Ein ehrenamtlicher Helfer der Johanniter-Unfall-Hilfe, steht in der Nähe der Gedenkstätte für die Opfer des ICE-Unglücks von Eschede im Landkreis Celle.

Ihre Meinung zu Das Sicherheitskonzept der Bahn - 25 Jahre nach Eschede

Vor 25 Jahren entgleiste in Eschede ein ICE - das schwerste Zugunglück in der Bundesrepublik bisher. 101 Menschen starben. Wie hat der Unfall das Sicherheitskonzept der Bahn verändert? Von Markus Reher.

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103 Kommentare

Kommentare

Account gelöscht

Bei dem Zugunglück in Brühl vom 6.Februar 2000 mit neun Toten und über 100 Verletzten trafen drei sicherheitsrelevante Fehler zusammen: Erstens hatte der Lokführer eine Lokführerprüfung bei der DB nicht bestanden, eine solche dann bei einem privaten Eisenbahnunternehmen gewissermaßen nachgeholt. Er konnte dann wieder zur DB wechseln, ohne dass er dort ausreichend geschult wurde. 

Ferner wäre durch die Installation einer einfachen Geschwindigkeitsprüfeinrichtung hätte den Unfall verhindert.  

Bei der Gerichtsverhandlung wurde bekannt, dass die Personalakte des Lokführers verschwunden war. Ähnlich sieht es bei den Fahrdienstleitern aus, die heute nur noch 4 Monate in einer Schnellausbildung zum Bediener eines Stellwerkes gemacht werden.

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werner1955

 Ähnlich sieht es ?

Und trotzdem ist die DB-Bahn mach der Wuppertaler Schwebebahn das sicherste Verkehrsmittel. Es bleit wie immer der das Menschen fehler machen. 
Hoffen wir mal auf schnell Entwicklungen bei der "KI". Damit werden dann weiter mögliche Fehler vermieden. 

 

Account gelöscht

Oder entsprechende Veränderungen bei der DB. Denn an fehlender KI liegen die heutigen Probleme der Bahn nicht.

werner1955

Veränderungen bei der DB? 

Das werde ich wohl nicht mehr erleben oder nutzen können.  Meine Freunde waren Pfingsten mit dem Regio unterweg. Ergebniss: Vorerst nie wieder.  

Account gelöscht

So etwas hört man immer wieder. Die inzwischen üblichen Verspätungen oder Zugausfälle. "Wir bitten um Ihr Verständnis".

 

Nach der Inbetriebnahme elektronischer Stellwerke musste das Eisenbahnbundesamt mehrfach behördlich eingreifen, nachdem mehrere Lokführer gefährliche Zustände gemeldet hatten. Es ist so, dass die DB  Netz AG sich selbst kontrolliert, selbst überwacht und sich selbst alles genehmigt-woraus immer wieder erhebliche Risiken resultieren. Ein Planer für elektronische Stellwerke berichtete, dass spezifische Sicherheitslücken an bis zu sieben Planprüfern vorbeigegangen sind (aus "Abgefahren-Warum wir eine andere Bahnpolitik brauchen").

ene mene muh

Es gibt aus mehreren europäischen Ländern Untersuchungen, die belegen, dass durch digitale Stellwerke die Zahl der Unglücke signifikant zurück gegangen ist. 

ene mene muh

Ähnlich sieht es bei den Fahrdienstleitern aus, die heute nur noch 4 Monate in einer Schnellausbildung zum Bediener eines Stellwerkes gemacht werden.

Das Führen eines LKW oder einer großen Krananlage lernt man sogar noch deutlich schneller. Ich sehe jetzt nicht den Sinn darin, das in die Länge zu ziehen. 

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Sie verteidigen hier aber stramm das Verhalten des DB-Managements. Obwohl doch einige Unfälle in den letzten Jahren auf mangelnde Sicherheitsinvestitionen zurückzuführen sind.

Kaneel

Über die angesprochenen Bahnunglücke und Sicherheitsvorkehrungen hinaus, wäre mir ein Anliegen, dass auch mehr für die Sicherheit von Gleismitarbeitern getan wird. M.E. passieren in diesem Bereich zu viele Todesfälle.

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werner1955

Das eine guter Hinweis wie die toten von Köln gezeigt haben.  

Kaneel

Ich hatte bereits im letzten Jahr über verschiedene Unglücke dieser Art gelesen und dieses "Berufsrisiko" hat mich bewegt.

Initiative Neue Asoziale Marktwirtschaft

Privatisierung 

Wenn Sicherheit tatsächlich vor Punktlichkeit geht, dann müsste die Bahn sehr sicher sein. 

Die Sicherheit der Bahn AG darf nicht dem Profitstreben der Aktionäre geopfert werden. Insbesondere der von privaten Unternehmen betriebene Schienenverkeher will mit möglichst geringen Kosten maximale Gewinne herausschlagen. 

Insbesondere GB zeigt auf wie gefährlich Privazisierubg für sicheren Schienenverker ist. 

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werner1955

nicht dem Profitstreben der Aktionäre geopfert werden?

Die "Bahn" gehört uns alle zu 100% und hat noch nie Gewinn gemacht.

Miauzi

Die Bundes-Bahn wird streng nach privat-wirtschaftlichen Regeln geführt

dabei ist es komplett egal ob sie tatsächlich "Gewinn" macht!

(fragen Sie doch mal wie viele Jahre der Zalando-Konzern keinen Gewinn gemacht hat ... vielleicht merken Sie dann mal das Ihr "Gewinn"-Argument gegenstandslos ist!)

Dabei ist es komplett unerheblich ob als Besitzer der AG der bundesdeutsche Staat oder Familie XYZ eingetragen ist.

Und die Bundesbahn muss jedes Jahr in ihrer Bilanz einen Gewinn ausweisen - denn  sie an ihren Besitzer abführen muss. Darüber hat die Tagesschau in den letzten Jahren schon mehrfach berichtet!

ene mene muh

Die Sicherheit der Bahn AG darf nicht dem Profitstreben der Aktionäre geopfert werden. 

Ich mag keinen Futterneidreflex. 

ene mene muh

Insbesondere GB zeigt auf wie gefährlich Privazisierubg für sicheren Schienenverker ist. 

Wieso gefährlich? In fast allen Ländern ist der Bahn Verkehr privat organisiert. Und im Übrigen hat dieser Unfall damit gar nichts zu tun. 

Alter Brummbär

Schaut man sich mal die einzelnen Eigentümer in den Ländern an, wird man schnell feststellen, das Privat nur auf dem Papier steht.

schabernack

➢  Insbesondere GB zeigt auf wie gefährlich Privatisierung für sicheren Schienenverkehr ist.

Die beste und sicherste Bahn der Welt in Japan ist in Privatbesitz, und das Schienennetz von Japan Rail finanziert Staat mit.

91541matthias

Damals starb eine Verwandte meiner Frau, ihre Tochter überlebte.

Ein Trauma für die ganze Familie, von dem sie immer noch gezeichnet ist.

Vielleicht würde es helfen, von der Maxime " immer schneller " weg zu kommen

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Tarek94

Im Artikel steht: "ist am 3. Juni 1998 mit Tempo 200 auf seiner Fahrt von München nach Hamburg unterwegs, als ein Radreifen bricht".

200km/h schafften schon die Intercity-Züge der 1980er Jahre.

Miauzi

Selbst der fliegende Hamburger in den 1930er war ähnlich schnell und der Bullet-Train in Japan schon Mitte der 1960er Jahre.

Schwere Zugunglücke kann es auch bei 50 km/h geben.

Letztlich waren andere Usachen an dem Unglück schuld als ein "immer schneller"

ansonsten könnte man auch jeden PKW ab Tempo 100 km/h einfach abregeln

und Flugzeuge erst gar nicht starten lassen

Ja - man kann Hochgeschwindigkeitszüge sicher betreiben - auf gleichen Nievau wie die Bimmel-Bummel-Bahn aus Kindertagen ... aber dazu ist eben neben ausreichend Personal auch die entsprechende Firmen-Philosophie nötig.

Und letzteres sehe ich leider nicht bei unserem Bahn-Konzern!

ene mene muh

@Möbius 03. Juni 2023 • 10:13 Uhr

Und nach dem Unglück hatte ich immer wieder  so ein etwas mulmiges Gefühl das ich nie ganz verdrängen konnte. Der Nimbus der „sicheren Deutschen Bahn“ war für mich jedenfalls dahin …

Subjektiv ist das ehrlich und verständlich. Objektiv sind wir uns aber bestimmt einig, dass die Bahn in Folge des Unglücks sicherer geworden ist. 

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Möbius

Ja, in Bezug auf die damalige Problematik stimmt das. Aber an dem Problem mit den Betonschwellen sieht man auch das sich Katastrophen immer wieder neue Schwachstellen suchen um Passieren zu können. Dinge an die man vorher nicht oder nur unzureichend gedacht hat. 

 

Hier täte eine „Sicherheitskultur“ Not. Ist teuer, ich weiß. Aber wenn es um Menschenleben geht ? 

ene mene muh

Hier täte eine „Sicherheitskultur“ Not. Ist teuer, ich weiß. Aber wenn es um Menschenleben geht ? 

Eine Sicherheitskultur hat die Bahn definitiv. 

Gassi

Nicht Betriebssicherheit ist das Maß der Dinge, sondern Ökonmie. Die Gäubahn, die jetzt für Monate gesperrt wird, ist EIN-gleisig - ähnlich wie die bei Traunstein. Aber die Bahn hat es in den 75 Jahren nach dem Krieg nicht geschafft, eine ehemals 2-gleisige Strecke nach der Demontage wieder aufzubauen. So ist die Strecke stets ein Risiko, eine richtige Kapazität hat sie auch nicht. Und sie taugt auch nicht als Ausweichstrecke: Alles muss durchs Rheintal - bis dann halt in Rastatt der Tunnel einbricht und sämtliche Verbindungen tot sind. Backup-Konzept? Fehlanzeige. Und das macht Bahnfahren riskant. Die vielen Weichen-, Oberleitungs-, Signalstörungen deuten auch nicht gerade auf gewartetes Material hin: es wird halt weitergekarrt - die verrosteten LKWs werden ja immerhin von Zeit zu Zeit kontrolliert. Für den Fahrgast sind aber die vielen Streiks viel risikoreicher: Deterministische Ankunft mittlerweile Utopie. Der Stress, bei  dem man da mitunter ausgesetzt ist, ist gefährlich.

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Alter Brummbär

Im Prinzip stimmt diese Aussage.

Allerdings bedarf es bei vielen Baumaßnahmen, einer Planfeststellung und die Anwohner oder andere, haben immer irgendwelche Einwände

ene mene muh

@Gassi
03. Juni 2023 • 14:09 Uhr

Nicht Betriebssicherheit ist das Maß der Dinge, sondern Ökonmie.

Das finde ich jetzt aber nachvollziehbar. Auch Sicherheitstechnik muss lohnend sein. Der erste Käfer meines Vaters hatte keine Airbags. Ich weiß allerdings jetzt nicht, was das gekostet hätte. Unser Golf heute hat sie natürlich. Sicherheit muss auch bezahlbar sein und da finde ich nichts anstößig dabei. 

ene mene muh

@Miauzi
03. Juni 2023 • 13:56 Uhr

Die Bundes-Bahn wird streng nach privat-wirtschaftlichen Regeln geführt

Da wäre ich glücklich, wenn das so wäre. 

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