Europas größtes Haus aus dem 3D-Drucker steht in Heidelberg

Ihre Meinung zu Europas größtes 3D-Haus, gebaut in nur 140 Stunden

Revolutionieren Häuser aus dem 3D-Drucker die Baubranche? In Heidelberg ist gerade das größte 3D-Gebäude Europas fertiggestellt worden. Es entstand innerhalb von 140 Stunden. Von Daniela Diehl.

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106 Kommentare

Kommentare

Toni B.

Der 3D Druck mag noch ausbaufhähig sein und vielleicht noch einige Macken haben, aber... was ist denn die Alternative unter dem Aspekt des aktuellen Bedarfs und Fachkräftemangels?! Nicht bauen. Toll. Also haben wir die Wahl: So oder gar nicht.

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harry_up

Das ist doch, pardon, unsinnig.

Was sollte denn dagegen sprechen, die herkömmliche Bauweise neben dem 3D-Druck anzuwenden? Ganz im Gegenteil, gerade unter dem Aspekt des aktuellen Bedarfs. 

H. Hummel

An eine Revolution glaube ich nicht. Stein auf Stein führt in unseren Breiten immer noch weit vor Holz- und Fertighaus. Der Drucker mag ja Geschwindigkeitsvorteile haben, aber wie ist das z. B. mit dem Wohnklima, der Halt- oder Erweiterbarkeit, Reperaturen oder UV- Beständigkeit ec.?

Ich sehe die Vorteile eher bei der Bedienung schnell nötiger Verfügbarkeit ... nach Kastrophen, im Bereich Flüchtlings- oder Asylunterkünfte. Unterkünfte für Jahre, nicht Generationen.

Wobei wir im Nachgang zur Frage der Recyclingmöglichkeit- und Kosten kommen ... 

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harry_up

Wenn Sie nochmal einen Blick in den Artikel werfen: 

Genau diese Bedenken oder Aspekte hat man ja im Blick, auch die Recyclingmöglichkeit; zumindest die ist gegeben, was den Beton angeht.

Man experimentiert noch, etwas anderes kann ja noch nicht tun.

Möbius

Für das Massengeschäft könnte das etwas werden. Aber die erstellten Gebäude sind rein funktional und etwas hässlich. 

 

Aber wer weiß: nach Fertighäusern und Baurobotern (zB in China) ist der 3D Druck von Gebäuden der nächste denkbare Evolutionsschritt - zumindest für den Rohbau und solange man keinen Dachstuhl braucht. 

 

Dem Fachkräftemangel auf dem Bau wird das aber gerade nicht abhelfen, schon wegen der erforderlichen IT Kenntnisse. 

 

Ein weiteres Problem ist das Beton als Fluid zwar geeignet ist für den 3D Druck aber unter energetischen Aspekten ein weniger geeignetes Material darstellt. Der Fertighausmarkt (in dem ja auch Betonfertigteile verarbeitet werden) ist außer für Garagen auch nach Jahrzehnten ein Nischenmarkt geblieben. 

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harry_up

Ich seh das nicht so negativ.

Bedenken Sie: Diese Art zu bauen steckt noch in der Experimentierphase. Die heutigen Autos sind auch nicht mehr die von vor 30 Jahren.

Die erforderlichen IT-Kenntnisse vor Ort sind kein Hexenwerk, zumal die KI hier und bei der Planung alsbald ihre Stärke ausspielen wird.

Ja, und die optisch vielleicht wenig ansprechenden Fassaden lassen sich gewiss leicht aufhübschen.

Gerdstreuninger

Meines Erachtens handelt es sich bei solchen neuen Baumethoden um nichts anderes als der Versuch, einiger Startupunternehmen, auf irgendeinen Hype aufzuspringen (hier: 3D-Druck) und aus dem Technischen Unvermögen des Endverbrauchers bzw. Investors Kapital zu schlagen.

Während dieses Verfahren vielleicht einige Nieschenanwendungen genießen mag, wird es vermutlich niemals die Kosteneffizienz der bewährten Plattenbauweise oder die Flexibilität der Containerbauweise erreichen. Von den statischen und energetischen Problemen resultierend aus der Layer-by-Layer-Bauweise garnicht sprechend - jeder, der in seinem Leben schonmal mit einem 3D-Drucker zutun hatte, wird bestätigen, dass 3D-Drucke weder wasserdicht noch sonderlich stabil (Im Vergleich zu Spritzguss) sind.(Diese Probleme ließen sich natürlich durch zusätzlichen Arbeitsaufwand mitigieren, es ist jedoch fraglich, ob es sich dann nicht direkt lohnen würde, Betonplatten zu verwenden)

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Sokrates

3D Druck ist nicht gleich 3D Druck! Es gibt verschiedene Arten von 3D Druck. Den Häuser 3D Druck kann man mit Hobby 3D Druckern die man so kennt nicht vergleichen! Selbst 3D Drucker in der Raumfahrttechnik wie bei der NASA oder SpaceX sind da nicht vergleichbar! Man sollte sich mal die verschiedenen 3D Druckarten anschauen, bevor man versucht einen Vergleich ziehen zu wollen.

Gerdstreuninger

Damit haben Sie natürlich recht, es ist kein 1:1 vergleichbares Verfahren und ich nehme an, dass solch ein Bau insbesondere was Dichtigkeit angeht, besser abschneiden dürfte als haushaltsüblicher 3D-Druck, trotzdem bestehen die Grundprobleme des Haushalts-3D-Drucks m.E. Weiter, beispielsweise wie oben genannt die Stabilität, aber auch der Druck von überhängen, was die Herstellung von rechtwinkligen Decken und damit in einem gewissen maße auch den Bau von Mehretagenhaäusern erheblich erschwert. Ein weiteres Problem, das mir spontan einfällt, welches sich auf den "großen" 3D-Druck projizieren dürfte, ist die genaue Kontrolle der Viskosität des Baustoffes - Ich fürchte, dass es an dieser Stelle erhebliche Qualitätsschwankungen, abhängig von Witterung, Temperatur und Sonneneinstrahlung geben könnte.

Selbstverständlich könnten diese Probleme zukünftig Technisch gelöst werden, aber es ist fraglich, ob es dann nicht klüger wäre, Roboter Häuser "traditionell" bauen zu lassen. 

Account gelöscht

Ich sehe es auch so.Nichts geht über die herkömmliche Bauweise von Stein auf Stein.

Gerdstreuninger

Richtig. Ich sehe mich persönlich nach jeder Umweltkatastrophe darin traurig bestätigt.

Auch der Umweltaspekt ist nicht zu vernachlässigen. In den USA und Japan liegt die durchschnittliche Lebenserwartung eines neuen Hauses meines Wissens (Zitieren Sie mich nicht) bei ca. 50 Jahren und drunter. Für mich überhaupt nicht nachvollziehbar

schabernack

➢ Auch der Umweltaspekt ist nicht zu vernachlässigen. In den USA & Japan liegt die ø Lebenserwartung eines neuen Hauses (…) bei ca. 50 J. und drunter. Für mich … nicht nachvollziehbar.

Im Erdbeben-Japan gibt es extreme Bauvorschriften. Erbt man ein Haus, darf es bleiben, wie es ist, zieht man selbst innerhalb von 12 Mo. ein, oder man vermietet es bis dahin.

Wenn nicht, hat man 24 Mo. Zeit, es nach gültigen Vorschriften: Erdbeben-Baustandard «nachzurüsten». Falls möglich. Wirtschaftlich ist es selten. Nach 24 Mo. ist das Erbe weg, gerät in Besitz des Staates, wird abgerissen. Gebaut wird neu nach State of the Art.

Am 01.09.1923 wurden ca. 75% aller Gebäude in Tokyo durch das Beben von Kanto zerstört. Das größte konventionelle Bombardement im April 1945 legte Tokyo in Schutt & Asche. Das Erdbeben von Jan. 1995 verwüstete Kobe. Der Tsunami von 2011 ertränkte große Teile der Präfektur Fukushima.

Japan ist seit mehr als 1.000 J. immer wieder neue Architektur auferstanden aus Ruinen.

schabernack

➢ Ich sehe es auch so. Nichts geht über die herkömmliche Bauweise von Stein auf Stein.

Das neue architektonische Aushängeschild Ihrer Stadt Hamburg - die Elbphilharmonie - ist nicht Stein auf Stein.

Kein Gebäude zum Wohnen, aber das ist der 3D Großdruck in Heidelberg auch nicht. Man braucht einerseits kostengünstige Häuser zum Wohnen, und andererseits andere Gebäude, die diese komatös einschläfernde Langeweile der Architektur in Deutschland beenden.

CoronaWegMachen

"... Bauweise von Stein auf Stein ... "

... ist auch wissenschaftlich bewiesen das diese Bauweise eher Erdbeben stand hält.

harry_up

Die 3D-Bauweise wurde dahingehend doch noch nicht erprobt.

Wie auch?

schabernack

➢ Bauweise von Stein auf Stein ... ist auch wissenschaftlich bewiesen das diese Bauweise eher Erdbeben stand hält.

Es ist bei ungezählten Erbeben erwiesen, dass Stein auf Stein gemörtelter Kram das Allererste ist, was zusammenklappt. Schwingungsgedämpter Stahlbeton ist das, was am längsten stehen bleibt, wenn die Erde bebt.

schabernack

➢ Meines Erachtens handelt es sich bei solchen neuen Baumethoden um nichts anderes als der Versuch, einiger Startupunternehmen, auf irgendeinen Hype aufzuspringen.

Start-Up Unternehmen springen nie auf Hypes auf. Sie tun oder produzieren etwas, was es so vorher nicht gab. Beim 3D Druck von Gebäuden u.a. auch die Möglichkeit, in Kurven, oder mit runden Ecken zu bauen.

Eine Möglichkeit, die extrem langweilige Bauerei in Deutschland mit ewig gleich aussehenden Häusern optisch aufzuhübschen.

Miauzi

Kurven und runde Ecken konnte man schon seit Jahrhunderten auch mittels Stein-auf-Stein machen ... der seit ca. 6.000 Jahren nahezu unverändert gebliebene Einheits-Ziegel (1-2-6) ermöglicht dies!

Das man in D-Land so langweilig baut ist nicht einer angeblich mangelnden Bau-Technologie geschuldet sondern unserem Prozedere wie Bauprojekte genehmigt werden.

Wer das schon mal selbst als verantwortlicher Planer (oder Bauherr) ein die "Einheits-Norm" abweichendes Projekt eingereicht hat - weiß wovon ich hier schreibe

(ja - ich habe selbst als Bauvorlage-Berechtigung gehabt - mit Stempel und Nummer und dem entsprechenden Bau-Kammer-Eintrag)

Das "Hochziehen" von Wänden ist nur der kleinste Teil der zeitlichen Bautätigkeit an einem Haus - es ist noch nicht einmal der komplette Teil davon einen "Rohbau" zu erreichten.

Ja - sieht für den Laien toll und beeindruckend aus ... mehr ist es aber nicht.

Senkung der Baukosten? -> *schallendes Gelächter* - bestimmt nicht

schabernack

➢ Das man in D-Land so langweilig baut ist nicht einer angeblich mangelnden Bau-Technologie geschuldet sondern unserem Prozedere wie Bauprojekte genehmigt werden.

Und warum muss dass in Deutschland so fürchterlich langweilig sein? Man bekommt schon Zoff mit dem Bauamt, will man ein Haus, in dem ein Kindergarten ist, mit den Farben von Panama und der Tigerente anstreichen.

Miauzi

Tja - warum ist D-Land im Bauwesen so absolut moralin-sauer?

Weil die gesellschaft mehrheitlich absolut spieß-bürgerlich ist - besonders im ländlichen Bereich

Da muss eine Siedlung - egal ob alt oder neu wie eine Kaserne aussehen - einheitlicher (weil "ortsüblicher") Baustil - alles schön ausgerichtet in einer Front wie beim Antreten einer Kompanie

*sarkasmus*

Da wird aus dem Bauamt schnell mal eine Art 2. Amt für "Denkmals-Schutz" - auch wenn der "ortsübliche" Baustil nicht mehr als "märkische Bauern-Kate" ist.

Politik versteckt sich hinter dem Amt und umgekehrt.

Mein Fazit nach so vielen Jahren ... D-Land will einfach nicht obwohl es könnte.

Und das fängt eben schon bei der Farbe eines Kindergarten an und hört bei der Gestaltung eines Gebäudes auf.

Wenn es genauso "konservativ" wie die anderen im Ort aussehen - dann dürfen sie die modernsten Baumethoden verwenden - aber wehe man möchte etwas äußerlich anderes haben - dann sind selbst die früher ortübliche Lehmbauweise komplett irrelevant.

Klabautermann 08

Wie kommen Sie darauf, dass 3D-Drucke weder wasserdicht noch sonderlich stabil sind? Entgegen Ihrer Behauptung haben Sie sich offensichtlich noch nie mit 3D-Drucken beschäftigt. Selbst die von mir entworfene und dem heimischen 3D-Drucker mit PLA gedruckte Gießkanne ist wasserdicht, von der Stabilität von mit speziellen Materialien und Druckverfahren gar nicht zu reden. 3D-Drucke werden mittlerweile selbst in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt.

Karl Klammer

Deutsches Hobby , erst mal alles schlecht reden :-)

Man macht sogar schon Glasfaser oder Bambusfasern mit in den Beton und die Geschoßdecken und Tragende Wände können sogar gegenüber der herkömmlichen Bauweise halbiert werden, bei gleicher Stabilität.

Sie haben bestimmt keinen 3D Drucker , oder können ihn nicht richtig bedienen , denn die Ausdrucke sind wasserdicht und auch stabil.

Sebastian15

Bevor man jetzt große Vorschusslorbeeren verteilt nur weil es was neues ist sollte man erstmal abwarten, wie lange ein "gedrucktes" Haus tatsächlich hält.

rjbhome

einfach mal anschauen,  a aus ddn bbsherigen 3D Druck Häusern geworden ist. Dies Objekt in Deutschlsnd ist ja bei Weitem nicht das erste

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harry_up

Es gibt trotzdem noch keine hunderte.

Izmi

Wie lange hat denn das Aufstellen der Baumaschine gedauert? Sieht alles ziemlich aufwändig aus...

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Sokrates

Sie sollten sich mal das Video anschauen

https://www.google.de/search?q=größtes+3d+gedrucktes+gebäude+europa&source=hp&ei=BuG4ZMmfGeKHxc8Pv4OqwAQ&iflsig=AD69kcEAAAAAZLjvFgrv_V05NUzrdjhBlEdcPFIkoPdn&oq=Größtes+3D+gedrucktes&gs_lp=Egdnd3Mtd2l6GgIYAiIXR3LDtsOfdGVzIDNEIGdlZHJ1Y2t0ZXMqAggAMgUQIRigATIFECEYoAFI6WRQAFiFQXAAeACQAQCYAZMBoAGJEqoBBDYuMTW4AQHIAQD4AQHCAgcQABiKBRhDwgIREC4YgAQYsQMYgwEYxwEY0QPCAgsQABiABBixAxiDAcICCxAuGIoFGLEDGIMBwgINEC4YigUYxwEY0QMYQ8ICCxAuGIAEGLEDGIMBwgIREC4YigUYsQMYgwEYxwEYrwHCAhAQABiKBRixAxiDARhDGIsDwgIIEC4YgAQYsQPCAggQABiABBixA8ICBRAAGIAEwgIOEAAYgAQYsQMYgwEYiwPCAgYQABgWGB7CAgQQIRgVwgIHECEYoAEYCg&sclient=gws-wiz#fpstate=ive&vld=cid:8362a9a8,vid:c9SPYfyX6oM

Dann werden sie schnell feststellen, daß die Maschine gar nicht so aufwändig ist. Ich schätze das die Maschine so wie man sie da sieht maximal an einem Tag steht!

Kokolores2017

Das hört sich faszinierend an, aber verwendet wird immer noch Beton, und der wird inzwischen auch für traditionelle Bauverfahren recycelt - das löst aber wohl das Problem nicht ganz. Denn dazu wird auch viel Energie benötigt. Wir verbrauchen für den Betonbau insgesamt eine enorme Menge Sand aus Flussmündungen und von Küsten. Das heißt für die Betonorgien in allen Riesenmetropolen und die Statusbauten der Vereinigten Emirate werden Küsten zerstört (auch im Raubabbau) und gleichzeitig über steigende Meeresspiegel gejammert.

Zudem schafft Beton kein lebensfreundliches Raumklima, weshalb längst auch wieder alte Baustoffe und Baumaterial aus heißen Ländern sowie das "opus caementicum"  der Römer (und seine Variationen) ausprobiert bzw. kombiniert werden. Der "Römerbeton" hält ewig, wie wir heute noch sehen können, nimmt mehr Wasser auf und bietet gutes Raumklima, weil ihm z. B. auch Tuff, Puzzolane und Vulkanasche beigemengt sind.

 

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Miauzi

Die "Puzzolane" sind das Bindemittel im Beton ... und dieses wird heute durch den "Zement" erzeugt

Auch unser Beton kann 2.000 Jahre halten - aber eben nicht die Fenster, Türen und Dächer.

Letztere sind heute wie damals oft aus Holz und Ziegel hergestellt und haben eine sehr begrenzte Lebensdauer.

Was viele eben nicht verstehen können oder wollen ... ein Baukörper muss STÄNDIG unterhalten werden damit er nutzbar bleibt ... und das erfordert auch genügend finanzielle Mittel

Konstruktion und verwendete Baustoffe entscheiden über den Nutzungszeitraum hinweg - wie hoch diese Kosten ausfallen.

Beton als Baustoff hat da in vielen Aspekten keine gute Bilanz.

Wie der Fisch aber am Kopf zu stinken anfängt - so fängt die nicht vorhandene Nachhaltigkeit nicht beim Baustoff selbst an - sondern an der ZUGELASSENEN Siedlungs-Struktur in D-Land.

Kennt man wirklich nur Einfamilienhäuser auf der einen Seite und Hochhäuser auf der anderen ... dazwischen vielleicht noch "Stadtvillen"??

Nettie

„Quietschend und ratternd presste er [der sogenannte Portaldrucker].aus einem Schlauch und einer Druckdüse eine Schicht Beton auf die darunterliegende. Fast so, als würde man aus einer Tülle Sahne auf eine Torte spritzen.“ 

Der Anblick erinnerte mich auch spontan an meine Zeit als Konditorin.

„Wellenförmig sind die Wände, von oben sieht es aus wie ein Rechteck mit Kurven. Solche Formen sind in konventioneller Bauweise nicht möglich“

Konventionell oder nicht, Hauptsache, das Haus bleibt stehen und die Bewohner fühlen sich wohl drin.

Schnell gebaut ist es ja.

Affen_D

Ich mag kein Beton und schwöre auf Holz! Bestes Raumklima und wenn mal was ist, kann man mit etwas handwerklichem Geschick sogar vieles selber machen!

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proehi

Alle Baumaterialien haben ihre spezifischen Eigenschaften, Vor- wie Nachteile. Es kommt halt drauf an, was man daraus macht. Nicht alles sollte man aus Beton oder aus Holz bauen. Vielleicht ermöglicht der „Betonhausdruck“ künftig etwas erweiterte Möglichkeiten, mehr wohl eher nicht.

Gerd Hansen

Das hängt von der Gegend ab.

Hier direkt an der Nordseeküste sehen die meisten Holzhäuser schon nach 10 Jahren „ziemlich angegriffen“ aus, nach 30 Jahren müssen die meisten aufwändig restauriert weden ( oft, indem Klinker umzugemauert wird ).

In Bayern sehen Holzhäuser auch nach 30 Jahren oft aus wie gerade gebaut, ebenso Wände mit weißem Außenputz. Hier sind weiße Häuser nach spätestens 5 Jahren an der (Nord-) Westseite grün.

Auch solche, die mit Lotuseffekt-Farbe gestrichen wurden.

Coachcoach

Ich find's toll - noch viel Entwicklung nötig - vor allem aber möglich. Toll.

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Peter P1960

Ich finde vor allem Ihren Post toll. Positiv, zuversichtlich, mit Vertrauen auf die sich fortentwickelnde Ingenieurskunst. Ein erfrischender Gegenpart zu all den Skeptikern, Bedenkenträgern und der "ich-trau-nix-Neuem"-Fraktion. Toll.

Account gelöscht

Bei den Skeptikern hängt es wohl auch mit Lebenserfahrung zusammen.

Miauzi

Vor allem praktischen Erfahrungen im Bauwesen selbst.

Für mich ist das ganze ein PR-Gag der Beton-Industrie - die ja wegen ihrer nicht vorhandenen Nachhaltigkeit massiv unter Druck steht.

harry_up

Lebenserfahrung nützt hier m. E. nicht sonderlich; es geht doch um etwas gänzlich Neues.

proehi

Gänzlich neu? Es handelt sich um Beton und neu ist im Wesentlichen, den Werkstoff vor Ort ohne Schalung in Form zu bringen. Neben Fertigteilen und Gießen in Schalung eher eine weitere, neue Art der Verarbeitung eines bekannten Materials. 

harry_up

Reicht das denn nicht?

proehi

Klar doch, ist ja schließlich eine Innovation beim Bau von Häusern, die ihre Zukunftstauglichkeit noch beweisen wird. Ein gänzlich neuer Werkstoff mit neuen Eigenschaften ist es hingegen nicht.

harry_up

Ja nu...

proehi

Sicherlich bin ich nur verschroben konservativ. Aber wenn ich ein neues Haus wollte, dessen Optik mir die wichtigste Eigenschaft wäre und nur durch dieses Verfahren zu erreichen wäre, käme ich um diesen 3D-Druck nicht umhin. Ansonsten, ja nu…

Sokrates

Wenn ich jetzt bauen wollte, würde ich mir diese Technik auf alle Fälle anschauen. Ob es dann finanzierbar wäre steht dann auf einem anderen Blatt!

harry_up

Ganz genau! Was spräche dagegen?

werner1955

Ich find's toll.

Ich auch. Fortschrittlich und effizient. Wie Kabel. Leitungen, Rohre verlegt worden sind ist nicht zu erkennen. 

harry_up

Dazu, denke ich, haben sich die Entwickler ganz sicher zuvor die erforderlichen Gedanken gemacht. 

Wär ja auch blöd, wenn hernach Schlitze gekloppt und Röhren gebohrt werden müssten. 

werner1955

Wär ja auch blöd,
Sehr richtig. habe mal in einem Betonfertighaus aus den 80 jahren für einen Freund beim Seniorengerechten Umbau einige Steckdosen verlegt. Furchtbar ist noch eine harmlose Bezeichnung. 

Gassi

Unausweichlich. Es wird andere Materialien als Zement geben, wo das Raumklima besser sein wird. Es geht nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um den Preis. Das wird noch deutlich preiswerter werden, denn die Maschinen werden günstiger. Die Personalkosten sind jetzt schon deutlich vorteilhafter. Ja, Billigarbeiter werden weniger notwenig.

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CoronaWegMachen

"... Es wird andere Materialien als Zement geben, wo das Raumklima besser sein wird ..."

Gibt es eh schon lange : Häuser aus Holz
Und diese Bauweise geht recht flott.

Nachteil : Brennen u.U. nach einem Blitzeinschlag ab, oder sind sonst nicht gerade die Bauweise welche sich die Feuerwehr so vorstellt.

proehi

Keller aus Holz, EG aus 3-D-Beton, 1. Stock gemauert und Dachstuhl aus Betonträgern, Geschoßböden auf Balkenlage wäre evtl. eine krasse Fehlkonstruktion mit prima Klima im Keller. 3 - D - Druck ist eine Innovation, deren Möglichkeiten die Zukunft zeigen wird.

MrEnigma

Spannende Idee. Generell müssen wir aber natürlich gerade beim Einfamilienhaus weg von dieser irrwitzigen Vorstellung man kauft mit 30 ein Haus mit 2000qm und lebt da dann bis man tot ist. 

Es gibt viele interessante Wohnideen. 

Richtig innovativ wird es, wenn das Haus aus dem 3D Drucker modular geplant wird. 

Also - vielleicht erst 100qm ... die auf 50 geschrumpft werden könnten, ganz einfach - weil vorher schon überlegt. Mit normalen Häusern geht das nicht. Daher sitzen die Rentner alleine in den riesen Häusern auf irrwitzigen Grundstücken, weil man das seit 1960 so macht. 

Beton ist ein spannender Baustoff, gerade auch im Hinblick auf Isolierung. 

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Sokrates

"Also - vielleicht erst 100qm ... die auf 50 geschrumpft werden könnten, ganz einfach - weil vorher schon überlegt. Mit normalen Häusern geht das nicht. Daher sitzen die Rentner alleine in den riesen Häusern auf irrwitzigen Grundstücken, weil man das seit 1960 so macht. "

Grundsätzlich: Wer gibt irgend jemand das Recht wie ich als Rentner leben möchte, bzw. zu leben habe?

harry_up

Bitte nicht absichtlich missverstehen.

wenigfahrer

" Daher sitzen die Rentner alleine in den riesen Häusern auf irrwitzigen Grundstücken "

Das stimmt aber in der Masse nicht so ganz, weil damals auch ganz viel kleine gebaut wurden, ganze Siedlungen, Kleingartengröße und 150 Quadratmeter Haus ist eine neue Erfindung, da brauch ein normaler Mensch auch kein Haus mehr, wenn er dem Nachbarn durchs Küchenfenster die Hand reichen kann, und schon gar nicht zu den Preisen.

Klingt für mich etwas nach Neid, wenn ein ordentliches Grundstück am Haus ist mit Garten und Garage.

Sokrates

Aber dennoch wenn ein Rentner:in, bzw. ein Rentner:in Ehepaar bei einem großen Grundstück mit Haus sterben, so ist das ja nicht zum Abriß bestimmt, da gibt es dann sicherlich Erben die sich dann darum streiten werden. Wenn es keine Nachkommen gibt wird das Haus mit Grundstück auch einen Abnehmer finden. Also ist das Ganze doch nicht unnütz hingebaut worden oder? so muß man schon kein neues Haus bauen!

harry_up

Wie schnell man doch vom Thema abkommen kann...

werner1955

und lebt da dann bis man tot ist. 
Also ich lebe solange da bis ich persönliche ohne Zwang eigenverantwortlich und selbst Entscheide. 
Mein fester wille ist ich gehe nur mit "den Füssen vorran".

 

Bender Rodriguez

Wieder ein Apparat, der keine Beiträge zur Rente und Pflege zahlt. Und der Maschinenführer muss später 10 Maurer alimentieren.

Automatisierung muss Grenzen haben

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Volkspartikel

Automatisierung kennt aber keine Grenzen.

Mit Vernetzung, 3D-Druck, autonomem Fahren und vor allem KI (jenseits ChatGPT) werden in den nächsten 20 Jahren mehrere Technologien konvergieren. Und diese Konvergenz hat das Potenzial, über 50 % der heutigen Stellen überflüssig zu machen. Nicht nur im Niedriglohnbereich (Lieferanten, Taxifahrer, Kräfte im Einzelhandel, ...), auch Stellen, die unseren "Mittelstand" ernähren, vom Lokführer über den Bankkaufmann bis zum Designer von Webseiten usw. (alles m/w/d)

Anders als in der Vergangenheit werden keine oder kaum neue Berufsfelder entstehen (also Kraftfahrer statt Kutscher, CNC-Dreher statt Kohlekumpel). Wir müssen also zusehen, wie wir zukünftig Einkommen erzielen ohne Arbeit.

Bender Rodriguez

Dann müssen wir über Apparatesteuern nachdenken.

Andererseits, wenn keiner mehr arbeitet, wofür braucht man dann apparate?  Keiner kann mehr was kaufen. 

harry_up

Also muss Bauen teuer bleiben...?

Bender Rodriguez

Bauen ist nicht teuer. A er glau st Du, der Apparat macht es billiger? Für den Bauherren nicht. Einzug der Bauunternehmer macht mehr Gewinn.

harry_up

Über die "Preisverteilung" bin ich nicht informiert.

Aber wenn's schon erheblich schneller geht, ist das doch bereits eine Ersparnis für den Häuslebauer, der zumindest keine Miete mehr am Hals hat.

Aber wie ich schon sagte:

Nicht das Neugeborene schon abschreiben, weil es noch nicht laufen kann...

werner1955

Automatisierung muss Grenzen haben?

Warum? Bisher hat der Forschritt immer mehr Wohlstand und arbeitsplätze geschaffen. 

Miauzi

Keine Sorge - die Wände hochziehen ... das ist der kleinste Teil beim Hausbau.

Schon bei der Bodenplatte ist nix mehr mit Automatisierung - never.

Das wird Hand- und Maschinenarbeit beleiben ... das verstehen aber nur Leute die mit eigenen Händen sowohl auf einer solchen Baustelle als auch in einem automatisierten Betrieb gearbeitet haben.

Mit 4 Mann montiert man aus Beton-Fertigteilen ein Mehrfamilienhaus ... und einer davon ist der Kranführer.

10 Mauer gleichzeitig an einem Haus ... habe ich noch nie gesehen - außer in alten Film-Dokus von Großbaustellen aus den 1930er oder 1950er Jahren.

Eisenflechter im Massen-Einsatz ... gibt es noch heute - ich sage da nur mal Staudamm-Mauer aus Beton

marvin

So neu ist dieses computergestützte Bauen jetzt auch nicht. Ich weiß noch, wie Frank Gehry vor 25 Jahren für seine Düsseldorfer Freiform-Bauten im Medienhafen riesige Schalen fräsen, mit Beton ausgießen, und die fertigen Etagen dann mit dem Schiff aus Kalifornien antransportieren ließ. Damals hieß es schon, das sei der "Durchbruch", Gehry habe gezeigt, dass es geht.

Das Heidelberger Projekt ist ja ein Modellversuch mit dieser dort ansässigen Zementfirma. Ich habe aber wenig Zweifel, dass jetzt, wo es solche Drucker bei uns gibt, sie auch ihre Anwendungen finden werden. 

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werner1955

sie auch ihre Anwendungen finden werden. 
Richtig. Sehe ich auch so. 
Bis die Behörden mit Ihren Vorgaben, Gesetzten und Regeln, und Energiewerten das erlauben wird es noch Jahre dauern. 


Jetzt bremsen die hohen Kosten und besonders die einseitigen überzogenen Bauvorschriften, DIN Normen und Regeln den Fortschritt wie sehr oft wieder  aus.

Miauzi

Bauvorschriften überzogen?

Etwa der Brandschutz?

Sie sind doch der erste der jammert wenn es wegen mangelhaften Brandschutz zur Katastrophe kommt!

Dabei ist der Brandschutz bei Bestandsgebäuden heute schon ein zahlloser Tiger ... die Feuerwehr kann KEIN Objekt in eigener Regie sperren wenn z.B. die Rettungswege nicht frei sind.

Mit der deutschen Wiedervereinigung ist das damals gestrichen worden!

schabernack

➢ Jetzt bremsen die hohen Kosten und besonders die einseitigen überzogenen Bauvorschriften, DIN Normen und Regeln den Fortschritt wie sehr oft wieder  aus.

Seien Sie fröhlich, dass Sie in Ihrem Little Tokyo Düsseldorf ohne Erdbebenbauvorschriften wohnen können. Käme es wegen geringeren (oder nicht genügend kontrollierten) Brandschutzvorschriften zu großem Schaden.

Dann sind Sie der Erste, wer umher mault: Behördenversagen!

wenigfahrer

Der Weg ist noch weit bis das Massentauglich wird, wie sieht es denn mit der Haltbarkeit aus, und die Wurstwände müssen ja auch Innen und Außen noch verkleidet werden, sind die ganzen Kabel und Anschlüsse wie Wasser und Abwasser schon drin oder wie funktioniert das.

Also noch ganz viel Fragen, wie ist das mit der Wärmedämmung, und was macht der Preis.

Holz und richtiger Beton gefällt mir zur Zeit besser, mal sehen wie die Entwicklung in 10-20 Jahren aussieht, ich werde wohl nicht mehr erleben das es in Masse gebaut wird.

mispel

Ach das Thema ploppt immer mal wieder auf, hat sich aber aus guten Gründen noch nicht durchgesetzt. Allein die fehlende Zulassung ist schon ein großes Problem. Darüber hinaus verwendet man weiterhin ein Material auf Zementbasis. Interessanter ist da schon eher 3D-Druck mit Lehm, siehe Link.

https://www.baumeister.de/wasp-tecla/

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Sokrates

Das Lehmhaus hat auch seinen Reiz! Es muß ja auch nicht alles aus Beton sein!

Miauzi

Das ganze wird sich aus einem Grund in wenigen Jahren sowieso "von selbst" erledigen ... aus einem Grund den hier viele Menschen gar nicht im Blick haben:

Die Verfügbarkeit von Bausand

Nein - der Sand aus der Wüste ist NICHT zum Bauen verwendbar und somit keine Ersatzquelle

Sand wird ja nicht nur für die Beimischung im Beton benötigt - sondern auch den "Unterbau" des Fundaments! (und noch viele andere Dinge)

Und Bausand gibt es immer weniger - unsere Sandgruben werden immer weniger ... im internationalen Maßstab blüht ein weltweiter illegaler massiv mafiöser Abbau und Handel mit diesem Gut.

Die wichtigste heutige Bezugsquelle ist der Sand von -> Küsten-Stränden ... die werden abgebaggert 

Und damit ist dann der Küstenschutz weg in dieser Region - bei steigende Meeresspiegeln

Beton - auch aus dem 3D-Drucken ist keine Lösung von Problemen ... er ist eines der Probleme selbst