
Ihre Meinung zu Suche nach unbekannten Arten: Fünf Wochen auf Expedition im Atlantik
5.000 Meter unter dem Meeresspiegel leben Tiere, die noch nie ein Mensch gesehen hat. Wissenschaftler des Senckenberg-Instituts haben diesen bedrohten Lebensraum jetzt untersucht - mit überraschenden Erkenntnissen. Von S. Kristan.
Die Motivation -
"Er will die Lebewesen untersuchen, bevor sie ausgestorben sind." finde ich ausgesprochen fragwürdig.
Denn der Sinn des Daseins dieser Tiere ist es doch nicht, dass Menschen sie kennenlernen und dann ihr zerstörerisches Wirken fortsetzen.
"Tiere, die noch nie ein Mensch gesehen hat"
Eigentlich wünsche ich den Tieren, dass sie noch nie einen Menschen und seine Werkzeuge gesehen und gespürt haben und dies auch nicht werden.
Das Entnehmen aus den Tiefen mit ihren Druckverhältnissen bedeutet m.E. der sichere Tod.
Ich fühle mich an die Geschichte vom letzten Dodo (Dronte) auf Mauritius erinnert. https://www.hoerspielundfeature.de/wurfsendungs-serie-die-letzten-100.h…
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Über den Satz bin ich auch gestolpert, aber gehe davon aus, dass diese Interpretation so nicht hervorgerufen werden sollte.
Es gibt leider Gründe, nur Tierarten zu schützen, die man kennt, bzw. dessen Impact absehbar sind. Daher ist Forschung Teil vom Naturschutz
@Aurora 18:28
| "Es gibt leider Gründe, nur Tierarten zu schützen, die man kennt, bzw. dessen Impact absehbar sind. Daher ist Forschung Teil vom Naturschutz"|
Obwohl Sie keinen dieser Gründe nenne, finde ich diese Sichtweise unakzeptabel. Denn:
erstens steht es den Menschen nicht zu, darüber zu urteilen, welches Lebewesen wertvoll ist und
zweitens haben wir Menschen schon zu oft bewiesen, dass wir gar nicht dazu in der Lage sind, die Komplexität der Natur und ihrer Systeme zu durchschauen.
Diese menschliche Hybris geht mir so was von gegen den Strich.
Fast wünsche ich mir, dass die Anhalter-Triologie von D. Adams stimmt: Es sind die Menschen, die von den Mäusen in Experimenten gehalten werden... bevor die Erde einer intergalaktischen Umgehungsstraße weichen muss.
Können Sie ja „unakzeptabel“ finden. Dass Menschen nur um das und diejenigen sorgen, das/den sie kennen, ist menschlich. Muss man nicht gut finden. Ist aber Fakt
wenn man ein Tier nicht kennt oder ne Pflanze
kann man sich auch keine Vorwürfe machen wenn die ausstirbt
bestenfalls was für nen Archäologen
Fakt ist vor allem, dass Sie ganz geflissentlich über mein "zweitens" hinweggehen. "zweitens haben wir Menschen schon zu oft bewiesen, dass wir gar nicht dazu in der Lage sind, die Komplexität der Natur und ihrer Systeme zu durchschauen."
Da können Sie noch so heftig und argumentfrei mit vorgeblichen Fakten um sich schlagen, die auch nur eine Meinung sind.
Hier wird versucht, die Natur zu untersuchen, um sie besser schützen zu können.
Vielleicht sollten Sie sich ein anderes Feindbild suchen. Beispielsweise Firmen und Politik, die Natur ausbeutet und zerstört
"Hier wird versucht, die Natur zu untersuchen, um sie besser schützen zu können."
Die Ambitionen von "Entdeckern" sehe ich etwas ambivalenter. Die Polarforscher, die die letzten unbekannten Flecken der Oberfläche entdecken würden sich bestimmt auch als naturverbunden betrachten. Es waren wie bei der Nord-Ost Passage aber teils militärische Unternehmungen, bei dem es am Ende um Expansion, Kontrolle über die Natur und die Projektion Macht gegenüber anderen ging.
Das der Ozean in seinen Tiefen noch weitgehend unerforscht ist und eine Weile auch noch bleiben wird, ist für die Menschheit in gewisser Weise eine Demütigung.
➢ Es gibt leider Gründe, nur Tierarten zu schützen, die man kennt, bzw. dessen Impact absehbar sind. Daher ist Forschung Teil vom Naturschutz.
➢➢ Obwohl Sie keinen dieser Gründe nenne, finde ich diese Sichtweise unakzeptabel. Denn: …
Es ist aber tatsächlich so, dass Menschen besonders die Tierarten schützen, die sie gut kennen, und die ein «positives Image» haben.
Elefanten, Delphine, Pinguine, schöne Vögel, niedliche Nagetiere. In den Zoos sind es diese «Sympathie-Tiere», die viele Besucher anziehen. In Köln sind es die Elefanten im Elefantenpark.
So was ist wichtig, um schon kleinen Kindern die Bedeutung von Ökosystemen, die Abhängigkeiten von Tierarten im Zusammenleben zu vermitteln, auf dass sie aufmerksam und achtsam aufwachsen mögen.
Für Tiere und für die Natur im Allgemeinen.
"erstens steht es den Menschen nicht zu, darüber zu urteilen, welches Lebewesen wertvoll ist"
Naja, man könnte es auch so betrachten das sich der Mensch seines negativen Einflusses bewusst ist und diesen für so unausweichlich hält, das es nur noch darum geht für welche Tierart man sich besondere Mühe gibt, deren Bestand zu sichern.
Ich glaube nicht, dass es derzeit auf ein paar tausend für die Wissenschaft und den Menschen mehr oder weniger getöteter Tiere ankommt.
In Versuchslaboren wurden 2023 in Deutschland 671.958 zu wissenschaftlichen Zwecken getötet, die Zahl zu wissenschaftlichen Zwecken gezüchtet und getöteter Tiere, die aber nicht für solche Zwecke verwendet wurden, belief sich auf 1.373.173 Tiere. (Quelle: Deutsches Zentrum zum Schutz von Versuchstieren, eine Einrichtung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft).
Die Mission im Atlantik bringt wahrscheinlich was, wenn man den Nutzen vielleicht noch nicht genau kennt, wissen wollen wir sammeln, dann gucken wir, was damit anzufangen ist.
@Radio 19:04
| "Ich glaube nicht, dass es derzeit auf ein paar tausend für die Wissenschaft und den Menschen mehr oder weniger getöteter Tiere ankommt." |
Da es sich um einen extremen Lebensraum handelt, dürfte die Anzahl an dort existierenden Lebewesen um einiges geringer sein. Und es wird ja auch davon geschrieben, dass das Pflügen oft wiederholt wird.
Das Pflügen der kommerziell Handelnden kommt ja auch noch oben drauf.
Im Übrigen finde ich, dass der Versuch der Rechtfertigung "hier wird viel mehr "geopfert" eher als Argument dafür taugt, beides zu lassen.
Dort wird nicht „kommerziell gepflügt“
"Die Bezeichnung Grundschleppnetz verweist auf Einsatzgebiet und Zielfischarten:am Meeresgrund lebende Grundfische, Krabben und Muscheln. Seit einigen Jahren auch Tiefseefische....Bei der Grundschleppnetzfischerei ziehen Fischkutter riesige, mit großen Metallplatten, schweren Stahlseilen oder sogenannten Baumkurren beschwerte trichterförmige Netze über den Meeresboden. Zusätzlich sind seitliche Scherbretter aus Holz oder Stahl angebracht. Dadurch wird ein noch größerer Bereich umgepflügt..." Q: https://www.stiftung-meeresschutz.org/themen/fischerei/grundschleppnetz…
Grundschleppnetze werden in diesem Gebiet nicht kommerziell eingesetzt. Artikel bitte nochmal lesen
Angesichts der kommerziellen Tiefseefischerei, der Erdöl- und Gasförderung aus dem Meer, der Nutzung des Meeres als Transportweg, der Unmengen Plastik und sonstigen Eintrags aus Industrie und Haushalten, ist das, was die Meeresforschung an Problemen verursacht, vernachlässigbar. Ansonsten haben wir es, ob in der Wirtschaft oder bei Tierversuchen, mit Abwägungsprozessen (Nutzen vs. Schaden) in engen Grenzen zu tun. Hier setzen sich, wie in aller Regel überall, die Interessen der Wirtschaft und der direkt Handelnden durch. Es ganz zu lassen, das wird so schnell nicht geschehen. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass vorher die Welt zugrunde geht. Kann höchstens durch eine sinnvolle Planwirtschaft und eine kommunistische Gesellschaft mit ethisch hohen Ansprüchen und entsprechender Regierungsform verhindert werden. Davon sind wir noch sehr weit weg.
Zu Ihrem ersten Satz verweise ich auf meinen Letzten im Beitrag von 19:29
Mein Beitrag war eine Antwort auf den von Ihnen von 19:29. Der Schlitten der Forschungsexpedition dürften relativ wenig Schaden am Meeresboden verursachen. Es handelt sich um ein etwa 4m X 1,20 m langes Teil aus Leichtmetall (Aluminium?) und einem flachen Boden mit nach oben abgerundeter Front als eine Art Bug, ohne Seitenteile. Der Schlitten wird über den Grund gezogen, die aufgewirbelten Organismen gelangen in Netze, die sich in dieser Art offener länglicher Kiste mit flachem Boden, fest verbaut, befinden. Der Meeresboden wird nicht durchpflügt, gar kein vergleich mit schon angesprochenen kommerziellen Tätigkeiten. Und dann dauert diese Expedition auch nur 5 Wochen.
Das noch: außerdem setze ich ihrem letzten Satz von 19:29 entgegen, dass wir "beides" und vieles andere nicht lassen können. Das sehen wir ja. Zu fordern, was sein zu lassen, hat oft wenig Erfolg, kann man schon bei Kindern beobachten, nehmen manchmal Dinge auseinander, heulen hinterher, weil sie die nicht mehr zusammenkriegen, aber am nächsten Tag machen sie genauso weiter. Die Erwachsenen sind nicht unbedingt schlauer. Warten wir auf neue Menschen und eine neue Welt, würde ich sagen.
… die in diesem Gebiet nicht kommerziell in Einsatz sind. Lesen Sie den Artikel einfach mal unaufgeregt.
Dieses Kommentar war an Questia gerichtet.
➢ Das Entnehmen aus den Tiefen mit ihren Druckverhältnissen bedeutet m.E. der sichere Tod.
Das muss nicht so sein.
Im größten und besten Meerwasser-Aquarium auf Okinawa Island machen sie das auch so. Sie entnehmen Lebewesen aus der Tiefsee (nicht aus 5.000 m Tiefe, aber aus bis zu 500 m). Mit allmählicher, sehr langsamer, Wassedruck-Verminderung in Tanks gewöhnen sich die Tiere an den geringeren Druck.
Sie wohnen im Aquarium dann im 4. Untergeschoss bei sehr wenig Licht (bläulich-lilafarben). Als Besucher Mensch muss man einige Minuten in Dunkelheit verweilen, bis sich die Augen auf Nachtsehen anpassen. Sonst sieht man nichts, schon gar nicht die Viecher.
Bis hinunter in den Bereich Tiefsee steigt man hinab in die Meereswelt. Es beginnt am Korallenriff, dann durchquert man die große Halle mit dem Becken für die Walhaie, und dem Overhead Tunnel für die Mantas.
Alles sehr beeindruckend.
>>Das Entnehmen aus den Tiefen mit ihren Druckverhältnissen bedeutet m.E. der sichere Tod.<<
also ein Fall für den Pathologen !