Kommentare - Kabinett billigt Bundeswehreinsatz in Kabul

18. August 2021 - 12:16 Uhr

Das Kabinett hat das Mandat für den Evakuierungseinsatz der Bundeswehr auf den Weg gebracht - der Bundestag soll kommende Woche abstimmen. Eine weitere deutsche Maschine mit 176 Menschen an Bord hat Kabul Richtung Taschkent verlassen.

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Kommentare

Diplomatie möglich?

Weiter denken! Ziele formulieren!
Ist jetzt Diplomatie möglich?
Mit wem kann sinnvoll verhandelt werden?
Wer sind DIE "Taliban" überhaupt, handelt es sich um eine Gruppe religiöser Fanatiker, die nur Eines zusammenhält: Der Kampf gegen die Besatzer? Handelt es sich um eine chaotische Truppe von Aufständischen oder gibt es übergeordnete Organisationsstrukturen?
Welche Rolle spielt die Stammeszugehörigkeit und die jeweiligen örtlichen Strukturen, lokale Kommandanten?
Immerhin gibt es neben Paschtunen auch noch Tadschiken, Usbeken und Hazara.
Welche Rolle spielen die Stämme und deren Untergruppen, die Clans? Auch innerhalb der Stämme gibt es schon immer Spannungen, z.B, zwischen Durranis und Barekzais.
Die Lage ist verworrener als es auf den ersten Blick erscheint.
Das sollten wir wissen, wenn wir auf Afghanistan blicken.
Zur weiteren Information:
https://www.bpb.de/internationales/asien/afghanistan-das-zweite-gesicht…

12:24, bolligru

>>Die Lage ist verworrener als es auf den ersten Blick erscheint.
Das sollten wir wissen, wenn wir auf Afghanistan blicken.<<

Da gebe ich Ihnen völlig Recht.

Die Deutungsversuche der hochideologisierten Mitforisten gehen deswegen komplett in die Irre. Ich empfehle, sich mit der Geschichte des Gebietes, das man heute Afghanistan nennt, zu beschäftigen. Wikipedia ist ein guter Einstieg.

12:24 von bolligru

Ihre Fragestellung ist doch nicht besonders kompliziert
dafür umso einleuchtend

warum macht man sich im Außen oder Verteidigungsministerium nicht ähnliche Gedanken

die sind doch besser Informiert (sollte man meinen) und könnten professioneller an die Sache rangehen

Taliban

Wozu? Unsere töten Soldaten hätten nicht sein müssen, wenn. Ja wenn das Wörtchen wenn nicht wäre.

Eile und die richtigen (humanitären) Prinzipien Gebot der Stunde

„Das Kabinett hat das Mandat für den Evakuierungseinsatz der Bundeswehr auf den Weg gebracht- >> der Bundestag soll kommende Woche abstimmen“

Dann wird sich auch herausstellen, wem bürokratische „Prinzipien“ („Ein Flug konnte demnach offenbar nicht stattfinden. "Grund hierfür ist die momentan fehlende Verfügbarkeit der Flughafenfeuerwehr in Kabul") wichtiger sind als Menschenleben.

„Derzeit sichern hauptsächlich US-Soldaten den Flughafen in Kabul. (...) sind dort inzwischen etwa 3500 Soldaten im Einsatz. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, die Zahl werde im Tagesverlauf auf rund 4000 ansteigen. In einigen Tagen sollen es dann bis zu 6000 Soldaten sein“

Die derzeit Verantwortlichen in den USA „schalten“ offenbar schneller.

Die Bundesregierung sucht derweil noch nach afghanischen Helfern, die das Land noch nicht verlassen konnten (…) Nun versuche man Kontakt zu den rund 1000 Ortskräften im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit herzustellen"

Hoffentlich findet man die schnell.

@ bolligru

Auch innerhalb der Stämme gibt es schon immer Spannungen, z.B, zwischen Durranis und Barekzais.
Die Lage ist verworrener als es auf den ersten Blick erscheint. Das sollten wir wissen, wenn wir auf Afghanistan blicken.

Das ist nicht verwunderlich. In Deutschland gibt es auch oft Spannungen zwischen z. B. Bayern und Mecklenburgern, wie ich gestern gerade beobachten durfte. Trotzdem kann an sich unter Erwachsenen Menschen ja mal zusammen raufen.

Was für ein Hin und Her

Bundeswehr raus und nun wieder rein. Was soll das? Warum hat niemand die Mentalität der afghanischen Soldaten erkannt oder wollte man sie einfach nicht erkennen? Wieviel Geld wurde da in den letzten 20 Jahren verschleudert und zum Dank müssen wir diese angeblich jetzt verfolgten Menschen aufnehmen. Höchste Zeit das hier endlich etwas in unserer Einstellung verändert wird und wir endlich eine Regierung bekommen die nicht mehr die ganze Welt retten will.

12:32, Sisyphos3

>>12:24 von bolligru
Ihre Fragestellung ist doch nicht besonders kompliziert
dafür umso einleuchtend

warum macht man sich im Außen oder Verteidigungsministerium nicht ähnliche Gedanken

die sind doch besser Informiert (sollte man meinen) und könnten professioneller an die Sache rangehen<<

Sie meinen also, es wäre alles ganz einfach.

Ihnen ist ganz offensichtlich gar nicht bewusst, wie ungeheuer komplex die Lage ist.

Der Forist hat einen Link zur Bundeszentrale für politische Bildung gepostet. Ich empfehle, ihn zu öffnen. Auch wenn er leider verstümmelt ist, ist das möglich, wenn Sie ihn bei „Google Suche“ eingeben.

12:32 von fathaland slim

Die Deutungsversuche der hochideologisierten Mitforisten gehen deswegen komplett in die Irre.
..

warum geht es in die Irre ?
sie deuten es doch an "hochideologisiert"

einfach mal versuchen zu akzeptieren dass man nicht mit seinen Augen
und seinen Vorstellungen anderer Leute Problem lösen kann
... in Zweifelsfall sich nicht in jedes Problem einzumischen versuchen

@ Demokratiker

Wozu? Unsere töten Soldaten hätten nicht sein müssen...

Die Mörder sitzen heute an den Checkpoints in den Straßen von Kabul.

12:39 von Nettie

Hoffentlich findet man die schnell.
---

wenn die sich in Kundus befinden ??
und von Kundus nach Kabul sind es gut 300 km
an jeder Wegbiegung steht einer mit nem nervösen Zeigefinger an der Kalaschnikow

wie soll das klappen

@ Tagesschau

Wurde der afghanischen Regierung auch die Software „Pegasus“ verkauft?
Denn dann wird der Nutzen des Ausfliegens und Rettens vor den Taliban für einige afghanische Staatsbürger nur von kurzer Dauer sein.
Denn nicht nur Erdogan hat seine Geheimdienstmitarbeiter auf die Suche, Terrorisierung und eventuelle Entführung seiner Gegner geschickt.
Das gelingt sicher auch den Taliban.

12:43, Sisyphos3

>>12:32 von fathaland slim
Die Deutungsversuche der hochideologisierten Mitforisten gehen deswegen komplett in die Irre.
..

warum geht es in die Irre ?
sie deuten es doch an "hochideologisiert"

einfach mal versuchen zu akzeptieren dass man nicht mit seinen Augen
und seinen Vorstellungen anderer Leute Problem lösen kann
... in Zweifelsfall sich nicht in jedes Problem einzumischen versuchen<<

Sie haben ganz offensichtlich überhaupt nicht verstanden, was ich geschrieben habe und antworten mir mit einem Gewitter von Allgemeinplätzen. Das wird der Lage aber nicht gerecht, denn sie ist sehr kompliziert.

@ Nettie

Die derzeit Verantwortlichen in den USA „schalten“ offenbar schneller.

Ich vermute, dass deutsche und amerikanische Stellen etwa gleich schnell schalten.

Mantra

Das in den letzten Tagen mannigfach wiederholte Mantra „2015 darf sich nicht wiederholen“ hat scheinbar schon in den letzten acht Wochen die Köpfe blockiert, so dass jetzt die Rettungsversuche so völlig ungewiss sind.

Es geht bei der Ursachenforschung also nicht nur um das Außenministerium und das Verteidigungsministerium, sondern auch um die Blockadehaltung des Innenministeriums.

2015 wird sich so oder so nicht wiederholen. Aber es zeigt die Ängste der Wahlkämpfer und die Probleme, glaubwürdig zu handeln, wenn man selbst an den eigenen Werten zweifelt. So konnte der Westen natürlich auch in Afghanistan Null erreichen.

Das afghanische Volk

Das afghanische Volk hat seit Jahrzehnten leiden müssen, sei´s unter den "Kolonialmächten", sei´s unter den Warlords, sei´s unter den Taliban. Es wäre Afghanistan zu wünschen, dass die Taliban aus der Geschichte gelernt haben und nicht mehr so berserkern. Und wenn wir durch einen neuen Verhandlungsansatz zur Befriedung der Lage beitragen können, sollten wir das auch tun. Dem Volk ist es zu gönnen.

12:42, Bürgerkritik

>>Was für ein Hin und Her
Bundeswehr raus und nun wieder rein. Was soll das? Warum hat niemand die Mentalität der afghanischen Soldaten erkannt oder wollte man sie einfach nicht erkennen? Wieviel Geld wurde da in den letzten 20 Jahren verschleudert und zum Dank müssen wir diese angeblich jetzt verfolgten Menschen aufnehmen. Höchste Zeit das hier endlich etwas in unserer Einstellung verändert wird und wir endlich eine Regierung bekommen die nicht mehr die ganze Welt retten will.<<

Ja sicher, angeblich verfolgt. Wahrscheinlich ist für Sie ein Afghane auch dann noch angeblich verfolgt, wenn er am Lastwagenkran hochgezogen wird.

Wir hatten übrigens noch nie, in der ganzen Geschichte der Bundesrepublik, eine Regierung, die die ganze Welt retten wollte. Wohl aber immer Regierungen, die sich ihrer internationalen Verantwortung zumindest leidlich bewusst waren. Ich kann mir aber schon vorstellen, was für eine Art Regierung Ihnen vorschwebt.

12:49 von fathaland slim

Das wird der Lage aber nicht gerecht, denn sie ist sehr kompliziert.
----

... vielleicht auch nur kompliziert gemacht !

Hmmm....

"Als Ziel des Einsatzes wird die "militärische Evakuierung deutscher Staatsangehöriger aus Afghanistan" ausgegeben. Außerdem sollen "im Rahmen verfügbarer Kapazitäten" auch andere Ausländerinnen und Ausländer "sowie weitere designierte Personen, inklusive besonders schutzbedürftige Repräsentantinnen und Repräsentanten der afghanischen Zivilgesellschaft" ausgeflogen werden."

"Militärische Evakuierung"?
Hat die Bundeswehr das Mandat, sich durch Kabul (Afghanistan) zu kämpfen (falls nötig) um Deutsche oder die genannten Personen zum Flughafen zu bringen?
Oder ist die Mission auf den Flughafen beschränkt?

Wieso hat man den Antrag der Grünen im Juni noch abgelehnt?

Die Grünen hatten am 23. Juni einen Antrag auf ein Verfahren zur Aufnahme afghanischer Ortskräfte gestellt, den der Bundestag (aus Prinzip wie BT-Abgeordneter Kiesewetter schrieb) abgelehnt hatte.
< https://www.stern.de/politik/ausland/afghanistan--cdu-abgeordneter-spri… >

Jetzt, wo es 10 nach 12 ist, stimmt der Bundestag also zu!
Wieso immer erst, wenn "das Kind in den Brunnen gefallen ist" ?
Wollte man damals wohl doch verhindern, dass durch die Aufnahme von afghanischen Helfern vor den Wahlen sich dies nachteilig auf die Ergebnisse der BT-Wahl bei den zustimmenden Parteien auswirkt oder dass dies die AfD stärken könnte?
Ging es also mehr um "taktische" Überlegungen als um die Rettung von Menschenleben?

In die Zukunft schauen!

Die Taliban werden Unterstützung aus dem Ausland benötigen, um das kaputte Land langfristig wieder aufzubauen. Da sehe ich durchaus Chancen für D, denn wir haben u. a. mit dem THW eine gute Organisation, die Hilfe vor Ort leisten kann. Dass die diplomatischen Beziehungen unsererseits jetzt abgebrochen werden, kann ich verstehen; aber ich denke, dass die neue Bundesregierung im Herbst versuchen sollte, den Dialog wieder aufzunehmen. Warum? Nur im Dialog kann man erfahren, was die andere Seite will, was für Forderungen sie stellt, und wir auch unsere Vorstellungen darlegen. Ansonsten erfährt man nichts oder schaut zu, wie die Russen und Chinesen eventuell an Einfluss gewinnen.
Klar, jetzt ist erst mal angesagt „zu retten was zu retten ist“. Die Aufarbeitung dieses Desasters wird lange dauern (mit Untersuchungsausschuss etc.), und ich hoffe, dass dies nicht im Bundestagswahlkampf „ausgeschlachtet“ wird (aber bin eher skeptisch, wenn ich so manche Stimmen von Politikern höre).

12:55 von DeHahn

vielleicht war das auch mit ein Grund dass die Taliban so erfolgreich waren ?
Irgendwann hat jeder eben den Hals gestrichen voll von Krieg Attentätern und Bomben
will ganz einfach mal seine Ruhe haben und ungefährdet seinen Geschäften nachgehen

Bürgerkritik um 12:42

"Warum hat niemand die Mentalität der afghanischen Soldaten erkannt oder wollte man sie einfach nicht erkennen?"

Es geht nicht um die Mentalität der afganischen Soldaten, sondern um die desastöse Lage in die sie durch eine verfehlte Politik gekommen sind. Sehen sie sich die entsprechenden Analysen an.
Die Formulierung "angeblich jetzt verfolgte
Menschen" macht nur zu deutich, von wessen Geist sie sind.

Was da gelaufen ist, ist ein unglaublicher Vertrauennsbruch, um die eigenen Fehler zu bemänteln. Vertaenswürdigkeit ist etwas anderes!

12:43 von Sisyphos3

«einfach mal versuchen zu akzeptieren dass man nicht mit seinen Augen
und seinen Vorstellungen anderer Leute Problem lösen kann.
... in Zweifelsfall sich nicht in jedes Problem einzumischen versuchen.»

Breitseite aus Ihrer nimmer munitionsarmem Plattitüdenkanone.
Will man Diplomatie nicht ganz in die Tonne kloppen.
Ist Diplomatie ohne Einmischung unmöglich.

Annahme

"Der Grund, warum man diese zunächst nicht auf der Liste der zu Evakuierenden hatte, sei die Annahme gewesen, dass man die Entwicklungszusammenarbeit nach dem Abzug des Militärs zunächst fortsetzen könne, sagte Merkel"

*

Soll ich das so verstehen, dass man erst jetzt mitbekommen hat, dass sich die afghanische Führung aus dem Staub gemacht hatte und die Taliban die Macht übernahmen?

Natürlich stimmt

der Bundestag der Operation zu, man kann ja auch eine laufende Operation nicht anhalten.
Alle Länder machen was, der Gesichtsverlust wäre einfach zu groß.
Was mich wundert, woher nimmt man die Sicherheit, das sich die Taliban das bis Ende September ansehen.
Irgendwie ist Lage recht eigenartig, uns als Bürger stehen natürlich auch nicht die ganzen Informationen zur Verfügung, da läuft sicher im Hintergrund einiges ab.
So das die Bewertung für normal Bürger sehr schwer ist.

Diese „Mission“ war nicht wohldefiniert

Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan (im Rahmen der NATO) war das Ergebnis der „uneingeschränkten“ Solidarität mit den USA, die die damalige deutsche Regierung nach 9/11 erklärte.

Eigentlich wäre den USA eine Beteiligung am 3. Golfkrieg gegen den Irak lieber gewesen, den die USA ebenfalls in den Kontext des „war against terror“ gestellt haben. Dazu war Deutschland aber nicht bereit, der Afghanistan Einsatz erschien als das „kleinere Übel“ und war auch besser begründbar, weil die Taliban Al-Qaida beherbergten.

Die Tötung des Bin-Laden definieren die USA heute als einen Erfolg der Afghanistan Mission. Dabei hätte man den Al-Qaida Führer damals mühelos gefangen nehmen können. Dies war offenbar nicht erwünscht. Denn ein Prozess hätte die Verwicklung Saudi-Arabiens in 9/11 offenlegen können.

Das die Bundesrepublik die US-Politik so unkritisch mitträgt, ist sehr bedauerlich. Ist es den Bundeswehrangehörigen vor Ort wirklich entgangen, das viele Afghanen die fremden Besatzer hassten ?

@logig

"Es geht nicht um die Mentalität der afganischen Soldaten, sondern um die desastöse Lage in die sie durch eine verfehlte Politik gekommen sind" Am 18. August 2021 um 13:03 von logig

*

Quatsch mit Soße!

Es waren nun Mal keine afghanischen Soldaten, sondern afghanische Söldner und die kämpfen für denjenigen, der mehr zahlt.

Da ist keine Zauberei oder Psychologie oder Politik nötig, um das zu beschreiben.

12:43 von Sisyphos3

"einfach mal versuchen zu akzeptieren dass man nicht mit seinen Augen
und seinen Vorstellungen anderer Leute Problem lösen kann
... in Zweifelsfall sich nicht in jedes Problem einzumischen versuchen"

,.,.,

Dass das auch nicht getan wird, werden Sie allerdings nie erfahren - da Sie sich grundsätzlich weigern, die Artikel zu lesen; möglicherweise, weil Sie Texte schwer verstehen können.

Stattdessen führen Sie Ihre Vorurteile jeden Tag hier im Forum spazieren, die Ihnen auch niemand rauben kann, weil Sie keine Argumente dagegen lesen oder verstehen können.

Das Wort "hochideologisiert" passt dann schon - man könnte auch sagen: fanatisiert.

@ Sonnenbogen

"Militärische Evakuierung"?
Hat die Bundeswehr das Mandat, sich durch Kabul (Afghanistan) zu kämpfen (falls nötig) um Deutsche oder die genannten Personen zum Flughafen zu bringen?„

Gehen Sie ganz stark davon aus, dass die deutsche Bundeswehr keinen Fuß vom gesicherten Teil des Flughafen wegsetzt.
Denn dafür fehlt es vor Ort an geeignetem Material und Soldaten, um sich sicher durch die Straßen von Kabul zu bewegen. Diese Art der Evakuierung wird es nicht geben, außer man möchte Szenen wie im Film „Black Hawk down“

13:00 von Wolf1905

haben die letzten 20 Jahre nicht gereicht
Wo die Bundeswehr (behauptete) Straßen Brunnen Schulen eben eine ganze Infrastruktur in Gang zu bringen

Sicherlich kann man den "Taliban" Hilfe anbieten
würde ich sogar befürworten
natürlich an bestimmten Bedingungen geknüpft
nichts im Leben ist umsonst

@ Margitt. um 13:00

>Wieso hat man den Antrag der Grünen im Juni noch abgelehnt?
Die Grünen hatten am 23. Juni einen Antrag auf ein Verfahren zur Aufnahme afghanischer Ortskräfte gestellt, den der Bundestag (aus Prinzip wie BT-Abgeordneter Kiesewetter schrieb) abgelehnt hatte.
< https://www.stern.de/politik/ausland/afghanistan--cdu-abgeordneter-spric... >

Jetzt, wo es 10 nach 12 ist, stimmt der Bundestag also zu!
Wieso immer erst, wenn "das Kind in den Brunnen gefallen ist" ?
Wollte man damals wohl doch verhindern, dass durch die Aufnahme von afghanischen Helfern vor den Wahlen sich dies nachteilig auf die Ergebnisse der BT-Wahl bei den zustimmenden Parteien auswirkt oder dass dies die AfD stärken könnte?
Ging es also mehr um "taktische" Überlegungen als um die Rettung von Menschenleben?<

Nicht nur.
Man kann auch im Wahlkampf unmöglich irgendetwas zustimmen das die Grünen sagen.
So kurz wie die vor einem Potentiellen Wahlsieg stehen?

12:57 von Sisyphos3

«Das wird der Lage aber nicht gerecht, denn sie ist sehr kompliziert.
----
«... vielleicht auch nur kompliziert gemacht !»

Gar nix mit "vielleicht kompliziert gemacht".
Die Lage IST noch viel komplizierter, als man das wo lesen könnte.

Waren Sie seit 1996 / 2001 durchgehend im Urlaub Afghanistan-Winterschlaf?

12:59 von sonnenbogen

Hat die Bundeswehr das Mandat, sich durch Kabul (Afghanistan) zu kämpfen (falls nötig) um Deutsche oder die genannten Personen zum Flughafen zu bringen?
------

da geht es wohl weniger um das Mandat

sondern eher um die Möglichkeiten dazu

fathaland slim um 12:56

Auch hier kann ich ihnen im Wesentlichen zustimmen.

Allerdings sollte der Westen aufgeben, den westliche Lebenstil exportieren zu wollen. Das heißt nicht, dass man die Position in Bezug auf essentielle Menschenrechte vertreten muss und zwar konsequenter als bisher.

Dies ist nur ein scheinbarer Widerspruch.

@Was für ein Hin und Her 12:42 von Bürgerkritik aka ...

"Rein und raus"

Zum letzten mal, auch für dich:
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

Es geht hier nicht um 'ReinRaus-Spielchen'
sondern
um die nachträgliche parlamentarische Absegnung der laufenden Rettungsflüge.

Ansonsten mal in die alten Sozialkundebücher schauen ;-)

Afghanistan

Da wird auf Wikipedia verwiesen- manche Angaben sind Stand 2016, was für eine aktuelle Information schlecht ist. Die Grundlagen der Geschichte Afghanistans erklären kaum, weshalb islamistische, nicht islamische(!) Glaubensanhänger sich zur politischen Führung erkoren haben und offenbar auch in der eigenen islamischen Bevölkerung nicht auf Verständnis treffen. Wer den Koran liest, kennt und auslegt, muss nicht die "echte" allgemein akzeptierte Richtung vertreten- kann man schon bei Aleviten, Wahabiten, Sunniten und Schiiten nachverfolgen. Dazu noch die Arroganz, durch irgendwelche mythischen Ursprünge das Sagen im Staat zu haben - perfider und menschenverachtender geht es nicht. Der Knackpunkt ist doch, dass niemand in Afghanistan überhaupt politisch und gesellschaftlich in der Lage ist, als Repräsentant einer demokratisch oder parlamentarisch oder monarchisch usw. legitimierten Führung anzutreten. Da hilft also ein Blick in die Geschichte wenig weiter. Die Taliban sind es nicht.

@ Wolf1905

"Die Taliban werden Unterstützung aus dem Ausland benötigen, um das kaputte Land langfristig wieder aufzubauen. Da sehe ich durchaus Chancen für D, denn wir haben u. a. mit dem THW eine gute Organisation, die Hilfe vor Ort leisten kann" Am 18. August 2021 um 13:00 von Wolf1905

*

Wer soll das dem THW zumuten?

Schon ganz ohne Taliban dürften die ausländischen Soldaten nicht in die lokale Gesetzsprechung eingreifen. Neben einer Steinigung seine Arbeit zu machen hat schon einige traumatisiert.

13:06 von Möbius

Ist es den Bundeswehrangehörigen vor Ort wirklich entgangen,
das viele Afghanen die fremden Besatzer hassten ?
------

vor Ort vielleicht nicht
wohl aber unsere Politikstrategen in Berlin

13:06 von Möbius

Ist es den Bundeswehrangehörigen vor Ort wirklich entgangen,
das viele Afghanen die fremden Besatzer hassten ?
------

vor Ort vielleicht nicht
wohl aber unsere Politikstrategen in Berlin

ERSTAUNLICH

zuerst werden die BW- Kräfte abgezogen...
Ohne jeden Plan.
Und nun werden die BW -Kräfte wieder eingesetzt...
Auch völlig planlos.
Frage mich, was wir wir in Deutschland eigentlich für sinnlose Reaktionen billigen seitens der Politik...
Peinlich und traurig

Am 18. August 2021 um 13:05 von wenigfahrer

"Was mich wundert, woher nimmt man die Sicherheit, das sich die Taliban das bis Ende September ansehen."

US defense department spokesperson hat auf CNN vom Ende des Monats (end of mission) gesprochen.... und dann, bleiben die Deutschen alleine da?

Eigentlich

Eigentlich hat die Bundeswehr doch ein Mandat von unseren Parlament bis 31.12.21.
Das wurde übrigens so nicht erfüllt.

12:42 von fathaland slim

danke für den Hinweis

habe es nur überflogen und werde es heute abend lesen

***Die Bundesregierung sucht

***Die Bundesregierung sucht derweil noch nach afghanischen Helfern, die das Land noch nicht verlassen konnten. Laut Kanzlerin Angela Merkel seien von den Ortskräften der Bundeswehr und Bundespolizei sehr viele Personen bereits in Deutschland.***

Hauptmann Marcus Grotian vom Patenschaftsnetzwerk Afghanische Ortskräfte sprach von über 80 % der afghanischen Ortskräfte die noch im Land feststecken mit mehr als 7000 Personen(Stand: Vorgestern).

Herr Carlo Masala, Professor für Politikwissenschaften an Uni der Bundeswehr München sprach unabhängig davon zum selben Zeitpunkt von rund 1700 afghanischen Ortskräften, die bereits in Deutschland seien.

Wie kann Frau Bundeskanzler Merkel in diesem Zusammenhang von vielen! Personen in Deutschland sprechen ?

Die Aussagen der beiden Herren halte ich insofern für glaubwürdiger, da sie unabhängig voneinander getroffen wurden und politisch frei sind.

Womöglich kann ja die Tagesschau dabei helfen, diese Diskrepanz aufzuklären.

Gruß Hador

Niemand konnte ahnen, dass

Niemand konnte ahnen, dass die afghanische Regierung sich entschließt, ihre Armee - die ja besser ausgestattet war als die Taliban - zum Stillhalten anhält. Wenn diese Regierung dies kommuniziert hätte (also an die Regierungen der westliche Allianz), hätte man früher schon Maßnahmen ergreifen können, um die uns unterstützenden Menschen auszufliegen. Nein, diese Regierung haut dann rechtzeitig ab…
Vermutlich gab es auch in der Armee viele Soldaten, die einen Krieg gegen Glaubensbrüder nicht mittragen wollten. Und ich meine: gut so! Was hätte das für ein Gemetzel und Blutvergießen, auch unter der Zivilgesellschaft, bedeutet. Diese Bilder eines grauenhaften Krieges hätten mich mindestens genauso berührt wie die Bilder, die wir jetzt ertragen müssen.
Ich kann’s nur wiederholen: man wird sehen, wie sich die Lage längerfristig entwickelt, und versuchen, einen Dialog zu starten.

Bundeswehreinsatz

genehmigt.
In Deutschland dauert so etwas ja ewig, nur gut das man auf Grund der Gefahrenlage vorher handeln durfte. Nun muss nur noch der Bundestag beraten und abnicken.
Natürlich benötigt man auch noch einige Soldaten, wie Feldjäger und die viel gescholtene Eliteeinheit aus Calw. Es muss ja auch jemand gute 300 Kilometer ins Hinterland und die Ortkräfte der deutschen Soldaten holen.
Hals und Beinbruch bei der Aktion!
Wollen wir hoffen das die Ortkräfte noch bei guter Gesundheit sind und ihre Angehörigen auch da sind.
Wenn das geklappt hat, raus aus dem Land. Später denke ich werden humanitäre Institutionen nach Afghanistan gehen und vor Ort helfen?
Schade nur um die gefallenen Soldaten und den vielen Millionen die in den Sand gesetzt wurden.
Hätte man hier auch gebrauchen können.

@ Tada

"Der Grund, warum man diese zunächst nicht auf der Liste der zu Evakuierenden hatte, sei die Annahme gewesen, dass man die Entwicklungszusammenarbeit nach dem Abzug des Militärs zunächst fortsetzen könne, sagte Merkel"

*

„Soll ich das so verstehen, dass man erst jetzt mitbekommen hat, dass sich die afghanische Führung aus dem Staub gemacht hatte und die Taliban die Macht übernahmen?“

Ich denke, sie sollten es eher so verstehen, dass es für die kompletten Verantwortlichen in Politik und Armee aller Länder völlig undenkbar und ausgeschlossen war, dass sich eine zahlenmäßige Überlegene und deutliche besser ausgestattete afghanische Armee ohne jede Gegenwehr ergibt und in weiten Teilen überläuft und das Material gleich an die Taliban übergibt.

Verkannte politische Situation

Wohin ging die Reise nach dem offiziellen Schluss der Al Kaida und Islamisten Hatz? Man schwenkte zu Hilfsmaßnahmen um, die die damilige Kabuler Regierung wünschte. Man hat Bildung und Ausbildung voran getrieben. Und man kann es als ein Pflänzchen der Moderne verstehen. Taliban aber treten als Retter und Einpeitscher eines fiktiven Staatsmodell und Weltbilds ein. Nicht Hinrichtungen und Folter sind ein Merkmal- das liefern uns auch andere Staaten. Sondern der Irrsinn eines verhängten Glaubens, einer Sonderform der Scharia und ethnische Selbsterhöhung, die auf andere Werte und Minderheiten spuckt. Das bahnte sich lange an, wurde offenbar aber unter dem Deckmantel gehalten, um Panik zu vermeiden. Jetzt überrollen uns die Einschätzungen mit Fakten, die seriöse Kenner der Materie lange kommen sahen. Unser Parlament wäre gut beraten, Ländern, Menschen und Kulturen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und beizeiten zu agieren, bevor man Evakuierungsmaßnahmen zu spät einleitet.

@ 09:43 Blitzgesch...(Vorgängermeldung)

Sie schaffen es immer wieder, ihre eigene Niveaulosigkeit und Häme zu steigern: ".... Taliban sich so konziliant geben. Das ist ja fast so als würde eine Trampolinspringerin der Grünen_r_s_in ankündigen, einen fehlerfreien Lebenslauf erstellen zu wollen." Das ist einfach nur unterste Schublade, ätzend und widerlich. Das kann ich nicht abgemilderter formulieren, selbst wenn ich einen roten Balken riskiere.

Der Westen flieht - zu recht ?

Zuerst wurden die Mudschaheddin gegen die Russen ausgerüstet. Dann kam 9/11, und die aus den Mudschaheddin hervorgegangenen Taliban waren plötzlich der Feind des Westens.

Nun flieht man Hals-über-Kopf aus Afghanistan, überlässt das Feld und die Chancen die das rohstoffreiche Land bietet, den dankbaren Chinesen.

Dabei haben die Taliban bisher zumindest alles unterlassen was eine Rückkehr zum Terrorregime von 1996-2002 vermuten lassen könnte.

Wie so oft im politischen Alltag des Westens, spielen hypothetische Möglichkeiten eine oft größere Rolle als die tatsächlichen Fakten:

Allein die „Vorstellung“, dass die Taliban des Jahres 2021 die Taliban des Jahres 1996 sein „könnten“, macht viele offenbar nervös.

Hinzu kommt das schlechte Gewissen:

Denn das es in der afghanischen Bevölkerung nicht gut angekommen ist, dass Dutzende vermeintliche Zusammenkünfte von Kämpfern, die sich dann als Hochzeitsgesellschaften entpuppten, zusammengeschossen wurden, kann man sich denken.

@ 10:08 von Blit...

Nein, Sie sind nicht Blitzgescheit, sondern einfach nur dummdreist, indem Sie zum x-ten mal den gleichen Text posten. Und es kümmert Sie nicht die Bohne, wenn man Sie damit konfrontiert. Sie zerstören eine Diskussionskultur, für die Meta.Tagesschau eigentlich da sein möchte. Schade, dass die Moderation anscheinend keine technischen Möglichkeiten hat, copy&paste-Beiträge herauszufiltern.

um 12:49 von Günter Schollatur

Ich vermute, dass deutsche und amerikanische Stellen etwa gleich schnell schalten.

Sie vermuten falsch. Die USA sind in der Tat viel schneller, was aber vor allem an dem viel größerem Handlungsspielraum des US-Präsidenten liegt.

Ich will nicht sagen, dass das deutsche System schlechter ist, aber man müsste sich der Defizite stärker bewusst sein und diese gezielter angehen. Es kann einfach nicht sein, dass in einer absoluten Notsituation erst einmal praktisch keine Handlungsfähigkeit vorhanden ist und diese erst langsam anlaufen muss. Während hier überlegt wurde ob und wie man vorgeht, haben die USA direkt Soldaten in Kabul am Flughafen platziert. Das hätte man seitens Deutschland auch machen können. Wären sie nicht gebraucht worden, wäre das verschmerzbar und eine gute Übung gewesen. So war man einfach nur eines: verspätet.

Taliban-Versprechen sind unglaubwürdig (siehe erste Belege

Man kann förmlich mit Händen greifen wie versch. rechtsnationale Foristen nach Argumenten suchen, wonach sich Afghanen bloß nicht auf die Flucht begeben sollen.

Völlig ahnungslos, desinformiert über grundlegende Zusammenhänge wie immer.

So hört man es hier gerade eben. "Wird schon nicht so schlimm sein", "alle Muslime sowieso gleich", also dortbleiben" , "Ihr kennt das doch"!

Welch menschenverachtendes, amoralisches Geschwätz.

Mal ein aktuelles Beispiel, was von den Bekundungen der neuen Herren im Präsidentenpalast zu halten ist.

Der Los Angeles Times Reporter Marcus Yam, vor Ort in Kabul, hat gerade Bilder gewittert von aktuellen Szenen vor dem Airport.

https://mobile.twitter.com/yamphoto/status/1427704925379760134

Passt nicht so recht ins Bild der dt.
(AfD-) Propagandaabteilung der Taliban nachdem alles so "gemäßigt" ist, damit keiner flüchten braucht.

Lafontaine hatte vor dem Afghanistaneinsatz gewarnt.

@12:36 von Demokratiker
Ich erinnere mich an eine Bundestagsdebatte vor vielen Jahren, in der Lafontaine eindringlich vor den Folgen des seiner Meinung nach unrechtmäßigen Einsatzes der Bundeswehr gewarnt hatte.

um 12:42 von Bürgerkritik

1. Afghanistan ist nicht die ganze Welt!
2. Wie wollen Sie die Freiheit der Menschen in Geld bemessen, die zumindest annähernd 20 Jahre keine Unterdrückung erleben mussten und das Recht hatten, zur Schule gehen zu können?

Was Sie "verschleudern" nennen, nenne ich einen sinnvollen Versuch, gerade den jungen Menschen in Afghanistan eine Freiheit aufzuzeigen, die sie ohne den Einsatz unter den alten Taliban nie erlebt hätten. Darum war es richtig. Oder glauben Sie etwa, dieser "Hauch" von Freiheit hat nicht auch mit dazu beigetragen, dass sich in anderen Ländern der Wunsch genau danach aufgetan hat? Stichwort "Arabischer Frühling"!

Frieden auf dieser Welt kann es nur geben, wenn die Menschen überall frei sind und sich einer Ausbildung und einem menschenwürdigen Leben widmen können. Alles andere ist Unterdrückung und führt nur zu Unzufriedenheit, Hass und Tod! Der Westen provitiert von Freiheiten und muss verpflichtet sein, da zu Helfen, wo sich die Menschen nicht selber helfen können!

Wir haben uns getäuscht

Ist es nicht viel mehr so gewesen, dass man den Menschen in Afghanistan, insbesondere denjenigen, die den Hilfskräften aus US und BRD zugetan waren (Ortskräfte etc.), Versprechungen zu einer Zukunft gemacht hat, von denen man nicht wusste, wie man sie umsetzen soll, wenn die Militärs mal abgezogen werden? Nun ist genau dieser Fall eingetreten. Und dann sind plötzlich alle total überrascht. Ein sofortiger HIlfseinsatz mit allen Kräften ist hier absolut angebracht.
Diese Politik nach dem Motto "was schert mich morgen mein Geschwätz von heute" ist leider moderner Politikstil. Ehrliche Weitsicht sieht anders aus.
Offtopic: Hoffentlich triff dies nicht in Bezug auf die Coronapolitik (Impfung und Nebenwirkungen) auf auf.

@ @ 10:12 von Tada (Vorgängerm.)

Danke für die Blumen; ich habe kein Geheimdienstwissen und brauche das auch nicht. Ich lese Zeitung, auch wenn das einer der Mitforisten hier gerne bezweifelt, der aus irgend einem mir unerfindlichen Grund einen Narren an mir gefressen hat.
Sie können zig Berichte finden, die darlegen, dass spätestens seit 2018 die Taliban vermehrt Gebiete kontrolliert haben und dort sogar Zölle und Steuern eintrieben, die als regierungskontrolliert und sicher galten. Und es gibt Ende Juli etliche Fachleute, die den schnellen Fall der Provinzhauptstädte vorausgesagt haben, weil der Truppenabzug völlig strategielos vonstatten ging. Und ja: Die entscheidenden politischen Fehler fallen in Trumps Verantwortung.
Lediglich der schnelle Fall Kabuls hat selbst die Fachleute und Kenner der Landes überrascht.

Dass Kabinett und auch nächste Woche der Bundestag die Evakuierung billigen, ist unstrittig. Die Aufarbeitung wesentlicher Punkte des Einsatzes und Abzuges wird wohl Aufgabe der nächsten Legislaturperiode

angesichts unzähliger Menschen

für die es im wahrsten Sinne des Wortes um Kopf und Kragen geht, werden die Kommentare der fremdenfeindlichen "Mahner" hier immer unerträglicher. Da wird - wieder einmal - entweder die Überflutung Deutschlands mit "sozio-kulturell inkompatiblen Elementen" heraufbeschworen, deren Pläne für Mord und Vergewaltigung man schon erkennt, bevor sie überhaupt da sind (Afghanen sind nun mal so), oder, ich weiß nicht , was schlimmer ist, man kaschiert seine Angst vor allem Nicht-Deutschen mit liberaler Kontemplation, ob man andere Länder ihre Angelegenheiten nicht selber regeln lassen und sich nicht überall einmischen sollte. Heute morgen konnte ein allseits bekannter Forist nicht einmal widerstehen, selbst bei diesem Thema seine Lieblignsbeleidigung von der trampolinspringenden Kanzlerkandidatin unterzubringen.
Eins haben sie alle gemeinsam: ungeschminkte Verachtung für die Menschenrechte und gedankliche Grausamkeit ohne jede Spur von Scham.
Zum davon laufen.

@ Möbius

"Denn ein Prozess hätte die Verwicklung Saudi-Arabiens in 9/11 offenlegen können."

Und die Verwicklung der USA in Saudi-Arabien, die ja nicht erst mit Opreation Timber Sycamore begann.

fathaland slim 12:56

Es gelingt Ihnen immer wieder anderen Foristen unlautere Motive zu unterstellen. Ihre permanent vorgebrachte Toleranz gegenüber allem und jedem haben Sie selbst in einem ihrer vorherigen ad absurdum geführt als sie Vertreter der Taliban als "vollbärtige Gestalten mit grenzdebilen aggressiven Blick" bezeichneten! Typisch deutsche Überheblichkeit. Alle die eine abweichende Meinung haben, uns nicht dienlich, nützlich sind werden diffamiert. Sie sind offensichtlich, Ihren Beiträgen folgend, nach eigener Überzeugung die moralische Instanz die Urteile über andere Personen, die Sie gar nicht kennen, abgeben kann.

Karlpeter Ahrens
Kapitän i.R.

Zitat: "Dazu war Deutschland

Zitat:
"Dazu war Deutschland aber nicht bereit, der Afghanistan Einsatz erschien als das „kleinere Übel“ und war auch besser begründbar, weil die Taliban Al-Qaida beherbergten. "

Zu beginn des 4. Teil der Tv-Doku "Afghanistan - unser geschundenes Land" kommt der für diese Gegend verantwortliche CIA-Offizier zu Wort (der schon für die Verteilung der US-Gelder an die Mudjahedin verantwortlich war) -> er berichtet von einem Anruf der afghanischen Regierung an ihm bei dem ihm (und damit offiziell der US-Regierung) mitgeteilt wird - dass die USA Bin Laden haben kann - er steht nicht mehr unter dem Schutz des Gastrechtes!!
Das hat der CIA-Agent bei einem Briefing im Weissen Haus Herrn Bush persönlich ausgerichtet - 14 Tage bevor dieser zur Invasion in Afghanistan aufrief...
..mit der Begründung das die Taliban den AlKaida-Chef nicht ausliefern würden.
--
Die ganze Begründung für den Kriegseinsatz war also von Anfang eine dreiste Lüge seitens der US-Regierung!

13:01 von Sisyphos3

«Irgendwann hat jeder eben den Hals gestrichen voll von Krieg Attentätern und Bomben. will ganz einfach mal seine Ruhe haben und ungefährdet seinen Geschäften nachgehen.»

Wer in Afghanistan waren denn wohl die Attentäter?
Die Heinzelmännchen waren es nicht.

Die Attentäter Taliban hocken nun im Präsidentenpalast in Kabul. Dort üben sie Maulheld mit Bart. Ohne die Irren hätte es die ganzen Attentate in Afghanistan gar nicht gegeben.

@12:32 von Sisyphos3

"Ihre Fragestellung ist doch nicht besonders kompliziert
dafür umso einleuchtend
warum macht man sich im Außen oder Verteidigungsministerium nicht ähnliche Gedanken
die sind doch besser Informiert (sollte man meinen) und könnten professioneller an die Sache rangehen"

Das hat doch Georg Mascolo in seinem Beitrag bereits gut beantwortet. Eine Regierung nach der anderen schreckt vor einer Analyse des bisherigen Einsatzes zurück. Ohne diese fehlt die Grundlage für eine informierte Neuausrichtung des eigenen Handelns.

13:00 von Wolf1905 In die Zukunft schauen!

Nur im Dialog kann man erfahren, was die andere Seite will, was für Forderungen sie stellt, und wir auch unsere Vorstellungen darlegen. Ansonsten erfährt man nichts oder schaut zu, wie die Russen und Chinesen eventuell an Einfluss gewinnen.
Klar, jetzt ist erst mal angesagt „zu retten was zu retten ist“. Die Aufarbeitung dieses Desasters wird lange dauern (mit Untersuchungsausschuss etc.), und ich hoffe, dass dies nicht im Bundestagswahlkampf „ausgeschlachtet“ wird (aber bin eher skeptisch, wenn ich so manche Stimmen von Politikern höre).
#
Ich stimme zu und schrieb schon Gestern das man mit den neuen Machthabern ,wenn sich die Lage übersichtlich entfaltet hat, reden muss.

@ Tada um 13:04

>Soll ich das so verstehen, dass man erst jetzt mitbekommen hat, dass sich die afghanische Führung aus dem Staub gemacht hatte und die Taliban die Macht übernahmen?<

Ja sollen sie.
Also: das die Führung sich aus dem Staub gemacht "hatte" konnte man, tempusgerecht, ja auch erst mitbekommen nachdem es geschehen ist. Genau wie die Machtübernahme.

Hätte man das geahnt, hätte man ja auch nicht mehr dorthin abschieben können.

Also hat man es, egal was alle Experten und Berater so daherredeten "nicht geahnt"...und weiter abgeschoben.

Man hätte das natürlich verbinden können: Abzuschiebende raus aus dem Flieger, zu evakuierende rein..aber da wäre dann wieder irgendein Richter lästig geworden wegen Gesetzeslage und so

Am 18. August 2021 um 13:08 von berelsbub

"Gehen Sie ganz stark davon aus, dass die deutsche Bundeswehr keinen Fuß vom gesicherten Teil des Flughafen wegsetzt."

Ja, davon gehe ich auch aus.... aber das sollte in dem Mandat festgehalten werden. Ansonsten kommt es da eventuell zu katastrophalen diplomatischen Verwicklungen... oder, wenn alle zu Hause sind, kriegt die Bundeswehr die Schuld das Sie Ihr Mandat nicht ausgeführt haben.

Hätten Taliban die gleiche Demokratie ...

... würden sie wahrscheinlich noch da sitzen und darüber diskutieren ob man wirklich angreifen möchte. Vielleicht ist das der Grund warum wir unbedingt Länder mit Demokratisieren mussten.
Krieg und Frieden hängt nicht von Demokratie ab und wie wir immer wieder lernen dürfen auch die Menschenrechte werden in Demokratien missachtet/ausgehebelt/umgangen.
Unsere "Moral" sollte mal gründlich gecheckt werden.
Gerade noch mal kurz nachgeguckt. Es hieß Friedenseinsatz, Friedenssicherung, etc nachdem die amerikanischen Kräfte das Land überrannt hatten. Wir haben die ganze Zeit mit unserer Brille auf die Situation geschaut und das zeigt sich auch im Bundestag (Friedenseinsatz in Kundus): "Für den Antrag der Bundesregierung votierten 538 Abgeordnete, 35 stimmten dagegen. Acht Parlamentarier enthielten sich der Stimme." Die PDS stimmte dagegen, sonst waren alle Fraktionen dabei.

Ortskräfte können nach Usbekistan gebracht werden

Zitat: " In Ausnahmefällen ist das auch nachträglich möglich. In diesem Fall wird die nachträgliche Abstimmung mit "Gefahr in Verzug" angesichts der schwierigen Sicherheitslage in Afghanistan."

Es besteht weder eine juristische noch moralische Verantwortung Flüchtlinge aus Afghanistan aufzunehmen. Weder Ortskräfte noch sonstige afghanische Staatsbürger.

Es ist völlig unproblematisch, günstiger und sinnvoller, afghanische Flüchtlinge in Afghanistan umgebende Nachbarländer, etwa Usbekistan oder Tadschikistan kultur- und ortsnah in Sicherheit zu bringen.

Die Aufnahme einer der problematischsten und gewalttätigsten Migrantengruppen noch um viele tausend (männliche und junge) Neuankömmlinge in Deutschland zu vergrößern, lehne ich kategorisch ab.

Und jeder, der das trotzdem fordert, soll schon mal ein Zimmer in seiner Wohnung frei machen und sich die nächsten 20 Jahre für die Einlösung aller Kosten seines Gastes vertraglich verpflichten.

Ein irrlichtender Außenminister!

Zitat: "Nach Ansicht von Bundesaußenminister Heiko Maas sollte sich die EU außerdem verstärkt um die Stabilität in der gesamten Region kümmern - auch aus eigenem Interesse. "

Ich weiß nicht, ob ich angesichts solcher Aussagen heulen oder lachen soll, werfen diese doch nur ein grelles Schlaglicht auf die weltfremden Abgehobenheit, die der deutschen Regierung vor über zehn Jahren durch den Kopf gegangen ist, die verhindert hat auf diejenigen zu hören, die bereits damals vorausgesagt hatten, dass eine derartige "nation building"-Mission in einem von einer Steinzeit-Religion geprägten Land scheitern würde.

Newsflash!

Die USA, die NATO, D und anderer alliierte Länder haben die letzten 20 Jahren genau das versucht: Stabilität in der gesamten Region herbeizuführen!

Wie wäre es einmal damit, ernsthaft sich zu fragen, WARUM diese Mission gescheitert ist!

Das Leiden des afghanisches Volks und der Westen.

@12:55 von DeHahn
Man muss noch einen Schritt zurück gehen.
Der langjährige bekannte Analytiker und Präsidentenberater Brzezinski beschrieb in einem Interview, wie die USA mit Hilfe der eingeflogenen Dschihadisten die Sowjets zum Eingreifen – Unterstützung Nadschibullahs – brachten. - Die Taliban haben meinen Informationen zufolge damit nichts zu tun. Sie rekrutierten sich hauptsächlich aus einheimischen Paschtunen im Süden.

Wieso betreibt man nicht erst einmal eine Fehleranalyse??

Weil man jetzt mal wieder so "überrascht" tut und sich gar nicht erklären kann, warum eine 20 Jahre lange Aufbauarbeit, unzählige Milliarden in Afghanistan und "nation buildung" des Westen so wenig, bis gar nicht gefruchtet haben, da kann ich weiterhelfen!

Die Ergebnisse vom Pew Research Institute mögen über diese Frage Überlegenswertes beitragen: lt. der bislang umfangreichsten Longitudinalstudie zu diesem Thema mit 38.000 Einzelinterviews hat das Pew Research Institute bereits 2013 festgestellt, dass 99 % der Menschen in Afghanistan die Sharia befürworten.

Wieso hat man solche Erkenntnisse nicht berücksichtigt. Ich dachte, man hört sonst immer auf "die" Wissenschaft?

Wieso haben "bitterböse Rechtspopulisten" das Desaster in Afghanistan bereits vor Jahren prognostizieren können, was man damals noch als "rechte Hetze" bezeichnete??

Q:

"https://www.pewforum.org/2013/04/30/the-worlds-muslims-religion-politic…"

@ Möbius

"Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan (im Rahmen der NATO) war das Ergebnis der „uneingeschränkten“ Solidarität mit den USA, die die damalige deutsche Regierung nach 9/11 erklärte."

Leider nein, der Bundeswehreinsatz in Afghanistan war das Ergebnis der ersten und einzigen Ausrufung des NATO-Bündnisfalls.

Der Afghane will keine

Der Afghane will keine westeuropäische Demokratie ! Mehr muss man da nicht schreiben und jeglicher weiterer Aufwand an Menschen, Material und Geld ist überflüssig. Deutschland kann sich nicht um alle Probleme der Welt kümmern und muss das auch nicht.

Mehrheit der Muslime für Scharia-Anwendung

Für dieses sinnlose Abenteuer sind 3.596 westliche Soldaten gefallen. Die Kosten des Militäreinsatzes werden auf eine Billion Dollar veranschlagt. Allein die Kosten der Bundeswehr belaufen sich auf mehr als zwölf Milliarden Euro. Kanzlerin Angela Merkel hat ausnahmsweise einmal recht, wenn sie sagt, was sich in Afghanistan abspiele, sei „bitter, dramatisch und furchtbar“. Aber sie selbst trägt ein gehöriges Maß Mitverantwortung daran.
Um die Illusion eines demokratisch und menschenrechtlich liberalen Afghanistans zu erwecken und aufrechtzuerhalten, wurden der Westen und die Bundesrepublik Deutschland nicht müde, Milliarden an Entwicklungshilfegeldern in das Land zu pumpen.
Jetzt müssen Bundeswehrsoldaten wieder den Kopf hinhalten, um am Flughafen Kabul Zivilisten zu evakuieren, die bei verantwortungsbewußtem Handeln der Berliner Politiker längst hätten in Sicherheit sein können. Es handelt sich übrigens um dieselben Politiker, die sich bei der Heimkehr der letzten deutschen Kämpfer aus

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