Kommentare

Bitte nicht zu früh freuen

Für die EVG besteht die Friedenspflicht nämlich nicht. Und wenn sich hier nichts tut wird eben der Bahnverkehr von den EVG-Mitgliedern still gelegt und dann aber RICHTIG. Nix mit 70% / 30% Notbetrieb ;-)

Bei aller Erleichterung:

Bei aller Erleichterung: waren für diesen Schritt wirklich 9 Streiks notwendig?
Platzeck ist jetzt kein "PR-Gag" mehr?
Handeln und Argumentation der GDL bleiben undurchsichtig und offensichtlich von anderen Zielen getrieben....

Ramelow und Platzeck sollen schlichten

Danke an Ramelow und Platzeck sollen schlichten !!!!

Weselsky-GdL hat wohl Abseitsstellung bemerkt und lenkt ein

Die gute Nachricht ist: Der GdL-Streik soll heute 19:00 Uhr beendet werden und eine Schlichtung ist mit den Schlichtern Ramelow und Platzeck bei dreiwöchiger Friedenspflicht beschlossen worden. Die schlechte Nachricht ist: Es dauert bis zu 36 Stunden nach Streikende, bis sich der Bahnverkehr normalisiert hat. Wer bereits für Pfingsten umdisponiert hat, wird mit Staus auf den bundesdeutschen Straßen dennoch zu rechnen haben. Es geht also nichts über eine funktionierende Bahn.

Das Streikende und die Einigung über ein Schlichtung -offenbar bedingungslos- signalisieren, dass die kleine Spartengewerkschaft GdL wohl ihren überzogenen und unverhältnismäßigen Arbeitskampf eingesehen hat. Es wird spannend, ob die GdL auch das Kriegsbeil mit der größeren EVG begräbt oder weiter für einen eigenen T-Vertrag auch für das Zugbegleitpersonal kämpft, das mehrheitlich bei der Konkurrenz organisiert ist. Die Bahn wird wohl weiter an einem EVG-Tarifabschluss arbeiten und eine Öffnungsklausel vereinbaren

Geht doch

Wenn man sich einigen WILL, klappt das auch.

Jetzt hoffe ich nur, dass die Schlichtung ein für alle Seiten annehmbares Ergebnis erzielt.

Auch wenn Streiks in letzter Zeit in Verruf geraten sind, ohne diese Streiks wäre es auch nicht zu diesem angekündigten Schlichtungsversuch gekommen.

Schlichtung ???

Wer mit "unverhandelbaren" Maximalforderungen
öffentlich einen Streit beginnt, hat schon die
einzige Tür geschlossen ohne Gesichtsverlust für
eine Partei den Verhandlungssaal zu verlassen.
.
Eigentlich kann es für die GDL und/oder H. Weselsky
nur noch um "alles oder nichts" gehen und das macht
eine erfolgreiche Schlichtung oder Verhandlungen so
unwahrscheinlich.
.
Das wilde Geschwurbel um eine gleiche Bezahlung für
die gleiche Arbeit ist bei den Lokführern durch die
Trennung in Beamte und Angestellte eh´völlig sinnfrei.
.
Schlechter kann man festgefahrene Standpunkte gar nicht
mehr verkaufen.

Gott sei Dank!

Friede in Sicht, Gott sei Dank!!!

sehr gut

Man sieht, was der Durchhaltewille der Arbeitnehmer zum Erfolg führt, selbst gegen einen der mächtigsten Arbeitgeber. Herzlichen Glückwunsch an die GDL!

Wenn das mal nicht ein Fehler der GDL ist.

Die Bahn spielst seit Monaten auf Zeit und schielt auf das Tarifeinheitsgesetz, welches all ihre Probleme mit der GDL lösen würde. Jetzt eine 3-Wöchige Friedenszeit zu aktzeptieren halte ich für falsch. Am Ende der Schlichtung wird eh nichts bei rum kommen und dann ist das Gesetz verabschiedet.
Bisher hatte die Bahn sich ja wehement geweigert die Grundrechte der GDLer anzuerkennen, warum sollten sie kurz vor dem Gesetz einknicken? Der finanzielle Schaden ist eh schon deutlich größer als die Kosten der GDL-Vorderrungen, auf ein paar Millionen mehr oder weniger kommts da auch nicht mehr an.

sehr gespannt bin ich

auf den Inhalt der Schlichtung. In Tariffragen gab es ja kaum noch Differenzen. Und die Gretchenfrage, ob die GDL ihr Grundrecht auf Koalitionsfreiheit weiter ausüben darf, kann unmöglich Gegenstand einer Schlichtung sein.
Ich würde mir wünschen, dass sich die Erkenntnis, dass das Tarifeinheitsgesetz einen Angriff auf die gewerkschaftliche Freiheit als ganzes darstellt, bei allen Arbeitnehmern durchsetzt, und sich in allen Branchen Widerstand regt. Hoffnung habe ich allerdings wenig, wenn ich den bisherigen Umgang mit dem Lokführerstreik betrachte.

@telemark:"Handeln und Argumentation der GdL bleiben...

... undurchsichtig und offensichtlich von anderen Zielen getrieben."

Ja, die GdL will sicherlich weiterhin einen eigenen und von der EVG unabhängigen Tarifvertrag mit der Bahn vereinbaren. Die EVG hingegen will nicht, dass die Bahn mit der GdL einen eigenen Tarifvertrag für das zugbegleitende Personal, das mehrheitlich bei der EVG organisiert ist, vereinbart.

Da kommt auf die Schlichter noch richtig viel ausgleichende Arbeit zu. Mittels mit der Bahn im Tarifvertrag zu vereinbarenden Öffnungsklausel will die EVG sich Änderungsmöglichkeiten offen halten, sofern die GdL bessere Ergebnisse erreichen sollte. Vielleicht kommt es auf diese Weise zu vergleichbaren Tarifvereinbarungen, die von der Bahn angestrebt werden.

@07:39 von telemark

Ihnen scheint der große Sieg der GDL entgangen zu sein.
"Zuvor hat die DB akzeptiert, dass die Tarifverträge anderer Gewerkschaften für die Annahme eines Schlichtungsspruches oder den Abschluss eines Tarifvertrags keine Rolle spielen." (GDL-Homepage)
Das ist der Sieg als Spartengewerkschaft gegen das Tarifeinheitsgesetz. Das ist genau das was die Bahn widerrechtlich verhindern wollte.
Und auch der zweite Punkt: "Lokrangierführer werden als Lokomotivführer exakt im GDL-Flächentarifvertrag eingruppiert."
war einer der wesentlichen Punkte.
Es hat sich also gelohnt für die GDL.

Endlich

Endlich gibt der Bahn Vorstand seine Blockade Haltung auf und gesteht der Gewerkschaft ihr verfassungsgemäßes Recht zu, Tarifverträge für ihre Mitglieder abzuschließen.

Das hätten wir schon viel früher haben können und uns wäre viel erspart geblieben.

Spät, aber endlich nimmt der Bahn Vorstand Vernunft an.

Seltsam, seltsam

Finde die Wahl des Schlichters für die GDL schon seltsam. Dass da ausgerechnet bei dunkelrot gesucht und gefunden wurde. Will sich kein anderer mehr mit Weselsky auf dem Podium zeigen?

Seltsam bis abstoßend auch die gestrige Äußerung von Weselsky, die Streikkasse der GDL sei besser gefüllt "als das Management der Deutschen Bahn und die Reisenden sich wünschen". Sehr feinfühlig, Herr Weselsky. Und außerdem zeigt es, wie sehr ihm an den Reisenden gelegen ist, wenn er ein recht unverholenes "Ätsch, ihr Reisenden" von sich gibt. Liegt alles in der Linie der seltsamen bis abstoßenden Äußerungen, die Weselsky im Rahmen dieses Tarif- bzw. Machtkonflikts von sich gegeben hat.

Eins kann man jetzt schon sagen: Die "Strategie", durch hartes Verhalten Leute von der EVG in die GDL zu ziehen, wird nicht aufgehen. Denn Weselsky hat so viel Porzellan zerschlagen und innerbetrieblichen Unfrieden gestiftet, dass Bahnmitarbeiter, die noch Stolz besitzen, diese Linie nicht überschreiten werden.

@-flo-:"Wenn das mal nicht ein Fehler der GdL ist."

Es wäre ein großer Fehler der GdL, nicht einzulenken und in eine Schlichtung einzuwilligen. Selbstverständlich gilt während der Schlichtung die vereinbarte Friedenspflicht für die GdL. Und die GdL muss nun bei der Schlichtung von Ramelow und Platzeck zu einer sachlichen Form der Tarifauseinandersetzung kommen.

Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass die Alles-oder-Nichts-Taktik der GdL nicht aufgehen wird. Die Verhandlungsergebnsise der Bahn mit der EVG und die Verabschiedung des Tarifeinheitsgesetzes werden in der Sache die Schlichtungsverhandlungen bestimmen.

Für die GdL sind damit die Verhandlungsspielräume viel enger geworden. Zudem muss die GdL auch noch gegen die Regelungen des vermutlichen Tarifvertrages der Bahn mit der EVG ankämpfen. Es ist vorstellbar, wie die Auseinandersetzung ausgehen wird - wohl nicht im Sinne der ultimativen GdL-Ziele. Wer zu hoch hinaus will, kann auch sehr tief fallen. Das muss die Weselsky-GdL noch lernen.

@ flo

Ganz Ihrer Meinung!
GDL hat ein Zeichen gesetzt. Das kostet, wie es bei Markennamen so üblich ist, Geld. Die Lokführer haben bestens investiert. Sie müssten/sollten ihren Protest bis zum Schluss konsequent durchziehen. Meine Solidarität haben sie.

Völlig unverständlich

Waren dafür so viele Streiks notwendig? Was haben sie erreicht? Die Bahn hat schon vor Wochen eine Schlichtung mit Platzeck vorgeschlagen.

Man kann es sich auch

Man kann es sich auch schönreden liebe GdLer ;) .
Hier hat sich Herr Weselsky nur der einzigen Möglichkeit bedient ohne Gesichtsverlust aus der Sache herauszukommen. Durch seine kompromisslose Haltung hat er sich selber in diese Situation gebracht und konnte garnicht anders. Alleine der Gedanke, dass Lokführer unterschiedlicher Gerwerkschaften unterschiedliche Tarifverträge haben ist schon hirnrissig. Gleiche Arbeit = gleiches Geld. Alles andere würde auf Dauer nur im Chaos enden und dazu führen, dass ein ständiger Wechsel der Mitgleider zu der gerade stärkeren Gewerkschaft passiert. Irgendwann würde dann die gerade schwächere Gewerkschaft untergehen. Ist das wirklich in ihrem Sinne ???

Endlich ein Ende

Der Druck der anderen Gewerkschaften auf die GDL hat offenbar geholfen. Diese fürchteten das die Eskapaden der GDL die Jobs ihrer eigenden Mitglieder gefährden könnten. So ist das eben, so lange der Arbeitskampf die Jobs anderer gefährdet ist das "Kolateralschaden im Klassenkampf", wenn die eigenen Jobs in Gefahr geraten ist es aus mit der Solidarität.

@ -flo- von 8:10 (Grundrechte)

Hallo -flo-,

welche Grundrechte der GDL hat die Bahn denn nicht anerkannt?

Die GDL hat das Recht einen Tariffertreig für andere Berusgruppen zu *fordern*; die Bahn hat das Recht das abzulehnen.

Auch wenn es immer wieder behauptet wird. KEIN Gericht hat entschieden das die GDL einen Anspruch darauf hat andere zu vertreten! Sie hat nur den Anspruch das zu fordern.

Ramelow

... soll sich besser an seine Thüringer Wahlversprechen erinnern! Er, Gysi & Co. sind aus meiner Sicht alles andere als Vertrauen erweckend.

@ AK47:

"Man sieht, was der Durchhaltewille der Arbeitnehmer zum Erfolg führt, selbst gegen einen der mächtigsten Arbeitgeber. Herzlichen Glückwunsch an die GDL!"

Glückwunsch für was?
Es ist genau das erreicht, was die Bahn und die Regierung schon vor Wochen vorgeschlagen haben. Müssen wir uns gegenseitig mit Glückwunsch- und Durchhalteparolen aufmuntern?

Dei Demokratie setzt sich durch !!!

Danke an Matthias Platzeck und den Thueringischen Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Bahn muss liefern

Und zwar nicht nur Güter und Fahrgäste, sondern auch im Tarifkonflikt. Ohne gewisse Zugeständnisse wäre es erst gar nicht zur Schlichtung gekommen. Wir werden sehen, ob das Bahnmanagement die Belange ihrer Arbeitnehmer endlich ernst nimmt oder versucht, sich durch ein Schlichtungsverfahren bis zum 01.07. durchzumogeln, der Tag, ab dem mit dem Tarifeinheitsgesetz die Grundrechte der Deutschen beschnitten werden.

Die Streiks der GDL haben 2 Dinge deutlich gemacht:

1. Ja, es gibt noch echte Gewerkschaften in Deutschland.

2. Die Bahn ist keine Eisenbahn mehr, sondern ein privatisiertes Wirtschaftsunternehmen bestückt mit Managern, die nur auf Bilanzen (vor allem ihren eigenen) schauen.

Komisch

hier im Forum scheint die Mehrheit fuer die GDL zu sein - bei Umfragen im Internet war das Ergebnis gerade anders: die meisten hatten kein Verstaendnis fuer den Streik-sogar in dem Streikland Frankreich ist die Vorgehensweise der GDL nicht auf Gegenliebe gestossen. Ich haette Herrn Weselsky gewuenscht, dass er mit keiner seiner Forderungen durchkommt. Unverschaemt kommt weiter..

@AK47

Sie Schreiben: "Es hat sich also gelohnt für die GDL."

Das stimmt, aber auch nur für die GDL. Diese Streikwelle hat gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet. Hier haben einige wenige versucht ihren persönlichen Nutzen auf Kosten der Masse zu erhalten. Die von linker Seite so gern beschworene "Gier" regiert halt auch bei den Gewerkschaftern.

Bahnstreik bzw. Friedensfrist

Nachdem mir im Bistrot des Zuges die nette Bedienung erzählte, dass sie leider streiken muß, weil die Bahn es nicht hinbekommt, vernünftige Schichtpläne zu erstellen und die andere GEwerkschaft sich darum eben genau nicht kümmert, ist sie froh, dass die GDL auch dafür streikt, dass sie und alle anderen im Schichtdienst nach 6 Tagen am Stück arbeiten gesetzlich einen Tag frei haben müssen, der dann oft nicht Daheim sei. Also Übernachtung und 15 Stunden frei anderswo! Also nachdem ich das verstand, bin ich voll und ganz hinter diesem STreik: auch wenns nervt, aber wo gibts denn sowas, dass die Bahn solche miesen Schichtpläne früher als Staatsbetrieb heute ein freies Unternehmen seither nicht hinbekommt? Ich täte - und endlich tun sies, bis Erreichen meiner derartigen Ziele streiken. Genau. Weiter so!!!

Warum zwei Linke?

Ums klar zu sagen, ich schreibe ja im allgemeinen gerne die Linke nach vorne. Aber dass in diesem Tarifkonflikt zwei Schlichter von linken Parteien genommen werden, das finde ich dann doch etwas fragwürdig.

Rangierlokführer=Personenzugführer?

Ich denke mal, dass die Verantwortung und auch die Ausbildung von Rangierlokführern doch einen gewissen Unterschied aufweist und auch unterschiedlich entlohnt sein sollte!

Alles andere ist sozialistische Gleichmacherei und in der DDR schon mal grandios gescheitert.

Ebenso bin ich der Ansicht, dass Lokführer gleich bezahlt werden sollten, egal ob sie in der GDL, der EVG oder in gar keiner Gewerkschaft sind.

Sollte es soweit kommen, dass unterschiedliche Verträge mit unterschiedlichen Entgelten ausgehandelt werden, ist das für den Betriebsfrieden und die Motivation der Belegschaft nicht gerade förderlich.

Schade, dass die Bahn hier nicht konsequent geblieben ist.

Aber an solche Nebensächlichkeiten denkt ein Gewerkschaftsführer natürlich nicht!

Mal abwarten

@ Norge3:
"Danke an Matthias Platzeck und den Thueringischen Ministerpräsident Bodo Ramelow."

Wartet mal ab, zum Danken ist es jedenfalls noch zu früh.

@ AK47:

"@07:39 von telemark
Ihnen scheint der große Sieg der GDL entgangen zu sein."

Mir auch. Eine Einigung auf die Personen der Schlichter ist von einem Sieg noch so weit entfernt wie Helgoland von Jamaika.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Altes Arbeitersprichwort.

Finte oder Anerkennung bereits bestehender Rechte?

Da die Bahn AG bisher schon vor allen Schlichtungen grundlegende Zugeständnisse an die GDL ausschloß aber Schlichtung forderte mit dem sofortigen Abbruch des Streikes,kann ich nicht annehmen das sich etwas ändern wird trotz Schlichtung,es sei denn die GDL bekommt das Zugeständniss das sie für alle Berufsgruppen verhandeln kann u. damit aus der Bedeutungslosigkeit bzw. der kleinen unbedeutenden Gewerkschaft herauskommen kann. Darum geht es ! Schließlich gibt es auch bei den Bahnkonkurrenten verschiedene Gewerkschaften die das Mögliche für ihre Mitglieder herausholen dürfen ohne das es nur eine Arbeitnehmervertretung geben dürfte weil Politik u. Arbeitgeber dies wollen aber unterschiedlichste Tarife zu ihren Gunsten mit Ausgliederungen, Subs usw. einkaufen wenn es dann heißt konkurrenzfähig bleiben auf dem Weltmarkt oder ähnliche Scheinargumente zur Zweckerfüllung zum tragen kommen.Es gibt schon bei der Konkurrenz Tarifvielfalt ohne diese Probleme lieber Bahnvorstand u. dies sogar legal!

Die Eingruppierung der

Die Eingruppierung der Lokrangierführer in den Lokführertarif, der von der GsL beherrscht wird, war schon vor dem Streik von der Bahn zusammen mit den 1000€ Einmalzahlung und den 4,9% mehr Lohn angeboten worden.
Wie der Abschluß unterschiedlicher Tarifen für gleiche Arbeit sich auswirken wird, werden wir noch sehen. Es kann dann passieren, das beide Gewerkschaften sich aufschaukeln um für ihre Klientel den größeren Happen herauszuholen. Bei einem Streik der EVG (Stellwerker) fährt auch kein Ersatzzug mehr. Dann ist wirklich Dunkeltuten angesagt. Sollte die EVG einen schlechteren Tarif erzielen als die GdL wandern die EVGler ab. Es bleibt also der EVG gar nichts anderes übrig als einen besseren Tarif für ihre Mitglieder auszuhandeln. Das wir der GdL nicht passen. Die Katze beißt sich in den Schwanz.

@ flo:

"Bisher hatte die Bahn sich ja wehement geweigert die Grundrechte der GDLer anzuerkennen, ..."

Ist es ein Grundrecht, auch für andere Berufsgruppen zu verhandeln? Gegen die dort starke Gewerkschaft EVG? Diesen Passus im Grundgesetz müssen Sie mir erst mal zeigen.

@AK47: Tarifverträge anderer Gewerkschaften sollen keine...

... Rolle für die Annahme eines Schlichtungsspruches spielen.

Diese Absichtserklärung sagt inhaltlich nichts und verpflichtet die Bahn auch zu nichts. Und die Eingruppierung der Lokrangierführer in den Flächenvertrag ist ein wohl ohnehin unumgängliches Zugeständnis. Ein Schlichtungsspruch wird nur angenommen werden, wenn beide Seiten zustimmen. Bisher wollte die GdL ja die Tarifbedingungen der Bahn einseitig diktieren.

Diese Formulierungen zur Gesichtswahrung der GdL können nicht davon ablenken, dass die GdL ihre Streit- und streikziele nicht erreichen kann, zumal zwischenzeitlich wohl das Tarifeinheitsgesetz beschlossen wird und die Bahn zuvorderst einen Tarifabschluss mit der EVG anstrebt, der dann den Rahmen für die Schlichtungsverhandlungen abgeben wird.

"witzig"

Ist doch witzig, oder? Das ist ja nun ein Streik, der in aller Munde war, und der fast jeden direkt oder indirekt betroffen hat - und der zu heißen Diskussionen in den Foren geführt hat.
Aber wenn man sich die Kommentare so ansieht, merkt man, dass eigentlich keiner wirklich weiß, worum es überhaupt gegangen ist. Die einen denken, dass die GDL gar nichts gewonnen hat und jetzt nur ein Angebot zur Schlichtung annimmt, dass schon seit Wochen auf dem Tisch lag; und die anderen denken, dass in diesem Schlichtungsangebot ein ganz wesentlicher Punkt geändert wurde, was also einen Sieg für Weselsky bedeuten würde.

Wäre es nicht toll, wenn wir Leute hätten, die vom Staat dafür bezahlt werden, die Bevölkerung in solchen Dingen präzise zu informieren? ... Oh, warte ... haben wir ja ... aber die scheinen im Dauerstreik zu sein, wenn es darum geht, Hintergründe zu erläutern.

Die Schlichter können nur

Die Schlichter können nur verlieren. Die Schlichtung wird ergebnislos enden.

@ErichErpel - 08:11 Uhr

"Wer mit "unverhandelbaren" Maximalforderungen
öffentlich einen Streit beginnt..."

Die einzige "unverhandelbare Maximalforderung" bestand darin, sich seitens der DB AG an das Grundgesetz zu halten. Jetzt, wo die DB AG dies endlich einsieht, kann man über alle anderen "weichen" Forderungen verhandeln.

08:53 von agora

Genau diese Diskrepanz ist mir auch aufgefallen. Da die Diskrepanz besonders groß ist, wenn die GDL gerade streikt, vermute ich, dass es auch Streikposten in den Sozialen Medien gibt ...

@Helmut Baltrusch - 08:43 Uhr

"Es wäre ein großer Fehler der GdL, nicht einzulenken und in eine Schlichtung einzuwilligen."

Die GDL hat nicht eingelenkt. Die GDL hat mit ihrem siegreichen Streik die DB AG auf den Boden des Grundgesetzes zurückgezwungen.

Hm...

Ich kan Ramelow gut als Schlichter verstehen... er ist Gewerkschafter gewesen und zur Zeit Ministerpräsident. und Platzeck ist jemand, der auch mal gerne den Mund aufmacht, auch wenn es weh tut - man erinnere nur an seine Haltung zu Russland.

Schade ist dennoch, dass beide Schlichter aus der Politik kommen, der naturgemäß Abschlüsse besser gefallen dürften, die der Bahn zu Gute kommen.. wobeich mir gerade bei den beiden vorstellen kann, dass sie noch sehr Neutral agieren können.

@ Crefeldinjo:

Zitat: "Die Streiks der GDL haben 2 Dinge deutlich gemacht:
1. Ja, es gibt noch echte Gewerkschaften in Deutschland.

Die EVG ist auch eine echte Gewerkschaft. Ihre Interessen werden aber von der GDL in einem sinnlosen Konkurrenzkampf um verschiedene Tarife verletzt.

Zitat: "2. Die Bahn ist keine Eisenbahn mehr, sondern ein privatisiertes Wirtschaftsunternehmen ..."

Das wollen wir doch hoffen. Gab es denn je eine Eisenbahn in diesem nostalgischen Sinne? Oder war das nur ein Kindheitstraum?

STREIK

... ist notwendig. Nur davor fürchten sich letztendlich die Arbeitgeber. Friede, Freude, Eierkuchen voller Nächstenliebe zwischen
Werktätigen und Profitmachern ist eine Erfindung. Das beweist auch die Platzierung von Ramelow als "Schlichter". Der Mann müsste - hätte er Ideale - mit einer roten Fahne auf den Bahngleisen zu finden sein!

@AltDKPist - 08:46

"Was haben sie erreicht?"

Auch Ihnen haben die Nebelkerzen von DB AG, BILD & Co. offenbar wirkungsvoll den Blick aufs Wesentliche verwehrt.

Die GDL hat die DB AG auf den Boden des Grundgesetzes zurückgezwungen. DAS haben sie erreicht. Das war die einzige unverhandelbare Forderung der GDL, der die DB AG nach 9 Streikrunden endlich nachgibt. Alles weitere (Lohn, Eingruppierungen, Arbeitszeiten etc.) sind von vornherein verhandelbar gewesen. Eigentlich braucht es jetzt, wo die DB AG die Vertretungsvollmacht der DGL für ALLE DGL-Mitglieder anerkennt, keine Schlichter. Jetzt, wo die Grundlage geklärt ist, könnte man auch unmoderiert und ohne Schlichter miteinander verhandeln.

...geht, nur manche tun halt so, als sähen sie das nicht, tuen uninformiert oder glauben tatsächlich, dass es in einem Betrieb nicht mehrere Tarifverträge geben kann - was für ein Unsinn!

Lohn wird individuell gezahlt: Oft nach Alter, meist nach Qualifikation, zuweilen nach Betriebszugehörigkeit u.s.w. Da kann dann auch die Gewerkschaftszugehörigkeit ein Kriterium sein. Wenn jemand bei Zugehörigkeit zu einer anderen Gewerkschaft mehr bekommen würde, dann kann er halt die Gewerkschaft wechseln und sein Friede ist gerettet!

Wer behauptet, so etwas würde den Betriebsfrieden stören, verfolgt da ganz andere Interessen - möglicherweise die, gewohnte Kungelpartner an der Macht zu halten, wie etwa seinerzeit diese ominösen "Christlichen" Gewerkschaften.

Tatsächlich ist ja der Staat in diesem Konflikt als Eigner der Bahn Partei - und da glauben Politiker, eine ihnen passende Regelung per Beschluss oder Verfügung durchsetzen zu können? Ist klammheimlich der Rechtsstaat abgeschafft worden?

> Warum zwei Linke?

Wo ist das Problem? Mit Herrn Weselsky sitzt doch auch die CDU am Tisch.

@ErichErpel, 08:11 - Streikerfolg

Der GDL mit ihrem Vorsitzenden Claus Weselsky geht es im Tarifkonflikt mit dem DB-Management keineswegs um "alles oder nichts".
Vielmehr hat die schlagkräftige Lokomotivführergewerkschaft eine Machtfrage im DB-Betrieb aufgeworfen, indem sie einen eigenständigen Tarifvertrag nicht nur für die GDL-Lokomotivführer fordert, sondern auch für die Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten, Rangierführer und Ausbilder, die GDL-Mitglieder sind. Weil die Streikmaßnahmen der DB-Arbeitnehmer ihrem Arbeitgeber namens DB spürbaren ökonomischen Schaden zufügen, anerkennt das DB-Management unter diesem Druck nun diese GDL-Forderung, die es bislang kategorisch abgelehnt hatte.
Insofern ist die angekündigte Schlichtung ein Erfolg der GDL, die sie dem DB-Management durch die Arbeitskampfmaßnahme namens Streik abgerungen hat, sodass jetzt über die Verbesserung der üblen Arbeitsbedingungen und die Erhöhung der miesen Löhne für das gesamte GDL-Zugpersonal verhandelt werden kann.

Von oben angeordnet?

Das wurde auch endlich Zeit, dass der Eigentümer Deutschland auf den Bahnvorstand einwirkt.

Was mich stark ärgerte waren nicht die Streiks, sondern die oft falsche Mediendarstellung vieler Journalisten, die die GDL und Herrn Weselky defamierten.

Es fehlte sehr oft der Knackpunkt worüber jetzt wohl Einigung erzielt wird: Die GDL und die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wollen teils für die gleichen Beschäftigtengruppen Tarifverträge schließen, was die Bahn aber bisher ablehnte.

@ DasVolkBinAuchICH:

"Sie müssten/sollten ihren Protest bis zum Schluss konsequent durchziehen. Meine Solidarität haben sie."

Von diesem "Schluss" gibt es drei Versionen:
1) Die GDL setzt alle Maximalforderungen durch.
2) Es wird ein Kompromiss mit der Bahn erreicht.
3) Die Streikkasse wird leer gestreikt und das war's.

Wenn es einen Kompromiss gibt, dann wird er gleichen Lohn für gleiche Berufsgruppen vorsehen. Die Bahn wird nie einen Kompromiss eingehen, bei dem GDL-Mitglieder mehr verdienen, als EVG-Mitglieder.

Sehr schön

Warum die Schlichtung erst jetzt kommt bleibt Herrn Weselskys Geheimnis, aber Hauptsache sie kommt. Danke :-)))

Na toll!

Das hat ja nur über 12 Monate gedauert, sich darauf zu einigen, dass man sich einigen sollte. Angesichts Laufzeit von 29 Monaten kann die GDL eigentlich gleich weiter streiken mit Blick auf die zukünftigen Tarife, damit sie rechtzeitig zum Ende der Laufzeit neue Verträge hat, was angesichts einer durch die Beteiligung von Herrn Platzeck gewohnt zu erwartenden Verzögerung im Ergebnis um mindestens 4-5 Jahre durchaus clever wäre...
Hätte Herr Wowereit nicht auch Zeit gehabt und was war mit Herrn Mehdorn gleich wieder?

@Alt-DKPist

"Aber dass in diesem Tarifkonflikt zwei Schlichter von linken Parteien genommen werden"

Zwei linke Parteien? Sie irren sich. Platzeck ist in der SPD.

Allerdings muß ich zugestehen, daß Platzeck eine der angenehmeren Gestalten in der SPD ist, daher bin ich guten Mutes, daß es hier zu konstruktiven Ergebnissen kommt.

@Economist70 Ihrer Logik

@Economist70

Ihrer Logik folgend dürften nur noch Immobilienmakler streiken, den das würde niemanden sonst berühren und allen wäre es egal. Nicht sehr erfolgversprechend.

Jeder Streik betrifft auch Dritte (Bahnreisende, Zulieferer, Fabrikarbeiter dieser Zulieferer etc.). Aber das darf nicht bedeuten, dass man die Rechte des Einzelnen zum Wohle der Volkswirtschaft opfert. Aber genau das geschieht. Große Gewerkschaften sind handzahm geworden, Unternehmen setzen immer häufiger auf Zeit- und Kurzarbeitsverträge. Das ist keine Lebensgrundlage, auf der man eine Familie gründen und sich sozial absichern kann.
Tut mir Leid, wenn Sie Ihren Zug nicht nehmen konnten, aber das ist bzw. war es mehr als wert.

Armes Deutschland

Die Bahn hat sich erpressen lassen und ist offensichtlich eingenickt. Herr Weselsky hat seine Hauptforderung erreicht. Demnach spielen Tarifverträge anderer Gewerkschaften für die Annahme eines Schlichtungsspruches oder den Abschluss eines GDL Tarifvertrags keine Rolle mehr.
Dann noch zwei linke Schlichter am Tisch. Das Signal an die Gewerkschaften ist klar.
Deutschland wird sich an Streiks gewöhnen müssen, und daran dass es wirtschaftlich bergab geht. Herzlichen Glückwunsch Herr Weselsky.

@Magicmusic - 08:55 Uhr

"Ich denke mal, dass die Verantwortung und auch die Ausbildung von Rangierlokführern doch einen gewissen Unterschied aufweist und auch unterschiedlich entlohnt sein sollte!"
Die Eingruppierung der Rangierlokführer in den Flächentarifvertrag der Lokführer bedeutet nicht, dass sie dort in der gleichen Lohngruppe eingruppiert sein müssen.

"Sollte es soweit kommen, dass unterschiedliche Verträge mit unterschiedlichen Entgelten ausgehandelt werden, ist das für den Betriebsfrieden und die Motivation der Belegschaft nicht gerade förderlich."
Das gäbe in etwa den gleichen Aufstand, wie dort, wo Beamte und Angestellte mit unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen und unterschiedlichen Bezahlungen arbeiten.
Oder dort, wo der Meister dem Gesellen A 50 Ct mehr die Stunde zahlt, als dem Gesellen B.
Nämlich: Gar keinen.

Meldung!!

"...Nach Angaben der Gewerkschaft akzeptierte die Bahn, dass die Tarifverträge anderer Gewerkschaften für die Annahme eines Schlichtungsspruches oder den Abschluss eines Tarifvertrags keine Rolle spielen. Dieser Sachverhalt werde deshalb nicht mehr Bestandteil des eigentlichen Schlichtungsverfahrens sein. ..."

D a s ist die eigentliche Meldung! Sie wird nur etwas versteckt an hinterer Position gebracht. Warum? Die GdL hat sich - sofern die Aussage stimmt - letztendlich durchgesetzt und die Schlichtung behandelt nur den Tarif. Wie gesagt, sollte das so stimmen, ist es ein Erfolg nicht nur für die Eisenbahner, sondern für die deutsche Gewerkschaftsbewegung insgesamt. Jetzt dürfte frischer Dampf auf die alte Lok DGB kommen!

Wenn die GDL ...

... ihe Maximalforderungen nicht durchsetzen kann, dass nämlich ihre Mitglieder mehr verdienen, als die Mitglieder der anderen Gewerkschaft, dann wird man die Schuld gewiss nicht bei den Schlichtern suchen müssen.

"Ätsch, ihr Reisenden"

Das "Ätsch, ihr Reisenden" kam doch wohl auch von der Bahn, was da so alles ausgefallen ist, hätte die GDL nie bestreiken können. Oder sind die Lokführer der ÖBB jetzt auch schon in der GDL?
Mit dem Ausfall von Reisezügen kann man aber prima Stimmung machen. Das da die ganze Zeit Lokführer rumgesessen sind, die Zügen hätten fahren können, sagt offiziell natürlich niemand.

@michel56 - 09:01 Uhr

"es sei denn die GDL bekommt das Zugeständnis, dass sie für alle Berufsgruppen verhandeln kann"

Und genau dieses Zugeständnis hat die DB AG gemacht. Das war ja die Voraussetzung der GDL in eine Schlichtung einzutreten.

Schlichtung im Tarifkonflikt:Bahnstreiks werden beendet.....

Wie schon gesagt:Der Bahn-Vorstand spielt auf Zeit.Spätestens im Sommer kommt-von der ganz Großen Koalition aus SPD,CDU,BDI,BDA und Hoffmännern geschaffen,die deutsche Version des Taft-Hartley-Gesetzes.
Grundrechtsabbau durch verbrämte Tarifeinheit.
Dann dürfen nur noch die streiken,die nicht streiken wollen(Michael Sommer).Und die Welt der Pofallas ist wieder in Ordnung.

08:31 von Helmut Baltrusch

"...Das Streikende und die Einigung über ein Schlichtung -offenbar bedingungslos- signalisieren, dass die kleine Spartengewerkschaft GdL wohl ihren überzogenen und unverhältnismäßigen Arbeitskampf eingesehen hat. ..."

Merkwürdig! Hab ich etwas falsch gelesen oder haben Sie etwas übersehen? Es geht bei der Schlichtung nur um die Tarife, nicht aber, dass die GdL ihre Tarife für a l l e Mitglieder abschließen kann! Damit hat schließlich die Bahn "kapituliert" und nicht die GdL.
Lesen Sie hier:
"...Nach Angaben der Gewerkschaft akzeptierte die Bahn, dass die Tarifverträge anderer Gewerkschaften für die Annahme eines Schlichtungsspruches oder den Abschluss eines Tarifvertrags keine Rolle spielen. Dieser Sachverhalt werde deshalb nicht mehr Bestandteil des eigentlichen Schlichtungsverfahrens sein. Die GDL könne somit für all ihre Mitglieder des Zugpersonals die Tarifverträge verhandeln und abschließen. ..."
Herzlichen Glückwunsch, GdLler!!

Arbeitgeb.. ähm.. -nehmer

Bei jedem Streik wird hier im Forum auf Teufel-komm-raus gegen die Arbeitnehmer geschimpft und geschrieben.. Alles Arbeitgeber hier!
Jetzt mal ehrlich: was ist verwerflich daran gewerkschaftliche Interessen zu vertreten? Volkswirtschaftlicher Schaden? Selten so gelacht.. Eingepreist schon während der Lobbyarbeit für das Tarifeinheitsgesetz.
Aufwachen, Neid und gegenseitiges "bashing" von Arbeitnehmern lässt jeden Vorstand jubeln. Ich halte eine andere Einstellung zu den wirtschaftlichen Konflikten hierzulande für naiv, kurzsichtig und dumm!

Tja Agora... bei der Umfrage lasen die meisten

BEFRAGTEN die Bildzeitung... was bei Umfragen immer zu leichten Verwerfung führt.

@michel56: "Finte oder Anerkennung bereits bestehender Rechte?"

Die Bahn hat das Recht der GdL zu einem eigenen Tarifvertag für die bei der GdL organisierten Bahnmitarbeiter immer anerkannt. Es geht der Bahn aber um vergleichbare Abschlüsse mit EVG und GdL für die gleichen Berufsgruppen. Das bleibt sicherlich auch das Ziel der Arbeitgeberin in der Schlichtung.

Insofern gilt es für die schlichter noch erhebliche Hürden zu überwinden, zumal die EVG sich gegen Tarifvereinbarungen der Bahn mit der GdL für das Zugbegleitpersonal ausspricht, die in der Mehrheit bei der EVG Mitglied sind. Unterschiedliche Tarife für die gleichen Berufsgruppen will nur die GdL, aber weder die bahn noch die EVG. Ginge es demokratisch zu, müsste sich die GdL den Tarifvorstellungen der anderen Tarifparteien beugen.

der bund soll etwas beisteuern!

der bund soll etwas beisteuern! im allgemeinen interesse.

Na geht doch liebe BAHN AG

Na geht doch liebe BAHN AG wenn man will kann man sich bewegen..

@Wundertüte

"Warum die Schlichtung erst jetzt kommt bleibt Herrn Weselskys Geheimnis, aber Hauptsache sie kommt. Danke :-)))"

Artikel gelesen? :D Ein Jahr lang den Grund für die Streiks nicht mitbekommen? :D

Erst jetzt lässt die DB sich auf einen eigenen, Vorbedingungslosen Tarifvertrag mit der GDL ein. Das war vorher nicht gegeben, es war aber der Hauptpunkt.

09:39 von Helmut Baltrusch

Ihre Aussage ist nicht wahr ich habe selbst oft genug im TV gesehen aus dem Munde der Bahn Vorstände was auch hier im Artikel nachzulesen ist!!!!!!!!( siehe 2.tes Zitat in "......") Konzentrieren sie sich bitte auf Tatsachen u. nicht auf Geisteshaltungen -Wünsczhe oder Eigenkonstrukte . Bitte ,Bitte.
"Die Bahn hat das Recht der GdL zu einem eigenen Tarifvertag für die bei der GdL organisierten Bahnmitarbeiter immer anerkannt. "
Bitte lesen sie doch wenigstens den Artikel hier zu Ende und behaupten einfach etwas was aus der Luft gegriffen ist oder auf Bild -Niveau ranggiert auch wenn der BahnAG ähnlich aggiert!
" Der bald einjährige Konflikt ist so schwierig, da GDL und die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) teils für die gleichen Beschäftigtengruppen Verträge schließen wollen, was die Bahn aber ablehnte. "Nach fast einem Jahr Tarifkonflikt konnte mit dem Druck im 9. Arbeitskampf der Gordische Knoten durchschlagen werden", erklärte GDL-Chef Claus Weselsky."

@Helmut Baltrusch - 09:39 Uhr

"Die Bahn hat das Recht der GdL zu einem eigenen Tarifvertag für die bei der GdL organisierten Bahnmitarbeiter immer anerkannt."

N E I N

Genau das hat die DB AG eben 11 Monate lang NICHT getan. Und um diese grundgesetzwidrige Blockadehaltung zu beenden, hat es 9 GDL-Streikrunden gebraucht.
Die Bahn hat der GDL bislang nur die Vertretung der bei ihr organisierten Lokführer zugestanden - mehr nicht.
Im Gegenzug hat sie aber der EVG eben nicht nur die Vertretungsvollmacht aller anderen Berufsgruppen zugebilligt, sondern mit ihr _auch_ einen Lokführertarifvertrag abgeschlossen. Das Argument der Bahn, zwei Tarifverträge für ein- und dieselbe Berufsgruppe seien mit ihr nicht zu machen, war schon immer eine Nebelkerze. Und das war allen, die es wissen wollten, auch von Anfang an klar.

Paradoxerweise hat also die EVG mit ihrer Streikdrohung der GDL zum Sieg verholfen.
Die DB AG stand nämlich vor dem Dilemma, die EVG genauso behandeln zu müssen wie die GDL, und dann zwei Streiks zu haben.

@ sharky um 8:48

Netter Versuch, aber der Bundesgerichtshof hat 2010 festgestellt, dass es KEINE Tarifeinheit gibt und konkurrierende Tarifverträge zugelassen! Jede Gewerkschaft darf für ALLE ihre Mitglieder Tarifverträge ABSCHLIESSEN! Auch für unterschiedliche Berufsgruppen, ohne diese mehrheitlich zu vertreten.

Daran gibt es nichts zu deuteln. Claus Weselsky hatte gar keine andere Möglichkeit, als diesen Affront des Bahnvorstandes mit Streiks zu beantworten.

Kleiner Tipp: Erst informieren, dann schreiben.

@jos1: "Der Bund soll etwas beisteuern."

Ja, der Bund wird das Tarifeinheitsgesetz beisteuern, dass wohl an Juli gilt. Bis dahin gilt Tarifpluralität und die GdL wird versuchen, einen eigenständigen Tarifvertrag für alle Berufsgruppen vor dem Inkrafttreten des Tarifeinheitsgesetzes abzuschließen. Dennoch kann das neue Gesetz zur Tarifeinheit in den Schlichtungsverhandlungen nicht außen vor bleiben.

Schließt die bahn mit der EVG und der GdL jeweils einen unterschiedlichen Tarifvertrag ab, stellt sich die Frage, welcher Vertrag in welchem der 337 Bahnbetriebe gilt. Die Gdl Hat lediglich in 26 Betrieben die Mehrheit der Mitglieder. Bahn und EVG werden wohl wollen, dass in allen Bahnbetrieben einheitliche Arbeits- und Lohnbedingungen gelten (Motto: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und sozialer Frieden).

Können sich die Tarifparteien nicht über den Wirkungsbereich von pluralen Tarifverträgen verständigen, wird sich das BVG in Karlsruhe damit befassen und entscheiden müssen.

Das Streikende und die

Das Streikende und die Einigung über ein Schlichtung -offenbar bedingungslos- signalisieren, dass die kleine Spartengewerkschaft GdL wohl ihren überzogenen und unverhältnismäßigen Arbeitskampf eingesehen hat.
Woraus schließen sie Ihre Behauptung?
Weder ist/war der Arbeitskampf überzogen, weder wird irgendwo die Einsicht irgend einer Seite genannt, und über eine EINIGUNG wird erst Recht nirgendwo etwas geschrieben. Es herrscht lediglich für die Schlichtungszeit eine Friedenspflicht. Führt die Schlichtung nicht zum Ziel, egal aus welchem Grund, steht weitern Streiks NICHTS im Wege. Es ist nichts entschieden. Ich habe schon im Eingangspost geschrieben, dass sich KEINER zu früh freuen sollte. Und vergessen Sie bitte die EVG nicht, auch hier laufen die Verhandlungen.

@ Helmut Baltrusch

Das Streikende und die Einigung über ein Schlichtung -offenbar bedingungslos- signalisieren, dass die kleine Spartengewerkschaft GdL wohl ihren überzogenen und unverhältnismäßigen Arbeitskampf eingesehen hat.

Woraus schließen sie Ihre Behauptung?
Weder ist/war der Arbeitskampf überzogen, weder wird irgendwo die Einsicht irgend einer Seite genannt, und über eine EINIGUNG wird erst Recht nirgendwo etwas geschrieben. Es herrscht lediglich für die Schlichtungszeit eine Friedenspflicht. Führt die Schlichtung nicht zum Ziel, egal aus welchem Grund, steht weitern Streiks NICHTS im Wege. Es ist nichts entschieden. Ich habe schon im Eingangspost geschrieben, dass sich KEINER zu früh freuen sollte. Und vergessen Sie bitte die EVG nicht, auch hier laufen die Verhandlungen.

@Totengräber:"Die GdL hatmit ihrem siegreichen Streik...

... die DB AG auf den Boden des Grundgesetzes zurück gezwungen."

Nun, das GG stand nie zur Disposition, schon gar nicht bei der Bahn, die seit Wochen eine Schlichtung forderte und nun auch bekam. In den Gesprächen, die zur Schlichtung führten, hat der anwesende Arbeitsrechtler wohl der GdL vermittelt, dass ihr Streik z.T. politisch und rechtswidrig ist, weil er sich auch gegen das vor der Verabschiedung stehende Tarifgleichheitsgesetz richtet. Zugleich hat der Arbeitsrechtler einen Weg in die Schlichtung gewiesen, die nach neun ergebnislosen Streiks überfällig ist.

Die Weselski-GdL wurde also zur Vernunft und Kompromissbereitschaft in der Schlichtung gezwungen, auch wenn sie behauptet, die Bahn zur Verhandlung und Abschluss eines separaten TV mittels verbrieftem Grundrecht gebracht zu haben. Geschenkt, der Streik ist abgebrochen, die Schlichter sollten eine faire Chance bei kompromissbereiten Tarifparteien haben.

Recht ist Recht, und für sein frecht mus man manchmal kämpfen.

<<< Handeln und Argumentation der GDL bleiben undurchsichtig und offensichtlich von anderen Zielen getrieben.... >>> von telemark. ### Die GDL hat nur ein einziges Ziel. Sie will alle ihre Mitglieder vertreten, nicht nur die Lokführer. Und wenn nun mal Zugbegleiter in der GDL sind, und andere Zugbegleiter sind in der EVG organisiert, dann ist das deren gute Recht. Und wenn zwei Gewerkschaften im Wettbewerb mit oder auch gegeneinander stehen, ist das auch ihr gutes Recht. Und wenn die Bahn AG meint, dass sie für jede Berufsgruppe nur mit einer Gewerkschaft verhandlen will, dann ist das eben nicht ihr gutes Recht. Als Rentner aber auch als Bahnkunde, der betroffen sein kann, bewundere ich das Durchhalte-Vermögen der GDL. Endlich mal eine Gewerkschaft, die nicht "brav" ist, sondern eine, die kämpfen kann. Der Vorstand der Bahn AG hat genug Schäden angerichtet, um mal massiv Wiederstand zu spüren bekommen.

von Helmut Baltrusch

"Können sich die Tarifparteien nicht über den Wirkungsbereich von pluralen Tarifverträgen verständigen, wird sich das BVG in Karlsruhe damit befassen und entscheiden müssen."

Und dabei das Tarifeinheitsgesetz sang und klanglos einkassieren, da ein Grundgesetzparagraph (Koalitionsfreiheit) höher zu gewichten ist als ein einfaches Bundesgesetz.

@Helmut Baltrusch - 11:25

"Schließt die bahn mit der EVG und der GdL jeweils einen unterschiedlichen Tarifvertrag ab, stellt sich die Frage, welcher Vertrag in welchem der 337 Bahnbetriebe gilt."
Diese Frage stellt sich selbstverständlich nicht. Für jeden einzelnen Mitarbeiter gilt der Tarifvertrag der Gewerkschaft, der er angehört.

"Bahn und EVG werden wohl wollen, dass in allen Bahnbetrieben einheitliche Arbeits- und Lohnbedingungen gelten (Motto: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und sozialer Frieden)."
Werden dort, wo mehrheitlich Beamte arbeiten, die Angestellten auch nach der Beamtenbesoldung bezahlt?

Aha?!

Gibt es im Angesicht des drohenden EVG Streiks eigentlich immer noch die Ansicht, das alles die Schuld des bösen Weselsky ist? Oder kommen eventuell einige so ganz langsam auf den Gedanken die Ursache eher beim Vorstand der Bahn zu suchen?
Und vielleicht sollten einige auch überlegen in wie weit sie sich, mal wieder, vor den Karren der Bahn PR gespannt haben...

Am 21. Mai 2015 um 11:16 von VomPferdErzählter

Ich kann nicht sagen das sie etwas vom Pferd erzählen würden . Im Gegenteil ,sie haben wenigstens von Anfang an zugehört u. das Wesentliche bemerkt wo ich mir bei so manchem Foristen trotz aller gegenläufigen Argumenten nicht ganz sicher bin ob es nicht an den Haaren herbeigezogene Argumentation nur sein kann,Bildzeitungsverdummung oder nur Uninformiertheit auf allen Sinneskanälen die der menschliche Geist so zur Verfügung hat!?
Ich stimme ihnen voll u. ganz jedenfalls zu!

Liebe Tagesschau,

Liebe Tagesschau,
trotz guter Erfahrungen bin ich manchmal schwer enttäuscht oder fast schon ungläubig über die Arbeit von tagesschau.de:Wie kann es sein, dass Sie einen"Experten"(Herrn Naumann)zu Wort kommen lassen, der ganz offensichtlich Unsinn erzählt?Nämlich, dass die GDL wohl aufgrund juristischer Gründe eingelenkt hätte. In diesem Artikel hier schreiben Sie aber aber deutlich, dass es zur Schlichtung kam, weil die Bahn auf die zentrale Forderung der GDL, dass die GDL nämlich Tarifverträge für alle ihre Mitglieder abschließen darf, eingegangen ist, über die die GDL nicht verhandeln wollte, weil es ihr Grundrecht ist.
Dass Sie einen solchen Experten zu Wort kommen lassen, der Unsinn erzählt&ganz offensichtlich auf Seite der Bahn ist, finde ich besonders schwach, weil es zur Verwirrung diesesgesellschaftlich äußerst relevanten Themas beiträgt, worum es in dem Streik wirklich ging(eine Verwirrung, die die Medien trotz ihrer Aufgabe leider nicht durch klare Worte beseitigen konnten).

Danke GdL !!!!

Nach vielen Wochen und Monaten der Häme, der medialen Mobilmachung gegen die Lokführer und insbesondere gegen den Vorsitzenden der GdL, der unzulässigen Einmischung von Politikern ... haben sie für uns alle die Einhaltung geltenden Rechts durchgesetzt.

Und ich erwarte, dass genau das jetzt auch hier in der TS eindeutig herausgestellt wird. Wenn ich hier einige Kommentare lese, hat man den Eindruck, nicht die Bahn sondern die GdL sei eingenickt.

Für diesen langen und erfolgreichen Arbeitskampf sollten wir der GdL und den dort organisierten Bahnmitarbeitern dankbar sein. Endlich eine Gewerkschaft die sich für ihre Mitglieder einsetzt, die sich nicht durch eigene Vorteilsnahme über die wirklichen Interessen hinwegsetzt.

Dieses Ergebnis hätten wir jedoch alle bereits vor Monaten haben können, wenn die Bahn entsprechend des Grundgesetzes die Verhandlungen geführt hätte. Aber es ist wie immer: Die Bahn kommt- nur leider wie so oft später

Und an Ramelow: dass hier geht gar nicht!!

Und dann sage ich mal ganz deutlich an die Adresse von Bodo Ramelow zu seinem Statement auf heute.de:

http://tinyurl.com/pn2xe86
heute.de: Schlichter: Ramelow kritisiert, Platzeck schweigt

Ramelow: Vollkonfrontation der Bahn war Fehler
Ramelow nahm die Lokführergewerkschaft GDL, die ihn als Schlichter ernannt hatte, ausdrücklich in Schutz. Die "altehrwürdige" Gewerkschaft habe einen "Abwehrkampf" führen müssen, "um in Zukunft überhaupt noch Tarifverhandlungen führen zu können". Dem Radiosender MDR Info sagte Ramelow: "Es war ein Fehler der Deutschen Bahn, so lange auf Vollkonfrontation zu setzen."

wie kann ein Herr Ramelow es dulden, dass dieser werte Herr W. hier das Streikrecht in jeder Hinsicht pervertiert und dann so gegen die Bahn - und damit gegen uns Bahnfahrgäste - schießen?? Herr Ramelow: auch Sie sind Vertreter ALLER Bürger, siehe dazu Artikel 38 GG!!

Warum sollen wir dass schon wieder ausbaden?? Die Bahn hat so recht!!

Oje

Nun hat die Bahn augenscheinlich der einzigen Forderung nachgegeben, der sie hätte nie nachgeben dürfen.
Wenn die GDL für die weiteren Berufsgruppen einen besseren Tarifvertrag aushandelt als die EVG, können wir uns in Zukunft auf Ping-Pong Streiks zwischen EVG und GDL einstellen. Die GDL will mit dieser Forderung ja die größte Gewerkschaft innerhalb der DB werden, um nach Inkrafttreten des Tarifeinheitsgesetztes Verhandlungsführer zu werden. Daher wird die GDL es nicht akzeptieren können, dass die Tarife der einzelnen Berufsgruppen zwischen EVG und GDL Mitgliedern angeglichen werden.
Die EVG wiederum kann nicht zulassen, dass ihnen so ihre Mitglieder abwandern und für eine Angleichung kämpfen... usw. usw.

@ Helmut Baltrusch

Ja, der Bund wird das Tarifeinheitsgesetz beisteuern, dass wohl an Juli gilt.

Tja, selbst wenn es AB Juli gelten sollte, ist es die Frage wie lange es gilt und vom Bundesverfassungsgericht wegen GG-Verstöße einkassiert wird.
Ich sag ja immer: "Die größten Verfassungsgegner/-feinde sitzen nicht in Afghanistan oder sonstwo sondern im Reichstag."

Richtig und fast richtig

Richtig ist, das Rangierlokführer weniger Verantwortung haben, da diese ausschließlich innerhalb der Bahnhofsgrenzen rangieren (max. 25 km/h) und dies mit Reisenden grundsätzlich nicht erlaubt ist, während der Personen- und Güterzuglokführer, kurz Streckenlokführer, der ist, der mehrmals am Tag pro Fahrt um die 1.000 Leute von A nach B bringt.
ZU gering sollte man das jetzt aber auch nicht schätzen, da Rangierer (die es i.d.R. nur noch bei Cargo und vereinzelt im Fernverkehr gibt) die Wagen in der richtigen Reihenfolge kuppeln (Cargo) und z.B. Bremsproben u.a. wagentechnische Untersuchungen durchführen müssen (allgemein).

Was den Tarif angeht, sieht es grundsätzlich so aus, dass jeder erstmal nach dem besseren Tarif der Gewerkschaft X bezahlt wird. Muss so, da der AG sonst wissen müsste, wer in welcher Gewerkschaft ist.
"Unorgansierte", Mitglieder der Y und selbst der X können aber beantragen, nach dem Tarif der Y bezahlt zu werden, wenn sie diesen (warum auch immer) für besser halten

Frage: wann kommt das Tarifeinheitsgesetz bei der Bahn??

Und dann schiebe ich gleich mal die Frage Nr. 5 hinterher an diesen werten Herrn Bepler:

Frage 5: wann endlich kommt das Tarifeinheitsgesetz auch bei der Bahn, damit hier diese kleine GDL mal zurechtgestutzt wird??

Denn es kann nicht sein, dass diese GDL hier so Zugeständnisse bekommt, nachdem die monatelang das Land in Geiselhaft gehalten hat!!

Und zusätzlich noch meine

Frage Nr.6: wann dürfen wir Bürger und Bahnfahrgäste und auch die Wirtschaft die entstandenen Schäden der GDL in Rechnung stellen??

@Izmi: "...Schlichtung behandelt nur den Tarif."

Wieso ist diese nichtssagende Einlassung die eigentliche Meldung, zumal die Grundrechtsfrage ohnehin keine praktischen Auswirkungen auf die Schlichtung hat und nie zum realistischen Thema wurde? Als Streikbegründung war das "Grundrecht" von der GdL-Führung ohnehin nur vorgeschoben.

Die eigentliche Meldung ist doch, dass es nach wochenlangen Forderungen der Bahn endlich der wohl rechtswidrige, weil politische Streik gegen die Tarifeinheit, abgebrochen wird und es zu einer Schlichtung kommt. Letztlich wird der Schlichtungsspruch von der Bahn nur angenommen werden, wenn "vergleichbare" Tarifverträge mit der EVG und der GdL zustande kommen (Motto: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und sozialer Frieden).

Nach Inkrafttreten des Tarifgleichheitsgesetzes gilt dieses auch für die Spartengewerkschaften bei der Bahn. Das Gesetz wird auch zuvor seine Wirkung auf die Schlichtungsverhandlungen haben. Sollten plurale Regelungen vereinbart werden, hätten diese keinen Bestand.

"Armes Deutschland"

Staaten verarmen, wenn das Geld nicht mehr zirkuliert, weil die Leute keins haben.
Höhere Löhne kurbeln daher die Wirtschaft an. Danken wir den Lokführern!

09:39 von Helmut Baltrusch

"...Die Bahn hat das Recht der GdL zu einem eigenen Tarifvertag für die bei der GdL organisierten Bahnmitarbeiter immer anerkannt. ..."
Eben nicht! GdL-Mitglieder, die nicht Lokführer sind, waren vom Recht der GdL auf einen eigenen Tarif ausgeschlossen. Das hat sich jetzt geändert!
"...Ginge es demokratisch zu, müsste sich die GdL den Tarifvorstellungen der anderen Tarifparteien beugen."
Merkwürdige Ansichten zur Demokratie. Es ist doch gerade das Recht (!) der GdL, sich nicht zu beugen - und schon gar nicht dem Arbeitgeber Bahn - sondern um ihre eigenen Tarifvorstellungen zu kämpfen. Auch mit Streik!! Recht muss Recht bleiben.

@Izmi: "GdL kann für alle Mitglieder abschließen..."

Das war auch bisher, jedenfalls nach den BAG-Urteilen von 2010, nicht fraglich - auch nicht bei der bahn. Was die GdL "kann" und was schließlich vereinbart wird, sind wohl verschiedene Dinge.

Die Bahn und die EVG werden keine Tarifpluralität bei den gleichen Berufsgruppen zustimmen und zulassen. Auch die GdL schließt nunmehr Tarifeinheit nicht mehr aus, betrachtet dies aber als ein Thema und Problem der Bahn. Dennoch wird dieses Thema gleicher tariflicher Regelungen für die Berufsgruppen inhaltlich bei der Schlichtung eine Rolle spielen.

OB die Bahn einem Schlichtungsspruch zustimmt oder nicht, hängt in der Tat auch von dieser Frage ab, wenngleich andere Tarifverträge keine Rolle spielen "sollen". Alles andere wäre eine Missachtung des Tarifeinheitsgesetzes und der Beginn neuer Tarifauseinandersetzungen, auch mit der EVG.

:45 von notnull

"...Gibt es im Angesicht des drohenden EVG Streiks eigentlich immer noch die Ansicht, das alles die Schuld des bösen Weselsky ist? Oder kommen eventuell einige so ganz langsam auf den Gedanken die Ursache eher beim Vorstand der Bahn zu suchen? ..."

Es ist für einige User hier schwer zu schlucken, dass die GdL mit ihrem Arbeitskampf erfolgreich war. Möglicherweise schreibt der Eine oder Andere auch für Interessenverbände. Und diese Interessenverbände - die der Unternehmer - haben tatsächlich einen Schlag erlitten, weil es in Zukunft wohl häufiger Streikaktionen geben wird, bei denen die alten DGB-Gewerkschaften nicht mehr so einfach auf Burgfrieden mit den Arbeitgebern machen können. Angesichts der zunehmenden sozialen Schieflage in der BRD wird es auch dringend Zeit, dass sich wenigstens die abhängig Beschäftigten auf ihre eigenen Interessen besinnen - und das vor allem in Solidarität mit allen potentiellen Arbeitnehmern. Sprich: mit Hartzern, Aufstockern, Langzeitarbeitslosen!

@ Resistance1405

Denn es kann nicht sein, dass diese GDL hier so Zugeständnisse bekommt, nachdem die monatelang das Land in Geiselhaft gehalten hat!!

Geiselhaft ist eine Straftat und verboten. Sie können sich ohne Einschränkungen FREI bewegen. KEINER hindert sie daran von A-B zu kommen. Nehmen Sie einfach ein anderes Transportmittel, Beispiele wurden hier doch immer so hoch und genügend angepriesen. Es besteht kein Versorgungs- oder Grundrecht der Bundesbürger auf Eisenbahn.
Streik ist dagegen ein im Grundgesetz verankertes RECHT.

@wiesengrund, um 09:18

Insofern ist die angekündigte Schlichtung ein Erfolg der GDL, die sie dem DB-Management durch die Arbeitskampfmaßnahme namens Streik abgerungen hat, sodass jetzt über die Verbesserung der üblen Arbeitsbedingungen und die Erhöhung der miesen Löhne für das gesamte GDL-Zugpersonal verhandelt werden kann.

Besser hätte ich das unsolidarische Konzept der GDL nicht darstellen können. Ich habe mir lediglich herausgenommen, den entscheidenden Begriff hervorzuheben.

Laut der vielen Weselsky/GDL-Anhänger in diesem Forum, müssten ja nach einem "Sieg" der GDL paradiesische Zeiten für alle Unterprivilegierten in Deutschland anbrechen. Ob wohl der Heilsbringer Weselsky das wirklich auf seiner Agenda stehen hat?

Mal nachsehen unter Tagesschau.de unter......

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bahnstreik-139.html
"Private Bahn-Konkurrenten bewerten Tarifpluralität verschieden"

"Bei den Bahn-Wettbewerbern seien parallele Tarifverträge der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) eher die Regel denn die Ausnahme, sagte Recker. Probleme in der Praxis mache das nicht - etwa bei abweichenden Arbeitszeit- und Pausenregelungen: "Das ist nur eine Frage der betrieblichen Organisation.""

Oder hier mal nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tarifeinheit

Vielleicht wird es bei so manchem Foristen etwas heller mit Sachlichem?

@Klabautermann: Einsicht der GdL in unverhältnismäßige Streiks

Die Zustimmung der GdL zu einer Schlichtung nach wochenlanger Ablehnung hat wohl seine Gründe in dem Wirken des bei den Verhandlungen anwesenden Arbeitsrechtlers. Die GdL tat während der Streiks kund, dass es politische Arbeitskampfmaßnahmen wären. Politische Streiks sind aber verboten und hätten eine einstweilige Verfügung zur Folge haben können. Nun hat die GdL wohl einsichtig gerade noch die Kurve bekommen.

Natürlich ist der Arbeitskampf noch nicht beendet und die Streiks lediglich ausgesetzt. Nach dem Inkrafttreten des Tarifeinheitsgesetzes beginnt dann die juristische Auseinandersetzung um den Geltungsbereich der möglichen Tarifabschlüsse bei den 327 Betrieben (26 mit Mehrheit der GDL) der Bahn. Würde die GdL dann aus politischen Gründen wieder streiken, würden schnell die Richter entscheiden.

Koalitionsfreiheit

Eins vorab: ich bin kein Lokomotivführer, und auch ich finde diese ausufernde Streikerei (nicht nur bei der Bahn) unerträglich, weil sie jedwede persönliche Reiseplanung unmöglich macht.

Es verwundert mich aber doch, mit welcher Nonchalance hier Foristen, die sonst immer das "Widerstandsrecht des Volkes gegen die Grundgesetzbrecher in der Regierung" wie eine Monstranz vor sich hertragen und alles Mögliche fordern, über eine simple Kleinigkeit hinwegsehen, die AUCH im GG steht - nämlich die "Koalitionsfreiheit".

In diesem Punkt gehe ich völlig konform mit Herrn Weselsky: Mitnichten maßt sich die GDL an, Verhandlungen für irgendwelche "Berufsfremde" zu führen. Sie nimmt für sich nur in Anspruch, die bei ihr organisierten Arbeitnehmer zu vertreten. Und jeder Versuch, das in Abrede zu stellen, ist (vermutlich) verfassungswidrig.

Oder sollten wir besagtes GG ändern?
Art 1: Die Regierung gewährt dem Volk gewisse Rechte.
Art. 2: Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Ist ja auch viel kürzer!

@Totengräber: Geltungsbereich der bahn-Tarifverträge

Wir werden bald erleben, dass die Frage des Geltungsbereiches spätestens nach Inkrafttreten des Tarifeinheitsgesetzes ein Rolle spielt. Bahn und EVG wollen nicht, dass in Betrieben mit EVG-Mehrheit plurale Tarifverträge mit der GdL gelten.

Das führt automatisch zu juristischen Auseinandersetzungen vor dem BVG in Karlsruhe. Es muss höchstrichterlich geklärt werden, ob das Tarifeinheitsgesetz grundgesetzkonform ist und ob bis dahin abgeschlossene plurale Tarifverträge Bestand haben und wirksam bleiben oder nicht.

Mit dem vertraglich geregelten Beamtenstatus und der Bezahlung von früheren Mitarbeitern der DB hat die jetzige Tarifauseinandersetzung nichts gemein. Der Vergleich ist also unzutreffend.

@Helmut Baltrusch - 11:40 Uhr

"Nun, das GG stand nie zur Disposition, schon gar nicht bei der Bahn..."
Doch, aber das wissen Sie so gut wie ich.

"...die seit Wochen eine Schlichtung forderte und nun auch bekam..."
nachdem sie von ihren unannehmbaren, weil grundgesetzwidrigen, Voraussetzungen für eine Schlichtung abrückte.

"In den Gesprächen, die zur Schlichtung führten, hat der anwesende Arbeitsrechtler wohl der GdL vermittelt, dass ihr Streik z.T. politisch und rechtswidrig ist, weil er sich auch gegen das vor der Verabschiedung stehende Tarifgleichheitsgesetz richtet."
Das _vermuten_ Sie. Mit gleicher "Trefferwahrscheinlichkeit" _vermute_ ich, dass der Arbeitsrechter der DB AG die Hohlheit ihres Arguments "Tarifeinheit" dargelegt hat. Diese Nebelkerze zündet nämlich bei all jenen nicht, die wissen, dass es jetzt schon zwei Tarifverträge für Lokführer gibt; einen mit der GDL und einen mit der EVG. Und den wird sich die EVG auch nicht wegnehmen lassen.

um 12:42 von Helmut Baltrusch

"Die Zustimmung der GdL zu einer Schlichtung nach wochenlanger Ablehnung hat wohl seine Gründe in dem Wirken des bei den Verhandlungen anwesenden Arbeitsrechtlers. Die GdL tat während der Streiks kund, dass es politische Arbeitskampfmaßnahmen wären. Politische Streiks sind aber verboten und hätten eine einstweilige Verfügung zur Folge haben können. Nun hat die GdL wohl einsichtig gerade noch die Kurve bekommen."

Falschdarstellungen werden auch durch Wiederholung nicht wahr. Die GdL ist seit fast 12 Monaten im Arbeitskampf. Das Tarifeinheitsgesetz wurde allerdings erst während dieser Auseinandersetzung angeschoben. Damit ist es definitiv kein politischer Streik.
Auch stimmt es nicht, daß die GdL wegen der Meinung eines Arbeitsrechtlers eingeknickt wäre, sondern die Bahn ist auf die zentrale Forderung der GdL eingegangen für all ihre Mitglieder zu verhandeln. Deshalb war der Weg für die Schlichtung frei, in welcher die Bahn nun Herrn Platzeck und die GdL Herrn Ramelow ins Rennen schickt

@Einfach Unglaublich um 11:25

"Netter Versuch, aber der Bundesgerichtshof hat 2010 festgestellt, dass es KEINE Tarifeinheit gibt und konkurrierende Tarifverträge zugelassen! Jede Gewerkschaft darf für ALLE ihre Mitglieder Tarifverträge ABSCHLIESSEN! "

Dem habe ich auch nicht wiedersprochen. Aber der BGH hat NICHT gesagt das ein Arbeitgeber einen Tarifvertrag mit unterschiedlichen Gewerkschaften abschliessen MUSS.

Sie sehen nur das was sie wollen. Etwas juristiche Bildung würde hier gut tun.

Aus dem Recht es einen entsteht nicht immer eine Pflicht des anderen.

@Helmut Baltrusch - 12:55

"Bahn und EVG wollen nicht, dass in Betrieben mit EVG-Mehrheit plurale Tarifverträge mit der GdL gelten."
Warum schreiben Sie immer wieder von "Betrieben", in denen der eine oder der andere Tarifvertrag gilt?
Es gelten beide, die Zugehörigkeit des jeweiligen Mitarbeiter zu der einen oder der anderen Gewerkschaft gibt den Ausschlag, nach welchem Tarifvertrag dieser einzelne Mitarbeiter zu bezahlen ist. Das habe ich Ihnen aber weiter oben schon am Beispiel Beamter/Angestellter darzulegen versucht, denn entgegen Ihrer Meinung spiegelt es genau den kommenden Zustand wieder. Es liegt ausschließlich am Status des Mitarbeiters, nach welchem Tarif er bezahlt wird. Eben "GDL" oder "EVG". 1:1 vergleichbar mit "Beamter" oder "Angestellter".

@ Helmut Baltrusch

Die Zustimmung der GdL zu einer Schlichtung nach wochenlanger Ablehnung hat wohl seine Gründe in dem Wirken des bei den Verhandlungen anwesenden Arbeitsrechtlers.
Klar wird das einen Grund haben, fraglich ob es an den Arbeitsrechtler liegt.
Staatsanwälte und Rechtsanwälte haben beide Jura studiert nur gehen ihre "Rechtsmeinungen/-auslegungen" meist in unterschiedliche Richtungen, dass letztendlich ein Richter entscheiden muß. Also reine Mutmaßungen ihrerseits.

wieso gibt Herr Ramelow so ein Interview?

Ich hege an sich einige Sympathien für Herrn Ramelow, aber dass er als bereits berufener Schlichter noch vor Beginn der Verhandlungen so eindeutig für eine Seite öffentlich Partei nimmt, ist unprofessionell und unangemessen. Schließlich ist es seine Aufgabe, gemeinsam mit Herrn Platzeck den Konfliktparteien einen Weg aus der aktuell verfahrenen Situation zu weisen. Da hält man sich doch bitte vorher mit eigenen Meinungen zurück.

Ebenfalls enttäuscht mich vor dem Hintergrund seiner eigenen langjährigen Tätigkeit in DGB-Gewerkschaften, dass er den Angriff der GDL (und damit auch anderer Spartengewerkschaften) auf die Tarifeinheit kommentarlos hinnimmt.

Bevor hier jetzt die Mär von der "gerichtlich verbotenen" Tarifeinheit erzählt wird:
Erstens hat das Bundesarbeitsgericht die Tarifeinheit nicht "verboten".
Zweitens kann auch das Bundesarbeitsgericht einer Gewerkschaft nicht verbieten, dieses Ziel zu verfolgen.

@Izmi, um 12:36

weil es in Zukunft wohl häufiger Streikaktionen geben wird, bei denen die alten DGB-Gewerkschaften nicht mehr so einfach auf Burgfrieden mit den Arbeitgebern machen können.

Was natürlich toll ist, weil es um Deutschland herum so unglaublich viele Beispiele dafür gibt, dass sich dadurch insgesamt die Lage der Arbeitenden verbessert. Leider fällt mir gerade kein Land ein. Nennen Sie doch mal eines...

Angesichts der zunehmenden sozialen Schieflage in der BRD wird es auch dringend Zeit, dass sich wenigstens die abhängig Beschäftigten auf ihre eigenen Interessen besinnen - und das vor allem in Solidarität mit allen potentiellen Arbeitnehmern. Sprich: mit Hartzern, Aufstockern, Langzeitarbeitslosen!

Und für die hat die GDL gekämpft? Und deren Lage wird sich jetzt verbessern? Sorry, aber da projizieren Sie lediglich eigene Vorstellungen auf die GDL. Die macht zwar auf "Arbeiterkampf", aber das ganz klar nur für sich selbst.

@Totengräber: Geltungsbereich der Bahn-Tarifverträge

Nach dem kommenden Tarifeinheitsgesetz hängt die Anwendung von Tarifverträgen und sein Geltungsbereich nicht von der Gewerkschaftszugehörigkeit eines Mitarbeiters ab. Es kommt der Tarifvertrag mit den meisten Gewerkschaftsmitgliedern eines "Betriebes" zur Anwendung. Bei der bahn sind eindeutig mehr Mitarbeiter bei der EVG als bei der GdL organisiert. Die GdL hat bereits angekündigt, zu klagen, wenn die von ihr ausgehandelten und rechtswirksam abgeschlossenen Tarifverträge nicht zur Anwendung kommen sollten, weil das Tarifeinheitsgesetz eine andere Regelung vorsieht.

Der Streit wird sich also noch lange hinziehen. Insofern kann die Bahn auch die Pluralität von Tarifverträgen bei den gleichen Berufsgruppen akzeptieren, da ohnehin künftig nur der mit der größeren Gewerkschaft abgeschlossenen Tarifvertrag gilt.

@Helmut Baltrusch - 13:53 Uhr

"Der Streit wird sich also noch lange hinziehen."
Und zwar genau _so_ lange, bis das BVerfG die Rechtswidrigkeit des Tarifeinheitsgesetzes festgestellt hat. Danach gilt wieder das, was bis zum Inkrafttreten des Gesetzes gilt: Die Zugehörigkeit des Beschäftigten zu der einen oder der anderen Gewerkschaft begründet die Geltung des jeweiligen Tarifvertrages für ihn.

@Klabautermann 08: Arbeitsrechtlerwirkung bei der Schlichtung

Nachdem der Arbeitsrechtler bei den Verhandlungen zwischen der Bahn und der GdL früher als Richter bei den Urteilen von 2010 zur Möglichkeit pluraler Tarifverträge maßgeblich mitgewirkt hat, wird er die streitenden Tarifparteien auf die Rechtslage hingewiesen haben. Dazu gehörte gewiss auch der Hinweis über die Legalität politischer Streiks, wie die GdL sie zur Durchsetzung von Tarifstrukturen, also politischen Machtzielen, durchgesetzt hat. Insofern ging es in meinem Kommentar nicht um Mutmaßungen, sondern um die Wirkungsmöglichkeiten des Arbeitsrechtlers bei der Wegweisung zur Schlichtung.

Tarifeinheitsgesetz ist arbeitnehmerfeindlich

denn jeder Arbeitnehmer, der seinen Arbeitsplatz in eine andere Branche wechselt, wird dadurch gezwungen, auch seine Gewerkschaftsmitgliedschaft zu wechseln. Mit allen Nachteilen, die ihm dadurch entstehen, beispielsweise durch kürzere Mitgliedschaft. Oder dadurch, daß ihn die Branchengewerkschaft gar nicht repräsentiert, weil er eigentlich branchenfremd ist (zB IT, Reinigungskraft, Finanzbuchhalter).

Daß die SPD, die stets von sich behauptet, gerade die Arbeitnehmer zu vertreten, so ein Gesetz erfindet, zeigt, wie tief diese Partei mittlerweile gesunken ist. Nicht besser als die FDP - für die Macht im Staat werden alle Prinzipien über Bord geworfen.

Wenn Wehner noch lebte - er würde sich im Grabe umdrehen.

@Totengräber, um 13:35
Es liegt ausschließlich am Status des Mitarbeiters, nach welchem Tarif er bezahlt wird. Eben "GDL" oder "EVG". 1:1 vergleichbar mit "Beamter" oder "Angestellter".

Beamte sitzen auf Beamtenstellen und werden nach Beamtenrecht alimentiert. Angestellte werden auf Angestelltenstellen eingestellt und nach ausgehandelten Tarifverträgen entlohnt. Auf einer Angestelltenstelle kann kein Beamter sitzen und umgekehrt auch nicht. Wenn ein Angestellter in einer Behörde verbeamtet wird, wechselt er die Stelle. Und selbst verbeamten kann man sich natürlich nicht.

Theoretisch könnte die Bahn zwar zunächst einen Stellenplan mit X "GDL-Stellen" und Y "EVG-Stellen" aufstellen. Jedoch kann ein AN jederzeit seine Gewerkschaftszugehörigkeit wechseln und säße dann auf einmal auf einer "falschen" Stelle. Und was passiert, wenn die Bahn eine "EVG-Stelle" ausschreibt? Darf sie darauf ein GDL-Mitglied einstellen? Es ist eben leider nicht trivial.

@Helmut Baltrusch - 14:02 Uhr

"Nachdem der Arbeitsrechtler bei den Verhandlungen zwischen der Bahn und der GdL früher als Richter bei den Urteilen von 2010 zur Möglichkeit pluraler Tarifverträge maßgeblich mitgewirkt hat, wird er die streitenden Tarifparteien auf die Rechtslage hingewiesen haben. Dazu gehörte gewiss auch der Hinweis über die Legalität politischer Streiks, wie die GdL sie zur Durchsetzung von Tarifstrukturen, also politischen Machtzielen, durchgesetzt hat."
Glückwunsch, Sie machen gleichzeitig eine Rolle vorwärts und rückwärts!
Abgesehen davon, dass der Arbeitsrechtler sicher auf die _Il_legalität politischer Streiks hingewiesen haben würde, wäre es im Zusammenhang wohl passender, wenn Sie spekulierten, dass der frühere Richter, der maßgeblich an Urteilen pro-Tarifpluralität mitgewirkt hat, wohl eher die DB AG auf die grundgesetzlich verbriefte Möglichkeit der Tarifpluralität hingewiesen haben wird.

Was wurde denn nun vereinbart?

Vielleicht kann mal ein Jurist erklären, was denn da nun vereinbart wurde. Bei DB-Weber hört sich das ganz anders an ("Wir gehen in diese Schlichtung so, wie wir bisher auch verhandelt haben: Ohne Vorbedingungen. Wir bleiben dabei, dass es keine Mitarbeiter erster und zweiter Klasse geben darf").

Juristen sind ja Fachleute für raffinierte Formulierungen, die etwas ganz anderes bedeuten, als der Laie denkt ("als Lokomotivführer eingruppiert" heißt wohl nicht notwendig, dass sie das Gleiche bekommen?) .

Aber Hauptsache, dass wieder geredet wird, und diesmal vielleicht etwas konstruktiver.

@ahr666 - 14:35 Uhr

"Wenn ein Angestellter in einer Behörde verbeamtet wird, wechselt er die Stelle."
Nö. Der Ordnungsamtsmitarbeiter, der gestern noch Angestellter war und heute Beamter ist, wechselt vielleicht so manches, aber nicht seine Stelle. Er macht einfach seine Arbeit weiter. Er wird nur anders bezahlt. Ob seine Stelle eine Angestellten- oder Beamtenstelle ist, ist ebenso variabel. Das kann sich nach politischer oder Kassenlage ganz schnell ändern. Im Ernstfall passt sich zur Zeit auch eher die Stelle dem Stelleninhaber an. Ist dieser Beamter, ist es eine Beamtenstelle; ist er Angestellter, ist es eine Angestelltenstelle.
Die Bahn wird auch keinen Stellenplan mit x Stellen "GDL" und y Stellen "EVG" aufstellen. Sie hat einen Bedarf an z Lokführern. Auf die Entscheidung, wer da Mitglied welcher Gewerkschaft ist oder wird, hat sie keinen Einfluss. Beim Personalbogen wird eben die Gewerkschaftszugehörigkeit vermerkt und bei der Lohnbuchhaltung berücksichtigt. Eben doch ganz trivial.

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