Kommentare - Mesut Özil tritt aus Nationalmannschaft zurück

22. Juli 2018 - 20:10 Uhr

Mesut Özil tritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurück. Der Weltmeister zieht damit die Konsequenzen aus der Affäre um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. Er wolle nicht länger als Sündenbock dienen.

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Kommentare

Özils Rücktritt war überfällig

Die heutigen Statements zeigen, wes Geistes Kind Özil ist. Da stilisiert er sich noch zum Opfer von Rassismus und Ethnozentrismus. Tatsächlich ist Özil allein über sein eigenes Verhaltens gestolpert. Seine politische Naivität, medienpolitisch naive Berater und auch nach zwei Monaten die fehlende Einsicht in eine desaströse PR-Aktion für den Autokraten Erdogan. Özil erntet nicht Kritik, weil er türkischstämmig ist, sondern weil er nicht unterscheiden kann zwischen Demokratie und Autokratie. Als deutscher Nationalspieler ist er nicht nur Repräsentant einer überaus renommierten Nationalmannschaft. Er repräsentiert auch gegenüber der Jugend die demokratischen und pluralistischen Werte des Landes. Demonstrativer Wahlkampf für den autoritären Despoten Erdogan, der Bürgerkrieg gegen die Kurden, die freie Presse und die Demokraten der Türkei führt, ist damit nicht vereinbar. Nicht dem türkischen Moslem, sondern dem fragwürdigen Demokraten Özil gilt die anhaltende Kritik.

Das Recht, als Sportler einen Despoten zu Huldigen.

Mir tun die rassistischen Hetzereien gegen ihn unendlich leid, das war wirklich widerlich. Aber sachliche Kritik muss er sich dennoch gefallen lassen, denn sie kam nicht nur aus der Nazi-Ecke - da wollte sich jemand die Sache wohl mit einem hierzulande wirksamen Todschlagargument „Rassismus“ zu einfach machen. Özil hat sich mit seinem Schweigen und dann mit seiner logikentkernter Erklärung von heute selbst keinen Gefallen getan.

Herr Özil mag nur ein Fußballer sein und bloß einen Amtsträger getroffen haben, aber nach seiner Logik hätte jeder deutschstämmige Sportler damals den Diktator treffen dürfen, ihn als „seinen Führer“ bezeichnen dürfen, und wäre mit dem Deckmantel „Fußball“, fein raus - es ist ja keine Politik. Geht’s noch? Außerdem, von welcher Doppelmoral spricht er?

@ Caparzo, 22:08

Ist unvollständig, was Sie sagen:
Herr Özil ist deutscher Staatsbürger, ja.
Und: Er ist oder war Teil der deutschen Nationalmannschaft und nicht ein unbekannter Kicker in einem drittklassigen Fußballverein.
Also ist es kein “persönliches Ding“, was er gemacht hat.

@mündig12

ich stimme Ihnen voll zu. Weiterhin Özils Rassismusvorwurf in der türkischen Community gerne ein Totschlagargument in ihrer bisweilen selbst gepflegten Opferrolle

Es war nicht mehr zu retten

Herr Emre Can hat es abgelehnt, so ein Foto zu machen. Niemand unterstellt ihm nun, seine Wurzeln verraten zu haben.

Jemand wie Erdogan, der 100.000 Menschen aus ihrer Arbeit entlässt, Unschuldige in Haft steckt ohne Anklage und das Volk der Kurden pauschal als Terroristen verurteilt und militärisch angreift, mit dem gehe ich eben nicht auf ein Foto.

So hat er ein Foto mit ihm gemacht, dabei aber eben seine Landsleute verraten, die Ergodan unschuldig zum Opfer gefallen sind. Damit kann man auch seine Wurzeln verraten oder zählt ein Präsident mehr als der einzelne Bürger?

Özil hat jetzt die politische, nicht die sportliche Verantwortung für das Foto übernommen. M.E. war das unumgänglich.

Özil ist in einem Alter,

... wo man sehr genau weiß, welche Auswirkungen bestimmte Bilder haben. Der DFB hätte sofort die Konsequenzen ziehen müssen und ihn aus der Nationalmannschaft ausschließen müssen, wie es mit jedem Spieler passiert wäre, der sich mit Gauland hätte ablichten lassen. Statt dessen erklärt Özil seinen Rücktritt mit der Begründung von Anfeindungen und Rassismus aus der deutschen Bevölkerung und den Medien.

re özdemir-57

" Leider sind die Mehrheit der Deutschen zurzeit nicht Wahrnehmungsfähig. Sie lassen sich von einem Özdemir, von einer Dagdelen und sogar von einem Sektenführer den Weg zeigen, wenn's um die Türkei geht."

Aug jeden Fall lässt sich die Mehrheit der Deutschen nicht von einem autokratischen Faschisten den Weg zeigen.

Auch aus Erfahrung mit solchen Personen.

Die Suche nach dem ...

Bauernopfer.

Sie ist endlich beendet, nun kann man sich wieder wundern warum es dennoch nicht klappt.
Ich glaube kaum dass das frühe Ausscheiden mit dem Besuch bei Herrn Erdogan zutun hat.
Die Mannschaft hat schlecht gespielt und das nicht seit dem Treffen mit dem Präsidenten, sie haben schon vorher schlecht gespielt und das Ausscheiden ist der gerechte Lohn für deren Leistung.
Einiges lag wohl daran das viele Spieler schon "satt" waren und zu wenig junge durchaus talentierte Spieler zum Einsatz kamen.

Jegliche Diskussion über Menschenrechte finde ich mehr als unpassend, solange wir Menschen willendlich im Mittelmeer ersaufen lassen, solange braucht hier keiner mit Menschenrechten ankommen.

Mesut Özil war eine

Mesut Özil war eine Bereicherung für die deutsche Nationalmannschaft und ich finde es schade, dass er jetzt zurückgetreten ist.

Nach dem mir unverständlichen Verhalten von Bierhoff und Grindel, die ihn nach dem WM-Aus noch einmal zu einer Stellungnahme wegen des Fototermins mit Erdogan nötigten, habe ich ein gewisses Maß an Verständnis für seinen Rücktritt.

Allerdings sollte Herr Özil auch Fehler im eigenen Verhalten sehen. Wenn er sich werbewirksam mit Herrn Erdogan fotografieren lässt, der bekanntlich nicht an einer Integration von türkischstämmigen Menschen in Deutschland interessiert ist, und der auch gerne mal unter der Gürtellinie gegen Deutschland wettert, dann sollte ihm klar sein, dass er damit nur denen in die Karten spielt, die nicht an einer Integration von türkischstämmigen Menschen in Deutschland interessiert sind.

da gibt es wichtigeres

Ja, schade, ein Weltmeister tritt zurück und teilt noch einmal aus. Ja, man kann zwei Seelen in sich haben, aber dann muss man trotzdem keine Wahlkampfwerbung für einen umstrittenen Oligarchen machen. Ja, die Kommunikation des DFB war grottig. Aber mehr ist es auch nicht, nur der Rücktritt eines Fußballers. Da gibt es doch in der Weltgeschichte viel wichtigere Dinge,

Mesut Özil spielt nicht mehr für Deutschland

Es wäre sicher besser für Mesut gewesen, wenn er sich direkt geäußert hätte.
Da er kein Dummkopf ist, hätte er eigentlich damit rechnen müssen, dass dies ein riesen Wirbel geben würde. Aber dann stur bleiben und meinen, dies aussitzen zu können, auch das hätte er als erwachsener Mensch erkennen müssen.
Nun ist aber mit seiner Rücktrittserklärung das Schlechteste eingetreten, was kommen konnte.
Vollkommen recht hat er, dass er vom DFB und Anhang enttäuscht ist. Das ist leicht nachzuvollziehen, weil man bei einer solch stümperhaften Führung nichts anderes erwarten konnte.
Wenn man nicht schnellstens reagiert und diesen unfähigen "Herrn" Grindel rausschmeißt, geht der deutsche Fußball dem Ende entgegen. Grindel hat schon mehrfach bewiesen, dass er nicht in der Lage ist, einen solchen Verband zu führen.
Normalerweise müßte er von sich aus den Hut nehmen. Aber diesen Charakter hat er nicht. Er hat dem Ansehen des DFB sehr geschadet.

Nun hat der rechte Mob (was

Nun hat der rechte Mob (was für mich nichts anderes als Nazis in Nadelstreifen sind) sein Ziel erreicht...
..galt noch für "Othello" der Spruch -> der Moor hat seine Schuldigkeit getan der Moor kann gehen...
..waren es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Juden die als Sündenböcke für alles herhalten mussten und letztlich als Volks hier in Europa fast ausgerottet wurden...
..sind jetzt im 21. Jahrhundert die "Türken" an denen jetzt sich die unsägliche deutsche Geschichte wiederholt!

Die Juden half keine Integration - selbst die Assimilation reichte nicht aus um sie aus dem deutschen Volk auszugrenzen und letztlich bestialisch zu vernichten...
..und der deutsche Spiesser hat sich regelrecht um deren zurück gelassene Eigentum geprügelt.
Es war abzusehen schon seit Jahrzehnten das den türkisch stämmigen deutschen Mitbürgern letztlich die gleiche Ablehnung drohen wird - völlig egal was sie auch machen - für den deutschen Nazi dürfen sie nicht dazu gehören - weil "Rassenschande"

Komplettes DFB-Versagen

Empörend!. Der Rücktritt ist kein Rücktritt aus Einsicht, sondern aus Trotz. Der DFB hätte der deutschen Nationalmannschaft diese Peinlichkeit ersparen können, wenn rechtzeitig angemessene Schritte gegen das unangemessene Verhalten von Özil eingeleitet worden wären.

Noch viele Nazis

Hätte nicht gedacht, dass es noch soviele Nazis in Deutschland gibt. Gut gemacht Mesut.

@ 21:59 von Sheldon Cooper @ 21:54 von rossundreiter

Na darauf habe ich gewartet. Natürlich musste das Beispiel eines Menschen kommen, der mit solchen Äußerungen im Prinzip sein Geld verdient.

Aber das ist nicht Deutschland.

Boateng spielt seit vielen Jahren in München und für die deutsche Mannschaft. Und alle sehen ihn als Fußballer.

Es geht absolut nicht um Rassismus.

Hätten sich die Fußballer mit einem Gauland ablichten lassen, wären sie für mich ebenso wenig als Nationalspieler tragbar.

Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, müssen einfach ihre Handlungen viel genauer überlegen, als ich kleines Licht das tun muss. Die Schuld dann auf andere abzuwälzen ist kleinkariert.

Drehen wir das ganze einmal um. Würde sich ein türkischer Nationalspieler mit deutschen Wurzel mit Frau Merkel ablichten lassen, und dann noch Geschenke machen, auf denen eindeutige Bekundungen stehen, gäbe es in der Türkei keine solche Diskussion. Soviel zum Thema Freiheit der Rede.

Ich bin Deutscher. Ich bin stolz darauf. Und ich bin kein Rassist.

Schade

Schade für Ozil; schade für Deutzschland; schade für die Integration; schade für das Brückenbauen; schade für das Verständnis zwischen den Nationen und den Menschen, die sich nicht klar zuordnen lassen.
Arrogant sind die Kommentare all derer, die nie solche Spannungen aushalten müsen, aber über andere ihr Urteil fällen, und für die Lokalderbys schon spannungsvoll sind.
Und wer weiß schon, was es heißt, prominent und Leistungssportler zu sein.
Wer gobal Geschäfte machen will, sollte auch gobal denken.
Schade, schade, schade. Mehr denken täte not.

Das würde ich mir auch nicht antun

So widerwärtig wie der DFB sich verhält, kann es für niemanden eine Ehre sein, für so einen Verband anzutreten, und für Bürger mit nichtdeutschen Wurzeln schon gar nicht. Wenn man seine Identität beim Pförtner abgeben und sie gegen eine rein deutsche eintauschen muss, dann ist dieser Verband das allerletzte auf was man als Deutscher stolz oder ähnliches sein könnte. Denn deutsch ist bunt ist Vielfalt ist international, der DFB ist das nicht. Herrn Özil muss man größten Respekt zollen, dass er dem Verband den Rücken kehrt. Und noch besser ist, dass er auch gegenüber den systemkonformen superdeutschen nicht klein beigibt und ihnen ihre Scheinheiligkeit öffentlich vor Augen führt.

22:14 von becube

Schlechter Stil

Wenn jemand schlecht Fußball spielt, sollte er auch Kritik ertragen, und nicht den Fans und Medien die Schuld zuschieben, indem man sie als Rassisten beschimpft.
Von Trump kann man offenbar viel lernen, was den Umgang mit Kritik betrifft.
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Schlechter Stil für misslungene Integration einen nominierten Fussballer, wie Trump, für alle Fehlleistungen des DFB s und Deutschland verantwortlich zu machen.
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Aber bisher fällt das ja nicht auf.

@Izzinho - Deutsch-Türken und Deutsch-Polen

Sie setzen zwei Gruppen gleich, die sich letztlich stark unterscheiden. Die Deutsch-Polen zeigen und zeigen eine stärkere Bereitschaft zur Integration, und dies auch schon vor 100 Jahren, als die Deutsch-Türken. Deren Festhalten an ihrer türkischen Identität und Verbundenheit zu ihrer Kultur des Herkunftslandes tritt viel deutlicher zum Vorschein als in der Vergleichsgruppe. Es hat auch mit der Religion zu tun.

Dieser Rücktritt hat ihn in

Dieser Rücktritt hat ihn in vielerlei Hinsicht in eine Position gebracht aus der heraus er in der Lage sein wird mit allen - von denen er geglaubt sie hätten ihm übel mitgespielt - in Ruhe persönlich aber auch öffentlich abzurechnen. Berechtigt oder nicht darüber kann und darf sich kein Außenstehender ein Urteil erlauben.

Glückwunsch zum Rücktritt. Kluge und ehrenrettende Entscheidung.

@21:54 von Izzinho

"Aber bei uns ist die Verbindung zum Land der Eltern halt immer noch da."

Das ist doch auch das Normalste der Welt und wird auch nicht verübelt. Aber dennoch kann ich diese 'Erdogan'-Aktion nicht nachvollziehen. Aber nicht nur Türken haben so ihre Empfindlichkeiten. Daran sollte man immer denken, wenn man in einem anderen Land eine zweite Heimat gefunden hat.

Bashing auf neuem Level

Das Bashing in Deutschland hat einen neuen Level erreicht. Je erfolgreicher man als Migrant ist, desto schlimmer wird es. Insbesondere an der Universität trifft man heutzutage häufiger auf solch diskriminierendes Verhalten und herunterreden von Leistungen. Falls es passt ist man deutsch, falls nicht ein Erdoğan -Anhänger...

Für "Deutschland"?

Was Özdemir57 (22:11) schreibt, möchte ich ausdrücklich bekräftigen.

Nach allem, was einem Herrn Özil in diesem Sommer (abseits des Platzes) auch aus höchsten Kreisen (Bierhoff, Grindel) widerfahren ist, kann man jedem Fußballballspieler mit migrativer Vorgeschichte nur empfehlen, in Zukunft drei-, vier-, fünfmal nachzudenken, ob er sein Können am Ball wirklich dieser deutschen Nationalmannschaft zur Verfügung stellen möchte!

Ergebnisse wie in Russland werden dann wohl häufiger vorkommen...

Jetzt kann ich ruhig schlafen

Super Anfang welche Konsequenzen. Wie beim Effenberg undankbar sind wir Menschen die Medien Ohnehin. Wir vergessen die Vergangenheit sehr schnell. Was haben diese Topspieler getan, Sie haben sich nicht zum erstenmal fotografieren lassen. Diese doppelmoral von uns wird immerwieder von manchen bewusst genutzt. Und da wundert man sich warum wir so vom Ausland schlecht Gestempelt werden.
Nicht nur wir haben einen Gehirn und Meinungsfreiheit.

Niemand sieht die Wahrheit, wie sie ist

Kein Kommentar hier scheint die Wahrheit wirklich zu erfassen, dabei ist sie so einfach:

Özil spielt und lebt doch schon seit Jahren nicht mehr in Deutschland, sondern in England. Er hat also gar nicht so richtig mitbekommen, wie die Menschen in Deutschland im Alltag immer rassistischer und ausländerfeindlicher wurden, darum konnte er solch eine öffentliche Reaktion gar nicht vorhersehen. Aus, basta. Alles andere ist Rumgerede.

Nüchtern betrachtet hatte er ein Foto-Shooting mit einem Präsidenten, der in Deutschland verhasst ist – das ist alles. Stellt euch mal vor, ihr zieht in die USA, bürgert euch dort ein. Merkel wird von Jahr zu Jahr mehr verhasst, weil sie nicht nach den Spielregeln der US-Medien und der Regierung spielt und sie lädt euch zu einem Foto-Shooting ein. Wer würde da ernsthaft ablehnen?

Menschen, die selbst keinen Rassismus erlebt haben, sollten übrigens die Klappe halten – nur die es selbst betrifft können urteilen, ob Özil recht hat. Ich finde, das hat er.

Ich bin kein Fußballfan, aber

Ich bin kein Fußballfan, aber ich finde es schade, dass Mesut Özil nicht mehr in der deutschen Nationalmannschaft spielen wird.
Ich habe keine türkischen Wurzeln, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich viele Mitbürger, die welche haben, ähnlich fühlen wie Özil - ob mit oder ohne deutschen Pass.
Es ist wohl für sehr viele momentan nicht einfach in Deutschland zu leben. Die (aus meiner Sicht sehr berechtigte) Kritik an Erdogan empfinden sicher viele als Kritik an der Türkei. Und nicht jeder interessiert sich für Politik und durchschaut alles, was dort vor sich geht.
Hinzu kommt die - durchaus häufig rassistische - Stimmungsmache gegen Muslime im Allgemeinen, die in der jüngeren Vergangenheit stark zugenommen hat.
Beim "Fall Özil" kam einiges zusammen, auch einiges, das nicht zusammen gehört.
Das Posieren mit Erdogan war auch aus meiner Sicht ein Fehler - die Reaktionen darauf waren allerdings auch nicht fehlerfrei.

Nunja,

so wie die deutsche Nationalmannschaft in dieser WM gespielt hat, war das Ausscheiden vorprogrammiert.
Die Spieler schienen einfach völlig uninteressiert, zu satt und selbstzufrieden.
Özils Fotos haben für mich damit nichts zu tun, obwohl ich von einem Nationalspieler etwas anderes erwartet hätte.

Die Mitgliedschaft in der Nationalmannschaft ist abgesehen vom Können auch eine Ehre. Die Ehre das eigene Land vertreten zu dürfen!
Das ist für mich der Knackpunkt: War Özil wirklich ein überzeugter Nationalspieler Deutschlands oder war dies nur ein Sprungbrett für Geld und Berühmtheit?

Gerade deshalb muss man von unseren Nationalspielern einen Verhaltenskodex erwarten, der keine Fragen offen lässt.
Diesen hat Özil mit diesem Auftritt mit Erdogan absolut verfehlt.

@ populist57, um 22:22

Danke für Ihre sachliche Sicht der Angelegenheit, der ich mich gänzlich anschließe.

Özil hat nicht begriffen

Genauso wenig wie im übrigen Gündogan, Bierhoff, Löw oder Grindel:

Es geht nicht um die Türkei, es geht nur um Erdogan. Ein einfaches Statement nach Veröffentlichung des Fotos, in dem sich beide Spieler von den demokratie-destabilisierenden Machenschaften Erdogans distanzieren, hätte die ganze Sache sofort komplett deeskaliert. Das ist es was die Medien, Sponsoren und Menschen in Deutschland erwartet haben.

Sein Rücktritt ist nun die einzig verbleibende Möglichkeit. Mit seinen Aussagen zu Grindel liegt er im Kern auch richtig. Mit seinen generellen Rassismus-Vorwürfen an die deutsche Gesellschaft liegt er komplett daneben.

@ Özdemir_57

Ach, da ist sie wieder diese stetige Opfermentalität. Die bösen Deutschen, die uns Türken eh rundheraus ablehnen und auf Özil rumprügeln, weil er sich als nützlicher Idiot eignet. Selbstreflexion? Komplett Fehlanzeige. Zu sowas wird man in Ihren Kreisen wohl nicht sozialisiert.

Özil hat einen Fehler gemacht & zeigt - wenn auch viel zu spät - endlich Verantwortungsbewusstsein. Er ist ein Idol für die Jungtürken & hat ein völlig falsches Signal gesetzt: "Ihr seid Türken! Keine Deutschen! Erdogan ist unser Präsident, nicht Steinmeier! & ich habe keine Probleme mit dessen menschenverachtenden Handlungen."

Mit solchen "Vorbildern" ist jedwede Integrationsbemühung bei vielen Jungtürken von Vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Gegenbeispiel: Emre Can! Er ist Türke & stolz darauf. Aber er ist der Einladung zum Fotoshooting demonstrativ fern geblieben! Geht also doch, die Heimat seiner Eltern zu ehren, auch ohne Erdogan zu umschwänzeln. Wir bräuchten mehr Cans statt Özils als Vorbilder!

Gut, aber Begründung falsch

... denn für die nächste EM oder WM wäre er zu alt. Die Mannschaft wird erneuert werden. Ich habe sowieso nicht verstanden, warum er und einige andere überhaupt aufgestellt wurden. Schade, so hat er sich selbst um ein schönes Abschiedsspiel gebracht.

Meiner Wahrnehmung nach ging das Unverständnis bzgl. des Fotos quer durch die Gruppe *aller* Fussballfans und war völlig unabhängig von der spielerischen Leistung im Turnier. Aber all diesen Fans eine "rechte" Gesinnung zu unterstellen ist ein weiterer, vermeidbarer Fehler.
Ich finde einige Fussballer reichlich eingebildet. Hier hätte ich das nicht erwartet und mir auch gern erspart.

Boateng nie verunglimpft?

„Nie wurde dieser in irgend einer Form verunglimpft.“
Wenn irgend jemand verunglimpft wurde wegen seiner Hautfarbe, dann der. Der Oppositionsführer im Deutschen Bundestag wollte ihn nicht als Nachbarn haben. Was er sonst mit Dschungelgeräuschen in deutschen Stadien erlebt haben mag, weiß ich nicht. Zum Schämen reicht der Quatsch von Gauland.

@Am 22. Juli 2018 um 21:31 von Kay 523

"Nein, Herr Özil, das war nicht anständig! Nach all den Vorkommnissen der Wochen und Monate davor, war dieses Treffen mit Herrn Erdogan einfach nur taktlos!"
Warum ist es für Merkel OK sich mit Erdogan zu treffen aber für Özil nicht? Erstgenannter hat Erdogan auch kurz vor einer Wahl mit einem Besuch geehrt und Merkel sollte politisch wesentlich korrekter sein als ein Fußballspieler.
Ich wünschte wirklich die Deutschen wären an Politik und Politikern so interessiert wie an Fußball, dann würde es diesem Land besser gehen. Aber solange praktisch jeder Deutsche die Nationalmannschaft auswendig kennt, incl. Alter, Vereine und Größe, aber nicht weiß wer vor 3 Jahren Vizekanzler war oder wenigstens welche Partei ihn gestellt hat, wird das mit diesem Land nichts mehr. Daran scheitert die Demokratie, an Fußballern deren politische Fehltritte mehr Resonanz verursachen als die der Kanzlerin. Armes Deutschland.

Teile Deutschlands benehmen sich recht scheinheilig...

... der Fussballer hat sich lediglich mit seinem amtierenden, demokratisch gewälten Präsidenten seiner Heimat Türkei ablichten lassen.
Mehr war das nicht, deutsche Sportler sieht man auch nicht selten auf Fotos mit Politikern.

Ob nun die türkische Politk oder die deutsche nichts Gutes im Schilde führt, mit seiner jeweiligen Bevölkerung, ist dabei Nebensache.

Empörungskultur

Er ist nicht der erste und wird nicht der letzte sein, der dieser ungezügelten neuen deutschen Lieblingsbeschäftigung geopfert wird. Egal welches Thema es ist, die Medien sind immer ganz vorne dabei. Alles muss bewertet werden: "unglücklich", "taktlos", "zynisch".

Aber Meinungsfreiheit ist für mich nicht die Toleranz von Gegenmeinungen. Sondern der Meinung die sie bekämpfen.
Auch Ösil darf eine persönliche Meinung haben. Wenn er dabei sein englisches Trikot verschenkt, muss man schon ziemlich einfallsreich sein ihn auf seine Funktion als Nationalspieler zu reduzieren.

Özil

Herr Özil teilt aus -dann aber bitte auch an Herrn Erdogan !!!!!! Oder hat er an ihm und seinem Führungsstil und seinen offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen nichts zu kritisieren??
Ich warte auf ebenso deutliche Worte und die Forderung auch seines Rücktrittes .

Özils Abgang

Was ist das für eine Integration? Das Gesamtbild entscheidet: Fußball ist eben mehr als nur sehr gut spielen...Özil war eher ein Schweiger- nicht nur beim Abspielen der Nationalhymne - er war kein Führungsspieler, er hätte mehr aus seinem Talent machen müssen...seine Stationen in seinem Fussballerleben waren eher geprägt vom familiären Ehrgeiz, zuletzt blieb er auch spielerisch meist blass... sein gecoachtes Schlussstatement in Englisch passt auch dazu...Abgang mit Paukenschlag ...trotzdem insgesamt traurig sein Verhalten.

22:21 von @ane

und was sagt jetzt Cem Özdemir?

Cem Özdemir hat die Kritik an M. Özil zum Anlass genommen, den Rücktritt von Bierhoff und Grindel zu fordern. Jetzt bereut M. Özil sein Auftritt mit Erdogan nicht einmal, sondern formuliert einen Rassismusvorwurf. In Sachen Rassismus hat ja C. Özdemir auch klare Vorstellungen, schließlich hat er die AfD im Bundestag als Rassisten bezeichnet.
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*
*
Wer bei den Spielern Özil und dem Doppelstaatler Gündogan nur einen Präsidenten fordert, der hat das jämmerliche Konstrukt deutscher Zweistaatlerschaft entlarft.

Mobben im Kampf gegen Despoten

Der Zweck heiligt die Mittel. Wäre doch gelacht, wenn wir die türkischen Journalisten und die Opposition nicht befreien könnten, indem wir deutsche Nationalspieler durch den Kakao ziehen. By the way, wie ist nochmal die Wortbedeutung von despotisch?
Kann es sein, dass die Berichterstattung und das empörte Echo vermutlich viel mehr Werbung für den Präsi gemacht haben, als es Özil je mit 1 Millionen bedruckten Stofftrikots geschafft hätte?
Ach ja, da war ja noch die Vorbildfunktion. Fußballer sind so magische Vorbilder und die Geheimwaffe jedes Wahlkampfstrategen. So sehr, dass Erwachsene und Menschen gar nicht in der Lage sind eine andere Wahl zu treffen.

Zu spät

Wer der Rücktritt doch einige Wochen früher geschehen. Ohne dem Streit, den Özil mit seiner Wahlkampfhilfe für den Despoten Erdogan ausgelöst hat, wer die Nationalmanschaft besser aufgestellt gewesen.

Jetzt kann Özil sich ganz auf die Unterstützung „seines Präsidenten“ konzentrieren.

@Serkan52 um 22:26 - bei den Fakten bleiben.

„Wenn er mit einem kurdischen Politiker Bilder gemacht hätte...“

...hat er aber nicht, also was soll dieses hypothetische Gedankenspiel? Bleiben Sie mal bei den Fakten: er hat einen Despoten und Demagogen gehuldigt, der Menschenrechte verachtet, diktatorisch regiert, und Menschen zu Unrecht einsperren lässt - genau dafür wird Özil kritisiert, und nicht „diskriminiert“. Jemanden öffentlich sachlich zu kritisieren gehört eben zur demokratischen Kultur, also packen Sie bitte auch Ihre Rassismus-Keule wieder ein und bleiben Sie sachlich. Das lege ich Ihnen übrigens als ein Mensch mit Migrationsvordergrund wirklich ans Herz.

Eine

gute Entscheidung

@Jihatto um 22:42 - welche „Wahrheit“ denn?

Ich als ein waschechter Migrant mit sichtbarem Migrationsvordergrund habe Rassismus erlebt, und dennoch finde ich es unter alle Sau, dass dieses Thema mit Rassismus vermischt wird. Darf hier also jetzt niemand Kritik äußern, wenn er/sie weiß ist und keinen Rassismus erlebt hat? Fallen Ihnen evt. weitere Kriterien ein? Was ist das jetzt für ein Unsinn? Schränken Sie sich auch im Alltag so ein, so tut es mir für Sie unheimlich leid, muss schwer sein. Meiner Meinung nach und in meiner Welt darf jeder mitreden, der argumentativ sachliche Diskussion führen kann, ganz egal was er erlebt oder nicht erlebt hat.

Zurück zur causa Özil: die Kritik richtet sich vornehmlich an die Tatsache, dass ein Menschenrechtsverächter hofiert wurde, und nicht weil er ein „Fotoshooting mit einem Präsidenten, der in Deutschland verhasst ist“ gemacht hat. Sie nehmen anscheinend nur den kleinen Teil der Diskussion am rechten Rand wahr, die Thematik wird aber sehr wohl in der Mitte und von Demokraten diskutiert.

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