Ein Mann sitzt in Frankfurt am Main auf einem Sessel und unterhält sich mit seiner Psychotherapeutin

Ihre Meinung zu Psychotherapie: Kasse machen mit Kassensitzen?

Wer in Deutschland eine Psychotherapie machen will, muss oft mit langen Wartezeiten rechnen. Dabei gibt es eigentlich genug Therapeuten. Die allerdings müssen für einen Kassensitz viel Geld bezahlen. Von Anne-Katrin Eutin.

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121 Kommentare

Kommentare

Kritikunerwünscht

Ich denke, dies ist ein schwieriges Thema - und es hat zwei Seiten. Psychotherapeuten arbeiten mit unterschiedlichen Ansätze, verschiedenen Methoden. Ohne genaue Kontrolle würden in Deutschland vermutlich ähnlich viele Praxen entstehen, wie in den USA. Und sie hätten den großen Vorteil, ihre Honorare nicht von den Patienten oder wenigen Kassen einfordern zu müssen, sondern hätten einen einzigen Selbstbedienungsladen. Die Kassen müssten zahlen, die Beiträge für alle Kassenmitglieder würden noch mehr steigen und dies für vermutlich oftmals fragwürdige Behandlungen. Und gerade bei der Psyche ist es wichtig, dass hohes Wissen vorhanden ist. Ansonsten geht ein psychisch labiler Mensch zum Psychiater, der ohne Fachwissen falsch behandelt und als Ergebnis einen psychisch kranken Menschen hinterläßt - verniedlicht ausgedrückt.

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ich1961

//Ansonsten geht ein psychisch labiler Mensch zum Psychiater, der ohne Fachwissen falsch behandelt und als Ergebnis einen psychisch kranken Menschen hinterläßt - verniedlicht ausgedrückt.//

Verniedlicht ist da nichts - Ihr Kommentar ist eher vollkommen daneben.

Wie kommen Sie darauf, das Psychiater kein Fachwissen haben?

**Ein Psychiater hat Medizin studiert und anschließend eine Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie absolviert.  ...

Psychiater und Psychologen sind Experten der seelischen Gesundheit. Beide dürfen mit einer entsprechenden Weiterbildung als Psychotherapeuten arbeiten und Menschen mit psychischen Problemen behandeln. Doch ihr akademischer Werdegang und ihre Befugnisse unterscheiden sich.  ....**

https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/psyche-wohlbef….

 

Zweispruch

Ihr Beitrag offenbart eine erschreckende Unkenntnis. Ein Psychiater ist ein Arzt mit einem Zusatzstudium Psychiatrie und oft auch Neurologie. Ein Psychiater verschreibt Medikamente, macht aber keine Psychotherapie. Psychotherapie ist ein sehr langwierige, dennoch nicht medizinische Ausbildung und Psychotherapeuten dürfen keine Medikamente verschreiben. 

Aktuell sind die Verfahren Psychoanalytik, Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie von den Kassen unterstützt. 

Rachel1984

Nach jahrelanger Suche nach einem Therapieplatz kann ich Ihnen versichern, dass es diese "fragwürdigen Therapien" auch bei uns und trotz Kontrollen, zu Hauf gibt. Leider. Da hilft anscheinend auch keine Kontrolle. 

teachers voice

Hier könnte die FDP sich mal wirklich mit ihrem „marktliberalen“ Ansatz profilieren.

Oder handelt es sich hierbei doch eher um einen „klientelorientierten“ Ansatz?

 

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ich1961

Ich tippe auf letzteres.

Horizont

Vielleicht eher Kassensitze handeln als Bitcoin? Ich fürchte auf die Idee sind schon andere vor mir gekommen.

teachers voice

Es kann und darf nicht sein, dass qualifizierten Ärzten und Therapeuten eine Kassenzulassung aus „quantitativen“ Gründen verwehrt wird. 

Vor allem ist es völlig widersinnig, dass ausgerechnet die zahlenden Kassen darüber  wachen sollen, dass nur ja keine Konkurrenz zwischen medizinischen Anbietern aufkommt.  Gerade sie müssten ja - wenn das System richtig entworfen wäre - ein Interesse daran haben, dass möglichst viele Anbieter auf den „Markt“ kommen. 

 

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Erich78

Ist nicht so. Für die Zulassung sind die Kassenärztlichen Vereinigungen zuständig. Davon hat m.W. jedes Bundesland eine. Die setzen sich aus Ärzten, medizinischen Versorgungszentren, Therapeuten etc. zusammen- nicht aus den Kassen selbst. Bei den Entscheidungen die da auch was Platzzahlen und Vergaberichtlinien getroffen werden, stelle ich mir diese Vereinigung leider immer als ein Treffen alter graubärtiger Männer mit Vorstellungen aus den 70ern vor. 

Carlos12

"Gerade sie müssten ja - wenn das System richtig entworfen wäre - ein Interesse daran haben, dass möglichst viele Anbieter auf den „Markt“ kommen. "

Ich vermute, die Beschränkung der Anbieter ist eine Methode, um die Kosten zu deckeln. Und natürlich soll die Verteilung der Ärzte gesteuert werden, damit sich nicht alle in den Innenstädten großer Städte ballen und der ländliche Raum unversorgt bleibt.

teachers voice

Es wird aber wohl auch Sie nicht überraschen, dass dies nicht nur so überhaupt nicht funktioniert, sondern im Gegenteil oft sogar exakt gegenteilige Folgen hat. 

 

Malefiz

Ja, bis man einen Termin bei einem Psychologen bekommt kann bis zu einem halben Jahr rum gehen. Auch bei Fachärzten muß man oftmals lange Wartezeiten mit einer Vorsorgeuntersuchung in Kauf nehmen. Manchmal könnte gerade meinen, daß nur noch abkassiert wird.

Und manchmal hört man auch, daß wenn jemand Hilfe braucht, er aber einen Termin nicht zeitnah bekommt, und sich sein Zustand verschlechtert und sogar zu einem Notfall kommen muß, dann von Psychologen oder Fachärzten solche Sätze fallen:

" Warum sind sie nicht früher zu uns gekommen?" , dann frage ich mich, was läuft in unserem Gesundheitswesen schief?

Carlos12

Wir haben hier ein planwirtschaftliches System. Die Krankenkassen habe ein Budget für Psychotherapeutische Behandlungen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) definieren wiederum auf welche und wie viele Kassenärzte dieses Budget verteilt werden soll. D.h., die KVs haben die Aufgabe Pfründe zu verteilen.

Ist es da überraschend, dass sich da ein Markt für Kassensitze bildet und Mauscheleien üblich sind.

Andererseits ist es verständlich, dass es sich ein solches System gebildet hat. Bei über 200 Krankenkassen und Abertausenden von Kassenärzten ist es einfacher wenn es Organe gibt, die fachspezifische Kassenärzte definieren, die für alle Krankenkassen tätig sind. Es wäre ein Albtraum, wenn man vor jeder Arztwahl herausfinden müssten, ob der Arzt auch für die eigene Krankenkasse tätig ist.

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Stotterfritz

Die Krankenkasse zahlt die Behandlung für die einzelnen Patienten. Ob diese Anzahl der Patienten von X Ärzten oder von X+1000 Ärzten behandelt werden, ist dabei völlig egal. Es könnte für die Krankenkasse sogar billiger sein, weil Krankheiten durch mehr Ärzte schneller erkannt werden und die Ärzte rechtzeitig schneller Gegenmaßnehmen einleiten können. Wie viele teure Operationen und Therapien könnten dadurch eingespart werden?

Mustafa Schulz-Gülen

Zu wenig Psychotherapie? Vielleicht wären preisgünstige Angebote mit Telemedizin hier eine gute Lösung. Es gibt doch so viele do it yourself Videos. 

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Erich78

Gibt es auch, es gibt sogar Online Psychotherapie, bei der Viele wohl sehr gute Erfahrungen machen. Nur tata zahlen das die meisten Kassen nicht und man braucht Glück, dass genau meine gesetzliche Krankenkasse eben dieses Angebot übernimmt. 

Stotterfritz

Ein Psychotherapeut muss sich den Patienten in Natura komplett anschauen. An dessen Verhalten, anhand dessen Körpersprache kann er in Zusammenhang mit dem Gesagten eine Diagnose stellen und eine passende Therapie anbieten. Er muss den Patienten im Ganzen studieren und dazu braucht er auch genügend Zeit. Alles Andere ist nur Pfusch.

Rachel1984

Gibt es. Aber in der Psychotherapie halte ich das für nicht wirklich angebracht 

Erich78

Hier wird plakativ an einer Einzelperson ein Beispiel konstruiert, dass allerdings nicht so eindimensional ist! Es geht nämlich bei Weitem nicht nur um die Praxis, Kassenplätze an den meistbietenden zu verschachert, sodass im Bericht die armen Therapeuten in die Opferrolle geschoben werden.

Das Problem sind nämlich oft genau die Therapeuten selbst und die Vergaberegelungen der KV. Kassenplätze sind anhand der Einwohnerzahlen berechnet. Da liegt das erste Problem, die Kriterien sind absolut nicht mehr zeitgemäß, wenn man den Bedarf an Therapieplätzen von heute, mit denen vor 30 Jahren vergleicht. Weiterhin ist es jedem kassenzugelassenen Therapeuten erlaubt, so viele Privatpatienten wie gewollt aufzunehmen, was aber zum Verhältnis der Berechnung der Einwohner nie hinkommt und somit die Privatpatienten quasi den Kassenpatienten die Plätze wegnehmen. Weiterhin kann ein Therapeut der einen vollen Kassenplatz hat, auch mal auf 70% reduzieren, den ganze Platz behält er aber. 

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Carlos12

Interessante Zusatzinformationen.

Stotterfritz

Dass dieses System nicht funktioniert, kann jeder an den Wartezeiten ablesen. Stellen Sie sich vor, Sie melden sich beim Bäcker an und dieser sagt Ihnen, dass Sie Ihre Brötchen in einem halben Jahr abholen können. Was würde Sie ihm sagen?

Mustafa Schulz-Gülen

Vielleicht auch ein nachdenkenswerter Ansatz für die medizinische Versorgung: mehr Markt, weniger Reglementierung und Kontingentierung. 

jiha

Während sich bei den Patienten die Krankheit so richtig schön verfestigt, dürfen die Therapeuten nicht arbeiten. Warum sollte man das anders lösen? Am Ende könnten die Patienten ja noch wieder arbeiten gehen...

 

Stotterfritz

Meine Tochter ist Psychotherapeutin. Sie möchte sich gern selbständig machen. Aber eine Kassenzulassung kann sie sich nicht leisten. Vielen Therapeuten und Ärzten geht es ebenso. Wofür und an wen sollen sie so viel Geld zahlen? Sie bekommen nur ein Papier mit dem Aufdruck "Kassenzulassung". Deutschland hat einen massiven Ärztemangel und den Gesundheitsminister interessiert das überhaupt nicht. Dieses Abzock-System wäre das Erste, was er beseitigen müsste. Wenn jemand in der Gemeinde ein Gewerbe anmeldet, dann zahlt er eine geringfügige Bearbeitungsgebühr und dann hat er seinen Gewerbeschein. Ein angehender Arzt und Therapeut wird erst mal von einem völlig unsinnigen System ausgebeutet. Das Geld fehlt ihm dann für die Einrichtung der Praxis und die Computer-Soft- und -Hardware und für Arzthelferinnen. Es ist höchste Zeit, den Gesundheitsminister dafür in den Arsch zu treten, damit er diese Ausbeutung abschafft. Die Patienten würden es ihm danken.

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ich1961

Das hat aber nicht Herr Lauterbach zu verantworten!

Aber den "Arschtritt" bekommt er?

Der hat leider viel zu viel mit vielen anderen Baustellen zu tun, die seine VorgängerInnen hinterlassen haben.

Und nun wohl auch keine Zeit/Gelegenheit mehr, noch viel zu reißen!

 

ich1961

Ich muss mich korrigieren - Herr Lauterbach ist doch verantwortlich.

**Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Gesetz über die Berufe des Psychologischen Psychotherapeuten und des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (Psychotherapeutengesetz - PsychThG). Verfügbar unter: https://www.gesetze-im-internet.de/psychthg_2020/BJNR160410019.html [11.07.2022]. 

Bundespsychotherapeutenkammer. Muster-Weiterbildungsordnung Psychotherapeut*innen in der Fassung der Beschlüsse des 38. Deutschen Psychotherapeutentages in Berlin am 24. April 2021. https://www.bptk.de/wp-content/uploads/2022/05/Muster-Weiterbildungsord… [11.07.2022]

Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. Psychiater, Psychologe, Psychotherapeut, Neurologe – was ist der Unterschied? Verfügbar unter: https://dgbs.de/bipolare-stoerung/fuer-betroffene/unterscheidung-psychi… [11.07.2022].**

 

Stotterfritz

Ich muss noch dazu sagen, dass meine Tochter die Zusatzausbildung vom Psychologen zum Psychotherapeuten vollständig zu 100% aus eigener Tasche bezahlen musste. Da gibt es kein Bafög oder sonst eine staatliche Zuwendung. Nicht einmal Bürgergeld stand ihr zu, weil sie ja in der Ausbildung und nicht arbeitslos war. Somit steht sie schlechter da als jeder Empfänger von staatlicher Stütze, der zu Hause hockt und den Tag mit Nichtstun verbringt. Und jetzt verlangt die Kassenvereinigung noch horrende Summen für die Kassenzulassung. Das ist ein perfides Abzock.System zu Lasten einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung.

Es geht Aufwärts

Danke für die Informationen, das wusste ich so vorher nicht. Wer geht denn jetzt dagegen vor ???  Und wie bekommen wir also mehr Therapieplätze statt dann auch noch immer weitere Beitragserhöhungen ? Wer überwacht eigentlich wie viele Mitarbeiter eine Krankenkasse benötigt ?  Termin für ein MRT als Kassenpatient in 3 Monaten. Als Selbstzahler beim gleichen Radiologen "Können Sie am Dienstag um 11:00 ?".   Beitragserhöhungen für 5 Jahre verbieten und das System stärker kontrollieren. Warum muss eine "Orthese" (zur Stützung des Kniegelenkes, wenige Plastikteile) 600 Euro kosten ??

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draufguckerin

Genau diese Fragen stelle ich mir auch und vermutlich jeder,  der bei Verstand ist.  

Ärzte, die Termine überwiegend an Privatpatienten vergeben, sollten nicht auf Kosten von uns Kassenpatienten mitschwimmen. Selbstverständlich kann man eine Privatpraxis betreiben, wenn man die Entgelt-Sätze der Kassen zu gering findet. Aber jede Praxis, die nicht mindestens  2/3 Kassenpatienten behandelt, sollte ihre kassenärztliche Zulassung zurückgeben.  

Es geht Aufwärts

Systeme bei denen wir eh immer zahlen müssen (z.B. Krankenkassenbeitrag von der Lohnsteuer) entziehen sich offensichtlich einer gesunden Reglementierung und dem Zwang Geld einzusparen ...  

oooohhhh

Leider , reiht sich Ihr Beitrag in die lange Reihe der Fehlinformationen über die Ursachen und Zusammenhänge der Krise unseres Gesundheitssystems beginnend im Jahre 1993 ein, der Budegtierung.

Es ist sehr schade, das Sie,  also leider auch die TS, nicht verstehen wollen, dass es am Ende sogar Ihre eigene Gesundheit, die Ihrer Angehörigen trifft.

Sie werfen Ihre Fakten in falsche Zusammenhänge oder missinterpretieren sie bewusst.

Es gibt in Deutschland sehr viele freie Sitze dieser Fachrichtung. Das Sitze in Grosstädten teurer sind hat ganz einfache betriebswirtschaftliche Gründe, die u.a. in der Attraktivität des Standortes und dem Wunsch der jungen Generation nach einer wohnortnahen metropolennahen Tätigkeit geschuldet sind.

Niemand muss einen Sitz für die genannten Preise erwerben, erst recht nicht, wenn er dem Verkehrswert nicht entspricht. Es sei denn er will es unbedingt. 

Ein Schutz vor Dummheit gibt es im Grundgesetz auch für Psychotherapeuten nicht.

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Rachel1984

Haben Sie schonmal einen Therapeuten gesucht? 

Montag

Ich weiss ja nicht, wo (in welcher Stadt) ihre Tochter sich selbständig machen will.

Vielleicht kann sie zunächst eine Anstellung in einer Praxis kombinieren mit selbständiger Tätigkeit für Privatpatienten. Job-Angebote: https://www.dptv.de/praxis-und-jobboerse

harry_up

Ich bin immer wieder platt, wie viele Kommentatoren sich bei jedwedem Thema bestens auszukennen scheinen oder das glauben, egal ob Würmer, Raketen, Urmenschen, Bahnsanierung, Tesla oder Trump. 

draufguckerin

Wie absurd ist das denn? Die kassenärztliche Vereinigung reguliert und verknappt die Anzahl der Therapeutenpraxen,   TherapeutInnen müssen für  eine Praxis zigtausend Euro Ablöse an scheidende Therapeuten zahlen, d.h. sie müssen sich einen Platz kaufen.  Das treibt die Preise für Therapie hoch, denn irgendwie muss die Ablöse abgezahlt werden.

Wir Kassenpatienten zahlen die steigenden Kosten für Psychotherapie über unsere Krankenkassenbeiträge.  

Die Krankenkassen klagen über steigende Kosten und erhöhen laufend die Beiträge.  

Weshalb nicht die Anzahl der Psychotherapiepraxen erhöhen? Mehr Praxen, mehr geheilte Patienten, mehr Konkurrenz und in der Folge vermutlich bessere Therapieangebote und - erfolge. 

Rachel1984

Ich frage mich auch immer wieder, nach welchen Kriterien Therapeuten in Deutschland überhaupt zugelassen werden. 

Ich habe jahrelang nach einem Therapieplatz gesucht (ambulante Therapie). In dieser Zeit habe ich sehr viele Therapeuten gesehen. Und da war jedes Schreckens- Szenario dabei: Therapeutinnen, die agressiv wurden und mich angeschrien haben. Dann welche, die so desinteressiert waren, dass sie einschliefen während der Sitzung. Welche die mir sagten "ach Gott wie schrecklich, das ist mir alles zu viel, ich kann Ihnen nicht helfen" und welche die sagten "da kann man allgemein nichts tun. Eine Therapie bringt da nichts. Nehmen Sie doch einfach Tabletten ". 

Warum werden die überhaupt zugelassen? Weil sie genug Geld für die Zulassung haben? 

Letzten Endes hatte ich Glück, direkt vor Corona eine super Therapeutin zu finden, die mir seither ganz toll hilft. 

Manfred47

Die Grundfrage ist eigentlich : Warum werden heutzutage überhaupt so viele Psychotherapeuten gebraucht ?  Nach den Weltkriegen gab es sicherlich einen sehr großen Bedarf an Psychotherapeuten, aber es gab kaum welche.  Heute gibt es viele Zivilisationsgestörte und Tausende Therapeuten, aber immer noch nicht genug. Dass das Ärzte-Kartell darauf achtet, dass  die Einkommen der Etablierten hoch bleiben, war schon immer so, nicht nur bei den Ärzten. Auch bei den Hausärzten, durfte ich gerade erfahren. Ein Arztwechsel ist für Kassenpatienten fast unmöglich, da alle ' die Übernahme von Patienten von anderen Hausärzten' ablehnen, mit fadenscheinigen Begründungen. Ja, in vielen Bereichen sind wird auf dem Weg zurück ins Mittelalter. Hoffentlich wird die KI bald dafür sorgen, dass viele Mediziner überflüssig werden. 

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Montag

"Die Grundfrage ist eigentlich : Warum werden heutzutage überhaupt so viele Psychotherapeuten gebraucht ? "

Ich denke, es hat auch etwas zu tun mit der zunehmenden Vereinsamung und der zunehmenden "Unübersichtlichkeit" der Welt. 

(Früher haben sich mehr Menschen mit ihren Freunden, Nachbarn, Verwandten usw. ausgetauscht. Und dabei sicher auch Gespräche geführt, die ihnen weitergeholfen haben. Das ist aber seltener geworden.)

Rachel1984

Wenn ich mir überlege, man müsste genau so lange wie auf einen Therapeuten warten, wenn man sich das Bein gebrochen hat.

Und nein, der Vergleich ist nicht wirklich unpassend. Bei starken psychischen Problemen ist ein Leben genau so wenig möglich wie mit einem gebrochenen Bein. 

Meiner Meinung nach fehlt es auch an Prävention. Es müsste über psychische Probleme mehr aufgeklärt werden, es müssten Strategieen gelernt werden und viel offener damit umgegangen werden. Zum Beispiel am Arbeitsplatz oder bereits in der Schule. 

nie wieder spd

Von ca 2001 - 2022 hatte ich mit Menschen zu tun, die auf die Hilfe genau solcher Therapeuten angewiesen waren und teilweise Jahre auf Termine warten mußten. Das Problem, dass es zu wenige Therapeuten gibt, ist also mindestens 20 Jahre alt, hat sich in 2015, mit der Ankunft von abertausenden  Flüchtlingen mit dringendem psychotherapeutischen Hilfebedarf, dramatisch verschärft und Krankenkassen und Politik gucken, ebenfalls seit Jahrzehnten, in aller Ruhe zu. 
Wie bei so vielen anderen Problemen auch. 

Esche999

Das klingt zugegeben erst mal überraschend :"Verkauf von Kassenzulassung" - aber dann wird der Zweck schnell sichtbar und plausibel : Steuerung der Behandlungsmöglichkeiten damit alle Patienten unabhängig vom Wohnort  die gleichen Chancen haben. Vor alle aber : es muß verhindert werden, daß sich eine Flut von Therapeuten über das Land ergießt - die dann alle ihr Brot verdienen wollen und den Trend verstärken, so ziemlich alle Menschen als psychisch krank einzuordnen oder es den Menschen suggerieren. Gut so .  UND : es steht jedem Therapeuten völlig frei, eine private Praxis zu eröffnen und dann kraft seiner Fähigkeiten jede Menge Patienten an sich zu ziehen - und an jedem Ort wo ein echter medizinischer Bedarf besteht.  

Bernd Kevesligeti

Die eingangs erwähnten langen Wartezeiten für Patienten. Sie können auch darin ihre Ursachen haben, dass Privatversicherte schneller als gesetzlich Versicherte Termine bekommen und letztere dann natürlich länger warten müssen.

Oder-auf der anderen Seite-wegen fehlendem Kassensitz, einige Praxen keine Zulassung für gesetzlich Versicherte haben und deshalb nur Privatpatienten behandeln dürfen. 

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Rachel1984

Ganz wichtig für alle, die schnell Hilfe brauchen: es gibt einige Psychosomatische Kliniken, die Patienten als Notfall aufnehmen. Auch ohne Termin. 

Tino Winkler

Das eine kassenärztliche Zulassung Geld kostet ist selbstverständlich, die Kassen zahlen für ihre versicherten Patienten, da müssen die auch prüfen welcher Therapeut das dann verdiente Geld auch Wert ist.

Wer als Kassenpatient keinen Termin erhält kann doch als Privatpatient tätig werden, man muß dann zwar selbst bezahlen und weiß nicht ob der Therapeut auch gut ist.