Kommentare - Armutsbericht: Corona macht Arme noch ärmer

05. März 2021 - 17:57 Uhr

Wer wenig verdient, ist in der Pandemie oft noch ärmer geworden. Das belegt der Entwurf des Armutsberichts der Regierung. Aus Sicht von Verbänden ein Versäumnis der Politik: Die Bemühungen, die Folgen der Krise abzumildern, reichten nicht aus.

Artikel auf tagesschau.de
Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Dieser Bericht muss die

Dieser Bericht muss die Debatte über die Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie verändern. Es ist völlig klar, dass dieser Armutsbericht politische Konsequenzen erfordert - nicht zuletzt über den Weg von mehr Steuergerechtigkeit.
Oder um es mit dem alten Prinzip der Sozialethik zu formulieren: Starke Schultern müssen mehr tragen.
Noch anders formuliert mit den Worten von Papst Franziskus: Wir brauchen einen Weg "von der Ökonomisierung der Kultur und des Alltags hin zu einer neuen Humanisierung aller Lebensbereiche" - das geht nicht ohne eine stärkere Betonung sozialer Gerechtigkeit und sozialen Ausgleichs und entsprechende politische Konzepte und Schritte.

Warum müssen Menschen mit

Warum müssen Menschen mit Grundsicherung 100 € monatlich bekommen?
Sicher Corona-Pandemie macht es noch schwieriger da raus zu kommen. Aber was ist mit denen in Kurzarbeit. Die gehören weitestgehend den unteren Lohngruppen an, haben mit Kurzarbeitergeld unwesentlich mehr als Grundsicherung. Sollen die das auch kriegen? Nein. Die kriegen nicht mal die 150€ Bonus.
Falls die foristen mich falsch verstehen, ich erhebe mich nicht über Menschen in Grundsicherung. Aber das sind nicht die einzigen Betroffenen. Nur werden die anderen allzu gerne vergessen, denn die stehen auch schon knapp davor, wenn sich nicht bald was ändert.

Funny van Dannen

hat vor einigen Jahren mal ein Lied gemacht: "Ich will den Kapitalismus lieben".

Ein Kommentar zur Lage, der immer wieder passt.

Findet man bei YouTube.

Soziale Gerechtigkeit und

Soziale Gerechtigkeit und sozialer Ausgleich klingt bisschen nach Sozialismus. Gerade in diesem System ist doch gleichmacherei nicht opportun. Grundsätzlich hat jeder die Möglichkeit und das Recht was aus sich zu machen. Das nennt man Leistungsgesellschaft. Statt dessen wird so getan, als hätten die, die mehr haben als andere, das geschenkt bekommen und müssten deshalb etwas abgeben.
In Sachen steuergerechtigkeit sehe ich allerdings auch Nachholbedarf zumindest in den unteren und mittleren Einkommensgruppen. Es könnte gleich damit angefangen werden, dass das Kurzarbeitergeld während der Pandemie nicht der Progression unterliegt. Aber das hat die CDU leider schon verhindert. Was heißt das C? Christlich!

19:59, Sonnenstern

>>Warum müssen Menschen mit Grundsicherung 100 € monatlich bekommen?
Sicher Corona-Pandemie macht es noch schwieriger da raus zu kommen. Aber was ist mit denen in Kurzarbeit. Die gehören weitestgehend den unteren Lohngruppen an, haben mit Kurzarbeitergeld unwesentlich mehr als Grundsicherung. Sollen die das auch kriegen? Nein. Die kriegen nicht mal die 150€ Bonus.
Falls die foristen mich falsch verstehen, ich erhebe mich nicht über Menschen in Grundsicherung. Aber das sind nicht die einzigen Betroffenen. Nur werden die anderen allzu gerne vergessen, denn die stehen auch schon knapp davor, wenn sich nicht bald was ändert.<<

Ich wäre viel lieber Kurzarbeiter als Grundsicherungsempfänger, das gebe ich Ihnen hiermit schriftlich. Zum Glück bin ich beides nicht.

Außerdem stimmt es nicht, daß Kurzarbeiter zumeist den unteren Lohngruppen angehören.

19:51 von andererseits

Ihren Kommentar kann ich nur zustimmen.Wir brauchen eine andere sozial gerechtere Politik und da sind die Linken schon auf dem richtigen Weg dahin.

Corona macht Arme noch ärmer...

"Für die Ergebnisse dieses Berichts muss sich die Bundesregierung schämen", sagte Anja Piel vom Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). 

###

Machen wir uns nichts vor. Diese Probleme hat es auch schon vor Corona gegeben. Und hat es von Seiten der Regierungen egal wer gerade in Amt war etwas daran geändert ? Und ja, wer vor der Krise schon Arm war, den trifft es nun noch härter...

Verkehrte Welt

„"Für die Ergebnisse dieses Berichts muss sich die Bundesregierung schämen", sagte Anja Piel vom Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).
>> Das Papier zeige, dass sich Ungleichheit verfestige und sozialer Aufstieg ein leeres Versprechen bleibe“

So ist es. Corona bringt es an den Tag. Schämen tut sich aber nicht etwa „die Regierung“, das tut in aller Regel der derzeit immer größer werdende Teil der Bevölkerung, der zu den „Verlierern“ der von ihr verantworteten Politik zählt. Der von der im wahrsten Sinne des Wortes „von oben herab“ behandelt und nach allen Regeln der bürokratischen Kunst „unter Kontrolle“ gehalten wird.

20:18 von fathaland slim

Welche Bereiche sind nochmal seit November hauptsächlich in Kurzarbeit? Gastronomie, Einzelhandel, bis Montag Friseure. Ich weiß ja nicht was Sie für Vorstellungen von deren Verdienst haben. Und die müssen mit 60%, nein ab jetzt 70% ihre Miete und sonstige Ausgaben tätigen. Bei Grundsicherung zahlt das der Staat. Wollen Sie immer noch tauschen?

20:19 von der freundliche....

Übrigens wenn die SPD regieren sollte gibt es ja ein Bürgergeld. Hartz4 ist ja in deren Augen entwürdigend. Was ich übrigens nicht anders sehe. Nur scheinen die Genossen vergessen zu haben, dass sie Hartz4 vor Jahren an den Start gebracht haben. Ist sicher zu lange her.

@20:07 von Sonnenstern

//Statt dessen wird so getan, als hätten die, die mehr haben als andere, das geschenkt bekommen und müssten deshalb etwas abgeben.//

Sie glauben ernsthaft, die oberen Zehntausend hätten alle ihre zig Milliarden selbst erarbeitet?

Davon abgesehen: Was ist z.B. Erben denn anderes als etwas geschenkt bekommen?

//Grundsätzlich hat jeder die Möglichkeit und das Recht was aus sich zu machen. Das nennt man Leistungsgesellschaft.//

Rein theoretisch ja, praktisch eher nicht. Sie scheinen sehr sehr wenig über die Schicksale vieler Ihrer Mitmenschen zu wissen.

Denken Sie doch mal über die Konsequenz folgender Aussage nach:
Jeder kann reich werden, aber nicht alle können reich sein.

als starkes zeichen hätte

ich es auch gewertet, wenn die bundestagsabgeordneten nicht nur (wie gütig, ne) auf ihre dlätenerhöhung verzichtet hätten, sondern auch auf einen grossteil dieser einnahen. vor allem abgeordnete der sog. grossen parteien haben "nebeneinkünfte" (hüstel), die sehr oft über ihren diäten liegen.

wie "sozial" viele abgeordnete in bundestag und landtagen sind, erkennt man daran, dass sie die eh schon schwächsten sehenden blickes noch ärmer machen und nichts dagegen unternehmen.

Corona macht Arme noch ärmer ?

Das hat nichts mit Corona zu tun.

Persönliche Leistung, Einstellungen, lebensweisen sind oft die wahren Ursachen.

Leider ist es heute immer sehr einfach und bei links/grünen auch Einfach der "Gesellschaft" die Schuld zu zuschreiben.

@sonnenstern

"Nur scheinen die Genossen vergessen zu haben, dass sie Hartz4 vor Jahren an den Start gebracht haben. Ist sicher zu lange her."

im prinzip richtig. sie dürfen aber auch nicht die lage zu der zeit ausblenden, in der diese beschlüsse gefasst wurden. das war nämlich zur damaligen zet unausweichlich, um nicht den sozialstaat komplett gegen die wand zu fahren. viele SPD'ler haben nur schwersten herzens zugestimmt. die zeiten haben sich aber geändert und das vor allem die SPD mit Hartz IV nicht mehr kann, zeigt doch nur, dass ein lernprozess eingesetzt hat. würde man einer anderen, sich christlich nennenden partei auch mal wünschen.

und nein, ich stehe normalerweise viel weiter links, als die SPD jemals stand, aber man darf die SPD auch gerne mal gegen (ungerechtfertigte) kritik verteidigen.

Wegen des gleichen Wortstamms

Wegen des gleichen Wortstamms ? Ansonsten haben die Begriffe ja nicht wirklich etwas miteinander zu tun.
Zu dem immer wieder auftauchenden Mythos der 'Möglichkeit, was aus sich zu machen': Das stimmt im `Vom Tellerwäscher zum Millionär´-Land USA nicht, und es stimmt in Deutschland mindestens ebensowenig.
Und die, die verdammt viel haben, haben es geschenkt bekommen !

Gerade für die Armen gilt
Auch die Aufstiegschancen aus der Armut in die untere Mittelschicht oder darüber hinaus blieben konstant niedrig, während aus der Mitte immer wieder Menschen in die Oberschicht aufstiegen. (Livebericht heute)

politische Konsequenzen ?

andererseits@
Das sehe ich auch so.

Aber es muss endlich anders werden das leistungsbereit Menschen die Erfolg und finzielle Mittel duch Ihre eigene Leistung bekommen, immer mehr Geld und persönliche Freiheiten verlieren.

Leistungslose Gewinne, besonders bei Banken und Aktien müssen abgeschöpft werden.

Dann könnten wir auch weiter Alimentierung
aus idiologischen oder Sozialen Gründen finazieren.

@werner1955

immer feste druff auf die, die sich nicht wehren können!

ich finde ihren kommentar, höflich gesagt, total daneben und aus der zeit gefallen.

@20:23 von Sonnenstern 20:18 von fathaland slim

//Welche Bereiche sind nochmal seit November hauptsächlich in Kurzarbeit? Gastronomie, Einzelhandel, bis Montag Friseure. Ich weiß ja nicht was Sie für Vorstellungen von deren Verdienst haben. Und die müssen mit 60%, nein ab jetzt 70% ihre Miete und sonstige Ausgaben tätigen. Bei Grundsicherung zahlt das der Staat. Wollen Sie immer noch tauschen?//

Googeln Sie mal "Lufthansa Kurzarbeit".

20:23, Sonnenstern

>>20:18 von fathaland slim
Welche Bereiche sind nochmal seit November hauptsächlich in Kurzarbeit? Gastronomie, Einzelhandel, bis Montag Friseure. Ich weiß ja nicht was Sie für Vorstellungen von deren Verdienst haben. Und die müssen mit 60%, nein ab jetzt 70% ihre Miete und sonstige Ausgaben tätigen. Bei Grundsicherung zahlt das der Staat. Wollen Sie immer noch tauschen?<<

Meine Schwester betreibt eine Firma, die keiner der von Ihnen genannten Branchen angehört. Sie zahlt gute Löhne. Ihre Angestellten sind in Kurzarbeit.

Gastronomie arbeitet viel mit Aushilfskräften. Die sind jetzt auf Grundsicherung. Ein Festangestellter, der Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet, hat immer noch erheblich mehr als die Grundsicherung.

Ich weiß nicht, was einige an der Grundsicherung so attraktiv finden.

Wohngeld bekommen Sie übrigens auch als Geringverdiener. Dazu müssen Sie nicht hartzen.

Aus einem älteren

Aus einem älteren `Lebenslagen in Deutschland´-Bericht:
Je früher und je länger ein Kind Armutserfahrungen macht, desto gravierender sind die Folgen
für seine Lebenssituation heute und sein Zukunftschancen morgen. Hinzu kommt der Befund,
dass der Erwerbsstatus der Mütter vor der Geburt des Kindes erhebliche Effekte hat und insbesondere Kinder aus nicht Vollzeit erwerbstätigen Einelternhaushalten überdurchschnittlich lange
in einer Einkommensposition unterhalb der Armutsrisikoschwelle verharren.

Daher ist auch der Umstand, dass Corona insbesondere Frauen beeinträchtigt und zurückwirft, immer wieder erwähnenswert.

Wir hatten 40 Jahre einen

Wir hatten 40 Jahre einen deutschen Staat, wo die Menschen sozial ziemlich gleich gestellt waren. Da hat man maximal neidisch auf die mit Verwandtschaft und Geld aus dem „Westen“ geschaut. Aber wir hatten alle Arbeit, ob sinnvoll sei dahin gestellt, und unser auskommen. Obdachlose, Arbeitslose kannten wir nicht. Und es wäre keiner auf die Idee gekommen denen mit „Westgeld“ das weg zu nehmen und unter denen ohne zu verteilen. Irgendwie meine ich, hatten die Menschen in dem anderen deutschen Staat nicht viel übrig für die vermeintliche gleichmacherei.

Armutsberichts der Regierung

Jedes Jahr erscheint ein Armutsbericht und jedes Jahr die gleichen Versprechungen (meist vor einer Wahl) der politischen Akteure.

Aber nach der Wahl geschieht .......nichts.

Dabei wäre es einfach.

Steuergesetze ändern!

Jeder, der seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat, Waren, Dienstleistungen anbietet (egal, wo der Unternehmer oder das Unternehmen ihren Sitz hat) zahlt pauschal 21%!

Das ist gerecht!

Ob Handwerker, Beamte, Vorstandsvorsitzende, int. Großunternehmen etc.

Keiner kann sich beklagen, das der eine zuviel zahlt, während der andere "steuerlich verschont" wird.

Gut, ich sollte das träumen sein lassen - es wird sich mit den lobbytreuen Politiker nichts ändern.

Doch!

Arme werden noch ärmer und zahlreicher!

Reiche wissen nicht, wohin mit ihrem Geld!

Ein Armutszeugnis der Regierung- egal welche Partei!

Und Corona setzt dem Ganzen die Krone auf.....

@werner1955..

"Persönliche Leistung, Einstellungen, lebensweisen sind oft die wahren Ursachen. "

Mein Vater hat mir beigebracht, dass man nicht auf den Staat warten darf, um versorgt zu werden,sondern sich selbst was aufbauen soll..

20:27, werner1955

>>Corona macht Arme noch ärmer ?
Das hat nichts mit Corona zu tun.

Persönliche Leistung, Einstellungen, lebensweisen sind oft die wahren Ursachen.<<

Aus Ihren Worten spricht ein wenig Selbstgerechtigkeit. Vorsichtig gesagt.

>>Leider ist es heute immer sehr einfach und bei links/grünen auch Einfach der "Gesellschaft" die Schuld zu zuschreiben.<<

Was ist der Unterschied zwischen einfach und Einfach?

Auf Kommentar antworten...

Am 05. März 2021 um 20:26 von Sonnenstern

Übrigens wenn die SPD regieren sollte gibt es ja ein Bürgergeld. Hartz4 ist ja in deren Augen entwürdigend.

###

Richtig. Hartz4 ist ein Kind der SPD. Aber die nachfolgenden Regierungen hatten ja 17 Jahre Zeit das zu ändern. Und, ist diesbezüglich bis heute etwas geschehen ? Niedriglohn und Zeitarbeit sind maßgeblich auch die Gründe für die angesprochende Armut. Kinder und Altersarmut auch...

Altmodische Vorstellungen

vertrete ich wahrscheinlich.
Ein Kurzarbeiter hat mehr als nur eine gute Chance wieder in den normalen Arbeitsprozess integriert zu werden.

Jemand der Grundsicherung erhält - das klingt für mich eher wie ein Almosen, dass sich eine an sich reiche Gesellschaft leisten kann.
Ein Ausschluss vom Arbeitsprozess, der zur Grundsicherung führt, ist in meinem Verständnis eine wesentliche Beeinträchtigung am gesellschaftlichen und sozialen Leben, wenn nicht gar ein Ausschluss davon.

Gruß, Wolfgang

20:36, suomalainen

>>@werner1955
immer feste druff auf die, die sich nicht wehren können!

ich finde ihren kommentar, höflich gesagt, total daneben und aus der zeit gefallen.<<

Leider passt er sehr gut in die Zeit.

20:36 von Anna-Elisabeth

Wieviel Kurzarbeitergeld bekommt ein Pilot? 9000 €, aufgestockt von Lufthansa auf 15000€. Und eine Friseurin bei Mindestlohn? Können sie bitte selbst ausrechnen.

20:39, Sonnenstern

Sie wollen hier jetzt wirklich die DDR idealisieren?

Oh je.

20:41 von Wolfgang GA

Dann hoffen wir mal, dass recht viele Betriebe der Gastronomie und des Einzelhandels überleben.

@20:27 von Anna-Elisabeth

Sie glauben ernsthaft, die oberen Zehntausend hätten alle ihre zig Milliarden selbst erarbeitet?

Kann man so pauschal nicht beantworten.
Aber jeder der mit einer guten Idee, Organisationsgeschick, persönlichem Risiko eine Firma gründet, 70 Stunden die Woche und mehr arbeitet (nicht selten), und im freien Wettbewerb besteht, ja, der hat jeden Cent erarbeitet was er später mal an Milliarden verdient. Denn ohne ihn hätten Tausende Arbeitnehmer ein weniger gutes Leben führen können.

Davon abgesehen: Was ist z.B. Erben denn anderes als etwas geschenkt bekommen?

Darüber soll der Eigentümer/Erblasser bestimmen, der auch schon viele Steuern bezahlt hat.

Jeder kann reich werden, aber nicht alle können reich sein.

Für die Ärmeren hat man die die soziale Marktwirtschaft und Umverteilung. Aber wer gegen die Marktwirtschaft ist, schüttet das Kind mit dem Bade aus. Dann geht's den Menschen erst wirklich dreckig. Etliche Male in der Realität bewiesen.

...macht Arme noch ärmer.

Ändert aber nichts am vorherrschenden Gesellschaftssystem.
Das ist das eigentliche Armutszeugnis aller 8 Milliarden Menschen!
Dass ohne (und sehr oft selbst mit) blutige Revolution keine Gerechtigkeit und Gleichheit herbeigeführt werden kann.

20:44 von fathaland slim

Ich idealisiere überhaupt nichts. Wenn Sie richtig lesen würden, würden Sie den Kommentar auch verstehen.

@20:27 von werner1955

//Corona macht Arme noch ärmer ?
Das hat nichts mit Corona zu tun.//

Es ist seit langem erwiesen, dass jede Krise die ärmeren Schichten stärker trifft. Um das nachzuvollziehen muss man nicht einmal sonderlich klug sein.

//Persönliche Leistung, Einstellungen, lebensweisen sind oft die wahren Ursachen.//

Teilweise. Die genannten Eigenschaften haben aber mindestens genauso viel mit dem Umfeld, in dem Sie aufwachsen zutun. Außerdem sind von Geburt an auch Leistungsfähigkeit und Begabungen der Menschen unterschiedlich verteilt. Wer bereits während der Geburt einen auch nur leichten Sauerstoffmangel erlitten hat, hat einen extrem schweren Start ins Leben. Selber schuld?

Studien zu Infizierten und Covid Kranken

In Berlin und Bremen ergaben Studien, dass alleine 40% der Covid Intensivfälle aus genau den sozial schwächeren Bereichen stammen.
Zum einen nicht die Möglichkeit zuhause zu bleiben, zum anderen Jobs in Fabriken, Lagern, nicht die Möglichkeiten Maßnahmen einzuhalten, Langzeit-Arbeitslose, schlechterer Gesundheitszustand allgemein, schlechtes Immunsystem, mehr Vorerkrankte usw.
Eigentlich müsste genau hier geimpft werden, um das pandemische System einzukreisen.

Aber in den anderen Bundesländern gibt es wohl gar keine Daten zu den Covidfällen außer Alter und Geschlecht.

Mit diesem Wissen hätte man evtl. doch nochmals eine andere Impfreihenfolge vorsehen müssen und genau hier wäre eine Unterbrechung der Ketten evtl. noch sinnvoller.

20:39, 91541matthias

>>@werner1955..
"Persönliche Leistung, Einstellungen, lebensweisen sind oft die wahren Ursachen. "

Mein Vater hat mir beigebracht, dass man nicht auf den Staat warten darf, um versorgt zu werden,sondern sich selbst was aufbauen soll..<<

Das brauchte mir niemand beizubringen, das habe ich aus eigenem Antrieb getan.

Denn nichts ist mir verhasster, als abhängig zu sein. Wer vom Staat alimentiert wird, hat jegliche Freiheit verloren.

Ich kenne aber Menschen, die haben keine andere Wahl.

So wie mein Freund Werner. Von Beruf Programmierer. Der hat eine schmutzige Scheidung hinter sich, im Zuge derer er alles verloren hat. Auch den Job. Jetzt findet er keinen neuen, trotz vieler Bewerbungen. Er ist nämlich Mitte 50. Werner hat Selbstmordgedanken, die wir ihm auszutreiben versuchen.

Vielleicht verstehen Sie jetzt ein wenig besser, weswegen mich manche Kommentare ungeheuer wütend machen.

20:42 von Sonnenstern 20:36 von Anna-Elisabeth

//Wieviel Kurzarbeitergeld bekommt ein Pilot? 9000 €, aufgestockt von Lufthansa auf 15000€. Und eine Friseurin bei Mindestlohn? Können sie bitte selbst ausrechnen.//

Kann es sein, dass Sie schon wieder vergessen haben, was Sie selbst geschrieben haben und deshalb meine Reaktion darauf nicht verstanden haben?

Zur Erinnerung: //Welche Bereiche sind nochmal seit November hauptsächlich in Kurzarbeit? Gastronomie, Einzelhandel, bis Montag Friseure.//

Ich habe mich an die hiesigen

Ich habe mich an die hiesigen Spielregeln gehalten d.h. war sozialversicherungspflichtig arbeiten, habe meine Steuern bezahlt, war sparsam und bescheiden, habe nicht substanziell geerbt, etwas Glück gehabt bei der Jobsuche, fleissig gearbeitet und ordentlich Überstunden "gemacht". Nun bewohne ich ein häßliches, kleines Häuschen mit vor-vor-aktuellem Auto. Auch etwas Geld ist da.
Es gibt Menschen, die viel ärmer sind und weniger Glück haben.
Bin ich gegenüber diesen Menschen ein "Reicher", ein "dreckiger Parasit", der sich ob des Erreichen schämen muss- weil es mir jetzt besser als ihnen geht? Hätte ich mich besser/gerechterweise rechtzeitig "fallen lassen" sollen?

Wann ist soziale Gerechtigkeit erreicht- wenn es nichts mehr zuteilen gibt, ohne das man nach dem nächsten Teilen selbst "draufgeht", weil es nicht mehr für beide Seiten reicht? Haben alle gleichviel vom Kuchen verdient?
Wo ist also die Grenze, frage ich alle hier die Gerechtigkeit wollen.

sich nicht wehren können?

suomalainen@
Als Steuer und Gebührenzahler können sich nicht gegen Zahlungen wehren.

Wie sich Alimentierte "wehren" erkenne ich immer öfter.

@20:41 von Wolfgang GA

//Altmodische Vorstellungen vertrete ich wahrscheinlich.//

Wenn Empathie altmodisch ist, dann sind wir eben altmodisch.

Gruß
von der altmodischen Anna-Elisabeth

an werner1955

Wie kommem sie zu der Behauptung, dass das Problem nichts mit Corona zu tun hat?

Persönliche Leistung, Einstellungen, lebensweisen sind oft die wahren Ursachen.

Aber woran mag es liegen, dass viele keine "Leistung" bringen können. Wie sind die Einstellungen von Kindern entstanden, die in einem Harz IV-Haushalt aufgewachsen sind? Ich weiß, wie mangelhaft die Förderung an sogenanten Schwerpunktschulen ist. Ist es immer Leistung, die die Lebensweise bestimmt?
Ja, es ist die Gesellschaft und die Politik die diese unwürdgen Zustände weitgehend zu verantworten haben.
Mir scheint, das weder die christlichen Parteien noch die SPD dem eigenen Anspruch gerecht werden. Hierauf wirft die Verschärfung der Situation in der Pandemie ein deutliches Schlaglicht.

Sie machen es sich zu einfach.

Also, ich bin

Also, ich bin Alleinerziehende von 3 Kindern und kann gerade nicht wieder arbeiten, wegen der Coronamaßnahmen, Homeschooling usw.
Ich lebe von Alg2 und es ist eine Sauerei, was man zusätzlich noch alles aus eigener Tasche bezahlen muss, obwohl ich nicht mehr bekomme. Ich bin systemrelevante Fachkraft mit 17 jähriger Berufserfahrung. Ich will wieder arbeiten , kann es aber nicht. Das ist die Realität. Es geht auch anderen so

eine Friseurin bei Mindestlohn?

Sonnenstern@
Die richtige antwort ist weil Sie keine Pilotin geworden ist, obwohl Sie persönlich in unserer freien Gesellschaft auch jede möglichkeit dazu gehabt hätte.

@ Sonnenstern

Dann hoffen wir mal, dass recht viele Betriebe der Gastronomie und des Einzelhandels überleben.

Es wird sich in gewisser Weise die Spreu vom Weizen trennen. Kneipen und Restaurants, die wirklich ihr Publikum haben und ihre Marktposition ausfüllen, werden überleben. Aber einige werden auch leider für immer weg sein. So ist das Leben.

20:39 von Sonnenstern

«Wir hatten 40 Jahre einen deutschen Staat,
wo die Menschen sozial ziemlich gleich gestellt waren.»

Oh wie schön ist Panama.

Die im eigenen Denken ideologisch nicht Gleich-Gestellten durften im Ex-Panama des Ostens nicht mal studieren. Raus aus Panama durften sie schon gar nicht. Und die Banane kostete pro Stück etwas weniger als der Trabbi. Aber die Lieferzeit für die Banane aus Panama war kürzer als die für den Trabbi aus Plaste.

Nun isses weg … das schöne Land von einst.

20:49, Sonnenstern

>>20:44 von fathaland slim
Ich idealisiere überhaupt nichts. Wenn Sie richtig lesen würden, würden Sie den Kommentar auch verstehen.<<

Ich habe ihn wieder und wieder gelesen.

@ der freundliche..

"Hat die Bundesregierung nicht im letzten Jahr ein halbe Milliarde Euro für Dienstcomputer für Lehrer zur Verfügung gestellt ? Nutzen Sie diesen wirklich nur Dienstlich ?"

Ist zwar aus dem Vorgängerthread, aber hat auch was mit sozialer Gerechtigkeit (und Verantwortung) zu tun. Ich möchte nämlich dem latent unterstellten Verhalten auf das dringlichste widersprechen. Erstens wurde mir kein Dienstgerät beschafft, sondern ich habe _privat_ ein dediziertes Gerät für den Einsatz im Schulkontext angeschafft (ohne zu murren). Niemals käme ich auf die Idee, ein Schulgerät für private Zwecke einzusetzen, das wäre höchst unprofessionell. Also schließen Sie nicht von sich selbst auf andere...

@20:47 von Vielfalt.

//Für die Ärmeren hat man die die soziale Marktwirtschaft und Umverteilung.//

Wenn wir die soziale(!) Marktwirtschaft noch hätten, müssten wir heute diesen Bericht nicht lesen.

//Aber wer gegen die Marktwirtschaft ist, schüttet das Kind mit dem Bade aus.//

Ich kann dieses undifferenzierte Geplärre wirklich nicht ertragen. Unterschwellig wird damit jedem, der sich für Schwächere einsetzt, unterstellt, er wolle den Sozialismus oder Kommunismus oder irgendwas in der Nähe davon.

Was wir haben ist der vielzitierte Raubtierkapitalismus. Und den zu kritisieren ist notwendig und nicht links-grün-versifft.

@21:00 von estora37

//Also, ich bin Alleinerziehende von 3 Kindern und kann gerade nicht wieder arbeiten, wegen der Coronamaßnahmen, Homeschooling usw.//

Meine Hochachtung haben Sie! Leider kann man sich davon nichts kaufen, aber ich wünsche Ihnen dennoch weiterhin großes Stehvermögen und alles Gute für Sie und Ihre Kinder.

@ Mika D

Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die die Infektion, die mögliche Hospitalisierung und eventuell ein mögliches Post-Covid mit der sozialen Position oder dem Einkommen in Zusammenhang bringen. Das würden Wissenschaftler ablehnen, das wäre sachfern und auch ethisch nicht vertretbar.

20:54, werner1955

>>sich nicht wehren können?
suomalainen@
Als Steuer und Gebührenzahler können sich nicht gegen Zahlungen wehren.

Wie sich Alimentierte "wehren" erkenne ich immer öfter.<<

Wer Steuern zahlen muss, der verdient auch genügend Geld, um das zu tun. Vielen Gutverdienern begreifen es allerdings als Zumutung, zum Gemeinwohl beitragen zu müssen. Da hält sich mein Mitleid allerdings sehr in Grenzen.

Es gab mal einen satirischen Spruch. Er lautete:

"Eure Armut kotzt mich an!"

Sie scheinen diesen Spruch ganz unsatirisch zu verstehen.

Am 05. März 2021 um 20:27 von werner1955

Was sie schreiben, zeigt wie wenig sie von Leuten mit Hartz IV kennen.
Nur zwei Beispiele. Beide immer gearbeitet aber halt selbstständig und die super Hiklfe vom Stadt hilft ja soo viel
1. Beispiel..Kunstmaler.Atelier plus Wohnung konnte er nicht halten, weil in Corona Zeit Galerien geschlossen und Leute keine Bilder kaufen.. Folge..Zwangsräumung ..neue Wohnung in Corona Zeiten, vielleicht noch mit entsprechender Größe für neues Atelier....keine Chance.. Jetzt Grundsicherung..440, davon zieht erstmal das Jobcenter 10%ab wegen Mietkaution..Ausstattung der Küche..ein gebrauchter Kühlschrank eine Abwäsche ein 60cm langer Hängeschrank..Teller , Töpfe in Kartons.
Zu zahlen, Strom, wir fanden den billigsten Tarif 50 Euro, selbst bezahlen, dann Jobcenter immer geschlossen nur mit Voranmeldung..ergo alles einreichen per mail..weitere Kosten. Dito für Einzelhändler für Kunstgewerbe. Und was man oben nicht sieht, solche Schicksale machen rechtes Gedankengut , wenn sie sich nicht aufgeben

20:52 von Anna-Elisabeth

Ich sollte „Lufthansa Kurzarbeit „ googeln. Hab ich nicht gemacht, weil mir die Zahlen noch im Kopf rum schwirrten. 90% Kurzarbeitergeld statt 60 bzw. 67%. Da ist egal, ob die eventuell vielleicht schon vor November in Kurzarbeit waren. Interessant sind doch die Zahlen.

@ 20:07 von Sonnenstern

Soziale Gerechtigkeit und sozialer Ausgleich sind sogar in den (frühen) Programmen der CDU als Maßstab zu finden. Die Gleichsetzung mit Sozialismus ist einerseits wohl eher ideologischer Engführung oder andererseits mangelnder Unterscheidungsfähigkeit geschuldet.
Und leider ist es so, dass sehr viele von denen, "die mehr haben als andere, das geschenkt bekommen" haben. Was Sie als "abgeben" deklarieren, nennen andere zum Beispiel die Sozialverpflichtung des Eigentums. Auch Ihre Aussage, "grundsätzlich hat jeder die Möglichkeit und das Recht was aus sich zu machen. Das nennt man Leistungsgesellschaft." hat ein paar - sagen wir mal - Unschärfen:
Chancengleichheit beginnt damit, die Startbedingungen von Menschen in den Blick zu nehmen.
Und über die Beurteilung von Leistung und deren angemessener Vergütung lässt sich trefflich streiten - auch da hat Corona ja doch einige wachgerüttelt, oder?

20:54 von KMK

...

Nochmal aus dem Live-Ticker heute:
Die Studie mit dem Titel "Lebenslagen in Deutschland" hält demnach fest, dass rund ein Prozent des Nettovermögens auf die Haushalte in der unteren Hälfte des Einkommens entfalle, während die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte über die Hälfte des gesamten Nettovermögens auf sich vereinten.

Ich empfehle dringend, den Bericht zu lesen, wenn er veröffentlich ist.
Allerdings dürften das wieder über 500 Seiten werden ;)

an Sonnenstern

" Grundsätzlich hat jeder die Möglichkeit und das Recht was aus sich zu machen."

Das geht an der Lebenswirklichkeit vorbei. Ihre Leistungsgesellschaft ist eine gnadenlose Gesellschaft. Keiner sucht sich seine Eltern aus. Keiner ist für eine durch Behinderungen verminderte Leistungsfähigkerit verantwortlich. Keiner ist für Schiksalsschläge verantwortlich, die ihn aus der Bahn werfen.
Etwas mehr Demut wäre angemessen.

"Was heißt das C? Christlich!"
Aber wissen sie, was eine christliche Einstellung ist?

21:03 von free navalny

Nur komisch dass vor corona spreu und Weizen gut besucht waren.

@21:04 von schabernack 20:39 von Sonnenstern

//Oh wie schön ist Panama.

Die im eigenen Denken ideologisch nicht Gleich-Gestellten durften im Ex-Panama des Ostens nicht mal studieren. Raus aus Panama durften sie schon gar nicht. Und die Banane kostete pro Stück etwas weniger als der Trabbi. Aber die Lieferzeit für die Banane aus Panama war kürzer als die für den Trabbi aus Plaste.

Nun isses weg … das schöne Land von einst.//

Oh wie schön ist dieser Kommentar...

Und weil es im Osten so schön war, hatte auch mein Partner "rüber gemacht" (wie die Sachsen das nannten).

21:03, free Nawalny

>> Kneipen und Restaurants, die wirklich ihr Publikum haben und ihre Marktposition ausfüllen, werden überleben. Aber einige werden auch leider für immer weg sein. So ist das Leben.<<

Sie haben wirklich keine Ahnung.

Viele Kneipen sind jetzt schon für immer verschwunden, weil sie die Mietzahlungen nicht gestemmt kriegen.

Meine Güte, was man hier so alles an lebensfernen Sachen lesen darf.

21:04 von fathaland slim

Und offensichtlich nicht verstanden. Geht ja auch nicht, wenn man das nicht erlebt hat.

21:04 von Schabernack

Sie wissen schon, dass z.b. Frau Merkel als Pfarrerstochter studieren durfte.
Und ich weiß nicht, ob Bananen lebenswichtig sind.

an free Nawalny

"Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die die Infektion, die mögliche Hospitalisierung und eventuell ein mögliches Post-Covid mit der sozialen Position oder dem Einkommen in Zusammenhang bringen. "
Genau das ist durch Studien, vor allem auch im Ausland, sehr gut belegt.Bitte informieren Sie sich.

21:10, Sonnenstern

>>20:52 von Anna-Elisabeth
Ich sollte „Lufthansa Kurzarbeit „ googeln. Hab ich nicht gemacht, weil mir die Zahlen noch im Kopf rum schwirrten. 90% Kurzarbeitergeld statt 60 bzw. 67%. Da ist egal, ob die eventuell vielleicht schon vor November in Kurzarbeit waren. Interessant sind doch die Zahlen.<<

Dann lesen Sie mal hier, dann wissen Sie, wie die 90% zustande kommen:

https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-kurzarbeit/

Mindestens ein Kind müssen Sie aber schon haben, und mindestens sechs Monate in Kurzarbeit gewesen sein. Das muss nicht mal am Stück sein.

@ 20:39 von Sonnenstern

Sie meinen, in der DDR waren "die Menschen sozial ziemlich gleich gestellt"? Die Wirklichkeit sah für die allermeisten anders aus. "Gleichgeschaltet" war einiges, und das ist etwas ganz anderes als "gleich gestellt", denn wer sich dem System anpasste oder unterwarf, gehörte zu denen, die - freundlich formuliert "ein bisschen gleicher waren" als andere. Noch deutlicher gessagt: Bei aller Anerkennung mancher sozialen Errungenschaften diente die Ideologie des sog. Arbeiter- und Bauernstaates leider vielfach dazu, die horrenden Ungerechtigkeiten, die versteckten und verdeckten immensen Vorteile und Besserstellungen für Stromlinienförmige unter der Ideologie unsichtbar zu machen.

21:10 von andererseits

„Sozialverpflichtung des Eigentums. „
Also doch, was meins ist ist deins.

@ Sonnenstern

Wir hatten 40 Jahre einen deutschen Staat, wo die Menschen sozial ziemlich gleich gestellt waren.

Das "ziemlich" ist vermutlich die Relativierung, weil auch Sie sicherlich George Orwell gelesen haben.
Alle Tiere sind gleich. Nur einige sind gleicher als die anderen. (... more equal than others).

21:13, Sonnenstern

>>21:04 von fathaland slim
Und offensichtlich nicht verstanden. Geht ja auch nicht, wenn man das nicht erlebt hat.<<

Ich kannte die DDR sehr gut. War oft da, aus familiären und beruflichen Gründen. Ich kannte und kenne viele Menschen, die dort Jahre im Knast verbracht haben, weil sie nicht brav waren.

Nee. Nicht mein Land.

20:54 von KMK

«Ich habe mich an die hiesigen Spielregeln gehalten d.h. war sozialversicherungspflichtig arbeiten, habe meine Steuern bezahlt … Nun bewohne ich ein häßliches, kleines Häuschen mit vor-vor-aktuellem Auto. Auch etwas Geld ist da … Bin ich gegenüber diesen Menschen ein "Reicher", ein "dreckiger Parasit", der sich ob des Erreichen schämen muss- weil es mir jetzt besser als ihnen geht?»

Das sind Sie ganz sicher nicht.
Aber alleine die Frage hat schon den Charakter von seltsam.

Ein noch so hässliches Haus, das schuldenfrei und selbst-bewohnt ist, verlor durch Corona nicht an Wert. Es sichert Ihren Lebensunterhalt mit Corona in der gleichen Art, wie es das Haus vorher ohne Corona tat. Eingebüßt haben Sie in dieser Beziehung durch Corona nichts.

Auch mit einem vor-vor-aktuellen Auto kann man fahren.
Meins ist von 1999 geboren. Ich will gar kein anderes.
Auch keine andere Eigentumswohnung.

Auf die Idee, "Parasit" zu sein, komme ich nicht mal im Alptraum.
Warum denn auch sollte das …?

@21:06 von Anna-Elisabeth

Wenn wir die soziale(!) Marktwirtschaft noch hätten, müssten wir heute diesen Bericht nicht lesen.

Oh doch. Krisen treffen immer die Ärmeren (und auch die Mittelschicht!) am härtesten. Wirklich immer und seit immer. Dank der sozialen Marktwirtschaft sind die Härten kleiner als früher. Ich empfehle ein Gespräch mit Menschen, die die Nachkriegszeit (1. und 2. WK) noch erlebt haben. Das waren ganz andere Größenordnungen an Härte und Armut. Gleiches galt auch für die Zeit der Industrialisierung im 19. JH. Kann man sich heute gar nicht vorstellen.
Aber ein großes Aber. Wird zu viel umverteilt, kann das marktwirtschaftliche System kippen. Und dann gibt es wieder Massenarmut.

Was wir haben ist der vielzitierte Raubtierkapitalismus

Bei weit über 40% Staatsquote? Nein. Nicht mal annähernd.

@21:01 von werner1955

//eine Friseurin bei Mindestlohn?
Sonnenstern@
Die richtige antwort ist weil Sie keine Pilotin geworden ist, obwohl Sie persönlich in unserer freien Gesellschaft auch jede möglichkeit dazu gehabt hätte.//

Haben Sie eigentlich den Schimmer einer Ahnung, welche gesundheitlichen Voraussetzungen Sie für eine Pilotenausbildung mitbringen müssen? Allein bei den medizinischen Gutachten fallen da schon viele durch. Ja, ja - alle selber schuld. Hätten die keine Schokolade gegessen, wären die auch nicht kurzsichtig geworden.

21:11 von logig

Na dann stellen Sie sich mal vor 16 Millionen Bürger der DDR hätten damals gesagt, so wir haben uns das nicht ausgesucht, wir können ja nichts für die Wende und das damit verbundene neue System. Nun macht mal was für uns. Nein, die Mensch haben sich aufgerafft hier anzukommen. Nur konnte das nicht allen gelingen. Nicht weil sie nicht wollten, sondern weil ihnen die Arbeitsgrundlage entzogen wurde.

@ fathaland slim

Dann bitte ich um Entschuldigung dafür, dass ich mich mit Ihrer Entertainment-Expertise nicht messen kann. Ich lebe gegenwärtig auf dem Dorf und hier sind die wenigen Kneipen und Restaurants alle noch lebendig. Aber was sagt das schon.

Am 05. März 2021 um 20:39 von Sonnenstern

Wir hatten 40 Jahre einen deutschen Staat, wo die Menschen sozial ziemlich gleich gestellt waren. Da hat man maximal neidisch auf die mit Verwandtschaft und Geld aus dem „Westen“ geschaut. Aber wir hatten alle Arbeit, ob sinnvoll sei dahin gestellt, und unser auskommen.
#
Wenn das alles so gut war dann wundert es mich warum dieser Staat DDR nicht überlebt hat.Ich habe Verwandschaft in Jena,die sagen schon was Sie auch gesagt haben und trotzdem sind sie froh das das alles Vergangenheit ist.

@ 20:35 von werner1955

Sie schreiben "Das sehe ich auch so." - und dann kommt inhaltlich das komplette Gegenteil zu meinem Kommentar. Das endet in dem abwertenden und entwürdigenden Begriff "Altimentierung": Kennen Sie Menschen aus dem sog. Niedriglohnsektor, die oft mit 2 oder 3 Arbeitsstellen für sich und ihre Lieben über die Runden kommen müssen? Kennen Sie Menschen, die von kleinauf eigentlich bildungsmäßig keine Chance hatten, ihre Fähigkeiten auch entsprechend zu zeigen und was daraus zu machen? Kennen Sie Menschen, die aufgrund körperlicher oder psychischer Einschränkungen hart darum kämpfen, ihren Platz im Leben und in der Gesellschaft zu finden und irgenwie zu behaupten? Würden Sie auch nur einem von Ihnen von Angesicht zu Angesicht sagen , dass wir ihre "Alimentierung
aus idiologischen oder Sozialen Gründen finazieren"?
Ich bin einerseits erstaunt und andererseits erschüttert, dass manch ein Gesellschaftsbild haben, in dem allerhöchstens die "obersten 20 Prozent" wirklich vorkommen.

Na ja,

Ich habe immer gedacht, dass ich sehr gerne 1 Mio Steuern bezahlen würde, wenn ich bedenke, wie viel Geld mir dann immer noch bliebe.
Ja, die "Reichen" zahlen viel Steuern, aber es bleibt ihnen immer noch so viel, dass sie eigentlich noch mehr zugunsten der Allgemeinheit abgeben könnten, was einige wenige auch tun. Die Mehrheit jammert auf allerhöchsten Niveau, dass ihnen etwas genommen würde.

Darstellung: