Wie Banken und Sparkassen von Kunden Strafzinsen kassieren

Kommentare

Bargeld lacht

Zwei Möglichkeiten:

1. Bank wechseln
2. Geld abheben

Dazu kommt: Wieder mehr bar bezahlen.

Bei Genossenschaftsbanken: Anteile kaufen (kleine Dividende statt Gebühr, aber Achtung, Haftungsregelungen beachten) und - wenn's die Bank dann zu toll treibt - wieder verkaufen. Letzteres freut die nämlich meist gar nicht.

Grundsätzlich: Bargeld lacht ;-)

Altersvorsorge... wird bestraft

Wer wie empfohlen, fürs Alter etwas zur Seite gelegt hat, wird jetzt bestraft. Diese Politik sollte beendet werden, sonst bricht alles zusammen.

Das hat der Bankkunde selbst in der Hand.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Bankenwechsel ... analog zum Wechsel der Energielieferanten?
Da mag man zwar vom Regen in die Traufe kommen, die Exbank XYZ bekommt aber Probleme, wenn beispielsweise 250 Tsd. Kunden das Institut verlassen.
Für alljene die ohnehin alle Bankgeschäfte online abwickeln, bietet sich so ein Wechsel zu einer Online-Bank sogar an.
Banken sind auch nur Geschäfte, die handeln halt mit Geld und Geltwerten.
Wer sich nicht bemerkbar wehrt, zahlt.
Meine Bank hat Filiale und Automaten abgebaut ... hieße 6 km fahren, das währe zumutbar.
Ergebnis: nahezu alle Kunden sind nun beim Mitbewerber, und das sind etliche Tausend.
Und: die Bank eröffnet zum 01.07.21 eine "Automatenfiliale" ... mit Geld-Automaten und Kontoauszugsdrucker ... könnte zu spät sein...

man staunt nur noch

aber viele banken nehmen den von der ezb verursachten strafzins schon lange und das ab dem ersten €. und bitte, verkneift euch, euer wissen mit dem hinweis, eine andere bank zu nehmen. Ich weis das!

Geldanlage

Man sollte sich genau informieren, ob und in welcher Höhe Strafzinsen abkassiert werden. Generell sollte man sich Gedanken über sinnvolle und effiziente Formen der Geldanlage machen. Das Sparbuch hat längst ausgedient. An Aktienfonds als wichtigem Teil des Anlagevermögens, vor allem den günstigen ETFs, die auch mit kleineren regelmäßigen Beträgen bespart werden können, kommt man nicht vorbei, wenn man Altersvorsorge betreiben möchte. Die niedrigen Zinsen bieten (leider) kaum Alternativen.

Ursache: Geldpolitik der EZB

„Ursache bleibt die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank...“ - genauso ist es! Die Sparkassen und Banken würden den Kunden sicherlich lieber Zinsen für ihre Einlagen geben als „Strafzinsen“ zu verlangen.
Weiter im Artikel steht „Das Ziel der EZB war ebenso klar wie einfach: Die Banken sollten ihre Einlagen nicht unproduktiv herumliegen lassen, sondern als Kredite auf den Markt werfen, um diesen so zu beleben.“ - die Formierung finde ich schon „lustig“: „Kredite auf den Markt WERFEN ...“, sozusagen mit Geld um sich werfen... Ich weiß nicht, wohin das führen wird (bzw. zu einer für viele schmerzlichen Geldentwertung).

Aktienfonds

Wir sparen einen Teil unserer Altersrücklage in Aktienfonds. So haben wir mit Negativ Zinsen kein Problem.

Negativer Zins

Grundsätzlich finde ich negative Zinsen von der EZB und den privaten Banken schon verständlich und sinnvoll.

Strafzinsen

Die 0-Zins-Politik hilft Europa und der Wirtschaft.
Seit Jahren aber geht dieses Handeln zu Lasten der Sparer, die zwischenzeitlich schon Hunderte Milliarden verloren haben.
Nicht nur Banken, auch wurden bei älteren Lebensversicherungen, die eigentlich als Altersvorsorge gedacht waren, die Überschussanteile immer geringer.
Die Reichen und Superreichen waren von dieser Entwicklung nicht betroffen, denn die ließen das Geld "arbeiten" und machten so weiter ihre Gewinne.
Summa summarum also kann man sagen, die Kleineren haben Europa mitfinanziert.
Traurig.

@ Pessimist001

Diese Politik sollte beendet werden, sonst bricht alles zusammen.

Es bricht nichts zusammen. Und wenn, wäre ja die Altersvorsorge zu 100% weg, statt zu 0,5%.

09:08 von H. Hummel

Das hat der Bankkunde selbst in der Hand.
.
natürlich hat er es im Griff
Statt nen Arbeitsplatz in einer Bankfilale zu sichern eben Onlinebanking.
6 km zu fahren nur um Geld abzuheben, spart bestimmt kein CO2

@ Karl Maria Jose...

man staunt nur noch aber viele banken nehmen den von der ezb verursachten strafzins schon lange und das ab dem ersten €.

Ich kenne keine Bank, die unter 10.000 € einen negativen Zins eingeführt hätte.

@Klausewitz um 09:05

Meinen Sie das ernst mit „Bargeld abheben und in den Tresor packen“? Das ist wohl der schlechteste Weg, den man den Leuten empfehlen kann - so verbrennen sie das Geld! Dann schon lieber empfehlen, Gold zu kaufen und in den Tresor legen, aber Bargeld?
Ich jedenfalls empfehle, Geld in Wertpapiere anzulegen (nicht Einzelaktien, wem das zu riskant ist) - es gibt viele ausgewogene Fonds, ETFs, etc., mit denen man ganz gut ansparen kann. Leider wird das in unseren Breitengraden immer noch als „Zockerei“ abgewertet - da sind die Angelsachsen/Amerikaner schon deutlich weiter in der Aktienkultur als wir in D. Man darf sich von solchen seltenen Vorfällen wie bei Wirecard nicht davon abhalten lassen! Wie gesagt, keine Einzelaktien, sondern Fonds (und am besten auf Regionen oder weltweit aufgestellte Fonds). Ist mein Tipp aufgrund meiner Erfahrung damit.

Bei genauem Nachdenken...

...ist die Politik der EZB richtig und Sinnvoll. Denn jeder Euro der auf einem Girokonto landet ist totes Kapital für den Wirtschaftskreislauf. Wenn jeder Haushalt auch nur ein paar Tausend Euros "unter dem Kopfkissen" geparkt hat (ein Girokonto ist nichts anderes), so sind das auf ganz DE hochgerechnet einige Hundert Milliarden Euro (und auf ganz EU noch mehr)! Dagegen muss die EZB vorgehen, auch wenn es den einzelnen schmerzt.

Wenigstens etwas...

Gott sei Dank haben wir nicht auch noch inflationäre Tendenzen. Und wenn man unseren Qualitätsmedien vertrauen kann (und das kann man doch?) sind wohl auch keine in Sicht.

@ um 10:13 von Wolf1905

Gold ist momentan noch viel zu teuer; der Preis wird mit Abklingen der Pandemie weiter fallen.
Der Dax-Level ist momentan so hoch, dass mir schwindelig wird.
In meinen Augen sollten im Moment vor allem wir Kleinanleger sehr vorsichtig sein.

Einige haben schon

vergessen wie viel Geld die Menschen an der Börse verloren haben, weil natürlich jeder die Börse empfiehlt, wenn ich Kommentare so lese.
Wer 10 000 hat, die an der Börse verliert, der hat dann nichts, Menschen die mehr Geld haben, nehmen am Spiel teil, weil die das ausgleichen können.

Der Rest hat Pech, ein Weg wäre, bezahlt mehr mit Bargeld, damit es uns lange erhalten bleibt.

Dazu sage ich nur: Geld weg von solchen Banken

Ich sag dazu nur:

1. Geld weg von Banken die Strafzinsen verlangen
2. Banken die Strafzinsen verlangen, verklagen.

So macht man das. Denn ob Strafzinsen legal sind, wird noch gerichtlich geklärt werden. Denn laut einem Gutachten sind Strafzinsen verfassungswidrig.

https://tinyurl.com/582nurur
dw.com: Gutachten: EZB-Minuszinsen sind rechtswidrig 01.10.2019

Der Hamburger Bankrechtsprofessor Kai-Oliver Knops geht mit der Europäischen Zentralbank hart ins Gericht: Die von der EZB erhobenen Strafzinsen auf Bankguthaben sind rechtswidrig, stellt er in einem Gutachten fest.

Jetzt liegt ein Gutachten vor, wonach die Erhebung solcher Minuszinsen rechtswidrig ist. Für Sparer und andere Kunden der Banken ist das eine gute Nachricht - entfällt damit doch die Basis für die Weitergabe entsprechender Kosten an sie.

@ um 10:18 von ik1985

"Denn jeder Euro der auf einem Girokonto landet ist totes Kapital für den Wirtschaftskreislauf...
Dagegen muss die EZB vorgehen, auch wenn es den einzelnen schmerzt."

Sehr viele aber sind nicht in dieser gesicherten Position, wie Sie es zu sein scheinen.
Und viele "Einzelne" schmerzt es mehr, als Sie sich das wohl vorstellen können.

Hmmm ich bin nun etwas

Hmmm ich bin nun etwas verwirrt... wird das sog. Verwahrentgelt nicht auch für Wertpapierdepots erhoben? Ich dachte Cashguthaben auf dem Konto sowie der Jahresdurchschnitt der Wertpapierwerte im Depot werden addiert (davon 100.000€ Freibetrag abgezogen) und anhand dessen dann 0,5% Verwahrentgelt berechnet? Ich glaube, zumindest bei der comdirect ist es so...

Mit ETFs an der Börse

Mit ETFs an der Börse spekulieren? Die Kurse sind so aufgeblasen, da ist der nächste Crash doch vorprogrammiert...
Fehlt nur noch die Bargeldabschaffung. DANN können die Banken so richtig zuschlagen...

@ schwer gestört (09:45): Sorry anderer Auffassung

@ schwer gestört

Sorry anderer Auffassung. Es ist ungerechtfertigte Bereicherung der Banken. Die Banken haben ein Problem weil viele von denen kurz vor der Pleite stehen und sie nicht rechtzeitig - wie von der EZB verlangt - ihre Finanzpuffer erhöht haben. Siehe:

https://tinyurl.com/b6zkmpr9
Handelsblatt: EZB-Vize: Finanzinstitute sollten Kapitalpuffer zur Verlustabfederung nutzen 16.11.2020 - 11:21 Uhr

oder hier:

https://tinyurl.com/2x34hm2k
bundesbank.de: EZB fordert Banken auf, Kreditrisiken anzugehen und Effizienz zu steigern 28. Januar 2021

Nochdazu sind Strafzinsen verfassungswidrig:

https://tinyurl.com/582nurur
dw.com: Gutachten: EZB-Minuszinsen sind rechtswidrig 01.10.2019

So viel dazu. Und von daher sollen sich diese Banken endlich mal den Kreditrisiken stellen und auch ihre Kapitalpuffer erhöhen.

Falsche Analyse der EZB

Die EZB will die Banken ermutigen, mehr Kredite zu vergeben. Doch die Wirtschaft hat überhaupt kein Problem, günstige Kredite zu bekommen, bekanntlich gibt es eine von der EZB durch die Niedrigzinspolitik ausgelöste Geldschwemme. Insofern rennt die EZB damit offene Türen ein. Meiner Ansicht nach ist das offizielle Ansinnen nicht der eigentliche Grund, die EZB will vielmehr den Staaten günstige Bedingungen für deren Verschuldung schaffen. Der Negativzins wird zunehmend zum Problem für Kleinsparer, die ihre Altersversorgung nicht den volatilen Märkten ausliefern wollen. Wenn irgendwann einmal die Mehrheit der Sparer geschröpft wird, hat das unweigerlich politische Folgen. Die Mittelschicht quasi zu enteignen hat schon einmal zu politischen Verwerfungen geführt.

Wie Banken und Sparkassen von Kunden Strafzinsen kassieren...

Da ist in dem Artikel die Rede von Einlagen ab 10.000 Euro.
Aber später wird es wohl auch für Einlagen darunter eingeführt. Eingeführt von Banken, die gleichzeitig das Filialnetz ausdünnen und Personalabbau betreiben (Deutsche Bank und Commerzbank mit 15 Prozent Staatsanteil).

10:18 von ik1985

das ist aber nicht der grund. sondern, ohne negativzins wären morgen italien, france, spanien und wohl ein paar andere pleite

Aus dem Blickfeld geraten sollte nicht die Rolle der EZB

Die EZB hat dieses Zins-Schlamassel ja mitverursacht ohne Rücksicht auf Verluste. Wie im Artikel ja auch angeführt ist der Plan der EZB ja weitgehend gescheitert, also wäre es ja eigentlich an der Zeit sich was neues zu überlegen, denn das Ziel sollte ja sein günstige Kredite zur Verfügung zu stellen. Nur, die werden kaum in dem Umfang gebraucht und die Kunden in den Zockermarkt der Aktien zu zwingen ist schon eine Frechheit. Denn immerhin haben auch die ganzen Anbieter von Altersvorsorge Produkten Schwierigkeiten die notwendigen Erträge zu erwirtschaften, grob gesagt ist also die EZB-Politik eine unsoziale Renten- und Altersvorsorge-vernichtungspolitik. Der erwünschte positive Einfluss auf die Wirtschaft ist nicht wirklich zu sehen, also ist die EZB in großen Teilen gescheitert. Höchste Zeit, sich mal zu fragen, ob die ganzen Wirtschaftstheorethiker mal neue Theorien erfinden müssten weil die alten Rezepte nicht mehr greifen.

@pemiku um 10:28

Sie schreiben „Gold ist momentan noch viel zu teuer; der Preis wird mit Abklingen der Pandemie weiter fallen.
Der Dax-Level ist momentan so hoch, dass mir schwindelig wird.
In meinen Augen sollten im Moment vor allem wir Kleinanleger sehr vorsichtig sein.“
Ja, mit dem Goldpreis ist es ein auf und ab - ich meinte, dann lieber Gold in den Tresor als Bargeld.
Bzgl. der Höhe des DAX: jedesmal, wenn ein Rekordhoch erzielt wird, denke ich „ist der hoch...“; schauen Sie mal auf den Dow Jones - verdammt hoch, und vielleicht auch überbewertet. Aber: auf lange Sicht steigen solche Indizes, das zeigt die Vergangenheit; und wer nicht auf einmal alles einsetzt, sondern monatlich investiert - das kann auch ein Kleinanleger! - wird AUF LANGE SICHT (10 Jahre sage ich mal) glaube ich einen vernünftigen Schnitt (Rendite) machen. Man darf nur bei Krisen nicht gleich Hals über Kopf aussteigen.
Diesbezüglich finde ich auch, sollte in der schulischen Ausbildung auch mal unterrichtet werden!

Strafzinsen treffen viele Kunden...

Ursache bleibt die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Die EZB senkte den Einlagenzins erstmals 2014 in den Minusbereich ab, auf -0,10 Prozent. 

###

Im August 2019 wollte der SPD Finanzminister prüfen ob solche Strafzinsen bei Kleinsparen überhaupt rechtens sind...
Bisher ist in dieser Hinsicht vom Kanzlerkandidaten Scholz noch nicht viel geschehen und ich denke da wird sich mit dieser Regierung auch nicht mehr viel ändern...
Fakt ist aber, die Zeche der EZB zahlen mal wieder die Kleinanleger und Kunden in Deutschland, wer auch sonst.

@Pessimist001, 08:39 Uhr - Sparen lohnt sich

Völlig falsch. Altersvorsorge wird zu Recht in den Fokus gerückt. Wichtig ist freilich die richtige Form der Altersvorsorge - und die bedeutet, dass man früh genug einen monatlichen Sparplan entwickelt, auch kleine Beträge lohnen sich. Wer regelmäßig in einen guten Aktienfonds eingezahlt hat, der möglichst weltweit angelegt ist, kann sich heute über ein ordentliches Vermögen freuen. Zusätzlich sollte man, wenn möglich, vermögenswirksame Leistungen nutzen und auch die betriebliche Altersvorsorge ist ein wichtiger Baustein und wer sich dann noch eine Immobilienzusammengespart hat, der dürfte sich auf die Rente freuen. Nicht zu sparen, obwohl man sparen könnte, wäre der absolut falsche Weg.

@schwer gestört, 09:44 Uhr

Sie verfolgen die absolut richtige Strategie. Nicht alles auf eine Karte (Aktien) setzen, aber auf diese renditestarke Anlageform auf keinen Fall verzichten.

@Demokratieschue... um 10:36

Sie sagen dazu:
„1. Geld weg von Banken die Strafzinsen verlangen
2. Banken die Strafzinsen verlangen, verklagen.
So macht man das. Denn ob Strafzinsen legal sind, wird noch gerichtlich geklärt werden. Denn laut einem Gutachten sind Strafzinsen verfassungswidrig.“

Zu 1.: Ja, ist ein Weg
Zu 2.: Auf gar keinen Fall! Den Prozess verliert man, und dann hat man noch die Rechtsanwaltskosten, die durch die Decke gehen! Soviel Zinsen kann man gar nicht erwirtschaften, die diese Kosten decken.
Außerdem: ein Gutachten einer Professors bedeutet noch lange nicht, dass er recht hat oder dass man als Bankkunde Recht bekommt.

@wenigfahrer, 10:32 Uhr

Nur Zocker setzen alles auf Aktien einzelner Unternehmen. Ein weltweit investierter Aktienfonds (ETF) bietet freilich sehr viel Sicherheit. Die Kenntnis über nachhaltige Formen der Geldanlage ist den Deutschen leider immer noch fremd - und das ist schade. Eigentlich sollte man schon in der Schule auf das Thema Altersvorsorge/Geldanlage vorbereitet werden. Andere Europäer sind da sehr viel besser informiert.

09:45gestört

warum?

@wenigfahrer um 10:32

Nicht jeder empfiehlt die Börse, das steht nicht in allen Kommentaren.
Wer 10000 Euro hat, soll die auch nicht auf einmal in der Börse anlegen, sondern monatlich (z. B. 50 Euro) ansparen - Möglichkeiten gibt es da viele.
Es ist auch kein Spiel, wie Sie es nennen (sozusagen Casino); nein, ich nenne es vernünftig sparen.

Ich schreibe hierzu aber nix mehr, sonst meint man vielleicht noch, ich sei in diesem Börsengeschäft tätig und verdiene dabei - nein, bin ich nicht! Ich möchte nur nicht mein sauer verdientes Geld mit dieser EZB Geldpolitik verlieren!

Strafzinsen

Die Politik der EZB hat vieles bewirkt:
Seit Jahren völlig überzogene Immobilienpreise, die das Mieten oder Kaufen einer Wohnung oder gar eines Hauses immer unerschwinglicher machen.
Einen Hype auf mehr oder weniger lukrative Aktien, die - wenn man sich damit nicht auskennt oder unseriös beraten wird - auch ganz hübsch ins Auge gehen können.
Eine generelle Abkehr davon, Rücklagen zu bilden, da sparen sich offenbar nicht mehr lohnt, was in Extremfällen in Privatinsolvenzen und später in Altersarmut gipfeln könnte.
Man könnte sich natürlich auch überlegen, einfach weniger zu arbeiten, um statt Geld Arbeitskraft zu sparen, die wir vielleicht dann noch brauchen, wenn unsere Renten eines Tages auf ihren kurzen Lügenbeinen zusammenbrechen.

Die edlen Motive der EZB für den Strafzins

bezweifele ich.
Zitat;“Das Ziel der EZB war ebenso klar wie einfach: Die Banken sollten ihre Einlagen nicht unproduktiv herumliegen lassen, sondern als Kredite auf den Markt werfen, um diesen so zu beleben.“
Zu Beginn der Maßnahme-Einführung habe ich nur einmal einen Kommentar zur EZB Maßnahme gelesen, den ich für sehr plausibel halte. In diesem Kommentar stand: Die EZB braucht die Einnahmem aus dem Strafzins um die Verluste aus den Anleiheankäufen abzudecken und um weiter Gewinne für die Staaten abführen zu können.

@Wolf1905

"Leider wird das in unseren Breitengraden immer noch als „Zockerei“ abgewertet - da sind die Angelsachsen/Amerikaner schon deutlich weiter in der Aktienkultur als wir in D."

Die Wall Street liegt auf dem gleichen Breitengrad wie z.B. Rom, und in Italien ist Aktienbesitz ähnlich selten wie in D.
Und bitte fallen Sie nicht auf finanzideologische Propaganda herein: einfach nur das Wort "Kultur" hinzuzufügen, macht Aktienzockerei nicht besser.
Und genau das bleibt es auch: Zockerei, die man sich leisten können muss. Und da Sie gerade die USA als positiven Vergleich heranziehen: nach der Bankenkrise haben zahlreiche Berufgruppen große Teile ihrer Altersversorgung verloren, eben weil es kein sicheres staatliches Rentenwesen gibt und den Leuten Aktien als bevorzugte Anlage aufgedrängt werden. Und zwar von der gleichen Branche und unterstützt von der gleichen Lobby, die jetzt bei uns Strafzinsen einführt.

Strafzinsen

Sorry solange ein Haus mit Grundstück in der Gegend wo ich lebe, mehr als 100000€ kostet sind Strafzinsen für Spareinlagen nicht zu rechtfertigen. Das Argument von dem toten Geld, was nur auf dem Konto liegt, ist für mich Nonsens. Zum Thema Wirtschaft ankurbeln, empfehle ich, dass die Verantwortlichen Politiker mal in einen Elektrokiladen gehen und schauen wie viele Produkte sie finden die Made in China sind. Was nützt es den Konsum anzukurbeln, wenn der Konsum heutzutage daraus besteht Produkt aus China zu kaufen?

@Wolf1905, 11:20 Uhr

Ich bin kein Banker, aber jeder sollte sich m.E. mit den Formen der Geldanlage vertraut machen. Durch das cost-average-Prinzip macht insbesondere ein Sparplan für einen weltweit investierenden ASktienfonds (ETF) absolut Sinn. Freilich sollte man auch nur Geld einsetzen, das man dann auch tatsächlich verfügbar hat, um Phasen niedriger Kurse nicht für Auszahlungen nutzen zu müssen, sondern zusätzlich investieren zu können.

In solch einem Fall hilft nur

In solch einem Fall hilft nur konsequent die Bank zu wechseln. Leider ist es so das die meisten Banken recht schnell nachziehen, so das wechseln immer schneller erfolgen muss und immer nerviger wird. Da es bei den Banken aber sowieso keine Zinsen mehr gibt bietet es sich natürlich auch an das Geld einfach nicht mehr auf die Bank zu bringen oder komplett abzuheben. Wenn das genügen Menschen machen würden die Banken ziemlich schnell umschwenken, weil sonst deren Kartenhaus aus Geldschöpfung aus Luft sehr schnell zusammenbrechen würde.

@ Fuchs123

Die EZB hat dieses Zins-Schlamassel ja mitverursacht ohne Rücksicht auf Verluste.

Es ist aber in keinem Industrieland anders. Alle Volkswirtschaften funktionieren nach den gleichen Gesetzen. Die niedrigen Zinsen sind unausweichlich.

@ freundliche

... und ich denke da wird sich mit dieser Regierung auch nicht mehr viel ändern...
Fakt ist aber, die Zeche der EZB zahlen mal wieder die Kleinanleger und Kunden in Deutschland, wer auch sonst.

Die Kleinanleger und Kunden in der Schweiz.
Und daran ist weder die deutsche Regierung noch die EZB verantwortlich.

@08:39 von Pessimist001

"Wer wie empfohlen, fürs Alter etwas zur Seite gelegt hat, wird jetzt bestraft. Diese Politik sollte beendet werden, sonst bricht alles zusammen."

Ergänzung:
Steuerfreier Sparerfreibetrag
1993: 6.000 DM
2021: 801 Euro

Und wer dann für die Vorsorge der Kinder und das Alter in rentierlichere, aber riskantere Anlagen wie Aktien ausweicht, wird dann von Neidern beschimpft: Siehe Daimler Dividende.

Eigenverantwortung und Leistung wird in diesem Land verachtet.

09:44 von schwer gestört

dafür aber mit der angeblich abgeschafften soliabgabe

@ik1985

"Bei genauem Nachdenken ist die Politik der EZB richtig und Sinnvoll. Denn jeder Euro der auf einem Girokonto landet ist totes Kapital für den Wirtschaftskreislauf."

Vorsichtig, denn mit dieser Argumentation könnte man auch "Strafzinsen" bei nichtvermietetem Wohnraum oder unbebauten, spekulativen Grundstückskäufen erheben. Oder auf Gold.

Im übrigen gibt es keine Anlagepflicht für Erspartes, genausowenig wie es eine Arbeitspflicht für Fachkräfte gibt, die in Frührente gehen wollen oder können.
Den angeblich so "sozialverträglichen" Arbeitsplatzabbau zB bei VW könnte man damit genauso besteuern, weil Arbeitskraft dem Wirtschaftskreislauf entzogen wird.

Letztlich können Sie damit nicht nur eine Arbeitspflicht bis zum Tode, sondern auch eine Absenkung der Löhne begründen.

Die EZB verursacht dieses Problem selbst. Es sind v.a. die Banken, die nicht mitspielen wollen. Wozu auch? Wer Geld für 0% von der EZB bekommt, braucht nicht das Geld der Kontobesitzer.

@10:28 von pemiku

"Der Dax-Level ist momentan so hoch, dass mir schwindelig wird. In meinen Augen sollten im Moment vor allem wir Kleinanleger sehr vorsichtig sein."

Bitte fallen Sie nicht auf den sog. "Performancedax" herein. Das ist eine ganz große Mogelpackung. Der Performancedax beinhaltet Bezugsrechte, Dividenden, Zu-/Abgänge aus dem DAX und ist nicht mit den DowJones oder Nikkei zu vergleichen.

Tatsächlich befinden sich die Aktienkurse in der BRD auf einem Niveau von vor 22 Jahren, also dem Stand von 1999:
www.finanzen.net/index/dax-kursindex

Wenn Sie den Kursindex betrachten oder die Gewinne je Aktie, dann werden Sie feststellen, dass Aktien derzeit die einzige solide Geldanlage sind.
Explizit auch für Kleinanleger!

Mein Kriterium:

Seit 10 Jahren habe ich mein Konto bei einer Ethischen Bank - einer wirklich ethischen!
Es gibt nur sehr wenige davon.

Strafzinsen

Ich habe nichts gegen diese Strafzinsen, sie sind ja irgendwo sinnvoll und mich treffen sie nicht. Und die, die es trifft, werden es gar nicht wirklich merken, wenn sie mal ehrlich sind. Was ist schon 0,5%?

Darstellung: