Kommentare - Merkels Schlingerkurs in der Eurokrise birgt Risiken

05. September 2013 - 14:01 Uhr

Keine Transferunion, kein Geld ohne Sparkurs und Reformen - diese Linie verfolgt die Regierung Merkel offiziell in der Eurokrise. Doch die Liste der Kehrtwenden seit 2009 ist lang. Bislang profitiert Deutschland von der Euro-Rettung. Doch die Risiken sind enorm.

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Kommentare

@merker um 18:16

Ja, da haben Sie recht. Das funktioniert wie die kommunizierenden Röhren: Für Deutschland ist der Euro unterbewertet, daher sind unsere Waren auf dem Weltmarkt gut zu verkaufen, daher geht es vielen so gut. (Leider auch vielen schlecht, wegen der Einkommensverteilung, aber das ist ein anderes Thema).
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Im Gegenzug ist der Euro für die Südländer überbewertet, daher kommen diese in Schwierigkeiten.
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Grund ist, dass sich der Außenwert des Euro im Mittel angleicht, weil er nur den Durchschnitt des Wertes abbildet. So wie es eben im Durchschnitt den Bürgern in Deutschland gut geht.

@ Der Lenz, 18:04, 18:12

Die cds-Spekulation wäre gegen ein anderes Land weiter gegangen. Das Spiel hätte mE solange gedauert bis ein Land tatsächlich "hopps" gegangen wäre oder man den Versprechungen nicht mehr geglaubt hätte. Irgendwann wäre eines dran gewesen und dann auch die anderen (Domino-Day).

Man hätte die Übertragbarkeit der Staatsanleihen einschränken müssen - um es mal verkürzt darzustellen. DAS wäre mE die Lösung gewesen, aber selbst dafür waren die Griechen zu unfäh...willig. Damit hätten man nämlich für viel "Altlasten" nicht zahlen müssen, aber das führt zu weit.

Abhängigkeiten zwischen den Wirtschaftsnationen bestehen - keine Frage -, aber es ist immer noch ein Unterschied ob die USA pleite gehen oder Frankreich. Würde Fr kollabieren, wäre unsere Gesellschaft tatsächlich betroffen und nicht "nur" die Wirtschaft... Ausführliche Horrorszenarien male ich jetzt nicht - fehlt auch der Platz.

Euro-Bonds hätten wir sicherlich bekommen - zumindest für einen begrenzten Finanzierungsrahmen.

Die Reichen

Die Moral der Geschicht? - Die Reichen retten sich immer zuerst selber oder die Reichen retten zuerst die Reichen.

Wie "reimar" es schon sagt: Wir werden alle bei Null anfangen, irgendwann. Da hilft das "retten" auch nichts mehr. So läuft nun mal das kapitalistische System.

@ 16:17 von Nachtwind

Sie schreiben:
"Da ist es also doch: Das Prinzip der marktkonformen Demokratie. Die Länder, die die größte Marktmache besitzen stellen die Regeln auf.
Warum soll denn das, was Deutschland oder Frankreich formuliert ein höheres Gewicht haben als das, was zB Malta fordert? Oder Polen?"
*
Bitte versuchen Sie nicht immer wieder einem die Worte so zu verdrehen dass sie eine völlig andere Bedeutung bekommen.
Dass Merkel und Sarkozy die meisten Schritte beim Euro zusammen vorgeschlagen haben heißt nicht dass diese es auch alleine entschieden haben. ALLE Beschlüsse zum Euro wurden in der Euro-Gruppe einheitlich ohne Gegenstimmen beschlossen, auch mit Malta!
Allerdings hat nicht immer Polen mitgestimmt weil die gar keinen Euro haben!
Merke:
Bestimmte Dinge vorschlagen heißt NICHT alleine die Regeln aufzustellen. Da gibt es schon Unterschiede die man erkennen kann wenn man es will. Manche wollen es vielleicht nicht verstehen?

Keine Haftung der Steuerzahler

für Schulden von Drittländern. Das ist genau die richtige Strategie für alle € Länder! Nur so kommen wir zu einem fairen Miteinander in der EU. Es unfair den deutschen Harzern gegenüber Sie für die hausgemachten Schulden der Südländer aufkommen zu lassen.

@ 17:56 von Nachtwind

Sie schreiben:
"Ich bin absoluter Europäer, aber ich empfinde nur noch ekel bei der zunehmen marktkonformität unserer Demokratie..."
*
Sie schreiben leider immer wieder die gleichen Sätze ohne einmal auf die Fragen verschiedener user einzugehen was Sie überhaupt mit der "marktkonformität unserer Demokratie" meinen?
Wenn Sie meinen dass es unfair ist das derjenige der am meisten zahlt auch den größten Einfluss hat dann mag es sein dass Sie davor nur noch "ekel" empfinden, wei Sie schreiben. Aber mit sachliche Aussagen zu der Euro-Politik der Bundesregierung hat das nun wirklich wenig zu tun!
Ist Ihnen bewusst dass die Griechen ohne die Rettungsschirme so weit ruiniert wären dass sowohl alle Spareinlagen der Normalbürger wie auch alle Pensions- und Rentenkassen komplett leer wären?
Kein Grieche würde dann heute auch nur einen Cent aus der Rentenkasse oder Krankenversicherung erhalten weil nichts mehr da wäre!
Vielleicht befassen Sie sich gedanklich mal mit DIESEN Zusammenhängen?

@Nachtwind und Lenz

Wieso soll der Vergleich hinken, dass Problem ist genau das selbe. Die Schweiz (kurzfristig) wie auch Griechenland hatten eine zu starke Währung. Griechenland war all die Jahre vor dem Euro nur Wettbewerbsfähig weil es permanent abwerten konnte. Damit hat es sich als Urlaubsland oder Exporteuer attraktiv gemacht. Wenn sie nun aber den Ouzo in der Türkei für umgerechnet 50ct bekommen und in Griechenland 3€ hinlegen müssen überlegen sie sich wo Sie den Sommerurlaub verbringen. Übrigens verlief die wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands und der Türkei lange zeit Parallel, bis zur Euro Einführung, plötzlich zog die Türkei davon, Griechenland verharrte auf gleichem Niveau.

PS an Lenz: Die Argumentation anderer ohne Gegenargument lächerlich zu machen bringt nichts...

Bitte um Nachhilfe

Viele schreiben hier von der zwingend kommenden Geldentwertung. Heißt das, wer keine Schulden macht , ist dumm? Wer Schulden hat, kann doch von einer Geldentwertung nur profitieren, guckt aber anderseits in die Röhre, wenn die Entwertung nicht rechtzeitig kommt????

Wo sind die Beweise?

Immer wieder muß ich lesen das wir ja so sehr von der Euro(krise)profitieren.

Wo sind die Beweise dafür, das es dem deutschen Bürger so viel bringt, das sein Geld den Banken der Pleiteländer in den Rachen geworfen wird?

Unsere Bilanzen, vor allen Dingen bzgl. Arbeitslosigkeit, sind doch von vorn und hinten nur geschönt.

@ Hugomauser

"Dennoch müssen und mussten bisher noch niemals die reicheren Staaten der USA, wie z.B. Montana oder Iowa etwa für den "Pleitestaat" Nevada zahlen"

Ich weiss nicht wie es in den USA ist aber in Dtl. gibt es einen Länderfinanzausgleich und ich bin sicher, dass ebenso wie Ost und West DTl in der D-Mark Währungsunion auch die EURO Währungsgemeinschaft ohne einen solchen Ausgleich nicht zusammenwachsen kann.

@17:52 von Der Lenz

Stimme Ihnen bis auf den ersten Satz zu.

Das Problem ist das staatl. Geldmonopol selbst.

Haben wir uns hier nicht schon über die österreichische Schule unterhalten?

Unüberschaubare Risiken...

mal gegengefragt, wie überschaubar sind denn die Risiken einer Transferunion? Deutschland steht für den Löwenanteil gerade... und dann? EIn kleines Schlingern in der Kunjunktur, und wir sind genauso pleite wie alle anderen. Schon jetzt ist Deutschland enorm verschuldet, nur Duldsamkeit und Fleiß der Bürger halten uns noch im AAA Rating. Und da sollen wir noch für andere mitbezahlen? Mich würde das kaum motivieren, noch mehr zurückzustecken (was ich seit 13 Jahren tue, mein EInkommen stagniert, die Preise steigen und steigen...).

Sollte die Transferunion kommen, werde ich einen Gang zurückschalten. Dann sollen eben unsere Freunde in der EU sich mal ins Zeug legen.

@15:20 von Gandhismus Was merkt der Steuerzahler? "

100% pro!
Eigentlich wollte ich hier nicht mehr kommentieren aber Sie zwingen mich dazu:
Schuldenunion-EZB-ESM usw ist wie Sie sagen alles O.K., wirkt max auf alle Bürger wie ne Schachtel Zigarrette je Woche, Luxuslack am Finger, oder Flugdrachnsport je Jahr....weniger! Siehe Deutsche Wirtschaftsgeschichte mit Verteilungsunion! Aber nur dann von allen Staaten so akzeptiert, wenn diese "Sollsalden" in die Zukunft einer EU gerichtet sind, die mit einer Stimme spricht, wie die USA, einem Hoheitsrecht a la vorherigen Einzelstaaten und in Subsidiarität den einzelnen Gründungsstaaten die Individualität seiner Kulturen beläßt.
Die Behauptung da machen die Nationen nicht mit, ist eine Nebelwand der ewigen Krisengewinnler um damit weitermachen zu können mit "Mil.Erstschlägen" zur Plünderung so wehrlos "geschlagener" Nationen, und Ausreden:"Wir können ja gegen die vernetzten System-Banken nix machen.
Jene Partei, die o.a. Europa auf dem Schilde führt und macht ist für unsre und Nachbar-Bürger!

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