Ihre Meinung zu: Vorwurf an Bundesregierung: Ortskräfte "bewusst zurückgelassen"

24. August 2021 - 15:04 Uhr

Das Patenschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskräfte wirft der Bundesregierung unterlassene Hilfeleistung vor. Man habe afghanische Helfer "bewusst zurückgelassen". Verantwortlich dafür sei auch Kanzlerin Merkel. Von Kai Küstner.

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Kommentare

Völlig daneben so eine Wortwahl!

##Marcus Grotian macht das alles fassungslos. Er wählt ein einprägsames Bild zur Beschreibung der Lage: "Man steht nun allenthalben neben einem brennenden Haus. Und weist darauf hin, wie man jetzt schön versucht zu löschen."##

Marcus Grotian‘s Beschreibung macht mich auch fassungslos - das ist ein Schlag ins Gesicht derer, die jetzt mit allen Mitteln versuchen, noch so viele Afghanen*innen wie möglich zu evakuieren!
Natürlich sind im Vorfeld Fehleinschätzungen, auch Fehler der Bundesregierung bzw. einiger Ministerien gemacht worden - das wird auch aufgearbeitet werden; jetzt steht man aber nicht „neben einem brennenden Haus und „schön“ versucht zu löschen“ … ne, völlig daneben, so eine Wortwahl!

Vorwurf an die Bundesregierung: Ortskräfte "bewusst zurückgelass

Wenn sich die Vorwürfe, die daß Partnerschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskräfte da erheben, bestätigen, dann ist daß eine moralische Bankrotterklärung. Neben der Unterstützung kleptokratischer afghanischer Politiker oder Offiziere. Das wird vielleicht auch Auswirkungen haben auf Militäreinsätze in anderen Ländern. Da werden sich die Menschen überlegen, ob sie sich der Bundeswehr oder anderen Armeen noch zur Verfügung stellen.

Was Herr Grotian als

Was Herr Grotian als ehemaliger Soldat in Afghanistan und als Vorsitzender des "Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte" hier aufzeigt, ist erschütternd und bedarf dringend der Aufklärung, egal wie lange die jetzige Regierung noch im Amt ist. Und Herr Grotian zeigt, wie inhuman und auch kenntnislos all diejenigen sind, die sich bei uns gegen die geretteten Menschen aus Afghanistan abschotten wollen.

Dass man ihn zu Wort kommen lässt

macht Hoffnung nach der langen Mauer 20 jährigen Schweigens.

Re : SinnUndVerstand !

Ich denke, es wurde bewusst so gehandelt von großen Teilen der BR, denn wer noch im August Menschen nach Afghanistan abschieben will, obwohl schon zu beobachten war, dass die Taliban auf dem Vormarsch sind, dem sind diese Menschen total egal, wie auch das Schicksal von vielen Ortskräften, die damit in größte Gefahr geraten sind.
Nun tun so manche Politiker, als würden sie alles unternehmen, was noch möglich ist, dabei wäre es schon vor Jahren mal an der Zeit gewesen, sich vor Ort ein Bild zu machen, und die afghanische Regierung zu mehr Ehrlichkeit und Anstand zu bewegen, als immer nur mal kurz bei den eigenen Truppen heimlich auf zu tauchen. Wie will man die Lage in einem Land einschätzen, wenn man nie da war und ist, wenn man nicht die Menschen und Kultur kennen will.
Die BR hätte schon lange mit etlichen Soldaten und Soldatinnen reden können, aber all die christliche Gemeinde der unchristlichen Parteien, die doch nur noch an dies Wahlen denken, sind nur noch ein abgehobener Haufen

@ 15:19 von Wolf1905

Mit keinem Wort hat sich Herr Grotian gegen die aktuellen Bemühungen der Evakuierung, geschweige denn die aktiv Beteiligen, gerichtet. Warum unterstellen Sie ihm das?

Ein wirklich erbärmliches Bild, …

… das wir hier abgeben.

Dass neben der Corona-Pandemie auch noch ein Jahrhunderthochwasser geschah, mit welchem bis ein paar Tage vorher niemand rechnen konnte, war schlimm genug und zeigte die zahlreichen Schwachstellen in unserer Verwaltung bis hinauf zu den Ministern schonungslos auf.

Und zu dieser extrem belastenden Situation kommt noch das Afghanistan-Debakel hinzu und markiert gewissermaßen die letzten Sargnägel unserer Schönwetter-Verwaltung.

Ja, es sind ein paar Krisen zuviel auf einmal. Aber wenn die zweite und die dritte so grandios vermasselt werden, dann ist das sehr schmerzhaft.

Am schmerzhaftesten natürlich für die Flutopfer und die Ortskräfte.

Im Nachhinein Geld regnen zu lassen ist nun mal nicht alles.

Es vorher sinnvoll ausgeben, das ist schlau.

@Wolf1905 um 15:19 Uhr

„jetzt steht man aber nicht „neben einem brennenden Haus und „schön“ versucht zu löschen“ … ne, völlig daneben, so eine Wortwahl!“

Marcus Grotian hat die Situation und das Totalversagen unserer Bundesregierung sehr wohl zutreffend auf den Punkt gebracht. Über Monate war den zuständigen Ministerien einschließlich der Kanzlerin bekannt, dass dringender Handlungsbedarf ist. Aber man hat das gemacht, was man immer macht, wenn man sich um die Entscheidung und Verantwortung drücken will: nämlich Aussitzen in der Hoffnung, der Kelch wird schon an mir vorübergehen. Leider und mit lebensbedrohenden Konsequenzen für Menschen ist das diesmal total in die Hose gegangen. Der U-Ausschuss ist mehr als notwendig!

@Wolf1905

"
Am 24. August 2021 um 15:19 von Wolf1905
Völlig daneben so eine Wortwahl!

##Marcus Grotian macht das alles fassungslos. [...]"##

Marcus Grotian‘s Beschreibung macht mich auch fassungslos - das ist ein Schlag ins Gesicht derer, die jetzt mit allen Mitteln versuchen, noch so viele Afghanen*innen wie möglich zu evakuieren!
Natürlich sind im Vorfeld Fehleinschätzungen, auch Fehler der Bundesregierung bzw. einiger Ministerien gemacht worden - das wird auch aufgearbeitet werden; jetzt steht man aber nicht „neben einem brennenden Haus und „schön“ versucht zu löschen“ … ne, völlig daneben, so eine Wortwahl!"

Völlig daneben ist die ganze Situation in Afghanistan, weil es stimmt, was Grotian sagt. Die Regierungsparteien haben sich im Vorfeld mehr Gedanken darüber gemacht, welche Wirkung Flüchtlinge im Wahlkampf haben werden als darüber, wie man die Menschen rausbringt von denen absehbar war, daß sie von den Taliban gejagt werden. Das ist in der Tat völlig daneben. Der Mann hat Recht.

@SinnUndVerstand, 15:20

"Was Herr Grotian als ehemaliger Soldat in Afghanistan und als Vorsitzender des "Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte" hier aufzeigt, ist erschütternd..."

Und hoffentlich auch "wachrüttelnd". Ich würde angesichts solcher Berichte über Bürokratieexzesse - die ja auch sonst, aber insbesondere wenn es um den Umgang mit Flüchtlingen geht kein Einzelfall sind - sogar behaupten, dass die "ausgeklügelte" Sich-Bedienung bürokratischer Tricks eine subtile und "diskretere" Form von Rassismus ist.

"... und bedarf dringend der Aufklärung, egal wie lange die jetzige Regierung noch im Amt ist"

Leider sind es genau jene Amtsträger, deren Handeln aufgeklärt werden soll, die sich aus naheliegenden Gründen in puncto "Bürokratie" bestens auskennen. Und somit auch alle "Tricks", um diese Aufklärung zu be- bzw. verhindern.

Regel Nummer eins: das Militär geht zuletzt!

Zitat: "Das Patenschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskräfte wirft der Bundesregierung unterlassene Hilfeleistung vor. Man habe afghanische Helfer "bewusst zurückgelassen". "

In welchen Bereichen hat "unsere" Regierung in den letzten Jahren nicht versagt?

Die Fehler beim Truppenabzug und dem Rückzug aus Afghanistan sind mal wieder zu einfach wieder schwachsinnig.

Regel Nummer eins - das wird jeder bestätigen können, der im Militärwesen sich auskennt - bei einem Truppenabzug aus einem Land, wo noch einzelne Scharmützel bis zu militärischen Konflikten nach Abzug auftreten können ist: das Militär geht zuletzt. Zuerst gehen die Zivilisten und schutzbedürftige Personen, deren sichere Rückkehr zu gewährleisten ist. Erst dann verlässt die Armee das Land.

Aber was will man schon erwarten, wenn das aktuelle "Führungs"-Personal AKK, Maas, Merkel und Biden sind.

Re : Wolf1905 !

Die Wortwahl ist vollkommen richtig, denn es kam ja erst durch all diese miesen "Fehleinschätzungen" und riesigen Fehlern durch die BR zu diesem "Feuer", das man nun versucht zu löschen.
Noch nie was von Prävention gehört und gelesen ??? Seit längerer Zeit war den westlichen Ländern klar, es kommt der komplette Abzug. Da wäre es die klar und bedingungslose Aufgabe der BR gewesen, sich von allen Seiten die nötigen Namen aller möglicherweise gefährdeten Personen und deren Familien zu besorgen, und mit dem Abzug der BW gleich möglichst viele mit zu nehmen. Aber wie üblich, muss erst der bürokratische "Mount Everest" bestiegen werden, sonst findet das deutsche Bürokratenhirn keine Ruhe.
Und alle, die mit dieser desaströsen BR auch noch einer Meinung sind, machen sich mit schuldig !

Auslandseinsätze beenden - Alle

Auch die Entwicklungshilfe sollen reorganisiert werden. Irgendjemanden irgendein Geld zu geben lohnt sich nicht. Besser wäre es in den Ländern Waren produzieren zu lassen und zu kaufen.
Lasse ich irgendwas statt im reichen China in Syrien produzieren steigt dort der Lebensstandard. Wir würden den selben Preis bezahlen und China würde es kaum schaden.
Das wäre sogar kostenneutral. Ds gesparte Geld schenke ich Deutschen die dann diese Waren kaufen können. WINWIN

@SinnUndVerstand

"
Am 24. August 2021 um 15:37 von SinnUndVerstand
@ 15:19 von Wolf1905

Mit keinem Wort hat sich Herr Grotian gegen die aktuellen Bemühungen der Evakuierung, geschweige denn die aktiv Beteiligen, gerichtet. Warum unterstellen Sie ihm das?"

Völlig richtig, was Sie schreiben. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen als Grotian: Man hat daneben gestanden, als das Haus angezündet wurde und zugesehen.

Schwer zu fassende Kapitulation

Zunächst ist es für sich genommen ein Debakel, ein Land in einem Zustand zu verlassen, in dem die einheimischen Helfer Angst um ihr Leben haben müssen. Es ist ja extrem unlogisch, dass man am Ende einer politischen Mission die Einheimischen „mitnehmen“ will, die speziell den Aufbau dieser politischen Mission tragen sollten.. Die einzig logische Erklärung dieses immanenten Widerspruchs ist ein Begriff, den sich offensichtlich niemand traut, in den Mund zu nehmen: Bedingungslose Kapitulation!

Dies gilt für D, aber in erster Linie für die USA als zentrale Interventionsmacht.

Natürlich sind die Hauptfehler früher gemacht worden. Zunächst von Bush, der nach 9/11 die ganze Welt als militärisches Clearingfeld für die USA betrachtete. Dann Trump, der das genaue Gegenteil behauptete und damit jede amerikanische Verantwortung in der Welt „per Dekret“ abschaffte. Und auch für Obama und Biden, die es nicht schafften, das politische Vakuum dieser Missionen zu füllen.

Und das rächt sich jetzt!

Ich würde nicht pauschal...

>>".. Für Grotian ist das nachvollziehbar. "Wir sind moralisch verletzt", sagt er. Und zwar nicht von den Taliban, sondern von der eigenen Regierung."<<

Ich würde nicht pauschal unserer Regierung die Schuld geben, denn gepennt hat nur einer und zwar der Herr Maas. Ich persönlich würde mir wünschen das er endlich die Konsequenzen aus dem Schlamassel zieht und zurücktritt. Er hat schon genug Unheil zu verantworten.

Es ist ungeheuerlch ...

... was für eine Schuld Merkel, Braun, AKK, Seehofer, Maas und deren gesamte Beamtentruppe auf sich geladen haben.
Nach Marcus Grotian haben die bewusst und wissentlich die Flucht der Ortskräfte blockiert, nur um die Zahl der flüchtigen Auszufliegenden möglichst klein zu halten.
Sie haben diese Ortskräfte den Halsabschneidern mit Namen Taliban mit Blockade und gesteuerter Verzögerung der Ausreise aus Afghanistan ausgeliefert.
Welch Zorn und Verachtung muss angesichts dessen da aufkommen, wenn diese Herrschaften andauernd vor die Mikrofone treten und von Menschenwürde und Menschenrechten faseln.

Eigentlich enthält der

Eigentlich enthält der Bericht nicht viel neues, außer der markigen Einschätzung von Herrn Grotian, die Bundesregierung habe die afghanischen Helfer "bewusst zurückgelassen" und die Kanzlerin sei dafür mitverantwortlich. Die Vorgänge in Afghanistan sind m.E. zu komplex, um pauschale Verurteilungen auszusprechen. Auch kann ich das von Hr. Grotian gezeichnete Bild eines brennenden Hauses, vor dem man tatenlos steht, nicht nachvollziehen. Die Löscharbeiten sind voll im Gange. Und nicht nur deutsche, auch US und GB Feuerwehrleute sind im Einsatz. Zur Lagebeurteilung gehört auch ein Blick auf die Brandmeldestelle (Nachrichtendienste). Keine Frage: Die Rückführungsaktion lief de verspätet an. Warum dies geschah muss aufgeklärt werden. Man könnte ja auch meinen, die Soldaten wollte möglichst lange den Afghanen helfen, nachdem ein Angriff auf Kabul - nach CIA /BND - (noch) nicht zu befürchten war. Alles Spekulation. Wichtig ist, die Zielpersonen schnell und sicher zu evakuieren.

Der Fehler wurde vor 20 Jahren begangen.

Und jede Verlängerung des Mandats war ein weiterer Fehler zu lasten der hiesigen Bevölkerung.
Die Nachbarländer wollen die Flüchtenden nicht haben, warum eigentlich.
Auch die superreichen ölfördernden Länder wollen nichts von ihren Glaubensbrüdern und Schwestern wissen.

@15:20 von SinnUndVerstand

"Was Herr Grotian als ehemaliger Soldat in Afghanistan und als Vorsitzender des "Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte" hier aufzeigt, ist erschütternd und bedarf dringend der Aufklärung, egal wie lange die jetzige Regierung noch im Amt ist. Und Herr Grotian zeigt, wie inhuman und auch kenntnislos all diejenigen sind, die sich bei uns gegen die geretteten Menschen aus Afghanistan abschotten wollen."

Das ist halt die wichtige Unterscheidung die zu klären ist, ob es sich lediglich Kenntnislosigkeit, also eine falsche Lageeinschätzung handelte, oder ob man bewusst auf Risiko gefahren ist und den Ortskräften erst helfen wollte wenn wirklich eine Bedrohung ihres Lebens eintritt oder der Druck der Öffentlichkeit zunimmt.
Die Grünen hatten das Thema ja mit ihrem Antrag einigermassen früh eingebracht.

Planlose Dummheit

wie kann man denn nur so entsetzlich Dumm sein, und nicht zuerst die Menschen aus einer Gefahrensituation in Sicherheit zu bringen, als zuerst das Militär abziehen?

Wunderbar

In der Umfrage von NBC ist die Zufriedenheit mit Joe Bidens Krisenmanagement um 16 Punkte abgestürzt, und das innerhalb von vier Monaten! Der Heilsbringer ist entzaubert.

Re : SinnUndVerstand ! Ich

Re : SinnUndVerstand !
Ich denke, es wurde bewusst so gehandelt von großen Teilen der BR, denn wer noch im August Menschen nach Afghanistan abschieben will, obwohl schon zu beobachten war, dass die Taliban auf dem Vormarsch sind, dem sind diese Menschen total egal, wie auch das Schicksal von vielen Ortskräften, die damit in größte Gefahr geraten sind.
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Bei den Afghanen die Abgeschoben werden sollten, handelt es sich um kriminelle und Gefährter, um Menschen die ihr Gastrecht verwirkt haben.
Deswegen der BR zu unterstellen bewusst die Ortskräfte nicht frühzeitig auszufliegen glaube ich nicht.
Vielmehr halte ich deutsche Bürokratie und sehr schlechte Koordination der verschiedenen Ministerien dafür verantwortlich.

Jetzt wissen alle alles besser

Natürlich ist man oft hinterher schlauer - das darf man auch sein.

Doch: Wer hat uns denn in diesen Krieg geführt?

Waren da nicht die "Grünen" mit beteiligt?

Hat Baden-Württemberg unter Grün-Schwarz nicht auch noch bis vor wenigen Wochen nach Afghanistan abschieben wollen?

Also: Der Eintritt in diesen Krieg war Mist, der Krieg selbst war und blieb Mist. Die Einschätzungen im Zusammenhang mit dem Abzug waren stark fehlerhaft.

Aber: Die gesamte westliche Welt hat grob geirrt - es gibt keinen Anlass, einzelen Parteien oder Personen die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Wir alle hätten nahezu zwei Jahrzehnte Zeit gehabt, unser Besserwissen ein- und anzubringen.

Am konsequentesten hat sich da noch "Die Linke" verhalten - mit ihrer Fundamentalopposition gegen den Krieg.

um 15:53 von wolf 666

>>"Es ist ungeheuerlch ...
... was für eine Schuld Merkel, Braun, AKK, Seehofer, Maas und deren gesamte Beamtentruppe auf sich geladen haben."<<

Bitte keine pauschalen Rundumschläge und schon gar nicht gegen die Unionskoalitonspartner. Schuld an dieser Misere hat ausschließlich der Herr Maas der seinerzeit als Verantwortlicher im Amt die Zeichen erkennen und richtig deuten hätte müssen. Herr Maas ist der Außenminister unseres Landes, jedenfalls noch.

Der "brennedes Haus vergleich..."

.. war wohl mehr so gemeint das, unsere Regierung und die Ministerien zugeschaut haben wie das Haus angezündet wird und jetzt sagen "wir sind doch hier um es zu löschen"

Das hat hier aber wohl nicht jeder so verstanden ;-)

@Adeo60

"
Am 24. August 2021 um 15:53 von Adeo60
Eigentlich enthält der

Eigentlich enthält der Bericht nicht viel neues, außer der markigen Einschätzung von Herrn Grotian, die Bundesregierung habe die afghanischen Helfer "bewusst zurückgelassen" und die Kanzlerin sei dafür mitverantwortlich. Die Vorgänge in Afghanistan sind m.E. zu komplex, um pauschale Verurteilungen auszusprechen. Auch kann ich das von Hr. Grotian gezeichnete Bild eines brennenden Hauses, vor dem man tatenlos steht, nicht nachvollziehen. [...]"

Daß Sie Ihre Partei in Schutz nehmen, ist verständlich. Auch mit der Komplexität haben Sie Recht, aber Herr Grothian hat die Lage schon sehr richtig eingeschätzt. Die Regierungsparteien, Kanzlerin Merkel und auch Laschet mit seinem Satz "2015 darf sich nicht wiederholen." haben die volle Mitverantwortung. Und das Bild vom brennenden Haus ist völlig zutreffend. Wie ich schon schrieb, gehe ich einen Schritt weiter und sage, man hat auch zugesehen wie das Haus angezündet wurde.

Klingt gut

"Besser wäre es in den Ländern Waren produzieren zu lassen und zu kaufen."

Das geht nur leider nicht so einfach "mal schnell produzieren lassen"
Da fehlen erst mal die Grundstrukturen

Wolf1905

Natürlich sind im Vorfeld Fehleinschätzungen, auch Fehler der Bundesregierung bzw. einiger Ministerien gemacht worden

Also die BuReg und die zuständigen Ministerien verhauen die Situation nach Strich und Faden - und Sie finden das ganz natürlich?

Ich persönlich finde das ja skandalös bis abstoßend.

Und eine nachträgliche "Aufarbeitung" (wie so etwas in der Realität abläuft, wissen wir ja aus unzähligen, blockierten, ergebnislosen und willentlich entgleisten Untersuchungsausschüssen) bringt den Menschen dort auch keine Sicherheit, geschweige denn die toten Angehörigen zurück.

@Tagesschau

Herr Grotian hat zu recht darauf hingewiesen, dass unsere Verantwortlichen mit ihrem Verhalten eine Straftat begangen haben und dass es für diese Straftat ein Jahr Gefängnis geben kann.
Müssen Staatsanwälte bei einem solchen Verbrechen und dann noch in solchem Ausmaß von allein tätig werden?
Bis ein Untersuchungsausschuss diese Verbrechen aufgearbeitet hat, dauert es ja erfahrungsgemäß lange und niemand kann sich dann noch erinnern.
Wann tritt der Bundestag zusammen, um die Immunität der Verantwortlichen aufzuheben, damit eine Staatsanwaltschaft ihren Job erledigen kann?
Gibt es dazu schon Hinweise zB vom Schwarzgeldboten und Bundestagspräsidenten, Herrn Schäuble?

@Oliva59

"[...] Das ist halt die wichtige Unterscheidung die zu klären ist, ob es sich lediglich Kenntnislosigkeit, also eine falsche Lageeinschätzung handelte, oder ob man bewusst auf Risiko gefahren ist und den Ortskräften erst helfen wollte wenn wirklich eine Bedrohung ihres Lebens eintritt oder der Druck der Öffentlichkeit zunimmt.
Die Grünen hatten das Thema ja mit ihrem Antrag einigermassen früh eingebracht."

Nun, die Unterscheidung ist ziemlich einfach zu vollziehen. Man muß sich nur Laschets Satz in Erinnerung rufen: "2015 darf sich nicht wiederholen." Dann wird klar, worum es ging, nämlich um Wahlkampf und die Wirkung von Flüchtingen auf den Wahlkampf. Um die Menschen ging es erst in zweiter Linie, erkennt man auch daran, welche Hürden man den Helfern der Bundeswehr in den Weg gestellt hat. Mit Kenntnislosigkeit können sich die Regierungsparteien nicht herausreden. Der Zug ist abgefahren, spätestens nach Laschets Äußerung.

@ um 15:19 von Wolf1905

Ich halte diese Wortwahl für ausgesprochen und absolut unangemessen Verharmlosend.
Zu recht hat Herr Grotian zusätzlich darauf hingewiesen, dass solches Nichtstun durch unsere Politiker ein Verbrechen ist.
Das hoffentlich vor einem Gericht eine Aufarbeitung erfährt und nicht vor einem Untersuchungsausschuss für an Amnesie Leidende.

Nachdenken

Der - zumindest bei mir - unvergessene Kabarettist Sammy Drechsel wurde im Interview gefragt, ob seine Zusachauer wohl nachdenken, wenn sie lachen. "Ja, ich glaube schon." sagte er, "aber wissen Sie: nachdenken, jahrelang haben wir geglaubt, wie müssen die leute zum Nachdenken bringen. Das ist alles Quatsch. Vorher denken sollen die!"

Das wäre sowohl allen Politikern zu raten, die über die furchtbare Entwicklung nachdenken wollen. Als auch einigen Foristen hier, wenn sie sich mal wieder vom Sofa aus zu einem ihnen völlig fremden Thema äußern.

Verantwortlichkeiten...

Seit Tagen lese ich immer wieder, dass die Bundesregierung, unsere Minister, die NATO, Präsident Biden oder wer sonst noch für die aktuelle Lage verantwortlich gemacht werden soll.
Mal als Denkanstoß: Wenn die Forums-Couch-Kriegs-Experten schon seit 20 Jahren wissen, dass wir dort einen Fehler machen, warum sind denn die Massendemonstrationen ausgeblieben? Hat sich die bequeme Deutsche Bevölkerung erhoben und dagegen flächendeckend protestiert? Wo doch alles so klar vorab abzusehen gewesen ist, wie es jetzt endet...
Nachher sind immer alle schlauer gewesen!

viele Ungereimtheiten

Ich versuche mir ein Bild zu machen, aber das, was ich genau weiß, ist, dass - kriminologisch ausgedrückt - viele Ungereimtheiten auftauchen, mit der mir auch die Wut, die im Artikel hervorkommt, verständlich ist:

- Wieso hat man als Besatzungsmacht eine so unzuverlässige Regierung zugelassen
- Wieso konnten die Taliban so groß werden?
- Warum hat man dies Ausmaß an Korruption zugelassen ?
- Warum hat die Schlafmohn - Ernteabnehmer nicht registriert
( den Medien zu folge eine Einnahme quelle der Taliban)

usw.

15:52 von eine_anmerkung..: Wahltaktik der Regierung!

< Ich würde nicht pauschal unserer Regierung die Schuld geben, denn gepennt hat nur einer und zwar der Herr Maas. Ich persönlich würde mir wünschen das er endlich die Konsequenzen aus dem Schlamassel zieht und zurücktritt. Er hat schon genug Unheil zu verantworten. >
Nein, Maas allein hat nicht gepennt.
Die Linken u. die Grünen haben am 22. 6./ 23. 6. einen Antrag gestellt, der darauf abzielte, die afghanischen Helfer unbürokratisch u. zügig aus Afghanistan herauszuholen.
Wie der CDU-Abgeordnete Kiesewetter schrieb, wurde dieser Antrag "AUS PRINZIP" von den beiden christlichen(?) Parteien, der SPD u. der AfD abgelehnt! Linke und Grüne stimmten natürlich zu.
Allein die Tatsache, dass man Anträge aus Prinzip ablehnt, zeigt die Verlogenheit u. Heuchelei dieser CDU-Regierung.
Man hatte die Wahlen im Blick:
Daher sollte sich 2015 nicht wiederholen.
Merkel hat das Spiel mitgespielt. Als Kanzlerin hätte sie eingreifen müssen.

Grotian hat Recht (<= siehe auch "Maischberger" am 18. 8.)

re 16:00 LetzterNiederbayer: Offene Fage!

>>Planlose Dummheit
wie kann man denn nur so entsetzlich Dumm sein, und nicht zuerst die Menschen aus einer Gefahrensituation in Sicherheit zu bringen, als zuerst das Militär abziehen?<<

Genau diese Frage hatte ich mir auch schon vor Wochen gestellt und bis heute darauf keine Antwort gefunden! Nicht mal eine mögliche Antwort.

Es ist wirklich ein starkes

Es ist wirklich ein starkes Stück des Müller´schen Entwicklungshilfeministeriums, den Ortskräften eine Bleibeprämie zu zahlen.

Dieses verantwortungslose Verhalten wird auf nationaler und internationaler Ebene bestimmt hohe Wellen schlagen.

@16:05 von Klaus.Guggenberger

>>Wer hat uns denn in diesen Krieg geführt?

Waren da nicht die "Grünen" mit beteiligt?<<

Exakt!

Das war der Kardinalfehler.

Heißt natürlich nicht, dass cdu/csu/spd/fdp, also die Parteien, die in den letzten 16 Jahren regierten, keine Schuld trifft!

>>Am konsequentesten hat sich da noch "Die Linke" verhalten - mit ihrer Fundamentalopposition gegen den Krieg.<<

Eine Position, die ich mit den Linken teile!

@16:01 von hesta15

Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, stammt nicht von mir, sondern war eine Antwort eines Foristen auf meinen Kommentar.
Ich habe übrigens der Bundesregierung nichts unterstellt.
Was das Interview deutlich macht ist, dass wir deutlich mehr Menschen aus Afghanistan hätten ausfliegen und retten können und müssen.
Eine Anmerkung noch: Es gibt den von Ihnen angeführten Begriff "das Gastrecht verwirkt" in unserer Rechtssprechung nicht. Da sind Abschiebungen verboten, wenn im Herkunftsland Gefahr für Leib und Leben droht bzw. Verfolgung oder Folter. Und so schwer das im Einzelfall zu akzeptieren und auszuhalten ist: es gehört aus guten Gründen zu unserem Rechtssystem, den Schutz von Leib und Leben oben an zu stellen ohne Ansehen der Person.

LetzterNiederbayer: Keine Dummheit sondern Kalkül war das !

< Planlose Dummheit
wie kann man denn nur so entsetzlich Dumm sein, und nicht zuerst die Menschen aus einer Gefahrensituation in Sicherheit zu bringen, als zuerst das Militär abziehen? >

Die Regierung wollte die Menschen nicht alle rausholen.
Sehen Sie sich Hr. Grotian in Maischberger am 18. 8. 21. an.
Er wies darauf hin, dass man die Helfer in Subunternehmen steckte, weil man sie gern so loswerden wollte.
Denn 2015 sollte sich wegen der Wahlen nicht wiederholen.
Lieber opfert man die Helfer, als dass man den erhofften Wahlsieg zunichte macht.

Von den 8000 die Grotian nennt, sollten nur rd. 2500 rausgeholt werden.

Es wären noch viel mehr Helfer, die rauszuholen wären, wenn man die Putzhilfen, die Wächter, die Fahrer, die Kochhilfen, etc. alle dazu nimmt.
Denn die haben auch eine Gefährdungssituation.
In 20 Jahren kommen da viele Helfer zusammen.

Die Taliban fragen sicher nicht, welche Funktion ein Helfer hatte. Die fackeln nicht lange.

Am 24. August 2021 um 16:11 von nie wieder spd

Zitat: Wann tritt der Bundestag zusammen, um die Immunität der Verantwortlichen aufzuheben, damit eine Staatsanwaltschaft ihren Job erledigen kann? Gibt es dazu schon Hinweise zB vom Schwarzgeldboten und Bundestagspräsidenten, Herrn Schäuble?

Die Immunität eines Abgeordneten wird frühestens dann aufgehoben, wenn eine Staatsanwaltschaft das beantragt.

Der Bundestagspräsident hat darauf keinen Einfluss.

16:11 von nie wieder spd

>>Bis ein Untersuchungsausschuss diese Verbrechen aufgearbeitet hat, dauert es ja erfahrungsgemäß lange und niemand kann sich dann noch erinnern.<<

Herr Scholz hat diesbezüglich Erinnerungslücken

>>Wann tritt der Bundestag zusammen, um die Immunität der Verantwortlichen aufzuheben, damit eine Staatsanwaltschaft ihren Job erledigen kann?<<

Wäre wunderbar!
Aber die Damen und Herren sind nicht so dumm und sägen am eigenen Ast.

Wird deshalb nie geschehen.

>>Gibt es dazu schon Hinweise zB vom Schwarzgeldboten und Bundestagspräsidenten, Herrn Schäuble?<<

Mit diesem Kommentar haben mich zum lachen gebracht....

Danke ihnen sehr.....

Ortkräfte in Stich gelassen

Sicher hat man Fehler gemacht und ggr. zu spät damit angefangen sogenannte Ortkräfte im voraus auszufliegen.
Hinterher ist man immer schlauer, aber vielleicht hat man auch gedacht das die hochgerüstete afghanische Armee die Taliban erbitterten Widerstand leisten. Auch hier war man überrascht das die Armee sich ergeben hat.
Man kann nun nur so viele Ortkräfte mitnehmen, wie man noch gesammelt bekommt und auffliegen kann.
Später könnte man ja humanitäre Vereine nach Afghanistan reisen lassen, welche dann die verbliebenen Menschen zurück holen. Da gibt es sicher genügend Freiwillige, oder?
Was will man tun wenn die Taliban sagen ab 31.08. ist Schluss sonst gibt's was auf die Finger?

um 16:13 von Anderes1961

>>"Nun, die Unterscheidung ist ziemlich einfach zu vollziehen. Man muß sich nur Laschets Satz in Erinnerung rufen: "2015 darf sich nicht wiederholen." ...Flüchtingen auf den Wahlkampf..... Der Zug ist abgefahren, spätestens nach Laschets Äußerung."<<

Ich sehe das anders den ein Teil unserer Bevölkerung hat in Verbindung mit 2015 Traumata zu verarbeiten und dabei denke ich nicht nur an Folgen wie das Thema Breitscheidplatz. "2015 darf sich nicht wiederholen" war ein wichtiger Satz von Merkel denn damit beruhigte Sie die Bevölkerung und nahm Ihr einen Teil der Ängste. Eine wichtige Aufgabe einer Kanzlerin. Und 2015 darf sich auch nicht mehr wiederholen denn aus Fehlern sollten man lernen.

um 15:54 von Emil67

Der eigendliche Fehler scheint mir der Sachverhalt, dass Biden glaubte den Beschluß Trumps vollziehen zu müssen, ohne zu bedenken, dass dieser Beschlusß wohl Teil des undurchsichtigen Taktieres zwichen Verhandeln und Drohen war.

Er nahm damit eine Vertauensverlust in Kauf, der die Außenpolitik der USA wohl nachhaltig lähmen wird. Und Trump wandelt den Verlauf des Abzugs flugs in eine Schande für sein Land aus.
Bedenklich stimmt die LIste von angefangenen und erfolglos abgebrochen Aktionen..

Korea hat nicht funktioniert!
https://de.wikipedia.org/wiki/Koreakrieg
Vietnam hat nicht funktioniert!
https://de.wikipedia.org/wiki/Vietnamkrieg
Libyen hat nicht funktioniert.
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg_in_Libyen_seit_2014
Irak hat nicht funktioniert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg
Syrien hat nicht funktioniert-
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg_in_Syrien_

Die Liste ließe sich wohl noch erweitern.

Brennendes Haus

Der vergleich hinkt. "Die Verteidigung Europas beginnt am Hindukusch....."
Das war mal dir Vorgabe. Und jetzt?
Ist Europa jetzt verloren? Nein natürlich nicht, Aber wir haben wieder einmal viel Lehrgeld bezahlt für eine Illusion.
Die Illusion Mitglied einer Allianz der Guten zu sein, die es gut meinen, die aber weltfremd und noch dazu nicht partnerschaftlich handelt.
Und was lernen wir daraus? Vermutlich nichts.

@16:13 von Anderes1961

"Nun, die Unterscheidung ist ziemlich einfach zu vollziehen. Man muß sich nur Laschets Satz in Erinnerung rufen: "2015 darf sich nicht wiederholen." Dann wird klar, worum es ging, nämlich um Wahlkampf und die Wirkung von Flüchtingen auf den Wahlkampf. Um die Menschen ging es erst in zweiter Linie, erkennt man auch daran, welche Hürden man den Helfern der Bundeswehr in den Weg gestellt hat. Mit Kenntnislosigkeit können sich die Regierungsparteien nicht herausreden."

Der Satz ist halt so allgemein gehalten, das er zwar Rückschlüsse auf eine allgemeine restriktivere Flüchtlingspolitik zulässt aber für einen Bezug zu Afghanistan nicht taugt. Ich sehe das wie Sie doch warte ich schon länger drauf, das man einmal ganz konkret nachweisen kann wie ganz gezielt Flüchtlinge und Migranten abgewehrt werden. Das gilt auch für Frontex und die Deals mit nordafrikanischen "Regierungen". Das diese "Helfer" zur Reduktion der Flüchtlingsströme üble Dinge tun ist klar, doch die "smoking gun" fehlt.

Am 24. August 2021 um 16:17 von nie wieder spd

Zitat: Zu recht hat Herr Grotian zusätzlich darauf hingewiesen, dass solches Nichtstun durch unsere Politiker ein Verbrechen ist.

Ganz abgesehen davon, dass unterlassene Hilfeleistung kein Verbrechen, sondern nur ein Vergehen ist, glaube ich nicht, das Herr Grotian das juristisch gemeint hat. Ich frage mich, ob er zu einer solchen Beurteilung qualifiziert genug ist. Er wird es im übertragenen Sinne gemeint haben. Schlimm genug ist es ja.

15:20 von SinnUndVerstand : Grotian ist sehr glaubwürdig

< Was Herr Grotian als ehemaliger Soldat in Afghanistan und als Vorsitzender des "Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte" hier aufzeigt, ist erschütternd und bedarf dringend der Aufklärung, >

Grotian hat keinen Grund, etwas zu vertuschen. Er hat in der letzten Sendung von Maischberger sehr überzeugend die Situation geschildert (in der ARD-Mediathek kann man sich dies ansehen).
Was da seitens unserer Regierung gelaufen ist, ist einfach empörend u. eine Schande für Deutschland.
So ein schofles Verhalten ist für eine Regierungspartei mit dem "C" im Namen zum Fremdschämen.
Merkel hätte als Kanzlerin eingreifen können und müssen:
Sie tut nur nach außen hin immer so, als wäre sie die Anständigkeit in Person.
Solche Ereignisse wie dieses hier aber beweisen, dass sie schauspielert.

Ich habe sie durchschaut. Sie ist nicht ehrlich.
Es wird Zeit, dass sie endlich abtritt.

re 16:01 Sternenkind: Voll daneben!

>>Wunderbar
In der Umfrage von NBC ist die Zufriedenheit mit Joe Bidens Krisenmanagement um 16 Punkte abgestürzt, und das innerhalb von vier Monaten! Der Heilsbringer ist entzaubert<<

Und das finden Sie „wunderbar“? Deutlicher kann man sich wirklich nicht im Ton vergreifen!

Zur Sache: Es ist ja ok, wenn Sie als erklärter Trumpanhänger über Bidens Probleme jubeln. In diesem Fall wäre es aber ein absolutes Eigentor, denn es war Trump, der mit den Taliban ein Abkommen auf dem Rücken aller Talibangegner in Afghanistan machte. Und sich jetzt tatsächlich über die Not und Angst der Alleingelassenen freut.

Das ist ignorant und zynisch. Vor allem aber absolut verantwortungslos. Ein widerliches politisches Spiel auf dem Rücken derer, die eben diesen jahrelang hingehalten hatten.

um 15:53 von Adeo60

>>"..Die Rückführungsaktion lief de verspätet an. Warum dies geschah muss aufgeklärt werden. .."<<

US-Geheimdienste und Bündnispartner gaben schon vor Monaten Hinweise das die Lage in Afghanistan nicht mehr sonderlich stabil ist (nach den Abzugsausrichtung der USA und damit Nato-Verbündete). Zuständig für die Validierung ist das Außenministerium und dort wird solchen Informationen auch die entsprechende Priorität eingeräumt (oder wie in diesem Fall auch nicht). Und wer ist der Häuptling davon?

um 16:05 von Klaus.Guggenberger

>>"..Waren da nicht die "Grünen" mit beteiligt?.."<<

Ja da waren die Grünen mitbeteiligt und das wird jetzt und heute gerne totgeschwiegen in Wahlkampfzeiten.

Wie muss sich unsere Regierung doch ärgern, dass Präsident Biden den Abzug der US-Truppen nicht auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben hat.
Wie so nach und nach durchgesickert ist, wollten Linke und Grüne im Juni bereits erreichen, dass man die afghanischen Helfer schneller evakuiert. Der Antrag wurde aber im Bundestag Ende Juni abgelehnt (aus Prinzip wie man von Abgeordnetem Kiesewetter erfuhr).
Denn 2015 sollte sich (wegen der Wahlen) nicht wiederholen, wie man es jetzt oft genug hörte.

Hätte Biden doch noch gewartet bis nach den Wahlen? Hatte Merkel Biden nicht beeinflussen können?
Jetzt kommt das ganze Schlamassel ans Tageslicht und ausbaden müssen es die ausgenutzten afghanischen Helfer.
Die tun mir sehr leid, weil sie um ihr Leben fürchten müssen und weil dies so vermeidbar gewesen wäre, wenn man in der Bundesregierung aus humanitären Gründen gehandelt hätte.

Ich finde es gut, wenn Hr. Grotian diese Sache öffentlich macht. Er war übrigens am 18. Aug. bei Maischberger.

„Das Patenschaftsnetzwerk

„Das Patenschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskräfte wirft der Bundesregierung unterlassene Hilfeleistung vor.“
Schon dieser Vorwurf ist absurd - es wurde 20 Jahre lang in Afghanistan geholfen mit sehr viel Bemühungen und Aufwendungen. Jetzt, mit dem beginnenden Rückzug der Alliierten und der Evakuierung vieler Afghanen (egal ob Ortshelfer oder andere, die halt mit raus wollen aus Afghanistan), wird weitere Hilfeleistung erbracht.

„Eins ist jetzt schon klar: Die Luftbrücke ist zu kurz geraten. Die Zeit wird nicht reichen. Es wird den USA, Deutschland, dem Westen nicht gelingen, alle Menschen aus Afghanistan auszufliegen, die schutzbedürftig sind.“
Wenn die Amerikaner tatsächlich Ende August alle Soldaten abziehen, wird diese Mission beendet sein. Wie viele Afghanen werden bis dahin evakuiert sein? Und was meint man mit „alle Schutzbedürftigen“? Das sind vermutlich Millionen Afghanen, die jetzt schutzbedürftig sind, nicht nur Ortskräfte (mit Angehörigen) - sorry, das funktioniert nicht!

der Soldat hat Recht

Schon 2012-2013 war die Lage nicht mehr ruhig, sondern brenzlig . Unsere Dolmetscher durften trotz endloser Bemühungen nicht ausreisen- es konnte keine hinreichende Bedrohungslage nachgewiesen werden. Allerdings nahm man zur selben Zeit Flüchtlinge auf die ein besseres Leben in D. suchten, was niemanden zu verdenken ist.
Die Ortskräfte kommen auch wegen der Menschenmassen am Flughafen nicht zu den Fliegern. Es fehlt eine klare Ansage, wer nur mit darf.
Jede Ortskraft sollte ausgeflogen werden. was wenn die Taliban nur noch Ausländer zum Flughafen lassen um diese Szenen zu beenden?

16:01 von Sternenkind | Wieder mal nur halb richtig

'In der Umfrage von NBC ist die Zufriedenheit mit Joe Bidens Krisenmanagement um 16 Punkte abgestürzt, und das innerhalb von vier Monaten! Der Heilsbringer ist entzaubert.'

Noch so ein Kandidat, der jeden Artikel dafür nutzt, am Thema vorbei andere Botschaften einzustreuen.
Und wie gewohnt mit irreführenden Halbwahrheiten.

Im Zusammenhang mit Ihren 'Verlustmeldungen' bezieht sich die NBC-Umfrage auf das Corona-Management Bidens mit steigenden Inzidenzen in den Republikander-Staaten.

Aus der Umfrage:
'Additionally, the poll finds 53 percent of Americans approve of the president’s handling of the coronavirus (which is a 16-point drop from April)'

Noch immer 53 % Zustimmung. Eine 'Entzauberung' sieht anders aus.

Die Afghanistan-Politik Biden's ist kein Quotenbringer.
Aber das wäre sie für niemanden, der das wirre Erbe von Trump bewältigen muss.

@ 16:33 von eine_anmerkung..

Wenn Sie im Bezug zu Flucht und Vertreibung von Traumata sprechen, sollten Sie so fair sein, die Hunderttausende Kinder, Frauen und Männer zu nennen, die
aufgrund von traumatischer Verfolgung,
dem Anblick getöteter Angehöriger oder auch
durch Traumata auf der Flucht selbst durch Willkür, Haft, Vergewaltigung und andere schreckliche Erlebnisse,
aus ihrer Heimat geflohen sind.

Ich denke jetzt

reicht es.
" Das Patenschaftsnetzwerk Afghanischer Ortskräfte wirft der Bundesregierung unterlassene Hilfeleistung vor. Man habe afghanische Helfer "bewusst zurückgelassen". Verantwortlich dafür sei auch Kanzlerin Merkel. "

Ich bin ganz sicher kein Fan von Frau Merkel, der Satz ist jetzt aber reichlich zu viel.
Erstens läuft das ausfliegen noch, und wir machen auch nicht die Variante, in Ländern parken und prüfen, sondern man kommt direkt ins Land.
Fehler sind leider schon passiert, und einige schon gefunden, aber die Vorwürfe gehen jetzt zu weit, bei der Zahl von etwas über 5000 Soldaten, sind jetzt wohl 3500 Ortskräfte schon hier, und es sind 6 Tage Zeit, es können ja nicht mehr Ortskräfte als Soldaten sein.
Jeder sollte sich mal die Struktur der BW ansehen, und was im Auslandseinsatz alles mit drin ist, die haben von Küche bis Medizin alles mit.
Ich hab ja Verständnis das jeder auf diesem Weg schnell nach Deutschland will, aber die Vorwürfe sind etwas viel.

um 16:00 von LetzterNiederbayer

>>
Planlose Dummheit

wie kann man denn nur so entsetzlich Dumm sein, und nicht zuerst die Menschen aus einer Gefahrensituation in Sicherheit zu bringen, als zuerst das Militär abziehen?
<<

Ich glaube, man muss mal an die tatsächlichen Abläufe erinnern: Die Bundeswehr ist vor knapp 2 Monaten abgezogen. Damals ist man davon ausgegangen, dass afghanische Regierung und Armee Bestand haben würden. Von der Annahme ausgehend, gab es überhaupt keinen Grund, irgendwelche Ortskräfte auszufliegen. Es sind ja sogar Personen dort geblieben, die im Juli problemlos das Land hätten verlassen können.
Die BW-Soldaten, die jetzt in Kabul im Einsatz sind, sind nicht die Reste der Mission. Sie sind vielmehr extra für die Evakuierung eingeflogen worden.

Ihre Aussage mit der Dummheit relativiert sich da doch schon stark, ebenso wie die Kommentare von Herrn Grotian.

@ 16:39 von teachers voice Dem ist nichts hinzuzufügen!

Der Verursacher der ganzen Tragödie heißt Donald Trump!

@ 16:46 eine_anmerkung..- Merkel ist der (Ober)Häuptling davon…

„ Zuständig für die Validierung ist das Außenministerium und dort wird solchen Informationen auch die entsprechende Priorität eingeräumt (oder wie in diesem Fall auch nicht). Und wer ist der Häuptling davon?“

Der Kanzler hat die Richtlinienkompetenz und muss die Ministerien koordinieren. Das ging offenbar gründlich schief. Merkel lässt die Dinge auch lieber treiben. Das zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Amtszeiten…

Und wenn’s schief geht, dann wird ein schwarzer Peter gesucht und meistens auch gefunden…

re 16:19 Francis Fortune: Verantwortlicckeiten

>>Nachher sind immer alle schlauer gewesen!<<

Ich denke, man muss hier unterscheiden.
Was dieses humanitäre, militärische und politische Debakel des „Abzugs“ angeht, so ist auch die schärfste Kritik von Jedem/Jeder gerechtfertigt. Egal welche politische Couleur, hier sollten sich alle einig sein und auf dieses Debakel auch parteiübergreifend konsequent und natürlich auch und gerade personell reagieren. Dann erst hat „unsere“ Politik ihre Glaubwürdigkeit zurück.

Die andere Seite - und da teile ich Ihre Kritik- gilt den Besserwissern, die „natürlich“ von Anfang an alles schon „besser“ wussten. Und die auch jetzt genau wissen, dass „keine Politik“ die beste Politik ist. Die genau wissen, dass vom „Westen“ noch nie „etwas Gutes“ gekommen ist. Und die meinen, dass man Geopolitik und globale Verantwortung einfach mal aufkündigen kann. Weil es im eigenen Vorgarten doch so „friedlich“ ist. Und das nur dank einem „Gartenzaun“.

20 Jahre haben die politisch

20 Jahre haben die politisch Verantwortlichen in ihrer Filterblase gelebt und sich in ihrer Echokammer immer wieder gegenseitig versichert, jetzt endlich aus Afghanistan einen demokratischen Staat westlicher Werte geformt zu haben.
Plopp!

um 16:46 von eine_anmerkung..

>>
US-Geheimdienste und Bündnispartner gaben schon vor Monaten Hinweise das die Lage in Afghanistan nicht mehr sonderlich stabil ist
<<

Na toll. Die Lage ist da seit zig Jahren nicht stabil. Dafür braucht man keinen Geheimdienst. Gab es Geheimdienstberichte, dass die afghanische Armee sich innerhalb von Tag in Nichts auflösen würde ? Nö .. oder haben Sie bessere Kenntnis ?

Berliner Gruselkabinett

Ich hoffe, die für dieses Desaster Verantwortlichen können nachts ruhig schlafen und ich hoffe, dass sie endlich aufhören zu lachen.
Rezo hat mit seinem letzten Kommentar aufgezeigt, was die Berliner Regierung, die einfach zu lange am Ruder war, alles verursacht hat. Bzgl. Afghanistan ist es eine inakzeptable Blamage und das Ansehen der Bundesrepublik wurde massiv beschädigt. So nicht, Frau Merkel, AKK, Seehofer, Maas, usw. Das sind wir nicht, was sie hier aus unserem Land gemacht haben. Ich kenne übrigens die Bergbevölkerung aus dem Kashmirgebiet (Himalaya), da ich dort vor längerer Zeit war und wenn ich mir die Bilder der Dorfbewohner anschaue, dann schlafe ich gerade ziemlich schlecht, dass man in Afghanistan diese meist liebenswerte Bevölkerung im Stich gelassen hat.

16:22 von klug und weise " -

16:22 von klug und weise
"
- Wieso hat man als Besatzungsmacht eine so unzuverlässige Regierung zugelassen"
-> die hat die nicht zugelassen, sondern installiert.

"
- Wieso konnten die Taliban so groß werden?
"
->
u. a. :
-Kabul ist nicht Afghanistan - sprich: muslimische konservative da eher zu finden als in Kabul
-extreme Korruption der ach so gelobten ehemaligen demokratischen Regierung Afghanistans aus Warlords, Drogendealern und Waffenschiebern

Und nicht jeder hat sich über Folter gefreut oder wenn mal die eigene Großfamilie wegbombardiert wird

"
- Warum hat man dies Ausmaß an Korruption zugelassen ?
"
->
man hat es errichtet und geglaubt, dass jeder, der Geld nahm, für "uns" sei

"
- Warum hat die Schlafmohn - Ernteabnehmer nicht registriert
( den Medien zu folge eine Einnahme quelle der Taliban)
"
-> hat man. NATO-Soldaten liefen durch Mohnfelder und schützten die Mohnbauern (Taliban haben wieder Verbot angekündigt - wie schon vor der NATO-Invasion verhängt

@Flachatmer um 16:11

Ich habe u. a. geschrieben „Natürlich sind im Vorfeld Fehleinschätzungen, auch Fehler der Bundesregierung bzw. einiger Ministerien gemacht worden…“
und Sie antworten darauf
„Also die BuReg und die zuständigen Ministerien verhauen die Situation nach Strich und Faden - und Sie finden das ganz natürlich?“
Wo habe ich geschrieben, dass ich das als „ganz natürlich“ ansehe? Da interpretieren Sie was falsch!

„Ich persönlich finde das ja skandalös bis abstoßend.“
Ich bin auch bestürzt darüber, wie schrecklich das jahrelang gut gemeinte Engagement jetzt zerstört ist.

„Und eine nachträgliche "Aufarbeitung" (wie so etwas in der Realität abläuft, wissen wir ja aus unzähligen, blockierten, ergebnislosen und willentlich entgleisten Untersuchungsausschüssen) bringt den Menschen dort auch keine Sicherheit, geschweige denn die toten Angehörigen zurück.“
Ja, da haben Sie recht! - das ist teilweise echt traurig mit den Untersuchungsausschüssen - bei einer jahrelangen Aufarbeitung im Nachhinein…

Böse Absicht der Bundesregierung?

Merkt hier eigentlich jemand noch was? Ohne genaue Kenntnis der Arbeitsverträge mit den Ortskräften, Evakuierungsteil im Vertrag oder daraus abgeleiten Maßnahmen zur Rettung wird hier wild gegen die Regierung getreten. Ist einfach, wenn man denn jemanden hat, auf den man eindreschen kann. Kein Wort vom Versuch anderer Staaten, ihre Ortskräfte zu evakuieren, andere zurückzulassen. Die stehen vor ähnlichen Problemen. Ja, das hat System: Es geschieht ohne den Tiefgang genauer Betrachtung. Die USA galoppieren davon. Die Taliban sind die Erzfeinde des eigenen Volkes und der Teile, die liberale, demokratische Zukunft wollen. Man hat Vieles falsch eingeschätzt. Nur schlage ich meinem Nachbarn auch nicht ein blaues Auge, weil das Müllauto unsere parkenden Autos platt fährt. Urheber und Verursacher gehören mit ins Prinzip der Schuldzuweisung und Betrachtung. Wenn alles so einfach wäre, wie die Erde für manche eine Scheibe ist. Toll. So ist es aber nicht.

16:53 von Wolf1905: Regierung mit unlauteren Absichten

< Wie viele Afghanen werden bis dahin evakuiert sein? Und was meint man mit „alle Schutzbedürftigen“? Das sind vermutlich Millionen Afghanen, die jetzt schutzbedürftig sind, nicht nur Ortskräfte (mit Angehörigen) - sorry, das funktioniert nicht! >

Afghanische Helfer gab es in den 20 Jahren zig-tausende, lt. Grotian in Maischberger am 18. Aug.
Denn nicht nur die Übersetzer gehörten dazu, es gab auch die Fahrer, Wach-, Putz-, Kochpersonal, etc.
Das ergibt in 20 Jahren schon hohen Helferzahlen.
Jeder Helfer hat Frau + Kinder, die auch ausreisen müssen.
Ganz übel/gemein war es, dass man die Helfer ab ca. 2015 in Subunternehmen steckte mit der Absicht, dass man für sie die Verantwortung weghaben wollte.
Grotian hat das bei Maischberger gut geschildert.
Ganz klar ist, dass unsere Regierung hier nicht in ehrlicher Absicht gehandelt hat. Man wollte wegen der Wahlen so wenig Helfer wie möglich nach Deutschland holen.
Das Leben der Helfer war gegenüber einer Wahlniederlage weniger wichtig!

@Klärungsbedarf 16:58

"Damals ist man davon ausgegangen, dass afghanische Regierung und Armee Bestand haben würden."

Nein, das kann man so nicht stehenlassen.

Man ist nicht davon ausgegangen, dass die Regierung und Armee Bestand haben würden, sondern hat es gehofft. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Und dass die Armee keinesfalls schlagkräftig ist, konnte jeder wissen, der es wissen wollte, wie wir in den letzten Wochen erfahren haben.

"Wir schaffen das"

"Die zuständigen Ministerien, Innen, Außen, Entwicklung und Verteidigung" (man beachte für die BTWahl: CDU, CSU (2), SPD) blockieren sich gegenseitig, und BKin Merkel sieht dem Treiben tatenlos zu. - Hatte man gehofft, über den Termin zur BTWahl zu kommen und sich damit der Frage nach der Aufnahme von Flüchtlingen vorher nicht stellen zu müssen? - Jetzt sind durch dieses Aussitzen Anstand und Moral denen gegenüber, die für eine Demokratie und die Gewährung der Menschenrechte in Afghanistan eintraten, in die Tonne getreten worden. Soviel zur Aussage, "Wir schaffen das". -

Minuspunkte für mangelnde Evakuierungsvorbereitungen

Selbst die Taliban waren vom schnellen Zusammenbruch der Regierung in Kabul offensichtlich überrascht.

Das mag noch die Überraschung der deutschen und amerikanischen Regierungsstellen erklären. Aber nicht die Tatsache, dass sie nicht auf vorbereitete Pläne zur Evakuierung zurückgreifen konnten.

In diesem Zusammenhang ist die Kritik am Umgang mit den als Ortskräfte bezeichneten Beschäftigten und Helfern von Bundeswehr und zivilen deutschen Einrichtungen berechtigt.

15:19 von Wolf1905

>>>... das ist ein Schlag ins Gesicht derer, die jetzt mit allen Mitteln versuchen, noch so viele Afghanen*innen wie möglich zu evakuieren!<<<

Ich habe den Artikel mehrmals gelesen. Leider kann ich nicht nachvollziehen, warum Sie Herrn Grotian so etwas unterstellen. Bitte helfen Sie mir diesbezüglich, ich würde Ihren Kommentar gerne verstehen.
Kürzlich habe ich ein Interview mit Herrn Grotian gesehen. Er war den Tränen nahe, ob der (absichtlichen?) Verzögerungen und der Bürokratie der deutschen Regierung. Mehrmals, schon vor Wochen/Monaten hat er schriftlich die Regierung auf die Brisanz der Vor-Ort-Situation hingewiesen. Hingewiesen auch auf die Versprechen, die diesen Ortskräften gegeben worden waren.
Aber was erwartet man für Ortskräfte, wenn selbst eigene Botschaftsangehörige von anderen gerettet werden müssen?

Widerstandskämpfer

Es müssen sich unbedingt viel mehr dem Sohn von Ahmad Schah Massoud anschliessen, und gegen die Taliban kämpfen und zur Not ihr Leben geben wollen. Nur flüchten hilft dieser Gegend (Hindukusch) auf Erden nicht weiter (vorwärts).

16:01 von Sternenkind

"In der Umfrage von NBC ist die Zufriedenheit mit Joe Bidens Krisenmanagement um 16 Punkte abgestürzt, und das innerhalb von vier Monaten! Der Heilsbringer ist entzaubert."
Sehr richtig von Sternenkind bemerkt.
Zumal dieser Biden ja nicht nur von CNN & Co. als Heilsbringer verkauft wurde, sondern auch von den Altparteien des Bundestages und allen Hauptmedien, allen voran die ÖR.
Der Afghanistan-Abzug für die USA unter Führung von Biden wie der Abzug Deutschlands unter Führung von Merkel und ihrem Kanzleramtschef Braun gleichen sich wie ein Ei.
Nämlich Schönreden der Lage bis 5 nach 12 und Stümperhaftigkeit in der Planung und Durchführung der Evakuierung.
Welch massenhaft menschliches Leid haben diese Landesführer mit ihrem gesamten Beamtenapparat aus den USA und Deutschland in Afghanistan hinterlassen, indem sie unzählige Ortskräfte mit ihren Kindern und Ehepartnern wissentlich und bewusst (wörtlich Marcus Grotian heute) den Taliban ausgeliefert haben.

16:35 von Esterelle

"Die Verteidigung Europas beginnt am Hindukusch....."
Das war mal dir Vorgabe. Und jetzt?
Ist Europa jetzt verloren? Nein natürlich nicht, Aber wir haben wieder einmal viel Lehrgeld bezahlt für eine Illusion.
Die Illusion Mitglied einer Allianz der Guten zu sein, die es gut meinen, die aber weltfremd und noch dazu nicht partnerschaftlich handelt.
Und was lernen wir daraus? Vermutlich nichts.
#
Ja was lernen wir daraus? Gute Frage,aber aus Fehlern muss man lernen und es versuchen besser zu machen.

@teachers voice - 16:25

"Genau diese Frage hatte ich mir auch schon vor Wochen gestellt und bis heute darauf keine Antwort gefunden! Nicht mal eine mögliche Antwort."
Weil man sich selbst eingelullt hat, und von einem demokratischen Afghanistan unter einer politischen Führung von NATO-Gnaden halluziniert hat. Selbst die Warnungen des BND, nach der dieser Staat nur eine Halbwertzeit von sechs Monaten hätte, wurden ignoriert.
Die "Ortskräfte" sollten ja quasi die Multiplikatoren der neuen Gesellschaftsordnung sein - unter dieser Prämisse war es ja folgerichtig, nur die Truppen abzuziehen.

@eine_anmerkung

"
Am 24. August 2021 um 16:33 von eine_anmerkung..
um 16:13 von Anderes1961

>>"Nun, die Unterscheidung ist ziemlich einfach zu vollziehen. Man muß sich nur Laschets Satz in Erinnerung rufen: "2015 darf sich nicht wiederholen."<<

Ich sehe das anders den ein Teil unserer Bevölkerung hat in Verbindung mit 2015 Traumata zu verarbeiten [...] "2015 darf sich nicht wiederholen" war ein wichtiger Satz von Merkel denn damit beruhigte Sie die Bevölkerung und nahm Ihr einen Teil der Ängste. Eine wichtige Aufgabe einer Kanzlerin. Und 2015 darf sich auch nicht mehr wiederholen denn aus Fehlern sollten man lernen."

Sie finden also, im Wahlkampf am rechten Rand zu fischen und Menschen aus Afghanistan, die für uns den Kopf hingehalten haben, im Stich zu lassen sei beruhigend für die Bevölkerung? Mich muß Laschet nicht beruhigen. Das kann er sich sparen. Ich leide auch nicht an einem Traumata, nur weil die Regierung damals richtiger Weise aus humanitären Gründen Menschen ins Land gelassen hat.

Untersuchungsausschuss ja

Greifen wir einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss nicht vor und verurteilen wild drauf los, wer in unseren Augen schuldig ist. Niemand hat bisher absichtlich irgendjemanden in Afghanistan zurück gelassen. Man verkennt auch die Umstände und Komplikationen, die ein Krieg, ein schnelles Vorrücken des Feindes ohne Widerstand eines existierenden Heeres auslösen. Das hat Eigendynamik und wird nicht am Reißbrett entworfen. Es gibt auch keine vorausberechnenden Prognosen, die alles erfassen und immer goldrichtig sind. Kriegsspiele sind heute nur bedingt nach allen Seiten zuverlässig. Und Partner, die USA wie die Regierung und Armee Afghanistans haben mit einem Hechtsprung aus dem Fenster den Rest im Zimmer zurückgelassen. Politische Verantwortung? Kann ich nicht erkennen. Den anderen Bündnispartnern nun alle Verantwortung zuzuschustern, was an Unzuverlässigkeit und Alleingang stattfand- ist erbärmlich. Und geht am Kern der Probleme und Sichtweisen völlig vorbei.

@ um 16:31 von falsa demonstratio

„Die Immunität eines Abgeordneten wird frühestens dann aufgehoben, wenn eine Staatsanwaltschaft das beantragt.
Der Bundestagspräsident hat darauf keinen Einfluss.“
Was Sie nicht sagen.
Bei wem beantragt eine Staatsanwaltschaft denn die Aufhebung einer Immunität eines MdB oder Ministers.
Insofern ist natürlich von Herrn Schäuble auch eine offizielle Information zu erwarten.
Natürlich nur, wenn sich eine Staatsanwaltschaft traut.
Allerdings würde ich vom 2. höchsten Amtsträger der Republik und Chef des Parlamentes ein wenig Eigeninitiative erwarten, was eine eventuelle Anzeige gegen diese Verantwortlichen angeht.
Immerhin steht die Reputation aller Mitglieder dieses Hauses auf dem Spiel. In diesem Falle sogar international.

@KeinWeiterSo um 16:38

„Merkel hätte als Kanzlerin eingreifen können und müssen:
Sie tut nur nach außen hin immer so, als wäre sie die Anständigkeit in Person.
Solche Ereignisse wie dieses hier aber beweisen, dass sie schauspielert.“
Sie ist Physikerin - von einer Schauspielerausbildung habe ich noch nichts gelesen.

„Ich habe sie durchschaut.“
Na prima!

„Sie ist nicht ehrlich.“
Meinen Sie.

„Es wird Zeit, dass sie endlich abtritt.“
Das kommt schnell.

Im Übrigen, wenn Sie von „Schauspielerei“ schreiben: da kenne ich eine Kanzlerkandidatin, die dies eindeutig besser kann als Frau Merkel; eine, die tolle Sach- oder Fachbücher schreiben kann, die auch beim Schreiben eines Lebenslaufes „schauspielert“!

< Es sind ja sogar Personen dort geblieben, die im Juli problemlos das Land hätten verlassen können. >
Wie verlässt man ein Land, wenn das Geld für die Flüge fehlt?

In diversen Fernsehsendungen wurde gezeigt, dass die Helfer auf die Ausreise warteten. Dass sie die hohen Bürokratie-Anforderungen und -auflagen nicht so einfach erfüllen können.
Denn es für die Helfer, die von Deutschland in Subunternehmen gesteckt wurden, nicht mal Papiere, die ihren HIlfseinsatz hätten belegen können.
So wie Sie es hier schildern, war es bestimmt nicht.
Denn die Helfer wußten, dass sie wegen der Taliban besser heute als morgen ausreisen müssen und hätten dies, wenn die Möglichkeit dazu da gewesen wäre, auch schon vor 2 Monaten getan.

@wenigfahrer 16:56

"Ich bin ganz sicher kein Fan von Frau Merkel, der Satz ist jetzt aber reichlich zu viel."

Nein, keineswegs.
Es hat sich einfach gerächt, dass Frau Merkel eine unglaublich schwache Führungsperson ist.

Wie steht es so schön im Artikel?
"Sie hätte sozusagen als "Blockadelöserin" tätig werden können."

Und genau das hat sie nicht gemacht.
Das hat sie in diesem Fall nicht gemacht, das hat sie beim Klimaschutz nicht gemacht, das hat sie beim Verbraucherschutz nicht gemacht etc.

In den 16 Jahren konnte in Deutschland jeder, der es wollte, nach Lust und Laune blockieren. Frau Merkel hat nie versucht, etwas dagegen zu tun.

Und das wird nach aktuellem Stand nun einige afghanische Ortskräfte das Leben kosten.

zuerst Wut,

sehr schnell in unendliche Traurigkeit übergehend, die - wie hier eine/ einer dervon mir geschätzten User*in im Zusammenhang mit den Geschehnissen in Afghanistn schon in einem anderen Thread äußerte - physischen Schmerz erzeugt ausgelöst durch die eindeutigen Worte von Marcus Grotian. Gut, dass er sehr klar Stellung bezieht. Das Versagen der zuständigen Politiker*innen ist groß, ihr Nichthandeln grob fahrlässig und die Folgen verheerend: Die Menschen, die nicht mehr rauskommen werden, werden Opfer der Taliban, d.h. sie werden ermordet, weil die Bundesregierung - aus welchen Gründen auch immer - in völlig unverantwortlicher Weise "abwartete".
Inzwischen ist es eine Serie des Abwartens mit tödlichen Folgen: Abschottung von Flüchtlingen, Klimawandel...was kommt noch?

Mir nicht nachvollziehbar

15:19 von Wolf1905

"Marcus Grotian‘s Beschreibung macht mich auch fassungslos - das ist ein Schlag ins Gesicht derer, die jetzt mit allen Mitteln versuchen, noch so viele Afghanen*innen wie möglich zu evakuieren!"

Weshalb ein Schlag ins Gesicht? Den jetzt Helfenden wird doch an keiner einzigen Stelle in der Stellungnahme von Hr. Grottian ein Vorwurf gemacht.

um 16:59 von covid-strategie

>>"Der Kanzler hat die Richtlinienkompetenz und muss die Ministerien koordinieren. Das ging offenbar gründlich schief. Merkel lässt die Dinge auch lieber treiben. Das zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Amtszeiten…"<<

Das sehe ich wieder anders und das hat nichts mit der Richtlinienkompetenz von Merkel zu tun. Schnittstelle ist und war das Außenministerium und Herr Maas hätte die Zeichen der Zeit erkennen und richtig bewerten müssen. Dann hätte er den Finger heben und sich mit den Schnittstellen (Verteidigungsministerium, Innenministerium ) abstimmen und Lösungsalternativen ausarbeiten müssen die dann der Kanzlerin vorgestellt hätten werden müssen. Nach der Entscheidung für welchen Weg, wäre der Bundestag drangekommen. Aber wenn Maas die Lage schichtweg falsch oder vielleicht gar nicht bewertet und nicht den Finger hebt?

@ um 17:01 von Jochen Peter

Vielen Dank, dass Sie „Rezo“ erwähnen.
Wieder hat er ein wegweisendes Video auf YouTube veröffentlicht, dass bei der Tagesschau offensichtlich und leider keinen Anklang gefunden hat.
Aber genau so blamabel wie für die Politik und die Politik, ist dieses Video blamabel für die Medien und Journalisten.
Wie schon sein 1. Video, vor 2 Jahren.

jetzt steht man aber nicht „neben einem brennenden Haus und

jetzt steht man aber nicht „neben einem brennenden Haus denn es ist alles zu spät. Das Haus ist runter gebrannt. Wie viele Helfer hatte den die Bundesrepublik Deutschland in Afghanistan 1.000, 10.000, oder 100.000, 1.000.000 keiner weis es keiner will es mehr wissen. Was die Talibane mit den Helfern machen wird das weis man aber schon. Das Ganze zeigt eine hilflose Politik mit Bedenkenträgern und Querulanten. Hut ab vor der in gewissen politischen Reihen immer beschimpften Bundeswehr die zu retten versuchen was noch zu retten ist.

um 16:59 von teachers voice

>>
Was dieses humanitäre, militärische und politische Debakel des „Abzugs“ angeht, so ist auch die schärfste Kritik von Jedem/Jeder gerechtfertigt.
<<

Auch für Sie noch mal: Es gab weder ein humanitäres, noch militärisches, noch politisches Debakel beim Abzug. Der Abzug unserer Soldaten war Ende Juni sauber abgeschlossen. Hier wird zu viel ohne Kenntnis der Abläufe kommentiert.

@logig - 16:35

"Die Liste ließe sich wohl noch erweitern."
Grundsätzlich könnte man es so zusammenfassen:
Che Guevara musste erkennen, dass man die Revolution nicht exportieren kann.
"Moskau" musste einsehen, dass man den Sozialismus nicht exportieren kann.
Es wird Zeit, dass der "Westen" begreift, dass man überhaupt kein Gesellschaftssystem exportieren kann!

@Olivia59

"Am 24. August 2021 um 16:36 von Olivia59
@16:13 von Anderes1961

"Nun, die Unterscheidung ist ziemlich einfach zu vollziehen. Man muß sich nur Laschets Satz in Erinnerung rufen: "2015 darf sich nicht wiederholen." Dann wird klar, worum es ging, nämlich um Wahlkampf und die Wirkung von Flüchtingen auf den Wahlkampf. [...]

[...] Der Satz ist halt so allgemein gehalten, das er zwar Rückschlüsse auf eine allgemeine restriktivere Flüchtlingspolitik zulässt aber für einen Bezug zu Afghanistan nicht taugt. [...] Das diese "Helfer" zur Reduktion der Flüchtlingsströme üble Dinge tun ist klar, doch die "smoking gun" fehlt. "

Doch, taugt er, der Satz. Laschet hat es genau so gesagt, und es ging um Afghanistan und ausschließlich um Afghanistan, als dieser Satz fiel. Und das, worauf Sie warten, ist längst geschehen. Die "smoking gun" gibt es längst. Sie wollen Sie nur nicht sehen.

@eine_anmerkung, 16:46

Berichte der Nachrichtendienste, wonach die Lage in Aghanistan "nicht sonderlich stabil sei", gab es in der Tat über all die Jahre. Von daher hätte man die Aktion bereits vor Jahren abbrechen müssen. Im konkreten Fall aber wurde eine Eroberung von Kabul durch die Taliban für frühestens Mitte September festgestellt. Und schon 2-3 Tage später war Kabul eingenommen. Ich will nichts beschönigen, aber ein Stück weit kann ich verstehen, dass man noch einige Dinge odnen und den Afghanen helfen wollte. Das Zeitfenster war groß genug. Der Vorgang muss und wird aufgeklärt werden. Jetzt aber gilt es, möglichst alle Ortskräfte zu befreien. Unter den deutschen Helfern gibt es aber wohl auch einige, die im Land bleiben wollen.

Alle waren überrascht...

Laut Heiko Maas hat er nicht versagt, sondern nur die Lage falsch eingeschätzt. Niemand hätte geahnt, dass die Taliban das Land so schnell erobern. Nun, die so genannten Experten vielleicht nicht, aber ich als Laie, der jeden Tag die Zeitung liest. Hätten die Geheimdienste vielleicht auch machen sollen. Als Sarandsch fiel, hätten eigentlich die Alarmglocken klingeln müssen. Und spätestens als Kandahar fast kampflos gefallen ist, hätte man mit der Evakuierung beginnen müssen. Hätte man wissen können, wenn man zur Abwechslung mal auf seine Botschaft vor Ort hört oder in der Zeitung liest.

@ um 17:14 von WM-Kasparov-Fan

„Es müssen sich unbedingt viel mehr dem Sohn von Ahmad Schah Massoud anschliessen, …“
Damit der Krieg in Afghanistan noch länger dauert? Und der Westen Waffen dorthin verkaufen kann?
Sinnvoll wäre da doch nur eine gesicherte Grenze zwischen dem Afghanistan der Taliban und dem Afghanistan der Anhänger von Herrn Massoud.

16:59 von covid-strategie: Merkels Rolle in dieser Sache

> Der Kanzler hat die Richtlinienkompetenz und muss die Ministerien koordinieren. Das ging offenbar gründlich schief. Merkel lässt die Dinge auch lieber treiben. Das zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Amtszeiten…

Und wenn’s schief geht, dann wird ein schwarzer Peter gesucht und meistens auch gefunden… <

Richtig:
Merkel hat als Kanzlerin das Sagen. Wenn ein Minister etwas tun will, was ihr nicht zusagt, schreitet sie auch ein.
Siehe die von Spahn ca. Anfang März zugesagten Schnelltests.

Man muss also davon ausgehen, dass alles, was wegen der afghanischen Helfer passierte oder besser nicht passierte, mit Wissen und Wollen von Merkel geschah.

um 17:11 von DrBeyer

>>
Nein, das kann man so nicht stehenlassen.

Man ist nicht davon ausgegangen, dass die Regierung und Armee Bestand haben würden, sondern hat es gehofft. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Und dass die Armee keinesfalls schlagkräftig ist, konnte jeder wissen, der es wissen wollte, wie wir in den letzten Wochen erfahren haben.
<<

Wenn Sie der Meinung sind, dass man alle deutschen zugerechnete Ortskräfte bereits vor dem Abzug der Soldaten hätte nach Deutschland verbringen sollen, dann sprechen Sie das deutlich aus.

@eine Anmerkung 15:52

"Ich würde nicht pauschal unserer Regierung die Schuld geben, denn gepennt hat nur einer und zwar der Herr Maas. Ich persönlich würde mir wünschen das er endlich die Konsequenzen aus dem Schlamassel zieht und zurücktritt. Er hat schon genug Unheil zu verantworten. "

Ich würde mindestens noch Seehofer hinzunehmen.

16:07 von eine_anmerkung

"Bitte keine pauschalen Rundumschläge und schon gar nicht gegen die Unionskoalitonspartner. Schuld an dieser Misere hat ausschließlich der Herr Maas..."
Da haben Sie, eine_anmerkung, die heutige Pressekonferenz von Marcus Grotian völlig falsch verstanden.
Er sagte auf die Frage eines Journalisten, welches Ministerium die Hauptschuld an der Misere der Evakuierung habe, wörtlich:
Die Hauptschuld tragen Frau Merkel und das Bundeskanzleramt (Braun vorneweg), die hätten alles koordinieren müssen.
Haben sie aber nicht gemacht.
Eine_anmerkung, da sieht man mal wieder, wie total gegensätzlich Wahrheiten sein können.
Ihr und die von einem Beteiligten des Abzuges und Evakuierung aus Afghanistan.

17:00, Totengräber

>>20 Jahre haben die politisch Verantwortlichen in ihrer Filterblase gelebt und sich in ihrer Echokammer immer wieder gegenseitig versichert, jetzt endlich aus Afghanistan einen demokratischen Staat westlicher Werte geformt zu haben.
Plopp!<<

Niemand hat so etwas behauptet, und es war auch nie das Ziel.

Es wird lediglich von denen behauptet, die sich dem Kampf gegen die von der Vollversammlung der UN 1949 beschlossenen Charta der Menschenrechte verschrieben haben und diese als „westliche Werte“ bezeichnen.

Beim Militäreinsatz in Afghanistan ging es um Al Kaida, die sich dort vor dem Anschlag in New York eine Operationsbasis und nach ihm einen Rückzugsraum geschaffen hatten. Beides mit tätiger Hilfe der Taliban.

Menschenrechte etc. waren da bestenfalls schmückendes Beiwerk.

15:53 von Adeo60

Wieso möchten Sie die Regierung freisprechen?
Seit Monaten! warnen Hilfsorganisationen, Patenschaftsnetzwerke, Journalisten usw. vor der Situation, die wir jetzt sehen. Es hat in dieser Regierung, incl. Kanzleramt, schlicht niemand interessiert. Auch die Bundeskanzlerin nicht. Wie erklären Sie sonst die zahlreichen Schreiben des Herrn Grotian an "ganz oben", auf die er bis heute keine Antwort erhalten hat?
Das Problem bei all diesen "Befreiungen" ist, dass sich niemand vorher! über Kultur, Mentalität usw. der betroffenen Menschen Gedanken macht.
Mir war nach der dubiosen "Wahl" von Herrn Ghani klar, dass das nicht gut geht. Das afghanische Volk wünschte Herrn Abdullah, die USA Herrn Ghani. Wo ist Herr Ghani jetzt? Herr Abdullah (der offenbar nicht käuflich war) setzt sich in Verhandlungen mit den Taliban für die afghanischen Menschen ein. Um zumindest ein wenig herauszuholen.

@ 16:49 von eine_anmerkung..

Da wird gar nichts totgeschwiegen. Allerdings gehört dazu, deutlich zu machen, was die Lage 2001 war: Der Bundestag hat mit großer Mehrheit incl. der Stimmen von Union und FDP dem auf sechs Monate befristeten Isaf-Mandat zum Einsatz von bis zu 1.200 Soldaten im Rahmen der UN-geführten internationalen Schutztruppe zugestimmt. Grundlage war die Petersberger Vereinbarung, die einem von der UN ausgehandelten 5-Punkte-Plan folgte. Die Grünen haben heftig darüber gestritten und dem Einsatz als Teil des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus mehrheitlich zugestimmt und dabei ausdrücklich die Position der Gegner respektiert. Die Grünen kritisierten dabei von Anfang an, dass ein politisches Konzept für die Zeit nach dem Taliban-Regime fehle, und formulierten klar, dass der Einsatz von Streubomben aufhören müsse. Eine Exit-Strategie diskutierten die Grünen bereits seit 2006, immer wieder mit dem Hinweis, ein verantwortlicher Abzug brauche Zeit und eine gründliche Vorbereitung.

@Margitt. 16:51

"Hätte Biden doch noch gewartet bis nach den Wahlen? Hatte Merkel Biden nicht beeinflussen können?"

Das war nicht Bidens Entscheidung, sondern die von Trump, der den Taliban zugesichert hat, bis zum 31.8. abzuziehen.

Biden hätte sie vielleicht rückgängig machen können, was aber angesichts eines bereits angelaufenen Abzugs und vor allem auch aus innenpolitischen Gründen nur mit ganz extremem Aufwand verbunden möglich gewesen wäre.

Da hat Biden von Trump eine ganz klassische Pest-Cholera-Situation hinterlassen bekommen.

@Südstaatlerin, 15.42h

Was soll ein Untersuchungsausschuss nach den Wahlen noch bringen.
Die Hauptverantwortlichen werden dann der Regierung nicht mehr angehören und im Ruhestand nicht mehr zur Verwantwortung gezogen werden können.
Das haben die sehr gut gewusst, allen voran Frau Merkel.

Am 24. August 2021 um 17:17 von nie wieder spd

Zitat: Allerdings würde ich vom 2. höchsten Amtsträger der Republik und Chef des Parlamentes ein wenig Eigeninitiative erwarten, was eine eventuelle Anzeige gegen diese Verantwortlichen angeht.

Täte er das, wäre es ein verfassungsrechtlicher Skandal erster Güte.

Eine Einmischung des Präsidenten des Parlaments in die Arbeit der Staatsanwaltschaft ist nachgerade undenkbar.

@MargaretaK. um 17:14

>>>... das ist ein Schlag ins Gesicht derer, die jetzt mit allen Mitteln versuchen, noch so viele Afghanen*innen wie möglich zu evakuieren!<<<

„Ich habe den Artikel mehrmals gelesen. Leider kann ich nicht nachvollziehen, warum Sie Herrn Grotian so etwas unterstellen. Bitte helfen Sie mir diesbezüglich, ich würde Ihren Kommentar gerne verstehen.“

Ich bin der Meinung, dass auch die derzeitige Bundesregierung bzw. zuständigen Minister versuchen, so viel wie möglich zu retten, was zu retten ist. Da mag ich die Wortwahl mit dem „brennenden Haus und dem Versuch schön zu löschen“ nicht.

16:51 von Margitt.

… Hätte Biden doch noch gewartet bis nach den Wahlen? Hatte Merkel Biden nicht beeinflussen können? …

Das ist nicht Ihr Ernst, oder?

@ Francis Fortune 16.19 h

Ja, Massendemonstrationen sind - nicht erst jetzt - absolut notwendig. Doch daran hapert es ganz erheblich und zwar grundsätzlich was den Einsatz für Menschenrechte betrifft.
Auf die z.B. unteilbar, seawatch...Demos gehen viel zu wenig Menschen. FFF stehen wohl etwas besser da.
Ich hoffe sehr, dass wenigstens die Wahlen etwas zum Besseren wenden.

um 17:17 von Margitt.

>>
< Es sind ja sogar Personen dort geblieben, die im Juli problemlos das Land hätten verlassen können. >
Wie verlässt man ein Land, wenn das Geld für die Flüge fehlt?
<<

Ich sprach nicht von Ortskräften, bei denen Ihre Annahmen wohl zutreffen, sondern von Leitern und Mitgliedern diverser Hilfs- und Unterstützungsorganisationen, die sich im Juli nicht so gefährdet sahen, dass sie ausgereist wären.

Im angesicht der kommenden Wahlen

ist die Handlungsweise verstaendlich.

Laesst man in grossen Umfang Migration aus Afgahnistan zu, ist das Wasser auf die Muehlen jener, die der CDU ihr Versagen 2015 uebel nehmen und Eine Wiederholung fuerchten.

In der Tat koennte es einen Pull - Effekt geben, wenn man zuviel zulaesst.
Die Herrschaft der Taliban wird wohl auch hartgesottenen konservativen Muslimen zuviel sein.
Was dann fuer Bewegung sorgt.

Ob dies der Union zum Nachteil gereichen wird ?
Ich kenne einige cdU'ler.
Nicht einer von denen wird dies der cdU uebel nehmen.

Am 24. August 2021 um 17:21 von nie wieder spd

Zitat: Vielen Dank, dass Sie „Rezo“ erwähnen.
Wieder hat er ein wegweisendes Video auf YouTube veröffentlicht, dass bei der Tagesschau offensichtlich und leider keinen Anklang gefunden hat.
Aber genau so blamabel wie für die Politik und die Politik, ist dieses Video blamabel für die Medien und Journalisten.
Wie schon sein 1. Video, vor 2 Jahren.

ein toller Hecht, der junge Mann.

17:00 von Totengräber: Filterblase

< 20 Jahre haben die politisch Verantwortlichen in ihrer Filterblase gelebt und sich in ihrer Echokammer immer wieder gegenseitig versichert, jetzt endlich aus Afghanistan einen demokratischen Staat westlicher Werte geformt zu haben.
Plopp! >
Ja, Sie haben dies gut auf den Punkt gebracht.
Der Fehler dabei war, dass man aus einem Land wie es Afghanistan ist und war, so schnell keine Demokratie machen kann.
Das Land hatte ganz andere dringendere Probleme.
Demokratieverständnis entwickelt sich langsam. Wie lange hat Deutschland dazu gebraucht?
Seit wann dürfen Frauen hier ohne Zustimmung ihres Mannes arbeiten gehen? Seit wann dürfen dt. Frauen wählen?
Beides wurde erst sehr spät eingeführt...

Wenn man wirklich glaubte, dass man Afghanistan zu einer Demokratie machen kann, war das eine Verweigerung von Realitätssinn.
Für mich ein unfassbarer Gedanke.

@Klärungsbedarf - 17:01

"Gab es Geheimdienstberichte, dass die afghanische Armee sich innerhalb von Tag in Nichts auflösen würde ? Nö .. oder haben Sie bessere Kenntnis ?"
Es gab, laut Sahra Wagenknecht, immerhin Berichte, dass sich der afghanische Staat innerhalb von sechs Monaten an die Taliban fallen würde. Dass sich die Soldaten in diesen Monaten nicht als Kanonenfutter verheizen lassen wollten, überrascht nicht wirklich.

an den Realitäten gescheitert

@24. August 2021 um 16:22 von klug und weise
viele Ungereimtheiten

"Ich versuche mir ein Bild zu machen, aber ... (es gibt ) viele Ungereimtheiten :

- Wieso hat man als Besatzungsmacht eine so unzuverlässige Regierung zugelassen
- Wieso konnten die Taliban so groß werden?
- Warum hat man dies Ausmaß an Korruption zugelassen ?
- Warum hat die Schlafmohn - Ernteabnehmer nicht registriert
( den Medien zu folge eine Einnahme quelle der Taliban)"

Ich könnte mir vorstellen, dass man das alles als Besatzungsmacht gerne anders gemacht hätte. Aber mit den kulturellen/gesellschaftlichen Strukturen arbeiten muss, die im Land vorgegeben sind. Ich glaube schon, dass es die ehrliche Absicht gegeben hat, die Dinge zum besseren zu wenden, aber wir sind an den Realitäten im Afghanistan gescheitert.

@Jochen Peter, 17:01

Zunächst einmal muss nicht darüber gestritten werden, dass Fehler gemacht wurden - nicht nur von Deutschland, auch von den USA und GB, die nun alle verzweifelt versuchen, ihre Landsleute und die Ortskräfte zu evakuieren. Aber diese Länder waren es auch, die 20 Jahre lang mit sehr viel persönlichem und finanziellem Einsatz den geschundenen Menschen Hoffnung gegeben haben, die dafür gesorgt haben, dass Kinder wieder die Schule besuchen und Frauen sich frei bewegen konnten. Dies hat das Ansehen von Deutschland sicherlich nicht beschädigt, im Gegenteil. Die jetzige Evakuierung wird mit Volldampf und hohem Risiko durchgeführt. Da kann man auch einmal Dank sagen an die Beteiligten. Und ich finde es richtig, auch nach dem 31.08. nach Möglichkeiten zu suchen, die Ortskräfte außer Landes zu bringen. Ihre Pauschalverurteilung ist m. E. zu einfach., diue Bezeichnung "Berliner Gruselkabinett" abartig.

Hilferuf

Ein Hauptmann, der in Afghanistan gedient hat, erklärt: "Wir sind moralisch verletzt", sagt er. Und zwar nicht von den Taliban, sondern von der eigenen Regierung. Vorwurf: Unterlassene Hilfeleistung.
Das stört in dieser Regierung niemanden, wenn ein Hauptmann der Bundeswehr das öffentlich äußert.
Sind denn die Minister dieser Regierung, am 26. September wählbar? Gibt es keine moralische Verpflichtung in diesem Job, wenn der Außenminister, Innenminister und die Verteidigungsministerin versagt haben?
Wir Bürger wurden und werden belogen und dann weisen sie uns darauf hin, dass die Wahl bürgerpflicht ist, um demokratisch zu entscheiden, wer von den Parteien die Regierung bilden soll. Und schwubbdiwupp haben die verantwortlichen Minister wieder einen Job in der neuen Regierung.

um 17:24 von Totengräber

>>""Moskau" musste einsehen, dass man den Sozialismus nicht exportieren kann.
Es wird Zeit, dass der "Westen" begreift, dass man überhaupt kein Gesellschaftssystem exportieren kann!"<<

Mich hatte es damals schon stutzig gemacht das unsere russischen Freunde unverrichteter dinge aus Afghanistan abgezogen sind.

Am 24. August 2021 um 17:25 von nikioko

Zitat: Niemand hätte geahnt, dass die Taliban das Land so schnell erobern. Nun, die so genannten Experten vielleicht nicht, aber ich als Laie, der jeden Tag die Zeitung liest.

Es wird ja vorgeschlagen, einen Bundessicherheitsrat ins Leben zu rufen.

Vielleicht sollten Sie sich um einen Sitz bewerben.

@ 16:33 von eine_anmerkung.

2015 wiederholt sich nicht, denn jetzt geht es um Afghanistan und die Rettung vieler Frauen, Kinder und Männer, die unter einem erneuten Taliban-Regime an Leib und Leben gefährdet sind. Sie wissen noch, worum es 2015 ging? Kanzlerin Merkel hat in Absprache mit dem damaligen Österreichischen Außenminister Kurz (hört hört!) dem Ungarn Orban aus der Misere geholfen und Zügen mit geflüchteten Menschen vom Budapester Bahnhof aus die Weiterreise nach Deutschland ermöglicht. Und vor diesem denkwürdigen Tag im Herbst 2015 ertranken schon jahrelang Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer. Nur ein schreckliches Ereignis: 2013 Lampedusa. Schon vergessen?

eine_anmerkung

Ich habe zwar nichts anderes erwartet, aber ich finde es schön kühn, was Sie hier posten. Zunächst mal, dass Sie ständig so tun, als trage der Außenminister die alleinige Schuld an allem, was passiert ist. Sie scheinen in ihm eine ganz herausragende Figur zu sehen, omnipotent, allwissend, keinen Schranken unterliegend. Daraus folgern Sie dann, dass er alleine alles hätte abwenden können, hätte er nur gewollt, das aber aus reiner Böswilligkeit und / oder Unfähigkeit unterlassen hat. Haben Sie mit Herrn Maaß eigentlich eine Rechnung offen?
Und: die Empörung über die ganzen Entwicklungen ist verbreitet und spricht auch hier aus jedem Post. Sie aber verdrehen das, und behaupten, das einzige, was alle bewegt, sei die "Angst" vor den Flüchtenden. "2015 darf sich nicht wiederholen". Wie unterirdisch ist denn das mal wieder? Ist Afghanistan 2015 auch schon mal zusammengebrochen, haben die Taliban damals auch schon eine Schreckensherrschaft errichtet?

re 17:22 Klärungsbedarf: Sauberer Abschluss?

>>um 16:59 von teachers voice
>>
Was dieses humanitäre, militärische und politische Debakel des „Abzugs“ angeht, so ist auch die schärfste Kritik von Jedem/Jeder gerechtfertigt.
<<

Auch für Sie noch mal: Es gab weder ein humanitäres, noch militärisches, noch politisches Debakel beim Abzug. Der Abzug unserer Soldaten war Ende Juni sauber abgeschlossen. Hier wird zu viel ohne Kenntnis der Abläufe kommentiert.<<

Danke für die Belehrung! Ja, Sie haben Recht, „Unsere“ Soldaten waren „sauber“ aus Afghanistan rausgekommen...

17 von nie wieder spd

… Allerdings würde ich vom 2. höchsten Amtsträger der Republik und Chef des Parlamentes ein wenig Eigeninitiative erwarten, was eine eventuelle Anzeige gegen diese Verantwortlichen angeht.

Was genau soll denn Ihrer Meinung nach der „2. höchste Amtsträger der Republik und Chef des Parlamentes“ mit einer „eventuellen Anzeige“ anstellen?

Oder, einfacher: Was, bitte, ist eine „eventuelle Anzeige“?

@ eine_anmerkung 16.33 h

Da gebe ich Ihnen recht! Ein Teil unserer Bevölkerung, zu denen die Flüchtlinge gehören, sind traumatisiert! Eben diese: die Geflüchteten! Wenn sie nicht schon traumatisiert vor / während der Flucht waren, spätestens dann hier in Deutschland, wenn sie auf Menschenverachter*innen und Rassist*innen trafen!

um 17:29 von wolf 666

>>
Er sagte auf die Frage eines Journalisten, welches Ministerium die Hauptschuld an der Misere der Evakuierung habe, wörtlich:
Die Hauptschuld tragen Frau Merkel und das Bundeskanzleramt (Braun vorneweg), die hätten alles koordinieren müssen.
Haben sie aber nicht gemacht.
<<

Die Erkenntnis ergibt sich wohl daraus, dass bei Kanzleramtsminister die Koordination der Geheimdienste erfolgt.

@DrBeyer - 17:11

"Und dass die Armee keinesfalls schlagkräftig ist, konnte jeder wissen, der es wissen wollte, wie wir in den letzten Wochen erfahren haben."
Die afghanische Armee wurde von der NATO ausgebildet und mit dem modernsten Kriegsgerät nur so zugeschi**en. Man hat nur "vergessen", dass das afghanische Volk (nicht gleichzusetzen mit der westwärts gewandten Elite in Kabul) nicht hinter dieser Armee stand und diese nicht hinter ihrem Volk. Man wurde Soldat in dieser Marionettenarmee, um ein sicheres Einkommen zu haben, nicht, um von den Mujahedin an die Wand gestellt zu werden.

16:01 von hesta15

>>>Bei den Afghanen die Abgeschoben werden sollten, handelt es sich um kriminelle und Gefährter, um Menschen die ihr Gastrecht verwirkt haben.<<<

Stimmt nicht ganz. Es wurden etliche Afghanen abgeschoben, die sich nichts haben zu schulden lassen.
Schon mehrfach mussten Abgeschobene wieder zurück geholt werden, weil die Abschiebung unrechtmäßig war.
Abgeschoben werden übrigens auch solche, die dabei erwischt werden, wenn sie sich für einen Tagesausflug vom erlaubten Aufenthaltsort entfernen. Oder einen Behördentermin (wegen Krankheit, aber unentschuldigt) verpassen.

17:25, nie wieder spd

>>@ um 17:14 von WM-Kasparov-Fan
„Es müssen sich unbedingt viel mehr dem Sohn von Ahmad Schah Massoud anschliessen, …“
Damit der Krieg in Afghanistan noch länger dauert? Und der Westen Waffen dorthin verkaufen kann?
Sinnvoll wäre da doch nur eine gesicherte Grenze zwischen dem Afghanistan der Taliban und dem Afghanistan der Anhänger von Herrn Massoud<<

Und wer soll diese Grenze Ihrer Ansicht nach a) festlegen und b) sichern?

Außerdem möchte ich darauf hinweisen, daß der zweitgrößte Rüstungsexporteur der Welt die Russische Föderation ist. Auch China spielt da weit vorne mit. Gern übersehen wird auch die Rolle Indiens in diesem Geschäft.

17:00 von Totengräber

20 Jahre haben die politisch Verantwortlichen in ihrer Filterblase gelebt und sich in ihrer Echokammer immer wieder gegenseitig versichert, jetzt endlich aus Afghanistan einen demokratischen Staat westlicher Werte geformt zu haben.

Und wer hat so etwas gesagt? Ein Beispiel? Nur eines?

@wolf 666 17:15

"Zumal dieser Biden ja nicht nur von CNN & Co. als Heilsbringer verkauft wurde, sondern auch von den Altparteien des Bundestages und allen Hauptmedien, allen voran die ÖR."

Das ist eine glatte Lüge.
Wirklich NIEMAND aus den seriösen Bundestagsparteien (von links über liberal und grün bis CDU-rechts) oder aus den ÖR hat Biden als Heilsbringer angepriesen. Gerade in den ÖR habe ich eine Fülle von Artikeln gelesen, die darauf hingewiesen haben, dass auch Biden kein Engel im weißen Gewand ist, der alles macht, was sich Europa wünscht.
Er ist nur für jeden halbwegs anständigen Menschen die um Welten bessere Alternative zu Trump.

@Totengräber, 17:00 Uhr

"20 Jahre haben die politisch Verantwortlichen in ihrer Filterblase gelebt und sich in ihrer Echokammer immer wieder gegenseitig versichert, jetzt endlich aus Afghanistan einen demokratischen Staat westlicher Werte geformt zu haben".

Man hat vor allem versucht, den Menschen zu helfen, ihnen ein menschliches Leben zu ermöglichen. Und immerhin: Kinder konnten zur Schule gehen, Frauen sich frei in der Öffentlichkeit bewegen. Es gab wirtschaftliche Aktivitäten, ein Stück Normalität im Land. Darauf kann und darf man stolz sein, finden Sie nicht. Und wenn ich nun junge, stolze, vor allemmutige Frauen sehe, die mutig für ihre Rechte demonstrieren, dann sage ich: Dieser Einsatz war nicht umsonst. Daran können auch der von Trump verursachte Truppenrückzug mit all seinen Unzulänglichkeiten nichts ändern.

Wurde Deutschland "am Hindukusch verteidigt" ?

Nicht nur Deutschland, aber auch das.
Die Frage nach den Ortskräften ist nur ein Aspekt davon.

Die Taliban Afghanistans waren bis 2001 auch ein internationales Problem, weil sie den Al-Quaida Terroristen Unterschlupf gewährt haben.

Völlig unter dem Radar gehen die Taliban Pakistans durch.

Der pakistanische Geheimdienst ISI ist heute als Staat im Staat die eigentliche Macht in Pakistan. Er hat die Taliban 1996 als Machtfaktor in Afghanistan gepäppelt, weil das Land am Hindukusch als wichtig für die "strategische Tiefe" Pakistans im Kampf gegen Indien in Kaschmir gesehen wurde.

Die Frage, die gerade John Bolton, Ex-Sicherheitsberater von Trump stellt, ist berechtigt. Wieweit ist der ISI Teil des Taliban-Netzwerkes ? Wenn in einem Land, das 150 Atom-Sprengköpfe hat, Sympathisanten der Taliban Zugriff auf das Nuklear-Potenzial bekommen, ist das eine Bedrohung, gegen die alles andere eine Sommerbrise war.

Agieren oder reagieren

"Das große Ziel des Lebens ist nicht Wissen, sondern Handeln“, schrieb einst Thomas Henry Huxley.

Viele unserer Politiker warten und warten, es könnte ja sein das ein anderer Handelt , dann ist
Er ja verantwortlich,

Folglich hat er auch die volle, die alleinige Verantwortung für die Folgen zu tragen,
Nur dies kann und will keiner, weil alle kein Rückrad haben sondern nur Weichteile da wo andere Rückrad zeigen.

@schiebaer45, 17:15 (re 16:35 von Esterelle)

"Die Illusion Mitglied einer Allianz der Guten zu sein, die es gut meinen, die aber weltfremd und noch dazu nicht partnerschaftlich handelt.
Und was lernen wir daraus? Vermutlich nichts."
#
"Ja was lernen wir daraus? Gute Frage,aber aus Fehlern muss man lernen und es versuchen besser zu machen."

Genau. Fatalismus hilft niemandem weiter. Und die Fehler nicht nur bei anderen zu suchen, sondern partnerschaftlich zu handeln (insbesondere mit bzw. unter den Zivilbevölkerungen) und gemeinsam nach denen zu suchen wäre schon mal ein guter Anfang, wenn der Versuch, es besser zu machen gelingen soll.

@MargaretaK. 17:29

"Das Problem bei all diesen "Befreiungen" ist, dass sich niemand vorher! über Kultur, Mentalität usw. der betroffenen Menschen Gedanken macht."

Das ist deutlich zu kurz gesprungen.

Sie dürfen nicht vergessen, dass der Einmarsch in Afghanistan viel weniger eine "Befreiung" der Afghanen als vielmehr eine Reaktion auf den 11.9. war, der von afghanischem Territorium aus "gemacht" wurde.

Das Absetzen der Taliban war eher ein Nebenprodukt. Das eigentliche Ziel war das Ausräuchern des Terrornetzwerks in Afghanistan.

@Margitt. um 17:10

„Afghanische Helfer gab es in den 20 Jahren zig-tausende, lt. Grotian in Maischberger am 18. Aug.
Denn nicht nur die Übersetzer gehörten dazu, es gab auch die Fahrer, Wach-, Putz-, Kochpersonal, etc.
Das ergibt in 20 Jahren schon hohen Helferzahlen.
Jeder Helfer hat Frau + Kinder, die auch ausreisen müssen.“

Genau, da gibt es dann sehr hohe Helferzahlen, wobei ja gar nicht klar ist, ob tatsächlich jeder dieser Helfer Afghanistan verlassen möchte - das wird immer so hingestellt, muss gar nicht sein. Auch unter Afghanen gibt es Menschen, die ihr „Fähnchen nach dem Wind drehen“. Ob die jetzt alle von den Taliban bedroht sind, weiß ich nicht.

Aber wie ich schon schrieb: das sind so viele, die jetzt aus Afghanistan raus wollen, das würde nur funktionieren, wenn die Evakuierung längerfristig geht und es viele Länder gibt, die auch aufnehmen. Glauben Sie mir, ich bin keineswegs fremdenfeindlich, war weltweit unterwegs - aber D hat auch nur ein begrenztes Aufnahmevermögen.

16:05 von Klaus.Guggenberger

>>>Doch: Wer hat uns denn in diesen Krieg geführt?

Waren da nicht die "Grünen" mit beteiligt?<<<

Stimmt, waren sie.
Tatsächlich ging es um den Bündnisfall. Dazu zitiere ich
"Der Bündnisfall bezeichnet in der diplomatischen Sprache den Begriff, der eine Lage kennzeichnet, in der eine von einem Staat aufgrund eines militärischen Beistandsvertrages eingegangene Verpflichtung wirksam wird, in einen Krieg einzutreten, den der jeweilige Bündnispartner führt, bzw. einen Krieg zum Schutze dieses Partners zu beginnen."

Glauben Sie, dass sich irgendeine andere deutsche Regierung sich dem entzogen hätten? Vielleicht eine mit der CDU? Dazu sage ich nur Irak. Erinnern Sie sich?

@17:25 von Anderes1961

"Doch, taugt er, der Satz. Laschet hat es genau so gesagt, und es ging um Afghanistan und ausschließlich um Afghanistan, als dieser Satz fiel. Und das, worauf Sie warten, ist längst geschehen. Die "smoking gun" gibt es längst. Sie wollen Sie nur nicht sehen."

Handlungen und Prozesse zu denen es eine Aktenlage gibt sind konkret. Politische Verlautbarungen nicht.
Bei dem Satz weiss man noch nicht einmal ob er sich auf die breite Flüchtlingslage aus Afghanistan bezieht oder auch auf die Ortskräfte.

@Klärungsbedarf 17:27

"Wenn Sie der Meinung sind, dass man alle deutschen zugerechnete Ortskräfte bereits vor dem Abzug der Soldaten hätte nach Deutschland verbringen sollen, dann sprechen Sie das deutlich aus."

Ich hielt das, ehrlich gesagt, für eine Selbstverständlichkeit.

Sie nicht?

Re : eine_ Anmerkung !

Ja sicher Herr Maas ist einer der Unfähigen, aber auch Herr Seehofer, Frau AKK und Frau Merkel, die wussten rechtzeitig, was sich da anbahnt. Es hätte grundsätzlich von der Regierung formuliert werden müssen, dass man allen afghanischen Kräften, die die BW über Jahre unterstützten, auf alle Fälle nicht im Stich lässt. Nur wurden da etliche Versäumnisse begangen, es wurden politische Fehler gemacht, in dem man nie klarstellte, dass diese Helfer nie im Stich gelassen werden.
Dies wird sich irgend wann mal furchtbar rächen, das kann und wird bei anderen Einsätzen der BW sehr wahrscheinlich Leben kosten, und daran ist diese unsägliche und verantwortungslose Regierung Schuld. Die Soldaten und Soldatinnen bauen Vertrauen auf, und die Politik zerstört es mit einem desaströsem Verhalten und Agieren !

16:59 von covid-strategie: Merkels Rolle in dieser Sache

> Der Kanzler hat die Richtlinienkompetenz und muss die Ministerien koordinieren. Das ging offenbar gründlich schief. Merkel lässt die Dinge auch lieber treiben. Das zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Amtszeiten…

Und wen sie es zur Kanzler Sache machte ging es schief, dies zieht sich nicht wie ein roter Faden sondern das waren die Kanzler Jahre von Frau Merkel..... also abwarten und nochmals warten....

Führung und Kompetenzen an untergebene leiten sieht anderes aus.

17:28 von Nordbraut: Es gibt mehrere Schuldige

Wenn man den Ablauf verfolgt, so erkennt man viele absichtlichen Fehler.
Man wollte so wenig afghanische Helfer wie möglich hierher holen.
2015 sollte sich nicht wiederholen, ausgerechnet vor den Wahlen.
DAS war eine oder gar die Hauptmotivation für das schofle Verhalten der Regierung.
Man wußte, seitdem die Amerikaner sich aus Afghanistan zurück zogen, dass die Ortshelfer in Gefahr sind. Aber man hat noch im Juni die Anträge von Linken und Grünen abgelehnt, die darauf abzielten, eine schnelle und unbürokratische Ausreise zu ermöglichen.
Denn wenn viele Helfer kommen, würde das Wählerstimmen am rechten Flügel kosten.
DAS war offenbar wichtiger wie die in Lebensgefahr befindlichen Helfer rauszuholen.
Merkel als Kanzlerin bestimmte die Richtlinien der Politik. Sie hätte dies anders haben können.
Aber sie wollte dies nicht!
Das zeigt, dass sie ein zweites Gesicht hat ...

Dass nach den Fehlern in der Pandemie die Regierung noch eines draufsetzt, das hätte ich ihr nicht zugetraut...

um 17:29 von wolf 666

>>"Er sagte auf die Frage eines Journalisten, welches Ministerium die Hauptschuld an der Misere der Evakuierung habe, wörtlich:
Die Hauptschuld tragen Frau Merkel und das Bundeskanzleramt (Braun vorneweg), die hätten alles koordinieren müssen.
Haben sie aber nicht gemacht.
Eine_anmerkung, da sieht man mal wieder, wie total gegensätzlich Wahrheiten sein können.
Ihr und die von einem Beteiligten des Abzuges und Evakuierung aus Afghanistan."<<

Aber sagte der Mann nicht auch, "Ich habe den Eindruck, wir haben hier Menschen bewusst und wissentlich zurückgelassen."? Ist das nicht eine Unterstellung die er mit "Eindruck" als Solche kenntlich macht? Naja (gegensätzliche Wahrheiten).

@17:31 von DrBeyer

"Das war nicht Bidens Entscheidung, sondern die von Trump, der den Taliban zugesichert hat, bis zum 31.8. abzuziehen.

Biden hätte sie vielleicht rückgängig machen können, was aber angesichts eines bereits angelaufenen Abzugs und vor allem auch aus innenpolitischen Gründen nur mit ganz extremem Aufwand verbunden möglich gewesen wäre.

Da hat Biden von Trump eine ganz klassische Pest-Cholera-Situation hinterlassen bekommen."

Biden hat den Abzug ausdrücklich befürwortet und wiederholte, dass er schon seit mindestens 10 Jahren gegen die Fortführung des Einsatzes ist. Die Diskussion dreht sich um die schlechte Organisation und Durchführung des Abzugs, was ausschliesslich Bidens Aufgabe war. Er hätte Trump ja in seinen Stab berufen können wenn er die Verantwortung unbedingt abgeben möchte.

17:32, Margitt.

>>Wenn man wirklich glaubte, dass man Afghanistan zu einer Demokratie machen kann, war das eine Verweigerung von Realitätssinn.<<

Das war ja auch nie das Ziel dieses Einsatzes.

@Klärungsbedarf 17:22

"Es gab weder ein humanitäres, noch militärisches, noch politisches Debakel beim Abzug. Der Abzug unserer Soldaten war Ende Juni sauber abgeschlossen. Hier wird zu viel ohne Kenntnis der Abläufe kommentiert."

Schöner als durch Ihren Beitrag kann man das gesamte Debakel eigentlich kaum beschreiben.

Selbstverständlich gehört zu einem Abzug auch der Abzug gefährdeter Helfer.
Jeder, der das anders sieht, ist Teil des humanitären und politischen Debakels.
Tut mir leid, das so scharf formulieren zu müssen.

@fathaland slim - 17:29

"Niemand hat so etwas behauptet, und es war auch nie das Ziel."
Nee, "Ziel" war es, Bin Laden zu exekutieren. Regimechange und Nationbuildung waren "Beifang".
"Es wird lediglich von denen behauptet, die sich dem Kampf gegen die von der Vollversammlung der UN 1949 beschlossenen Charta der Menschenrechte verschrieben haben und diese als „westliche Werte“ bezeichnen."
Also von denen, die uns in dieses Himmelfahrtskommando gestürzt haben, als sie behaupteten, u.a. Deutschland würde am Hindkusch verteidigt?

um 17:33 von Totengräber

>>
Es gab, laut Sahra Wagenknecht, immerhin Berichte, dass sich der afghanische Staat innerhalb von sechs Monaten an die Taliban fallen würde. Dass sich die Soldaten in diesen Monaten nicht als Kanonenfutter verheizen lassen wollten, überrascht nicht wirklich.
<<

Frau Wagenknecht gehört auch zu jenen, die hinterher schon immer alles gewusst haben.
Der Aussage fehlt schon mal ein Bezugspunkt. Sechs Monate nach Abzug ? Dann haben wir ja noch Zeit bis Jahresende.

17:32, falsa demonstratio

>>Am 24. August 2021 um 17:21 von nie wieder spd
Zitat: „Vielen Dank, dass Sie „Rezo“ erwähnen.
Wieder hat er ein wegweisendes Video auf YouTube veröffentlicht, dass bei der Tagesschau offensichtlich und leider keinen Anklang gefunden hat.
Aber genau so blamabel wie für die Politik und die Politik, ist dieses Video blamabel für die Medien und Journalisten.
Wie schon sein 1. Video, vor 2 Jahren.“

ein toller Hecht, der junge Mann.<<

Ja, das finde ich auch.

Re : hesta15 !

Die Afghanen die abgeschoben werden sollten oder schon wurden, sollen angeblich alles Kriminelle gewesen sein. Allein dies stimmt so nicht, es waren auch immer andere mit an Bord, die noch nie straffällig wurden, aber die deutschen Behörden sie hier nicht haben wollten, warum auch immer. Klar es kann nicht jede Person hier aufgenommen werden, aber man nimmt Kriminelle von den Balkanstaaten auf, schiebt sie ab, und drei Wochen später sind sie wieder da. Wo bleibt da die Logik ???
Und bei alledem ist es die deutsche Über- Bürokratie, wo selbst der Stift gerade liegen muss, sonst kriegt ein Beamter einen Infarkt !
Es zeigt sich auch in dem Monster der grundsätzlichen Ab- und Anmeldung damit jeder gleich weiß, wo wer wohnt, wie lange und so weiter. So nur in D wichtig, dem Papierkriegland der Superlative !

um 17:24 von Totengräber

Ihre Ergänzung erscheint mit sehr oberflächlich.
Was man nicht exportieren kann, ist der Lebesstil des Westens, der dazu führt, das insbesondere auch in Afghanistan die regionalen Besonderheiten nicht beachtet wurden.

-> Adeo60 re Jochen Peter --- Genau so ist es !!

" Aber diese Länder waren es auch, die 20 Jahre lang mit sehr viel persönlichem und finanziellem Einsatz den geschundenen Menschen Hoffnung gegeben haben, die dafür gesorgt haben, dass Kinder wieder die Schule besuchen und Frauen sich frei bewegen konnten. Dies hat das Ansehen von Deutschland sicherlich nicht beschädigt, im Gegenteil. Die jetzige Evakuierung wird mit Volldampf und hohem Risiko durchgeführt. Da kann man auch einmal Dank sagen an die Beteiligten. "

Sie haben meine volle Zustimmung zu diesen Punkten. Besonders der letzte muss auch mal gesagt werden.

um 17:15 von Anderes1961

>>"Sie finden also, im Wahlkampf am rechten Rand zu fischen und Menschen aus Afghanistan, die für uns den Kopf hingehalten haben, im Stich zu lassen sei beruhigend für die Bevölkerung? Mich muß Laschet nicht beruhigen. Das kann er sich sparen. Ich leide auch nicht an einem Traumata, nur weil die Regierung damals richtiger Weise aus humanitären Gründen Menschen ins Land gelassen hat."<<

Wenn Sie meine Kommentare die letzten Tage gelesen hätten, hätten Sie nicht solche Fehler geschrieben. Ich bin natürlich "rechts" wie man unschwer an meiner politischen Ausrichtung erkennen kann. Ich sagte aber auch das afghanische Ordnungskräfte und deutsche Staatangehörige aus Afghanistan rausgeholt werden sollten; keine Frage. Da reden wir aber mit Sicherheit nicht über die "mindestens 50.000" von Bearbock uns selbstverständlich erwarte ich eine Prüfung der Menschen damit wir wissen wer zu uns kommt.

16:33 von MR.Troc

>>>...aber vielleicht hat man auch gedacht das die hochgerüstete afghanische Armee die Taliban erbitterten Widerstand leisten. Auch hier war man überrascht das die Armee sich ergeben hat.<<<

Inzwischen gibt es dafür Erklärungen, u.a. von Herrn Petraeus. War auch auf TS zu lesen. Finden Sie noch, falls Sie tatsächlich daran interessiert sind.
Die 300.000 afghanischen Soldaten gab es auch nur auf dem Papier. In Wirklichkeit waren es maximal 70-80000. Was hilft ein Hubschrauber, wenn niemand vom afghanischen Militär ihn fliegen kann. Nun ja, vielleicht können's die Taliban.
Es wird auch vermutet, dass es Anweisungen gab, sich kampflos zu ergeben.
Man hätte nicht denken müssen was die Afghanen können, die NATO hätte wissen müssen, was sie denen gelernt hat.
Sich, wie zum Teil vom US-Militär praktiziert, bei Nacht und Nebel vom Acker zu machen, finde ich ...

@fathaland slim, 17:29 (re 17:00, Totengräber)

"Menschenrechte etc. waren da bestenfalls schmückendes Beiwerk"

Das Wichtigste läuft offenbar unter ferner liefen. Das zeigt dieser Auszug aus der Meldung zum G7-Treffen zu Afghanistan „Zudem soll es darum gehen, wie die Errungenschaften der vergangenen 20 Jahre geschützt werden könnten, vor allem im Hinblick auf die Bildung von Mädchen und die Rechte von Frauen und Minderheiten“.

„Zudem“. Das sollte eigentlich das wichtigste Thema sein. Es kann nur darum gehen, wie man verhindern kann, dass alle mühsam und unter großen Opfern erreichten Fortschritte wieder zunichte gemacht werden. Und wie man diese von der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte geschilderten Menschenrechtsverletzungen wirksam unterbinden kann:
„Nach diesen Berichten gab es etwa Massenhinrichtungen von Zivilisten und ehemaligen Angehörigen der afghanischen Sicherheitskräfte (…) Mädchen dürften teils nicht mehr zur Schule gehen (...) und Minderjährige zum Waffendienst geholt. Die Berichte seien glaubhaft, betonte sie"

@zöpfchen 17:33

"Ich könnte mir vorstellen, dass man das alles als Besatzungsmacht gerne anders gemacht hätte. Aber mit den kulturellen/gesellschaftlichen Strukturen arbeiten muss, die im Land vorgegeben sind. Ich glaube schon, dass es die ehrliche Absicht gegeben hat, die Dinge zum besseren zu wenden"

Soweit möchte ich Ihnen uneingeschränkt zustimmen.

"aber wir sind an den Realitäten im Afghanistan gescheitert."

Nur zu einem Teil.
Der wichtigere Teil ist leider unsere (mit "uns" meine ich uns als Staat) Unfähigkeit gewesen, Ziele zu definieren, deren Erreichen zu kontrollieren und ggf. bei Nichterreichen entweder das Ziel oder die Mittel zum Erreichen zu verändern.

Mit anderen Worten: Das Qualitätsmanagement des Einsatzes war (von allen beteiligten Ländern) völlig unzureichend oder möglicherweise gar nicht vorhanden.

um 17:41 von Adeo60

>>
Man hat vor allem versucht, den Menschen zu helfen, ihnen ein menschliches Leben zu ermöglichen. Und immerhin: Kinder konnten zur Schule gehen, Frauen sich frei in der Öffentlichkeit bewegen.
<<

Das ist sowohl zutreffend, wie auch nicht vom Mandat abgedeckt, wonach man spätestens mit der Ausschaltung Osamas das Land hätte wieder verlassen müssen.

17:31 von DerVaihinger @Südstaatlerin, 15.42h

Was soll ein Untersuchungsausschuss nach den Wahlen noch bringen.
Die Hauptverantwortlichen werden dann der Regierung nicht mehr angehören und im Ruhestand nicht mehr zur Verwantwortung gezogen werden können.
Das haben die sehr gut gewusst, allen voran Frau Merkel.
#
Es wird zwar immer wieder nach einem Untersuchung Ausschuss nach den Wahlen gesprochen,aber ich denke der wird nichts bringen, denn wie Sie es schreiben sind die Verantwortlichen nicht mehr in der neuen Regierung.Selbst Söder sprach schon davon das Mass der neuen Regierung nicht angehören wird.

17:24 von Totengräber

"Che Guevara musste erkennen, dass man die Revolution nicht exportieren kann.
'Moskau' musste einsehen, dass man den Sozialismus nicht exportieren kann.
Es wird Zeit, dass der 'Westen' begreift, dass man überhaupt kein Gesellschaftssystem exportieren kann!"

Ich wäre versucht, Ihnen zuzustimmen, wenn ich nicht ahnte, dass eine Bemerkung wie die Ihre von antiwestlichen Vernebelungsabsichten gesteuert ist. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Che Guevara hatte, so weit ich mich entsinne, in Bolivien keinen Erfolg, in Kuba (wo er auch nicht geboren war) aber sehr wohl. Kurz nach ihrer Flucht aus Afghanistan merkten die Moskauer Führungskader, dass ihre Variante des Sozialismus auch sonst nichts taugte. Und der Westen - ja, der hat vermutlich in Afghanistan mehr bewirkt als die Sowjets, sich aber am Ende auch ein dickes Auge geholt. Über die Exportfähigkeit westlicher Werte ist damit aber nichts gesagt.

Ihre Parolen sind 'analytisch' nichts wert, und konstruktiv sind sie auch nicht.

@anderes1961, 15:53

Ich versuche nur nachzuvollziehen, was bei der Evakuierung schiefgelaufen sein könnte. Der Vorwurf, die Bundesregierung habe die Ortskräfte bewusst zurückgelassen, ist massiv und durch nichts belegt. Ich denke, man sollte den Vorgang in Ruhe aufarbeiten, Detail für Detail. Markige Worte helfen m.E. wenig, auch wenn ich die emotionale Situation der Beteiligten natürlich absolut verstehen kann.
Zum ihrem Bild des Hauses möchte ich anmerken, dass man nicht einreißt, was man mit aufgebaut hat. Gezündelt hat meiner Meinung nach Trump, als er sich mit einem der geistigen Brandstifter (Baradar) einließ und ihm, dem bis dahin inhaftierten Terroristen, den Truppenabzug zusicherte. Baradar dürfte entzückt gewesen sein. Er und die Seinen mussten nur noch abwarten.

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