Kommentare - Deutschland hat die wenigsten jugendlichen Arbeitslosen

11. August 2015 - 10:51 Uhr

In Deutschland sind weniger Jugendliche erwerbslos als in jedem anderen EU-Land. 330.000 der 15- bis 24-Jährigen waren hier auf der Suche nach einer bezahlten Arbeit, das sind 7,7 Prozent. Der EU-Schnitt liegt bei 22,2 Prozent.

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Kommentare

16:13, frosthorn

"Wenn also ALLE Löhne um 10% angehoben würden, würden sich auch ALLE Produkte um 10% verteuern. Ein wirtschaftliches Nullsummenspiel"

Das ist eine Milchmädchenrechnung. Nicht alle Produktionskosten sind irgendwann mal angefallene Lohnkosten.

Ein Großteil unserer Rohstoffe und "Halbfertigprodukte" importieren wir.

Es ist allerdings so, dass, wenn weltweit akzeptable Löhne gezahlt würden, sich das Preisniveau hier erhöhen würde.

Sie können das aber nicht allein auf Deutschland bezogen betrachten.

@tibulsky, 16:58

Ach Du Schande! Das jahrhundertealte Gejammer, daß die Jugend immer dümmer würde. Das hat noch nie gestimmt und stimmt auch heute nicht.
Das habe ich auch nicht behauptet, da schelten Sie mich zu unrecht. In einem früheren Post habe ich darauf hingewiesen, dass nicht etwa die Intelligenz, sondern die Schulbildung qualitativ verkümmert. Und die Schuld dafür schiebe ich schon gar nicht auf "die Jugend".
Die Gründe sind vielfältig, ich persönlich zähle dazu sogar die überbordende Informationsgesellschaft, wo Verstehen überflüssig wird, weil man an Wissen auch ohne Denken rankommt. Und das ist ein Problem.
Ich unterrichte seit 25 Jahren Informatikstudenten. Und wenn Sie Skills wie Handlungskompetenz untersuchen, sind die Ergebnisse niederschmetternd. Diese Studenten werden, dank Bologna-Studium, zu Fachidioten ausgebildet. In 5 jahren ist ihr Wissen antiquiert. Und sie werden zum großen Teil nicht in der Lage sein, es mit Hilfe eigener Kompetenz zu aktualisieren.

17:12, Rumpelstielz

"Was wir brauchen ist endlich eine neue Rationalisierungswelle und eine höhere Produktivität, China holt auf und die USA tanzen uns noch immer vor der Nase herum, da stimmt doch was nicht."

Natürlich brauchen wir das, nach kapitalistischer Logik.

Ihnen ist aber klar, dass Sie damit für einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit plädieren?

Solange wir keinen Systemwechsel hinkriegen?

@China holt auf und die USA tanzen 17:28 @Rumpel..

Die USA tanzen aber nicht mehr lange,
wenn sie keine Fachleute aus aller Welt
zum 'quasi Nulltarif' mehr bekommen werden.

Und China zeigt gerade, dass es trotz
'Kommandowirtschaft' die Zocker nicht in den Griff bekommt.

Was sagt uns das?
Das was unser Geburtstagkind (65)
und Apple-Mitgründer schon immer
gesagt hat:
'Wir leben auf einem komischen Planeten, auf dem sich alles um die Macht dreht.'
Tusch.

www.heise.de/newsticker/meldung/Bing-Bang-Woz-65-Jahre-Steve-Wozniak-au…
kurz: preview.tinyurl.com/qfqo6tj

Schönrechnerei

Wenn man sich mal etwas damit auseinandergesetzt hat, wie diese Zahlen zu Stande kommen, weiß man, dass sie überhaupt nichts aussagen. Weder über den realen Stand der Arbeitslosigkeit, noch darüber, wie es der Bevölkerung geht.

Das fängt schon damit an, wann man jemanden als "arbeitslos" zählt, das ist nicht einheitlich in allen Ländern. Dazu dann noch diverse Verschönerungsmaßnahmen, bekannt z.B. diverse Kurzzeitmaßnahmen des Jobcenters. Die Leute sind natürlich trotzdem arbeitslos, aber sie tauchen in der Statistik nicht mehr auf.

Schaut man weiter, dann stellt sich die Frage: Ist weniger automatisch gut? Was, wenn in einem Land 80% in Kurzzeit-Minijobs stecken (und ggf. weiterhin Hilfe vom Staat brauchen) und in einem anderen nur 60% arbeiten, aber dafür in gut bezahlten? In welchem Land geht es den Menschen im Schnitt nun besser?

Man macht es sich hier sehr einfach, Deutschland als "super" dastehen zu lassen. Die Realität trifft das aber nicht so wirklich.

@fathaland slim, 17:24

Das ist eine Milchmädchenrechnung. Nicht alle Produktionskosten sind irgendwann mal angefallene Lohnkosten.
Ein Großteil unserer Rohstoffe und "Halbfertigprodukte" importieren wir.

Und für die bezahlen wir nichts? Weil die Importeure und die Hersteller im Ausland umsonst arbeiten?
Es ist wirklich zum davonlaufen einfach: ALLE Güter, Rohstoffe, Halbfertigprodukte und alles dazwischen, sowie ALLE Dienstleistungen, kosten Geld, weil diejenigen, von denen wir sie beziehen, auch leben müssen. "Sachkosten" sind Personalkosten, die entstanden sind, als die "Sachen" produziert wurden, und die wir logischerweise mitbezahlen müssen. Wenn ich die Ringe für die Leitzordner des Reinigungsdienstes vom VW-Zulieferer-Zuliefer-Zulieferer fertige und mehr verdienen will, zahlt das der Golf-Kunde. Und wenn der Bäcker ist, und das nicht mehr bezahlen kann, werden seine Brötchen teurer und ich bezahle mich selbst. Daran ist ja auch nichts falsches, nennt man Wirtschaftskreislauf.

@fathaland slim

"Das ist eine Milchmädchenrechnung. Nicht alle Produktionskosten sind irgendwann mal angefallene Lohnkosten."

Im größeren Maßstab gesehen allerdings schon.
Meines Wissens besteht der Plant Erde noch nicht auf eine Bezahlung.

"Es ist allerdings so, dass, wenn weltweit akzeptable Löhne gezahlt würden, sich das Preisniveau hier erhöhen würde."

Das Preisniveau würde wohl auf ein Level steigen bei dem man sehen würde wie wertvoll so einige Ressourcen sind.
Autos wären wieder Luxusgüter, Bananen wesentlich teurer als Äpfel usw.

Aber um zum Ausgangspunkt des allen zukommen.
Wenn man die Löhne um 10% steigern würde, würden die Kosten nicht um 10% steigen, da die Lohnkosten nur einen gewissen Anteil haben.
D.h. selbst bei arbeitsintensiven Tätigkeiten würden die 10% nie erreicht nur angestrebt.

" Daran ist ja auch nichts

" Daran ist ja auch nichts falsches, nennt man Wirtschaftskreislauf."

Sie können mal davon ausgehen, dass ich weiß, was ein Wirtschaftskreislauf ist:=}

Aber bloß mal ein Beipiel: was meinen Sie, wie hoch der Lohnkostenanteil beim Eisenerzpreis ist?

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