Boeing-Whistleblower Sam Salehpour bei einer Anhörung vor dem US-Senat

Ihre Meinung zu Whistleblower erhebt in Anhörung schwere Vorwürfe gegen Boeing

In einer Anhörung vor dem US-Senat hat ein Boeing-Ingenieur auf erhebliche Sicherheitsmängel hingewiesen. Die Senatoren forderten von dem US-Flugzeugbauer ein verbessertes Sicherheitskonzept.Von Claudia Sarre.

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137 Kommentare

Kommentare

Mendeleev

Das wird nicht besser werden. 

Der Grund ist einfach: Boeing wurde kaputtgespart (in Deutschland kommt einem das irgendwie bekannt vor …). 

Andererseits ist das Unternehmen für den militärisch-industriellen Komplex der USA aber unverzichtbar. Ähnlich wie SIEMENS in Deutschland genießt das Unternehmen deshalb „Welpenschutz“ durch die Politik (obwohl, „Welpe“ vielleicht der falsche Begriff ist bei einem Traditionsunternehmen..). 


Das Unternehmen muss sich nur in begrenztem Umfang den Herausforderungen des Marktes stellen, der Staat kümmert sich darum, dass die Auftragsbücher immer gut gefüllt bleiben. Viele weitere Aktivitäten werden durch staatliche  Bürgschaften und Kredite abgesichert. Sozusagen: Vollkasko ohne echtes unternehmerisches Risiko… 

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fathaland slim

Was denn nun? Wurde das Unternehmen jetzt kaouttgespart oder nicht? Kaputtgespart von wem?

Mendeleev

Vom Management..

Egleichhmalf

Das bleibt wohl das Geheimnis unseres neuen (aber eigentlich ja lange wohlbekannten) Foristen.

Deeskalator

ja, ich stimme zu, dieser "Welpenschutz" hat bei uns dafür gesorgt, dass Deutschland komplett den Anschluss an moderne Technologie verloren hat.

durch das permanente pampern ist jedweder Druck verloren gegangen besser zu werden. Und als ob das noch nicht genügen würde, wurde auch geschickt so Lobbyiert, das bei uns alle modernen Technologien die es entgegen der Widerstände trotzdem geschafft haben sich zu entwickeln komplett zerstört wurden... 

Es hat nur von 2010 bis heute gedauert, um in der Solar- und Windenergie Branche sowie in der Industrierobotik von Weltmarktführer auf 0 abzustürzen... aber dafür haben wir wenigstens die letzten Gammelreste an Kohleindustrie künstlich am Leben erhalten.

Eudialyt4

Sehr widersprüchlich. Einerseits kaputt gespart, andererseits muss man durch Unterstützung des Staates gar nicht unternehmerisch handeln.

Mendeleev

Ich sehe da keinen Widerspruch. 

Das Sparen geht auf Kosten der Kunden und der Mitarbeiter, die Staatsaufträge nutzen den Anteilseignern und indirekt den Arbeitnehmern (weil die ihre Jobs behalten dürfen …)


Auch Staatsunternehmen kann man „kaputtsparen“ - das ist doch erstmal unabhängig davon wie voll das Auftragsbuch ist woher die Aufträge kommen ..

TeddyWestside

In der Tat ist es so, dass Boeing ohne militärische Aufträge zurzeit nicht überlebensfähig wäre. Ich fragte mich schon vor 5 Jahren nach dem Absturz in Äthiopien, wie das funktionieren soll. Und dann kam die Pandemie. Ich erinnere mich an Bilder aus Seattle mit geparkten 737, Werksschließungen usw. 

Andererseits ist die Situation bei Airbus nicht viel anders, was den militärischen Aspekt angeht. Firmen wie MBDA und praktisch die ganze bayerische Rüstungsindustrie sind sowohl bei Airbus, als auch bei z.B Eurofighter involviert. Trotzdem scheint es dort mit der Qualitätskontrolle besser zu funktionieren. Der A380 z.B ist noch nie abgestürzt. A 350 gab es soweit ich weiß auch höchstens einen Totalverlust, ohne Tote. 

So oder so, gut wenn Licht in die Angelegenheit kommt. Meiner Meinung nach kann (und wird) es sehr wohl besser werden.

TeddyWestside

Korrektur bzgl. A350: 5 Todesfälle, aber keine in der Airbus-Maschine, ändert also nichts an der Aussage

Parsec

" Boeing wurde kaputtgespart ... der Staat kümmert sich darum, dass die Auftragsbücher immer gut gefüllt bleiben ..."

Geht es Ihnen bei Ihrem/n Post/s um Kritik an einer wie auch immer gearteten Sparpolitik des US-amerikanischen Konzerns oder um die Kritik an irgendwelchen staatlichen Unterstützungen, der den Konzern zu besonderen finanziellen Mitteln verhelfen soll?

Oder geht es eher mal wieder darum, "den Westen" und insbes. Deutschland in ein von Ihnen dargestelltes schlechtes Licht zu rücken:

"... in Deutschland kommt einem das irgendwie bekannt vor..."

Da ja Ihre erstgenannten Einlassungen sich deutlich widersprechen und somit keine Bedeutung mehr erlangen können, geht es Ihnen wohl eher auf die wohlbekannte Schelte gegen "den Westen".

Wo ist eigentlich User @Möbius ? Das war doch sonst immer sein Ansinnen!

Mendeleev

Sie reimen sich da aber ganz schön viel zusammen. 

Bei Boeing wurde tatsächlich zB die Qualitätssicherung massiv zusammengestrichen (wie Ex Mitarbeiter berichteten..) Wozu das führt konnte man in den letzten Monaten immer wieder besichtigen ..



Andererseits läuft ein erheblicher Teil des Firmenbudgets über den Verteidigungshaushalt. Boeing wird bei Evaluierungen bewusst bevorzugt. So sollte Airbus einmal vom Pentagon einen Auftrag erhalten (einfach weil die das bessere Transportflugzeug hatten) worüber sich US Politiker beschwert haben. Ergebnis: Boeing erhielt den Auftrag - außer Konkurrenz… 


So lief das in Deutschland zB beim Anschluss der Offshore Windkraftanlagen durch SIEMENS. Zwar hatte SIEMENS massive technische Probleme, kam nicht voran etc. und GE hätte das für weniger Geld und schneller hingekriegt. SIEMENS hat den Auftrag aber trotzdem behalten … :-) 

artist22

"Vollkasko ohne echtes unternehmerisches Risiko… " Das ist wohl in RU oder China ganz anders, da mischt der Staat gleich direkt mit.

https://www.golem.de/news/dual-use-technologien-nvidia-jetson-tx2i-kann…

Ich hab so ein Jetson-Teil. Es dürfte keine 10 Jahre dauern, dann haben die alle eine Selbstzerstörungsschleife eingebaut, wenn es die Falschen benutzen. Da reicht dann schon ein Debugger um das auszulösen ;-)

Abkupfern ist bald endgültig vorbei. Gut so.

 

 

Mendeleev

Schon heute ist das doch schon so dass zB in Russland die elektronische Motorsteuerung von Mercedes Limousinen plötzlich nicht mehr funktioniert hat (Daimler Benz hat seinen Support für Russland eingestellt) und überbrückt werden musste :-( 


In der Luftfahrt musste in Russland (wo auch immer noch Boeings rumfliegen) die gesamte Software neu geschrieben werden … 

artist22

"In der Luftfahrt musste in Russland (wo auch immer noch Boeings rumfliegen) die gesamte Software neu geschrieben werden … "

Ist ja auch gut so. Mit welchem Recht benutzt man fremde Software, die einem der Besitzer untersagt hat? Das kann doch wohl nur dazu führen, dass  man das zwangsweise unterbinden will. Für den Fall der Fälle.

krautbauer

Bin ja noch nie Airbus geflogen. Daher ist das Interesse an der Sache schon da. Gut, dass die Hinweisgeber mittlerweile auch in Deutschland rechtlichen Schutz genießen. In den USA übrigens bereits seit 1989.

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Wolf1905

Sie sind in den USA und immer nur in Boeing Flugzeugen geflogen? Wenn ich mal fliege (was ein mal im Jahr vorkommt), dann ist mir persönlich lieber, in einem Airbus zu fliegen (nur wegen dem schlechten Ruf und den bekannten Problemen bei Boeing Maschinen - trotzdem bin ich früher natürlich auch schon in Boeing Maschinen geflogen (v. a. wenn es Richtung USA/Kanada ging; zugegebenermaßen gab es da für mich zum Glück keine erkennbaren Probleme).

Alter Brummbär

Mal sehen wie lange der Schutz ausfällt, wenn die Flugzeuge vom Himmel fallen.

Schon jetzt ist nicht ausgeschlossen, das das Unternehmen auf Mrd.summen verklagt wird, weil die Flugzeuge, von einzelnen, als unsicher betrachtet werden.

Trifft auch auf Airbus zu.  OAK (Russland) oder Comac ( China) sind auf dem Weltmarkt bedeutungslos

Mendeleev

Ich finde es interessant wie immer anklagend mit dem Finger auf China gezeigt wird, deren erfolgreiche Firmen ihre Marktposition angeblich nur hohen Subventionen verdanken. 


Und im Westen wird exakt dasselbe gemacht … :-) 

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Left420

Ich finde interessant wie man bei diesem thema einen Zusammenhang zu China schließt.... Aber hey hohe staatliche Subventionen gibt es natürlich nur im 'Westen'. Also westlich von der USA.

Alter Brummbär

Darum ist China so erfolglos im Flugzeugbau.

Mendeleev

Das sehe ich nicht so. Die Chinesen holen hier massiv auf. 

Außerdem hat man auch mal gedacht dass die Chinesen zB Schnellzüge nach Art des ICE nicht so gut bauen könnten … 

artist22

"Das sehe ich nicht so. Die Chinesen holen hier massiv auf. " Nur temporär. Glauben sie im Ernst ein wirklich kompetenter Wissenschaftler lässt sich von (KP)-Bürokraten auf Dauer reinreden? 

Der macht bei nächster Gelegenheit den Abgang. Der brain drain, wie auch in RU längst passiert, lässt sich nicht aufhalten. Das wirkt allerdings ebenso wie Sanktionen erst mittelfristig.

Aber besser so als gar nicht. Sonst könnten wir homo sapiens wirklich abschreiben..

marvin

In China droht Managern, die sich erheblicher Vergehen schuldig machen, im schlimmsten Fall tatsächlich die Todesstrafe. Das dürfte die Gier ein wenig zügeln. Übrigens wurde auch in Vietnam gerade eine Immobilienmagnatin wegen eines Milliardenbetrugs zum Tode verurteilt.
Es muss ja nicht gleich der Tod sein - aber bei uns ist das Kapital sakrosankt. Und da sind die USA fast noch eine positive Ausnahme, wenn sie wenigstens manchmal noch Gesetze durchsetzen.

fathaland slim

Ihre Freude an der Todesstrafe ist befremdlich.

Lichtinsdunkle

"Es muss ja nicht gleich der Tod sein"

Wissentlich überlesen?

Wäre man nicht so boshaft, könnte man verstehen, dass es dem User vielleicht eher darum geht, dass Manager tatsächlich empfindliche Strafen bekommen sollten, wenn etwas derartig verbockt wird. 

Ich kann wirklich keine "Freude an der Todesstrafe" erkennen. 

Ich wäre definitiv auch für stärkere Konsequenzen für Manager, wie auch für Politiker. Oder im letzteren Fall überhaupt mal Konsequenzen, die über einen Rücktritt hinausgehen.

Glauben Sie nun auch aufgrund der Aussage, ich hätte Freude an der Todesstrafe?

Kleiner Tipp: ich bin immer gegen die Todesstrafe, egal in welchem Fall. In meiner Auffassung hat niemand das Recht, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen und das gilt auch für den Staat. 

fathaland slim

>>@fathaland slim

"Es muss ja nicht gleich der Tod sein"

Wissentlich überlesen?<<

Nein.

Es ist ein klassischer relativierender Nachsatz. Nachdem der User vorher die Todesstrafe sehr wohlwollend thematisierte. Dieses Muster trifft man immer wieder.

Ich wäre definitiv auch für stärkere Konsequenzen für Manager, wie auch für Politiker. Oder im letzteren Fall überhaupt mal Konsequenzen, die über einen Rücktritt hinausgehen.

Ja, Härrrte wird immer wieder gern gefordert. Warum auch nicht, kostet ja nix und befeuert die Empörung.

Glauben Sie nun auch aufgrund der Aussage, ich hätte Freude an der Todesstrafe?

Wohl eher nicht. Höchstens an dreimal lebenslänglich bei fauligem Wasser und schimmeligem Brot. Und vielleicht nicht mal daran. Auf jeden Fall aber an Härrrte.

Lichtinsdunkle

"Es ist ein klassischer relativierender Nachsatz. Nachdem der User vorher die Todesstrafe sehr wohlwollend(?) thematisierte. Dieses Muster trifft man immer wieder."

Aha ok, ist dann also gleichzusetzen mit "Freude" daran. 

Sie werfen gerne das Wort Relativierung in den Raum, um sich nicht wirklich auseinandersetzen zu müssen, während Sie selbst gern über die Maßen hinaus übertreiben bei der Interpretation von dem, was User von sich geben.

Darüber hinaus liegt auch die Relativierung in Ihrer Interpretation: wenn - nur als Beispiel Sie Verbrechen eines Staates anprangern, aber zu den Verbrechen eines anderen schweigen und ich Sie darauf hinweise, werfen Sie mir whataboutism oder Relativierung vor. Was ich aber tatsächlich zum Ausdruck bringen möchte, ist die Doppelmoral in Ihrer Aussage, die einen zu verurteilen und die anderen nicht. Damit verharmlosen ich nicht die Verbrechen des zuerst genannten Staates. Das werfen Sie mir vor, um nicht auf die Doppelmoral eingehen zu müssen.

fathaland slim

Zur Doppelmoral:

Je strikter eine Moral ist, desto doppelter ist sie.

Insofern ist die Gefahr der Doppelmoral, was meine Person angeht, wohl eher als gering einzuschätzen.

Es ist aber ein Vorwurf, mit dem gerade Verteidiger unmoralischer Regimes gern um sich werfen.

Lichtinsdunkle

"Je strikter eine Moral ist, desto doppelter ist sie."

Ich glaube nicht, dass das eine so allgemeine Gültigkeit hat. Das mag für die einen zutreffen und für andere nicht. 

"Insofern ist die Gefahr der Doppelmoral, was meine Person angeht, wohl eher als gering einzuschätzen."

Wie darf das verstanden werden, Sie sehen Moral an sich als relativ an oder Sie haben keine strikten Moralvorstellungen? 

Ich glaube nicht, dass Moral ausschließlich subjektiv und objektiv ist. Ich bin der Meinung beides kann zur gleichen Zeit existieren, natürlich wird die Beurteilung davon subjektiv angestellt, doch es gibt über den subjektiven Horizont meiner Meinung nach noch mehr, was aber aufgrund seiner philosophischen Natur den Rahmen dieses Diskussionsmediums leider sprengen würde.

"Es ist aber ein Vorwurf, mit dem gerade Verteidiger unmoralischer Regimes gern um sich werfen."

Das wiederum halte ich für groben Unsinn, denn es lenkt von der Argumentation durch Assoziation ab. 

fathaland slim

Was ich aber tatsächlich zum Ausdruck bringen möchte, ist die Doppelmoral in Ihrer Aussage, die einen zu verurteilen und die anderen nicht.

Wo tue ich das? Welche meiner Aussagen meinen Sie? Wen verurteile ich, wen nicht?

Lichtinsdunkle

Ich schrieb: "wenn - nur als Beispiel Sie Verbrechen eines Staates anprangern(...)"

Vielleicht missverstehen Sie: es geht nicht um ein konkretes Beispiel, sondern um die Art- und Weise, mit der Sie meiner Erfahrung nach oft geneigt sind zu argumentieren. Und die daraus folgende Extrapolation hin zu einer vorschnellen Beurteilung über die vermeintlichen Beweggründe eines Kommentierenden. Das ist aber etwas, dem wir alle geneigt sind anheimzufallen, daher wollte ich nur darauf hinweisen, da ich oftmals der Meinung bin, gewollt missverstanden zu werden. 

fathaland slim

Sie kritisieren also die Art und Weise meiner Argumentation, die Sie mir unterstellen. Sie bauen einen Strohmann auf, auf den Sie dann einprügeln. Inhaltlich setzen Sie sich aber leider mit meinen Argumenten selten oder nie auseinander. Schade.

Eudialyt4

Da bin ich aber froh, dass es nicht gleich die Todesstrafe sein muss. Ich möchte auch keine Verhältnisse wie in China

artist22

"In China droht Managern, die sich erheblicher Vergehen schuldig machen," Falsch. In China droht jedem, der sich laut KP etwas hat zu schulden kommen lassen, im schlimmsten Fall die Todesstrafe.

Das ist der Unterschied zum Rechtsstaat. Im übrigen gilt inzwischen weltweit: Mach mehr Profit, und sogar dafür das Andere noch mehr Profit für dich machen.

Deswegen ist der Pfeifenbläserschutz so wichtig.   

TeddyWestside

Man würde ja gern mit dem Finger auf Russland zeigen, nur leider haben die kein konkurrenzfähiges Produkt (Stichwort Superjet:-)

Egleichhmalf

Der war gut :-))

Mendeleev

Ja - und Deutschland hat gar keine eigene Luftfahrtindustrie mehr (ohne die Franzosen geht da nichts mehr)


Außerdem ist der SSJ 100 NG ein recht kleines Flugzeug. Vermutlich werden die Russen perspektivisch chinesische Linienjets kaufen, wenn China mal technisch so weit ist (also in 10-15 Jahren..)… 

TeddyWestside

Nun ja, die Franzosen könnten aber ohne Deutschland auch keinen Airbus zusammenschrauben. Das ist das gute an Europa, die Zusammenarbeit.

"wenn China mal technisch so weit ist (also in 10-15 Jahren..)… "

Da geb ich Ihnen recht, wobei ich von einem kürzerem Zeitraum ausgehe...

Wolf1905

Rendite über alles … wie hier Boeing agiert - nämlich bewusst Sicherheitsrisiken einzugehen - ist unglaublich; das müsste hart bestraft werden! Die europäischen Luftfahrtunternehmen sollten nur noch Airbus Flugzeuge im Einsatz haben bzw. bei neuen Aufträgen berücksichtigen.

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Left420

"das müsste hart bestraft werden" - Dies tun bereits die Aktionäre, Airbus ist da stetig am wachsen und Boeing fällt.

Letztendlich ist das Problem das Boeing, sowie Airbus riesige Rüstungsunternehmen sind, welche jeweils für die USA und EU wichtige Bauteile/Forschung liefern, denn da liegt das große Geld. Das wird oftmals vergessen.

Wolf1905

Also Aktionäre können nicht bestrafen, sie ziehen „einfach“ ihr Kapital da raus (wenn auch vermutlich mit Verlusten); wenn nicht, hoffen sie darauf, dass Boeing nicht hart bestraft wird (was i. d. R. hohe finanzielle Strafen sind) und deshalb der Aktienkurs wieder steigt. Deshalb reicht es, wenn nur Aktionäre agieren - Gerichte haben da zu entscheiden.

Sicherlich sind beide Firmen (Boeing und Airbus) auch wichtige Rüstungsfirmen, aber das ist kein Grund, um Sicherheitsrisiken bei der Produktion zu übergehen, oder?

Left420

"aber das ist kein Grund, um Sicherheitsrisiken bei der Produktion zu übergehen, oder?" - Da bin ich ganz bei Ihnen

"Gerichte haben da zu entscheiden" - Dazu wird es nicht kommen, aufgrund -> Rüstungsunternehmen (Interesse seitens Verfolgung nicht gegeben), deswegen die einzigen welche das Unternehmen 'bestrafen' sind die Geldgeber (Aktionäre).... traurige Welt, ist leider so

Rüstungsunternehmen haben halt eine besondere Stellung. 

Ich lasse mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen, glaube aber nicht das es dazu kommt, die Zukunft wirds zeigen.

marvin

"Rendite über alles … wie hier Boeing agiert - nämlich bewusst Sicherheitsrisiken einzugehen - ist unglaublich; das müsste hart bestraft werden!"

Genau! Man stelle sich mal vor, sowas würden sich Pfizer oder Biontech erlauben...

Wolf1905

Bei Pfizer und BionTech ist die Lage doch eine ganz andere: diese Firmen haben zusammen in der akuten Corona-Pandemie ein Medikament auf den Markt gebracht, das man gar nicht vollständig testen konnte wie eigentlich vorgeschrieben bei Medikamenten. In Deutschland hat der Staat aus Dringlichkeitsgründen bei BionTech Risiken übernommen - sonst wäre das Medikament nicht auf den Markt gekommen. Eine Bewertung dieses Medikaments möchte ich hier gar nicht abgeben. Aber bei Flugzeugherstellern ist das doch völlig anders gelagert - es gibt da keine Dringlichkeit, Flugzeuge schnell auf den Markt zu bringen, um einen Mangel zu beheben - oder Sie sehen das anders?

werner1955

noch Airbus Flugzeuge?
Und Sie glauben da ist es viel besser oder es gibt keine Mängel? Warum überhaupt noch fliegen? 

Wolf1905

Doch, bei Airbus kann es natürlich auch Mängel geben, aber bei Boeing sind die nun mal ganz offensichtlich.

Warum fliegen? Sie können ja gerne nach Amerika mit dem Schiff fahren oder rüber schwimmen.

werner1955

Ich war schon dort. Warte bis da wieder alles besser ist. 

Wolf1905

Wie sind Sie da hingekommen? Und wann soll es dort besser sein?

Nettie

Der Whistleblower: "Unter anderem, um die Produktion zu beschleunigen, seien bei der Montage von Rumpfteilen des Langstreckenfliegers 787 Dreamliner erhebliche Fehler toleriert worden."

Tja. Zeit ist immer öfter Geld. Und Letzteres gefährdet immer öfter Leben.

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melancholeriker

Nach allem, was die Flugaufsichtsbehörde bis heute an die Öffentlichkeit gebracht hat über die Angaben von Whistleblowern hinaus (der mutigste unter ihnen starb unter mysteriösen Umständen im März) würde ich annehmen, daß die Fluggäste weltweit in Scharen diese Kisten mit großzügigen Spaltmaßen meiden, wenn man Alternativen hat. 

Das ist offenbar nicht der Fall, obwohl die zwei Abstürze mit hunderten Todesopfern und die unpünktlich abfliegenden Rumpfteile schon Anlass genug wären, die Berichterstattung in Bezug auf Boeing nicht mehr aus den Augen zu lassen und für sich Entscheidungen für das Leben zu treffen. 

Jederzeit überall hinfliegen zu können ist wohl ein heiliges Gut wie der Waffenkult. Deshalb ist mit Druck von unten eher nicht zu rechnen. 

Time ist Zeit und Geld is money. Was sollen die armen Kunden auch tun... 

Nettie

Korrektur zu "Zeit ist immer öfter Geld. Und Letzteres gefährdet immer öfter Leben" (fett):

Nicht "gefährdet", kostet.

Left420

"die Flugaufsichtsbehörde FAA erklärte, die Flugzeuge entsprächen den vorgeschriebenen Sicherheitsstandards." - Ich habe versucht auf der FAA Seite hierzu einen Bericht zu finden, leider erfolglos. Soweit ich was gefunden habe, ist die FAA weiterhin bei der Untersuchung der Vorfälle. Letztes Uptade war am 04. März:

"found multiple instances where the companies allegedly failed to comply with manufacturing quality control requirements." Q: https://www.faa.gov/newsroom/updates-boeing-737-9-max-aircraft

Schiebaer

Auch wenn gespart werden muss darf die Qualität im Flugzeugbau nicht darunter leiden. Sicherheit ist nun mal das A u. O . Ob Boeing oder Airbus.

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FakeNews-Checker

Wo  soll  denn  noch  gespart  werden,  wenn  nicht  an  der  Sicherheit ?   

werner1955

gespart werden muss darf die Qualität .......nicht darunter leiden.
Das sollte doch überall so sein? 
Fliegen ist in vielen fällen unnötig. Also jeder setzt sich freiwillig hohen Risiken aus. 

Juwa

Die Gier nach dem schnellen Geld gefährdet nicht nur Leib und Leben, sondern zerstört auf lange Sicht auch die Einnahmequelle. Wer will denn jetzt noch bei Boing einkaufen? Außerdem werden Entschädigungsforderungen auf Boing zukommen, da Airlines zeitweise nicht mit den Maschinen fliegen durften.

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FakeNews-Checker

Besser  kann  es  doch  gar  nicht  laufen  für  den  Klimaschutz.

melancholeriker

Die Frage muß doch eher lauten: 

"Wer will denn jetzt noch mit Boeing fliegen?" 

Nach Jahren kontroverser Diskussionen, die ja immerhin existenzielle Fragen berühren nach nicht sterben wollen in einem Flugzeug, zeigt mir die Zurückhaltung der Verbraucher*innen durch die Nicht - Zurückhaltung beim Fliegen einen Befund an besorgniserregenden Fehlern an, den ich für mindestens genauso gravierend halte wie die systematischen Nachlässigkeiten zulasten der Flugsicherheit durch Boeing. 

Das könnte sich noch zu einem einflussreichen Thema vor der Wahl auswachsen. 

Alter Brummbär

Und die Gier nach Geiz.

Es kann alles nicht billig genug sein.

Das vergessen die meisten.

werner1955

Wer will denn jetzt noch bei Boing einkaufen?

Die die es müssen oder dazu gezwungen werden. Wer bisher nur diesen Hersteller im "Stall" hat kaum sinnvoll ander möglichkeiten. Wer sich mal auf einen hersteller oder System übe rjahrzehnte festgelegt un ddamit sehr gut klar gekommen ist kann das nicht von heute auf morgen. 

Eistüte

Klapperkasten oder Hightech? Das ist hier wohl keine Frage mehr. 

Früher in den 70er Jahren war Boeing mit der 747 ganz weit vorne an der deutschen medialen Fortschrittsfront , dem "Jumbojet".  Europa schaute neidisch über den Atlantik. 

 

 

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FakeNews-Checker

Es  mag  bezweifelt  werden,  ob  das  Fortschritt  ist,  das  Klima  in  die  Erderwärmung  kaputt  zu  fliegen.  Aber  Manche  brauchen  offenbar  den  ganzen  Fernflüge-Streß,  um  dann  nach  so  einem  "Urlaub"  in  den  Krankenstand  zu  gehen.  Und  den  Rest  der  Urlaubssause  voller  Mängel  und  Mißstände  beackert  dann   wie jedes Jahr   ein  Rechtsanwalt.

werner1955

Fakten

Zitat: Der Luftverkehr hat einen Anteil von 3,06 Prozent an den weltweiten CO₂-Emissionen.

FakeNews-Checker

Hightech  im  Klapperkasten.  So  geht  Boeing.

Alter Brummbär

Auch die 747 hatte reichlich Probleme

TeddyWestside

... und dann kam die Fusion mit McDonnell Douglas. Manche sagen, man hätte damals das schlechteste von beiden Firmen übernommen, also das Management von Boeing und die Technik von MD. Keine Ahnung, ob das so stimmt. Tatsache ist, dass die Flugzeuge heutzutage trotz medienwirksamer Unglücke unvorstellbar viel besser und sicherer sind, als vor 50 Jahren. Tatsache ist auch, dass Boeing nicht schlechter geworden ist, sondern seit den 80ern mit Airbus extrem gute und erfolgreiche Konkurrenz bekommen hat. In den 70ern waren z.b. Innovationen wie Fly by wire oder Glascockpits im Linienverkehr nicht denkbar, heute sind sie standard. 

FakeNews-Checker

Würde  in  solchen  Konzernen    Demokratie  und  Meinungsfreiheit  herrschen,   dann  bedürfte  es  keiner  Whistleblower.

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Traumfahrer

Irrtum, wenn es um viel Geld geht, über das die Oberen entscheiden, ist jede Meinungsfreiheit Tabu, und die Demokratie am Arsch !

artist22

Würde auf der Welt der kategorische Imperativ herrschen, dann bedürfte es keines unmenschlichen Profitstrebens. 

Ich erinnere an  meine 500% Regel

TeddyWestside

Leider nur krummes Holz, diese Menschheit ;-)

rjbhome

Die Probleme bri Boeing sind durch gierige Manager und blindbetriebswirtschaftliche Sparwut entstanden und sollten anderen eine Warnung sein statt diesem US Wirtschaftsmodell nachzueifern .

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FakeNews-Checker

Fragen  Sie  mal  die  Bahn,  wo  nun  die  GdL-Forderungen  eingespart  werden.

TeddyWestside

Äpfel und Bananen. Wenn Sie den Schienenverkehr als Vergleich nehmen, müssten Sie mit z.B Siemens und Bombardier argumentieren, nicht mit der "Bahn"

Alter Brummbär

Sind das die gierigen Manager, oder die geizigen Fluggäste?

Bender Rodriguez

Wo das wohl herkommt? Im Grunde ist der Fluggast daran schuld. Der möchte keine angemessenen Preise mehr bezahlen. Der Rest ist aber teurer geworden. Also sparen die Airlines beim Flieger. Und der Hersteller macht Billig billig billig. 

Für 10€ nach Malle geht eben nicht. Oder 120€ nach  Miami.

Da das Militär für die Flieger das Doppelte ausgibt, sind dort keine Mängel, zu erwarten. 

Zufall?