Kommentare - Ein Jahr Taliban an der Macht: Mächtig überfordert

12. August 2022 - 08:05 Uhr

Seit einem Jahr sind die Taliban in Afghanistan an der Macht - und inzwischen gefestigt wie wenige Regierungen zuvor, sagen Experten. Ihr Regierungsstil bleibt zwar unberechenbar - die Nachbarstaaten interessiert aber etwas anderes. Von S. Manz.

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Kommentare

Afganistan

Guter Bericht, gute Analyse. Es zeigt die Ursache des westlichen Scheiterns. Das Volk brauche Demokratie und westliche Werte, eine massive Fehleinschätzung. Milliarden aus dem Fenster, tausende Opfer für nichts.

Wie kann man so daneben liegen?

 

Lage

Endlich Mal ein Artikel, der die Lage in Afghanistan differenzierter beschreibt. Scheint wohl doch nicht alles schlecht in Afghanistan zu sein. Der Weg wird zwar noch lange sein, aber der Anfang ist gemacht. Schade nur, dass wahrscheinlich wieder China die Erste einfahren wird.

fest im Sattel

Die Taliban sind etabliert  wie nie zuvor mit Hilfe der US Cowboys,  die geholfen haben indem die anderen Gruppierungen entweder gezielt oder als Kollateralschaden weggebombt wurden. Nebenbei wurde rein zufällig der Zugriff von US Konzernrn auf lokale Ölvortöte gesichert.

Mächtig überfordert

Stimmt. Chef sein wollen ist nicht schwer, Chef zu sein dagegen sehr.

Sie waren nicht bereit, für das zu kämpfen was wir Freiheit nennen.  Vielleicht wollten sie nicht so leben. Es ist das Selbstbestimmungsrecht der Völker so zu leben oder zu sterben, wie sie wollen.  Es ist keine Naturkatastrophe wo unsere Hilfe gefordert wäre 

@08:19 Uhr von sosprach

Guter Bericht, gute Analyse. Es zeigt die Ursache des westlichen Scheiterns. Das Volk brauche Demokratie und westliche Werte, eine massive Fehleinschätzung. Milliarden aus dem Fenster, tausende Opfer für nichts.

Wie kann man so daneben liegen?

 

Ich lese in dem Bericht nicht, dass die "Ursache des westlichen Scheiterns" dargestellt wurde. Eher lese ich raus, dass dieses Land unter der aktuellen Regierung den Rückwärtsgang eingelegt hat und sich weiterhin in Richtung Mittelalter bewegt und zudem Handel mit Staaten betreibt, die ähnliche Zukunftsvorstellungen haben. 

"Wie kann man (= Taliban) so daneben liegen?

Was wäre wenn...

Seit 1933 bestand mit Mohammed Zahir Schah (Mohammedzai) an der Spitze ein konstitutionelles Königreich. Zahir Schah läutete jedoch eine demokratische Wende in Afghanistan ein. Unter seiner Herrschaft wurden unter anderem Wahlen, ein Zwei-Kammern-Parlament, die Emanzipation der Frauen bis hin zum Frauenwahlrecht, eine Modernisierung der Infrastruktur und Pressefreiheit etabliert. Schahs fortschrittliche und westliche Politik war jedoch nicht unumstritten unter der afghanischen Bevölkerung

(Wikipedia)

 

Man fragt sich, wie Afghanistan heute aussehen würde, wäre die Demokratisierung und Liberalisierung Afghanistans nicht ab 1973 durch die, von der UdSSR unterstützen, Putsche/Revolutionen, und dem Einmarsch der Sowjets 1979, beendet worden.

Die Besatzung durch die UdSSR, der Widerstand dagegen, die Diadochenkämpfe der Warlords, das plumpe Auftreten auch der USA als Unterstützer der (im Nachhinein) falschen "Feind meines Feindes"-Freunde - all das hat den Aufstieg der Taliban erst ermöglicht.

@08:19 Uhr von sosprach

Guter Bericht, gute Analyse. Es zeigt die Ursache des westlichen Scheiterns. Das Volk brauche Demokratie und westliche Werte, eine massive Fehleinschätzung. Milliarden aus dem Fenster, tausende Opfer für nichts.

Wie kann man so daneben liegen?

 

 

 

Da ist der Westen bei Fehleinschätzungen ja in bester Gesellschaft. Oder habe ich das falsch im Gedächtnis, daß Russland(Sowjetunion) in Afghanistan mehr als 100000 Soldaten verheizt hat ? Das war bestimmt eine schmerzhafte Erfahrung bis heute für die russische Armee.

Jetzt herrscht dort Frieden

Wieso war die letzten 20 Jahre Krieg in Afghanistan. Weil die Taliban zum einen gegen die ausländischen Truppen kämpften, zum anderen mit Gewalt wieder selbst an die Macht wollten.

Die Milliarden die angeblich investiert wurden gingen hauptsächlich in den Militäreinsatz. Für eine wirtschaftliche Entwicklung wurde relativ wenig getan. D.h., den Taliban fehlt, abgesehen von der sowieso fehlenden Kompetenz, eine wirtschaftliche Infrastruktur.

Das je nach Region die verblieben Experten gejagt werden hilft auch nicht weiter.

Ein einseitiger Artikel. …

Ein einseitiger Artikel.

“erlebt ein Großteil der Menschen in Afghanistan die friedlichste Phase seit Jahrzehnten.”

Der Rest wurde gefoltert,getötet,vergewaltigt,verkauft,missbraucht.Solange es dem “Großteil” gut geht, ist das also in Ordnung?

Die Umstände werden relativiert: “Taliban-Bewegung selbst keine einheitliche Gruppe sei,sondern aus zahlreichen regionalen Fraktionen bestehe.[…]Daran hätten sich viele Taliban in den Provinzen nicht gehalten […].Sanktioniert würde solches Verhalten kaum”

Das ist kein zu entschuldigendes Verhalten! Hier werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit relativiert aka “der Kern sei nicht so”!

 

“Taliban ist es gelungen,Korruption relativ stark einzudämmen";was gemeint ist,ist natürlich nur die Korruption,die nicht von den Taliban selbst betrieben wird.

 

“geschieht allerdings in überschaubarem Maß”;”Großteil der Bevölkerung von Hunger und Armut bedroht”- Nicht nur bedroht:Armut und Hunger sind reale Todesursachen!

Dann ist ja alles super!…

Dann ist ja alles super!

Tagesschau 12.08.2022

"Die politische Macht der Taliban basiere nicht nur auf militärischen Erfolgen. "Es gibt einen großen Teil in der afghanischen Bevölkerung, der auch den Wertvorstellungen der Taliban nahesteht", sagt Ruttig. Viele im Land hätten die westliche Besatzung abgelehnt. Nach dem Abzug der NATO-Truppen erlebt ein Großteil der Menschen in Afghanistan die friedlichste Phase seit Jahrzehnten."

oder etwa nicht?

Interview Tagesschau 11.08.2022

"Alle Transferleistungen und Gelder für wirtschaftliche Zusammenarbeit sind nach August vergangenen Jahres komplett weggefallen, weil niemand mehr diese Regierung unterstützen möchte...

Recker: Ja, 95 Prozent der Bevölkerung haben massivste wirtschaftliche Probleme und mehr als 50 Prozent leiden Hunger."

Wer verfügt über Milliardenbeträge aus dem Westen?

Noch immer wird Afghanistan mit mehreren Milliarden an Entwicklungshilfe aus der EU unterstützt. Ist nachvollziehbar, wie die Taliban mit dem Geld umgehen? Es erscheint unwahrscheinlich, dass das Geld der armen Bevölkerung in ausreichendem Ausmaß  zugute kommt. Eher stärkt es die Macht der afghanischen Regierung. Unsere Regierung sollte darum die Höhe der Entwicklungshilfe unbedingt überdenken, da zunächst unsere Bürger entlastet werden müssen.

„Mächtig überfordert“

Dass die überhaupt die Macht und damit die Möglichkeit haben, überfordert zu werden, ist das eigentliche Problem.

Mag sein das es für einen…

Mag sein das es für einen Teil der Afghanen jetzt besser läuft. Aber das betrifft nicht die weibliche Bevölkerung. Die leidet jetzt am meisten und wird unterdrückt, wie vor dem NATO Einsatz. Ich finde es Schade, daß das in dem Artikel nicht erwähnt wird.

Wann legt der Westen seine…

Wann legt der Westen seine Einstellung ab das einzig seine Demokratie die Lösung aller Probleme sei! Jetzt kann der Westen zusehen wie der Chinese sich die Bodenschätze holt 

Gar nicht so schlecht, die Taliban?

Der Artikel enthält interessante Neuigkeiten. 

Die Korruption sei eingedämmt, erfährt der Leser. Die Finanzverwaltung funktioniere ganz gut. 

Ein großer Teil der Bevölkerung stehe den den Wertvorstellungen der Taliban nah.

"Die friedlichste Phase seit Jahrzehnten."

Und die optimistische Bildunterschrift "Den Umgang mit der Moderne lernen" suggeriert auch Hoffnung. 

Und wirtschaftlich stehen die Chinesen vor der afghanischen Haustür mit dem Angebot, dem Verein "Neue Seidenstraße" beizutreten? 

Na dann...

Dann kann Deutschland das Kapitel ja abschließen. Nur noch die Restbestände der Ortskräfte der deutschen Bundeswehr rausholen, deren Familien auch und dann Tschö mit ö. 

Afghanistan ist laut dem Bericht jetzt auch so friedlich wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Da braucht man auch niemandem mehr Asyl zu gewähren.

Was mir auffällt: dieser total optimistische Beitrag passt nicht zu den bisherigen Meldungen über Afghanistan. 

Warum? 

 

 

@08:46 Uhr von paulpanther666

Da ist der Westen bei Fehleinschätzungen ja in bester Gesellschaft. Oder habe ich das falsch im Gedächtnis, daß Russland(Sowjetunion) in Afghanistan mehr als 100000 Soldaten verheizt hat ? Das war bestimmt eine schmerzhafte Erfahrung bis heute für die russische Armee.

Das ist richtig. USA hat in Afghanistan die Taliban aufgebaut um die Russen in einen Verschleißkrieg zu führen. Hat gut geklappt. CIA Akten geben Auskunft.

Also alles nach Plan.

„Es gibt einen großen Teil…

„Es gibt einen großen Teil in der afghanischen Bevölkerung, der auch den Wertvorstellungen der Taliban nahesteht", 

diesen Satz sollten sich alle Staaten / Politiker, wie Luthers Thesen, mal vor die eigene Bürotür nageln, falls sie wieder auf die Idee kommen, gegen eine erkennbare Mehrheit der zivilen Bevölkerung einen Staat auf links zu krempeln. 

Die Taliban-eine Terororganisation

„Nach dem Abzug der NATO-Truppen erlebt ein Großteil der Menschen in Afghanistan die friedlichste Phase seit Jahrzehnten.“

Das ist eine Feststellung, die unsere Politiker nicht gern hören wollen.

 

"Den Taliban ist es gelungen, die Korruption stark einzudämmen."

 

Das gelingt einer Terrororganisation innerhalb eines Jahres. Die Nato-Länder schafften es in 20 Jahren nicht.

Da blühte mit unserem Geld die Korruption. Wo sind die Dollars und Euros geblieben?

 

Deutschland hat kein Interesse, die 20 Jahre Afghanistaneinsatz großartig aufzuarbeiten. Die Bürger würden erfahren, dass Milliarden Euro verschleudert wurden. Die Politik hat wenige in Afghanistan reich gemacht. Wir wurden nie ehrlich informiert, welchen Rückhalt die Taliban im Volk hat. Das wurde bewusst ausgeblendet.

Unsere westliche Politik kreiste nur um die Hauptstadt Kabul

Wer sich nicht wehrt kommt an den Herd

"Nach dem Abzug der NATO-Truppen erlebt ein Großteil der Menschen in Afghanistan die friedlichste Phase seit Jahrzehnten."

...

 

Das ist doch super. Dann braucht Afghanistan keine Kredite, keine Lieferungen von Nahrungsmitteln, rein gar nichts. Jetzt können die Menschen dort so leben, wie sie es gerne haben.

 

Oder ist es so friedlich, weil hungernde Menschen nicht mehr die Kraft haben sich zu bewegen?

Ein Jahr Taliban an der…

Ein Jahr Taliban an der Macht

kostete den deutschen Steuerzahler in Form von “Hilfsgeldern“ mittlerweile wieviel? 100 Millionen, 10 Milliarden, oder wieviel mehr? Und wieviel hat der dort die eigentliche Intervention auslösende Großmacht USA an Hilfsgeldern überwiesen? 0 Dollar oder noch weniger?

@08:46 Uhr von paulpanther666

Guter Bericht, gute Analyse. Es zeigt die Ursache des westlichen Scheiterns. Das Volk brauche Demokratie und westliche Werte, eine massive Fehleinschätzung. Milliarden aus dem Fenster, tausende Opfer für nichts.

Wie kann man so daneben liegen?

 

 

 

Da ist der Westen bei Fehleinschätzungen ja in bester Gesellschaft. Oder habe ich das falsch im Gedächtnis, daß Russland(Sowjetunion) in Afghanistan mehr als 100000 Soldaten verheizt hat ? Das war bestimmt eine schmerzhafte Erfahrung bis heute für die russische Armee.

Mehr als 100000 Tote? Das ist wohl eher Wunschdenken. Analysen gehen von ca. 13.000 Toten aus. Aber mit Fehleinschätzungen der sog. Supermächte kennen wir uns ja aus. Wieviele US-Soldaten starben allein in Vietnam - fast 60.000.

Diese Kriege zeigen doch, dass man sich nicht überall einmischen darf. Man kann nicht seine eigenen Werte auf andere Kulturen so 1 : 1 übertragen. 

Jetzt bekommen die Herren Taliban & Co

noch ein paar Milliarden (Humanitäre) Entwicklungshilfe für die Notleidente Bevölkerung , diese Wohltaten stecken sich die Taliban und Gotteskrieger selbstverständlich auch noch an den Turban. So kann es weitergehen und das ist nicht gut so !

Taliban

Die Taliban sind ein Teil der Bevölkerung in Afghanistan. Ob sie die Mehrheit stellen, ob das gesamte Land hinter ihnen steht, geht aus dem Artikel nicht hervor. Was vorher war, ist eine instabile Regierung gewesen, die auch nur durch einen kleinen Teil Bevölkerung gestützt wurde und die im Ausland um militärische Hilfe bat. Dabei wurde auch die Versorgung der Armen und Ansätze einer Liberalisierung verfolgt, die die Gleichstellung und Bildungsrechte der Frauen im Auge hatten. Das ist in der Tat gescheitert. Ich sehe die Männer dominierte Gesellschaft, die die Taliban verkörpern. Kreide fressende Wölfe mit Paramiltarismus und halbstaatlichen Grenzräumen, in denen Stammesführer ihre Rechte durchsetzen (auch gegen die des "Staates", der alles duldet). Der Pseudostaat entspricht kaum dem, was wir unter einem Rechtsstaat verstehen. Es herrschen Eliten. Und die Schilderung über halbgare Reformen und Verwaltungsaufbau ist nur ein Bruchteil der Betrachtung des Ist-Zustandes in Afghanistan.

Objektiver Bericht

Endlich wird es mal ausgesprochen, dass die Mehrheit der Afghanen zufrieden ist mit den Taliban. Frieden ist das Wichtigste, auf dem alles andere aufbauen kann. Menschenrechte stehen zwar nicht auf der Agenda der Taliban. Wer aber nicht weiß, wie er am nächsten Tag seine Kinder satt bekommt, hat erstmal andere Probleme. Nach meiner Meinung ist es deshalb entscheidend die Lebensmittelproduktion deutlich zu steigern. Wir sollten uns bei Hilfen aber zurückhalten. Die Afghanen müssen das selber schaffen. 

Sonst wird gegendert.

Hier wird dagegen von einem "Großteil der Bevölkerung" geschrieben und dabei verschwiegen, dass es ausschließlich um die männliche Bevölkerung geht. Für Frauen gibt es dagegen nur Unterdrückung und Verachtung und damit sie nicht fliehen, schränkt man ihre Bewegungsfreiheit ein.

Das klingt aber

heute etwas anders als sonst, das China Interesse hat, geht ja schon länger, nur waren ja Truppen im Land, seit die weg sind, werden sich die Bemühungen natürlich verstärken.

Ob das gut oder schlecht ist, will ich jetzt nicht beurteilen.

Ein sehr interessanter und…

Ein sehr interessanter und analytischer Artikel. Okay, es herrscht Frieden. Für welchen Preis? Persönlich interessant ist aber, dass anscheinend die Mehrheit der Bevölkerung gegen die westliche/ amerikanische Invasion war und gegen das Überstülpen westlicher Werte. Das ist ein anderes Bild als uns hier in den letzten Jahren vermittelt wurde. Der Artikel gibt so aber leider auch wider, wie sehr der Westen Fehler begangen hatte und es ist auch ein synonym, welche Fehler der Westen weiterhin begeht, wenn anderen Ländern mit Macht ein anderes Wertesystem, notfalls mit Waffengewalt, übergeholfen werden soll, um im Endeffekt sich vielleicht nur wirtschaftlichen Interessen zu widmen. Sollte es Russland, China, Indien und Pakistan gelingen, dort zu befrieden und wirtschaftliche Stabilität sicherzustellen, dann haben wir, der Westen" ein echtes Verständigungsdefizit.

Es braucht stabile Machtverhältnisse in Afghanistan

In der Vergangenheit waren zerstrittene, sich bekämpfende Volksgruppen das größte Problem. Mit solchen Verhältnissen kann ein stabiler Staat nicht entstehen. Wenn die Taliban IS und NRF bekämpfen tun sie das Richtige. Ein erneuter Zerfall in verschiedene Interessengruppen in dem Land würde in Zukunft keine stabileren Verhältnisse ermöglichen. Allerdings sehe ich eine stabile Zukunft noch nicht als gesichert, wenn die Bevölkerung nicht zügig Verbesserungen verspürt. Bis das erreicht ist, muss noch einiges an Staatskunst passieren. Eine mindestens genauso große Aufgabe für die Taliban wie der erfolgreiche Widerstandskampf.

@08:53 Uhr von AuroRa

Ein einseitiger Artikel.

“erlebt ein Großteil der Menschen in Afghanistan die friedlichste Phase seit Jahrzehnten.”

Der Rest wurde gefoltert,getötet,vergewaltigt,verkauft,missbraucht.Solange es dem “Großteil” gut geht, ist das also in Ordnung?

Die Umstände werden relativiert:

“Taliban ist es gelungen,Korruption relativ stark einzudämmen";was gemeint ist,ist natürlich nur die Korruption,die nicht von den Taliban selbst betrieben wird.

“geschieht allerdings in überschaubarem Maß”;”Großteil der Bevölkerung von Hunger und Armut bedroht”- Nicht nur bedroht:Armut und Hunger sind reale Todesursachen!

Woher wissen Sie das alles so viel besser, als Thomas Ruttig, der immerhin im Think Tank Afghanistan Analysts Network tätig ist ? Leben Sie dort, oder stehen ständig in persönlicher Verbindung zu AFG ? Ansonsten würde ich die Analyse des Herrn Ruttig vermutlich fundierter einschätzen, als die von einer Couch in DEU aufgestellt.

 

@08:55 Uhr von Cologne 59

Noch immer wird Afghanistan mit mehreren Milliarden an Entwicklungshilfe aus der EU unterstützt. Ist nachvollziehbar, wie die Taliban mit dem Geld umgehen? Es erscheint unwahrscheinlich, dass das Geld der armen Bevölkerung in ausreichendem Ausmaß  zugute kommt. Eher stärkt es die Macht der afghanischen Regierung. Unsere Regierung sollte darum die Höhe der Entwicklungshilfe unbedingt überdenken, da zunächst unsere Bürger entlastet werden müssen.

 

 

Die Taliban bekommen von der EU kein Geld. 

Weder im Artikel noch in…

Weder im Artikel noch in auch nur einem Beitrag der augenscheinlich eher männlichen Kommentare lese ich ein Wort über die eklatante Unterdrückung der Dingsda, wie heißen sie noch gleich, die man im Stadtbild nicht sehen kann und nichts zu sagen haben ohne Bärte und so unverschämt auf Rechte pochen?

Dieser Artikel ist derartig teflonmäßig hart gegen Gendern gesichert, daß er bei den Taliban sofort und ohne Veränderungen durchginge. 

 

@09:05 Uhr von Werdaswissenwill

Wann legt der Westen seine Einstellung ab das einzig seine Demokratie die Lösung aller Probleme sei! Jetzt kann der Westen zusehen wie der Chinese sich die Bodenschätze holt 

 

Es ging in Afghanistan nie um Demokratie.

 

Wer ist eigentlich "der Westen"? Und von welchem Chinesen reden Sie?

Das afgahnische Volk braucht Hilfe bei ...

... der Endsorgung und der Vernichtung der Minen und der scharfen Munition u.a. auf den landwirtschaftlichen Flächen.

Da Afghnistan nur über ca. 6% landwirtschaftliche nutzbare Fläche verfügt, kann es hier nicht zur Produktion von landwirtschaftlichen Gütern ausreichen, wenn diese ca. 6% landwirtschaftliche nutzbare Fläche noch weiter reduziert ist weil diese Flächen z.T. mit Minen und der scharfer Munition "verseucht" sind.

Da darf es nicht verwundern, wenn dann die Bevölkerung mit Lebensmittel völlig unterversorgt ist.

Wie im Bericht erwähnt, ist zudem auch noch die Infrastruktur zum großen Teil fast unbrauchbar. Da stellt sich die Frage, wie die landwirtschaftlichen Güter gleichmässig über das Land verteilt werden soll.
Und über die Möglichkeiten die Infrastruktur wieder Instand zu setzen, über diese Möglichkeiten verfügt Afghnistan deswegen nur in Ansätzen, weil im Krieg diese Möglichkeiten weitgehend zerstört worden sind.

@09:00 Uhr von Dany39

Mag sein das es für einen Teil der Afghanen jetzt besser läuft. Aber das betrifft nicht die weibliche Bevölkerung. Die leidet jetzt am meisten und wird unterdrückt, wie vor dem NATO Einsatz. Ich finde es Schade, daß das in dem Artikel nicht erwähnt wird.

Ja, irgendwie schien das Herrn Manz so gar nicht wichtig zu sein, als er feststellte, dass es da jetzt doch recht "friedlich" zugehe. 

@09:00 Uhr von Dany39

Mag sein das es für einen Teil der Afghanen jetzt besser läuft. Aber das betrifft nicht die weibliche Bevölkerung. Die leidet jetzt am meisten und wird unterdrückt, wie vor dem NATO Einsatz. Ich finde es Schade, daß das in dem Artikel nicht erwähnt wird.

 

Der Artikel ist wirklich von einem ziemlichen Wohlwollen für die Taliban durchzogen. Man gerät fast in Versuchung, dort hinzuziehen.

@08:19 Uhr von sosprachd

Guter Bericht, gute Analyse. Es zeigt die Ursache des westlichen Scheiterns. Das Volk brauche Demokratie und westliche Werte, eine massive Fehleinschätzung. Milliarden aus dem Fenster, tausende Opfer für nichts.

Wie kann man so daneben liegen?

 

Die Afghaben hatte 20 Jahre die Wahl zwischen Demokratie und Taliban. Sie entschieden sich für die Taliban. Und Terroristen unterstützt man nicht, weder ideologisch noch finanziell. Stoppen wir jeder Unterstützung, sonst werden wir Teil des Terrorregimes!

Auch die russische

Autokratie unter Wladimir Putin ist eine "gefestigte Regierung"; und gemäß russischen Umfragen sind auch "ein großer Teil" der Bevölkerung dafür. Nordkorea ist auch "gefestigt", China ebenfalls. 

Wenn das ein Qualitätsmerkmal sein soll, geh ich weinen. Selbst Hitlers Regierung konnte man als "gefestigt" definieren und es gibt sogar heute noch Menschen, die deren "Wertvorstellungen nahestehen"... 

Rene

Nach dem lesen des Artikels bleibt für mich die Frage Worin besteht der Unterschied zum Afghanistan von vor 25 Jahren? Vor 25 Jahren war die Gruppe/Sekte/Organisation/ ... an der politischen Macht in dem Land und heute sind sie es wieder. Welchen zvilisatorischen und demokratischen Sprung in der Entwicklung einer Gesellschaft, hat dieses Land den nun gemacht? Offensichtlich war wohl der Demokratieexport der "westlichen Welt" weder willkommen noch besonders lange Überlebensfähig. Aber 20 Jahre einzelne Personen suchen und dabei als Kollateralschaden XX Tote und Verletzte fabrizieren. Wir können nur von Glück reden das die wahren Kosten dieses 20 jährigen Fiaskos niemals nicht das Licht der westlichen Welt erblicken werden.  

@09:10 Uhr von fruchtig intensiv

Da ist der Westen bei Fehleinschätzungen ja in bester Gesellschaft. Oder habe ich das falsch im Gedächtnis, daß Russland(Sowjetunion) in Afghanistan mehr als 100000 Soldaten verheizt hat ? Das war bestimmt eine schmerzhafte Erfahrung bis heute für die russische Armee.

 

Das ist richtig. USA hat in Afghanistan die Taliban aufgebaut um die Russen in einen Verschleißkrieg zu führen. Hat gut geklappt. CIA Akten geben Auskunft.

 

Also alles nach Plan.

 

Sie spielen auf Operation Cyclone an.

 

Da ging es aber nicht um die Taliban, sondern um die Mujahedin. Hekmatyar und Konsorten.

 

Die Taliban sind ein Produkt Pakistans. Nicht der USA.

 

@08:53 Uhr von AuroRa

Ein einseitiger Artikel.

Nein, ein realistischer Artikel mit Beobachtungen aus Sicht der Bevölkerung. Die ARD hat langjährige Korrespondenten in diesem Bereich der Welt. Kann es sein, dass Sie die Situation zu sehr aus Ihrem eigenen Blickwinkel betrachten und nicht wahrhaben wollen wie viel anders gerade die Landbevölkerung die Taliban sieht? Eine Beschreibung der Umstände bedeutet nicht sie gut zu heißen.

Das ist kein zu entschuldigendes Verhalten! Hier werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit relativiert aka “der Kern sei nicht so”!

Nein, auch hier wird nur nüchtern beschrieben wie die Situation ist ohne sie zu bewerten.
 

Wenn Sie sich für die Situation in Afghanistan interessieren empfehle ich Ihnen den Podcast des Weltspiegel, den Podcast NDR Korrespondenten in Delhi und die zweite Staffel des Podcast Killed in Action, Der Fall von Kabul (Produktion des NDR). Dort findet man sehr differenzierte Schilderungen.

@ 09:14 Uhr von berelsbub

„Es gibt einen großen Teil in der afghanischen Bevölkerung, der auch den Wertvorstellungen der Taliban nahesteht", 

diesen Satz sollten sich alle Staaten / Politiker, wie Luthers Thesen, mal vor die eigene Bürotür nageln

 

Man schätzt, dass der Bevölkerungsanteil etwa so groß ist, wie der Anteil der Nazi-Anhänger in Deutschland.

@09:14 Uhr von berelsbub

„Es gibt einen großen Teil in der afghanischen Bevölkerung, der auch den Wertvorstellungen der Taliban nahesteht", 

 

diesen Satz sollten sich alle Staaten / Politiker, wie Luthers Thesen, mal vor die eigene Bürotür nageln, falls sie wieder auf die Idee kommen, gegen eine erkennbare Mehrheit der zivilen Bevölkerung einen Staat auf links zu krempeln. 

 

 

Die Taliban wurden erst dann militärisch bekämpft, als sich herausstellte, daß aus ihrem Einflussbereich heraus Terroroperationen in westlichen Ländern stattfanden.

 

Als sie die Buddha-Statuen sprengten und Menschen massenhaft an Lastwagenkränen aufhängten, war das den Staaten/Politikern, von denen Sie reden, herzlich egal.

Mittlerweile bedienen sich,…

Mittlerweile bedienen sich, was doch der wahre Grund für die “Interventionen und Hilfseisätze“ erst der Russen, dann der Amis, unterstützt von deutschen Bundeswehrbesenwagendiensten, waren, die Chinesen kostenneutral oder zumindest kostengünstig und ohne Kriegseinsatz an den kostbaren Resourcen dieses Landes. Aber wir zahlen den ehemaligen(?) Feinden, den Taliban, die u.a. unsere Soldaten dort umgebracht haben, viele Millionen oder gar Milliarden zum Aufbau von Verwaltung und für Hungerhilfe, weil die ja ihr Volk nicht selber ernähren können. Da werden sich die Angehörigen unserer dort gefallener Soldaten bestimmt ganz besonders freuen. Schon toll wie bekloppt unsere Regierungen sind und außerdem waren es ja nur ein paar Deutsche, die da im Zinksarg zurück in die Heimat geschickt wurden. Als Thema werden diese Tatsachen unterdrückt, oder hat es je eine öffentliche Aufarbeitung gegeben? Is ja auch viel wichtiger, dass unsere Regierung da wieder den Spendenonkel spielen kann. Toll!

@08:32 Uhr von Katrin65

Scheint wohl doch nicht alles schlecht in Afghanistan zu sein. 

Der sachliche Artikel sollte nicht darüber täuschen wie verheerend die Situation der Frauen in Afghanistan ist, sie hat sich in den letzten Monaten stark verschlechtert. Die Taliban etablieren ein fundamentalistisches Regime. 2/3 der Bevölkerung ist akut von Hunger bedroht, da erscheint mir Ihr Satz reichlich zynisch.

@ 08:32 Uhr von Katrin65

Der Weg wird zwar noch lange sein, aber der Anfang ist gemacht. Schade nur, dass wahrscheinlich wieder China die Erste einfahren wird.

 

Wieder? Was hat China denn schon eingefahren?

@09:10 Uhr von fruchtig intensiv

Da ist der Westen bei Fehleinschätzungen ja in bester Gesellschaft. Oder habe ich das falsch im Gedächtnis, daß Russland(Sowjetunion) in Afghanistan mehr als 100000 Soldaten verheizt hat ? Das war bestimmt eine schmerzhafte Erfahrung bis heute für die russische Armee.

Das ist richtig. USA hat in Afghanistan die Taliban aufgebaut um die Russen in einen Verschleißkrieg zu führen. Hat gut geklappt. CIA Akten geben Auskunft.

Also alles nach Plan.

Na, dann wünsche ich den Afghanen "Viel Erfolg" und eine schöne Zeit mit den neuen Verbündeten China, Russland und Pakistan unter der Führung der Taliban.

@ 08:32 Uhr von rjbhome

Nebenbei wurde rein zufällig der Zugriff von US Konzernrn auf lokale Ölvortöte gesichert.

 

Welche Ölvorräte? Welche Ölkonzerne? Kennen Sie überhaupt welche?

@08:32 Uhr von Katrin65

Endlich Mal ein Artikel, der die Lage in Afghanistan differenzierter beschreibt. Scheint wohl doch nicht alles schlecht in Afghanistan zu sein.
 

Wenn Probleme wie Verletzung der Menschenrechte, Mord, Folter, Vergewaltigung, Missbrauch, Verkauf von Menschen einfach im Artikel ausgespart wird, klingt der Artikel ziemlich positiv. Nur eben sehr einseitig. Fast die Hälfte der Bevölkerung wurde “vergessen” zu erwähnen, nämlich Frauen und Mädchen, deren Situation faktisch verschlechtert wurde. 
 

Auf dieselbe Weise kann man sich auch das dritte Reich schönreden. Hat nur nichts mit der Gesamtsituation zu tun. 

 

@ AuroRa, um 08:53

 

Genau dasselbe, was Sie relativieren und geraderücken ging mir beim Lesen des Artikels durch den Kopf.

 

Nein, diese Mörderbande ist kein braver Jungenclub.

Die bewaffneten Strolche sind selber korrupt, weil sie nur gelernt haben, sich das zu nehmen, was sie wollen, ohne jede Rücksicht.

Deren Angst, dass Frauen an sie heranreichen oder ihnen auch nur annähernd überlegen sein könnten in irgendeiner Angelegenheit, das macht ihnen mehr Angst als 100 Maschinengewehre. 

 

Und die Mehrzahl der Afghanen will das so?

Da bin ich raus...

 

Aber schon strecken die ersten Staaten die Fühler aus, es winken Gewinne, die: wem zugute kommen werden?

 

Welche Frage...

 

 

 

@08:19 Uhr von sosprach

Das Volk brauche Demokratie und westliche Werte [...]

Niemand ist dort mit dem Ziel hin, Demokratie und westliche Werte zu bringen. Man wollte Afghanistan nach dem zunächst gewonnenen Krieg gegen die Taliban nicht ohne eine Regierung sich selbst und dem Hunger überlassen.

Die dafür aufgebaute Verwaltung berücksichtigte traditionelle afghanische Strukturen wie die Loja Dschirga und es waren nicht wenige Afghanen und Afghaninnen, die sich mit den "westlichen Werten" wie Schulbildung und freier Presse, recht gut anfreunden konnten.

Es waren Extremisten, unterstützt vor allem aus dem Ausland, die mit einer endlosen Fortsetzung des Krieges und mit Terror gegen jeden und alles, die Träume vieler Afghanen und Afghaninnen zerstörten.

@08:55 Uhr von Cologne 59

Noch immer wird Afghanistan mit mehreren Milliarden an Entwicklungshilfe aus der EU unterstützt. Ist nachvollziehbar, wie die Taliban mit dem Geld umgehen? Es erscheint unwahrscheinlich, dass das Geld der armen Bevölkerung in ausreichendem Ausmaß  zugute kommt. Eher stärkt es die Macht der afghanischen Regierung. Unsere Regierung sollte darum die Höhe der Entwicklungshilfe unbedingt überdenken, da zunächst unsere Bürger entlastet werden müssen.

Anstrengend, diese Neidkommentare. Angesichts der humanitären Situation in Afghanistan statt Entwicklungshilfe Entlastungen für die eigene Bevölkerung zu verlangen ist mehr als egoistisch. Offensichtlich hält sich Ihr Interesse für das Thema auch sehr in Grenzen, sonst wüssten Sie, dass es keinerlei Zahlungen westlicher Länder an das Taliban Regime gibt. Es gibt lediglich Budgets für Hilfsorganisationen, die direkt in Afghanistan arbeiten.

@09:00 Uhr von Dany39

Mag sein das es für einen Teil der Afghanen jetzt besser läuft. Aber das betrifft nicht die weibliche Bevölkerung. Die leidet jetzt am meisten und wird unterdrückt, wie vor dem NATO Einsatz. Ich finde es Schade, daß das in dem Artikel nicht erwähnt wird.

Es gab in den letzten Tagen zahlreiche Artikel der Tagesschau, die sich nur mit dem Thema der Situation der Frauen in Afghanistan beschäftigt haben.

@09:10 Uhr von Sparpaket

Was mir auffällt: dieser total optimistische Beitrag passt nicht zu den bisherigen Meldungen über Afghanistan. 
Warum?

 

Ganz einfach:

Beiträge dürfen eine bestimmte Grösse nicht überschreiten, damit sie noch gelesen werden.

Deshalb können sie auch nicht jeden Aspekt eines Themas beleuchten, sondern widmen sich meist nur Teilaspekten und erwähnen den Rest wenn möglich.

Wer ein umfassendes Bild möchte, sollte nicht nur einen Artikel lesen, sondern möglichst viele zum Thema - statt sich die Rosinen raus zu picken, die ihm am Besten (oder am Schlechtesten) schmecken.

09:16, NeNeNe

Die Taliban-eine Terororganisation

 

„Nach dem Abzug der NATO-Truppen erlebt ein Großteil der Menschen in Afghanistan die friedlichste Phase seit Jahrzehnten.“

 

Das ist eine Feststellung, die unsere Politiker nicht gern hören wollen.

 

Nicht nur "unsere Politiker", auch ich höre eine solche Glorifizierung dieser Terrorbande, die bestenfalls einen Teil der Wirklichkeit abbildet, nicht gerne. Ich würde diese "friedliche Phase" als Friedhofsruhe bezeichnen. Freunde von Diktatur und Gewaltherrschaft mögen so etwas aber. Deren politische Vorstellungen unterscheiden sich ja nicht wesentlich von denen der Taliban, weswegen beispielsweise die deutsche Rechte ihren Sieg bejubelt.

Liberale Marktwirtschaft

Sehr interessant finde ich den Satz aus dem Artikel:

"Die Taliban sind im Grunde überzeugte Vertreter einer liberalen Marktwirtschaft", ergänzt Thomas Ruttig.

Auffällig ist,

daß das einzige, woran viele Foristen in diesem Zusammenhang denken, "unser Geld" ist.

 

Finanzielle Werte sind auch Werte...

 

Ein moralischer Offenbarungseid.

Die Taliban

... werden sich vermutlich in mehrer politische Lager spalten, Linke, Liberale, Rechte, ... Dann wird die Religion langfristig in den Hintergrund treten und die Benachteiligung der Frauen abgebaut. Das kennt man ja aus anderen Gesellschaften in anderen Teilen der Erde auch.

@09:25 Uhr von Kritikunerwünscht

Diese Kriege zeigen doch, dass man sich nicht überall einmischen darf. Man kann nicht seine eigenen Werte auf andere Kulturen so 1 : 1 übertragen. 

Dieser Krieg hätte nicht stattgefunden, hätten die Taliban Osama bin Laden nach den Anschlägen von 9/11 einfach ausgeliefert. Die Mittel dazu hatten sie.

Das Framing man hätte Afgh. seine eigenen Werte 1:1 übertragen wollen, ist einfach Unsinn.

@09:10 Uhr von Sparpaket

Was mir auffällt: dieser total optimistische Beitrag passt nicht zu den bisherigen Meldungen über Afghanistan. 

Warum? 

Da missverstehen Sie den Artikel, er schildert lediglich die Perspektive der Bevölkerung. Die Situation in Afghanistan sollte uns alles andere als optimistisch stimmen, nie war die Situation der Frauen schlechter und alle außer denen, die die Taliban unterstützen leben in Angst. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Mangelernährung und Hunger.
 

Auf all dies wurde bisher viel eingegangen, aber es gehört halt auch zur Wahrheit, dass die Taliban einen Rückhalt bei einem Teil der Bevölkerung haben. Dass es so friedlich ist liegt übrigens daran, dass die vielen Anschläge der Vergangenheit überwiegend von den Taliban begangen wurden. Deshalb sollte man diesen Artikel im Kontext lesen.

Milliarden zum Fenster hinausgeworfen

und Tote und Verletzte und Kranke. Trotzdem in Deutschland bei den Verantwortlichen keinerlei Regret oder Aufklärung - und vor allem keine Konsequenzen. Absolut irre! 

Hunger

"nach wie vor ist ein Großteil der Bevölkerung von Hunger und Armut bedroht."

...

 

Die Taliban sehen aber nicht unterernährt aus.

Wenn man die Talibanverträter so anschaut, die sich auf dem internationalen Parkett bewegen, dann sind die Bäuche immer gut gepolstert. (Das erinnert mich immer an Kim Jong un.)

 

Da fragt man sich, wo die Hilfslieferungen nach Afghanistan landen.

@09:10 Uhr von Sparpaket

Was mir auffällt: dieser total optimistische Beitrag passt nicht zu den bisherigen Meldungen über Afghanistan. 
Warum?

Die Umstände ändern sich und somit auch die Meldungen ... was soll da nicht passen?

@09:30 Uhr von Pax Domino

noch ein paar Milliarden (Humanitäre) Entwicklungshilfe für die Notleidente Bevölkerung , diese Wohltaten stecken sich die Taliban und Gotteskrieger selbstverständlich auch noch an den Turban. So kann es weitergehen und das ist nicht gut so !

Ach ja, immer diese Faktenverdrehungen. Die Taliban bekommen überhaupt nichts von den Ländern des Westens. Die Gelder z.B. der Afghanistan Geberkonferenz gehen zu 100% an UNHCR und das WFP, die damit direkt in Afghanistan Menschen mit Nahrung und Medikamenten versorgen. Das soll nicht weitergehen und sei nicht gut, ernsthaft?

"Mächtig überfordert"?

Die Bevölkerung erlebt die "friedlichste Phase seit Jahrzehnten", die Korruption ist eingedämmt, der Handel entwickelt sich wieder und die Menschen im Land sind die westlichen Besatzer los und stehen den Werten der neuen Regierung nahe.

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Das alles war in den letzten 20 Jahren undenkbar, auch "wir" waren überfordert und haben alle Probleme mit ausländischem Geld übertüncht.

Es ist hauptsächlich dieses ausländische Geld (und ein paar Milliarden eigenen Geldes, das im Westen eingefroren wurde), das der neuen Regierung fehlt.

Wenn sie das noch hätte, und damit auch die benötigten Lebensmittelimporte bezahlen könnte, wäre die Situation für die allermeisten Menschen wohl besser als früher.

.

Aber das wäre eine Entwicklung, die dem Westen kaum gefallen dürfte. Deshalb muss alles, was dort passiert, mit unserem westlichen Wertemaßstab gemessen werden, und dann fallen die Taliban natürlich durch.

Win-win: die Afghanen sind zufriedener und wir können sagen, wir hätten immer schon recht gehabt.

@09:14 Uhr von berelsbub

„Es gibt einen großen Teil in der afghanischen Bevölkerung, der auch den Wertvorstellungen der Taliban nahesteht", 

diesen Satz sollten sich alle Staaten / Politiker, wie Luthers Thesen, mal vor die eigene Bürotür nageln, falls sie wieder auf die Idee kommen, gegen eine erkennbare Mehrheit der zivilen Bevölkerung einen Staat auf links zu krempeln. 

Und wer kümmert sich um die Menschen, maßgeblich Frauen und Mädchen, die darunter leiden, gefoltert, missbraucht, verkauft, getötet werden? Um die schert man sich nicht, sondern hakt es als “Kultur” ab. Dann ist ja alles tutti. 

@09:25 Uhr von Kritikunerwünscht

 

Mehr als 100000 Tote? Das ist wohl eher Wunschdenken. Analysen gehen von ca. 13.000 Toten aus. Aber mit Fehleinschätzungen der sog. Supermächte kennen wir uns ja aus. Wieviele US-Soldaten starben allein in Vietnam - fast 60.000.

Diese Kriege zeigen doch, dass man sich nicht überall einmischen darf. Man kann nicht seine eigenen Werte auf andere Kulturen so 1 : 1 übertragen. 

Da stimme ich Ihnen zu. Das ist die Fehleinschätzung  des Westens überhaupt wenn man glaubt, seine Werte auf andere Länder und Kulturen 1:1 übertragen zu können. Solange der Westen dies nicht versteht oder verstehen will, solange wird es immer wieder diese "Überraschungen" und Blindflüge des Westens geben.

@09:18 Uhr von Tada

Wer sich nicht wehrt kommt an den Herd

 

"Nach dem Abzug der NATO-Truppen erlebt ein Großteil der Menschen in Afghanistan die friedlichste Phase seit Jahrzehnten."

...

 

Das ist doch super. Dann braucht Afghanistan keine Kredite, keine Lieferungen von Nahrungsmitteln, rein gar nichts. Jetzt können die Menschen dort so leben, wie sie es gerne haben.

 

Oder ist es so friedlich, weil hungernde Menschen nicht mehr die Kraft haben sich zu bewegen?

 

Nach fast fünfzig Jahren Krieg sind die Menschen wohl einfach ungeheuer müde. Die haben keine Kraft mehr.

 

Man sollte Afghanistan…

Man sollte Afghanistan einfach mal in Ruhe lassen. Die Taliban wird irgendwann mal von selbst merken, daß sie ihr Land auf Dauer so nicht weiter führen können. Russland hatte nichts bewirkt, genauso wenig die USA, was nur zeigt das dieses Land anscheinend gar keine Hilfe möchte!

@09:39 Uhr von Heißer Schnee

Objektiver Bericht

 

Endlich wird es mal ausgesprochen, dass die Mehrheit der Afghanen zufrieden ist mit den Taliban. Frieden ist das Wichtigste, auf dem alles andere aufbauen kann. Menschenrechte stehen zwar nicht auf der Agenda der Taliban. Wer aber nicht weiß, wie er am nächsten Tag seine Kinder satt bekommt, hat erstmal andere Probleme. Nach meiner Meinung ist es deshalb entscheidend die Lebensmittelproduktion deutlich zu steigern. Wir sollten uns bei Hilfen aber zurückhalten. Die Afghanen müssen das selber schaffen. 

 

Ja, objektiv ist, was der eigenen Meinung entspricht. Auch wenn das, was Sie in den Artikel hineinlesen, so eigentlich gar nicht drinsteht.

 

Menschenrechte sind sowieso nur Gedöns.

 

Lebensmittel sind, wie in einem anderen Artikel zu lesen stand, genügend vorhanden. Es fehlt den Menschen aber an Geld, um sie zu kaufen.

 

Aber Hauptsache, Sie müssen nicht helfen. 

@09:50 Uhr von morigk

Ein sehr interessanter und analytischer Artikel. Okay, es herrscht Frieden. Für welchen Preis? Persönlich interessant ist aber, dass anscheinend die Mehrheit der Bevölkerung gegen die westliche/ amerikanische Invasion war

 

Die Invasion der UdSSR war in Ordnung?

 

und gegen das Überstülpen westlicher Werte.

 

Von welchen westlichen Werten reden Sie, die übergestülpt wurden?

 

 

 

@09:25 Uhr von Kritikunerwünscht

 
 

Mehr als 100000 Tote? Das ist wohl eher Wunschdenken. Analysen gehen von ca. 13.000 Toten aus. Aber mit Fehleinschätzungen der sog. Supermächte kennen wir uns ja aus. Wieviele US-Soldaten starben allein in Vietnam - fast 60.000.

Diese Kriege zeigen doch, dass man sich nicht überall einmischen darf. Man kann nicht seine eigenen Werte auf andere Kulturen so 1 : 1 übertragen. 

 

 

Genau Zahlen werden wir nie bekommen. Da sind die Großmächte sich einig die offiziellen Zahlen nie zu veröffentlichen. Die 100000 basieren auf einer Schätzung . Das ist zwar ungenau , beinhaltet aber den Fakt, daß zu späteren Zeitpunkten Soldaten an ihren Verletzungen erlegen sind.

Seine eigenen Werte als Maßstab anzulegen hat noch nie funktioniert.

 

@fruchtig intensiv

alles nach Plan.?

Als Dank hat dann die USA in ihnen geförderten "Rebellen" ihr  Dankeschön in der Pulverisierung der Zwillingstürme erhalten..alles nach Plan?

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@08:32 Uhr von Katrin65

Endlich Mal ein Artikel, der die Lage in Afghanistan differenzierter beschreibt. Scheint wohl doch nicht alles schlecht in Afghanistan zu sein. Der Weg wird zwar noch lange sein, aber der Anfang ist gemacht. Schade nur, dass wahrscheinlich wieder China die Erste einfahren wird.

Warum ist es schade, wenn China die Chance ergreift, das Versagen der NATO in Afghanistan für sich zu nutzen?

Interessant ist, dass dieser Bericht eine etwas andere Sicht auf die aktuelle Lage in Afghanistan hat. Wir in D mussten ja ständig erfahren, dass die NATO-Präsenz in Afghanistan „alternativlos“ sei und die Bevölkerung nur unter dem Schutz der NATO ein besseres Leben führen kann. Dabei haben wir unsere eigenen Maßstäbe angelegt und die passen eben nicht für Länder wie Afghanistan, übrigens für Länder wie China auch nicht.

 

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