Kommentare

Danke Danke Danke

Endlich ein Beitrag zum Thema, der nicht versucht zu emotionalisieren, sondern im Gegenteil ganz nüchtern mit den vielen "Unsinns"-Argumenten aufräumt.
Sehr lesenswert. Danke.

Verfallsfrist?

Tut mir Leid, aber den Menschen zuliebe kann man doch nicht einfach Plagiate ins Pantheon wissenschaftlicher Arbeiten aufnehmen.

Maßstäbe

Die Maßstäbe, die Herr Prof. Weber hier anlegt, sind streng und konsequent. Gar keine Frage, dass Regeln, egal welche, für alle gleichermaßen und ohne Ansehen der Person gelten müssen. Aber, sehr geehrter Herr Professor: Die Welt ist nicht so schwarz/weiss, wie Sie sie hier interpretieren und daraus Ihre Beurteilung ableiten. Wer schon jemals wissenschaftlich gearbeitet hat, weiss, wie schwierig es manchmal ist, beim Zitieren immer alles richtig zu machen, weil man als Wissenschaftler natürlich viel Literatur liest und dann beim Abfassen seiner eigenen Arbeit das Gelesene aus verschiedensten Quellen verarbeitet und daraus seine eigene Meinung/Auffassung ableitet und sie dann zu Papier bringt. Dass sich dabei selbstverständlich bei jedem Verfasser eigenes und fremdes Gedankengut vermischt, ist das Natürlichste der Welt. Dass dabei manchmal gleiche "Wortgebilde" herauskommen, die aber wissentlich nicht abgeschrieben wurden ist ebenso natürlich. Vielleicht nicht für Prof. Weber - oder?

Mein Eindruck ist...

... dass die Union inkl. Merkel nun versucht Zeit zu schinden, indem Schavan vor Gericht geht und bis zum Urteil (natürlich NACH der Bundestagswahl!!!!) verhältnismäßig Ruhe herrscht.

Aber so blöd sind die Menschen und Medien hoffentlich nicht, dass sie auf eine so durchsichtige Taktik der Union hereinfallen.

Selbst ein Laie, der sich mit den kritischen Textstellen beschäftigt erkennt eindeutig ein Plagiat, vor allem angesichts der Vielzahl und der systematischen Vorgehensweise.

Schavan hat versucht zu vertuschen, wie schon gesagt wurde, sie ist sehr geschickt vorgegangen und hat mit Vorsatz getäuscht. Jetzt wo alles doch noch aufgeflogen ist, tut Schavan so als sei sie "Opfer" einer bösen Medienkampagne. Dabei ist sie nicht Opfer, sondern Täterin! Sie hat ihr Plagiieren zu verantworten. Sie ist selbst schuld! Dass Sie jetzt nichtmal ein Einsehen hat, wo alles so offensichtlich ist, ist schon ein starkes Stück, ausgerechnet als Wissenschaftsministerin.

Sie muss zurücktreten.

Sehr gute Analyse

Danke.

Jetzt kommt auch noch die

Jetzt kommt auch noch die Verjähhrung ins Spiel?

Es ist keineswegs typisch, sondern absurd, dass die Universität aus Mangel an Personal unlautere Dinge unter den Teppich kehren will.

Kein Wunder, dass wir in dieser Welt so enorme Probleme haben. Letztlich ist es das Geld (oder die Kosten), das uns wie ein Tyrann beherrscht.-

Also mir gibt das extrem zu denken.
Können wir doch gleich das Leben mit einen Sack voll Geld austauschen und ebenso alle Werte.

Schlimm, dass sich Frau

Schlimm, dass sich Frau Schavan jetzt auch noch als Opfer sieht und ihren Platz nicht räumen will. Zwar könnte man natürlich argumentieren, dass sehr viele- auch berühmte- Politiker nicht promoviert, geschweige denn studiert oder auch nur ein Abitur gemacht hätten, aber das kann ja nicht als Entschuldigung herhalten Betrüger zu dulden. Aber ich sage es ja immer wieder: In den Konzernvorständen sitzen die Harvard, Oxford und Cambridge Absolventen, im Staatsvorstand die sich hochgearbeiteten Parteiwerbung- Verteiler.

@NormalerBürger: Natürlich

@NormalerBürger:
Natürlich ist es richtig, dass man von dem Gelesenen immer einen Teil unbewusst auch im Hirn speichert und diesen dann eventuell ebenfalls unbewusst bei der Formulierung seiner eigenen Sätze wiederholt.

Das Kann(!) passieren.

Es muss aber die Ausnahme bleiben.
Bei so ellenlangen Formulierungen fällt dann dieser Aspekt der Unbewusstheit nämlich weg.

@Normal Bürger

"Dass dabei manchmal gleiche "Wortgebilde" herauskommen, die aber wissentlich nicht abgeschrieben wurden"

Glauben Sie wirklich was Sie da schreiben?

Eine Bitte!

Möge bitte jeder, der jetzt laut nach einem Rücktritt brüllt, sofort von allen seinen Ämtern zurücktreten, wenn Frau Schavan vor Gericht Recht bekommt!
Dann haben endlich unsere jungen Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit eine vernünftige wissenschaftliche Karriere zu starten, denn von den alten Herren und Damen bleibt dann ja zum Glück kaum einer mehr übrig!

...

Verjährungsfristen gibt es weil verlässliche Zeugenaussagen und andere Beweise je nach Straftat im Laufe der Zeit immer aussageschwächer bzw schwerer zu finden werden, aus gutem Grund also.

Mord verjährte aus diesen guten Gründen auch mal, als dann aber drohte das NS-Verbrecher mit Verjährungsfristen ungeschorren davonkommen konnten hat man dies bei Mord geändert.

Bei wissentschaftlichen Arbeiten und Plagiaten wäre eine Verjährungsfrist aber Blödsinn, da es in der Natur der Sache liegt das alles sauber und ordentlich von A - Z dokumentiert wird, daher lässt sich ein Plagiat nach 5 Jahren ebenso gut wie nach 50 Jahren nachweisen.

Also. Wenn ich mir überlege.

Also. Wenn ich mir überlege. Wie Politiker zu Entscheidungen kommen, um an Geld zu kommen:

Es sollten hier die jenigen, die erwischt wurden, eine Geldstrafe zahlen, die gemessen an dem bestehenden Vermögen ist, um zukünftige Plagiatsfälle besser untersuchen zu können (weil offensichtlich braucht es Geld zu dieser Prüfung)

So haben wir das Geld, ne? Ich meine, nach dem Gewissen der Politiker gerechnet, würden die es auch so machen, aus unserem STand der Dinge.

ja schlau

Tricken tarnen täuschen das befähigt zum minister!

@Normaler Bürger

Ihr Einwand mag bei anderen Fällen zutreffen, doch nicht bei über 100 Seiten von Frau Schavan. Ich erinnere auch daran, dass hier nicht einfach Wortgebilde aus dem Gedächtnis geschrieben wurden, was ich verstehe, dass sie andeuten. Frau Schavan hat sogar Fehler, die in der Sekundärliteratur gemacht wurden, so abgeschrieben.
Wäre sie ein Schüler und ihre Dissertation eine Klausur, würde der Lehrer, der das entdeckt nicht lange nachdenken müssen um das zu beurteilen.

Verjährung

Moment, Moment. Frau Schavan kommt nicht ins Gefängnis, muß nichts bezahlen oder sonstwie. Es geht nur darum, das ein offenbar zu Unrecht vergebener Titel zurückgenommen wird, da ein Zurückgeben ja für die betroffene Person nicht in Frage kommt.

Wenn Frau Schavan so kompetent ist, wie die CDU unisono behauptet wird sich eh niemand daran stören, das die junge Frau Schavan (warum eigentlich diese Differenzierung?) in der Jugend nicht ganz sauber (??) gearbeitet hat.

Nur ist es doch barer Unfug, einen Titel zu führen, der erwiesenermaßen erschlichen wurde. Welches Selbstverständnis tut sich da auf?

Ich finde, es wäre Ausdruck großer Reife gewesen, wenn Frau Schavan konsequent ihren Titel zurückgegeben und auf ihre zwischenzeitlich erworbene Kompetenz hingewiesen hätte. DAS wäre in meinen Augen Größe gewesen, Größe, zu der es eben Lebenserfahrung, aber keinen Doktortitel braucht.

@6. Februar 2013 - 15:51 — Normaler Bürger

"Dass dabei manchmal gleiche "Wortgebilde" herauskommen, die aber wissentlich nicht abgeschrieben wurden ist ebenso natürlich."

Das glauben Sie doch selbst nicht. Zufällig die Worte umgestellt, weil irgendwann man gelesen ... alles klar. Und dann auch noch in diesem Umfang und mit dieser Häufigkeit.

Danke!

Auch ich muss für diese Zusammenfassung und sachliche Beurteilung danken. Für einen Menschen, der keine Zeit hat sich die Dissertation und all die Artikel dazu durchzulesen ist dieses Interview eine gute Quelle um sich ein Bild zu machen.
Ich habe jedenfalls keine Zweifel mehr, dass die Aberkennung von Frau Schavans Dr. Titel richtig war. Außerdem denke ich auch, dass so eine zentrale Stelle, wie sie in Österreich und USA bereits gibt, auch hier entstehen sollte. Vorausgesetzt diese wäre auch wirklich unabhängig.

Ich werden jedenfalls ab jetzt alle Kommentare aus der Politik anders betrachten und beurteilen.

Nochmals Danke!

@ 16:11 — Neuromantiker

Es geht nicht um "Akademiker" oder "Nicht-Akademiker" sondern um "ehrlich" und "glaubwürdig" oder nicht.

Erschütternd

@Redaktion

Vielleicht könnte sich jemand die Mühe machen und heraus finden, was dies für die Mediziner bedeuten könnte?
Wenn eine große Überprüfung ansteht, so sollte das doch Priorität haben, oder?

Und was das zitieren oder benutzen von Quellen angeht, als ich meine Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit durchlief, so sollten auch hier nur die empfohlenen Quellenangaben genutzt werden. Das zurück greifen auf andere Quellen musste aufgeführt werden und dafür musste man auch für jede einzelne Lektion Unterschreiben und die Richtigkeit des Vorgehens und der Angaben bestätigen.

Der Fall Schawan

Frau Schawan sollte meiner Meinung nach schnell zurücktreten.In dem Amt einer Bildungsministerin ist auch eine gewisse Vorbildfunktion erforderlich.
Sie tut sich und ihrer Partei im Wahlkampf keinen Gefallen damit nun auch noch einen Rechtsstreit zu beschreiten,zumal ihre Gegner darauf nur warten um das Thema
zu ihren Gunsten umzumünzen.. Schnell und konsequent zurücktreten und sich
kurz Entschuldigen und in einem halben Jahr spricht kein Mensch mehr darüber.

@Neuromantiker

So wie die Sachlage aussieht, die eindeutigen Richtlinien, sowie die eindeutigen Verfehlungen in der Dissertation, wird Sie nicht gewinnen.

Da sich die Fälle

Da sich die Fälle wiederholen, daß Arbeiten mit "summa cum laude" bewertet wurden, ohne daß einer der Professoren und Doktorväter die Plagiate erkannten spricht nicht für die beiden zur Zeit betroffenen Universitäten in Bamberg und Düsseldorf und die seinerzeit, vielleicht auch heute, handelnden Personen.
Beschädigt werden daurch nicht nur Frau Schavan und Herr Guttenberg, sondern auch die Wertigkeit der von deutschen Universitäten vergebenen akademischen Titel.
Unabhängig von der Frage der Verjährung sollte sich die hiesige wissenschaftliche Lehre in Demut begeben. Schavan und Zu Guttenberg sind sicher nicht die Einzigen, sondern nur die Bekannteren.
Es läuft noch mancher mit erhobener Miene und würdevoller Art herum, der sich den Titel ebenso beschafft hat.

Beispiel für richtiges zitieren:

Liebe Frau Schavan,
Sie haben ja noch vier Ehrendoktorwürden: "Im Jahr zuvor [2008, Anm. d. A.] erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität in Kairo und wurde zum ordentlichen Mitglied der Klasse I - Philosophie und Kulturhistorische Wissenschaften der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste gewählt. Im Jahr 2010 verlieh ihr die Tongji-Universität, Shanghai, die Ehrendoktorwürde; 2011 kamen jeweils die Ehrendoktorwürde der Meiji Universität, Japan, sowie der Hebräischen Universität Jerusalem hinzu." (BMBF 2013)

Literaturverzeichnis
BMBF (Hrsg.) 2013: http://www.bmbf.de/de/555.php abgerufen am 06.02.2013, um 16:28Uhr.

Insofern sind Sie ja nicht ganz so arm dran wie KTzG, es sei denn, die anderen Unis sehen Ihren Titelverlust auch als Grund für eine Aberkennung der EHRENdoktorWÜRDE...

@normaler Bürger

Also zu behaupten eine wissenschaftliche Arbeit sei schwer zu verfassen, weil man richtig zitieren muss ist aber ein wenig weit hergeholt. Dass man an ein zwei Stellen vergisst zu zitieren oder die Quelle anzugeben kann natürlich passieren. Aber zu täuschen und dann Bildungsministerin zu werden ist schon frech. Ich finde das Interview sehr gut. Es ist alles sehr eindeutig geschildert und das Bsp. mit den Euros dinde ich auch sehr passend. Und Schavans Äußerungen über Guttenberg (sollte auf jeden Fall gegen sie verwendet werden) setzt dem Ganzen die Krone auf.

In diesem Jahr sind

In diesem Jahr sind Bundestagswahlen. Mit Blick darauf ist klar, was Angela Merkel tun wird, sie hat schon wegen weniger Minister fallengelassen (--> Röttgen). Mir soll eine dritte Brustwarze wachsen, wenn nicht innerhalb weniger Tage oder Wochen Schavan entweder zurücktritt oder zurückgetreten wird. Jeder Tag, an dem sie nun noch versucht, sich als Opfer einer bösartigen Kampagne anonymer Internetdenunzianten und ihrer eigenen Uni zu stilisieren, wird ihr Gesichtsverlust größer, denn auch Frau Schavan wird wissen, was für ein Signal es sendet, jemanden, der bei einem derart hohen akademischen Abschluss wie einem Doktortitel, auf dem Posten des Bundesbildungsministers zu belassen. Bessere Alternative: Das Gesicht soweit zu wahren, wie das noch möglich ist, zu seinen Fehlern stehen und die richtige Konsequenz ziehen. Alles andere ist nur noch peinlich.

Schon merkwürdig....

alle solche Verfahren, die die Ehrlichkeit betreffen, finden immer bei CDU und FDP statt. Seis Guttenberg, Koch-Merin oder nun Schavan (die anderen CDU-Politiker, die gerade mal daran vorbeigeschrammt sind, mal vergessen)!
Nun müsste ich doch mal annehemen, das solches Verhalten in bestimmten Parteien Programm ist! Ein Schelm wer Böses dabei denkt.....

@Theophilus

"Wenn Frau Schavan so kompetent ist, wie die CDU unisono behauptet wird sich eh niemand daran stören, das die junge Frau Schavan in der Jugend nicht ganz sauber gearbeitet hat."
In diesem Fall gibt es, wie bei Gutenberg, ein Problem: die Reaktion der Beschuldigten.
Frau Schavan behauptet bis jetzt felsenfest nicht plagiert zu haben. Sie hat sogar behauptet, dass es zu diesem Zeitpunkt so üblich war. Das alleine disqualifiziert Frau Schavan.

Geschickt gemacht

"Bei Frau Schavan war es viel schwerer, auf das Plagiat zu kommen - weil das Plagiat so geschickt gemacht war."

Ich habe mir im Internet einige Stellen aus Frau Schavans Arbeit angesehen. Dort sind zusätzlich zu den Abschnitten aus Frau Schavans Arbeit auch die Stellen zu sehen, bei denen es sich um die Quellen handeln könnte.

Teilweise waren nur wesentliche Satzteile identisch, teilweise waren aber auch nur einzelne Wörter von Frau Schavan geändert.

Sieht man Quelle und Plagiat nebeneinander, dann fällt die Ähnlichkeit schon sehr ins Auge.

Frau Schavan hat nich per "Copy and Paste" gearbeitet, sondern immer zumindest ein klein wenig umformuliert und von daher geschickter gearbeitet als Herr zu Guttenberg.

Eine Frage bleibt jedoch offen !

Hat Frau Schavan wirklich alles selber geschrieben oder hat Sie es vielleicht schreiben lassen?

In Anbetracht dessen das vieles und auch sehr gut verschleiert wurde lässt auch diese Vermutung offen.

Nach dieser langen Zeit sind auch evtl. früher vorhandenen Beweise sicherlich schon lange verloren gegangen.

Plagiat oder gutes Erinnerungsvermögen???

Wenn sich jemand sehr gut an Seminare erinnern kann und das dort Gelernte wiedergibt und diese Weisheiten auch vom Referenten in Büchern niedergeschrieben worden ist, handelt es sich dann um Abschreiben oder Erinnerungsvermögen????

@witzlibitzli

Ich gebe Ihnen teilweise Recht. Andererseits können Sie selbst im Interview nachlesen, wieso Ihre Beschuldigung gegenüber dem Doktorvater im Fall Schavan nicht richtig ist.

@neu

"Ich finde, es wäre Ausdruck großer Reife gewesen, wenn Frau Schavan konsequent ihren Titel zurückgegeben und auf ihre zwischenzeitlich erworbene Kompetenz hingewiesen hätte. DAS wäre in meinen Augen Größe gewesen, Größe, zu der es eben Lebenserfahrung, aber keinen Doktortitel braucht."

Entweder hat Frau Schavan, wie sie behauptet, wirklich nicht gemerkt, dass sie über 100 Seiten abschreibt und nicht belegt, dann war sie sehr "zerstreut" oder ist sehr vergesslich, ODER, sie hat, wie Herr Weber die Doktorarbeit bewertet, mit erheblicher krimineller Energie "geschickt" getäuscht.

Beides ein Zeichen von KOMPETENZ.

Wenn es damit abetan wäre, dass Frau Schavan sich entschuldigt und politisch weiter macht, dann dürfen Bänker, die mal kurz ein paar Millionen aufs Privatkonto abgezweigt haben, diese aber verzockt haben, auch nicht entlassen und bestraft werden.

Sind deutsche Studenten unkritischer als amerikanische?

Angenommen Fr. Schavan wolle einen Vortrag an einer deutschen Universität halten - aber keiner käme! Wieso sollte es ihr anders ergehen als Herrn Guttenberg in Amerika?

Guter Beitrag!

Die These, dass politisch motivierte Unholde im Prüfungsausschuss der Uni Düsseldorf der ehrenwerten Bildungsministerin übel mitspielen wollten, ist mit diesem Interview objektiv ausgeräumt.

Im Übrigen denke ich, dass die Vorgehensweise des Gremiums keine "Farce" gewesen ist, sondern man dort gerade wegen der prominenten Bedeutung die Aberkennung sehr sorgfältig getroffen hat.

Insofern wird man die getroffene Entscheidung im anstehenden Verfahren "Bundesministerin vs. Uni Düsseldorf" auch juristisch nachvollziehbar darlegen können.

@ 16:28 — witzlibitzli ... Sinnhaftigkeit Dr.-Titel

Interessante Gedanken. Ich denke, dass es nicht zuallererst Aufgabe einer Universität sein kann, die Arbeiten auf Plagiate hin zu überprüfen. Sie wären schlichtweg aus Kapazitätsgründen überfordert.

Jedoch frage ich mich, was einen Menschen dazu bringt, viele (zig)tausend Euro für einen Kauf-Doktortitel auszugeben oder sich intensivst durch einen häufig irrsinnig langweiligen und detaillierten Wust zu arbeiten.
Die Antwort hat wohl häufig weniger mit dem Interesse an Wissenschaft denn mit dem eigenen Spiegelbild zu tun oder aber mit den Karrierechancen, die sich ergeben.

Sicherlich sind nicht alle "Doktoren" selbstverliebte Egozentriker, jedoch darf man hin und wieder davon ausgehen, dass persönliche Eitelkeiten eine nicht unwesentliche Rolle spielen bei der Promotion. Ob solche Menschen geeigneter sind sich für ein Unternehmen, eine Vereinigung, ein Land einzusetzen wage ich zu bezweifeln.

@ hans im glück

Ja. Ich stehe zu dem, was ich geschrieben habe. Bevor Sie solch eine Floskel schreiben, empfehle ich Ihnen, selbst einmal eine wissenschaftliche Arbeit über mehrere hundert Seiten zu schreiben oder sich ansonsten mal mit Leuten zu unterhalten, die so etwas schon hinter sich gebracht haben. Wenn Sie genau gelesen haben, was ich geschrieben habe, werden Sie feststellen, dass ich das Verhalten von Frau Schavan nicht verteidigt habe - so etwas maße ich mir gar nicht an, weil ich mich dann ja wirklich intensiv mit ihrer Arbeit auseinander setzen müsste. Sorry, aber die Zeit habe ich nun wirklich nicht. Mir ging es nur um die "Maßstäbe" des Herrn Professor Weber, die ich mit einer gewissen - nennen wir es "Altersmilde" - etwas zurecht rücken wollte. Übrigens: Etwas mehr "Tiefgang" würde dem einen oder anderen hier veröffentlichten Kommentar sicher nicht schaden.

Beispiel für richtiges Zitieren

Darf eine Ehrendoktorwürde auch als Dr.hc. getragen werden???

Klasse Interview-klare Aussagen

Das ist ein rundes Interview, was in den dargelegten Fachaussagen absolut stringent und nachvollziehbar ist, da bleibt für mich keine Frage mehr offen!

Umso unverständlicher, dass es weiterhin so viele Relativierungsversuche gibt, und sich Schavan in der Opferrolle wähnt- aber das scheint ein konditionierter Reflex zu sein, so wie wir dies vom fränkischen Mogel-Baron, Chatzimarkakis, Koch-Mehrin u.a. schon kennen...!

Die Regierung besteht nun

Die Regierung besteht nun erwiesenermassen aus Schwindlern und Betrügern. Was zu beweisen war...

re neuromantiker

"Möge bitte jeder, der jetzt laut nach einem Rücktritt brüllt, sofort von allen seinen Ämtern zurücktreten, wenn Frau Schavan vor Gericht Recht bekommt!"

Ein Gericht kann höchstens über Form- oder Verfahrensfehler befinden, nicht über die inhaltliche Bewertung der Arbeit.

Folglich: Frau Schavan kann sich vor Gericht nur den Titel erstreiten. Der Plagiatsvorwurf wird nicht erledigt.

@16:41 — soma

"Entweder hat Frau Schavan, wie sie behauptet, wirklich nicht gemerkt, dass sie über 100 Seiten abschreibt und nicht belegt..."

Ganz so viel wars doch nicht. Im Artikel steht genau:

"Die Gesamtdokumentation [also das Gutachten darüber] der Plagiatsstellen umfasst rund 100 Seiten, und das macht das Ausmaß ihres Vorgehens deutlich."

"Beides ein Zeichen von KOMPETENZ."

Nein. Betrug wäre eine Frage der Gesinnung und Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit vor 30 Jahren sagt nichts über die Kompetenz der Person von heute.

Dissertationen

Ich finde es schon richtig wenn sie ihren Dr. Titel zurückgeben muss.
Andererseits muss ich feststellen, dass bei sovielen Dissertationen nicht jeder etwas vollkommen Neues mit seiner Arbeit beitragen kann. Jeder Satz ist schon mal gesagt worden. Eine Zusammenfassung aller wichtigen Ansätze und Ausführungen zu einem Thema wäre ja bei korrekter Verweisung auf Quellen dennoch nur eine Bestandsaufnahme.

Was ich damit sagen will ist, dass es wahrscheinlich viele Doktoren gibt die ihren Titel dann zu Unrecht tragen.

@DiePositiveBratwurst

Man könnte aber auch anders herum denken: Wer als Mitglied der Regierung jetzt noch einen Titel hat, ist geadelt. Können Sie sich vorstellen, wie viel Jäger sich schon an der Doktorarbeit des Herrn Westerwelle abgearbeitet haben? Und nichts gefunden? Das ist doch erwähnenswert. Gerade bei Westerwelle hätten sich viele vor Schadenfreude auf die Schenkel geklopft und die Häme wäre wie eine Hinrichtung gewesen. Aber er hat nicht.

@ Neuromantiker und seine "Bitte"

Haben Sie die bisherigen Meldungen nicht gelesen? Schavans Anwälte haben angekündigt, dass sie gegen das Verfahren der Uni klagen werden, also vor einem Verwaltungsgericht. Aber selbst wenn dieses zu dem Schluss kommt, dass die Uni ihre eigenen Verfahrensregen (und nur diese gelten in so einem Verfahren, schließlich verleiht die Uni den Dr.) verletzt hätte und Schavan dieses Verfahren gewinnt, kann das nur bedeuten, dass es von einer neuen Kommission nochmals durchgeführt wird. Und wie man sich anhand der publizierten Stellen aus der Diss und den Quellen leicht vergewissern kann, wird auch eine neue Kommission in einem neuen Verfahren zu genau demselben Ergebnis kommen MÜSSEN: In der "Dissertation" wurde absichtlich plagiert, also getäuscht, ergo ist der Dr. abzuerkennen. Es ist ja schon bezeichnend, dass Schavan bzw. ihre Anwälte nur das Verfahren angreifen: Den Umstand der Plagierung aber nicht.

PS: Hat Weber wirklich "meines Wissens nach" gesagt? *kopfschüttel*

wenn Frau Schavan

nachweisbar getäuscht hat, bleibt keine andere Wahl als der Rücktritt. Kein Zweifel.
Bedauerlich finde ich aber, daß der Focus ausschließlich auf dem/der Beschuldigten liegt.
Viel mehr Verantwortung liegt bei den Universitäten / Doktorvätern, die Ihrer Pflicht
nicht nachgekommen sind, die Arbeiten sorgfältig zu prüfen. Wieviele zigtausend falsche
Doktoren laufen denn hier in Deutschland rum? Ich finde leider den Beitrag nicht wieder
aber ich erinnere ein Interview mit einer USA-stämmigen Bloggerin und Mitglied bei
Wikiplag die meiner Erinnerung nach kundgetan hat, daß bezüglich der Doktorarbeiten in
den USA sorgfältiger geprüft wurde und wird. Die mangelnde Sorgfalt in Deutschland sei
hinreichend bekannt. Deutschland also ein Paradies für gefakte Doktortitel?
Man sollte das Übel also doch bei der Wurzel packen und nicht nur medienwirksam
Politiker ( ... einer bestimmten politischen Orientierung ) hinrichten.

@DiePositiveBratwurst

Auch für Sie, der/die nichts böses dabei denken will, gilt. Sie können sich gerne die Arbeit machen und die Politiker der Opposition überprüfen. So etwas wäre jedenfalls redlicher, als unbegründete Anschuldigen zu streuen.

Mehr Rente und als Abgeordnete auch nichts zu befürchten

Man bedenke wie Patente und Gebrauchsmuster, also Ergebnisse eigener intellektuelle Arbeit, von den Patentämter akribisch auf Plagiate in den datenbanken untersucht werden, dami kein Unberechtigter daras kommerzeillen Nutzen ziehen kann. Auch hier sind Vopatente etc, auf denn man aufbaut und weiter entwickelt, vom Antragsteller anzugeben. Fliegt er auf und äfft nach, gibt es kein Patent. Kosten umsonst.

Das funktioniert nur, weil alles angemeldete Knowhow in Datenbanken geht und damit per se eine Prüfung durch unabhängige Spezialisten ermöglicht ist, die Klartext schreiben müssen.

Das fehlt eben anderswo wo in der Dezentralität Titel erschlichen werden. Wer plagiiert ist rufschädigend für seine Uni und Arbeitgeber. Auch und gerade als Bildungsminister(in).

Dass Merkel mal wieder aussitzt und keine Kabinettsumbildung will und deshalb die Klage nun kommt, um bis nach der Wahl, wo Freundin Schavan ggf. einfach nicht mehr berufen wird aber mehr Rente erhält, scheint durch.

Bundestag?

@. Normaler Bürger

"Dass dabei manchmal gleiche "Wortgebilde" herauskommen,"

Hier geht es aber nicht um "manchmal" gleiche Wortgebilde, sondern hundert Seiten.

Wegen einigen Nachlässigkeiten wird einem auch nicht ein akademischer Grad aberkannt.

Daran ist schließlich keine Universität interessiert.

Die Doktor-Sucht

In Deutschland leiden wir m. E. unter einer Doktor-Sucht: Jeder Jurist, der in die Politik geht, glaubt, einen vorweisen zu müssen. Leider habe viele eigentlich keine Zeit, sich vertiefend in ein Thema einzuarbeiten. Der Frust ist dann wohl noch größer, wenn ein vermeintlich neuer Gedanke bereits schon bearbeitet wurde. Die Versuchung wächst, solche Literaturangaben einfach zu vergessen.
Wir müssen die Frage gesellschaftlich beantworten, ob wir so viele Doktortitel produzieren wollen.Das gilt insbesondere für die Geisteswissenschaften. Viele Menschen, die Großes für die Gesellschaft geleistet haben, hatten keinen Doktortitel.
Es gilt auch, die Praxis der Verleihung der Doktorwürde zu hinterfragen. Sollte er nicht lieber zentral von einer unabhängigen Expertenkommission verliehen werden?

Rücktritt nicht mehr aufzuhalten

Ich hatte mir einzelne Textstellen mit Plagiatsvorwürfen angesehen. Schockiert war ich von Zitaten von Primärliteratur (Philosophie, Theologie) aus der Sekundärliteratur, die nicht angegeben wurde. Frau Schavan hat die Auseinandersetzung mit Primärliteratur bewusst vorgetäuscht. Sie hatte diese Werke kein einziges Mal in der Hand! Als Doktorantin sollte sie ihren Themenbereich schon durchdringen, dass sie auch Primärquellen am Themenrand oder aus anderen Bereichen lesen und einzuschätzen weiß.
Wenn ich an meine Zeit an einer geisteswissenschaftl. Fakultät denke, so war den Professoren (um Anfang 1990) eine gestelzte, wissenschaftliche Ausdrucksweise tatsächlich wichtiger als korrektes Zitieren, was sie natürlich nie zugaben. Das wissenschaftl. Arbeiten mussten Tutoren/Hiwis den Neulingen beibringen, dem Prof. war das nicht wichtig genug. Der Wissenschaftsbetrieb sollte konsequent beleuchtet und ggf. neu aufgestellt werden - ohne Fr. Schavan als Ministerin.

@Schreiber-Schle

"Plagiat oder gutes Erinnerungsvermögen?"
Das zweite geht nur soweit, biss man beim Abschreiben auch die Schreibfehler kopiert.

Alles klar

Endlich ein klarer und fundierter Kommentar zum Plagiat, zwar nicht durch einen eigenen Redakteur, aber doch wenigstens durch Befragung eines sachverständigen Dritten.

Danke für die Fragen, Norbert Carius,
danke für die Veröffentlichung, tagesschau.de.

Die Konsequenzen dürften jetzt deutlich sein.
Nicht nur für die Leser ...

@17:10 — karwandler

"Ein Gericht kann höchstens über Form- oder Verfahrensfehler befinden, nicht über die inhaltliche Bewertung der Arbeit.

Folglich: Frau Schavan kann sich vor Gericht nur den Titel erstreiten. Der Plagiatsvorwurf wird nicht erledigt."

Das wird man ja dann sehen, auf was Frau Schavan alles klagen wird. Ob etwas ein Plagiat ist und ob Betrug vorliegt oder nicht kann ein Gericht sehr wohl entscheiden. Das ist noch keine inhaltliche Bewertung der Arbeit.

Schande

Jetzt beginnt das Schmierentheater zweiter Akt, Szene Schavan.
Es ist eigentlich unerträglich, dass bei einem Plagiat, bzw. Betrug von 100 Seiten noch darüber diskutiert werden muss, ob Fr. Schavan im Amt bleibt oder nicht, bzw. ob die Aberkennung des Titels rechtens sei. Das ist unerhört. Insbesondere deswegen, weil Fr. Schavan im Fall zu Guttenberg die Wortführerin war und aller höchste moralische Maßstäbe angewandt und gefordert hat. Wieso soll jetzt plötzlich mit zweierlei Maß gemessen werden, weil Fr. Schavan eine persönliche vertraute von Fr. Merkel ist? Wie geht das denn zusammen? Das ist nicht nur unerhört, sondern eher schizophren.

am eifachsten ist es zu

am eifachsten ist es zu plagiieren, indem man aus einem Aktivsatz einen Passivsatz macht oder umgekehrt

re cowboy8

"Ob etwas ein Plagiat ist und ob Betrug vorliegt oder nicht kann ein Gericht sehr wohl entscheiden."

Zum Thema Plagiat liegt eine sachverständige Stellungnahme des Düsseldorfer Fakultätsrats bereits vor.

Glauben Sie allen Ernstes, ein Verwaltungsgericht würde dazu ein neues Beweisverfahren eröffnen?

Deutsche lieben Titel

Deutschland liebt Titel, auch wenn Sie eigentlich nichts wert sind. So wurde in der Vergangenheit sogar die Ehegattin des Doktors mit Frau Doktor angesprochen.
Wann beurteilen die Deutschen endlich Ihre Mitmenschen an dem was Sie im Leben leisten und nicht welchen Doktor oder royalen Titel sie tragen.
Ich kenne Frau Schavan nicht und kann mir als im Ausland lebender Deutscher auch kein Urteil über ihre Fähigkeiten bilden. Wenn Sie aber einen guten Job macht sollte der Titel doch überhaupt keine Rolle spielen. Und wenn sie schlecht arbeitet sollte Sie entlassen oder abgewählt werden. Alles andere ist doch Kinderkram.
Menschen sollten nach Ihren Fahigkeiten und Taten beurteilt UND bezahlt werden, nicht nach Ihren Titeln!

Vergleich Guttenberg

"Nur weil jemand eine Million gestohlen hat, hat derjenige, der nur 100.000 geklaut hat, kein Bagatelldelikt begangen."

Exakt so ist es. Das scheinen viele nicht zu begreifen. Guttenberg spielt hier keine Rolle. Der spielte in einer anderen "Liga" (im negativen Sinne).

Die Meisten, die Schavan verteidigen, tun dies, weil sie ja "nicht so schlimm" plagiert hat wie Guttenberg. Guttenberg kann aber nicht das Maß aller Dinge sein. Dieses Verteidigungs-Argument ist also völlig fehl am Platze!

Merkel schweigt immer wenn sie eigentlich Führung zeigen müsste

Es ist einfach nur noch peinlich wie Merkel als Bundeskanzlerin immer anfängt zu schweigen, wenn es unangenehm wird. Das ist keine Führung, das ist feige.

Eigentlich müsste Merkel die Wissenschaftsministerin Schavan, die Wissenschaftsbetrug begangen hat, sofort entlassen. Aber das tut sie nicht.

Die beste Freundin Merkels ist nicht Schavan sondern die Macht. Merkel würde alles tun um weiter an der Macht zu bleiben, egal ob es gut für Deutschland ist oder nicht. So eine Bundeskanzlerin braucht Deutschland nicht.

Das einzige, wonach Merkel ihre Entscheidung über Schavan treffen wird, ist ob es für ihre Macht besser ist Schavan zu entlassen oder nicht.

Dass Merkel nicht sofort Konsequenzen zieht, sondern einer Wissenschaftsbetrügerin ihr volles Vertrauen ausspricht, zeigt, dass es Merkel egal ist was mit dem Wissenschaftsstandort Deutschland passiert. Es ist ihr egal, ob Schavan die deutsche Wissenschaft weiter beschädigt. Merkel wartet wieder ab, bis es nicht mehr anders geht...

< "akademischer Schmuck" als Gesellschaftsproblem >

wäre als Titel ebenso gut geeignet.
Das Hauptproblem liegt in der Gesellschaft:
So ein Dr.-Grad schmückt 'angeblich' (angeberisch?).
es gibt Ärzte,die auf einen Dr.-Grad bewußt verzichten,
weil sie der Ansicht sind, daß dieser nur das eigene ego stärkt.

Wie sieht es denn Gesellschaft beim Thema Medizin aus ?
Geht ein Patient lieber zum Dr.med (muß ja gut sein),oder zum 'einfachen' Arzt ?!

Auch die 'Studierenden' legen besonderen Wert auf die Wahl ihrer Ausbildungsstätte.
Ein typisches Beispiel: BWL
Kenntnisse werden sowohl in Lehrberufen,als auch von Fachschulen
und Fachakademien vermittelt.
Es macht sich allerdings besser,wenn man von einer Universität kommt. ;-)

Es scheint m.E. also nur vordergründig um die Qualität von Facharbeiten
und Studienabschlüssen zu gehen.

Früher war die Standdardfrage 'wo gedient?',
heute 'wo promoviert?'

Und dann gibts noch Staatsexamen, wo neuerdings regelmäßig
und sehr gründlich! die Fachkunde nachgewiesen muss(MTA)

Klare Regeln

1990 schrieb ich an der Uni eine Hausarbeit, die ich vom Prof. mit der Kritik zurückbekam, meine Feststellungen habe ich nicht deutlich genug von den Untersuchungsergebnissen anderer (Primärliteratur) abgegrenzt. Das war schlichtweg Unerfahrenheit - es war meine zweite Hausarbeit zu Beginn des Studiums.
Bei meiner Abschlussarbeit wusste ich es ganz genau und habe auf genaue Zitierweise und Angabe von Quellen geachtet.

Frau (Ex-Dr.) Schavan hat den gleichen Wissensstand zur Arbeitsweise gehabt. Gesetzt dem Fall, sie habe es nicht gewusst, dann wäre ihre Arbeit dennoch unwissenschaftlich gewesen und für einen Doktortitel unzureichend.
Bei der fehlenden Angabe von Sekundärliteratur im Quellenverzeichnis kann man Vorsatz unterstellen. Eben damit es keiner merkt - in der Hoffnung, dass der Doktorvater diese (neueren?) Quellen noch nicht kennt.

Sie hat zudem eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, ALLE Quellen angegeben zu haben. Hatte sie da geschlafen oder doch betrogen?

Egal.

Darf man das Rad ein zweites Mal erfinden?

Muss jeder Gedanke, den man denkt, blitzneu sein, oder darf er schon mal von jemandem vorher gedacht worden sein, ohne dass ich davon erfahren habe? Muss man alle Sekundärliteratur kennen, insbesondere wenn es noch keinen Computer gibt?

Und wenn ich die Gedanken von jemandem aufschreibe, die mir mündlich mitgeteilt und noch nicht verschriftlicht wurden, ist das ein Plagiat, aber nicht nachweisbar, und ich ich darf den Doktortitel behalten.

Schafft diesen akademischen Standesdünkel endlich ab und lasst Leute ran, die wirklich was im Kopf (und nicht nur im Stift) haben!

@ Mantasto

Wenn Sie Plagiat - anders gesagt "Gedankendiebstahl" - als in Ordnung erachten: dann duefte es ja auch fuer CDs, Filme und Buecher kein Urheberrecht mehr geben.

Ehre, wem Ehre gebuehrt: wenn ich als Wissenschaftler etwas erarbeite, haette ich keine Lust, dass ein Anderer anstatt meiner die Lorbeeren erntet (das machen Professoren ganz gerne mit neuartigen Kenntnissen, die Studenten erarbeitet, aber noch nicht veroeffentlicht haben..)

Das Vorgehen dieser Dame kann

Das Vorgehen dieser Dame kann man schon als vorsätzliche und arglistige Täuschung werten.
Diese Dame ist als Bildungsministerium nicht tragbar, da kann die Merkel mal wieder so viel sie will mit Ihrem "vollen Vertrauen" um sich werfen, wie bei all den anderen auch die dann doch weg mussten, es bringt nix, die Dame sollte schleunigst zurück treten bevor sie noch peinlicher wird.
Was haben wir nur für Politiker in diesem christlichen Haufen.

Person und Gewissen, wie grotesk ist das?

Sie hat keines und schreibt drüber, ach ja, sie ist ja Politikerin, ich vergaß, da kommt das schon mal vor.

Die märchenhaften Zeiten...

vom "mehr Schein als Sein" gehen nun hoffentlich zuende. Kein Bürger braucht aufgeblasene politische (oder wirtschaftliche) Selbstdarsteller mit ausgeprägter Selbstbedienungsmentalität; während immer mehr Normalbürger wegen angeblicher "Alternativlosigkeit" den Gürtel immer enger schnallen sollen.

Früher leiteten Eliten ihren Führungsanspruch ab von adliger Herkunft, in der Moderne waren und sind es bis heute Akademikeritel als elitärer Namenszusatz. Beim "Dr.med." ist das noch relevant wegen deren direkten Leistungen am Menschen. Doch auch da bröckelt wegen diverser Skandale der Putz. Ganz schlimm sieht es aus - wegen populärer Skandale - bei Juristen (wann gibts da im peinlichst abgeschotteten Revier doch den ersten Skandal?) und Sozialwissenschaften. Das alles ist seit der Neuzeit als Ersatz für den Adelstitel eine beliebte Basis für politische Karrieristen.

Aber braucht das Volk und das Land wirklich Akademiker - oder einfach nur engagierte und verantwortungsvolle Praktiker ...

@18:11 — karwandler

"Glauben Sie allen Ernstes, ein Verwaltungsgericht würde dazu ein neues Beweisverfahren eröffnen?"

Das würde nicht in deren Zuständigkeitsbereich fallen. Es wäre wahrscheinlich eine zivilrechtliche Angelegenheit.

Sorry

Ich kann es nicht mehr hören – „All die Politiker“
All die Leute die hier meinen Schreiben zu müssen, dass ‚alle Politiker‘ korrupte Betrüger sind sollten vielleicht mal über folgende Fragen nachdenken:
Wenn einer Amok läuft – sind dann alle Amokläufer ???
Wenn einer eine Bank überfällt – sind dann alle Bankräuber ???
Wenn einer Mordet – sind dann alle Mörder ???? etc….
Wenn ein Politiker korrupt ist oder betrügt – sind dann alle Politiker Betrüger ???

Die meisten Politiker sind ehrenhafte Menschen, die für ihre Mitmenschen & unser Land das Beste wollen

@18:12 — Mantasto

Mit Hausarbeiten an der Uni sollen Studenten lernen, konkrete Fragestellungen zu entwickeln bzw. zu bearbeiten, indem sie nicht selbst herumforschen, sondern das untersuchen, was andere (Doktoren, Professoren, Spezialisten) herausgefunden haben. Unter Umständen muss es sortiert werden und ggf. auch gegeneinander abgewogen werden, wenn beispielsweise Widersprüche aufgetreten sind oder Randphänomene überbewertet werden.

Bei Doktorarbeiten kommen diese Aspekte zunächst auch vor: Der Doktorant muss sich in der Materie auskennen, was andere bereits auf wissenschaftlicher Basis erforscht haben. Das zeigt er mit Quellenangaben.
Dann kommt das eigene (selbstständige) Forschen zu Fragen, die vorher von keinem in dieser Form bearbeitet worden sind, nach wissenschaftlichen Kriterien. Oft muss der Doktorant selbst die wissenschaftlichen Methoden entwickeln und darstellen. Das ist oft Hauptleistung.
Schavan schrieb offenbar an der Stelle Ergebnisse von anderen ab und gab sie als ihr Produkt aus.

Dr. Titel zurückgeben

& ich dachte, dass wäre schon in der TzG Debatte geklärt worden.
Dr. Titel (wie alle akademischen Titel) werden von einer Uni verliehen. Man kann Sie nicht wie man möchte zurückgeben. Man hat ihn oder er wird einem aberkannt. Wenn ich sage ich gebe ihn zurück hat das KEINERLEI rechtliche Grundlage!

die Zeiten ändern sich

Hoffentlich gibt es überhaupt noch "saubere" Doktorgrade! Auf jeden Fall haben die damaligen Kommissionen mehr schlecht als recht gearbeitet.

Lieber "Hügel"

Hier geht es doch gar nicht darum wer welchen Titel hat. Sondern viel mehr darum, dass Frau Schavan gerade als Ministerin durch ihr Plagiat schlagartig an Glaubwürdigkeit verliert. Wie will so eine Ministerin Poltik bzgl der Wissenschaft machen, wenn sie jene mit Füßen tritt?

Awe

Ich halte es für richtig,

Ich halte es für richtig, auch nach so vielen Jahren den Titel abzuerkennen.
Aber ich frage mich, warum das nicht schon damals beim Lesen und Bewerten der Arbeit auffiel?

Titel

Ohne einen entsprechenden akd.Titel hat man ja in Deutschland aber auch in anderen Ländern kaum eine echte Chance wirklich weiterzukommen, also sollte man mal die Einstellungspraxis überprüfen.
Man sieht nicht den Menschen, sondern nur das was er vorgibt zu sein.

@Hügel

Menschen sollten nach Ihren Fähigkeiten und Taten beurteilt UND bezahlt werden, nicht nach Ihren Titeln!

Ich verstehe ja Ihr Argument, aber dennoch muss sich auch ein vermeintlich fähiger Mensch zu seinen Fehlern bekennen.
Und das ist in Frau Schavans Fall nicht erfolgt.
Sie hat jegliche Verantwortung abgelehnt, obwohl sie zuvor in der Causa Guttenberg´s extreme Kritik geäußert hat.
Und nun muss sie sich halt ebenfalls an den gleichen Maßstäben messen lassen.
Davon abgesehen, hat sie in ihrem Amt übrigens auch nichts sonderlich eindrucksvolles geleistet, was sie als herausragende Person kennzeichnen würde.
Insofern finde ich Ihren Einwand nicht wirklich angebracht.

@standarddeviation

Mein Eindruck ist, dass die Union inkl. Merkel nun versucht Zeit zu schinden, indem Schavan vor Gericht geht und bis zum Urteil (natürlich NACH der Bundestagswahl!!!!) verhältnismäßig Ruhe herrscht.

Nein, das wird unter Garantie nicht passieren!
Wulff hatte sich auch bis zuletzt gesträubt, zurückzutreten.
Und wie aktuell bei Schavan hatte Merkel ihm ebenfalls ihr Vertrauen ausgesprochen. So auch geschehen bei zu Guttenberg.
Drum merke:
Wenn Merkel einem Parteigenossen das Vertrauen ausspricht,
ist der Rücktritt nicht mehr weit...

@Mantasto

Ja, das ist in der Tat ziemlich unbedarft nachgefragt. Vielleicht hilft ihnen eine bodenständige Analogie:

Wenn ich hergehe, eine Partitur von Mozart als meine eigene ausgebe, und damit bei einem Nachwuchswettbewerb den Hauptpreis einstreiche - wäre das o.k.?

RÜCKTRITT!

Frau Schavan ist für ihr Amt untragbar. Wie man Plagiate anfertigt, sollen die Schüler und Studenten weiß Gott nicht lernen. Die Frau hat keine Vorbildwirkung mehr und kann ihr Amt damit nicht mehr angemessen ausfüllen.

Respekt fehlt gänzlich?

Den Dr.-Titel hat Frau Schavan lange sicher gut gebrauchen können. Daß sie ihn nun und damit wohl ihren gesamten Hochschulabschluß verloren hat, ist schon Schaden genug.
Eine eventuelle Klage würde Ihnen dann auch noch womöglich eine gewisse Überheblichkeit und gänzlich fehlenden Respekt vor der Uni und damit der Wissenschaft bescheinigen. Eher abzuraten, Frau Wissenschafts-Ministerin.

@ cowboy8

Habe mir mal Ihre diversen Beiträge in Threats zur Causa Schavan angeschaut und stimme Ihnen gerne zu - aber nur, wenn für Frau Schavan ab sofort das gleiche Recht wie für Normalbürger gilt, die versuchten, sich Vorteile durch eine "unrechtmäßig aufgepeppte" Doktorabeit zu ergattern.

Erschwerend wirkt zweifellos, daß Frau Schavan sich nicht zunächst mit einem Diplom und jahrelanger wissenschaftlicher Arbeit in irgendwelcher Praxis begnügte, und erst aufgrund solcher Erfahrungen dann promovierte, sondern sich für eine "Direktpromotion" entschied. Was soviel heißt wie: Ich brauche keine Praxis; meine gewichtige wissenschaftliche Grundlagenarbeit genügt vollauf als akad. Spitzenleiszung und mithin zur Erlangung der Doktorwürde.

Offen ist auch die Frage, welche monetären Vorteile Frau Schavan bis heute durch den Schwindel hatte und noch künftig durch Politikerruhegelder hat.

Vielleicht hätte Frau Schavan eher Literatur studieren und Goethes Mephisto analytisch reflektieren sollen.

@karwandler

"Glauben Sie allen Ernstes, ein Verwaltungsgericht würde dazu ein neues Beweisverfahren eröffnen?"

Natürlich wird es das. Wenn eine Behörde (in diesem Fall die Universität Düsseldorf) einen Verwaltungsakt (in diesem Fall: Entzug des Doktorgrades) erlässt, und dieser Verwaltungsakt wird vor Gericht angegriffen, dann nimmt das Gericht natürlich eine Beweisaufnahme vor. Die Entscheidung der Behörde ist für das Gericht nicht verbindlich (andernfalls hätte ja die ganze Verwaltungsgerichtsbarkeit keinen Sinn). Und das Gericht ist auch, anders als hier teilweise behauptet wurde, nicht auf Verfahrensfragen beschränkt, sondern kann durchaus selbst überprüfen, ob die sachlichen Voraussetzungen für einen Entzug vorliegen.

Nebelkerzen.

Warum wird promoviert? Wir sind Menschenkinder - natürlich, damit Ansehen und Einkommen steigen und die eigene Eitelkeit befriedigt wird.

Es wäre doch sicherlich interessant gegenzurechnen wie hoch der "geldwerte Vorteil" mit Doktor-Titel in all diesen Jahren war. Ob der/die Arbeitgeber in den letzten 33 Jahren Regreßansprüche geltend machen? Hihi.

Wie bei Skandälchen dieses Kalibers üblich spricht in 2 Monaten niemand mehr davon, der bundesdeutschen Medienlandschaft, in der jede Agenturmeldung mit dem Gießkannenprinzip durchgereicht wird, sei Dank. Ist es nicht bezeichnend, daß ausgerechnet das internette schavanplag die Maschinerie losgetreten hat? Wer ist das überhaupt, und warum sind so viele, und ausschließlich, Unionspolitiker von Plagiatsvorwürfen betroffen?

Als dann. Mal schauen, was als nächstes kommt. Bin schon ganz gespannt. Trägt überhaupt jemand aus der Opposition einen Doktor-Titel, auf den man sich stürzen könnte? Und wer tut's dann?

Good night and good luck.

Bundestagswahl

Das muß auch eine Freundschaft zwischen Merkel und Schavan aushalten. Frau Schavan muß jetzt, besonders im Hinblick auf ihre dämliche Bemerkung bei dem Fall Guttenberg, schon aus Anstand als Ministerin zurücktreten. Wenn sie taktieren möchte, würde das der Frau Merkel bis zur BW täglich auf die Füße fallen. Es wird sich zeigen, ob Schavan Anstand hat oder auch nur eine blasse ergeizige Frau ist, wie so viele hierzulande.

@19:53 — MyBrainHurts

"Wie bei Skandälchen dieses Kalibers üblich spricht in 2 Monaten niemand mehr davon"

Ich sehe das anders. Der Name "Schavan" wird wie "von Guttenberg" noch lange damit in Verbindung gebracht werden. Und je länger ihre Klagerei dauern wird, desto mehr wird es sich einprägen, weil es immer wieder in den Medien ein Thema sein wird.

...zum Schutz der Wissenschaft ?

Sind dafür nicht die Universitäten mit ihren Professoren und Doktorväter und Prüfungsausschüssen da?
Es stimmt schon traurig, doch hat die Doktorenflut eine Doktoreninflation ausgelöst - eine Entwertung der Wissenschaft. Was will man da noch schützen.
Mit Schuld sind die überspannten Forderungen der Wirtschaft und Öffentlichkeit, wobei die einen mit dem Doktortitel ihrer Mitarbeiter Renomee und Kasse machen wollen, die anderen nach "Oben" schauen wollen, ein Vorbild brauchen.
Dabei ist eine echte Doktorarbeit nur eine schmale Spektrallinie in dem breiten Spektralbereich der Wissenschaft und dazu noch eine mit kleiner Amplitude, wenn es sich um Plagiate handelt.
Diese scheinen sehr verbreitet und beliebt zu sein, sichern sie doch ein gutes Einkommen und gesellschaftliches Ansehen-solange es keiner merkt.
Drum püfe wer sich ewig bindet
an einen schwarzen Doktorhut!
Der Ruf, die Ehre schnell entschwindet
wenn man nicht gut zitieren tut!
Zum Humoris Causis reicht es immer.

re schnitte

Ich bezweifle, dass das Gericht eine erneute Prüfung der Dissertation auf Plagiatsverdacht vornimmt.

Aber wir können das ja in aller Ruhe abwarten ...

Man sollte auch nicht außer

Man sollte auch nicht außer acht lassen, dass die meisten(oder alle) Plagiatsäfferen von den Mitgliedern der Unionsparteien und der FDP verursacht werden.

Verjährungsfrist

Was für ein Quatsch. Wenn man eine Verjährungsfrist für das Plagiieren einführt, dann sollte man auch eine Verjährungsfrist für den Doktorgrad einführen.

Warum sollte man sich mit etwas, das man einmal vollbracht hat ein Leben lang betiteln können, und etwas wogegen man verstoßen hat mit der Zeit nicht mehr von Belang sein?

Wenn man so eine Verjährugsfrist für die Doktorarbeiten einführen würde, dann hätten sie auch das andere Problem gelöst. Man könnte dann höchstens noch einführen, dass man bei einmaligem Plagiieren nicht mehr für eine andere Doktorarbeit zugelassen wird. Das fänd ich ne super Idee. Dann würden sich auch nicht so viele Esel als Spitzenpferd ausgeben :)

Ist eigentlich auch logisch. Als ob ich jetzt noch mal die gleichen guten Noten in der Schule schreiben würde wie damals. Das meiste vergisst man doch wieder. Und genauso hat so ein "Doktor" sicherlich auch nicht mehr alles im Kopf, was er in seiner Arbeit vor Jahrzehnten geschrieben hat.

@karwandler

Das wird das Gericht tun müssen, das ist seine Pflicht. Wenn Schavan klagt, dann muss das Gericht ermitteln, ob die Universität rechtmäßig gehandelt hat. Und dazu gehört auch, dass die Voraussetzungen für einen Entzug des Grades vorliegen. Natürlich kann es dabei zum selben Ergebnis kommen wie die Universität. Aber ein schlichtes "Die Universität hat gesagt, dass Schavan plagiiert hat, also sparen wir uns die Diskussion und gehen automatisch davon aus, dass das stimmt" wird das Gericht sicher nicht von sich geben.

@19:48 — Zwicke

"Erschwerend wirkt zweifellos, daß Frau Schavan sich nicht zunächst mit einem Diplom und jahrelanger wissenschaftlicher Arbeit in irgendwelcher Praxis begnügte, und erst aufgrund solcher Erfahrungen dann promovierte, sondern sich für eine "Direktpromotion" entschied."

Zweifellos. Gewisse Erfahrungen mit wissenschaftlichen Arbeiten tun vor einer Promotion sicherlich gut. Mangelnde Erfahrung damit könnte aber auch wieder für Nachlässigkeit sprechen und weniger für Vorsatz.

@ tobeorwhat

Der Reim klingt aber sehr nach Busch, Sie Schlingel. :)

Und noch nicht einmal zitiert ham sie. Tse. ;)

(Nur ein Spaß)

@18:39 — Null Komma Einstein

"100 Seiten einer Dissertation sprechen aber eine andere Sprache."

Man sollte da schon genau formulieren. Im Artikel steht genau:

"Die Gesamtdokumentation [also das Gutachten darüber] der Plagiatsstellen umfasst rund 100 Seiten, und das macht das Ausmaß ihres Vorgehens deutlich."

auf schavanplag heisst es:

"Insgesamt gibt es 97 Seiten im Haupttext der Dissertation von S. 11 bis 335, auf denen Übernahmen aus 45 Quellen nicht oder nicht ausreichend kenntlich gemacht werden. Bei 63 von 131 einzelnen Fragmenten..."

Fragmenten!

re cowboy8

"Man sollte da schon genau formulieren. Im Artikel steht genau:

"Die Gesamtdokumentation [also das Gutachten darüber] der Plagiatsstellen umfasst rund 100 Seiten, und das macht das Ausmaß ihres Vorgehens deutlich.""

Wie Sie da mal richtig herausstellen, ist also das Gutachten nicht einfach nur eine Summe von schavanplag-Funden, sondern geht im Detail auf den Zusammenhang zwischen Diss. und Vorlagen ein.

Toll. Jahrzehnte nach Abgabe

Toll. Jahrzehnte nach Abgabe der Doktorarbeit fällt plötzlich jemandem auf, dass da was nicht stimmt. Spricht ja sehr für die Prüfer der Uni.

Und mit welchem Stolz das Erkennen einer "Fälschung" aus dem vorigen Jahrtausend auch noch zu Tage getragen wird. Frau Schavan soll abdanken, weil sie "kein Vorbild mehr sein kann". Also sind Menschen, die andere, die in ihrem Leben viel Gutes geleistet haben, in den Dreck ziehen, die besseren Vorbilder? Traurig.

Gleiche Interpretationsweise

"Schavan hat immer wieder so getan, als habe sie sich mit Primärliteratur, mit Denkern beschäftigt. Die Interpretation dieser Denker hat sie jedoch immer wieder aus anderer Literatur übernommen, ohne sie zu nennen."

Ich kenne zwar die Stellen nicht, an denen Fr. Schavan aus anderer Literatur abgekupfert haben soll aber nehmen wir mal folgendes an: Frau Schavan zitiert etwas unter korrekter Angabe der Quellen und interpretiert es dann in der selben Art und Weise wie es in einer dritten Literaturquelle getan wird, ohne diese Quelle jedoch zu kennen. In vielen Faellen gibt es dann nur wenige Moeglichkeiten, solch eine Interpretation fachkundlich auszudruecken so dass auch der Wortlaut der Interpretation aehnlich oder gar (fast) gleich zur dritten Quelle klingt. Eine Beweisfuehrung in der Mathematik muss im Falle einer einzigen eineindeutigen Loesung fuer ein Problem immer gleich sein, egal wieviele Personen den Beweis fuehren. Da kann man nicht einfach irgendwas anderes hinschreiben.

@witzlibitzli

Guttenberg hat nicht in Bamberg sondern Bayreuth und Schavan nicht mit summa cum laude, sondern mit magna cum laude promoviert. Beschäftigen Sie sich doch bitte etwas ausführlicher mit dem Thema, bevor Sie sich selber so bloßstellen. In dem Interview wurde doch deutlich gesagt, dass es praktisch nicht möglich war, Schavans Plagiat mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln zu identifizieren. Also was genau werfen Sie Schavans Prüfern denn vor?

Ein langer Rechtsstreit...

... könnte nicht nur für Schavan nach hinten losgehen - und das im Bundestagswahljahr.

Haben Schavan und ihre Parteifreunde eigentlich noch nie was vom Streisand-Effekt gehört?

Trotzdem noch eine Leistung...

Ich behaupte jetzt mal ganz frech, dass es mindestens 80% der Deutschen nicht schaffen würden, eine Doktorarbeit erfolgreich zu erstellen, auch wenn sie alle möglichen Plagiate ohne Zitat anbringen dürften. Insofern sollte man doch mal den Ball flach halten. Auch kann ich mir kaum vorstellen, dass es viele Doktorarbeiten gibt, die ein monatelanges Durchleuchten von "Berufsaktivisten" ohne Beanstandungen überstehen würden. Ich verstehe ja, dass alle Promovierten eisern den Ruf ihres Doktortitels verteidigen, mir scheint da aber auch ein bißchen Scheinheiligkeit im Spiel zu sein. Da es in Zeiten der unendlichen globalen Informationsvernetzung ziemlich unmöglich ist, das Rad neu zu erfinden, sollte man sich auch über realistischere Bestimmungen für die Anfertigung von Doktorarbeiten Gedanken machen.

Plagiat? Ein Beispiel

Hier das erste Beispiel eines gemäß schavanplag eindeutigen Plagiats:

Schavan:
"Durch die Gründung und Erhaltung von politischen Gemeinwesen schließlich schafft menschliches Handeln die Bedingungen für eine Kontinuität der Generationen und damit für Geschichte."

Angebliches Original:
"[...] das Handeln schließlich, soweit es der Gründung und Erhaltung politischer Gemeinwesen dient, schafft die Bedingungen für eine Kontinuität der Generationen, für Erinnerung und damit für Geschichte."

So, Kollegen, klingt ähnlich. ABER: Wer, der nicht vom Fach ist, kann sagen, ob das eine geistige Leistung ist oder ob das ein banaler Gedanke ist, auf den jeder kommen kann und den folglich auch jeder ähnlich formuliert? Möglicherweise gehört das auch zum allgemeinen Wissensschatz in dem Fachgebiet. Was weiß ich?

Der Punkt ist, man muss auch den Inhalt verstehen können, um eindeutig beurteilen zu können, ob es sich hierbei um ein Plagiat handelt. Der Gutachter der Uni Düsseldorf ist fachfremd.

Dieser Beitrag der Tagesschau ist vorbildlich

So sieht guter Journalismus aus. Statt emotional für die eine oder andere Sicht Partei zu ergreifen, interviewt die Tagesschau einen Experten, der sich mit dem Thema sowie der konkreten Arbeit befasst hat, und dazu kompetent Stellung beziehen kann.

Die Fragen von Eckart Aretz sind kritisch, so dass der Experte gerade auch auf die schwierigen Punkte eingehen muss und eingeht.

Dafür fünf Sterne! ;-)

@ MarcoScherer

Sie unterstellen, Frau Schavan habe "in ihrem Leben viel Gutes geleistet". Wären Sie wohl so freundlich, ein paar Beispiele zu nennen? Vielen Dank.

Verantwortlichkeit der Professoren

Im Verwaltungshandbuch der Uni "http://www.uni-erlangen.de/universitaet/organisation/verwaltung/zuv/verwaltungshandbuch/drittmittel/Merkblatt_Diplomarbeiten_und_Dissertationen.pdf"

ist zu lesen, dass "Die Betreuung von wissenschaftlichen Arbeiten ist originäre Aufgabe der Hochschule und Dienstaufgabe der an die Hochschule berufenen Professorinnen und Professoren (vgl. Art. 9 Abs. 3 Nr. 3 BayHSchLG)" Mit Rücksicht auf diese Verpflichtung ist es daher ausgeschlossen,
• diese Betreuung in Nebentätigkeit durchzuführen."

Neben dem finanziellen Vorteil, den Frau (noch) Dr.Schavan in den zurückliegenden Jahren durch den Dr. Titel erlangt hat, stellt sich doch auch noch die Frage: Welche Verantwortung -eben auch finanzieller Art- tragen die Professoren, die eine solche Arbeit abnehmen und dafür lt. Dienstvertrag vom Dienstherren stundenausgleich erhalten, welches letztendlich aus Steuermitteln finanziert wird.
Müssen die betroffenen Professoren nun auch Schadensersatz leisten ?

Schavan und Gewissen

Soso, über Gewissensbildung hat Frau Schavan also promoviert...

Wie wäre es, wenn sie jetzt in einer ehrlichen und regelkonformen Arbeit ihr eigenes Vorgehen unter Gesichtspunkten der Gewissensbeeinflussung und -verzerrung reflektieren und aufarbeiten würde?

Generell sollte immer wieder einmal das Gewissen von Verantwortungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf den Prüfstand kommen.

Was mich nachdenklich stimmt:

es fallen anscheinend fast nur Politiker der aktuellen Regierung über diese Plagiatsvorwürfe.

Gibt es in anderen Parteien weniger Doktoren, sind diese ehrlicher gewesen oder liegt es an den Fächern, in denen der Doktortitel erworben wurde??? (Naturwissenschaftler müssen mehr eigene Versuche machen und auswerten, sind also eher faktenbasiert und machen ein plagiat schwieriger. Unsere liebe Kanzlerin kann sich wohl entspannt zurücklehnen.)

Um einen schalen Beigeschmack zu vermeiden, sollten alle unsere Würdenträger mit Dr. Titel geprüft werden. Die Idee mit der zentralen Prüfungsstelle für Doktor- Arbeiten finde ich super. Eine anonyme Prüfung ohne persönlichen Bezug wäre wohl die einzige Möglichkeit, den Doktortitel wieder als zu rehabilitieren

...ich frage mich, wieviele

...ich frage mich, wieviele der hier Kommentierenden sich die Mühe gemacht haben, tatsächlich die beanstandeten Stellen zu lesen. Es handelt sich nämlich fast durchweg um Primärquellen, deren Zusammenfassung, in eigene Worte umformuliert, oder deren Zitatangaben aus der Sekundärliteratur übernommen wurden, nicht aber um komplette deutende Absätze (anders als bei Herrn G.).
Es sind also nicht die ERGEBNISSE anderer, die Frau Schavan als ihre eigenen angab, sondern die Darstellung der Forschungsgeschichte, der Interpretationsgrundlagen, bei der klar unzureichend zitiert wurde. Aber der Grad wird für "eigene wissenschaftliche Leistung", also für die Interpretation verliehen, und - soweit ich sehe - wird in diesem Bereich nichts Wesentliches bemängelt.
Ich kenne tatsächlich nicht den Zitierbrauch der pädagogischen Forschung in den 1970er Jahren (der nicht dem Lehrbuch entsprechen muss); CDU-Freund bin ich nicht - aber ich fürchte, hier wird aus politischen Gründen einer Frau Unrecht getan.

Wer den Sumpf nicht trockenlegen will ...

... muss die Frösche fragen.
Warum sich tagesschau.de ausgerechnet Herrn Priv. Doz. Dr. Stefan Weber als "Plagiatsexper-ten" zum Interview ausgesucht hat, ist nicht zu verstehen. Da hätte man genauso gut einen Akti-visten vom schavanplag selbst zum Gespräch bitten können.
Herr Weber betreibt nämlich das gleiche Geschäft, allerdings in Österreich - vergleiche zum Bei-spiel Wikipedia unter:
"xxx://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Weber_(Medienwissenschaftler)"
Weber ist nicht nur Plagiatsjäger, sondern sozusagen auch "Kopfgeldjäger", das heißt, er nimmt von Dritten Aufträge entgegen, bei ihm vom Auftraggeber benannten Personen Plagiate zu fin-den. So ließ er sich von den österreichischen Grünen beauftragen, beim damaligen konservativen Wirtschaftsminister Johannes Hahn nach Plagiaten zu suchen. Er scheiterte damit jedoch - trotz mehrerer Anläufe.
Man kann sich fragen, warum ausgerechnet eine Person dieses Schlages von tagesschau.de als Experte präsentiert 2wird.

@HelmesOne77: wenn Du mir die Bemerkung erlaubst...

... Frau Schavan befasst sich in ihrer Arbeit rein abstrakt mit Ethik und Gewissen. Und, so muss man hinzufügen, sie hat den Text darüber ja auch zu einem grossen Teil gar nicht selbst verfasst.

@hans_im_glueck

"
"Dass dabei manchmal gleiche "Wortgebilde" herauskommen, die aber wissentlich nicht abgeschrieben wurden"

Glauben Sie wirklich was Sie da schreiben?
"

Für Geisteswissenschaften kann ich da nicht mitreden, aber bei meiner Dissertation ist das ähnlich gewesen. Im Rahmen der 4 jährigen Diskussionen auf Fachkongressen und des Bewegens innerhalb der Primärliteratur habe ich mir automatisch und unbewusst auch einen Grossteil fremder Formulierungen quasi als Wortschatz ageeignet- insbesondere da ich auf Englisch geschrieben habe.

Bei meiner Doktorarbeit wurde ich übrigens nie instruiert, wie ein richtiges Zitieren zu erfolgen hätte.

Zum Glück besteht die Leistung bei mir als Chemiker im experimentellen Teil der Arbeit und der Beschreibung und Analyse dieses Parts im Vergleich zum Stand der Technik- Plagiieren (auch unbewusst) ist so kaum im relevanten Umfang möglich. Aber korrekt zitiert habe ich garantiert nicht immer- ich weiss ja noch nicht einmal wie das wirklich ginge...

@GeMe

"Frau Schavan hat nich per "Copy and Paste" gearbeitet, sondern immer zumindest ein klein wenig umformuliert und von daher geschickter gearbeitet als Herr zu Guttenberg.
"

Nein, sie hat so gearbeitet wie es üblich (Stand der Technik) war. Ich habe es in Referaten etc. damals in den 80ern / frühen 90ern genauso gemacht. Computer und CopyPaste gab es damals noch nicht. Geschrieben wurde per Hand und Schreibmaschine...

Moment mal...

...da sitzt eine Bundespolitikerin gutbetucht im Amt und Würden, weil sie seit 1975 politisch katholisch in der CDU gezielt Parteikarriere machte. Mag sein, daß ein Doktorgrad für eine politische Karriere nicht zwingend nötig war - doch hilfreich war das allemal. Schon als Kultusministerin im eher damals CDU-konservativen Baden-Württenberg, und später freilich auch innerhalb der CDU-dominierten Regierung.

Ja, es mag sein, daß Frau Schavan bisher gute Arbeit leistete - aber das gilt auch für den kriminellen XYZ, der als "unechter" Arzt auch gute Arbeit leistete - bis er enttarnt wurde und nun für viele Jahre im Gefängnis sitzt.

Um Mißverständnissen gleich vozubeugen - natürlich ist betrügerische Anmaßung fachlicher Qualifikationen zum eigenen Vorteil immer strafbar und strafrechtlich zu ahnden, um die Rechtsstaatlichkeit zu wahren - aber nur dann, wenn der Fall von vornherein klar ist. Das aber ist schwierig bei politischen Amts- und Würdenträgern - weil da andere Geseze gelten...

@Verantwortlichkeit der Professoren - 21:20 — Euro-Made

Ich danke für Ihren Beitrag, dessen Inhalt ich nur zu genau aus dem Leben erfahren habe.
Die ben.-Professoren sind vom Schadenersatz nur bei grob fahrlässigem Verstoß gegen diese bezahlten Leistungen oder Vortäuschen dieser Leistung (ich zit Sie:"Mit Rücksicht auf diese Verpflichtung ist es daher ausgeschlossen,
• diese Betreuung in Nebentätigkeit durchzuführen."Neben dem finanziellen Vorteil, den Frau (noch) Dr.Schavan in den zurückliegenden Jahren durch den Dr. Titel erlangt hat, stellt sich doch auch noch die Frage: Welche Verantwortung -eben auch finanzieller Art- tragen die Professoren, die eine solche Arbeit abnehmen und dafür lt. Dienstvertrag vom Dienstherren stundenausgleich erhalten, welches letztendlich aus Steuermitteln finanziert wird.
Müssen die betroffenen Professoren nun auch Schadensersatz leisten ? "<
N-Tätigkeit ja-nein ist schwer beweisbar.
Behauptet werden darf, dass sie allemal für die Beschädigung des Amtes und der Person prozessual sich zu verantworten haben!

@myBrainhurts

"Es wäre doch sicherlich interessant gegenzurechnen wie hoch der "geldwerte Vorteil" mit Doktor-Titel in all diesen Jahren war. "

Wohl nicht so wirklich hoch- ich wusste bis zur Diskussion um die Aberkennung ja noch nichtmal was davon.

Bei Geisteswissenschaftlern ist die Doktorarbeit überwiegend brotlose Kunst, daher äussert sich das nicht wirklich im Gehalt (zumindest in D- da gibt es Studien)- bei Naturwissenschaftlern ist das anders...

Der Doktor-Titel bringt bares Geld - jeden Monat

Ich habe mal irgendwo gelesen (sorry, die Quelle weiß ich nicht mehr, könnte aber nachgeforscht werden), dass ein Doktor-Titel im Schnitt über EUR 4.000,- monatlich im Gehalt mehr bringen soll.... Wie gesagt: nicht EUR 4.000,- im Monat, sondern 4.000,- zusätzlich oben drauf. Im Durchschnitt.

Gesetzt den Fall es würde stimmen (traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast!), dann ist die Versuchung schon verlockend groß, beim Beschaffen eines Titels mehr oder weniger hartnäckig nach zu helfen. Von der gesellschaftlichen Anerkennung noch gar keine Rede.

Das kann ich verstehen.

Ein Bekannter von mir hat so einen Dr.-Titel. Er fährt ein altes, klappriges Auto, aber es ist faszinierend zu sehen, welche Türen aufgehen, wenn "Herr Doktor" beim Vorstand einer großen Firma um einem Termin bittet! Da musste ich einige Male anerkennend staunen!

re skywalker

"Bei meiner Doktorarbeit wurde ich übrigens nie instruiert, wie ein richtiges Zitieren zu erfolgen hätte."

Dazu wird man eigentlich auch nicht für die Dissertation instruiert - das lernt man im Proseminar im 1./2. Semester.

Jedenfalls zu meiner Zeit ...

cowboy8

Sie haben die Problematik des Plagiats ganz offensichtlich immer noch nicht erkannt. Hier geht es nicht um die Umformulierung, sondern darum, dass Schavan aus Sekundärquellen abgeschrieben, aber gleichzeitig nur die Primärquellen angegeben hat. Damit hat sie zwangsläufig bei den Prüfungsgutachtern den Eindruck erweckt, dass es Ihre eigene Leistung war, diese Primärquellen zusammenzutragen und daraus entsprechende Schlüsse zu ziehen (wenn es sich um Allgemeinwissen handeln würde, würde sie nicht die Primärquellen angeben und die Sekundärquelle unterschlagen!). Faktisch hat sie in dem Punkt aber sich selber nur die Leistung eines Anderen, nämlich dem Autor der Sekundärquelle, angeeignet und als ihre eigene Leistung verkauft. Ein solches Vorgehen kann man übrigens auch als Fachfremder erkennen und beurteilen.

re Skywalker

Ich kenne den Effekt, dass man sich Texte, als eigenen Wortschatz aneignet. Vor allem, wenn man viel mit der sog. Primärliteratur zu tun hat.

Dennoch, oder gerade deshalb, darf einem nicht der Fehler passieren, diese Texte in einer eigenen Arbeit, als eigene Gedanken auszugeben; weder vorsätzlich, noch fahrlässig.

Es ist meiner Meinung nach kein großer Aufwand, darauf hinzuweisen, dass diese und jene Stelle, oder gar ein gesamter Abschnitt von externer Literatur entstammen.

Die sollte beim allgemeinen Erklärbär-Blabla (den jeder hasst, der aber dennoch wichtig ist) so sein.

Und es sollte vor allem beim entscheidenden Wissenschaftlichen Teil, der die EIGENE Erkenntnis darlegen soll, so sein.

.

Auch schlampiges und faules Arbeiten ist schlechtes Arbeiten und einer wissenschaftlichen Arbeit nicht würdig... vor allem keiner Diss, oder Habil.

20:36 — cowboy8

Sie schreiben u.a: "Mangelnde Erfahrung damit könnte aber auch wieder für Nachlässigkeit sprechen und weniger für Vorsatz."

>> Das glauben Sie doch hoffentlich selbst nicht angesichts einer erkennnar angestrebten und konsequent durchgezogenen politischen Karriere von Frau Schavan?! Weil früher mal galt: Wenn ich es geschafft habe, kann mir keiner mehr was. Dumm nur, daß sich heute der Wind gedreht hat und man nun die Qualifikationen von "angeblichen" Führungskräften durchleuchtet und hinterfragt. Und siehe da - von Guttenberg, Hohlmeier (die Strauss-Tochter), Koch-Mehrin, Chatzimakakis, und nun Frau Schavan. Alles politische Karrieristen. Bezeichnenderweise sind keine Sozis oder Grüne dabei. Auch keine dunkelroten. Und auch Frau Merkel ist bisher unbeleckt - die Grundlagen ihrer Promotion sind sis heute unbekannt. Wer kann auch russische Studuenunterlagen ermitteln oder gar bewerten? Wielleicht der Kremel? Au waia...

Und nun satteln Sie Ihr Pferd. lieber @Cowboy...

Eine lächerliche Diskussion

Entschuldigung bitte aber in meinen Augen ist diese Diskussion einfach nur lächerlich! Nach über 30 Jahren kramt irgend so ein chronisch unterbeschäftigter eine Doktorarbeit aus und entdeckt darin ein paar Fehler und darum wird der Titel nach über 30 Jahren aberkannt weil wir ja ach so "richtig" sein müssen. Richtig wäre es die Universität zu bestrafen die scheinbar zu keiner Zeit diese Arbeit überprüft hatte und den akademischen Grad einfach so verliehen hat! Wenn der Titel aber tatsächlich nach der Klage die folgen wird aberkannt werden sollte würde ich doch bitte alle Universitäten deutschlandweit dazu zwingen die Doktorarbeiten der vergangenen 50 Jahre auf ihre Korrektheit zu überprüfen denn ich möchte in einem Land leben in dem kein Unterschied zwischen "Medienwirksam" und "Normalbürger" gemacht wird. Diese Geschichte ist leider eine Farce, eine ziemlich schlechte noch dazu und lächerlich. Spitzt eure Heuschaufeln und tränkt die Ölfackeln nach ... der Mob wird bald weiterziehen.

Schachmatt !

Annette Schavan ist im Ausland und kann sich nicht verteidigen , brillianter Schachzug , allerdings unfair!
Die Universität Düsseldorf sollte die Doktorarbeiten von allen Menschen die von ihnen einen Doktortitel erhalten haben überprüfen lassen.
Denn es ist jawohl anzunehmen , dass während der letzten 30 Jahre bei anderen Doktortiteln genauso schlampig durchgesehen wurde wie bei Frau Schavan.
Sonst ist das Urteil ungerecht , diese Uni hat sich selbst disqualifiziert.

@Skywalker

Bei meiner Doktorarbeit wurde ich übrigens nie instruiert, wie ein richtiges Zitieren zu erfolgen hätte.

Das ist ja auch ein bisschen spät. In der Schule oder spätestens im Grundstudium sollte man es aber schon gelernt haben.

Darstellung: