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Ihre Meinung zu Neues Forschungsprojekt: Literatur als Türöffner der Neuen Rechten

Lesekreise, Rezensionen und eine eigene Buchmesse: Die Neue Rechte hat die Literatur für sich entdeckt, um ihre Ideologien in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Das zeigt auch ein neues Forschungsprojekt. Von N. Daiber und E. Deutscher.

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114 Kommentare

Kommentare

werner1955

die Literatur für sich entdeckt? Die "behaupten, dass wir uns gegenwärtig in der Bundesrepublik Deutschland in einer Diktatur befänden" 

Ok. Bisher war es so das "abgehängte" keine Bücher lesen. 


Binmal gespanmnt was die Litraten über die Wahlausagen vor der Wahl und den Maßnahmen danach schreiben werden.  Mein persönliche Urteil  ist ungefähr: "Keiner hat vor eine Mauer zu bauen" 

 

 

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TeddyWestside

Was heißt denn "abgehängte"? 

Ich glaub, Sie haben keine Ahnung wovon Sie reden. Bitte überzeugen Sie mich vom Gegenteil. 

 

Kristallin

Abgehängte Menschen befinden sich eigentlich in prekären Lebenssituationen, einen Menschen ohne Obdach auf der Straße lebend, Suchtproblematik würde ich als gesellschaftlich abgehängt bezeichnen. 

Wer sich jedoch ohne jegliche prekäre Lebenslage als "abgehängt" bezeichnet, hat gar nicht verstanden, welche Menschen das wirklich betrifft. 

TeddyWestside

Ich seh das ja auch so. Werner würde jemand wie Jörg Fauser sicher als "abgehängt" bezeichnen, unterstellt ihm aber kein Buch gelesen zu haben. 

Aber vielleicht liege ich da auch falsch, manchmal bin ich zu vorschnell usw.

Falls ich jemand vorverurteile oder falsch einschätze, bitte ich um Rückmeldung. Ich bin ja grundsätzlich friedlich :-)

 

P.S. Stimmt, ich hatte Signal mit Threema verwechselt, aber geändert das nichts (D.h. Threema wär eigentlich noch sicherer gewesen, aber egal)

 

TeddyWestside

Das Ding ist: Literatur (Kunst im allgemeinen) ist normalerweise offen für Interpretation. 

Wenn Sie einen Film wie Bunuels Der diskrete Charme der Bourgeoisie schauen, ist der natürlich auch politisch. Aber Sie können trotzdem reininterpretieren, was Sie wollen. 

 

Wenn jetzt Kubitschek und co. behaupten, wir werden seit 80 Jahren von Meinungsdiktatoren beherrscht, ist das schon krass an sich. Aber wir können ja darüber diskutieren. 

Nun, wenn es nach denen geht, gibt es da aber nix zu diskutieren. Die stellen das jetzt einfach fest. Und schwuppdiwupp wird auch Ray Bradbury aus den Regalen verschwinden, denn, Sie müssen verstehen, da könnte man etwas linkes reininterpretieren.

 

R A D I O

Ein Poem ist das nicht gerade, was Sie da erwarten. Und von einem Roman oder einer Novelle erwarte ich mehr Handlung und Perspektiven, da kann auch ein Charakter mit von der Partie sein, der über viele Seiten hinter seinem Glück rennt, das sich irgendwann zu ihm umdreht und spricht, "nur wenn Du ein guter Mensch wirst, nichts gegen meine Freundin aus dem Süden, aus dem Ausland hast, und ihr Bruder Deinen Job übernehmen darf, ohne dass Du gleich aggressiv wirst, und raus aus Deutschland rufst." 

werner1955

lso ich hatte nie vor mit meien Beitrag etwas zu „Erschaffen“
Beschreibung der Realität, Ursachen und möglich Lösungen sind mein Ziel. 

TeddyWestside

Oh man, ich hab echt langsam keine Lust mehr. Ich hab letztes Wochenende stundenlang mit einem Freund über Kubitschek und diese ganze Clique diskutiert, aber ich komm da einfach nicht mehr durch. Keine Möglichkeit den zu erreichen, kein Common ground wenn es darum geht. 

Am Ende kriegt man dann zu hören blablabla aber Habeck. 

Ist mir doch s-egal, ob und wann Habeck jemand wegen Beleidigung angezeigt hat, wenn ich davon rede, dass wir gerade von allen Seiten von Faschisten umzingelt werden. 

Aber ok, ich versuch mich nicht aufzuregen, auch wenn gerade Kristi Noem vor buchstäblichen Konzentrationslagern in El Salvador posiert als ob sie ein tiktok video dreht.

Dann kommt paar Tage später dieser 451-Quatsch im Radio. Und Yale Professor Jason Stanley flieht nach Kanada. Kriegt hier noch jemand was mit?

 

Lucinda_in_tenebris

Die Faschisten haben durchaus einige Schriftsteller hervorgebracht, die zumindest einen respektablen Rang erhielten, z.B. D'Anunzio oder Gottfried Benn. Der letztere distanzierte sich alllerdings recht schnell vom Nationalsozialismus, als ihm dämmerte, das der Nationalsozialismus im Kern dem Geist feindlich gegenüberstehen. Ähnlich auch Heidegger.

Also es spricht im Grunde nichts gegen das neue literarische Bedürfnis der Proto-Faschisten, jedenfalls solange keine Verhetzung oder andere Starfdelikte damit verbunden sind. Denn es ist ein Fakt, dass Faschismus und insbesondere der Nationalsozialismus auf dünnen theoretischen Boden stand bzw steht, im Gegensatz zum Marxismus oder auch Leninismus.  

Durchaus möglich also, dass der ein oder andere Radikale sich auf dem Weg der Literatur entradikalisiert.

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TeddyWestside

"Die Faschisten haben durchaus einige Schriftsteller hervorgebracht"

Das ist wahr. Gottfried Benn hätte ich da jetzt nicht unbedingt mitgerechnet. Aber ich kenn von dem auch nur Sachen aus dem WK1 etwa.

Daran können Sie aber auch gut erkennen, dass es denen nicht darum geht, welche politische Richtung Autoren haben. 

Oder darum dass irgendwer hier unterdrückt wird.

 

Lucinda_in_tenebris

Ich denke, dass es durchaus notwendig geworden ist (wenn es auch zu bedauern ist) die radikalen Strömungen von Stalinismus über Proto- und Neo-Faschismus bis hin zum Nationalsozialismus genauer zu analysieren und entsprechend auch zu differenzieren. Der italienische Faschismus ist ja etwas früher als der deutsche Nationalsozialismus und war eher noch verbunden mit Kunstströmungen wie etwa dem Futurismus.  Benn gehörte sicherlich zu jenen, die  von den "neuen Ideen" fasziniert war, bis er irgendwann begreifen musste, dass er selbst  zum Opfer dieser Denkweise werden würde. (Ich möchte da auch nur entfernt an eine bekannte Parteipolitikerin erinnern, die bislang noch ein konträres Leben zur eigenen Weltanschauung führen kann).

 

TeddyWestside

"genauer zu analysieren und entsprechend auch zu differenzieren"

 

Da bin ich dabei. 

Was mir nicht in den Kopf geht: da wird einerseits den sog. "linksgrünen" eine Meinungsdiktatur unterstellt und vor Dingen wie Debanking und Brain Drain Angst gemacht, sobald man was von Oligarchie sagt. 

Gleichzeitig wird aber nichts dagegen gesagt, wenn diese Dinge tatsächlich passieren. Debanking bei Filmemacherin Gaby Weber z.B. Brain Drain bei Jason Stanley, der ironischerweise muss man sagen, sich als Professor einer US-Elite Uni mit dem Thema auskennen sollte, über das er jeden Tag Vorträge hält. 

 

marvin

Ach, wissen Sie...
Der große Philosoph Forest Gump hat mal gesagt: "Dumm ist der, der Dummes tut."
Und ich sage: Faschist ist der, der Fascho-Dinge tut. 
Wenn im "Kampf gegen Rechts" der Zweck die Mittel heiligt, dann ist er eben dort.

TeddyWestside

"Dumm ist der, der Dummes tut."

 

Das sind tatsächlich weise Worte. Ich kenne niemand, der etwas anderes behaupten würde. 

 

D. Hume

Kubitscheks zweiter Arm sozusagen. Interessant.

▪ Betonung der Intellektualität

▪ Distanzierung von offensichtlichem Rechtsextremismus, aber Chiffren und Andeutungen nutzen: "Aufgeblättert. Zugeschlagen - Neue Rechte lesen." sowie Buchmesse am 09.11.

▪ Opferrolle & Märtyrer-Narrativ

▪ Anbiederung an den bürgerlichen Konservatismus, um extrem rechte Positionen gesellschaftsfähig zu machen

usw.

Die logische Fortführung der Selbstverharmlosungsstrategie. Dazu kommen die Onlinemultiplikatoren der sozialen Netzwerke.

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TeddyWestside

Es ist einfach viel zu krass.

Ich bitte alle hier mal, sich mit der sogenannten "deutschen Physik" zu beschäftigen. 

Die Analogie ist praktisch 1:1. 

 

D. Hume

Durchaus. Nur halt Literatur betreffend. Was ich aufgrund der Massentauglichkeit für gefährlicher halte.

TeddyWestside

Ja, es ist brandgefährlich, um zum Thema zurückzukehren. 

Kubitschek stellt die freiwillige Feuerwehr

 

Mendeleev

Tja, ich habe auch nicht schlecht gestaunt damals in unserer Gruppenbibliothek: :-) 

In einem Artikel im ehrwürdigen "Journal of Mathematical Physics" hat ein Deutscher (so richtig mit "von" und "zu") Einsteins Lichtbeugung durch die Gravitation der Sonne alternativ durch die Beugung in einer inhomogenen Sonnen-Corona erklären wollen (anstatt richtigerweise durch die Allgemeine Relativitätstheorie)  :-) 

TeddyWestside

Ich bin ja schon fast dankbar, dass Sie hier wenigstens mal einlenken. 

 

natootan

DAs ist doch schön, wenn auch Rechte belesener werden. Ihre Angst, man würde Bücher verbieten, ist dabei etwas übertrieben. Wir verbannen Ausdrücke, die vor 10 Jahren völlig ok waren, die uns jetzt als linke Gesellschaft aber jetzt nicht mehr gefallen.  Und gendern hier und dort irgendwelche Inhalte bis zur Unlesbarkeit. Aber ansonsten ist noch alles im Lot.

Tino Winkler

Dank der Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland kann jeder klar denkende Mensch rechtsradikale Literatur erkennen.

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natootan

Und da ist der erste, der Rechts und Rechtsradikal synonym verwendet. Die Meinungsmache funktioniert.

D. Hume

Aus der Infobox:

"Neue Rechte

Der Begriff Neue Rechte beschreibt eine uneinheitliche, rechtsgerichtete politische Strömung in verschiedenen Staaten. Sie ist intellektuell ausgerichtet und sucht Querverbindungen ins konservative Spektrum. Einige Gruppierungen der Neuen Rechten wollen einen völkischen Nationalismus modernisieren. Politikwissenschaftler weisen der Neuen Rechten eine Scharnierfunktion zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus zu. Dabei würden Gegensätze zwischen demokratischem Konservatismus und antidemokratischem Rechtsextremismus relativiert und Gemeinsamkeiten überbetont."

Da der Artikel explizit über diese "Scharniere" berichtet, liegt Tino da richtig.

falsa demonstratio

"Und da ist der erste, der Rechts und Rechtsradikal synonym verwendet. Die Meinungsmache funktioniert."

Wollen Sie behaupten, die "Neue Rechte" sei nicht rechtsextrem?

Tino Winkler

Was verstehen Sie denn unter „Meinungsmache“? Sie verstehen das Prinzip der Meinungs- und Pressefreiheit nicht, gut das Sie sich hier öffnen.

TeddyWestside

Die haben ja Fahrenheit 451 nicht zufällig gewählt. Hier wird ganz klar versucht, eben diese Meinungsfreiheit abzuschaffen. 

Jetzt können Sie sich Ihre Literatur aussuchen, das stimmt. Also warum wollen Kubitschek usw also die Unis "zurückerobern"?

Wie kann es sein, dass wir in einer Meinungsdiktatur leben, er aber meinen kann was er will? Es ergibt keinen Sinn.


 

gelassenbleiben

Ich halte die sog. Neue Rechte für Pseudointellektuelle. Wären sie intellektuell und intelligent, dann wären sie nicht rechtsradikal

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D. Hume

Ein Trugschluß. Gegenbeweis: Project2025 aus den USA. Das wurde sorgsam vorbereitet und in die Gesellschaft implementiert, indem die ehemals Konservativen untergraben und man sich an sie angebiedert hat. Das ist exakt Kubitscheks Strategie. Die Neue Rechte agiert international. Dumm sind diese Menschen nicht. Unterschätzen Sie nicht die Feinde der Demokratie.

Lucinda_in_tenebris

Haben sie gerade das Project 2025 als Beispiel eines literarischen Werks genannt?

Ich lach mir ein Loch in die Socke.  Das ist wirklich sehr amüsant und gleichsam entlarvend.

D. Hume

"Haben sie gerade das Project 2025 als Beispiel eines literarischen Werks genannt?"

Nein. Wie kommen Sie darauf? Ich habe dem Foristen "gelassenbleiben" geantwortet, dass Rechtsradikale auch intelligent sein können. Ihre Interpretation meiner Antwort kann ich nicht im Ansatz nachvollziehen.

Lucinda_in_tenebris

Der Begriff Intellektuell rekuriert ja auf einen Umgang mit Literatur, meint im Grunde eine Belesenheit. Tatsächlich ist die Belesenheit und der korekte Umgang mit literaturwissenschaftlichen Methoden nicht gerade ein typisches Merkmal von Rechtsradikalen. Radikalität meint ja gerade, dass notwendige Differenzierungen unterbleiben und durch den Glauben an den "gesunden Menschenverstand" ersetzt wird, der just immer der eigenen Nation und politischen Gesinnung zugebilligt wird.

Intelligenz und Intellektuallität sind darüber hinaus zwei unterschiedliche Begriffe, denn  trotz hoher Intelligenz (Fähigkeit) kann eine selbstbestimmte Förderung durch die lesende Erweiterung des Horizonts unterbleiben (Fertigkeit).

Also gibt es intelligente Rechtsradikale? Mag sein, was die Sache eher traurig macht. Gibt es radikale Intellektuelle? Nein, das ist ein Gegensatz.  Göbels hatte ein Dr. in Philosophie, seine Propaganda kann dennoch nicht als intellektuelle Leistung betrachtet werden.

TeddyWestside

"Intelligenz und Intellektuallität sind darüber hinaus zwei unterschiedliche Begriffe, denn  trotz hoher Intelligenz (Fähigkeit) kann eine selbstbestimmte Förderung durch die lesende Erweiterung des Horizonts unterbleiben (Fertigkeit)."

 

Ja, richtig. 

Aber diskutieren wir hier über IQs oder über faschistoide Bestrebungen unser (imperfektes) Hochschulsystem zu hijacken?

Sorry, wenn ich etwas aggro wirke, aber ich hab den Eindruck ich schreie immer lauter Alarm! und werde immer weniger gehört. 

 

D. Hume

Ihre Unterscheidung zwischen Intelligenz und Intellektualität ist durchaus nachvollziehbar, aber sie beruht auf einer sehr spezifischen Definition von Intellektualität. Wenn Sie den Begriff ausschließlich als belesenes und differenziertes Denken im literaturwissenschaftlichen Sinne verstehen, dann mag Ihre Schlussfolgerung stimmen.

Allerdings gibt es auch eine breitere Auffassung von Intellektualität, die nicht nur auf den Umgang mit Literatur beschränkt ist, sondern allgemein die Fähigkeit zu analytischem und strategischem Denken umfasst. In diesem Sinne kann auch eine radikale Ideologie intellektuelle Vertreter haben – nicht im Sinne einer moralischen oder wissenschaftlichen Qualität ihrer Argumente, sondern hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur theoretischen Systematisierung und Einflussnahme.

Goebbels‘ Propaganda beispielsweise war zweifellos manipulativ und perfide, aber sie war auch durchdacht und wirksam – was zumindest analytisches Geschick erfordert.

Mendeleev

Es gibt rechte Intellektuelle, wie es auch linke Intellektuelle gibt - war schon immer so ..

vaihingerxx

mal zur Definition 

Ein Intellektueller ist eine Person, die meist in wissenschaftlichen, künstlerischen, philosophischen oder literarischen Bereichen tätig ist, in ihrem Feld anerkannte Kompetenzen (darunter meist ein Hochschulabschluss) erworben hat und in öffentlichen Debatten eine kritische oder affirmative Position bezieht. Intellektuelle sind nicht zwangsläufig an eine bestimmte politische, ideologische oder moralische Position gebunden

 

und wenn für sie ein Rechtsradikaler (linksradikaler ?) nicht intelligent sein kann dann sollten sie mal darüber nachdenken

gelassenbleiben

Ich habe darüber nachgedacht. Rechtsextremes und rassistisches Gedankengut ist schlicht unlogisch und falsch. Menschen, die das vertreten sind weder intelligent noch intellektuell

Bauhinia

Ich fürchte Fähigkeiten wie gutes Gedächtnis, Auffassungsgabe, analytisches und abstraktes Denken sind nicht an Maßstäbe zum menschlichen Verhalten gebunden. 

Mendeleev

"Fahrenheit 451" ist eigentlich ein dystopischer Science-Fiction Roman - so wie "Schöne Neue Welt" von Huxley ...und völlig "unpolitisch" eigentlich .. 

Sehr lehrreich für alle Zeitgenossen ist auch: "Die heimlichen Freuden der Zukunft" aus dem Jahr 1969 von Frederik Pohl ... mit diesem Roman hat Pohl das Smartphone erfunden ... Jahrzehnte vor Steve Jobs (der den Roman sicherlich kannte ..) :-)

Die besagten Schilderungen in den obigen Werken von Pohl und Huxley bilden m.E. sehr gut die heutige Gesellschaft ab ...

 

Es ist sehr schade dass die Sci-Fi Literatur in den 1990ern in einer Flut von wenig inspirierenden Fantasy Romanen regelrecht ertränkt wurde ... :-( 

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TeddyWestside

Es ist wirklich nicht zu fassen mit Ihnen. 

Haben Sie schonmal Huxley gelesen? Bradbury? Orwell? 

Oder schmeißen Sie jetzt nur mit Namen um sich, und begraben die "Sci-Fi" Literatur in den 1990ern?

Na wenn Huxley ja gut die heutige Gesellschaft beschreibt, dann hoffe ich Sie haben Ihr Soma schon genommen, sonst gibts Ärger 

 

Mendeleev

Sie werden lachen: tatsächlich bin ich ein grosser Kenner der Science-Fiction, es gibt wohl kaum einen Autor seit den 1940ern den ich nicht kenne und gelesen habe ...(undzwar oft und gerne im englischen Original, darunter auch "Fahrenheit 451" ...)

 

David Brin war einer der letzten dieser "Goldenen Ära" leider  um 1990  - (sein Roman "Practice Effect" über die Umkehrung der Entropie ist sehr inspirierend..) -  danach war das Genre am Ende und alle wollten nur noch über Hexen, Zauberer und Elfen lesen ... :-( 

TeddyWestside

Ich rede immer gern über Entropie (als Thomas Pynchon Fan u.a)

Aber hier geht es um etwas anderes. 

Und was soll ich sagen, wenn die Tasse erstmal zerbrochen ist, dann wars das. Ich jedenfalls glaube nicht, dass die Umkehrung von Entropie möglich ist, wie schön das auch in der Vorstellung sein kann.

 

 

 

Mendeleev

Natürlich ist das nicht möglich, genausowenig wie man den Ablauf der Zeit umkehren kann. 

 

Brin ist Physiker. Aber es macht Spass einmal das Gedankenexperiment zu wagen, dass es eben DOCH möglich wäre ... 

Mendeleev

Was für mich am bemerkenswertesten war in diesem Roman war die Gesellschaftskritik an den  Medien, der Konsumgesellschaft und der Unterhaltungsbranche sowie die reichlich deprimierende Haltung zum Thema Fortpflanzung und Zwischenmenschlichem ... vielleicht lesen Sie den Roman nochmal mit anderen Augen ... :-) 

TeddyWestside

Ja, ok, ich les es mir gern nochmal durch. Ist ja überschaubar.

Der Punkt ist: analog zur Politik leben wir auch intellektuell zurzeit nicht in einer Diktatur. Dass sehen Sie daran, dass hier jemand mit nem Benutzernamen der an Hitlers Russlandfeldzug angelehnt ist, behaupten kann Polen wollten Ostdeutschland erobern.

 

Tino Winkler

Sie bemühen hier Infos aus früheren Zeiten um irgendwelche Dinge zu rechtfertigen?

Mendeleev

Helfen Sie mir mal: wovon reden Sie?

Erstens rechtfertige ich garnichts, ausserdem ist auch das was 50 Jahre her ist gewissermassen immer noch Teil der Gegenwart ... 

EWG2

Im Herbst plant Dagen eine eigene Buchmesse in Halle (Saale). Unter dem Namen "Seitenwechsel" soll die Messe ausgerechnet am 9. November stattfinden - dem Gedenktag an die Reichspogromnacht.

“Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid” 

Henryk M. Broder, als Antwort auf die turnusmäßig am Tag der Wiederkehr der Reichsprogromnacht vom 9. November 1938 vom Mainstream gestellte Frage, wie es soweit kommen konnte.

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artist22

Ausgerechnet Broder der Frau Knobloch verklagt hat. (Jüdin wie er). Man kann diese Pseudorechten (in Wirklichkeit rechtsradikal ) leicht erkennen.

Meine KI verwendet u.a. diese Begriffsliste zur Erkennung: https://taz.de/Rechte-Codes-und-Chiffren/!6078463/

EWG2

Verklagt?

Henryk Broder steht, in Gegensatz zu ihr, in der Tradition der freiheitlichen Demokratien. Mag den Diskurs, scharfe Debatten. Ganz anders as der deutsche Mainstream.

TeddyWestside

Was Broder scheinbar nicht schnallt: wie schnell der Quatsch, mit dem er selbst seit Jahrzehnten hausieren geht, ihm heute um die Ohren hauen kann. 

Ich sage scheinbar, denn ich muss mich natürlich auch selbst ständig hinterfragen. Mir ist klar, dass er nicht grundsätzlich feindlich gegenüber anderen Religionen ist. Mir ist auch klar, dass er nicht doof ist. 

Aber was wenn jetzt plötzlich Volvo-Fahren verboten wird?

Das ist es nämlich nicht, verdammt! Bei uns ist praktisch nichts grundsätzlich verboten, außer Gewalt, Hass und gesellschaftlich schädlichem Verhalten. 

Also, warum will man uns verbieten, ohne Verbote zu leben? Und warum wollen das so viele? Das sind doch die Fragen, die man sich hier stellen muss.

 

Vector-cal.45

Schön, wenn Menschen Bücher lesen. Lesen bildet und regt die Phantasie an.

Eine Binse.

Oder ist Lesen nun etwa auch rechts?

Sonst wurde doch so gerne auf dem angeblich niedrigeren Bildungsstand der Rechten herum geritten.

Aber lesen sollen sie auch nicht? Was denn nun?

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D. Hume

Der Bildungsstand der Verführer ist gut. Mit Verführer meine ich nicht unbedingt die rechtsextremen Politiker, wie Ihren verehrten Herrn Höcke, sondern die Intelligenzija im Hintergrund. Also nicht die Abziehbilder in den Parlamenten. Die sind nämlich austauschbar bei zu krassen Fehltritten. Die Ideologie dahinter ist das langsam, aber zuverlässig wirkende Gift.

TeddyWestside

Ich kenne wortwörtlich niemanden, der Rechten pauschal Dummheit oder einen „niedrigen Bildungsstand“ unterstellt, es sei denn Ihre Definition von „rechts“ beschränkt sich ausschließlich auf Baseballschläger-schwingende Skinheads in den 90ern.


 

Ganz im Gegenteil kommen mir heutzutage Rechte immer häufiger mit Argumenten wie „niemand hat so viele Doktortitel im Bundestag wie die AfD“ und „Kevin Kühnert hat keinen akademischen Titel“.


 

Also worum geht es hier?

Questia

@cal-45 19:13

Ja lesen bildet. Und lesen besteht nicht nur aus dem Entziffern von Buchstaben, sondern auch aus dem Verständnis des Textes, der gelesen wird.

Denn dann kann dem Artikel entnommen werden, dass es nicht darum geht, dass die Menschen nicht lesen sollen oder dass lesen an sich rechts ist, sondern darum, was geschrieben wird.

Es geht um die Menschen, die das rechtsextreme Geschriebene lesen, eventuell nicht genug Bildung haben, um die rechtsextremen Schriften zu erkennen - in ihren Ausmaßen, Absichten und Gefahren.

 

Tino Winkler

Lesen bildet, ist also niemals rechts, Menschen die moralisch, ethisch und demokratisch denken und handeln, können aber rechtes Gedankengut beim lesen erkennen.

Anderes1961

Warum so weit weggucken, wenn das Problem direkt vor der Haustür liegt? Das, was Kubitschek mit Literatur bezwecken will, machen unsere Medien doch freiwillig, allen voran der ÖRR. Kubitschek braucht die Literatur gar nicht, denn die Normalisierung rechtsextremistischer und rassistischer Inhalte findet schon längst auf breiter Ebene statt: In den Diskussionsrunden der ÖRR. Illner, Maischberger, Lanz und Klamroth lassen - oftmals sogar ohne Widerspruch - immer wieder die AfD ihre rassistische Ideologie live in die in die Köpfe der Menschen aus der bürgerlichen Mitte hämmern.

Mit Erfolg, wie man sieht. Da wird dann über Migrationsprobleme diskutiert, obwohl wir gar kein Migrationsproblem haben. Da wird zu jeder Messerattacke von Menschen anderer Herkunft gleich ein Brennpunkt gesendet, während Messerattacken von Deutschen nicht mal gemeldet werden und von Sicherheitsproblem gefaselt, obwohl dieses Land seit 1993 noch nie so sicher war wie jetzt. 

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gelassenbleiben

Sie haben in allem recht!

Grossinquisitor

Die Sendungen im ÖRR greifen doch nur die Debatten auf, die in der Gesellschaft geführt werden. Das zeigt sich auch darin, dass diese Themen ein Garant für hohe Einschaltquoten sind. 

Anderes1961

Falsch. Die Debatten werden geführt, weil AfDler ihre Themen in die Mikrofone blöken, während sie sich in Talkshows in den Sesseln fläzen. Es wird über Probleme diskutiert, die wir gar nicht haben, nämlich das angebliche Migrationsproblem, was völliger Blödsinn ist, wenn man sich die Statistiken anschaut und das von mir schon angesprochene Sicherheitsproblem, daß es gar nicht gibt. Die Themen setzen die Rassisten. Das ist das Kernproblem. Die Medien fahren drauf ab, reiben sich die Hände und schlagen alle Warnungen von Fachleuten in den Wind und laden Rassisten ins Fernsehen ein. Bringt Einschaltquoten.

Da muß Kubitschek gar nichts machen. Nur lächeln und zusehen, wie andere seinen Job erledigen. Ganz freiwillig.

Und schreibt man an die Medien, um das zu kritisieren, wird man auch noch angelogen. Da kriegt man dann zur Antwort, man müsse das machen, wegen der Ausgewogenheit. Nein, muß man nicht. Wer in die Sendung kommt, entscheidet ganz alleine die Redaktion.

gelassenbleiben

Falsch, der ÖRR ist Teil der Debatte und treibt die Debatte

Dass es die Moderatorinnen und Moderatoren der zahlreichen TV-Debatten in ARD, @ZDF usw. zur Bundestagswahl nicht geschafft haben, Zukunftsthemen wie Klima, Energiewende, Bildung,
Mieten, Verkehr, KI angemessen und ausgewogen Aufmerksamkeit zu geben, ist wirklich ein Tiefpunkt deutscher Fernsehgeschichte.

Oder auch der Fakt, dass die Medien absoluten Unsinn diskutieren lassen, zB Robert Pausch: „Dass wir einen Wahlkampf erlebt haben, in dem man einfach so tun konnte, als hätte der Staat kein Finanzierungsproblem und anderthalb Wochen später werden Sondervermögen von rund einer BILLION diskutiert, ist übrigens auch ein brutales Versagen des politischen Journalismus.“

proehi

Sie haben in Ihrer Beschreibung der Situation recht. Trotzdem erkenne ich die Zwickmühle, in der sich der ÖRR befindet. Er muß gesellschaftliche Strömungen und Aktivitäten möglichst ausgewogen abbilden und wird dadurch auch zum Transporteur neuer, leider auch rechter Entwicklungen. Das müssen wir ertragen können, wenn wir nicht diese „Meinungsdiktatur“ sein wollen, wie die Rechte uns vorwirft, das wir es wären. Es liegt an uns, zu erkennen, wer da „plötzlich“ rechte Forderungen aufstellt und dafür um unsere Zustimmung buhlt. Ich erwarte im ÖRR, dass zu den nun solongfähigen rechten Positionen immer auch Gegenpositionen angeboten werden und Entwicklungen sichtbar werden.

Trotzdem geht natürlich alles, auch der ÖRR besser.  Der Artikel scheint mir anlässlich der Buchmesse genau die Aufklärung bieten zu wollen, die uns in die Lage versetzen kann, zu verstehen, was im Hintergrund passiert, damit irgendwann auch rechte Literatur im ÖRR mehr Beachtung finden wird.

Anderes1961

Nein, es gibt eine Zwickmühle. Man kann über Rassisten berichten, ohne zuzulassen , daß die in Livesendungen eingeladen werden, mit grottenschlechten Moderatoren, die dann behaupten, man wolle die Rassisten "argumentativ stellen." Das ist ein Witz.

Menschen, die sich verhalten wie Sektierer - und das tun AfDler nachweislich - können Sie nicht argumentativ stellen. Denen ist nämlich jedes Argument egal.

Die werden nur eingeladen wegen der Quoten, weil sich Menschen gerne gruseln und das gucken. Ja, die Medien sollen (in den Gesetzen steht sollen, nicht müssen; aus gutem Grund) ausgewogen berichten. Das geht aber ohne Live-Gefasel, z.B. mit Dokus und Reportagen. Dafür gibt es ja gute Beispiele. Und Nein, die ÖRR müssen keine Rassisten in ihre Sendungen einladen. Niemand zwingt sie. Wer kommt, entscheidet ganz alleine die Redaktion.

Wozu braucht dann ein Götz Kubitschek noch die Literatur? Die Arbeit kann er sich sparen. 

gelassenbleiben

Die rechten warnen vor angeblichen Verboten, während Faschisten wie Trump Verbote erlassen. Beispiel aus Handmaid‘s Tales: Republikaner wollen Kurzhaarfrisur für Mädchen unter Strafe stellen. https://www.spiegel.de/panorama/bildung/arkansas-republikaner-wollen-ku…

Auch Sprachverbote Da finden sich die Benennungen einfacher Sachverhalte wie "Klimakrise", "Chancengleichheit", "Gleichwertigkeit" oder "geschlechtsspezifisch" neben solchen, bei deren bloßem Vorkommen einem Redneck offenbar die Cowboyhutschnur platzt. Für "Identität", "Rassismus", "LGBTQ+" oder "nichtbinär" gilt: aus den Lehrmitteln, aus dem Sinn. https://www.derstandard.at/story/3000000261164/wie-donald-trump-und-co-…

Man muss schon in den Gründungsdokumenten der Totalitarismuskritik blättern, um auf Vergleichbares zu stoßen. Das ist Orwells 1984 

pasmal

Wieso Literatur als Einstiegsprjekt für Rechte? So wie man hier immer diese Rechte darstellt, sind das doch, im Gegensatz zu den so viel intelligenteren Linken, alle nur gefährliche Schläger, die für Literatur keinen Sinn haben und höchstens ein paar Landserhefte lesen. 

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gelassenbleiben

sind das doch, im Gegensatz zu den so viel intelligenteren Linken, alle nur gefährliche Schläger, die für Literatur keinen Sinn haben und höchstens ein paar Landserhefte lesen. 

stimmt auch, die pseudointellektuelle rechte Literatur dient nur zum Füllen der Bücherregale

Mendeleev

Was kann man gegen "rechte Intellektuelle" eigentlich einwenden?

 

Jede Zeit, jede politische Strömung hat auch ihre passenden Philosophen...

 

In Vichy-Frankreich gab es nicht wenige rechte französische Intellektuelle die allen ernstes von einem Europa unter deutscher Führung träumten und schwärmten ...es dauerte aber noch zwei Generationen bis sich ihr Wunsch mehr oder weniger erfüllte (obwohl sie das natürlich etwas anders gemeint hatten) :-) 

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Lucinda_in_tenebris

Das Problem ist, dass es gerade die "rechten Intellektuelle" sind, die oft objektiv geltende Arbeitsmethoden nicht berücksichtigen. Z.B. wenn überhaupt, dubiöse Quellen nutzen und  bewusst auf sie aufbauen. Hier ist zum Beispiel die russische Fälschung der "Weisen von Zion" zu nennen.  Deutlich gehören in dieser Aufzählung auch Werke von Holocaust-Leugnern.  Werden dann solche Schriften zurecht als Hetzschriften verboten, dann ist das Geschreie groß, dass von Zensur und Unterdrückung spricht.  Es bleibt aber dabei: Quellen sind zu nennen und im richtigen Kontext zu zitieren.  

mispel

Das Problem ist, dass es gerade die "rechten Intellektuelle" sind, die oft objektiv geltende Arbeitsmethoden nicht berücksichtigen

Äh das gilt doch auch für "linke Intellektuelle".

gelassenbleiben

haben Sie Beispiele?

gelassenbleiben

Was kann man gegen "rechte Intellektuelle" eigentlich einwenden?

Das gibt es nicht, höchstens in Ausnahmen

Von den drei Eigenschaften: Intelligent, integer und rechtsradikal/rassistisch kann jeder Menschen höchstens zwei haben

Mendeleev

Puhh ... ("Stirn abwisch") .. noch mal Glück gehabt: 

 

Ich bin nämlich intelligent UND integer ... :-) also bin ich safe ... 

gelassenbleiben

per Definition können Sie das nicht objektiv beurteilen

TeddyWestside

Ja, in Vichy-Frankreich war das so. Wir sehen, wie sich das entwickelt hat.

Ich wünsche niemandem einen Urlaub in Südfrankreich mit Klaus Barbie.

 

Mendeleev

Klaus ? Ich dachte, der hiess Ken ...