Corona in Ischgl: Schadensersatz-Klagen eingereicht

23. September 2020 - 11:03 Uhr

"Wir wollen kein zweites Ischgl" - dieser Satz fällt häufig, wenn vor dem Coronavirus gewarnt wird. Von dort verbreitete sich das Virus nach ganz Europa - weil Behörden zu spät reagierten, sagen Betroffene, die nun klagen. Von Clemens Verenkotte.

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Kommentare

Hinterher ist man immer schlauer oder uneinsichtig wie hier

Die TAZ in ihrer Kriesen-Chronologie:
"...
8. März. Die Krisenstäbe bekommen mit dem täglichen Briefing beunruhigende Nachrichten. RKI-Präsident Lothar Wieler berichtet: „Aktuell werden vermehrt positiv getestete Covid-19-Fälle mit einer Reiseanamnese nach Südtirol gemeldet.“ Das Virus kommt mit Skiurlaubern heim, es gibt nicht mehr einige wenige Infektionsherde, sondern viele. Um 15.48 Uhr schickt Spahn einen Tweet: „Nach zahlreichen Gesprächen mit Verantwortlichen ermuntere ich ausdrücklich, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf Weiteres abzusagen.
...“

Hier im Artikel:
'Am 8. März reisen sie an, hatten sich vorher noch im Hotel erkundigt, ob es sicher sei zu kommen. "Nachdem wir nachgefragt hatten, ob das Gebiet soweit okay ist, und der Hotelier uns unsere Sorgen nahm, haben wir am Montag unseren Snowboard-Urlaub im Skigebiet begonnen. Das bedeutet, dass nichts, rein gar nichts darauf hinwies, welche Problematik schon in Tirol herrschte."...'

Selbst Schuld!

Das ist neu.

"Die Folgen von Corona spüre ich heute noch extrem. Ich habe seit fast sechs Monaten meinen Geruchs- und meinen Geschmackssinn komplett verloren. Ich habe einen Lungenschaden erlitten (...)."

Die Arme. Gute Besserung an dieser Stelle.

Warum man nun bei Krankheiten denjenigen verklagen dürfen soll, bei dem man sich angesteckt hat, erschließt sich mir trotzdem nicht wirklich. Das ist neu. Bei meiner viral ausgelösten Lungenentzündung samt Krankenhausaufenthalt vor einigen Jahren ging das noch nicht. Von der alljährlichen Grippe ganz zu schweigen.

Ischgl ist auch Warnung für sorglose jüngere Menschen

Die ersten schweren Verläufe hierzulande hat es bei teilweise relativ jungen und gesunden Skifahrern gegeben, die aus Ischgl zurückgekehrt sind. Sie hatten bei den Apres Ski-Partys in geschlossenen Räumen langanhaltenden engen Kontakt mit Infizierten. https://kurzelinks.de/3vaw

Enger, langanhaltender Kontakt zu Infizierten in geschlossenen Räumen, das sind die Bedingungen, die es dem Virus leicht machen, schnell in die Lunge vorzudringen.
Derzeit meiden die meisten solche Bedingungen und so kommt es weniger zu schweren Verläufen.

Daraus schließen die Oberschlauen, die Pandemie sei vorbei.

Es war nicht Ischgl - siehe scinexx.de

Zu der Sache sage ich mal:

bitte lest mal bei scinexx quer. Es war nicht Ischgl! Die Infektionen kamen aus China.

https://www.scinexx.de/news/medizin/wie-das-coronavirus-nach-europa-kam/

Erst im zweiten Anlauf: Als im Januar 2020 die ersten Fälle von Covid-19 in Deutschland auftraten, waren sie nicht der Startpunkt der europäischen Corona-Pandemie – dieser erste Ausbruch wurde erfolgreich eingedämmt, wie nun Genanalysen bestätigen. Erst mit der Einschleppung von SARS-CoV-2 aus China nach Italien konnte sich das Virus ausbreiten. Auch in den USA war es erst eine zweite Einschleppung, die den Siegeszug der Seuche ermöglichte.

Seit ihrem Ursprung im chinesischen Wuhan hat sich die Corona-Pandemie über die gesamte Welt ausgebreitet. Dabei sind trotz der eher niedrigen Mutationsrate des Coronavirus zahlreiche leicht unterschiedliche Varianten von SARS-CoV-2 entstanden.

Schuld

Diese ewigen Schuldzuweisungen sind mittlerweile wirklich ermüdend. Merkwürdig nur, dass niemand mehr dem Ursprung die Schuld zuweist. Da hört man gar nichts mehr. Aber alle anderen haben Schuld. Ischgl, junge Leute, Reiserückkehrer, Hochzeiten, Beerdigungen uvm. Dem einfachen Bürger Schuld zuzuschieben ist anscheinend einfacher....

Martina B. als warnendes Beispiel

Es werden von Kritikern der Maßnahmen gerne nur die Zahlen der an COVID-19 Verstorbenen als Referenz genommen.

Die Dame, die in diesem Artikel zu Wort kommt, verdeutlicht aber die durchaus schwerwiegenden Folgen einer Ansteckung mit diesem Virus.

Ich kenne ebenfalls Menschen persönlich, die an Folgen dieses Virus zu leiden haben. Glücklicherweise nicht so akut wie Martina B., aber alleine der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns wäre für mich eine massive Einschränkung meiner Lebensqualität.

Die Verantwortlichkeit der Behörden in Ischgl ist sehr genau zu untersuchen. Der Verdacht aus wirtschaftlichen Gründen die Gesundheit von Menschen gefährdet zu haben, besteht mMn zurecht.

Ischgl nicht der einzige Ausgangspunkt

Zweifellos ist Ischgl einer der Ausgangspunkte für die Verbreitung des Virus, aber zuvor waren schon die 3 internationalen Flughäfen von Mailand ein Ausgangspunkt für die frühe und zunächst unerkannte Verbreitung in Nordialien.

@ 11:22 Zeitlos-Geistlos

"Selbst Schuld"
Meiner Meinung nach nur bedingt. Wenn Sie eine Reise gebucht haben können Sie diese Ihrerseits nur dann kostenlos stornieren wenn eine Reisewarnung vorliegt. Das war nicht der Fall wie das in Deutschland idR auch selten schnell der Fall ist. Stattdessen gibt es meist nur Reise-Hinweise die schwammig sind und auf deren Basis der Kunde nicht kostenlos stornieren kann, was nicht nur verbraucher-unfreundlich ist sondern wahrscheinlich auch zu höheren Fallzahlen geführt hatte da ansonsten mancher zuhause geblieben wäre.
Ich hatte damals die Berichte aus Island verfolgt; man ist und reagiert dort fast immer schneller als bei uns und ist auch konsequenter.

Grundlagen...

...des modernen menschlichen Handelns (mehr oder weniger chronologisch):

Betrifft mich nicht.
Mir passiert nichts.
Die anderen sind Schuld.
Warum hat die Politik nichts getan?
Entschädigt mich.

Oder in drei Worten:
Ich, ich, ICH!

@um 11:36 von rossundreiter

„ Warum man nun bei Krankheiten denjenigen verklagen dürfen soll, bei dem man sich angesteckt hat, erschließt sich mir trotzdem nicht wirklich. “

Sollte mich jemand absichtlich anhusten oder anspucken, dann ja. Aber bei einer „normalen“ Ansteckung? Sollte sowas passieren, geht irgendwann keiner mehr zur Arbeit oder Schule, aus Angst vor Regressansprüchen. Und jetzt kommt Herbst/Winter. Wenn jeder, der auch nur einmal niest oder hustet sofort 2 Wochen zuhause bleiben muss, wer arbeitet dann noch?

Wenn das Kind im Brunnen ist, hilft Klagen nicht wirklich weiter

„Von dort verbreitete sich das Virus nach ganz Europa - weil Behörden zu spät reagierten, sagen Betroffene, die nun klagen (…)“/
„Von Ischgl in die Welt - Wer ist dafür verantwortlich? Wo liegen gegebenenfalls die Versäumnisse?“

Die liegen nicht zuletzt in fehlender grenzübergreifender (und jedermann zugänglicher) Kommunikation und falscher Fokussierung; siehe dazu einen Auszug aus der Meldung „Von Ischgl nach ganz Deutschland“ (tagesschau.de/investigativ/br-recherche/ischgl-corona-101.html) vom 01.04:
„Erste Warnungen aus Island
Am 5. März erklärte Island den beliebten Skiort Ischgl zum Risikogebiet. Davor hatte das Land bereits über das Europäische Frühwarnsystem auf das Cluster Ischgl aufmerksam gemacht. Eine offizielle Warnung folgte daraus nicht - weder in Tirol, noch in Deutschland“.

Und v.a. falschen Prioritäten: „Zweitens: Vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen ließen die Tiroler Landesregierung und Sanitätsbehörden den Skibetrieb in Ischgl bis zum 13. März aufrechterhalten“

Der von einigen gern

Der von einigen gern hochgehypte Kurz steht bei Ischgl völligem Versagen gegenüber. Mal sehen, ob er die Größe hat, zu seinem Versagen zu stehen.

@ 11:22 von Zeitlos-Geistlos

„ Selbst Schuld!“

Die Touristen? Wie kommen Sie darauf? Die haben sich sogar vorher erkundigt. In Ischgl. Das liegt in Tirol in Österreich. Ihr Zitat vom RKI bezieht sich auf Südtirol in Italien. Das würde bedeuten, man bleibt am Besten ganz zuhause, wenn irgendwo Corona auftritt.

Vermutlich wussten es sogar die Hotels in Ischgl zum Zeitpunkt der Auskunft nicht besser.

Ob es jemand gewusst hat und ab wann man hätte anders reagieren sollen ist genau Gegenstand der Klage.

11:36 von rossundreiter

«Warum man nun bei Krankheiten denjenigen verklagen dürfen soll, bei dem man sich angesteckt hat, erschließt sich mir trotzdem nicht wirklich.»

Dies wird sich Ihnen auch dann nie erschließen, wenn Sie nachgrübeln, bis die Birne qualmt. Bei wem sich wer ansteckte, ist sowieso nicht rauszufinden.

Die Klage richtet sich gegen Politisch Verantwortliche, die wider besseres Wissen um akut bestehende hohe Infektionsgefahr in Ischgl nichts unternahmen. Aber so taten, als sei nie was gewesen … und der Rummel im Trubel in der Hütte kann ruhig weitergehen.
Damit die Hütte brummt, und der Rubel rollt.

Das Bundesland Tirol, und der Staat Österreich werden verklagt !

Mit Verlaub, ...

... ich halte es für typisch deutsche Beamten-Mentalität, immer irgendwen haftbar machen zu wollen, wenn etwas nicht so läuft wie geplant.

Erstens ist ein Hotelier keine Instanz, die verbindlich gesundheitspolitische Informationen geben kann. Der wusste am 8. März auch nicht mehr als andere. Sie hätte auch den dortigen Briefträger fragen oder gleich zu Hause bleiben können.

Zweitens ist "überstürzt abreisen" zu müssen auch nicht per se gleich ein Problem. Die absolute Zahl sagt noch nichts darüber, was sich daraus ergibt, schließlich drängten sich ja Tausende abends in den blöden Bars. Und wenn die Straße voll ist, macht man als kluger Mensch am Straßenrand einfach Pause.

Und dass es drittens für andere noch übler ausgegangen ist, weil die "ihre Lieben verloren" haben, macht die Ansprüche der Dame nicht legitimer.

Es ist bedauerlich für alle, die Schäden davongetragen haben. Aber vielleicht wäre es sinnvoller, die vertuschende chinesische Regierung zu verklagen ?!

Zwiegespalten

Ich sehe die Verantwortung der Österreichischen/ Südtiroler Regierung, der sie nur schleppend nachgekommen ist. Keine Frage. Schlimmer noch ist die kurzfristige "Auflösung" gewesen, die dazu führte, dass der Virus in aller Damen Länder ging. Anderseits aber finde ich es zu billig, so zu tun, als habe es keine Infos gegeben. Das Thema Corona war auch schon Anfang März verstärkt in den Medien. Es hatte jedem klar sein können, dass es keine gute Idee ist, zu verreisen. Ich sehe, dass wir in puncto Klagementalität immer mehr den US-Weg gehen, finde dies aber nicht gut, da so jegliche Eigenverantwortung weggeschoben wird. Aber das ist menschlich. Wer sich sehr auf etwas freut, drückt gerne mal ein Auge zu, das ist normal. Natürlich tun mir die Betroffenen leid, dennoch ganz ohne Eigenverantwortung geht es nun mal auch nicht.

@ rossundreiter, um 11:36

Natürlich können Sie nicht "denjenigen" verklagen, bei dem Sie sich eine Lungenentzündung (oder vielleicht auch eine Erkältung) eingefangen haben.
Wenn aber, wie bei Corona, eine Pandemie grassiert, vor deren Ansteckung weltweit gewarnt wird, ist das, wie im Fall Ischgl, eine ganz andere rechtliche Situation.
Hier ging definitiv Gier vor Geist - und das könnte im Nachhinein teuer werden.

Aber erst ist abzuwarten, ob die Klagen überhaupt angenommen werden; falls ja, könnte das für Austria evtl. teuer werden.

(Doch sagt mir mein Gefühl, dass es soweit nicht kommen wird, denn dann rollt eine Prozess-Pandemie um die Welt...)

@VfG

Nein, die Oberschlauen schließen aus den derzeitigen Infektionszahlen, dass der Virus für jüngere und gesunde Menschen völlig ungefährlich ist und dass eben die Älteren und Kranken geschützt werden müssen; ohne dabei Panik zu verbreiten.

Immer noch plausibler, als

Immer noch plausibler, als wenn Landräte (Speer) und Innenminister (Herrmann) aufgrund von Berichten in der Boulevardpresse die Schuld von ferne zuweisen - wie im Fall der "Superspreaderin", die "durch die Bars gezogen" sein soll (die aber gar nicht öffnen durften) oder eine hohe Strafe wegen Verstoßes gegen eine behördliche Anordung bekommen solle (in meinen sieben Lebensjahrzehnten kenne ich als strafbewehrt nur schriftliche, mahn- und klagefähige Behördenanordnungen, nicht, wie vom Innenminister hier gefaselt wurde: "Man hat ihr ja wohl geraten, empfohlen, ihr gesagt, sie muss (...)".
Auch die Vorgänge von Ischgl kenne ich natürlich nur aus der Presse, aber anscheinend hat man hier noch die letzten Umsatztage wider besseren Wissens "mitnehmen" wollen. Ob Wirte und Genehmigungsbehörden sich schuldig gemacht haben, werden die Gerichte jetzt ja prüfen.

Klagen darf erstmal jeder.

Das diese Klage völlig sinnfrei ist, werden die Richter dann schon urteilen.
Was diese ganze Corona-Panikmache verursacht, sieht man wieder schön an diesem Beispiel.
Ich würde sagen, manche haben nicht nur ihren Geschmackssinn verloren.

Letztenendes ist jeder selbst für sich Verantwortlich

Hallo zusammen,

ich werde mich wohl jetzt unbeliebt machen, aber Fakt ist:

1. Das Thema Corona ist seit Jahresanfang in aller Munde
2. Ich brauche keinen Hotellier oder einen Tourismusverband oder Regierungen von Tourismusländer zu fragen, wie sicher die Lage ist, denn diese Gruppe hat ein massives (wohl auch existentielles) Eigeninteresse und ist keine objektive Ansprechpartner
3. Der gesunde Menschenverstand reicht aus um zu wissen, dass ein hohes Ansteckungsrisiko bei dichtem Gedränge herrscht.
4. Viele Menschen kümmert es nicht, Hauptsache die eigenen Lebens- und Freizeitgewohnheiten nicht abändern (Urlaub, Parties. Ausflüge etc.). Dies sah man nicht nur im Winter sondern ja auch im Sommer. Es trifft ja immer nur die Anderen!

Und wenn man sich dann "überraschenderweise" ansteckt, dann ist man selbst ja nie schuld nur wieder die Anderen und es wird geklagt. Mir fehlt das Verständnis......

Viele Grüße
Tom

Argumente drehen, wie‘s grad passt

Wenn es die ersten schweren Verläufe bei den jungen gesunden Skifahrern aus Ischgl gegeben hat, warum argumentiert das RKI jetzt ganz aktuell, dass die wenigen schweren Verläufe und die geringen Sterbefälle dadurch zu erklären sind, dass überwiegend junge Menschen ohne Vorerkrankungen infiziert werden?
Und hoffentlich gilt in den europäischen Rechtsstaaten immer noch die Unschuldsvermutung bis das Gegenteil bewiesen! ist. Andernfalls wird demnächst jeder der in den Urlaub fährt oder sonst irgendetwas tut, was nach Meinung Einzelner zur Ansteckung beigetragen hat, verklagt. Dann werden Gerichte das nicht mehr schaffen, abgesehen davon, dass das Miteinander in der Gesellschaft gar nicht mehr funktioniert. Ich finde es jetzt schon erschreckend, siehe Faktenfinder zur jungen Dame aus Garmisch.

@11:41 von Demokratieschue...

Natürlich war Ischgl nicht der Ursprung, aber einer der Ausgangspunkte für Europa.

Zutreffend aber Ihr Zitat:
"Erst mit der Einschleppung von SARS-CoV-2 aus China nach Italien konnte sich das Virus ausbreiten."

Im Beitrag um 11:43 von VfG
"Ischgl nicht der einzige Ausgangspunkt"
wurde auch darauf hingewiesen.
Die 3 internationalen Flughäfen von Mailand haben wahrscheinlich zu der frühen Ausbreitung in Norditalien geführt, die zunächst nicht erkannt worden ist.

Es war hier in diesem Forum:

Es war hier in diesem Forum: weil es keine Reisewarnung für Österreich und Südtirol gab, hat hier mindestens ein Forist geschrieben, dass er seinen gebuchten Skiurlaub auch antritt, weil sonst ist ja das Geld weg...
Leichtsinnig, wie auch heute noch von einigen.

Warn-App

tja.....die warn-app sollten alle nutzen...dann würde sowas wie ischgl vielleicht in zukunft nicht oder zumindest weniger schlimm passieren...nur haben viele noch alte handys und können sich keine neuen geräte leisten!! schade...aber wie immer bei unserer regierung....es wird an der zielgruppe vorbei organisiert......hauptsache die klientel der lobbyisten wird bedient......

Artikel genauer lesen!

@ rossundreiter, 11:36
"Warum man nun bei Krankheiten denjenigen verklagen dürfen soll, bei dem man sich angesteckt hat, erschließt sich mir trotzdem nicht wirklich. "

Wenn Sie den Artikel genau gelesen hätten, wüssten Sie, dass gerade nicht diejenigen verklagt werden sollen, bei denen man sich angesteckt hat.

Verklagt werden sollen die Republik Österreich und das Bundesland Tirol, weil sie früher hätten eingreifen müssen.

Coronavirus !

Wenn durch Corona Menschen, wie hier beschrieben, zu so schwerwiegenden Schäden gekommen sind, ist dies schlimm und ich fühle mit diesen.
Nun aber Ischgl und Österreich alleine dafür verantwortlich zu machen, wäre nicht gerecht, denn der Ursprung war in China, und dort hat man erst einmal wie üblich vertuscht und tut dies auch heute noch.
Dann sollte nicht vergessen werden, dass nach dem Bekanntwerden aus China im Grunde fast alle Regierungen lange gepennt haben und zu zögerlich vorgingen. Da hätte schon jeglicher Reiseverkehr unterbunden werden müssen, um eine Ausbreitung auf der ganzen Erde zu vermeiden. Aber wie immer steht immer erst die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund, weshalb nur zögerlich und viel zu spät reagiert wurde.
Immer erst das Geld und noch einmal das Geld, und ganz zum Schluss vielleicht der Mensch !! Auch in D ist dies so !!
Bei diesen Klagen wird sehr wahrscheinlich nicht viel rüber kommen, weil die Politiker doch immer an einer Amnesie leiden !!!

11:52 von Minka04

"Sollte mich jemand absichtlich anhusten oder anspucken, dann ja. Aber bei einer „normalen“ Ansteckung? Sollte sowas passieren, geht irgendwann keiner mehr zur Arbeit oder Schule, aus Angst vor Regressansprüchen."

.-.-.

Oder man richtet sich dann halt doch danach:
Maske auf, Abstand von mindestens 1.5 m.

Wer dies verweigert, müsste zur Verantwortung gezogen werden, denke ich.

Und da man ja nicht weiß, wen dieser Verweigerer schon alles krank gemacht hat:
muss er - denke ich - grundsätzlich hohe Geldstrafen zahlen müssen.

Und dahin werden wir wohl auch kommen.

@ rossundreiter

Es wird nicht der Barmann oder ein anderer Tourist verklagt, bei dem man sich angesteckt haben könnte, sondern die Behörden, die ggfls. nicht oder zu spät reagiert haben.

Dies soll geklärt werden.

Hat also mit Ihrer Situation nicht viel zu tun.

... und was passierte in China?

Es herrscht (weitgehend) gesellschaftlicher Konsens, wenn z.B. Auto- oder Mikrowellenhersteller zu hohen Geldstrafen und Schadensersatzforderungen verurteilt werden sollte eine Gefahr von deren Produkten ausgehen oder Personen geschädigt werden.
Warum sollte das hier nicht gelten, wenn durch Fehlverhalten der zuständigen Behörden oder der Gastronomen Menschen zu Schaden gekommen sind?

Wenn sich nach der Aufarbeitung der Ereignisse herausstellt, dass es auch in Wuhan oder China insgesamt zu fahrlässigem oder gar grob-fahrlässigem Verhalten gekommen ist, dürfte die Schadensersatzforderung alles bisher dagewesene übertreffen. Dagegen war der Millarden teure Dieselgate geradezu ein Kavaliersdelikt.

12:28 von tagesschlau1

"Das diese Klage völlig sinnfrei ist, werden die Richter dann schon urteilen.
Was diese ganze Corona-Panikmache verursacht, sieht man wieder schön an diesem Beispiel.
Ich würde sagen, manche haben nicht nur ihren Geschmackssinn verloren."

,.,.,

Sie verhöhnen also noch die, die knapp der Intensivstation entkommen sind und schlimme Dauerschäden bekommen haben.
Sie meinen, die hätten auch ihren Verstand verloren und seien unzurechnungsfähig in ihren Aussagen?

Sauber.
Mir bleibt da die Spucke weg, und ich ahne langsam das Ausmaß der Gehässigkeit derer, die von "Panikmache" sprechen und die Krankheit vorantreiben wollen.

@ erst denken - erst lesen!

Es wird niemand verklagt, weil er jemanden angesteckt haben könnte.

Verklagt werden die Behörden.

@meinungist...

"Nein, die Oberschlauen schließen aus den derzeitigen Infektionszahlen, dass der Virus für jüngere und gesunde Menschen völlig ungefährlich ist und dass eben die Älteren und Kranken geschützt werden müssen; ohne dabei Panik zu verbreiten."

Ja, das ist oberschlau. Bloß, wie die Älteren und Kranken geschützt werden sollen, das weiß keiner.
Der beste Schutz ist dann gegeben, wenn sich alle an die Vorsichtsmaßnahmen halten. Ausnahmslos alle.

Wie ich gerade in den letzten Tagen am eigenen Leibe erfahren habe, wird nichts für den Schutz der besonders Gefährdeten getan. Nichts!

@ tagesschlau

Warum fragt man nicht Sie, bevor man sinnlos Kosten verbrennt.

Sie wissen ja offensichtlich bereits, was unter Anwendung des österreichischen Amsthaftungsrechts herauskommen wird. Wozu beschäftigen sich dann überhaupt ausgebildete Juristen mit solchen Fragen?

Vielleicht könnten Sie ja auch in Deutschland das ein oder andere Gericht ersetzen?

Chapeau!

11:41 von Demokratieschue...

Es hat auch noch nie jemand behauptet, dass der Ursprung des Virus das Skigebiet Ischgl ist. Von Anfang an haben sämtliche Medien auf Wuhan geschlossen. Aber... wer 1 + 1 zusammenzählen kann, der kennt den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Ursprung des Entstehungsraumes und den Ursprung des Verbreitungsortes.
Dass das Virus erst einmal irgendwie von China nach Ischgl kam, scheint irgendwo logisch. Ischgl war der Ort, von dem aus es sich weiter rasant in Europa verbreitet hat.

Am 23. September 2020 um 12:28 von tagesschlau1

Zitat: Ich würde sagen, manche haben nicht nur ihren Geschmackssinn verloren.

Sie haben vollkommen Recht. Berichte von Langzeitbetroffenen über Auswirkungen, die über den Verlust nur des Geschmackssinns hinaus gehen, sind ergreifend.

Chronologien

Sie schieben den Opfern die Schuld zu, die am 8. März (ein Sonntag!) und berufen sich dafür auf TAZ-Chronologie mit einem Eintrag zum 8. März.

Chronologien werden i.d.R. nachträglich erstellt. Für den 8. März nennt sie auch nur die Krisenstäbe und das RKI als diejenigen, die von vermehrt positiven Tests von Rückkehrern aus Südtirol wussten.

Entscheidend ist aber, wann die Öffentlichkeit davon erfuhr. Vermutlich zu spät für diejenigen, die schon am 8. März angereist waren.

Es war vermutlich falsch, sich auf die Aussagen des Hoteliers zu verlassen - die aber von den Behörden bestätigt wurden.

Tatsache ist, dass die Lokale erst am 10. März geschlossen wurden und die Quarantäne erst am 13. März verhängt wurde.

Ich sehe da nichts von "Selbst schuld".

Hier haben offensichtlich wirtschaftliche Interessen Vorrang gehabt vor dem Schutz der Urlaubenden vor möglichen gesundheitlichen Schäden. Solchen Leuten kommt man nur auf eine Art und Weise bei: man verklagt sie auf Schadensersat

Ischgl hin oder her

Dieses Rumgeklage, wenn die Klage durchkommen sollte, dann kann auch jeder der in Deutschland geblieben ist, die Ischgl Urlauber verklagen? Kann teuer werden ....

Es war bekannt 2019 November / Dezember das was rumgeht, deshalb habe ich auch Urlaub abgesagt, gut habe von dem Geld ein Teil verloren, aber wer sich Reisen leisten kann, kann auch in den sauren Apfel beißen. Das ist meine Meinung.

Alle die sich angesteckt haben Herzliches Beileid und gute Besserung.

@Traumfahrer

Nachdem auch hier im Forum bis heute einige die Gefährlichkeit des CoronaßVirus bis heute leugnen, möchte ich mir nicht vorstellen, was passiert wäre, hätte die deutsche Regierung im Februar wie von Ihnen gefordert die Grenzen dicht gemacht.

Die Höhe der Akzeptanz kann sich glaube ich jeder vorstellen.

Insofern eine sehr unrealistische Forderung.

@Sausewind 12:39

"Und da man ja nicht weiß, wen dieser Verweigerer schon alles krank gemacht hat:
muss er - denke ich - grundsätzlich hohe Geldstrafen zahlen müssen.

Und dahin werden wir wohl auch kommen.
"
Ich kann nur hoffen, uns Sie irren sich. So einen Staat hatten wir schon mal. Das wollten wir eigentlich hinter uns lassen.

@maritaD, 12:37

"Verklagt werden sollen die Republik Österreich und das Bundesland Tirol, weil sie früher hätten eingreifen müssen."

Das ist ja rechtlich schnurz wie schnuppe (Artikel wurde natürlich wie immer gelesen).

Entscheidend ist, ob man jemanden für die eigene Ansteckung verantwortlich machen kann.

Bei den politischen Entscheidungsträgern ist es im Grunde noch viel spannender. Was ist bei der nächsten Grippe? Da klagt man dann gegen die Regierung aufgrund von Infektionsschutzmaßnahmenmangel?

Natürlich wären da die Summen geringer wegen der geringeren gesundheitlichen Beeinträchtigung, aber das entkräftet ja nicht das "Ob"...

Es ist gut, dass der Klageweg

Es ist gut, dass der Klageweg beschritten wird. Sollte es zutreffen, dass aus wirtschaftlichen Gründen - trotz Kenntnis der Sachlage - keine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus vorgenommen wurden, dann ist dies eine strafbewehrte Handlung bzw. Unterlassung, die auch zivilrechtliche Folgen nach sich ziehen kann. Die verantwortlichen Personen/Institutionen sollten deshalb auch zur Verantwortung gezogen werden.

Am 23. September 2020 um 12:31 von Erst denken

Zitat: Und hoffentlich gilt in den europäischen Rechtsstaaten immer noch die Unschuldsvermutung bis das Gegenteil bewiesen! ist.

Der Begriff "Unschuldsvermutung" ist ein Begriff aus dem Strafrecht. Hier geht es wohl eher um Staatshaftungsrecht oder Zivilrecht . Derjenige, der einen Anspruch geltend macht muss, in aller Regel beweisen, dass die Voraussetzungen der Anspruchsgrundlage, auf die er sich beruft, vorliegen.

Klagen ...

Genauso gut kann man die deutschen Behörden (RKI) verklagen, dass sie die Meldungen aus Island ignoriert
und Ischgl nicht zu Risikogebiet erklärt haben.

Genauso gut kann man alle die verklagen, die Karnevals- und andere Veranstaltungen zugelassen haben.

Die Folgen all dieser Versäumnisse, z.B. auch, dass trotz Symptomen in D nicht oder erst spät getestet wurde, sind sehr tragisch.

Jeder mit Symptomen, der damals nicht getestet, sondern nur in Quarantäne geschickt wurde, muss nun untersucht werden, ob und welche Schäden er davon getragen hat.

Wenn alle diese Leute klagen würden, gegen Ärzte, Gesundheitsämter, BMG, ... ,
dann würden sich Gerichte und ggf. der BMG ganz schön umschauen.

Urlaub

Aber Urlaub ist doch kein Grundbedürfnis, man hätte es doch auch lassen können. Es gibt bestimmt viele, die aus Angst vor Krankheiten oder Unfällen keinen aufwändigen Urlaub antreten weit weg.
Die Risiken sollte man vorher abwägen. Evtl. sich nicht in Menschenmengen begeben, den Urlaub umplanen - also kein Buffet mit vielen Hotelgästen, eher Wandern als Schlange stehen am Lift, Butterbrot statt Hüttengaudi.

Ich denke, auch die Urlauber wollten gern in Urlaub und waren froh, dass es doch nochmal geklappt hat. Die meisten Deutschen waren zu dem Zeitpunkt noch nicht so stark alarmiert. Man wusste aber schon was, man hätte sich informieren können.

Und wenn es einem in Tirol gefällt, dann verklage ich doch nicht die Urlaubsregion. Vielleicht geht dadurch dann noch mehr pleite. Vielleicht wollen die Kläger aus Verdruss jetzt nie wieder dort Urlaub machen.

@12:31 von Erst denken

"warum argumentiert das RKI jetzt ganz aktuell, dass die wenigen schweren Verläufe und die geringen Sterbefälle dadurch zu erklären sind, dass überwiegend junge Menschen ohne Vorerkrankungen infiziert werden?"

Das ist nur EINER der vom RKI genannten Gründe dafür, dass es derzeit wenige schwere Verläufe gibt. Dr. Drosten z.B. nennt 4 Gründe: https://kurzelinks.de/7fob

Die Menschen halten sich derzeit meist nicht dichtgedrängt in engen unbelüfteten Räumen wie beim Apres-Ski auf.

@ 12:49 von Demokrat49

„ Es wird nicht der Barmann oder ein anderer Tourist verklagt, bei dem man sich angesteckt haben könnte, sondern die Behörden, die ggfls. nicht oder zu spät reagiert haben.

Dies soll geklärt werden.“

Sie haben natürlich recht. Gar keine Frage. Nur wozu führt soetwas. Dann könnten wir auch unsere Behörden und Politiker oder das RKI verklagen, wegen einigen Punkten (Händewaschen reicht, Masken sind unnötig . Karneval, volle Stadien usw.). Ich denke eine Flut von Klagen würde das Land überschwemmen.

ja ne is klar

Am 23. September 2020 um 12:37 von tiger02
tja.die warn-app sollten alle nutzen.dann würde sowas wie ischgl vielleicht in zukunft nicht oder zumindest weniger schlimm passieren.nur haben viele noch alte handys und können sich keine neuen geräte leisten!! schade.aber wie immer bei unserer regierung.es wird an der zielgruppe vorbei organisiert.hauptsache die klientel der lobbyisten wird bedient.

Zitat Ende (erkennbar an den Großbuchstaben, Punkte sind keine Rudeltiere)

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll:
Im März war die Warn-App noch nicht da.

Der durchschnittliche Ischgl-Besucher hat das Neueste der neuen Schickeriahandies

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