Julian Assange

Ihre Meinung zu WikiLeaks-Gründer Assange darf nicht unmittelbar an USA ausgeliefert werden

WikiLeaks-Gründer Assange hat einen Teilerfolg vor Gericht erzielt: Er darf vorerst nicht an die USA ausgeliefert werden. Damit ist der Fall erst einmal aufgeschoben - und geht am 20. Mai in die nächste Verhandlung.

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131 Kommentare

Kommentare

aaaa

Und wie steht es jetzt um die Haftbedingungen, den Assange ausgesetzt ist - Isolierungshaft etc.?

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Nachfolgerin

Welche Legenden zu den Haftbedingungen kursieren denn da noch so? 

nie wieder spd

Selbst wenn die nicht stimmen sollten, wäre es interessant und wichtig, dass die zukünftigen Haftbedingungen in den USA Bestandteil der täglichen Berichterstattung werden. Nur um die Werte zu verdeutlichen, für die die USA stehen.

fathaland slim

Kein Land steht in seiner Gesamtheit für irgendwelche Werte.

Lichtinsdunkle

Aha. Nicht, dass ich Ihnen nicht zustimmen würde, aber Sie sind doch sonst nicht so schüchtern, was Generalisierungen angeht. 

nie wieder spd

Das ausgerechnet Sie sowas schreiben. 
Aber natürlich haben Sie recht. 
Wenn die Verbrechen anderer Länder nicht direkt zu unseren Ungunsten stattfinden bzw. nicht öffentlich werden, macht die BRD auch mit Diktaturen gute Geschäfte. Redet aber trotzdem von solchen Werten. 

MehrheitsBürger

Der Wertewesten funktioniert also

Entgegen aller Legenden ist ein Gericht in England in der Lage, staatlichen Entscheidungen durch Urteile eine Grenze zu setzen, wie der Fall Assange zeigt.

Vergleicht man das mit Russland oder China ist das dort undenkbar. 

 

aaaa

Was wissen Sie denn, was ich nicht weiß zu den Haftbedingungen?

pieckser

Die, die UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer beispielsweise aufgedeckt hat.

Aber vielleicht ist Assange ja gar nicht im Gefängnis. Ohne Anklage. In einem "Rechtsstaat".

Nachfolgerin

Assange wird nicht ausgeliefert? Macht man ihm dann hoffentlich in GB den Prozess wegen der sexueller Nötigung. Das wollte er ja in der Botschaft aussitzen. 

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fathaland slim

Die sexuelle Nötigung ist lange vom Tisch. Es handelte sich wohl sozusagen um eine geheimdienstliche Hilfskonstruktion.

nie wieder spd

Der Prozess wegen sexueller Nötigung ist doch längst eingestellt. 

proehi

Die Vorwürfe der Vergewaltigung bzw. der sexuellen Nötigung gegen Assange wurden schon längst fallen gelassen. Sie waren anscheinend unbegründet. 

derkleineBürger

Nö,das wollte er eben nicht aussitzen.

Im Gegenteil - da war er kooperativ. Und die sogenannten Betroffenen wollten dieses Verfahren gar nicht und waren ziemlich schockiert was die Behörden gemacht haben.

Assange wollte nicht in die USA ausgeliefert werden,deswegen ging er in die Botschaft. 

Wie man seit Jahren sieht: Völlig zurecht 

Sisyphos3

>>Macht man ihm dann hoffentlich in GB den Prozess wegen der sexueller Nötigung.<<

sexuelle Nötigung, das heißt in dem Fall einvernehmlicher Sex ohne Kondom

um das mal klar zu stellen

pieckser

Na? Hinterm Mond gelebt?

Die Anschuldigungen wegen sexueller Nötigung waren frei erfunden. Alle beteiligten Parteien, auch die Ermittlerin, haben sich dazu entsprechend geäußert.

Sexuelle Nötigung... tststs...

Anderes1961

Nach Ansicht der US-Regierung gehen Assanges Aktionen über den Journalismus hinaus. Er habe mit WikiLeaks vertrauliche Regierungsdokumente gestohlen und wahllos veröffentlicht und damit das Leben unschuldiger Menschen gefährdet.

Richtig, hat er. Wahllos veröffentlicht, das kann niemand abstreiten und zwar aus einem Grund, dem ihm seine Kritiker unter seinen ehemaligen Mitstreitern vorwerfen, nämlich aus purer Ruhmsucht hat er jegliche journalistische Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen und ohne Rücksicht auf seine Informanten die Papiere veröffentlicht. Die Folgen sind bekannt.

Ob er mit der Veröffentlichung tatsächlich Leben gefährdet, oder doch eher gerettet hat - vor der Willkür amerikanischer Soldaten - sei mal dahingestellt. Obwohl ich ihn - wie einige andere - für einen ruhmsüchtigen Egoisten halte, ausliefern sollte man ihn nicht in die USA. Denn was ihm dort droht, ist klar. Spoiler: ein faires Gerichtsverfahren wird es nicht sein. 

 

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Alter Brummbär

Bei Kreml-Leaks, wäre er noch als Held gefeiert worden

nie wieder spd

Trump ist ebenfalls ein ruhmsüchtiger Egoist. Aber der wird Präsident. Nicht Häftling.

Sisyphos3

was schließen sie daraus ?

Quod licet Iovi, non licet bovi

seine Beweggründe sind zweifelhaft aber das Ergebnis findet eben in weiten Teilen der hiesigen Gesellschaft zuspruch

Kaneel

Schließe mich Ihren Ausführungen an.

proehi

Für was Sie ihn auch immer halten obwohl sie ihn persönlich nicht kennen dürften und was auch immer er ist, Ruhmsucht wäre jedenfalls kein Straftatbestand. Kriegsverbrechen, um deren Veröffentlichung Assange sich verdient gemacht hat, sind hingegen strafbar, wurden von den USA aber nicht verfolgt. 

Anderes1961

Richtig. Ruhmsucht ist nicht strafbar. Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht genauso wenig. Julian Assange hat sich selber mal als Journalist bezeichnet. Wer aber als Journalist, nur aus persönlicher Ruhmsucht, ungeprüft Dokumente veröffentlicht und dadurch mutwillig Informanten gefährdet, der ist kein Journalist sondern dumm. Und der gehört vor Gericht, schon wegen Dummheit. Auch wenn Dummheit nicht strafbar ist.

Was die Verdienste um die Veröffentlichung angeht, haben Sie Recht. Das was Julian Assange veröffentlicht, mußte veröffentlicht werden. Und es ist gut, daß es geschehen ist. Aber das hätte man auch machen können ohne Informanten zu gefährden. Nämlich, in dem man das Material Profis übergibt und denen das Veröffentlichen überläßt, dann wäre Chelsea Manning sicherlich nicht aufgeflogen.

Für einen Journalisten steht Informantenschutz immer ausnahmslos an erster Stelle. Julian Assange war der egal. 

w120

Aber das hätte man auch machen können ohne Informanten zu gefährden.

 

In einem anderen Beitrag haben Sie offen gelassen, ob eine Gefährdung bestanden hat.

Dann würde noch der Grad der Gefährdung, wären Personen betroffen, deren Identität offengelegt worden ist und die dadurch ihre Sicherheit, z.B. durch Flucht , nicht mehr gewährleisten konnten usw..

Lichtinsdunkle

Ich denke nicht, dass Assange aus Dummheit oder reiner Ruhmsucht gehandelt hat. Anhand seiner Aussagen von Beginn hat er meiner Meinung nach eher idealistisch gehandelt unter der Maxime "die Öffentlichkeit solle alle Informationen kennen", was als fahrlässig aber nicht als dumm bezeichnet werden kann. 

Zu Ihrer Theorie, Manning wäre nicht aufgeflogen, hier ein kurzes Zitat aus Wikipedia:

"WikiLeaks did not identify Manning as their source.[135][136][137] Army investigators found pages of chats on Manning's computer between Manning and someone believed to be Assange."

proehi

Der Mann ist frei zu lassen und für seine zu unrecht erlittene Haft zu entschädigen. Um diese klare Aussage drücken Sie sich herum und diskreditieren mit kleinlich ausgegrabenen, vermeintlichen Verfehlungen das Opfer.

mispel

nämlich aus purer Ruhmsucht hat er jegliche journalistische Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen

Und das wissen Sie weil...? Und inwiefern ist es ein Verstoß gegen journalistische Sorgfaltspflicht, Tatsachen zu veröffentlichen, auch wenn die Veröffentlichung illegal ist?

Anderes1961

Zu ihrer Frage eins: Das weiß nicht ich, sondern  das wissen viele seiner ehemaligen Weggefährten, die ihn genau kennen. Und man kann das auch daraus schließen, daß er das Material einfach ungeprüft und unbearbeitet online stellte, ohne seine Informantin zu schützen, deren damaliger Name in Klarschrift in den Dokumenten stand und er damit seine Informantin den US-Behörden auf dem Silbertablett servierte. Und das kann man daraus schließen, daß sich Assange im Ruhm sonnte und für die Veröffentlichung feiern ließ.

Und Zu ihrer zweiten Frage: Die habe ich mit der Antwort auf Ihre erste Frage beantwortet. Jetzt müssen Sie nur noch lesen und verstehen. Denn die Fragen hätten Sie mir auch stellen können ohne Ihre üblichen Tatsachenverdrehungen. Ich habe nämlich nicht behauptet, daß eine Veröffentlichung ein Verstoß wäre, sondern die Veröffentlichung ohne seine Informanten zu schützen. Das ist zwar nur eine Petitesse, aber eine sehr wesentliche. 

mispel

Das weiß nicht ich, sondern  das wissen viele seiner ehemaligen Weggefährten, die ihn genau kennen.

Das ist für mich kein Beleg, daher wenig überzeugend.

deren damaliger Name in Klarschrift in den Dokumenten stand

Da würde mich eine Quelle interessieren. Auf Wikipedia steht dazu nichts. Da stehen andere Gründe.

Sisyphos3

>>für einen ruhmsüchtigen Egoisten halte,<<

 

für das halte ich ihn zweifellos auch, aber das ist ein Nawalny wohl auch gewesen

die Frage wie bewertet man es wenn einer Unrecht aufzudecken versucht

nach seinen Beweggründen also Geltungssucht oder  Gewissen

 

Anderes1961

Da stellen Sie eine wichtige Frage, die ich Ihnen auch nicht beantworten kann. Ich denke, das muß jeder mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren. Und ja, Nawalny war zweifellos auch geltungssüchtig, sonst hätte er ganz sicher nicht das getan, was er getan hat. Und ich kannte ihn ja nicht persönlich, aber aus dem, was aus den Medien bekannt ist, glaube ich ableiten zu können, daß Nawalny niemals aus Geltungssucht seine eigenen Leute gefährdet hätte. Ob dem so ist, weiß ich natürlich nicht. Ich kann da auch nur spekulieren. 

w120

Ob er mit der Veröffentlichung tatsächlich Leben gefährdet, oder doch eher gerettet hat - vor der Willkür amerikanischer Soldaten - sei mal dahingestellt.

Das wäre doch aber zunächst für die Beurteilung wichtig.

Die Gründe (Ruhmsucht) sind auch zunächst zweitrangig

 

Fakt ist das die Verfolgung seiner Person bis hin zu den Haftbedingungen (z.B. LTO 2021) mehr als kritisch zu beurteilen sind.

 

Auch das jetzige Vorgehen würde ich mehr in einem Unrechtsstaat vermuten, obwohl es wohl in eine juristische Grauzone fallen wird.

 

Man wartet, in der Hoffnung, dass er stirbt.

 

Anderes1961

Gestatten Sie mir, daß ich das als gelernter Journalist anders sehe. Die Ruhmsucht Assanges, die ihm fast alle seiner ehemaligen Weggefährten nachsagen, die halte ich für sehr wichtig. Die führte nämlich dazu, daß er ohne Rücksicht auf seine Informantin Chelsea Manning, deren Name in den Unterlagen stand, ungeprüft einfach online stellte, statt das Material den Profis zu überlassen; und das nur, weil sich Assange im Ruhm sonnen wollte.

Für einen Journalisten gibt es nichts Schlimmeres als seine Informanten zu verraten, denn das ist der Ast, auf dem man als Journalist sitzt und den man sich damit selbst absägt.

Und ja, nicht nur die Frage, ob Assange in den USA ein faires Verfahren  erwarten würde, spielt eine Rolle, sondern auch die Frage der Haftbedingungen. Das habe ich vollkommen übersehen. Danke für den Hinweis. Der ist auch sehr wichtig. Ob das jetzige Vorgehen juristisch einwandfrei ist, vermag ich als Nichtjurist nicht zu beurteilen. 

Breitenfels

Journalismus muss gegen staatliche Willkür und Verfolgung geschützt werden. 

Der Pressefreiheit tut man aber keinen Gefallen, wenn man überhaupt keine gesetzlichen Regelungen hinsichtlich der Eigentümerschaft von Dokumenten und Geheimhaltungsklauseln anerkennen will. 

Dann kann man auch gleich den Informantenschutz von Journalisten und Schutz der Privatsphäre mit den gleichen Argumenten einstampfen. Wenn ich als Person ein Recht auf meine eigenen Daten haben und deswegen 5 Knöpfe wegen Cookies drücken muss, dann darf auch ein Staat seine Sphäre schützen.

 

Anderes1961

Ja, auch ein Staat darf seine Sphäre schützen. Das streitet auch niemand ab. Auch Journalisten nicht, jedenfalls keine seriösen. Deshalb muß ich als Journalist auch immer abwägen, wem schade ich mit einer Veröffentlichung? Natürlich geht es dabei nicht um die Jahresshauptversammlung des Kaninchenzüchtervereins RN 635 (nichts gegen Kaninchenzüchter) sondern um solche Fälle, wie um den, über den wir jetzt diskutieren.

Aber die Crux ist das kleine, unscheinbare Wörtchen abwägen. Das ist nämlich das, was Julian Assange nicht getan hat, was aber jeder seriöse Journalist tun würde. Assange hatte nicht abgewogen, sondern rücksichtslos und gnadenlos alles einfach online gestellt, so wie es war. Ohne Abwägung, ohne Prüfung. Und sowas geht gar nicht. Nicht mal bei unseriösen Jounalisten. 

Breitenfels

 

Ich habe das auch gelesen, wie seine Mitstreiter ihn eingeschätzt haben. Assange war ruhmsüchtig. Er war nicht der edle Streiter für die Offenlegung von zwielichtigen Staatstätigkeiten sondern hat als Narzisst gegen sein Team gearbeitet und sich in den Vordergrund gespielt. 

Ich will nicht, dass er ausgeliefert wird. Aber ein Denkmal verdient er nicht.

R A D I O

Wenn sich der Westen, z.B. USA, GB, Deutschland, tatsächlich Sorgen um gefährdete Menschen in Afghanistan macht, dann verstehe ich nicht, warum immernoch tausende Ortskräfte, z.B. Helfer oder Mitarbeiter der Bundeswehr nicht geholfen wird, Afghanistan zu verlassen, obwohl ihr Leben stark gefährdet ist. Und Ruhmsucht ist bei Assange noch von keinem Psychiater festgestellt worden. Davon abgesehen, wäre die nicht strafbar. De Fall ist für mich klar, es geht darum, Journalisten einzuschüchtern.

Anderes1961

Sorry, diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten, da mü´ssen Sie schon die Bundesregierung fragen. Und dieser Frage würde ich mich dann gerne anschließen.

Assange hatte zahlreiche Mitstreiter, von denen sich alle ohne Ausnahme von ihm abgewandt haben. Und zwar genau aus dem Grund, weil die ihn für einen Narzisten halten und es deswegen immer wieder zum Streit kam mit seinen Mitstreitern. Manchmal bedarf es keines Psychaters, um einen Menschen einzuschätzen. Manchmal genügt es, genau zuzuhören und genau zu lesen. 

Gassi

Ein fürchterlicher Eiertanz. Grässlich mit anzusehen, wie wenig die Gründe der Auslieferung hinterfragt werden: da droht ein Schauprozess. Die USA wurden ertappt und sinnen auf Rache. Selbe Handlungsweise wie in Ru oder China. Irgendwie billig. 

Gut, dass England nicht willfährig nachgegeben hat.

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fathaland slim

„England“ hätte längst „willfährig nachgegeben“, wenn Sie mit „England“ die britische Regierung meinen.

Zum Glück gibt es in Großbritannien, im Gegensatz zu den von Ihnen genannten Ländern, eine unabhängige Justiz.

Zu Assanges „Vergehen“:

Er hat geheimdienstliche Geheimnisse öffentlich gemacht. Das ist im vorliegenden Fall verdienstvoll, aber keine Staatsführung dieser Erde versteht da Spaß.

Sisyphos3

ehrlichkeitshalber sollte man das auch beachten !

in keinem Staat dieser Welt käme der ungeschoren weg

in unseren vielgepriesenen Demokratien so wenig wie in totalitären Systemen

Tom.Orrow

„Zu Assanges „Vergehen“:

Er hat geheimdienstliche Geheimnisse öffentlich gemacht. Das ist im vorliegenden Fall verdienstvoll, aber keine Staatsführung dieser Erde versteht da Spaß.“

Die „geheimdienstlichen Geheimnisse“, sind aber nicht von der Art, die sich Klein-Fritzchen vorstellt. Was Assange öffentlich gemacht hat, war die Ermordung von Zivilisten durch US-Soldaten, waren schlimmste Folterpraktiken, ausgeführt von Angehörigen der US-Armee. Handlungen, die durch keinerlei Recht eines „demokratischen“ Landes gedeckt sind. Handlungen, deren Vertuschung auch die Vertuscher – bis in die höchsten Etagen der US-Regierung – mitschuldig macht. Und das erklärt die Unerbittlichkeit der USA, Assange in die schmutzigen Hände zu bekommen.

 

pieckser

Gut, dass England nicht willfährig nachgegeben hat.

Es war England, die Assange verhaftet, ohne Rechtsgrundlage festgehalten haben und in Isolationshaft steckte.

Anderes1961

Nun könnte man meinen, die USA sei ein Rechtsstaat und ein unfairer Prozess sei unwahrscheinlich. Das ist aber falsch gemeint. Wenn man die Äußerungen zum Thema quer durch alle Parteien der letzten Jahre rekapituliert, bleibt zu befürchten, daß man Julian Assange einen Prozess so unfair, wie es der amerikanische Rechtsstaat erlaubt, gestalten wird.

Ja, Julian Assange gehört vor Gericht. Aber bitte in einem fairen Prozess. Und den könnte Großbritannien garantieren, was sie mit dieser Entscheidung ja gezeigt haben. 

Nettie

"WikiLeaks-Gründer Assange darf nicht unmittelbar an USA ausgeliefert werden"

Hoffentlich darf auch bald grundsätzlich niemand mehr von irgendwem irgendwem anderen - oder überhaupt irgendwas - 'ausgeliefert' werden.

Weder mittel- noch unmittelbar.

Emil67

Es wird Zeit das der Mann endlich frei kommt.

Oder ist England nicht besser als Russland?

Wäre wohl besser nach Russland gegangen wie Edward Snowden?!

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nie wieder spd

Wahrscheinlich. Aber in einem ähnlichen Fall mit Russland als Kläger, würde Assange mit Sicherheit nicht ausgeliefert werden. Er hätte eher einen Orden bekommen.

Kaneel

Wer in Russland Korruption aufdeckt oder sich sonstwie gegen die Regierung stellt, wird auf der Straße oder im Hausflur erschossen, fällt aus dem Fenster, saß in einem abstürzendem Flugzeug, kommt mit Gift in Berührung. Das haben Sie merkwürdigerweise aber noch in keinem Post angeprangert oder sich auch nur ansatzweise für diese Menschen hier im Forum eingesetzt. Das wirft Fragen auf dazu, ob Sie möglicherweise mit zweierlei Maß messen.

P.S. Ich vertrete die Ansicht, dass Assange nicht in die USA ausgeliefert werdenn sollte, sich seine Haftbedingungen radikal verbessern und er in absehbarer Zeit frei kommen kann. Ich hoffe das ist irgendwie rechtlich möglich.

pieckser

Wer in Russland Korruption aufdeckt oder sich sonstwie gegen die Regierung stellt, wird auf der Straße oder im Hausflur erschossen, fällt aus dem Fenster, saß in einem abstürzendem Flugzeug, kommt mit Gift in Berührung. 

Werden in den westlichen Ländern Korruption, Kriegsverbrechen oder ähnlich aufgedeckt, gibt es in

-Australien: Ein Gerichtsverfahren gegen den Whistleblower (aktuelle Gesetzeslage).

-USA: Gefängnis mit psychischer/physischer Folter (Manning). Oder Flucht in ein anderes Land mit Bitte um Asyl, welches dann - weil ja ganz offen politisch verfolgt - gewährt wird (Snowden).

-EU/Europa: Anzeigen wegen sexueller Nötigung, wobei die Nötigung erfunden wurde. Isolationshaft aufgrund politischen Asyls in der Botschaft. Politische Einflussnahme der USA (natürlich..) auf neue Regierungen, so dass das Asyl zurückgezogen wird. Inhaftierung. Psychische und physische Folter. Gefängnis OHNE Urteilsspruch. Und kein Asyl in der EU aufgrund politischer Represalien (Assange).

Kaneel

Ich möchte weder in den USA noch in Russland vor Gericht stehen. In etlichen US-Bundesstaaten existiert weiterhin die Todesstrafe oder absurde Haftlängen, in Russland Lagerhaft und "zufällige" Tode. Entspricht alles nicht meinem Rechtsempfinden. Weder das, was US-Soldaten an Menschenrechtsverbrechen verüben, noch das was russische Soldaten begehen.

Sie und andere schaffen es allerdings nicht jemals auch das russische oder chinesische Rechtssystem anzuprangern. Schaffen Sie einfach nicht.

Dass die Anschuldigung der sexuellen Nötigung vermutlich erfunden war, war im Fall Assange ja erstmal nicht sicher. 

nie wieder spd

Wozu sollte ich etwas anprangern, was sogar dort Allgemeinwissen ist? 
Wieviele Menschen auf der Welt sterben mußten, weil andere Länder genauso oder noch schlimmer agieren, hat Assange uns gezeigt. Da wird dann sehr wohl mit zweierlei Maß gemessen. Und wieviele Journalisten vor westlichen Regierungen Angst haben (müssen) ist niemals Berichterstattungswürdig. 
Ihrem P.S. schließe ich mich an.

Sisyphos3

darauf können sie "Gift nehmen"

Juwa

In Russland würde Assange wahrscheinlich nicht das erleiden was ihm gerade im Vereinigten Königreich passiert. Aber nicht weil Russland besser wäre, sondern weil Russland mit den USA verfeindet ist.

fathaland slim

Genau so ist es.

nie wieder spd

„Er habe mit WikiLeaks vertrauliche Regierungsdokumente gestohlen und wahllos veröffentlicht und damit das Leben unschuldiger Menschen gefährdet.“

Welche unschuldigen Menschen sollen das denn gewesen sein? Das waren oder sind doch alles Menschen, die irgendwie im Auftrag der US - Regierung unterwegs waren. Hoffentlich wird mit diesem ganzen Vorgang allen Menschen klar, dass auch die US - Regierung nicht jeden schützen kann, der in ihrem Auftrag Verbrechen begeht. Auch nicht, wenn ein Journalist diese aufdeckt. 
Sind die von Assange dokumentierten Verbrechen je vom Menschenrechtsgericht verhandelt worden? Bestimmt nicht, da dieses Gericht von den USA gar nicht anerkannt ist. Solche Schlingel aber auch.

Wo bleibt seit 15 Jahren eigentlich der tägliche Aufschrei der wertevertretenden Journalisten? 

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fathaland slim

Wo bleibt seit 15 Jahren eigentlich der tägliche Aufschrei der wertevertretenden Journalisten?

Ach Gott, wie albern.

Seit langer Zeit finden Sie den allergrößten Teil der europäischen und US-Journalisten auf Assanges Seite.

Und das ist gut so.

nie wieder spd

Es ist nur schade, dass man kaum etwas davon gehört hat.

derkleineBürger

"Er habe mit WikiLeaks vertrauliche Regierungsdokumente gestohlen und wahllos veröffentlicht und damit das Leben unschuldiger Menschen gefährdet."

->

Also die Verbrechen von US-Staatsbeamten,die diese Regierungsdokumente dokumentieren,haben nicht nur das Leben von unschuldigen Menschen gefährdet,sondern vielfach lebenslänglich geschädigt und auch vielfach das Leben von unschuldigen Menschen beendet.

Warum sitzen diese ganzen üblen Verbrecher nicht in einem Hochsicherheitsgefängnis sondern derjenige,der die Verbrechen ans Licht der Öffentlichkeit brachte ?

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Sisyphos3

weil Denunzieren gelegentlich gut ankommt (wenn es Betreffenden nützt) der Denunziant selbst kommt nie gut an

gelassenbleiben

da gab es dazu bei Lanz tatsächlich mal eine ganz interessante Diskussion zwischen zwei Rechtswissenschaftlern, die sich sehr engagiert über ihre konträren Ansichten ausgetauscht haben. Alle (formal)juristischen Argumente und auch moralische wurden dort ausgetauscht. Sehr sehenswert. 

Juwa

„Für Assange bedeutet die Entscheidung einen Teilerfolg.“

So richtig von Erfolg kann man noch nicht sprechen. Den er kann immer noch ausgeliefert werden. Außerdem sitzt er seit April 2019 ununterbrochen im Gefängnis.

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derkleineBürger

Und wird da gefoltert - lt. UN-Folterexperten

fathaland slim

Ich bitte darum, mit dem Begriff „Folter“ nicht ganz so freigiebig umzugehen.

Schauen Sie sich bitte Fotos des neunzehnjährigen Tatverdächtigen in Russland an. Auch wenn die schwer zu ertragen sind.

MargaretaK.

Zitat: "Bei der Untersuchung des Falls von Wikileaks-Gründer Julian Assange ist Nils Melzer auf politische Verfolgung, Justizwillkür und Folter gestoßen - und auf viel betretenes Schweigen."

Zu Herrn Prof. Melzer finden Sie einen Wikipedia-Eintrag. Auch seine Untersuchungen des "Falles Assange". 

w120

Moderne Folter hat andere Methoden.

 

 

Aber selbst alte Methoden, z.B. der stete Tropfen, der das Opfer höhlt, sind nicht zu verachten.

derkleineBürger

Wer sich heimlich wünscht,dass Assange weiter gefoltert wird,wünscht sich auch,dass dies möglichst heimlich bleibt

Sisyphos3

erzählen sie mal etwas mehr von den Folterungen

fairerweise !

fathaland slim

Ich begrüße diese Entscheidung des britischen Gerichtes und hoffe, daß Julian Assange nie an die USA ausgeliefert wird. Denn einen rechtsstaatlichen Prozess wird er dort nur bedingt erwarten können.

Warum?

Ich empfehle, „Demokratieindex USA“ nachzuschlagen.

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neuer_name

Und warum sagen Ihre politischen Freunde (Grünen) nichts dazu?

fathaland slim

Sie sind nicht informiert. Oder tun so, als wären Sie es nicht.

neuer_name

Worüber (informiert)?

Tino Winkler

Nichts ist demokratischer wie die USA, da wurde sogar Trump Präsident. 

Feo

Ich stimme Ihnen soweit zu, dass in den USA die Strafjustiz einen starken Racheaspekt vertritt, den ich in der Regel auch nicht teile. Bei Assange wirken die drohenden Maßnahmen unverhältnismäßig hart. Ein Abbüßen der Strafe in UK erscheint mir eher angemessen zu sein. Assange erscheint mir auch keine Bedrohung für die USA zu sein.

hofer andreas

Für den "Wertewesten" kann man sich nur schämen und alle Politiker die sich für Meinungsfreiheit aussprechen schweigen dazu.

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fathaland slim

Ach Mann. Selbst Olaf Scholz hat Partei für Assange ergriffen.