Schulkinder nehmen am Unterricht in einer Grundschule in Stuttgart teil.

Ihre Meinung zu Vor Kultusministerkonferenz: Warum Bildung eine Baustelle bleibt

Der sogenannte Bildungsgipfel wurde für die Bundesbildungsministerin zum Flop. 100 Tage und eine IGLU-Bildungsstudie später ist einzig der Handlungsdruck gewachsen. Nun berät die Kultusministerkonferenz. Von Uwe Jahn.

...mehr ...weniger
Dieser Artikel auf tagesschau.de
Kommentieren beendet
103 Kommentare

Kommentare

das ding

Bund, Länder, Kommunen, Lehrkräfte, Eltern, Bildungsforschende

Bildungsforschende sind die Wichtigsten im Bunde. Muessten es jedenfalls sein. Direkt danach die Lehrkraefte. Dann erstmal lange Zeit nichts. Elten auch am Schluss. Es sein denn sie sind Bildungsforschende oder Lehrkraefte. Zur Bildungsforschung: Es muesste verstanden werden, dass wir einen Paradigmenwechsel brauchen.  Und zwar in die Richtung, die Ken Robinson propagierte *verstorben* Allerdings ist das, was man von ihm hoert, in English. Das bringt mich direkt zurueck zu dem Thema: Bildungsmisere - ganz oben auch?

4 Antworten einblenden 4 Antworten ausblenden
Kritikunerwünscht

Ganz oben auch. Wenn Hilfsarbeiter die Politik mit bestimmen, Menschen ohne jeglichen Berufsabschluss, dann muss man sich über die Ergebnisse dieser Politik nicht wundern. Es ist wie in der DDR - die Partei(en) bestimmen, was gemacht wird, nicht die Menschen, die das Wissen haben.

werner1955

die Menschen, die das Wissen haben?

Das sind doch die Menschen die gerade die aktuelle Regierung gewählt haben. 
Die "abgehängten" und Bildungsferne haben doch alternativ gewählt. 

werner1955

dass wir einen Paradigmenwechsel brauchen?

Der Erfolgt teilweise leider schon.  Eltern die es sich leisten können schicken Ihr nur noch auf privat Schulen. Auch Politiker machen das. Bildung muss den ersten Stellwert bekommen in allen Bundesländern, Thüringen und Bayern zeigen wie gute PISA werte über vile jahre erreicht werden. 

CoronaWegMachen

"... Bildungsforschende sind die Wichtigsten im Bunde ..."

Solange das als einzige Maßnahme so bleibt, bleibt alles so wie es ist. Und das geht gar nicht.

Die Schülerinnen und Schüler benötigen ein zusätzliches vollumfängliches Lernangebot (Nachhilfe). Das kostet viel Geld. 

Und Fam. aus dem Einkommensbereich der Mindestlöhnerei oder derart können sich dieses zusätzliche vollumfängliche Lernangebot nicht leisten.  Hier liegt das Problem im Kern.

artist22

"Was wir brauchen, ist im dritten, vierten Lebensjahr für alle Kinder ein verbindlicher Test für Sprachkenntnis, um zu sehen, wo die Kinder stehen."

Genau. Aber solange gewisse KM (miasanmia) die Schule als Selektionsapparat verstehen, wird sich nichts  ändern. 

(Lehrer werden abgemahnt, die zu gute Notenschnitte haben) Klasse ist eben nicht Masse ;-)  

8 Antworten einblenden 8 Antworten ausblenden
werner1955

Dann sollte der Bund doch dafür sorgen das die Schulsystem von Thüringen und Bayern verpflichtend werden. Die haben jahrelang die besten PISA Ergebnisse. 

artist22

"Die haben jahrelang die besten PISA Ergebnisse. "

Das ist aber nicht die Aufgabe der Schule in erster Linie sog. Eliten zu fördern. Die Kinder derer starten ja schon mit fast uneinholbaren 'Vorteilen' dort.

Und PISA-Ergebnisse allein machen keinen Fortschritt. Das macht die 'KI' demnächst viel besser. Und wie sehr 'soziale Empathie' demnächst nötig sein wird, wird die 'KlickGeneration' sehr schnell lernen müssen.  

schabernack

➢ Dann sollte der Bund doch dafür sorgen das die Schulsystem von Thüringen und Bayern verpflichtend werden. Die haben jahrelang die besten PISA.

Und wie das? Kultuskram ist Länderhoheit, und niemals wird eine Mehrheit der Bundesländer im Bundesrat einer Verfassungsänderung in diesem Aspekt zustimmen.

Die mögliche Lösung liegt in der Realität des Machbaren, und nicht in Ihrer Wünschelrute vom Politischen Bildungsmangel. In Deutschland kann der Bund nicht einmal bestimmen, welcher Wortschatz der Kinder in Klasse 4 gelesen «gut gelesen» ist.

Gegen so was hilft Ihre Verfassungsunkenntnis gar nichts.

werner1955

Verfassungsunkenntnis gar nichts?
Der Bund hat schon über zahlungen von Geld schon jetzt sehr viel Einfluss. 


Zitat: Fast drei von vier Deutschen (73 Prozent) sagen, der Bund sollte in der Schulpolitik mehr Kompetenzen und Mitspracherecht bekommen. 
Würden Politiker also sinnvollen, notwendigen Bürgerwünschen nachkommen könnte das besser werden. 

FakeNews-Checker

Ihr  Vorschlag  ist  so  wie  die  Erkenntnis  in  der  Bahn-Pannenpampa,  daß  die  Passagiere  ja  noch  reisetauglich  wären,  doch  kein  Zug  weit  und  breit  in  Sicht.

Be We

Sie bringen da glaube ich etwas durcheinander. Die Selektion erfolgt am Ende der Grundschulzeit und nicht mit 3 oder 4 Jahren.

Das hier angesprochene Problem gibt es, weil mittlerweile an vielen Schulen ein gerüttelt Maß der Erstklässler einfach kein Deutsch oder extrem schlechtes Deutsch spricht. Unter diesen Voraussetzungen überhaupt irgendeine Bildung zu vermitteln, dürfte nachvollziehbar schwer sein.

Das hat mit einer späteren Selektion im dreigliedrigen Schulsystem aber gar nichts zu tun. Außer natürlich, dass diese Schüler absehbar bis zum Ende ihrer Schulkarriere Probleme haben werden und daher immer unterdurchschnittliche Leistungen zeigen werden.

artist22

Außer natürlich, dass diese Schüler absehbar bis zum Ende ihrer Schulkarriere Probleme haben werden und daher immer unterdurchschnittliche Leistungen zeigen werden.

Eben.

Nettie

'Genau. Aber solange gewisse KM (miasanmia) die Schule als Selektionsapparat verstehen, wird sich nichts  ändern."

"Selektionsapparat" ist aus meiner Sicht ein ebenso hartes wie zutreffendes Wort.

jetzttexteich

Erziehung und Bildung sollten eigentlich sehr nah beieinander liegen... driften aber leider immer mehr auseinander. Das Resultat wird immer sichtbarer! 

4 Antworten einblenden 4 Antworten ausblenden
Minka04

Bei vielen Familien ist leider kaum mehr jemand zum erziehen zuhause. Es gibt heute leider mehr Schlüsselkinder denn je. Wenn beide Elternteile mit teils sogar mehreren Jobs versuchen, irgendwienoch den Lebensunterhalt verdienen zu können, bleibt kaum mehr Zeit, sich um die Bildung und Erziehung der Kinder zu kümmern. 

Anna-Elisabeth

"Bei vielen Familien ist leider kaum mehr jemand zum erziehen zuhause. Es gibt heute leider mehr Schlüsselkinder denn je. Wenn beide Elternteile mit teils sogar mehreren Jobs versuchen, irgendwienoch den Lebensunterhalt verdienen zu können, bleibt kaum mehr Zeit, sich um die Bildung und Erziehung der Kinder zu kümmern." 

Das ist in vielen ärmeren Ländern nicht anders. Das allein kann es nicht sein. Fleiß, gutes Benehmen usw. kann man auch noch am Abendbrottisch vorleben. Ganztagsschulen müssen ein Teil der Lösung sein. Ein Verbot von Smartphones sollte ebenso an Schulen selbstverständlich sein. Vor allem aber müssen die Lehrpläne überarbeitet werden. Ideologie hat in Schulen nichts verloren. Fördern ohne Fordern muss scheitern.

Minka04

Das mit dem Smartphone Verbot finde ich sehr richtig. Dies sollte auch in den Bundestagssitzungen gelten. 

werner1955

kaum mehr Zeit, sich um die Bildung und Erziehung der Kinder zu kümmern?
Dann sollten Sie mal überlegen das Model Ihrer Eltern und Großeltern anzuwenden. Führsorge,Liebe und Geborgenheit, Verzicht auf Luxus, Handy oder Urlaub sowie nur das was ich mir auch leisten kann. Das habe ich 20 jahre lang so gemacht. Un dkann jetzt sagen: Prima mien familie hat es mit diesem System geschaft.  Und dann bleibt viel zeit für die Erziehung, Vermittlng von Anstand, Disdiplin und Achtung persönlicher Leistung un Eigentum.

Glasbürger

Warum Bildung eine Baustelle bleibt?

Meiner Meinung nach aus zwei Gründen. Erstens, das Bildungsniveau wird seit Jahren immer weiter abgesenkt, da kann nichts draus werden und zweitens, vermutlich wiegt das noch schwerer, wird nicht mehr das "Lernen" gelehrt, sondern nur noch Faktenwissen. Damit allein kann aber niemand etwas anfangen. Man muß auch lernen, das erworbene Wissen anzuwenden. Und hieran hapert es massiv.

5 Antworten einblenden 5 Antworten ausblenden
werner1955

ildungsniveau wird seit Jahren immer weiter abgesenkt?

Wir wollen alle Kinder mitnehmen und Ihnen teilhabe gewähren. Das geht nur wenn wir die Anforderungen weiter senken.  Auch gibt es viel erfolgreiche Vitas die als "Abbrecher" oder klassichen Schulverweigeren sehr erfolgreich sind. 

Glasbürger

Richtig. Wenn wir die Kinder aber nur "mitnehmen", indem wir die Anforderungen immer weiter senken, wozu sollen die dann überhaupt noch etwas lernen? Das macht keinen Sinn, wie man ja nunmehr auch deutlich sieht. Mir ist ein Schulabbrecher, der wenigstens bis zu seinem Abbruch etwas lernte, was er dann auch anwenden kann 1000x lieber, als jemand mit einem Schulabschluß, den er hinterhergeworfen bekam und der trotzdem nichts weiß oder kann.

melancholeriker

Nach meiner Erinnerung ist gerade der Frontalunterricht aus den 60ern bis in die 90er das Gegenmodell zum "Lehren" des Lernens. Damals haben sich nur belächelte Forscher oder die Verfechter von Alternativschulen um die Grundlagen eines Lernmilieus in weiteren Ansätzen bemüht, die die Schüler überhaupt als Menschen mit Würde akzeptierten. 

Aus dem Standardsystem sind in der Regel die Menschen hervorgegangen, für die Lernen eine Art pawlowsche Überlebensreizreaktion geblieben ist, die den Wachstumsmarkt als einzige Existenzbeteiligungsmöglichkeit für alle Zeiten sieht. 

CoronaWegMachen

"... Damals haben sich nur belächelte Forscher oder die Verfechter von Alternativschulen um die Grundlagen eines Lernmilieus in weiteren Ansätzen bemüht ... "

Tatsache ist jetzt, dass D ein "teilprivatisiertes Bildungssystem" hat, wie die USA "... in die 90er das Gegenmodell ... " bereits hatte. Das Ergebnis sehen wir jetzt in D das dieses Nachäffen des USA-Bildungssystems völlig in D daneben ging.

Toll !

Glasbürger

Ich für meinen Teil bin heilfroh, meine gesamte Ausbildung noch zu einer Zeit absolviert zu haben, als man in einem Teil Deutschlands sicher, doch höchstwahrscheinlich auch im anderen noch tatsächlich etwas lernte, was man später auch nutzbringend anwenden kann. Die Kinder, die heute keine engagierten oder hoffnungslos überforderte Eltern haben, die die Defizite der Schule zu Hause kompensieren können, die tun mir leid. In der 4. Klasse nicht richtig lesen zu können, das ist ein Unding! Und ein eklatantes Zeugnis des Versagens des Bildungssystems.

Minka04

Das wichtigste ist, dass alle Kinder dem Unterricht von Anfang an gut folgen können. Das ist nur möglich, wenn alle Kinder die Unterrichtssprache verstehen. Es bringt nichts, Kinder mit Migrationshintergrund in den z.B. Geograpie- oder Geschichtsunterricht zu setzen. Eswird dem Unterricht völlig verunsichert nicht folgen können. Wichtig sind Integrationsklassen, die diesen Kindern erst die Unterrichtssprache beibringt. Dann klappt es auch mit der weiteren Schulbildung.

6 Antworten einblenden 6 Antworten ausblenden
NieWiederAfd

Bildunhstheoretisch sind Sie nicht auf dem neusten Stand. Menschen, die Deutsch als Zweit- oder Drittsprache lernen, verbessern ihre Kenntnisse, je mehr sie sie im normale  (Schul-)Alltag anwenden (müssen). Auch der soziale Zusammenhalt einer Klasse fördert den Spracherwerb. So funktioniert Integration.

Minka04

Das funktioniert sicher bei jungen Schülern sehr gut. Bei Schülern, die in höheren Jahrgängen einsteigen, sind dann die Wissenslücken so groß, dass sie bis zum Schulabschluss kaum mehr aufgeholt werden können. Denn meist können hier weder privat zuhause die Eltern, noch (mangels finanzieller Möglichkeiten) Nachhilfelehrer die versäumten Inhalte binnen kurzer Zeit aufholen. 

Anna-Elisabeth

Es geht kein Weg daran vorbei: Der Spracherwerb muss vor der Einschulung stattfinden.

Anna-Elisabeth

"Bildunhstheoretisch sind Sie nicht auf dem neusten Stand." 

Sie auch nicht. Man hat viel zu lange unsere Schulkinder als Versuchskarnickel missbraucht. Vieles von dem, was noch heute Usus ist, hat sich als grundlegend falsch herausgestellt.  Vor allem aber haben Sie keine Vorstellung davon, wie es an Schulen zugeht, wo viele Kinder sind, die Deutsch erst noch lernen müssen. Der eigentliche Unterricht wird dadurch zur Farce. Ein weiteres Problem schildert eine Lehrerin in einer Sendung bei Lanz: "https://www.youtube.com/watch?v=TW5mMTHiNmY" (Cybermobbing und Gewaltvideos: Der Alltag in Klassenchats)

 

RoyalTramp

Okay... was aber machen bei Klassen mit 70% Kindern mit migrativem Hintergrund?

Und nein: Die bloße "Anwendung" reicht eben nicht. Denn dann verstärkt sich lediglich das Problem der "fließend falsch Sprecher". Und das wollen Sie bestimmt nicht auch noch zu den ganzen bereits bestehenden Problemen im Bildungsbereich on top dazu haben wollen.

Glasbürger

Das Problem dabei ist dann aber viel zu oft, daß in diesen Integrationsklassen magels Notwendigkeit auch kein Deutsch gesprochen wird, was den Schülern dann irgendwann auf die Füße fällt. Nur eben später, wenn es dann schon richtig weh tut. Klassen in denen 2-4 deutsche Muttersprachler, ansonsten aber eben nur andere sitzen, sind leider keine Seltenheit mehr. Stellenweise fast schon normal. Es muß genau andersrum sein. 1-4 nicht Muttersprachler in einer Klasse, so daß es auch eine Notwendigkeit gibt, Deutsch zu lernen. Sonst wird das nix.

Bender Rodriguez

Wegen des Föderalismus, den uns die Aliierten nicht ohne Hintergedanken verpasst haben. Es sollte wieder Kleinstaaterei geben, wie vor der Reichsgründung.  Es funktioniert hervorragend.

 

3 Antworten einblenden 3 Antworten ausblenden
werner1955

nicht ohne Hintergedanken verpasst habe?

Gut so. Der Föderalissmus ist für mich ein Segen. Ich möchte nicht von einem Berliner, Bayern ode rHamburge regiert 

Deshalb sind wir zu einer starken sichern demokratie und zu einem zuverlässigen Nettopzahler in der EU geworden. Vielen Dank den Aliierten. Nicht auszudenken wir hätten zentralreigungen in Berlin wi in Paris, Moskau oder London. 

Mega

Sie werden doch von einem Kanzler regiert, der in Brandenburg wohnt und in Osnabrück geboren wurde. Das muss für Sie sicherlich sehr weh tun. 

Glasbürger

Bildungsferne Leute sind leichter zu lenken. In der Tat.

FakeNews-Checker

Und  das  Bildungs-  und  Teihabepaket  immer  mit  dabei.  Mit  der  Erkenntnis,  daß  es  so  ganz  bestimmt  nicht  geht.

Kritikunerwünscht

In Deutschland herrscht eine Kleinstaaterei auf vielen Gebieten wie vor einigen Hundert Jahren, Bildungswesen, LKAs, Ländesämter für Verfassungsschutz usw. Jeder wurschelt für sich und keiner gibt Infos an den Nachbarn weiter. Föderalismus ist ja im Grunde gut - doch müssen die Strukturen so aufgebaut sein, dass es ein Miteinander und nicht Gegeneinander oder bestenfalls ein "jeder für sich"  gibt. Deutschland hat keine Rohstoffe - Deutschland hatte viele Jahre lang das höchste Gut: gut ausgebildete Menschen. So langsam hat Deutschland gar nichts mehr.

3 Antworten einblenden 3 Antworten ausblenden
nie wieder spd

Föderalismus heißt das und ist wahrscheinlich eine Erfindung der Politik, um politische Mandatsträger von der persönlichen Verantwortung auszunehmen. Und siehe da: Im Bereich der Bildungspolitik funktioniert das hervorragend. Bei der Pandemiebekämpfung hat es auch funktioniert.

werner1955

errscht eine Kleinstaaterei auf vielen Gebieten

Un das sit gut so, Diese haben uns frieh, Wohlstand und Bürgernahe entscheidungen ermöglicht, Auc sind wir so zu einer starken, sichern demokratie herrangewachsen und ssind ein zuverlässiger Partner in der EU als Nettozahler.


Nicht auszudenken was bei Corona pssiert wäre wenn nur Berlin entschieden hätte. Schon ein landrat in NRW konnte eigenverantwortlich deshalb handeln. 

Glasbürger

Meinen Sie das ernst oder möchten Sie damit den desolaten Zustand unseres Bildungssystems unterstreichen, daß solche offenkundig fehlerhafte Schlüsse ermöglicht?

Möbius

Na - die Titelfrage lässt sich doch leicht beantworten: 

 

Weil es in Deutschland keine Einheitsschule nach Vorbild der meisten Länder gibt (und die dann in den PISA Tests „ungehörigerweise“ sogar noch deutlich besser als Deutschland abschneiden ..,) !  

 

 

Das deutsche System ist aus meiner Sicht ein Relikt des 19. Jahrhunderts und nicht mehr reformierbar! Was eine Hochschulreife ausmacht muss zB komplett neu gedacht werden. 

Darüber hinaus halte ich mehrgliedrige Schulsysteme mit „Abschulungen“ und Sitzenbleiben für eine Verletzung der Menschenrechte der Schüler (auch derer die es vor lauter Angst und Druck schaffen durch die Prüfungen …)

 

Wissen zu erwerben und die Welt verstehen zu lernen sollte doch eigentlich Spaß machen - in Deutschland ist da viel zuviel Zwang und Druck, zuviel Gehorsam der Bildungspolitik gegenüber den Bedarfen der Wirtschaft. So werden potentielle Talente eher demotiviert - ausländische Fachkräfte abgeschreckt! 

2 Antworten einblenden 2 Antworten ausblenden
werner1955

Na - die Titelfrage lässt sich doch leicht beantworten: 
Ich sehe das auch so wie Sie es beschrieben haben. 

Wissen zu erwerben und die Welt verstehen zu lernen sollte doch eigentlich Spaß machen und deshalb geben Eltern die es sich leisten können Ihre Kinder immer mehr auf Privatschulen. 

bolligru

Beispiel Dänemark!

Sie haben Recht!

werner1955

Warum Bildung eine Baustelle bleibt?

Weil die Länder und der Bund immer noch nicht Prioritäten richtig und zuerst bei Bildung setzen

nie wieder spd

Weil Politikern unsere Kinder völlig egal sind. Die Probleme in und mit Schulen sind ja nicht neu. Ebenso wie in anderen Bereichen politischer Ignoranz, siehe Pflegekräfte, existieren diese Probleme seit Jahrzehnten. Zerstörte Schultoiletten, um nur ein beiläufiges aber auch wichtiges Problem zu benennen, gab es regelmäßig schon zu meiner Schulzeit vor 50 Jahren. Aber damals gab es wenigstens noch Hausmeister oder Handwerker, die sie repariert haben und Reinigungspersonal, dass sie täglich geputzt hat. Selbst die Toilettenreinigung ist ja heute schon eine alltägliche Notlage. Gewalt und Mobbing an Schulen, eine erstaunliche Menge konfiszierter Waffen gab es damals auch. Inzwischen sollte es sogar Politiker geben, die den Schulnotstand noch am eigenen Leibe erfahren haben. Aber auch die sind höchstens froh, da heraus zu sein und ihre eigenen Kinder möglicherweise in private Lehrinstitute zu schicken. Anders lässt sich diese hartnäckige und kinderverachtende Ignoranz gar nicht erklären.

7 Antworten einblenden 7 Antworten ausblenden
NieWiederAfd

Zitat: "Weil Politikern unsere Kinder völlig egal sind." Meinen Sie nicht, da könnte etwas zu pauschal sein? Nur so als Idee...

nie wieder spd

Sie werden lachen, darüber habe ich nachgedacht. Wenn aber auch Sie berücksichtigen, dass sämtliche Probleme mit Schule und Schülern tatsächlich und für mich persönlich nachvollziehbar sind, wenn ich mir meine eigene Schulzeit in Erinnerung rufe, dann ist es ebenso nachvollziehbar, dass ich die Namen der seit damals zuständigen Politiker nicht parat habe und angesichts der langen Zeit in der diese Probleme bestehen, kann es nur die Ignoranz „der Politiker“ sein. Denn die eigene und persönliche Zuständigkeit gerade für unsere Kinder, muß jeder Politiker als Selbstverständlichkeit begreifen. Natürlich auch deren Eltern. Auch die haben sich bezüglich ihrer Kinder und Schule  in den letzten Jahrzehnten nicht mit Ruhm bekleckert. Denn sonst hätten sie vielleicht mal für ihre Kinder demonstriert und gestreickt. Aber die müssen ja arbeiten.

werner1955

Nur so als Idee...?
Zustimmung zur aussage von @nie wieder spd.
Wenn man sich die Ampel und die monatelangen Problem anhöhren musste, waren Schulsystem und Kinder selten mit hoher priorität dabei.  

 

CoronaWegMachen

"... Die Probleme in und mit Schulen sind ja nicht neu ... "

Stimmt solange, solange es sich um staatliche Schulen handelt.

Als die Schulen vor Jahrzehnten in Deutschland noch mehr oder weniger Top waren, schauten die Deutschen mit müdem Lächeln in die USA wo der Zustand der Schulen (Bildung) schon so war wie der Zustand jetzt in Deutschland ist.

Die Reichen und Wohlhabenden (wie damals in den USA auch) haben das längst erkannt. Sie schicken ihre Kinder auf Privatschulen / Internate etc. Geht doch.

nie wieder spd

Ja. Und darunter sind sicher auch viele Politiker. Auch ich habe das seit Jahren den Eindruck, dass auch unser Schulsystem US - amerikanisiert werden soll. Schlechte Schulen bekommen die schlechteren Lehrer und damit haben die Schüler, deren Voraussetzungen sowieso schon schwierig sind und in den schlechten Schulen schlechte oder gar keine Abschlüsse machen. Seltsamerweise wurde über die Situation von Privatschulen schon zu Pandemiezeiten nicht einmal berichtet. Die waren wahrscheinlich von Anfang an perfekt ausgestattet und wenn Heimbeschulung nötig wurde, hatte auch jeder Schüler und Lehrer beste Möglichkeiten sich daran zu beteiligen. Ohne Berücksichtigung von Internetkosten oder dem Preis für ein Laptop. Auch habe ich im Zusammenhang mit diesem Bericht noch nie gehört oder gelesen, dass Privatschulen Probleme haben, Lehrer zu finden. Wer weiß, vielleicht sind die Investiganten schon unterwegs und berichten zeitnah.

Anna-Elisabeth

"Weil Politikern unsere Kinder völlig egal sind."

Jedenfalls die Kinder der anderen. Bei den eigenen stimmt ja das Umfeld und man hat genug Geld um die weniger Begabten privat zu fördern. Gerade auch hier wird wieder deutlich, wie wenig zukunftsorientiert gedacht wird. Was Jahrzehnte versäumt wurde, ist nur schwer wieder aufzuholen. Und man hat es immer noch nicht aufgegeben, Probleme so lange auszusitzen, bis der Druck von außen schmerzhaft spürbar wird. 

nie wieder spd

Eben. Genau das zeichnet das deutsche Schulsystem aus.

Klartexxter

Schon Kanzlerin Merkels "Bildungsrepublik Deutschland" ist gescheitert. Weil Worten Taten folgen sollten.  Sonst bleibt es Symbolpolitik. Dass Schüler so sind wie sie sind ist, neben dem Versagen von Erziehung im Elternhaus, auch der fehlenden BIldung in den Schulen zuzurechnen. Wenn Schule, wie ich es als betrieblicher Ausbildungsleiter bei der betreuenden Berufsschule live erleben "darf", konsequent alle Briefe, Anschreiben Verlautbarungen und Webseiten durchgendert, aber keine Ersatzlehrer bei durchaus zeitig bekannt gegebenen Schwangerschaften organisieren kann, Lehrer"Fortbildungen" (äußern sich u.a. in "Waldbegehungen") die unbedingt unter der Woche stattfinden müssen, anstelle z.B. am letzten Wochenende in den Sommerferien, und so knapp 10% des Berufsschulunterrichts übers Jahr  ausfallen - wen wunderts? Man engagiert sich als Schule gegen Cybermobbing, im Klimaschutz, für "Diversity". Schön! Aber wenn überall klemmt, sollte man sich aufs Kerngeschäft konzentrieren!

kurtimwald

Immer neue Flickschusterei, diesmal „Startchancenprogramm“.

Stattdessen sollte man sich mal an erfolgreiche Länder orientieren. Portugal mit kostenlose Ganztagsschule inkl. Lehre oder Studium. Da wird schon im Vorschulalter Sprache geübt, Mind. ein Ausflug in Theater, Museum, Zoo usw.  ist im Monat ist Pflicht und kostenlos, bei den Kleinen mit 1 Betreuer auf maximal 4 Kinder.

Schulausrüstung bis zum letzten Bleistift kostenlos genau so wie gesundes Essen und Bus oder Bahn.

Und das in einem eigentlich ärmeren Land, die Nordeuropäer sind da noch viel weiter.

Bei uns dagegen gibt es nicht mal Schulen bei denen alle Einrichtungen funktionieren, Lehrer werden in den Ferien entlassen und jedes Bundesland unterrichtet nach eigenem Gutdünken vor sich hin.

Ganz zu schweigen das Kinder reiche Eltern haben müssen, da Sport, Musik und Ausflüge nur gegen Bezahlung statt finden.

Die Liste der Mängel ist unendlich weil D seit Jahrzehnten die Schulbildung totspart.

2 Antworten einblenden 2 Antworten ausblenden
CoronaWegMachen

"... Die Liste der Mängel ist unendlich weil D seit Jahrzehnten die Schulbildung totspart ..."

Und damit die Bildung teilprivatisiert hat.

Denn nur Wohlhabende, Reiche, und der immer noch irgendwie existierende Mittelstand haben genügend Geld für Bildung ihrer Kinder übrig.

Die Fam. im Einkommensbereich der Mindestlöhnerei oder dergleichen können die offensichtlich politisch gewollte "teilprivatisierte Bildung" nicht einmal im Ansatz leisten.

nie wieder spd

Es gibt wahrscheinlich noch einige andere Länder, in denen das Schulsystem um Lichtjahre voraus ist. Das gilt ja auch zB für das Rentensystem. Seltsamerweise aber sind genau die, die sich auch gegenüber Schülern und Eltern als besonders lernfähig beweisen müßten, nämlich Politiker und die Schulbehörden, bezüglich eines besseren Schulsystems völlig Lernresitent.

Bender Rodriguez

Und wenn die Schule noch so leicht gemacht wird, spätestens der Uni ist das egal.  Da nutzt die 1 vorm komma gar nichts. 

Siebt wieder mehr aus. Schule MUSS wieder selektieren. Man macht ja auch den Kindern keinen Gefallen, wenn die der meinung sind, voll super, zu sein und dann langt es nichtmal für eine Zwischenprüfung in der Lehre. 

Das ergibt 

erstens wieder mehr Lehrlinge, 

zweitens weniger benötigte Lehrer

drittens artigere Schüler

Usw usw

 

Der Kuschelkurs war völlig irreführend.

2 Antworten einblenden 2 Antworten ausblenden
NieWiederAfd

Zitat: "artigere Schüler". Interessante Wortwahl. Klingt doch eher nach dem Muff vergangener Zeiten und nach schwarzer Pädagogik - weniger nach Zukunftsorientierung.

nie wieder spd

Grundsätzlich kann jedes Kind, dass nicht geistigvEingeschränkt ist, das Abitur erreichen und auch ein anspruchsvolles Studium ableisten. Das genau dort eben keine Selektion passiert, die völlig unnötig ist, dass ist auch die Aufgabe von Lehrern und Schulbehörden und der Politik. Abgesehen davon, dass grundsätzlich auch jedes Kind gebraucht wird und jedes Kind zB zu dem Wissenschaftler werden kann, der/die/das die Welt „rettet“. Eine der größten Fehler und Verschwendungen, auch im marktwirtschaftlichen Sinne, ist die Tatsache, dass wir jeden Tag unzählige Kinder verhungern, an banalen Krankheiten sterben, erschießen und von Bomben zerfetzen lassen. Jean Ziegler sagte vor ein paar Jahren auch im deutschen Fernsehen, dass täglich 50.000 Kinder verhungern und an vermeidbaren Krankheiten sterben. Weil wir das nicht verhindern.

Vector-cal.45

Aus eigener Erfahrung muss ich leider sagen: Die Zustände an den Schulen sind teilweise wirklich erschreckend.

 

Der Lehrkörper überlastet, dessen Aufgaben nicht wahrgenommen oder auf die Eltern abgewälzt, das Niveau sinkt. Gerade (aber nicht nur) im sprachlichen Bereich.

 

Auch organisatorisch geht vieles schief, nur ein Beispiel: Stieg einer unserer Söhne mal versehentlich zu früh in den Schulbus ein, weil er sich im Tag geirrt hatte oder einfach schusselig war, fiel den Lehrern meistens nicht einmal auf, dass da jemand fehlte. Dementsprechend erfolgte auch kein Anruf bei uns. Früher undenkbar, heute Alltag.

 

Eine Frage zum Artikel hätte ich da noch: Was ist ein, Zitat: „Schwieriger Schulstandort“ und wie definiert man diesen?

Francis Fortune

Und täglich grüßt das Bildungsdefizit!

Ich vermute, dass hier die Grenze der Föderalismus-Struktur erreicht ist und sehe einen Lösungsansatz darin, dass die "Hoheit" über die schulische (Grund-)Bildung in staatliche Hand gehört. In der Lösung dieser Bildungs-Krise sehe ich die Grundlage, viele nachfolgende Probleme ebenfalls mit anzugehen. Die Forderung nach einem Sondervermögen für die Bildung kann ich da nur bedingungslos unterstützen!

CoronaWegMachen

Die Angelegenheit ist hier ganz klar.

Da viele Schülerinnen und Schüler schon in der Grundschule kaum lesen lernen muss ein Nachhilfeangebot für solche Schüler/innen-Gruppen zur Verfügung gestellt / angeboten werden. Das kostet viel Geld und es muss Personal zur Verfügung stehen.

Die Länder, Gemeinden, Städte, Kreise, haben kein Geld für ein solches vollumfängliches Lernnachhilfeangebot.

Der Bundesfinanzminister muss jetzt schnell viel gutes Steuergeld geben, damit  Länder, Gemeinden, Städte, Kreise, ein solches vollumfängliches Nachhilfeangebot auf Dauer finanzieren können und das ein solches Nachhilfelernangebot jetzt schnell flächendeckend in Deutschland eingerichtet werden kann.

Alles andere bringt nur wenig bis gar nichts, wie die Bildungspolitik der Vergangenheit bereits bewiesen hat.

nie wieder spd

@artist2222. Juni 2023 • 12:54 Uhr: Was wir brauchen? Wissenschaftler, die sich mit dem „Lernen“ beschäftigen, als auch Erziehungswissenschaftler sind sich seit Jahren darüber einig, dass ein Kind eine Gruppe von mehr als 6 oder 7 Kindern nicht mehr überschauen kann. Und genau so groß sollte eine Klasse sein. Dazu kommt 1 Lehrer und 1 Erzieher/Sozialarbeiter oder 2 Lehrer. Bei dieser Gruppengröße müssten auch die Klassenzimmer nicht erweitert werden. Die Anzahl der Schulgebäude allerdings. Allein diese Voraussetzungen vom 1 Jahr im Kindergarten bis zum 10. Schuljahr, bestenfalls bis zum Abitur, könnten zu Lernerfolgen nie gekannten Ausmaßes führen. Wenn dann noch die Schulzeit dergestalt verlängert wird, dass Kinder in dieser Zeit auch eine Berufsausbildung machen könnten, natürlich in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, dann stünde den Erfolgen von Schulen und ihrer Kinder kaum noch etwas im Weg. Und selbstverständlich gehört eine umfangreiche Ausstattung von Schule und Kind dazu

4 Antworten einblenden 4 Antworten ausblenden
bolligru

Es ging auch anders. In den Siebzigern war die Klassengröße schon mal deutlich ü30. Die Schüler schnitten aber deutlich besser ab. 

Was ist der Grund?

nie wieder spd

Ich habe heute noch den Eindruck, dass es die Gewalttätigkeiten waren, denen Kinder mit schlechtem Benehmen oder schlechten Noten sowohl durch Lehrer als auch durch Eltern ausgeliefert waren. An meiner Schule war es 1977 völlig normal, dass einige Lehrer, der Direktor und der Konrektor gerne Ohrfeigen gegen unliebsame Schüler einsetzten. Noch 1976 habe ich dort einen jungen, ganz frischen Lehrer kennenlernen dürfen, der seine allererste Unterichtsstunde mit dem einleitenden Satz begann: „Ich schlage auch Mädchen und Brillenträger“.

mispel

Wissenschaftler, die sich mit dem „Lernen“ beschäftigen, als auch Erziehungswissenschaftler sind sich seit Jahren darüber einig, dass ein Kind eine Gruppe von mehr als 6 oder 7 Kindern nicht mehr überschauen kann.

Wo genau steht das? Und was heißt "überschauen"? Ich hatte in der Grundschule locker mehr als 6 oder 7 Freunde.

nie wieder spd

Das wurde bei 3Sat in einer Dokumentation über die Lernforschung schon vor 10 oder 15 Jahren berichtet und ich habe das persönlich in 1998  bei einer entsprechenden Fortbildung von einem Erziehungswissenschaftler gelernt. Das war also schon vor 20 Jahren der allgemeine Wissensstand. Und es geht ja nicht um Freunde, sondern um die Klasse, bzw um die Mitschüler. Dabei sind normalerweise auch immer Kinder, die nicht mit bestimmten Mitschülern befreundet sind. Warum auch immer. Aber wer weiß, wie gut sie hätten sein können, wenn sie „nur“ 6 oder 7 Freunde gehabt hätten?:) Bei mir war es im Nachhinein eigentlich so, dass der Drang nach draußen zu gehen und mit meinen Freunden die Umgegend unsicher zu machen, sicherlich ein Grund, warum der Erfolg in der Schule sich öfters nicht eingestellt hat.

amran.juli

"...unter anderem, dass mehr Lehrkräfte ausgebildet werden, außerdem ein Sondervermögen Bildung von 100 Milliarden Euro und ein echter Bildungsgipfel beim Bundeskanzler - diesmal mit allen Beteiligten."

 

Hauptursache füe mangelnde Sprach- und Lesekenntnisse sind die Erziehungsberechtigten des betroffen Kindes. Aus unterschiedlichsten Gründen. Und die sind am Gipfel nach wie vor nicht beteiligt, denn diese Eltern werden auch kaum bzw. gar nicht in den Elterninitiativen vertreten sein. Mehr Lehrkräfte sind vonnöten, aber auch Personen/Hilfen die direkt am Ursachenherd tätig werden. 

Oft (m.M. nach viel zu oft) spielen auch die prekären Lebensbedingungen der Familien eine Rolle. Aber daran ändern auch mehr Lehrkräfte o.ä. nichts, das sind gänzlich andere Baustellen.

1 Antwort einblenden 1 Antwort ausblenden
CoronaWegMachen

"... Hauptursache füe mangelnde Sprach- und Lesekenntnisse sind die Erziehungsberechtigten des betroffen Kindes ..."

Nee. Falsch.

Richtig ist, dass das Bildungssystem in D nicht mehr wirklich funktioniert. Die Anpassung an die heutigen Umstände hat es in den letzten Jahrzehnten nicht wirklich gegeben. Vielmehr ist das Funktionieren des Bildungssystems in Deutschland dem Funktionieren des Bildungssystems in den USA angepasst worden. Das Ergebnis sehen wir jetzt.

Reiche und Wohlhabende in Deutschland schicken ihre Kinder auf Privatschulen / Internate - so wie es in den USA schon lange der Fall ist - . Da funktioniert das Bildungssystem. Geht doch.

PeterK

"25% der Viertklässler können kaum lesen"

Warum und wie haben es diese 25% bis in die vierte Klasse geschafft?

2 Antworten einblenden 2 Antworten ausblenden
schabernack

➢ "25% der Viertklässler können kaum lesen"
Warum und wie haben es diese 25% bis in die vierte Klasse geschafft?

«Sitzenbleiben» ist in der Grundschule (sehr) selten, und in den Klassen 1 und 2 wegen nicht vorhandener Benotung unmöglich. Kinder können in diesen beiden Klassen «verweilen» auf anraten der Lehrer an die Eltern.

Noch mehr als die größeren, brauchen die kleinen Kinder eine Kindergruppe, zu der sie sich zugehörig fühlen. Man lässt aus pädagogischen Gründen Kinder in Klasse 3 nur in Ausnahmefällen sitzen bleiben.

Das Desaster ist, dass die «Weiterführende Schule» in Deutschland schon in Klasse 4 den Selektionsdruck erzeugt. Das ist komplett ohne Sinn, und in allen guten Bildungsländern bleiben Kinder 6 Jahre lang in ihrer Grundschulkindergruppe.

nie wieder spd

Ich habe 22 Jahre in einem Heim für behinderte Menschen gearbeitet und dort einen Analphabeten kennengelernt, der bis zum 8. Schuljahr eine Hauptschule besucht hatte und dort nicht aufgefallen ist. Manchmal geht man auch als Lehrer den Problemen aus dem Weg. 

Tino Winkler

25% der Viertklässler können nicht lesen, deren Eltern (überwiegend Deutsche) auch nicht. 

1 Antwort einblenden 1 Antwort ausblenden
mispel

deren Eltern (überwiegend Deutsche)

Woher haben Sie das? Ich zitiere aus der Studie:

Im Rahmen von IGLU 2016 wiesen Schülerinnen und Schüler, deren Eltern beide im Ausland geboren wurden, eine um 49 Punkte geringere Lesekompetenz auf als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, deren Eltern beide in Deutschland geboren wurden. Dies entspricht einer Leistungsdifferenz von mehr als einem Schuljahr (Wendt & Schwippert, 2017). Zudem sind Schülerinnen und Schüler mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil überproportional häufig in den unteren IGLU-Kompetenzstufen I und II zu finden (Wendt & Schwippert, 2017).

https://www.waxmann.com/index.php?eID=download&buchnr=4700

Migrationshintergrund und ein damit oft einhergehender niedriger sozioökonomischer Status sind wichtige Gründe für mangelnde Lesekompetenz.