den Eindruck vermitteln, die Ortskräfte nicht im Stich gelassen zu haben. Hier haben will man sie nämlich auch nicht, wie unsere CDU-Politiker deutlich machten: "2015 darf sich nicht wiederholen."

17:07, Giselbert

>>Scheinbar ist man nicht lernfähig! Hauptsache mal Steuergelder versenkt.<<

Sie scheinen sehr, sehr viel Steuern zu zahlen, was wiederum auf ein hohes Einkommen schließen lässt.

Anders kann ich mir nicht erklären, daß dies das immer wiederkehrende Thema Ihrer Kommentare ist.

Humanitäre Hilfe mit politischen Bedingungen?

"Die Taliban sind dringend auf Finanzhilfen angewiesen, um ihr hungerndes Land am Laufen zu halten."

Keiner der gern zitierten Werte lässt es zu, humanitäre Hilfe an politische Bedingungen zu knüpfen.

Traumvorstellungen

In Afghanistan haben rund 18,4 Millionen Menschen nicht genügend zu essen.
Das ist doch nicht erst seit der Taliban-Herrschaft so. In 20 Jahren ist es nicht gelungen, eine Wirtschaft aufzubauen, um die Bevölkerung zu ernähren. Von 40 Millionen Einwohnern hungern 18 Millionen. Wohin sind die Milliarden Dollar geflossen? In die korrupten Regierungen, die panikartig mit gefüllten Taschen das Land verliesen. Waren die Politiker 20 Jahre blind?
Die Taliban sind jetzt dank der USA bestens ausgerüstet. Sind diese keine Mörder mehr?
Die Taliban sind verantwortlich für das brutale Massaker am 4. Juli 2021 an Hazara-Männern. Vergessen und vergeben!
Es ist fast nicht zu glauben, dass die EU-Forderungen stellen. Sie haben das Desaster verursacht und das ohne Konsequenzen. Jetzt stehen sie auf einem Schutthaufen und posaunen ihre Weisheiten in die Welt.
Es sind Traumvorstellungen. die wir hier präsentiert bekommen.

@ 16:59 von nie wieder spd

Ja, Herr Maas wird Ideen haben, und zwar aus den Erfahrungen der verschiedenen Träger und NGOs, die diese Arbeit seit vielen Jahren machen. Es ist nämlich nicht vorrangig "Geld", was nach Afghanistan fließt, es sind Menschen und ihr Engagement und Know-How, die dort dann arbeiten und deren Engagement Geld kostet.

Finanzhilfe Taliban

Aaaaahhhh wie kann ich unter welchen Bedingungen auch immer ein solches Regime mit europäischen Steuergelder unterstützen Seid ihr von allen guten Geistern verlassen?????

Nichts verstanden...

Erstaunlich anscheinend hat die EU und manche seiner Mitglieder immer noch nicht verstanden, die Mehrheit der Afghanen wollen nicht so leben wie wir in den westlichen Staaten. Die Amerikaner scheinen das wohl verstanden zu haben. Warum respektieren wir in Europa das wieder nicht. Oder glaubt jetzt die EU hier das grosse Geschäft machen zu können. Sie bietet ja nicht mal ansatzweise die Voraussetzungen. Im übrigen haben wir mehr als genug Probleme in Europa. An erster Stelle die Überschuldung.

u habenn.

@ 17:07 von Giselbert

Wissen Sie was? Ich zahle auch Steuern, und die Steuergelder, mit denen Organisationen unterstützt werden, die humanitäre Hilfe leisten für Menschen, die nicht in relativer Sicherheit, Freiheit und Wohlstand leben können, sind mir die liebsten, die ich zahle. "Versenkt" werden meine Steuergelder eher woanders...

@ 17:34 von friedrich peter...

Die Ortskraft, die hier in Deutschland ist und erfahren muss, dass ihre Eltern von den Taliban verprügelt und misshandelt wurden, wollen "wollen nicht so leben wie wir in den westlichen Staaten"?
Die Richterin, die jetzt ihren Beruf nicht mehr ausüben darf und das Haus nicht verlässt aus Angst vor den Taliban, "will nicht so leben wir wir in den westlichen Staaten"?
Die jungen Frauen, die 'zwangsverheiratet' werden, was manchmal ein zu harmloser Ausdruck dafür ist, dass sie in völliger Abhängigkeit zur Willkür eines Mannes stehen, den sie vorher nicht kannten, "wollen nicht so leben wie wir in den westlichen Staaten"?
Vielleicht überlegen Sie das nochmal.

@ 03. September 2021 um 17:11

@ 03. September 2021 um 17:11 von fathaland slim
16:44, zöpfchen
>>Aber Menschenrechte? Wie soll das denn funktionieren?<<

„Eigentlich sollten Sie den ganzen Tag …danken, in Deutschland geboren zu sein.“
——

Tu ich, keine Sorge.

„Genauso gut könnten Sie in Afghanistan geboren sein und müssten sich jetzt auch noch von Identitären und Islamgegnern verhöhnen und das Menschsein absprechen lassen.“

Das hat mit verhöhnen nichts zu tun. Wieviele islamische Länder kennen Sie , in denen die Menschenrechte (überwiegend) gewahrt werden? (Reine empirie)

Wie verträgt sich der muslimische Glaube mit einen der wichtigsten Menschenrechte? Z B Der Gleichstellung von Mann und Frau.

@ 17:15 von Nachfragerin

Das, was sich aus 2015 nicht wiederholen darf, ist die unglaubliche Gehässigkeit etlicher 'Mitbürger' gegen Geflüchtete und ihre meist ehrenamtlichen Helfer, die ihnen so begegnet sind, dass sie etwas von ihrer Menschenwürde behalten konnten. Wenn ich mir anschaue, dass die politischen Nutznießer und Hassschürer mittlerweile in unseren Parlamenten sitzen, kann man in diesem Sinne nicht oft genug sagen: "2015 darf sich nicht wiederholen."

Am 03. September 2021 um 17:34 von SinnUndVerstand

Klar werden hier wieder Gelder gegeben die zu 99,9% nicht nach zu verfolgen sind, aber mit dem Nachsatz wir helfen mal. Womit wird geholfen nur mit Geldern.
In 20 Jahren hat man ja gewisse Infrastrukturen geschaffen also kann man helfen aber nicht mit Geld
Dies wird in vielen Kanälen zu fast hundert Prozent versickern.

Stellt gerne Bedingungen.

Natürlich kann die EU Bedingungen stellen. Aber die Taliban können diese ablehnen.

Ich bin ohnehin gespannt, ob es die Taliban schaffen, dass Land zu befrieden.
Einen Krieg zu gewinnen ist die eine Sache.
Aber das Land in die Zukunft zu führen?
Sie haben zwar im Gegensatz zu den ehemaligen Besatzern denselben Glauben, aber ob es der Gleiche ist? Und sie müssen dafür sorgen, dass für alle genug Essen da ist, dass alle ein gesichertes Auskommen haben. Schwere Aufgaben für eine Führung, die auf Partisanenkrieg spezialisiert ist.

@17:53 von Bear9

Ihre Behauptung, hier würden "wieder Gelder gegeben die zu 99,9% nicht nach zu verfolgen sind", ist völlig aus der Luft gegriffen und beruht eher auf ideologischer Ablehnung als auf Kenntnis der Materie.

17:50, zöpfchen

>>Wieviele islamische Länder kennen Sie , in denen die Menschenrechte (überwiegend) gewahrt werden? (Reine empirie)<<

Wieviele Länder dieser Erde garantieren, unabhängig vom Glauben, die Menschenrechte?
(Reine Empirie)

>>Wie verträgt sich der muslimische Glaube mit einen der wichtigsten Menschenrechte? Z B Der Gleichstellung von Mann und Frau.<<

Genauso gut oder genauso schlecht wie der christliche.

Erheblich weniger als ein halbes Jahrhundert, wenn wir einfach mal die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe zugrunde legen, gilt dieses fundamentale Menschenrecht bei uns in Deutschland.

China ist in den

China ist in den Startlöchern! Die Bodenschätze im Gegenzug für den Wiederaufbau und die EU kann sich ihre Forderungen in die Haare schmieren! Kurz und knapp der Lahme Gaul EU zieht da nix vom Teller.

>>Die Taliban sind dringend

>>Die Taliban sind dringend auf Finanzhilfen angewiesen, um ihr hungerndes Land am Laufen zu halten. Auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sieht in dieser Situation eine Möglichkeit, den Taliban auf Augenhöhe zu begegnen.<<

Es ist uneingeschränkt richtig, dass sich die EU zusammenhockt um den Rahmen eines künftigen, gemeinsamen Vorgehens in Afghanistan abzustimmen. Dazu gehört natürlich auch, dass man für die eigenen Forderungen an die Taliban - Ausreise Schutzbedürftiger, Einhaltung von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit z.B. - bereit ist, einen Preis zu zahlen.

Die Überschrift "EU stellt den Taliban Bedingungen" verdreht allerdings den Sachverhalt. Dabei haben die Taliban noch nicht einmal ihre Forderungen formuliert.

Asselborn hat recht, man hat Vorstellungen, was die neuen Machthaber brauchen und das könnte eine Möglichkeit sein, uns, die wir gerade Hals über Kopf das Land verlassen haben, den Taliban auf Augenhöhe zu begegnen um zu verhandeln.

"Zudem sollen die radikalen

"Zudem sollen die radikalen Islamisten die Einhaltung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit gewähren, humanitäre Hilfe ermöglichen und garantieren, dass Afghanistan nicht wieder zu einer Basis für Terrorgruppen wird."

Und wer soll das kontrollieren? Das ist doch absurd. Schon in den vergangenen Jahrzehnten ist ein Großteil der Entwicklungshilfe im Sumpf der Korruption versickert. Warum sollte es diesmal anders sein?

Ganz schwierige Verhandlungen

Das ist jetzt aber nicht so einfach.
Erstens hat Westeuropa ein eigenes Interesse daran, dass Afghanistan nicht in Chaos und Armut versinkt. Sonst droht eine neue, große Flüchtlingswelle.
Zweitens stellt sich die Frage, wie strukturiert die Taliban selbst sind.
Da gibt es erhebliche, offene Fragen.
Drittens gibt es den IS, bzw. seinen Ableger, der weiterhin Selbstmordattentate gegen andere Moslems begehen wird.
Für die Taliban wäre es schon ein Riesenerfolg, wenn sie die Anschläge des IS verhindern könnten.
Viertens ist die EU sich nur in einem Punkt so richtig einig (bis auf Jean Asselborn) : man will keine Afghanen aufnehmen.
Außerdem gibt es wohl nur geringe Aussichten, dass EU und die Taliban sich zum Beispiel darüber verständigen, welche Rechte Frauen denn in Afghanistan haben sollen.
Fazit: übermäßig stark ist die Verhandlungsposition der EU wohl kaum.

???

Herr/Frau SinnUndVerstand:
Ich verstehe da so einiges nicht: Wie gibt es errechnete ca. 10000 Ortshelfer+deren Angehörige, etc. und nun müssen über 40000 Afghanen geholt werden (wo kommen die 30000 her....auch wenn Richter, Bürgermeisterinnen, etc. geholt werden müssen...) Aber muss man die holen - deren Widerstand brauch doch das Land.

Und 2015 sollte sich nicht wiederholen, weil da einfach die Zuständigen nicht ihren Job machten und alles einfach laufen ließen....ins Chaos.

Jetzt wird nur nach dem Afghanistan geschrieen - was ist mit dem Jemen (weiß nicht wie viel dort verhungern), etc., den Menschenrechten in Katar und China....da ist auch ganz vieles nicht akzeptabel/tödlich

der außenpolitische ...

Papiertiger in der Welt rasselte zur Selbstbeweihräucherung mal wieder mit dem Säbel.
Einer der Hauptverlierer in Afghanistan (EU) will dem Sieger (Taliban) Bedingungen stellen.
Mehr Realitätsverlust geht nicht.

...was hier passiert...

Was hier passiert ist einfach nur lächerlich.
Erst werden Soldaten und Geld geopfert und nun die Moral.

18:32 von mispel

>>Und wer soll das kontrollieren? Das ist doch absurd. Schon in den vergangenen Jahrzehnten ist ein Großteil der Entwicklungshilfe im Sumpf der Korruption versickert. Warum sollte es diesmal anders sein?<<

Stimmt schon, dass das in den letzten 20 Jahren komplett in die Hose gegangen ist. Wenn man jetzt allerdings unter neuen Voraussetzungen unter Verzicht auf von uns gesteuertem state building mit den Taliban verhandelt, könnte in gewissen Teilen ein Interessenausgleich stattfinden.

Es gibt dazu keine Alternative. Oder hätten Sie einen anderen Vorschlag als nur Skepsis?

bedingte Humanität?

@ 16:53 von Nettie

>>Der stellvertretende Regionaldirektor des Welternährungsprogramms der UN für Afghanistan: „Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel oder auch mal Geld - alles geht dann direkt an Einzelpersonen oder Familien, nicht an dubiose Regionalregierungen. Wir verteilen auf der Basis von humanitären Prinzipien: Neutralität, Unabhängigkeit und Menschlichkeit. Und wir akzeptieren keine Einschränkungen. Wir entscheiden, wer Hilfe braucht. Und liefern dann." <<

Das ist die bedingungslose, direkte Variante, wo Humanität nicht teilbar ist.

TS: "Zudem sollen die radikalen Islamisten die Einhaltung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit gewähren, humanitäre Hilfe ermöglichen ...".

Dem UN-Regionaldirektor nach scheint das Ermöglichen bei neutraler Positionierung nicht das große Problem zu sein. So ist ist die EU-Variante (Borell) wohl eher die, bei der Humanität nachrangig geknüpft ist an ein vorrangiges "nation building Projekt".

@ Am 03. September 2021 um

@ Am 03. September 2021 um 18:17 von fathaland slim
17:50, zöpfchen
>>Wieviele islamische Länder kennen Sie , in denen die Menschenrechte (überwiegend) gewahrt werden? (Reine empirie)<<

„Wieviele Länder dieser Erde garantieren, unabhängig vom Glauben, die Menschenrechte?
(Reine Empirie)“

Schwarzafrika ausgenommen? Ne ganze Menge.

>>Wie verträgt sich der muslimische Glaube mit einen der wichtigsten Menschenrechte? Z B Der Gleichstellung von Mann und Frau.<<

„Genauso gut oder genauso schlecht wie der christliche.“

Unsinn. Ich kenne keine Vorschrift in der Bibel, dass das Wort/Zeugnis einer Frau nur halb so viel wert sein soll, wie das eines Mannes.

Ihr krampfhaftes Relativieren von fundamentalen Unterschieden zwischen Islam und fast allen anderen Glaubensrichtungen ist einfach nur mühsam.

"Zudem

sollen die radikalen Islamisten die Einhaltung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit gewähren..."
Man sieht dass die EU aus 20 Jahren versuchter "Demokratisierung " Afghanistans nichts verstanden und nichts gelernt hat. Die EU wagt sich noch auch Bedingungen zustellen, nach dem noch nicht mal zwei Wochen vergangen sind seit NATO-Staaten so peinlich aus Afghanistan geflüchtet sind.

stimmt

@ 17:05 von Nachfragerin

"Die Taliban sollen also innerhalb kürzester Zeit Ergebnisse liefern, die die NATO-Staaten auch nach 20 Jahren nicht erreichen konnten."

Dieser Aspekt ist mir überhaupt nicht aufgefallen. - Danke

18:54 von Knorlo

>> Was hier passiert ist einfach nur lächerlich.
Erst werden Soldaten und Geld geopfert und nun die Moral.<<

Soldaten haben völlig sinnlos am Hindukusch verteidigt und Geld wurde an ein korruptes uns genehmes Regime verpulvert. Damit war die Moral nicht wirklich belastbar.

Was ist aber daran unmoralisch, jetzt mit den Siegern zu verhandeln und zu versuchen zu retten, was da noch zu retten ist. Würden Sie lieber den Kopf in den Sand stecken um irgendwelchen obskuren moralischen Ansprüchen zu genügen?

17.45 - SinnUndVerstand - Überlegen sie das nochmal

Ihr Mitgefühl ist zu respektieren. Sie wünschen diese kleine wohlhabende elitäre Minderheit in Afghanistan die gleiche Lebensbedingungen wie im Westen. Sie übersehen jedoch, wie wir allen aus dem Westen, das über 2 Generationen trotz alle Bemühungen die übergrosse Mehrheit so zu leben wünscht wie immer. Die meiste dieser Art Bemühungen, zumeist militärisch, sind gescheitert und haben die Länder in tiefer Armut und Unfrieden hinterlassen.
So auch Afghanistan. Wir sollten damit aufhören und Länder und Bevölkerung respektieren.

18:53, wolf 666

>>der außenpolitische ...
Papiertiger in der Welt rasselte zur Selbstbeweihräucherung mal wieder mit dem Säbel.<<

Ihnen entgleisen die Metaphern.

Aber auch darüber wird der Zahn der Zeit, der schon so manche Träne getrocknet hat, Gras wachsen lassen...

19:01, zöpfchen @18:17 von fathaland slim

>>„Genauso gut oder genauso schlecht wie der christliche.“

Unsinn. Ich kenne keine Vorschrift in der Bibel, dass das Wort/Zeugnis einer Frau nur halb so viel wert sein soll, wie das eines Mannes.

Ihr krampfhaftes Relativieren von fundamentalen Unterschieden zwischen Islam und fast allen anderen Glaubensrichtungen ist einfach nur mühsam.<<

Judentum, Christentum und Islam sind Drillingsreligionen. Sie beten denselben Gott an und gehen auf Abraham, arabisch Ibrahim, zurück.

„Die Frau sei dem Manne untertan.“

Steht in der Bibel.

Das Recht, sie zu züchtigen, ebenfalls.

Das können Sie noch so sehr zu relativieren versuchen, es nützt nichts.

In der Schweiz, dem Land, wo der UN-Hauptsitz Genf liegt, durften Frauen bis in die 70er Jahre nicht einmal wählen.

Alles gut

Na, super. Dem Rollen der Euros zum Talibanregime wird nichts im Wege stehen. Alles gut.

Putin und Xi Jinping halten sich die Bäuche vor Lachen

@Werdaswissenwill (18:20)
100% Zustimmung :-)

Die Chinesen bauen die Strukturen für die Gewinnung von Lithium, Kupfer und Eisen auf (die Milliarden sind GUT angelegt). Außerdem werden beste Straßenverbindungen zwischen den Lagerstätten und China (ist ja ein Katzensprung) in die afghanische Landschaft gestanzt.
Auch die Einbindung in die "neue Seidenstraße" wird wohl erfolgen.
Mit den nun konkurrenzlos billigen Rohstoffen von "nebenan" überschlägt sich China geradezu auf dem Weg zur Erfüllung des "Plans" für den Ausbau der Akku- und E-Auto-Produktion.
Damit werden die Pläne für den Aufbau einer eigenständigen EU-Akku-Produktion für E-Mobile zur Makulatur und die europäischen Hersteller von Autos und E-Geräten gehen endgültig vor den Chinesen in die Knie.
Putins finsterste Pläne zur Zerrütung der EU verwirklichen sich fast, wie von selbst.
Und die Taliban sind die ganze Zeit überhaupt nicht in der Verlegenheit, irgendwas mit der EU zu verhandeln oder überhaupt nur mit "uns" zu sprechen.

19:01, zöpfchen

>>@ Am 03. September 2021 um 18:17 von fathaland slim
17:50, zöpfchen
>>Wieviele islamische Länder kennen Sie , in denen die Menschenrechte (überwiegend) gewahrt werden? (Reine empirie)<<

„Wieviele Länder dieser Erde garantieren, unabhängig vom Glauben, die Menschenrechte?
(Reine Empirie)“

Schwarzafrika ausgenommen? Ne ganze Menge.<<

Ja, Schwarzafrika mögen Sie auch nicht.

Es nützt aber nichts, zu behaupten, im Rest der (nichtmuslimischen) Welt würden die Menschenrechte gewahrt. Wer die Nachrichten verfolgt, weiß, wie realitätsfern Ihre Behauptung ist.

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