Kommentare

Das alte Problem.

Wie kann die Presse objektiv sein? Jeder liest gerne das, was seinen Werten entspricht. Und ungern das andere, das seinen Vorstellungen diametral widerspricht.

Eine gute Presselandschaft muss vielseitig sein. Denn nur dort, wo es viele Stimmen gibt, kann man sich über ein Thema aus unterschiedlichen Perspektiven informieren.

Hier haben große Länder wie D einen Vorteil gegenüber kleineren Ländern. Weil in den großen einfach mehr Nachfrage und somit mehr unterschiedliche Medien existieren können.

Die Politik sollte die Bahnen legen, dass unterschiedliche Medien existieren können.

Gegenbeispiel dafür, sind russische Medien.

Auch darf die Politik nicht hunderte Millionen in Inserate für Zeitungen stecken. Wie dies in Österreich üblich ist. Und dort auch heftig diskutiert wird. Denn das macht Medien von ihren politischen Geldgebern abhängig. Und ist nicht Sinn der Sache.

Öffentlich rechtliche müssen beide Seiten zu Wort kommen lassen. Aber auch zu einer anerkannten Wahrheit stehen.

oh weh

Der Verweis auf die Nazis als "Totschlagargument"?

Stimmt doch!

Lügenpresse stimmt doch manchmal, wenn man sich die halbwahren, gelenkten und einseitigen Berichte ansieht. Gut, ich werde den Ausdruck „Lügenpresse“ nicht mehr verwenden, werde ihn aber durch „landläufige Meinungsdiktatur“ ersetzen.

Hierzu empfehle.......

ich das Buch von Udo Ulfkotte zu lesen…..
Dann versteht man den Zusammenhang von Politik, Geheimdiensten, Hochfinanz und Journalismus.
Habe mir das Buch Gekaufte Journalisten über den Weihnachtsurlaub reingezogen, ich wusste und ahnte viel doch was da kam war der Hammer.
Zum Abschluss noch das Buch von Matthias Weik & Marc Friedrich der Crash ist die Lösung.
Ich sage nur Michel zieh dich warm an !
Steh vom Sofa auf und geh auf die Straße !

Schnüfz

Arme Medien... werden diffamiert. Das ist ein "Angriff auf die Pressefreiheit"....

Traurig...
Ähm... nur ne kleine Frage... Was wird eigentlich "angegriffen" wenn die Bürger diffamiert werden?

traurige Tendenz

An sich ist es ja schon schlimm genug, dass alte Nazi-Terminologie jeden Montag voller Begeisterung in Dresden gefeiert wird.

Dass diese Menschen auch noch glauben könnten was sie da absondern, lässt sich mit Logik nicht erklären.

gute Entscheidung

Regt hoffentlich den Einen oder Anderen zum Nachdenken an.

Lügenpresse

Damit kann ja dann nicht die ÖR Medien gemeint sein. Die sind ja nicht unabhängig.
Wenn die Politik die Redakteure bestimmt und fasst alle Parteien in den Medienräten sitzen, kann man wohl nicht von unabhängig sprechen.

"Lügenpresse" Unwort des Jahres

Von Anfang an haben große Teile der Presse die AfD und Pegida als rechtspopulistisch ohne Auseinandersetzung mit den Zielen bezeichnet.Ein Umstand,der vor allem den 4 etablierten Parteien nützt. So kann von unabhängiger Meinungsbildung der etablierten Radio- und Fernsehanstalten keine Rede sein.Diese müssen die Pflicht haben,Meinungen der Bürger und neuen Parteien neutral und aufgeschlossen wiederzugeben,wenn daraus keine verfasssungsfeindlichen Tendenzen abzuleiten sind.Der Umgang mit Pegida und AfD lässt diesen Schluss leider nicht zu,so dass bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten aus Funk und Fernsehen sehr wohl der Schluss abzuleiten ist: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!"Bei ausschließlicher Diffamierung und Diskreditierung politischer Gegner und unangenehmer Meinungen ist es dann leicht, Charlie für sich zu reklamieren.Aber so darf man sich aber nicht über das Misstrauen von Teilen der Bevölkerung wundern.ARD/ZDF 75% Grün, SPD und links! Man merkts!Keine Überraschung!

Medienmacht

Da hat die Medienmacht wieder zugeschlagen. Das dumme Volk will einfach nicht sehen, dass Presse und Fernsehen unabhängig und objektiv berichten. Da holt man halt jetzt einen weiteren Hammer heraus und erklärt "Lügenpresse" zum Unwort des Jahres.

Eine gute Wahl

Auch ich denke, ein solches Schimpfwort verhindert Diskussionen. Natürlich muss sich auch die Presse und alle Medien Kritik stellen.

Gerade bei den Medien sind solche pauschalen Verurteilungen besonders gefährlich. Diejenigen, die daran glauben, dass die allgemein zugänglichen Medien ("Mainstream-Medien") gezielt lügen, um gewisse Ziele erreichen, tendieren dazu, nur noch ganz gezielt bestimmten Medien zu folgen - die eben genau das melden, was in das eigene Weltbild passt. Es ist aber gerade eine Aufgabe der Medien breit auch unterschiedliche Standpunkte zu zeigen - nicht jedoch alle Standpunkte als positiv zu bewerten. Und breite Informationen sind eine wesentliche Grundlage der Demokratie.

Nicht zufällig ist die Einschränkung der Pressefreiheit und die Steuerung der Medien ein wesentlicher Zug autoritärer Regimes.

Anstatt

mal nach Vorne zu schauen wird wieder mal metertief im Dreck der Vegangenheit gewühlt um sich dann noch ordendlich in Schuldgefühlen zu suhlen.
Schon mal den einfachen Mann auf der Straße gefragt was der so für Vorschläge hätte. " Schattengericht oder alternativlos " haben doch auch was.

Quo vadis Deutschland???

Gibt es

dafür auch eine Quelle? Habe nichts dazu gefunden, dass das ein Kampfbegriff für die Bürger im 1. WK war.
Haben sich die Leute damals nicht anfangs gefreut?

Oder passt das Ganze einfach nur gut zur momentanen Situation?
Dass "Lügenpresse" rein zufällig im Nationalsozialismus benutzt wurde.
Außerdem war im 1. WK keine nationalsozialistische Regierung an der Macht.

"Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit.", sagte Janisch.

Recht hat sie damit. Nur leider kann man auch feststellen, dass Portale, die die sogenannten "Mainstream-Medien" als Lügenpresse bezeichnen, von eben diesen entweder ignoriert oder eher unsachlich kritisiert werden. Das Problem beruht also auf einer gewissen Gegenseitigkeit.

Hinzu kommt, dass es sehr schwer ist, überhaupt fundierte Medienkritik öffentlich zu machen. Die betroffenen Medien haben verständlicherweise kein Interesse daran, an sie adressierte Kritik zu verbreiten.

Unabhängig davon wäre die im Gazakrieg aufgekommene und im Ukraine-Konflikt adaptierte Bezeichnung "Menschliche Schutzschilde" ein weitaus besserer Kanditat für das Unwort 2014.

um 11:02 von Klartextautor

Zitat: "Der Verweis auf die Nazis als "Totschlagargument"? Zitat Ende. Besser hätte ich es nicht formulieren können. Absolute Zustimmung. Gruß.

Naja

Ein Wort, das über 3/4 des Jahres keinen interessierte, scheint mir durch die Wahl ein wenig zu viel Gewicht zu bekommen.

Es fördert leider auch die ungute Tendenz in der Öffentlichkeit, sich an Begriffen abzuarbeiten und nicht an Inhalten.

Hier eine Herkunftserläuterung der "Gesellschaft für deutsche Sprache" zu "Lügenpresse":
http://tinyurl.com/kvuhk97

Sehr gute Wahl

Alternativ hätten es aber auch "Pegida" und "Überfremdung" getan.

Wunderbar!

Die beste Nachricht, seit sich die FIFA neulich selbst zu einer sehr ehrenwerten, absolut korruptionsfreien Vereinigung erklärt hat!

(Wer das anders sieht, ist kein lupenreiner Demokrat.)

Falscher Begriff für ein existentes Problem

In einem Punkt muss ich zustimmen... der Begriff "Lügenpresse" ist tatsächlich zu pauschal und wirft insbesondere kleinere, alternative Medien und selbständige Blogger in den falschen Topf. Wer aber glaubt, dass sich damit auch die Diskussion über interessengeleitete Nachrichten, Berichte und Kommentare erledigt hat, dass damit auch der Vorwurf der Einseitigkeit speziell in Richtung der Öffentlich Rechtlichen Medien vom Tisch wäre, oder dass damit die Kritik an riesigen Medienkonzernen wie Springer und Bertelsmann verstummt, dem ist noch weniger zu helfen als den "Lügenpresse"-Skandierern.

@Klaus V. 11:05

Die etablierten Medien werden kritisiert, gerne pauschal und oft auch mit komplett unwissenschaftlichen Verschwörungstheorien infrage gestellt.

Dann stolpert aber der selbe Mensch über irgendwas Alternatives, das sich bewusst abgrenzt, egal ob Online-Blog, Autor etc. und scheint sofort diese (bis zur Unsinnigkeit) kritische Einstellung aufzugeben.

Ich will Ihnen das nicht pauschal unterstellen, vielleicht regt es aber zum Nachdenken an...

Nur eine Frage, bitte.

Wenn man bezogen auf die Wahrheit, sachlich bleiben soll, wo also Übertreibung oder aber bewusstes weglassen von Tatsachen insgesamt eine Lüge ist, was ist dann eine Lügenpresse, nur ein Unwort des Jahres oder eine Untat?
LG Coolchen

Die Demokratie

wird eher durch eine lügnerische und/oder einseitig berichtende Presse gefährdet als durch ein Wort.
Anstatt sich mit dem Vorwurf auseinanderzusetzen wird kurzerhand das Wort zum Unwort erklärt. Ist doch für die Presse spektakulärer und man muss nichts weiter hinterfragen. Wie einfach.

Über 40 Staatschefs...

...führten den Millionen-Trauerzug in Paris an. Dazu ein Foto der untergehakten Politiker an der Spitze eine großen Menschenzuges. Netanjahu hat sich sogar ohne Einladung einfach mit hineingemischt. Welch bewegender Moment, welche Solidarität.
(siehe Artikel Tagesschau d. letzten Tage)

Tja, und heute kommt heraus, dass das Foto von Merkel & Co in einer abgesperrten Seitenstraße von Paris aufgenommen wurde und die Staatschefs an dem Trauerzug überhaupt nicht teilgenommen haben, sondern im Anschluss an den Fototermin sofort wieder heim gefahren wurden. (siehe z.B. Spiegel)

Richtigstellung auf der Tagesschau? Fehlanzeige!

Ist das nicht gelogen? Ist das nicht gezielte Manipulation?

Sehr heikel!

Wenn die Medien sich jetzt selbst als "angegriffene Partei" fühlen, sollten bei allen Journalisten die Alarmglocken läuten, denn das führt zu einem Feindbild, das gerade Medien von ihrer eigentlichen Aufgabe abhält.
Es ist eine hohe Kunst, "technische Neutralität" zu wahren, selbst wenn man kritisiert wird. Eine schlichte Nachrichtengebung zu den Vorwürfen wäre am neutralsten. Medienkritik zu diffamieren hat hingegen ein Geschmäckle...
"Lügenpresse" darf nicht als "Begriff der Nazis" dargestellt werden. In der ehemaligen DDR war es ein Wort des Volkes.

Unredliche Wahl

Gerade das Jahr 2014 hat wie kaum ein anderes Jahr im Zeichen einer diffamierenden, einseitigen und unehrlichen "Berichterstattung" gestanden. Doch anstatt nun das "Unwort" im Sprachgebrauch der Medien selbst zu suchen - wie wäre es z.B. mit dem Begriff "Prorussischer Mob"? -, wird mit dieser Wahl die Realität ins Gegenteil verkehrt und der Presse die Rolle eines "Opfers" zugewiesen, das sie nicht war.

Was hat denn der gerade erst in 2015 in Frankreich geschehene Mordanschlag
mit der Wahl des "Unwortes des Jahres" in Deutschland 2014 zu tun? Es entbehrt
nicht einer gewissen Ironie, dass sich hier explizit auf eine französische Satire-Zeitschrift bezogen wird, die keinerlei Tabus im "Austeilen" kennt, während man den Bürgern den Mund verbieten möchte und die zu schützende Meinungsfreiheit offenbar nur als ein exklusives Recht der Presse versteht. Doch das Wort "Lügenpresse" wirkt gerade im Vergleich mit den Karikaturen von "Charlie Hebdo" nahezu harmlos.

(Fortsetzung folgt...)

...werden die Medien von

...werden die Medien von "Pegida"-Anhängern auf Plakaten als "Lügenpresse" bezeichnet...
Und? Gerade der Fall Pegida in Dresden hat es doch gezeigt. Ich erinnere an den undercover-RTL-Reporter in Dresden der vom NDR interviewt wurde. 15.000 Demonstranten und genau mit dem wird geredet und das wird gesendet. Und er plöckt Zeugs in die Kamera, das Pegida rechts erscheint. Das ist doch kein Zufall!

Vokabular

Der Rückgriff auf Nazi-Vokabular geschieht bei "Pegida" ja nicht ohne Hintergedanken.

fein

Als seriöse Quelle wird ein Rechtspopulist und selbsternannter Geheimdienstexperte genannt.
"Wie sich der deutsche Journalist Udo Ulfkotte vom russischen Staatsfernsehen vorführen lässt" ist ein interessanter Artikel zum Thema und ein noch viel größerer Hammer. So ist das bei uns - geglaubt wird, was man hören/lesen/wissen will - und das kritiklos.

Getroffener Hund jault

"Eine solche pauschale Verurteilung verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit"

Eine rein formale Pressefreiheit, die aber kaum genutzt wird, ist wertlos bis gefährlich.

Wenn sämtliche große Zeitungen, Radio- und Fernsehsender nur die Agenturmeldungen übernehmen und ausschmücken und damit Reuters und AP entscheiden lassen worüber berichtet wird und worüber geschwiegen wird, kann man nicht wirklich von Pressefreiheit sprechen.

Nach dem Vertrauen in die Politik soll nicht auch das Vertrauen in die Medien völlig verloren gehen, oder so ähnlich lautete wohl die Motivation den Begrif "Lügenpresse" zum Unwort des Jahres zu machen.

Neutralität

@11:56 von Manfred Schoenebeck
Sie schreiben: ""Lügenpresse" darf nicht als "Begriff der Nazis" dargestellt werden. In der ehemaligen DDR war es ein Wort des Volkes."

Wie meinen Sie den letzten Satz? Und bitte erläutern Sie auch, warum, das Wort Lügenpresse nicht als Begriff der Nazis dargestellt werden darf.

Übrigens, die Auswahl des Unworts und die Begründung wurde nicht von der Tagesschau vorgenommen. Es ist also keinesweges so, dass "Lügenpresse" als Unwort gewählt wurde, weil - wie Sie schreiben - "die Medien sich jetzt selbst als "angegriffene Partei" fühlen".

Die Berichterstattung darüber (incl. der Nennung der Begründung der Jury) ist daher keineswegs ein Versuch - wie Sie schreiben - "Medienkritik zu diffamieren", sondern durchaus ein Ausdruck der von Ihnen eingeforderte "technische Neutralität". Schließlich wurde von der Tagesschau auch in den vergangenen Jahren stets über das Unwort des Jahres berichtet.

@Gogolo

"ch werde den Ausdruck „Lügenpresse“ nicht mehr verwenden, werde ihn aber durch „landläufige Meinungsdiktatur“ ersetzen."

Sie wissen aber schon, was eine "Diktatur" ist? Wer bitte diktiert denn den vielen Journalisten und Reportern, den unterschiedlichen Medien, die Berichte? Wie läuft das denn Ihrer Meinung nach ab?

So wie in Russland: Schreibst du was Kritisches, läufst du in Gefahr wegen fadenscheiniger Anschuldigungen gegen das Steuerrecht verstoßen zu haben und landest im Arbeitslager?

Und: Wer ordnet das an? Welche Machtmittel werden eingesetzt?

Nur weil Ihnen scheints die Wahrheit nicht gefällt, von einer Pressediktatur zu sprechen, ist sehr einfach. Nur: Belegen sollten Sie das mal.

Diskussion

Ich muss zugeben, das ich von den teilweise entrüsteten Reaktionen hier im Forum auf die Wahl zum Unwort des Jahres etwas überrascht bin.

Ich kann zwar durchaus nachvollziehen, dass sich Pegida-Anhänger durch diese Wahl angegriffen fühlen könnten.

Dass diese Unwort-Auswahl auch Anhänger der russischen Position in der Ukraine-Krise stört, kann ich ebenfalls verstehen, da hier im Forum des öfteren die im Vergleich zu RT.com einseitige Berichterstattung der Tagesschau kritisiert wurde.

Dennoch wundert mich doch die Stärke der Reaktionen hier, da das Unwort keineswegs von den Medien selbst ausgewählt wurde und diese Medien lediglich über die Auswahl der Jury berichten.

@elchico

"Ist das nicht gelogen? Ist das nicht gezielte Manipulation?"

Na klar ist es das, aber die Pressefreiheit stellt es der Presse frei, die Wahrheit zu sagen, zu manipulieren und zu lügen wie es ihr gerade passt bzw. wie es denen gerade passt, deren Geld gebraucht wird.

Deswegen heißt es Pressefreiheit, ein Pressewahrheitszwang wäre mir auch lieber, aber der würde ja die Demokratie, nein das ganze System gefährden.

Ich frage mich warum alle

Ich frage mich warum alle stets auf den etablierten Nachrichtenagenturen, Zeitungen und Fernsehformaten rumprügeln, niemand aber seine Alternativen nennt. Diese ständige "Dagegen"-Haltung ist ätzend! So umgeht man natürlich die Diskussion über die Glaubhaftigkeit der alternativen Informationsquellen!

Eines kann ich auf jeden Fall mal allen Anhängern dieser erklärten "Aufklärungsschreiber", mit Ihren großen "Enthüllungen" ohne Beweise, erzählen: unabhängig sind die NICHT!

Wenn man von den verkauften Büchern, oder von den Klicks im Internet seine Brötchen, die Brötchen der Kinder und vlt noch das neue Auto bezahlen muss, ist man bei der Auswertung des Informationsmaterials sicher nicht unmotiviert, dass sich eine möglichst reißerische Story ergeben wird! Und was ist einfacher als dann entsprechende Gegendarstellungen als "Verschwörung" der Betroffenen zu deklarieren, um die eigene Story noch "glaubhafter" zu machen?

Aber alles besser als der böse "Mainstream"?

Udo Ulfkotte

Wo in den Kommentaren wieder das berüchtige Buch "gekaufte Journalisten" auftaucht, welches ja thematisch doch sehr gut zu dem Thema des Artikels passt, sollte auch die Kritik erwähnt werden, welche dem Buch entgegen schlägt.
Dazu sei auf die treffende Analyse von Stefan Niggemeier verwiesen. Sie kann unter folgendem Link eingesehen werden:
https://krautreporter.de/46--die-wahrheit-uber-die-lugen-der-journalisten

Die Überschrift fasst bereits einen großen Teil der Analyse zusammen:
"Sein "Enthüllungsbuch" über angebliche Medien-Manipulationen verkauft sich bestens, ist aber selbst voller Übertreibungen, Verdrehungen und Unwahrheiten."

Wie man lange nach dem bekannt werden dieser und ähnlicher Kritiken zu diesem Buch dessen Lektüre noch empfehlen kann ist mir schleierhaft.

Nachricht/Kommentar

Über die reine NACHRICHT hinaus, gibt es natürlich auch weitere Darstellungsformen im Journalismus wie den "Leitartikel", den "Kommentar" oder die "Kritik" u.ä. Diese gelten offen als "meinungsäussernde Darstellungsformen"! Und diese Meinungen finden Sie bei Ihren Bloggern und anderen Alternativmedien auch!

Als "Lüge" deklariert man aber natürlich nur die MEINUNGSÄUßERUNGEN, die nicht die selbe Meinung vertreten.

Wem andere Meinungen egal sind, der konzentriere sich nur auf die "W-Fragen"!

Treffer

Da hat die Jury wieder voll in's Schwarze getroffen ! Bingo.

Mein ganz persönliches Unwort ist in diesem Jahr übrigens wieder einmal Wirtschaftsflüchtling. Das ist zwar geläufig, ich halte es trotzdem für menschenverachtend und spaltend.

Das schöne ist...

...dass diejenigen, die von "Lügenpresse" sprechen, dann oftmals Hinterderfichte, RT, DWN oder KENFm als Vorbild für objektive Berichterstattung nennen - ein kompletter Witz!
Selbst wenn die großen Medien sicherlich verbesserungsfähig sind, da gibt es gar keine Frage, sind sie die zuverlässigsten, die wir haben.
Wenn das schon "Lügenpresse" ist, was sind dann die oben genannten Quellen?

Was ich gern lese

sind objektive Berichte ohne eine Wertung der Presse.

Interessantes Argument @ Shuusui

"...Pressefreiheit stellt es der Presse frei, die Wahrheit zu sagen, zu manipulieren und zu lügen wie es ihr gerade passt..."

Interessantes Argument. Und der Schluss daraus ist sogar noch wichtiger: In welchem Verhältnis stehen Freiheit und Verantwortung?

Freiheit ohne Verantwortung ist Narrenfreiheit (wie der Umgang mit der Charlie-Zeitung).

Verantwortung ohne Freiheit ist Unterdrückung (wie der Umgang mit PEGIDA).

Der richtige Weg liegt dazwischen.

Allerdings wird damit die "Lügenpresse" als Unwort ad absurdum geführt: legt man Pressefreiheit als absolute Freiheit ohne Verantwortung aus, dann ist eine Lügenpresse genauso legitim wie eine Wahrheitspresse.

mitmachen

Jeder kann mitmachen beim Unwort des Jahres. Also nicht motzen, sondern mitmachen.

eben nicht @ Andy Duphresne

"Aber alles besser als der böse "Mainstream"?"

Der Unterschied ist ganz einfach: unabhängige Blogs sind Freizeitbeschäftigung.

Die ÖR-Medien dagegen gelten als 4. Säule des Staates und lassen sich diesen Status aus Steuern finanzieren!

Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen!

Die Presse will sich verkaufen

das dürfte wohl die oberste Maxime sein.

Danach kommt, daß über - von den Nachrichtenagenturen (dpa, ap usw.) gemeldete Ereignisse getreu der jeweiligen politischen Ausrichtung des Verlagshauses berichtet wird.

Verkauft werden also keine Lügen, sondern in verschiedenen Farben beleuchtete Wahrheiten.
Und in Zeiten des Internets dürfte wohl jeder Surfer die Möglichkeit haben, mehrere verschiedene Presseorgane auch gerne Länderübergreifend zu vergleichen.

Klappe zu - Affe tot.

Begriff zum "Unwort" erklärt. Gebrauch strengstens verboten. Problem gelöst.

The same procedure as every year . . .

Unwort?

Tut mir leid, das Wort "Lügenpresse" zum Unwort zu küren, hinterlässt wieder so einen faden Beigeschmack. Bis vor wenigen Wochen hat sich kein Mensch dafür interessiert. Hier wird gleich wieder indirekt ein Zusammenhang mit den Nazis geknüpft. Ein Schelm wer böses dabei denkt.. "Nur Nazis benutzen das Wort"...
Ich würde dann "Wutbürger" doch besser finden. Ist auch nicht so lange im Umlauf.

Unwort?

Sicher - "Lügenpresse" wird der Realität nicht gerecht und ist absolut überzogen. Aber - wie schon manche hier richtig gesagt haben - zwischen 'lügen' , 'verschweigen' und 'selektieren' sollte man schon differenzieren. Und dann kommen die Medien nicht mehr ganz so gut weg. Da wird die Öffentlichkeit ganz schön manipuliert, die Medien gebärden sich (insbesondere bei der aktuellen Diskussion zum Thema Islam / Migranten / Pegida / Asyl / Zuwanderung etc.) als die Erzieher der Nation. Verstöße gegen die sog. 'political correctness' werden nie unkommentiert weitergegeben, entsprechende Leserbriefe schlichtweg unterdrückt, schon Meinungen, die das ganze ein wenig differenzieren, sind selten zu finden. Stattdessen ist man mit den Stereotypen 'Populist', 'Islamfeind' oder gar 'Neo-Nazi' flink bei der Hand. Eine objektive Information ist das nicht. Oder haben Sie schon einmal das komplette Pegida-Positionspapier irgendwo in der (seriösen) Presse gefunden?

Pressefreiheit

ist einen Bericht über einen Vorgang zu publizieren ohne ihn zu bewerten oder gar zu
zu kommentieren. Das sollen einzig und allein die Blogger machen.
Alles andere ist Manipilation

Marionetten

Die Medien werden zur Zeit gern als Marionette bezeichnet.
Das übernehmen die, die meist noch nie eine Redaktion von innnen gesehen haben. Und machen sich damit selbst zur Marionette von Ulfkotte oder Pegida. Ulfkotte übrigens wird es besser wissen. Aber so viel, wie mit seinen aktuellen Büchern, ließe sich mit differenzierten Einsichten nicht verdienen…

Zeit aufzuhören

Pegida sollte besser mit der unfairen Kritik an freier Presse aufhören.

@ Klaus v

"hierzu empfehle ich das Buch von Udo Ulfkotte zu lesen…..
Dann versteht man den Zusammenhang von Politik, Geheimdiensten, Hochfinanz und Journalismus."

Vielleicht versteht man damit aber auch eher den Aufbau von Verschwörungstheorien.

Na, liebe Redaktion von tagesschau.de!

Das habt ihr doch verdient. Und vielen Dank für ein Jahr voller Nachrichten, die nicht immer gut waren - aber entgegen gewisser Meinungen macht ihr sie ja doch nicht...

Es gab harte (und wie ich fand, von Leserseite her unfaire) Diskussionen über eure Arbeit, aber das zeigt eher, dass echte, gut belegte und mit einem einbettenden Hintergrund versehene Information immer wichtiger wird.

Vielen Dank, und weiter so.

Machtmissbrauch

Nach dem Kapital ist die Feder die stärkte Macht in unserem Staat.
Sowohl das Volk als auch die Regierenden sind maßgeblich vom "Wohlwollen" der beiden abhängig.
Niemand kontrolliert die beiden. Machtmissbrauch ist deshalb an der Tagesordnung.
Man erinnere sich nur z.B. an den "Fall" Wulff. Auch hier ging es um Geld und Medien. Ein Präsident musste zurücktreten weil die Hetzer ihn am Boden sehen wollten.
Was tun?Trau keinem und glaube niemandem.

@ Hans Dierke

"Von Anfang an haben große Teile der Presse die AfD und Pegida als rechtspopulistisch ohne Auseinandersetzung mit den Zielen bezeichnet"

Wie könnte man sich mit Rechtspopulismus denn auseinander setzen?
Und wie reagiert man auf Nazi-Jargon?
Mit Satire?

Unwort des J A H R E S ? ? ?

Hat dieses Wort denn wirklich im Jahr 2014 die Medien beherrscht???

Keine schlechte Wahl

Dieser Wortgebrauch war so ziemlich das erste was mir bitter aufstieß, als ich Pegida mitbekommen habe, während bei den Montagsmahnwachen der Sprachgebraucht eher: manipulierte Medien, Mainstreammedien, Alphajournalismus, Meinungsjournalismus, Konzernmedien(PR) bzw. Staatsmedien(ÖR) war. Es bezog sich explizit auf die Ukraineberichterstattung. "Lügenpresse" wurde kaum verwendet um Medienschelte zu üben bzw. habe ich es damals nicht vernommen.

Ich hätte mir aber auch vorstellen können das Begriffe wie: "Sorgen und Nöte der Bürger", "Wutbürger" oder in der Steigerung "Frustbürger" zu Unwörtern erklärt werden, denn sie spielen die berechtigte Kritik der Menschen auf ein Bild herunter von Unberechtigten, weil kindisch tobende oder Einfältige, die nur richtig belehrt werden müssten.
Das dieses Bild in der Vorstellung so mancher existiert ist an ausfälligen Bemerkungen wie "Mob der Straße" oder "Mischpoke" klar zu erkennen.

Gute Entscheidung !!!

Diese allgemeine Hetze von Pegida (und anderen!) gegen die die Medien mit dem Begriff Lügenpresse wurde schon unerträglich und somit war diese Wahl zum Unwort des Jahres sehr gut und richtig.
*
Natürlich sind nicht alle Berichte der Medien immer komplett wahr und objektiv.
Aber das wäre wohl auch eine komplett unrealistische und unsinnige Erwartung an diese Medien, denn sie werden ja auch nur von Menschen gemacht!
Wer sich aber die Mühe macht und etwas distanzierter nicht nur ein Medium (also EINE Zeitung oder EIN einzelnes TV-Programm) schaut und wertet sondern sich etwas breiter informiert der erfährt in der Regel schon relativ umfassend was wirklich in der Welt und in Deutschland passiert.
Und natürlich sollte man dabei auch seinen Denkapparat eingeschaltet lassen!
Was nicht nur hier teilweise auch an Medienschelte abgeht nur weil die Berichte nicht den persönlichen Vorurteilen entsprechen zeigt allerdings dass dieses Abschalten des Denkapparates wohl leider stark verbreitet ist!

@Gironimo - 14:53

"Jeder kann mitmachen beim Unwort des Jahres."

Naja, nicht ganz. Zwar kann jeder Vorschläge einreichen, die Auswahl trifft aber ein Gremium nach eigenen Kriterien. Die Häufigkeit der Nominierungen spielt aber nur eine untergeordnete Rolle.

@Duphresne 14:41

...die Wahrheit ist, man kommt an diesen etablierte Medien nicht vorbei. Wer Alternativen sucht , muss intensiv suchen, bis er was Brauchbares findet.
2. Da ich Bezahler vieler der etablierten Medien bin, erwarte ich auch, dass meinesgleichen gebührend vorkommt. In den Nachrichten, in den Anstalten, bei der Gestaltung. Einfach ist es nicht. Aber dann könnte es ja jeder...

Schade, dass die GfDS

Schade, dass die GfDS abermals demonstriert hat, welche politische Richtung sie vertritt.

Wenn es einen Beweises bedurft hätte...

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, wie sehr radikale Muslime und ein Teil (nicht alle!) Demonstranten der Pegida (insbes. Legida in Leipzig) Brüder im Ungeiste sind, wenn es um die Pressefreiheit geht, dann diente der "Auftritt" des aus Frankreich stammenden, der Reichsbürgerbewegung nahestehenden und bei der Pegida mehrmals als Redner aufgetretenen Mannes in den heute-Nachrichten des ZDF gestern um 19 Uhr dazu.
Ich finde es gut, dass die Satirezeitschrift nun in millionenfacher Auflage verbreitet wird, inkl. Abbildungen des Propheten der Muslime. Ich finde es aber genauso gut, dass gestern in vielen Städten Deutschlands - von Lingen (Emsland) bis Altdorf (Ldkrs. Nürnberger Land) - insgesamt etwa 100.000 Menschen gegen die eine (pseudo-)germanische Erweckungsbewegung UND für Charlie auf die Straße gegangen sind.
Von mir einen einen Dank an "die Lügenpresse" für ihre zum Teil gefährliche Arbeit. Egal ob in Deutschland, Frankreich oder in Nigeria.

@Sprechblase

Regt hoffentlich den Einen oder Anderen zum Nachdenken an.

Ich brauche kein abhängiges Medium, das mir vorschreibt, was richtig sei und was nicht. Ich bin ein selbstdenkender Bürger und benutze in meinem Sprachgebrauch diejenigen Begriffe, die ich für richtig erachte.

Jeder kann mitmachen, aber

wenn man mal unter http://www.unwortdesjahres.net/ auf die offizielle Presseerklärung schaut (Ich hoffe nur der Verweis auf eine offizielle Quelle verhindert nicht die Veröffentlichung hier), dann hat man da interessante statistische Infos: 1246 Einsendungen, 733 verschiedenen Wörter. Laut Angaben in besagtem Dokument, wurde "Lügenpresse" 7 mal eingesendet (Seite 1), "erweiterte Verhörmethoden" 5 mal und "Russland-Versteher" 6 mal (Seite2). Unter "Statistik" auf Seite2 kann man "errechnen",
"Putin-Versteher" - auch eine Diffamierung, wurde 54 mal eingesendet (60-6=54)! Und das Unwort ist "Lügenpresse"??? Ich frage mich ernsthaft, wieso solch eine "Wahl" zustande kommt!!! Über den ADAC hat sich die ganze Welt aufgeregt... Bin gespannt, ob die Moderation (hier) die Veröffentlichung zulässt :) Hier, wohlgemerkt!

@Klaus V. 11:05

da sie hier Bücher empfehlen noch ein paar zum Thema: Die Konsensfabrik von Noam Chomsky, Meinungsmache von Albrecht Müller, Meinungsmacht von Uwe Krüger. Zu Ulfkotte kann ich nicht viel sagen da ich das Buch noch nicht gelesen habe. Aber wenn ich schon Hochfinanz lese bekomme ich Bauchgrummeln.

zu Matthias Weik&Marc Friedrich kann ich nur sagen, ich lese gerade "Der Größte Raubzug der Geschichte".
Für jemanden der sich seit 2008 für die Finanzsphäre interessiert und nach etwa 50 Büchern zum Thema glaubt zu verstehen was da lief, kann ich nur sagen das die beiden keine Ahnung haben wovon sie schreiben.
Es ist reißerisch/unterhaltend geschrieben, es ist verstörend aber es ist unstrukturierte Panikmache um nicht zu sagen Weltuntergangsporno ohne auch nur wirkliche Konzepte oder Alternativen durchdacht aufzuzeigen oder strukturiert die Systematik der Bankenwelt zu erklären.

Daran sieht man auch was Medien eben nicht leisten können: Die alle und Alles seligmachende Wahrheit verkünden.

Die sogenannten Mainstream-Medien

wurden jahrelang akzeptiert und auch hier von vielen zitiert.

Erst seit dem Auftauchen von PEGIDA und der Weigerung der Organisatoren mit Presse, Funk und Fernsehen zu reden, weil diese angeblich nur Lügen über PEGIDA verbreiten würden, wird allen großen der Branche von ARD über SPIEGEL, Süddeutsche bis ZDF und Zeit unterstellt, sie wären systemgesteuert, um PEGIDA und damit die Meinung "des Volkes" zu manipulieren.

Die Folge war und ist, dass man in PEGIDA-Kreisen (und seltsamer Weise nur dort) von der "Lügenpresse" spricht.

Für mich ist das nichts anderes als eine weitere Verschwörungstheorie.

Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass die "Lügenpresse" die Wahrheit über PEGIDA schreibt und die PEGIDA ein leicht verzerrtes Bild von sich selbst hat.

Hier noch ein kleines Beispiel aus der "Lügenpresse": (SPIEGEL)
NSU-Prozess: Angeklagter André E. marschiert bei Bagida-Demo mit

Wahrnehmung

Ich denke ,mit Lügenpresse meint man die oft einseitige Darstellung von Dingen. Wenn die Presse mal dazu übergehen würde, Fakten nicht einseitig darzustellen , wäre das Volk auch über Dinge direkt informiert , ohne daß man über verschiedene Seiten sich weitere Informationen aneignen muß. Keiner der Presse hat sich es sich zur Aufgabe gemacht die 19 Punkte von Pediga öffentlich zu machen. Leider mußte ich bei Diskussionen feststellen, daß viele Gegner von diesen Punkten keine Ahnung haben.

15:06, troll3

"Pressefreiheit
ist einen Bericht über einen Vorgang zu publizieren ohne ihn zu bewerten oder gar zu
zu kommentieren. Das sollen einzig und allein die Blogger machen.
Alles andere ist Manipilation."

Die Vorstellung, es könnte so etwas wie nicht wertende Berichterstattung geben, geht in die Irre. Es fängt schon bei der Frage an, über welches Ereignis berichtet wird. Sie werden mir wahrscheinlich beipflichten, dass die Schaufel, die in Hamburg umgefallen ist, nicht dazu gehört. Aber wer soll die Auswahl, was relevant ist, nach welchen Kriterien treffen? Die ist nämlich zwingend mit einer Wertung verbunden.

Des weiteren braucht man zu den meisten Meldungen viel Hintergrundwissen, um sie überhaupt einordnen zu können, es gehört also nach Ihrem Verständnis zur Meldung dazu. Dann wäre die Tageszeitung allerdings mehrere tausend Seiten dick.

Also bleibt einem Journalisten nichts anderes übrig, als zu erklären, und das ist automatisch mit Wertung verbunden.

Objektivität gibt es nicht.

@Balco9999 15:45 Pegida 44x eingesendet

Sie Schrieben:
" "Putin-Versteher" - auch eine Diffamierung, wurde 54 mal eingesendet (60-6=54)! Und das Unwort ist "Lügenpresse"??? Ich frage mich ernsthaft, wieso solch eine "Wahl" zustande kommt!!!"

Pegida wurde 44 X vorgeschlagen und auch nicht gewählt. Schon deshalb führt Ihre Argumentation in's Leere.
Das Lügenpresse das Unwort wurde, liegt daran, das sich hier gebildete Sprachwissenschaftler (Jury) beraten/ausgetauscht haben.

Die Verwendung des Begriffs Lügenpresse durch Pegida & co. ist ein pauschaler Angriff gegen die Pressefreiheit und gegen die Demokratie.

Lügenpresse ist sicherlich ein falscher, weil zu plumper Begriff

für die Situation der Medienlandschaft in Deutschland. Das heißt aber nicht, dass die Medien in Umkehrschluss neutral und unbeeinflusst seien. Die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch die Medien ist wesentlich subtiler, dadurch aber nicht weniger gefährlich.

1. Es ist recht schwierig überhaupt erst einmal herauszufinden, was denn "die Wahrheit" sei, dazu ist die differenzierte Betrachtung eines Sachverhaltes nötig. Leistet das die Presse?

2. Der Presse geht es in einer Marktwirtschaft in erster Linie darum, ein verkaufsfähiges Produkt – genannt Nachricht – an den Mann zu bringen. Dabei erfährt der ursprüngliche Sachverhalt – je nach Medium – mehr oder weniger starke Modifikationen.

3. Verlage gehören i.d.R. zu großen Konzernen mit bestimmten Interessen und gewissen Handlungsrichtlinien. So wurde in der Kabarettsendung "Die Anstalt" z.B. begründet kritisiert, dass gewisse Medien zu Proamerikanismus angehalten werden und handelte sich damit eine Unterlassungsklage ein ...

re @Totengräber 15:28

Sie schrieben:
"Naja, nicht ganz. Zwar kann jeder Vorschläge einreichen, die Auswahl trifft aber ein Gremium nach eigenen Kriterien. Die Häufigkeit der Nominierungen spielt aber nur eine untergeordnete Rolle."

Hätten Sie meinen vorangegangen Beitrag gelesen, wäre Ihnen nicht entgangen, das ich der Jury gratuliert habe. Mir ist demnach bewußt, das dies keine Mehrheitswahl ist. Aber mitmachen kann trotzdem JEDER.

Rangliste Pressefreiheit

Die Verwendung des Begriffs "Lügenpresse" ist ein Angriff auf die Pressefreiheit ! Das war schon bei den Nationalsozialisten (Goebbels) so.
Deshalb hat sich die Jury korrekt entschieden.

Deutschland steht bzgl. Pressefreiheit gut da:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rangliste_der_Pressefreiheit

Achtung: für Russland muß man lange nach unten scrollen.

Richtigstellung

Der Begriff "Lügenpresse" ist dem Sprachgebrauch des I. Weltkrieges entlehnt. Damals zurecht, wenn man an solche Meldungen der Zeitungen der Kriegsgegner denkt, wie die Mär von der Verarbeitung Kriegsgefangener in Deutschland zu Seife, von abgehakten Kinderhänden u.a.m.
Es wundert nicht, dass sogleich ein Nazibegriff daraus gemacht wurde. Im dritten Reich war, wie in einer Diktatur üblich, die Presse NSDAP-hörig. In der Presse erschien, was die Partei genehmigte. Der Gebrauch des Begriffes "Lügenpresse" wär damals somit ein Schuss ins eigene Knie gewesen. Heute hilft eine solche Verfälschung diese Begriffes immerhin, die PEKIDA-Teilnehmer, die ihn gebrauchen, in die rechte Ecke zu stellen.

um 17:32 von Sieger56

Zitat: "Ich denke ,mit Lügenpresse meint man die oft einseitige Darstellung von Dingen. " Zitat Ende. Genau so sehe ich das auch. Gruß.

Am 13. Januar 2015 um 14:37 von Shuusui

Meine Güte!

Das ist die beste kurze und bündige Erklärung dafür, was mit unseren tollen "Qualitätsmedien" passiert ist. Danke dafür...

Es handelt sich nicht um eine

Es handelt sich nicht um eine Wahl im Sinne von Abstimmung der Zusender. Selbst wenn ein Wort nur ein Mal vorgeschlagen würde, könnte es dennoch von der Jury zum Unwort des Jahres gewählt werden. Es geht darum, was ein Wort ausdrückt, und das nicht aus der Sicht eines Stammtisches.

@17:32 von Sieger56
Ich stimme Ihnen zu, dass manches Mal einseitig dargestellt wird. Aber dass linke wie rechte Medien alle nur einseitig, und dann auch nur aus einer ganz bestimmten Sicht berichten, kann ich nicht nachvollziehen.

"Keiner der Presse hat sich es sich zur Aufgabe gemacht..." ist pauschal und stimmt nicht, siehe z.B. MoPo24.de.

Was ist denn aus Ihrer Sicht "die Presse"?

Das schönste Wort des Jahres

finde ich.

17:32, Sieger56

"Keiner der Presse hat sich es sich zur Aufgabe gemacht die 19 Punkte von Pediga öffentlich zu machen. Leider mußte ich bei Diskussionen feststellen, daß viele Gegner von diesen Punkten keine Ahnung haben."

Die 19 Punkte findet jeder, der weiß, was ein Mausclick ist, mühelos im Internet.

Ich möchte behaupten, dass jeder, der hier diskutiert, sie kennt.

Ich und viele andere hier halten sie allerdings für Nebelkerzen, die mit den tatsächlichen Motiven der Pegidisten nichts zu tun haben.

Wie Sie sich vielleicht erinnern, wurden die 19 Punkte nachgeschoben, als immer deutlicher wurde, dass die PEGIDA starke Verbindungen zur rechten und rechtsextremen Szene hat.

Zur "Islamisierung des Abendlandes" steht nichts in diesen 19 Punkten.

Warum heißt der Verein denn dann so, wie er heißt?

Interessant, dass solche Leute von "Lügenpresse" reden.....

@ 15:06 von Troll3 --- Pressefreiheit

Sie schreiben:
"Pressefreiheit
ist einen Bericht über einen Vorgang zu publizieren ohne ihn zu bewerten oder gar zu
zu kommentieren."
*
Das sehe ich allerdings ganz anders.
Pressefreiheit bedeutet auch dass ein Journalist seine eigene Meinung frei äußern und einbringen kann.
Allerdings muss gewährleitet sein dass erkennbar ist was ein Bericht über Vorgänge ist und wo die eigene Meinung des Journalisten beginnt!
Journalismus beinhaltet beides:
Eine möglichst objektive Berichterstattung UND eine Kommentierung und Bewertung der Ereignisse!
Aber beides muss jeweils deutlich erkennbar als solches gekennzeichnet sein.

Diffamiert die "Wahl" nicht selbst? -Kritik ist zulässig!

Die "Auszeichnung" ist bemerkenswert, die Begründung "Pauschale Diffamierung" ebenso. Da passt der Spruch: "Wenn du mit dem Finger zeigst, zeigen drei Finger zurück".

Man kann zu PEGIDA stehen wie man will, das Demonstrationsrecht und die Meinungsfreiheit sind keine nur für eine Seite reservierten Grundrechte. Diffamierungen sind grundsätzlich nicht in Ordnung, egal von welcher Seite!

Die Presse, alle Medien und diese Jury dürfen kritisiert werden und sie sollten das aushalten. Da wird mit diesem Prädikat "Unwort des Jahres" eine Aufmerksamkeit erzeugt, die der Sache nicht zukommt. Das Gegenteil von dem was man vorgibt zu wollen wird damit erreicht. Die Reaktionen sind gewaltig überzogen, auch von Politikern. Justizminister Maas liefert das erste Beispiel.

Lasst sie demonstrieren und kritisieren, auch sie haben das Recht dazu. Das gehört zu einer rechtsstaatliche Demokratie! Wer das nicht so sieht befindet sich selbst auf einem Abweg, weg davon!

@Generalmajor 17:53

Sie schrieben:
"Es wundert nicht, dass sogleich ein Nazibegriff daraus gemacht wurde. Im dritten Reich war, wie in einer Diktatur üblich, die Presse NSDAP-hörig. In der Presse erschien, was die Partei genehmigte. Der Gebrauch des Begriffes "Lügenpresse" wär damals somit ein Schuss ins eigene Knie gewesen."

Ihre angebliche "Richtigstellung" grenzt an Geschichtsklitterung. Die Nationalsozialistenschergen benutzten nachweislich diesen Begriff. Genau wie die Diktatoren der DDR von der "kapit. Lügenpresse" fabulierten, so sprach man bei den Nazis von der "roten und jüd. Lügenpresse".

14:26, Shuusui

"Deswegen heißt es Pressefreiheit, ein Pressewahrheitszwang wäre mir auch lieber, aber der würde ja die Demokratie, nein das ganze System gefährden."

Das wäre Ihnen wirklich lieber?

Dann bräuchten wir allerdings auch ein Wahrheitsministerium......

"Der Gebrauch des Begriffes "Lügenpresse" wär damals somit ein Schuss ins eigene Knie gewesen."

Ein paar Beispiele gefällig wie die Nazis den Begriff "Lügenpresse" verwendeten?

"Lügenpresse" war zwar keine Erfindung der Nationalsozialisten, wurde von diesen allerdings als polemischer Begriff reaktiviert. "Ungehemmter denn je führt die rote Lügenpresse ihren Verleumdungsfeldzug durch", schrieb etwa Joseph Goebbels in einer seiner Propaganda-Schriften.

Auch Adolf Hitler war schon 1922 auf Distanz zur Monarchie gegangen - mit dem Hinweis: "Für die Marxisten gelten wir dank ihrer Lügenpresse als reaktionäre Monarchisten".

Zur Bombardierung Gernicas durch die Legion Condor hieß es: "Die jüdische Lügenpresse behauptete, deutsche Flugzeuge hätten die Stadt bombardiert. Jedoch musste die internationale Weltpresse diese Meldung sehr bald als Pressemanöver der Bolschewisten brandmarken, welche selbst die gesamte Stadt beim Verlassen Haus für Haus niedergebrannt hatten." Quelle: Sueddeutsche

"Qualitätspresse" mit Nachgeschmack

sagen
- Bei Janukowitschs Absetzung kommentierte keiner die Umstände und das trotzdem 10 Stimmen eigentlich fehlten...
- der falsche "russische Oberstleutnant“, eine fabrizierte Ente,
- der doppelt abgeschossene Hubschrauber, Syrien und Ukraine, gleiches Filmmaterial
- Riesenkundgebung im Stadion von Schatjor - Donetsk... Kameraführung und einige hundert Angestellte von Achmetow

- die komplette Berichterstattung zu MH17

usw. ... das Internet ist voll.

Lügenpresse, nein: "Qualitätspresse mit Geschmack" , politisch korrekt, oder?

Beitrag gekürzt und entschärft...

Bei dem Wort

Bei dem Wort musste ich zuerst an die Bildzeitung denken...:) Nee spass.

Aber mal im Ernst, als ich heute morgen Nachrichten auf 2 Sendern schaute, fiel mir bei der Berichterstettung über die Pegida-Demos und deren gegenDemos auf,das beide Sender doch sehr negativ über die einen und recht hoffnungsvoll über die andren berichteten.
Der Spagat, die einen schlecht aussehen und dabei unabhängig zu bleiben gelang nicht....
Da fragte ich mich wer derselben Meinung wie die nicht ganz so unabhängigen Reporter der beiden Sender ist.....Ah , unsre Regierung.
Zufall? Man munkelt......
Manchmal fällt die Pressefreiheit eben doch der Macht zum Opfer.
Aber zum Glück gibt es noch unabhängige Medien.

@ Royal Palm Estate 19:32

Keine Ahnung was "Qualitätspresse" sein soll.

Aber ich weiß was "freie Presse" bedeutet. Um die geht es und die ist laut meiner pers. Einschätzung in D nicht in Gefahr. Anderswo schon.

17:53..19:21 "Lügenpresse im Nationalsozialismus"

Was soll denn immer wieder die Suche ob ein Wort oder ein Satz eine "Nazi-Vergangenheit" hat. Nazivergleiche oder andere aus der jüngeren Vergangenheit Deutschlands sind in aller Regel voll daneben. Hier ganz sicher!

Sollen wir im Duden alle Worte streichen, die 1933-1945 benutzt wurden oder die finnische Sprache einführen, um jede künftige Verwendung zu vermeiden? Dürfen nur noch studierte Sprachwissenschaftler mit historischer Zusatzqualifikation sich äußern?
Selbst gut geschulte Menschen werden bei einer solchen Jury-"Wahl" Gefahr laufen, mit plakativen Äußerungen, wie sie auf Demos nun mal üblich sind, mit dem Unwort des Jahres ausgezeichnet zu werden. Voll daneben!

Darstellung: