Kommentare - Kaum Geld für Musiker trotz Millionen Klicks

28. Juni 2022 - 10:59 Uhr

Musiker finanzieren sich seit jeher durch Liveauftritte. Auch Platten- und CD-Verkäufe waren lange eine wichtige Einnahmequelle. Nun boomt das Streaming - und vor allem andere profitieren. Von Nicole Würth.

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Kommentare

Endlich den angemessenen Rechtsrahmen schaffen

Ein trauriges Beispiel mehr dafür, dass die inzwischen nicht mehr ganz so junge digitale Welt noch immer nicht korrekt im Rechtsrahmen verankert ist. Von moralischen Werten, Anstand und Fairness will ich gar nicht erst anfangen.

Ob nun Finanztransaktionen im Millisekunden Takt, Internet-Zeitung, oder eben Kunst. All diese Bereiche sind Goldgruben für die Bereitsteller der Internetplattformen und Profiteure des schnellen Datenaustauschs. Weder der Staat, also die auf Steuern angewiesene Allgemeinheit, noch die Urheber im Bereich von Kunst und Kultur werden angemessen an den gigantischen Gewinnen beteiligt.

Wenn sich immer größer werdende Bereiche der Gesellschaft ins Internet verlagern, müssen die relevanten Teile der Gesellschaft auch in der sonst üblichen Weise profitieren, sowie in die Pflicht genommen werden, denn diese gesellschaftsrechtlichen Prinzipien sind die Grundpfeiler einer demokratischen, sozialen Grundordnung.

Maffay kritisiert

Die heutigen Geschäftsmodelle mit internationaler Marktverflechtung zwischen den Global Playern der Musikindustrie kritisiert Maffay scharf. Priorität habe das Geschäft, nicht die künstlerische Kreativität.

Maffay hätte ja genug Geld um auf seine Kosten ein alternatives Geschäftsmodell zu etablieren, bei dem es ausschließlich um "künstlerische Kreativität" und nicht um Geld geht?

Bei anderen sich…

Bei anderen sich verändernden Lebensmodellen, wird, oft egal wie hart es die Leute dahinter trifft, das immer sehr gerne mit „“nicht mehr zeitgemäß“ abgetan. Warum wird der Begriff nun hier nicht gebraucht?

Sich als Musiker…

Sich als Musiker durchzusetzen ist seit jeher schwer und davon zu leben sicherlich auch, vor allem wenn man nur eine Nische bedient. Gleichzeitig war es aber als Künstler durch das Internet nie so "einfach" wie heute einen hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Darüber hinaus hat nun mal niemand ein Anrecht darauf von seiner Musik leben zu können. Das schaffen nur sehr wenige.

Früher gab es Schellack,

dann Vinyl, Audiocassetten, dann kamen die CDs, alles während meiner Lebenszeit. Mittlerweile kauft kaum jemand noch Tonträger, es wird eben gestreamt. Die Abrechnung des Verlages, bei dem ich meine Stücke verlegt habe, schickt mir eine halbjährliche Tantiemenabrechnung. Auf der stehen Centbeträge fürs Streamen. Ich kenne keine Kolleg/innen, bei denen das anders wäre.

 

Eigentlich ist alles so wie immer schon, nur schlimmer.

 

So, ich fahre gleich nach Frankfurt, wo heute ich einen meiner monatlichen Auftritte habe. Da spiele ich viele eigene Kompositionen. Wenigstens das bringt etwas Geld, über die GEMA.

 

Ich kann jeder und jedem nur raten, Musiker zu werden. Da wird man ganz rasch berühmt und reich...

Wo habe ich....

... gegen Netiquette verstoßen?

 

Es wird so getan, als ob die Streaming-Dienste  rein gar nichts tun würden und zur Unrecht Geld verdienen.

Ich weiß nicht wer diese Sängerin ist und ohne Internet wäre sie womöglich unbekannt geblieben.

Wer der Meinung ist, er könne ohne diese Dienste mehr verdienen (das Problem war ja, dass dann nichts verdient wurde), der kann sich wie eins Kelly Family auf die Straße stellen, Hut hinstellen und singen. Und wenn er dann berühmt ist kann er die Regeln diktieren. 

@11:38 Uhr von Tarek94

Die heutigen Geschäftsmodelle mit internationaler Marktverflechtung zwischen den Global Playern der Musikindustrie kritisiert Maffay scharf. Priorität habe das Geschäft, nicht die künstlerische Kreativität.

Maffay hätte ja genug Geld um auf seine Kosten ein alternatives Geschäftsmodell zu etablieren, bei dem es ausschließlich um "künstlerische Kreativität" und nicht um Geld geht?

 

Ein Geschäft, bei dem es nicht um Geld geht?

 

Was soll das denn sein?

 

Ein Oxymoron.

 

Die sollen nicht jammern

Die sollen nicht jammern, sondern in die Schlagerbranche einsteigen. Das ist die reinste Gelddruckmaschine. Und wenn der ÖR auf einen aufmerksam wird, gibt es garantiert noch mehr Geld, vielleicht sogar eine eigene Show.

@11:40 Uhr von mispel

Sich als Musiker durchzusetzen ist seit jeher schwer und davon zu leben sicherlich auch, vor allem wenn man nur eine Nische bedient. Gleichzeitig war es aber als Künstler durch das Internet nie so "einfach" wie heute einen hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Darüber hinaus hat nun mal niemand ein Anrecht darauf von seiner Musik leben zu können. Das schaffen nur sehr wenige.

 

Früher war es möglich, sich durch Musizieren beispielsweise als Student den Lebensunterhalt zu verdienen. In gefühlt jeder zweiten Kneipe wurde Livemusik gespielt. Ich habe damals, in den Mittsiebzigern, fürs Klavierspielen in der Kneipe hundert Mark bekommen. Meine Miete betrug 125 DM. Inklusive Nebenkosten.

 

Ich habe gut gelebt. 

 

Und kann immer noch von meiner Nischenmusik leben.

 

Ich habe nie mit etwas anderem Geld verdient. Und bin nicht berühmt. Allerdings in Fachkreisen bekannt.

 

Wenn ich heute jung wäre, ich weiß nicht, ob ich diesen Lebensweg wieder einschlagen würde. 

 

Vielleicht würde ich DJ. 

 

Modern Talking & Co.

Vielleicht  wurde  ja  früher  schlechte  Musik  und  aus  der  Industrieretorte  zu  hoch  honoriert.   Gute  Musikqualität  und  -kreativität  erzielt  auch  heute  noch  ein  gutes  Einkommen.  Doch  wie  selten  die  unter  Deutschlands  Musikern  ist,  zeigt  sich  alljährlich  u.a.  auch  am  ESC.

@11:38 Uhr von Forfuture

Wenn sich immer größer werdende Bereiche der Gesellschaft ins Internet verlagern, müssen die relevanten Teile der Gesellschaft auch in der sonst üblichen Weise profitieren, sowie in die Pflicht genommen werden, denn diese gesellschaftsrechtlichen Prinzipien sind die Grundpfeiler einer demokratischen, sozialen Grundordnung.

Sie sind also der Meinung, der Steuerzahler sollte die Künstler noch mehr als bisher (z.B. Bei­trags­zu­schuss bei frei­wil­liger gesetz­li­cher Kran­ken­ver­si­che­rung, Bei­trags­zu­schuss bei pri­vater Kran­ken­ver­si­che­rung) subventionieren?

Die Zuschüsse des Staats gemäß §34 Abs. 1 KSVG für die Künstlerkasse haben sich übrigens im Zeitraum von 1989 (22,87 Millionen) bis 2019 (222,9 Millionen) rund verzehnfacht?

@11:40 Uhr von mispel

[...] Darüber hinaus hat nun mal niemand ein Anrecht darauf von seiner Musik leben zu können. [...]

 

Darum geht's nicht. Das Problem ist, dass vielgehörte Musikerinnen und Musiker, die davon leben können sollten, nicht angemessen entlohnt werden. Eine passende Analogie dazu wäre eine Person, die in Vollzeit arbeitet, aber mit einem Monatslohn von einer Handvoll Euro abgespeist wird, und die Geschäftsleitung begründet ihr Vorgehen damit, dass sie nicht zahlt, weil sie darauf keinen Bock hat und das Geld lieber selber behalten will.

 

Hörerinnen und Hörer können allerdings mit dem Geldbeutel entscheiden und die Branche unterstützen, indem sie z.B. bandcamp benutzen und weiterhin Platten, CDs und DVDs und Merchandising kaufen. Bei bandcamp kannst du beispielsweise auch mehr für ein Album bezahlen, wenn dir die Band das wert ist.

@11:55 Uhr von fathaland slim

Die heutigen Geschäftsmodelle mit internationaler Marktverflechtung zwischen den Global Playern der Musikindustrie kritisiert Maffay scharf. Priorität habe das Geschäft, nicht die künstlerische Kreativität.

Maffay hätte ja genug Geld um auf seine Kosten ein alternatives Geschäftsmodell zu etablieren, bei dem es ausschließlich um "künstlerische Kreativität" und nicht um Geld geht?

 

Ein Geschäft, bei dem es nicht um Geld geht?

 

Was soll das denn sein?

 

Ein Oxymoron.

Das sollten Sie Maffay fragen. Schließlich hat ja er die heutigen Geschäftsmodelle kritisiert und nicht ich.... ;)

 

11:53, Tada

Wer der Meinung ist, er könne ohne diese Dienste mehr verdienen (das Problem war ja, dass dann nichts verdient wurde), der kann sich wie eins Kelly Family auf die Straße stellen, Hut hinstellen und singen.

 

Darauf läuft es immer mehr hinaus. Man spielt, und es wird gesammelt. Durch die Coronalockdowns hat sich diese sich schon länger abzeichnende Entwicklung rasant beschleunigt. Erstaunlicherweise funktioniert das sogar einigermaßen. Ein paar hundert Euro kommen eigentlich fast immer zusammen. Es funktioniert aber nur für Solisten und kleinere Besetzungen.

 

Und wenn er dann berühmt ist kann er die Regeln diktieren. 

 

Schön wär's.

 

@12:06 Uhr von Tarek94

@11:38 Uhr von Forfuture

 

Wenn sich immer größer werdende Bereiche der Gesellschaft ins Internet verlagern, müssen die relevanten Teile der Gesellschaft auch in der sonst üblichen Weise profitieren, sowie in die Pflicht genommen werden, denn diese gesellschaftsrechtlichen Prinzipien sind die Grundpfeiler einer demokratischen, sozialen Grundordnung.

 

Sie sind also der Meinung, der Steuerzahler sollte die Künstler noch mehr als bisher (z.B. Bei­trags­zu­schuss bei frei­wil­liger gesetz­li­cher Kran­ken­ver­si­che­rung, Bei­trags­zu­schuss bei pri­vater Kran­ken­ver­si­che­rung) subventionieren?

 

Die Zuschüsse des Staats gemäß §34 Abs. 1 KSVG für die Künstlerkasse haben sich übrigens im Zeitraum von 1989 (22,87 Millionen) bis 2019 (222,9 Millionen) rund verzehnfacht?

 

Daß Sie die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Kultur als gering einschätzen, das überrascht mich nicht sehr.

 

Fans nicht ganz unschuldig

Da sind die Fans leider nicht ganz unschuldig, ist ja billiger beim Streamingdienst, dabei haben die Bands/Musiker oft eine gute Homepage, wo man die Platten/CDs/Downloads direkt kaufen kann,  dann gib es, wie schon erwähnt wurde, die Plattform Bandcamp, dort sind heutzutage auch viele große Namen, zumal man sich die Sachen dann in verschiedenen Formaten mehrfach runter laden kann, oder als CD oder Vinyl kaufen kann.

Aber da heutzutage so viele tolle Musik hergestellt wird muss man dich schon sehr informieren, denn nur Radio oder Charts und man wird wenig,  bis gar nichts entdecken.

Persönlich lese ich sehr viele Musikzeitschiften, besonders gut sind da die englischsprachigen.

Aber jeder hat da bestimmt eigene Vorlieben  und zum kennen lernen eignen sich Youtubekanäle ganz gut.

Umso erfreulicher das eine Perle wie "Running up that hill" (1985) von Kate Bush die aktuellen Charts stürmt und auch bei den jungen Publikum gehör findet .

Und das alles dank des Einsatzes in einer Netflexserie.

 

 

 

Mehr als Zero Points läuft da nicht

Während  die  wahren  kreativen  Musiker-Talente  meist  unter  den  Straßenmusikern  in  Deutschland  zu  finden  sind  und  ihnen  das  Establishment  in  seiner  Arroganz  einen  Aufstieg  verwehrt  statt   diese   unterstützt,   werden  hingegen  die  meist  schon  in  jungen  Jahren  für  eine  Musiker-Karriere  verplanten   Nachkömmlinge  des  Establishments  nach  Absolvierung  der  Musikhochschule  zeitlebens  staatlich  subventioniert.   Was  dabei  dann  für  eine  unkreative  Musikqualität  nach  Schema  F  und  aus  der  Retorte   herauskommt,  kann  man  sich  u.a.  alljährlich  beim   ECS  und  dessen  Vorentscheid  in  Deutschland  anschauen.

@11:59 Uhr von fruchtig intensiv

Die sollen nicht jammern, sondern in die Schlagerbranche einsteigen. Das ist die reinste Gelddruckmaschine. Und wenn der ÖR auf einen aufmerksam wird, gibt es garantiert noch mehr Geld, vielleicht sogar eine eigene Show.

 

Selten einen so wertlosen Tipp gelesen.

 

Genausogut könnten Sie dazu raten, Bundesligafußballer zu werden.

 

Nicht einmal mehr auf Schützenfesten tingeln kann man, wenn man in der Schlagerbranche nicht zu den ganz Großen gehört. Da hat auch der Dj schon längst die Rolle der Livemusik übernommen.

 

Situation der ZEIT

Von Streaming habe ich noch nie viel gehalten!!

Es ist Energieverschwendung, unnötig und unsicher.

Bei einer CD bezahle einmal den Kaufpreis und Egal was ich mit der Musikdatei anstelle, ich kann sie immer wieder von Meiner Festplatte oder der CD umkopieren!

Wenn gestreamt wurde ist die Datei oft auf Nimmerwiedersehen Futsch!!

Fair share, vergebliche Hoffnung

Fair Share Musik will statt Abrechnung nach Klicks (mindestens 30 sek) dass die Vergütung Benutzer basiert erfolgt. Die Gebühr, die ein Benutzer zahlt soll nur auf seine gehörten Künstler verteilt werden. Wenn er nur einen Künstler hört bekommt der egal wie lange und wie oft gehört maximal diesen Betrag zugeordnet.

Gute Idee, die nichts ändert. Es gibt Musik und Künstler, die viel gehört werden, weil sie die Konsumenten emotional ansprechen. Jazz, neue Musik ... wird nie dazugehören.

Programme wie Deutschlandfunk, WDR5, SWR2 etc bestehen zum großen Teil aus Musikangeboten, die nur wenige hören wollen, trotz massiver Subvention und Anpreisung in diesen Programmen im Vergleich zu Pop.

Es ist eine "Elite" aus Musikkritikern und Musikern, die meint ihren allgemein unbeliebteren Musikgeschmack ( "braucht lange Ausbildung", ist "hochwertig", E-Musik) von anderen subventionieren lassen zu müssen.

Das Produkt ist schlecht. Kein Grund es weiter zu subventionieren.

 

 

@12:09 Uhr von Tarek94

@11:55 Uhr von fathaland slim

 

Die heutigen Geschäftsmodelle mit internationaler Marktverflechtung zwischen den Global Playern der Musikindustrie kritisiert Maffay scharf. Priorität habe das Geschäft, nicht die künstlerische Kreativität.

Maffay hätte ja genug Geld um auf seine Kosten ein alternatives Geschäftsmodell zu etablieren, bei dem es ausschließlich um "künstlerische Kreativität" und nicht um Geld geht?

 

Ein Geschäft, bei dem es nicht um Geld geht?

 

Was soll das denn sein?

 

Ein Oxymoron.

 

 

Das sollten Sie Maffay fragen. Schließlich hat ja er die heutigen Geschäftsmodelle kritisiert und nicht ich.... ;)

 

 

 

Nicht Maffay, sondern Sie waren derjenige, der hier die Idee eines Geschäftes, bei dem es nicht ums Geld geht, ins Spiel gebracht hat.

eine Sauerei!

Gut, dass auf so etwas aufmerksam gemacht wird.

Es scheint mir eine Riesensauerei, dass hier die Streamingdienste absahnen und die Künstler leer ausgehen.

Natürlich sollen auch die Streamingdienste leben, sie haben Aufwand und stellen die Plattform, aber dies erinnert mich eher an ein modernes Raubrittertum, aber nicht an faires Geschäftsgebaren.

Man müsste die Streamingdienste boykottieren, aber wo her kann man seine Musik beziehen? CD-Plastik ist nicht gerade umweltfreundlich und zu teuer.

 

@12:18 Uhr von Marcus2

Es gibt Musik und Künstler, die viel gehört werden, weil sie die Konsumenten emotional ansprechen. Jazz, neue Musik ... wird nie dazugehören.

Programme wie Deutschlandfunk, WDR5, SWR2 etc bestehen zum großen Teil aus Musikangeboten, die nur wenige hören wollen, trotz massiver Subvention und Anpreisung in diesen Programmen im Vergleich zu Pop.

Es ist eine "Elite" aus Musikkritikern und Musikern, die meint ihren allgemein unbeliebteren Musikgeschmack ( "braucht lange Ausbildung", ist "hochwertig", E-Musik) von anderen subventionieren lassen zu müssen.

Das Produkt ist schlecht. Kein Grund es weiter zu subventionieren.

 

 

 

 

Ja, gut ist, was sich verkauft. Und Jazz mögen Sie nicht. Ebensowenig wie neue Musik, was auch immer man darunter verstehen mag.

 

Ich nehme an, Sie mögen Schlager, Musicals und Gangsta Rap. Alles andere ist ja wertlos, wie man an den Verkaufszahlen erkennen kann.

@12:03 Uhr von fathaland slim

Früher war es möglich, sich durch Musizieren beispielsweise als Student den Lebensunterhalt zu verdienen.

 

Das freut mich für Sie. Das muss eine schöne Zeit gewesen sein. Aber ich bezweifle, dass das für jeden Musiker möglich war. So viele Kneipen gab es ja bestimmt nicht und Sie waren ja bestimmt auch solo unterwegs. Und die Zeiten ändern sich nun mal und mit ihnen Angebot und Nachfrage. Kneipen mit Live-Musik sind heute selten.

 

Und kann immer noch von meiner Nischenmusik leben. Ich habe nie mit etwas anderem Geld verdient. Und bin nicht berühmt. Allerdings in Fachkreisen bekannt.

 

Sie hatten halt schon ihre Bekanntheit und haben sicher ensprechend hart dafür gearbeitet. Allein über Spotify würden Sie diese Bekanntheit heute wohl nicht erreichen, weil Sie eine Nischenmusik bedienen. Und ich nehme an Sie hatten nie vor reich und berühmt zu sein. Denn dann geht es einem ja auch nicht um die Musik.

12:09 Uhr von Tinkotis Tja...

"Es zeigt sich aber trotzdem jetzt schon, dass der Streaming-Wahn (übrigens auch bei Filmen und Serien) zu Lasten der Qualität und Vielfalt geht"

...

 

Ich denke  eben nicht.

Es gibt vielleicht mehr, aber die Vielfalt ist da, nur in % vielleicht weniger. Aber man kann eh nicht alles gucken und hören, was gerade kommt (und sollte es auch nicht), man kann auswählen.

 

Ich habe sowieso das Gefühl, fast alles schon gesehen und gehört zu haben. Ab und zu kommt wirklich etwas Neues. Und selten kommt etwas Neues und Gutes.

 

Dafür findet man vergleichsweise nun öfter ein Juwel - etwas, was niemals in das Deutsche Radio, Fernsehen oder Kino geschafft hätte. Oft bekommt man Tipps von Bekannten.

Diese Diskussion kenne ich h…

Diese Diskussion kenne ich h seit Einführung der CD. Dann kamen die Raubkopien, Streaming  filesharing.... 

Die Musikindustrie hinkte immer um 10Jahre hinterher und hielt an völlig überteuerten CDs fast. Früher gabs eine LP für 20DM. Dann gab es die viel einfachere CD für 30DM und weniger für die Künstler, als vorher.  Verständlich,  das die Verkäufe zurück gingen.

Komischer Weise gibt es aber noch sehr viele  Bands, die mit guter Musik Gutes Geld verdienen 

Die Anderen werden sich anpassen müssen.

.

Wir sind zB nie zu irgendeinem Label gekommen.  Also gab es Geld nur über Direktvermarktung.

.

Eine Erfolgsgarantie gibt es halt nicht.

 

 

@11:40 Uhr von mispel

(...)

Darüber hinaus hat nun mal niemand ein Anrecht darauf von seiner Musik leben zu können. Das schaffen nur sehr wenige.

Das sehe ich aber ganz anders. Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht darauf, von seiner Arbeit leben zu können. Und dass es sich um eine solche handelt, lässt sich ganz einfach daran erkennen, dass sie von anderen "nachgefragt" wird.

Alternative: GEZ-finanzierter öffentlicher Rundfunk

 @12:25 Uhr von Giselbert

Man müsste die Streamingdienste boykottieren, aber wo her kann man seine Musik beziehen?

Wie wär's mit dem 24/7-Angebot der Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunkanstalten? Geht übrigens auch per "Stream". Bezahlt übrigens mittels der Rundfunkbeiträge. Eigentlich ein völlig ausreichendes bzw. bereits sehr üppig-vielfältiges Angebot.

Aber dieses Angebot zur Grundversorgung will ja eine gewisse blaubraune Ecke abschaffen. Zugunsten des Modells des neoliberalen Plattformkapitalismus, dessen Boykott Sie hier anregen.

Musiker finanzieren sich seit jeher durch Liveauftritte.

Schon der erste Satz sagt es. Wenn Musiker mit dem Streamen nicht genug Geld verdienen, dann sollen sie doch Live auftreten. Ob in Kneipen oder Sälen oder in der Fußgängerzone. 
Dann sehen sie auch sofort, wieviel Geld die Leute für ihre Kunst zu bezahlen bereit sind. 
Abgesehen davon, was erwarten Künstler? 
Jedem Menschen, der in seiner Jugend entscheidet Künstler werden zu wollen, wird von seinen Eltern und seinem gesamten Umfeld gesagt werden, dass er sich das gut überlegen sollte, da nur die wenigsten von ihrer Kunst leben können. 
ZB müssen 99% der Schauspieler von einem Gehalt leben, das ca dem Mindestlohn entspricht. Zumindest bei den klassischen Orchestermusikern an Theatern ist das ähnlich.
Und solche Musiker haben studiert und sind an ihrem Instrument meistens um Lichtjahre besser, als irgendwelche dahergelaufenen und selbsternannten Pop - Musiker. 
Auch könnten Musiker und andere Künstler auch eine schlagkräftige Gewerkschaft bilden und versuchen ihre Ansprüche umzusetzen.

@12:09 Uhr von Kei the Wooden Idol

Darum geht's nicht. Das Problem ist, dass vielgehörte Musikerinnen und Musiker, die davon leben können sollten, nicht angemessen entlohnt werden.

 

Da fängt es ja schon an: wer bestimmt, wer davon leben können soll und was heßt angemessen? Ihre Analogie ist insofern falsch, da der Musiker ja aus freien Stücken etwas anbietet, für das eine Nachfrage da sein muss. Und Sie haben ja selbst schon geschrieben, dass es heute Möglichkeiten gibt, diese Nachfrage selbst zu generieren und nicht in die Hände von Plattenfirmen zu legen. Aber auch heute wie damals ist der Erfolg eines Musikers das Resultat von harter Arbeit und wohl auch Glück.

@12:35 Uhr von Nettie

 

Das sehe ich aber ganz anders. Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht darauf, von seiner Arbeit leben zu können. Und dass es sich um eine solche handelt, lässt sich ganz einfach daran erkennen, dass sie von anderen "nachgefragt" wird.

Wenn es denn nachgefragt wird. Darauf zielte der Kommentar doch ab. Man kann Nachfrage nicht vorschreiben. 

@13:21 Uhr von LifeGoesOn

... dass heute überhaupt noch Geld für Musik (jetzt mal abgesehen von Konzerten) ausgegeben wird. Fast jedes Musikstück ist doch heute kostenlos im Netz erhältlich. 
Ob die Angebote nun immer legal sind, kann der Laie doch kaum noch erkennen.
Aus meiner Sicht kann man den "Beruf" des Musikers daher maximal noch als Hobby oder kleinen Nebenverdienst ansehen.

@12:12 Uhr von fathaland slim

Sie sind also der Meinung, der Steuerzahler sollte die Künstler noch mehr als bisher (z.B. Bei­trags­zu­schuss bei frei­wil­liger gesetz­li­cher Kran­ken­ver­si­che­rung, Bei­trags­zu­schuss bei pri­vater Kran­ken­ver­si­che­rung) subventionieren?

 

Die Zuschüsse des Staats gemäß §34 Abs. 1 KSVG für die Künstlerkasse haben sich übrigens im Zeitraum von 1989 (22,87 Millionen) bis 2019 (222,9 Millionen) rund verzehnfacht?

 

Daß Sie die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Kultur als gering einschätzen, das überrascht mich nicht sehr.

Das Sie als Musiker sich gerne umfangreich vom Steuerzahler subventionieren lassen und diese Subventionen auch verteidigen überrascht mich noch viel weniger... ;)

 

@11:53 Uhr von fathaland slim

dann Vinyl, Audiocassetten, dann kamen die CDs, alles während meiner Lebenszeit. Mittlerweile kauft kaum jemand noch Tonträger, es wird eben gestreamt. Die Abrechnung des Verlages, bei dem ich meine Stücke verlegt habe, schickt mir eine halbjährliche Tantiemenabrechnung. Auf der stehen Centbeträge fürs Streamen. Ich kenne keine Kolleg/innen, bei denen das anders wäre.

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Evt haben Sie nicht das richtige Businessmodell ? Wenn ich mir einige Youtuber anschaue, die verdienen schon richtige Beträge. Es gibt Rapper, von denen kannt man kaum die Namen , z.B. "Capital ..a " , und die sind Millionenschwer. Liegt es an der Musikrichtung ? Blues & Boogie wird evt. nicht so oft gestreamt

@12:06 Uhr von Tarek94

Sie sind also der Meinung, der Steuerzahler sollte die Künstler noch mehr als bisher subventionieren?

Auch wenn ich den Stellenwert von Kunst und Kultur deutlich höher einschätze, als große Teile des Finanzdienstleistungssektors, war es nicht Thema meines Kommentars.

Es geht nicht um Subventionen, sondern die Gleichstellung von gesellschaftlichen Rechten und Pflichten. Im Internetgeschäft müssen die Einnahmen und deren Verteilung genauso im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft erfolgen, wie sie im althergebrachten Wirtschaftssystem erfolgen (müssten).

Die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich ist dabei nur ein Indikator für die generelle Schieflage im Verteilungssystem, die im Internet besonders ausgeprägt ist.

Daher ist zB eine Finanztransaktionssteuer genauso zwingend erforderlich, wie eine angemessene Beteiligung der Künstler an den erwirtschafteten Gewinnen.

Das Kunst und Kultur DARÜBER HINAUS in hohem Maße förderungswürdig sind unterstütze ich nachdrücklich.

@ fathaland slim

Sie sind ja ca in meinem Alter und könnten somit einen Rückblick auf ihre finanziellen Verhältnisse über eine mindestens 40 - jährige Karriere als Profimusiker bieten. 
Ich zB habe als Vollzeitbeschäftigter als geringstes Gehalt mal ca 1000 DM netto gehabt und als höchstes Gehalt kurz vor meiner Rente ca 2500€ netto. Meine Rente beträgt nach 44,5 Jahren Arbeit 1050€ netto plus (Gott sei Dank) 350€ Zusatzversorgung. Käme das Ihren Verhältnissen nahe?

@12:35 Uhr von Nettie

Das sehe ich aber ganz anders. Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht darauf, von seiner Arbeit leben zu können. Und dass es sich um eine solche handelt, lässt sich ganz einfach daran erkennen, dass sie von anderen "nachgefragt" wird.

 

Der Preis für eine Dienstleistung (Musik) ergibt sich aber auch hier letztendlich durch Angebot und Nachfrage. Eine geringe Nachfrage bei fixem Angebot führt zu einem geringen Preis. Was machen sie also, wenn der Preis so gering ist, dass der Künstler nicht davon leben kann? Sie können natürlich einen Preis x festsetzen, den der Künstler bekommen muss, damit er davon leben kann, aber wenn kein Konsument diesen Preis bezahlen will (z.B. 100 Euro für eine CD), bringt das auch nichts. Oder sie subventionieren den Künstler, was ja dazu führen muss, dass sie alle Künstler subventionieren müssen, die von ihrer Kunst nicht leben können. Es war aber ihre freie Entscheidung Künstler (mit allen Konsequenzen) zu werden.

Schön war die Zeit....

Ich konnte nur eine gewisse Zeit lang von Musik leben. Die Nachfrage nach Saxophonisten war in meiner Ruhrgebiets - und Kölner Zeit immer recht groß.

Als ich dann die GEMA kennenlernte, wurde mir schon klar, dass es schwierig sein würde, meine `Karriere´ weiterzuführen.

Durch die neuen, vereinfachten Produktionsprozesse, wurde die Musik inflationär. Ein Schock ist es aber immer wieder, wenn man das Radio einschaltet und auf sechs Kanälen läuft der `Dance Monkey´.

 

Erwerb von mp3s

Ich persönlich streame kein Musik sondern erwerbe CDs oder mp3s. Wieviel bleibt da beim Künstler? Ist das eine Alternative?

11:53 Uhr von fathaland slim

 

… dann Vinyl, Audiocassetten, dann … die CDs, alles während meiner Lebenszeit. Mittlerweile kauft kaum jemand noch Tonträger, es wird eben gestreamt …Centbeträge fürs Streamen.

 

Ich kaufe noch Tonträger, habe auch meinen good old LP-Player von Thorens noch in Betrieb. Für viel Geld habe ich mir eine sehr gute Anlage mit Boxen von ALR gekauft. Ich hatte mal beruflich Kontakt zum Hersteller / Inhaber, und habe die Boxen statt für 10.000 für 3.000 DM bekommen. 1996 war das.

 

So höre ich manchmal noch meine allererste LP meines Lebens.
«Chronicle» von Creedence Clearwater Revival.

 

Diese LP habe ich mir auch als CD gekauft, und sie ist in meiner i-Tunes-Bibliothek auf dem Laptop drin. Bei Spotify bin ich nur User-Non-Pay. Kann ich keine Spotify-Downloads, Playlists aber schon.

 

Den Laptop kann ich an den Verstärker anschließen, und das von aus i-Tunes / Spotify-Playlists abgespielt … klingt sooo erbärmlich viel mehr mies als CCR von der LP. Den Unterschied hören schon Kinder und sagen … Wow!

@12:35 Uhr von Nettie

(...)

Darüber hinaus hat nun mal niemand ein Anrecht darauf von seiner Musik leben zu können. Das schaffen nur sehr wenige.

Das sehe ich aber ganz anders. Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht darauf, von seiner Arbeit leben zu können. Und dass es sich um eine solche handelt, lässt sich ganz einfach daran erkennen, dass sie von anderen "nachgefragt" wird.

.

Es kommt doch darauf an, wie oft etwas nachgefragt wird, und welchen Aufwand ich dafür betreiben muss, diese Nachfrage zu bedienen.
Wenn ich mir jetzt ne Triangel kaufe und damit um die Häuser ziehe, findet das vielleicht mein 4-jähriger Sohn lustig und frägt das nach, damit er was zu lachen hat, aber dann kann ich doch nicht verlangen, davon leben zu können. Und das hat auch dann nichts mit Arbeit zu tun, wenn die ganze Kindergartengruppe es nachfrägt. So lässt sich Arbeit nicht definieren.

@11:27 Uhr von Alter Brummbär

Die einzigen die verdienen, sind die Streamingdienste

 

 

Ja, das ist die Kurzfassung des Artikels.

 

Un nu?

kultur darf nicht auch noch aussterben

wieso können die riesigen "GROSSEN" grosse teile des künstlernachwuchs, mit in erster linie eigennützigen gewinnerwartungen einfach wehrlos einkassieren?

künstler MÜSSEN sich eigentlich selbst zusammenschalten können zu vlt gar geförderten KÜNSTLERFELDERN (und damit das konkurrenzdenken überwinden) und sich von kunstinteressierten internetprofis begleiten lassen, um so ihre kreativen produkte auf eigenen plattformen selbst und teurer als peanuts zu vermarkten und von den gewinnen bspw auch newcomer sponsern, genau wie bundesligisten 15-jährigen profivorverträge anbieten.

zudem sollte jede stadt ab bspw. 25000 freiwillig eine bühne zur verfügung stellen, die nachwachsenden künstlern zur kooperativen eigenständigen umfassenden selbstorganisation ihrer "kunstfelder" zur verfügung gestellt wird, eine bühne, die u.u. täglich geöffnet sein könnte und durch geringes eintrittsgeld kunst für "jedermann" erschwinglich weiterbestehen lassen kann.

bei mir ist die Nachfrage seit Jahren konstant

 

Den Synthi auf Zimmerlautstärke, ein Glas Bier hingestellt und dann wird präludiert oder auch mal Atom Heart Mother gegeben.

Und am Ende wirft mir meine Frau zwei Euro in den Hut.

Leben können hätte ich von meiner Musik noch nie. Respekt an alle, die es dennoch wagen.

Grundsätzlich bin auch ich…

Grundsätzlich bin auch ich der Meinung, dass es der Musiktreaming - Dienste gar nicht bedarf. 
Über verschiedene Radio - Apps kann man heutzutage 100.000 Radiosender aus der ganzen Welt hören und wird wohl kaum eine Musikrichtung, sei sie auch noch so Sonderlich, verpassen müssen. 
Mir reicht meistens WDR5, obwohl dort inzwischen immer öfter recht seichte Musik zum Einsatz kommt und auch am Programm vieles Gute weggespart wurde. 
Musikstreaming zu betreiben, um immer wieder die gleichen Songs zu hören (oder angeboten zu bekommen), so wie das die meisten Menschen machen, ist für mich nicht nachzuvollziehen und zu einschränkend.

@ 13:24 Uhr von Schleswig Holsteiner

Es gibt Rapper, von denen kannt man kaum die Namen , z.B. "Capital ..a " , und die sind Millionenschwer

Das habe ich auch mal gedacht. Sie kennen die Namen nicht. Kinder und Jugendliche kennen sie ausreichend und sorgen für deren Millionen. 

13:22, Tarek94 @12:12 Uhr von fathaland slim

Sie sind also der Meinung, der Steuerzahler sollte die Künstler noch mehr als bisher (z.B. Bei­trags­zu­schuss bei frei­wil­liger gesetz­li­cher Kran­ken­ver­si­che­rung, Bei­trags­zu­schuss bei pri­vater Kran­ken­ver­si­che­rung) subventionieren?

 

Die Zuschüsse des Staats gemäß §34 Abs. 1 KSVG für die Künstlerkasse haben sich übrigens im Zeitraum von 1989 (22,87 Millionen) bis 2019 (222,9 Millionen) rund verzehnfacht?

 

Daß Sie die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Kultur als gering einschätzen, das überrascht mich nicht sehr.

Das Sie als Musiker sich gerne umfangreich vom Steuerzahler subventionieren lassen und diese Subventionen auch verteidigen überrascht mich noch viel weniger... ;)

 

 

 

Ich lasse mich nicht vom Steuerzahler subventionieren. Den Arbeitgeberanteil holt sich die Künstlersozialkasse von den Verwertern, also Konzertveranstaltern, Agenturen u.ä.

 

Die Renten- und Krankenversicherung von Künstlern wird nicht höher aus Steuergeldern subventioniert als die anderer Berufe.

 

@12:04 Uhr von FakeNews-Checker

Vielleicht  wurde  ja  früher  schlechte  Musik  und  aus  der  Industrieretorte  zu  hoch  honoriert.   Gute  Musikqualität  und  -kreativität  erzielt  auch  heute  noch  ein  gutes  Einkommen.  Doch  wie  selten  die  unter  Deutschlands  Musikern  ist,  zeigt  sich  alljährlich  u.a.  auch  am  ESC.

 

So selten ist die gar nicht. Und der ESC ist nun wirklich kein Maßstab/Gradmesser für gute Musik. Eher für "Quatsch mit Noten".

Spotify&Co sind bestenfalls Werbeplattformen, um sich und seine Musik einem größeren Publikum vorzustellen. Die Gewinne muss man sich nach wie vor auf "ehrliche" Art erarbeiten und dazu gehören vor allem Livekönnen/-show´s. Einen Song aufnehmen und zu einem pot.. "Hit" formen, kann mittlerweile jedes Kind am heimischen PC.

Wer live zu begeistern weiß, und das ist die eigentliche Kunst, der muss sich um sein Einkommen keine größeren Sorgen machen. Abgesehen von den letzten 2 Jahren.

@12:35 Uhr von Nettie

 

" Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht darauf, von seiner Arbeit leben zu können"

...

 

Prinzipiell ja. 

Aber wenn man etwas anbietet, was keiner haben will oder was wegen großer Konkurrenz massenweise vorhanden ist, dann hat sich das erledigt.

 

Ich habe auch schon einen Job verloren, weil er ins Ausland abgewandert ist. Übersetzungen kann man heutzutage locker per Internet hin und her schicken. Dasselbe gilt für Daten allgemein.

Da setze ich mich auch nicht hin und übersetze auf Deubel komm raus weiter und beschwere mich, weil ich ein Lohn wie in Osteuropa bekomme.

 

Musik kann man heutzutage überall machen und ins Netz stellen und es gibt sicher länder, wo man von 20-30€ länger leben kann, als in Deutschland.

@ 12:35 Uhr von wie-

"Wie wär's mit dem 24/7-Angebot der Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunkanstalten? Geht übrigens auch per "Stream"."

Kenne da nur den Videostreamingdienst oder für Musik den Livestream, dort kann ich mir aber nicht gezielt Titel herunterladen.

"Bezahlt übrigens mittels der Rundfunkbeiträge."

Die ja bekanntlich recht üppig sind, da verzichte ich lieber auf das Angebot und muss dafür keine Beiträge zahlen. Meine drei Titel die ich gerne höre zahle ich dann lieber selbst.

"Zugunsten des Modells des neoliberalen Plattformkapitalismus, dessen Boykott Sie hier anregen."

Weil es da auch noch was dazwischen geben kann, muss nicht immer schwarz/weiß sein.

@ nie wieder streaming

Grundsätzlich bin auch ich der Meinung, dass es der Musiktreaming - Dienste gar nicht bedarf. 
Über verschiedene Radio - Apps kann man heutzutage 100.000 Radiosender aus der ganzen Welt hören und wird wohl kaum eine Musikrichtung, sei sie auch noch so Sonderlich, verpassen müssen. 

 

Ähhh. Und wo ist da jetzt der Unterschied?

Außerdem ist es nicht das Thema, ob Sie Streaming mögen. Das Thema ist, wie die Musiker fair am Konsum ihrer Musik partizipieren können.

@13:28 Uhr von nie wieder spd

Sie sind ja ca in meinem Alter und könnten somit einen Rückblick auf ihre finanziellen Verhältnisse über eine mindestens 40 - jährige Karriere als Profimusiker bieten. 
Ich zB habe als Vollzeitbeschäftigter als geringstes Gehalt mal ca 1000 DM netto gehabt und als höchstes Gehalt kurz vor meiner Rente ca 2500€ netto. Meine Rente beträgt nach 44,5 Jahren Arbeit 1050€ netto plus (Gott sei Dank) 350€ Zusatzversorgung. Käme das Ihren Verhältnissen nahe?

 

Ja, tut es.

 

Wobei ich eher ein wenig darunter liege. Netto Zweifünf habe ich nie längere Zeit gehabt. 

 

@12:38 von Bender Rodriguez

Das sehe ich aber ganz anders. Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht darauf, von seiner Arbeit leben zu können. Und dass es sich um eine solche handelt, lässt sich ganz einfach daran erkennen, dass sie von anderen "nachgefragt" wird.

Wenn es denn nachgefragt wird. Darauf zielte der Kommentar doch ab. Man kann Nachfrage nicht vorschreiben. 

---

Natürlich nicht. Habe ich das etwa behauptet?

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@ 13:47 Uhr von Tada

@12:35 Uhr von Nettie

" Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht darauf, von seiner Arbeit leben zu können"

@ 13:47 Uhr von Tada

"Prinzipiell ja. Aber wenn man etwas anbietet, was keiner haben will oder was wegen großer Konkurrenz massenweise vorhanden ist, dann hat sich das erledigt."

Wie im Artikel beschrieben, geht es ja auch um Titel die millionenfach geklickt werden. Hier können Sie nicht sagen, dass die keiner haben will. 

Also trotz hoher Nachfrage und Beliebtheit kein Einkommen und mit der Ungerechtigkeit dabei, dass ein anderer absahnt.

@12:35 Uhr von Nettie

Meiner Meinung nach hat jeder ein Recht darauf, von seiner Arbeit leben zu können

 

Sehe ich etwas anders. Meiner Meinung nach hat jeder die Pflicht, sich seine Arbeit so zu gestalten, dass er davon leben kann.

@13:24 Uhr von Schleswig Holsteiner @11:53 Uhr von fathaland sli

dann Vinyl, Audiocassetten, dann kamen die CDs, alles während meiner Lebenszeit. Mittlerweile kauft kaum jemand noch Tonträger, es wird eben gestreamt. Die Abrechnung des Verlages, bei dem ich meine Stücke verlegt habe, schickt mir eine halbjährliche Tantiemenabrechnung. Auf der stehen Centbeträge fürs Streamen. Ich kenne keine Kolleg/innen, bei denen das anders wäre.

 

Evt haben Sie nicht das richtige Businessmodell ? Wenn ich mir einige Youtuber anschaue, die verdienen schon richtige Beträge. Es gibt Rapper, von denen kannt man kaum die Namen , z.B. "Capital ..a " , und die sind Millionenschwer. Liegt es an der Musikrichtung ? Blues & Boogie wird evt. nicht so oft gestreamt

 

Youtuber leben von Werbeeinnahmen, und auch Rapper leben nicht vom Streamen. Wer im Radio gespielt wird, bekommt Geld von der GEMA. Was auch für sämtliche anderen öffentlichen Aufführungen gilt. 

 

Sie schreiben "von denen kennt man kaum die Namen." Das ist nicht korrekt. Sie kennen kaum die Namen.

 

@13:55 Uhr von fathaland slim

 

 

Evt haben Sie nicht das richtige Businessmodell ? Wenn ich mir einige Youtuber anschaue, die verdienen schon richtige Beträge. Es gibt Rapper, von denen kannt man kaum die Namen , z.B. "Capital ..a " , und die sind Millionenschwer. Liegt es an der Musikrichtung ? Blues & Boogie wird evt. nicht so oft gestreamt

 

Youtuber leben von Werbeeinnahmen, und auch Rapper leben nicht vom Streamen. Wer im Radio gespielt wird, bekommt Geld von der GEMA. Was auch für sämtliche anderen öffentlichen Aufführungen gilt. 

 

Sie schreiben "von denen kennt man kaum die Namen." Das ist nicht korrekt. Sie kennen kaum die Namen.

Um Geld zu verdienen nutzt es nicht viel, wenn einige Liebhaber der entspr. Sparte oder eine kleine Minderheit diese Musik hören will. Um Gelder zu generieren, muss man schon den mainstream vertreten, sonst kommt auf diese Art nicht viel rum.

 

 

@ 13:24 Uhr von Schleswig Holsteiner

Es gibt Rapper, von denen kannt man kaum die Namen , z.B. "Capital ..a " , und die sind Millionenschwer

 

Dann verraten Sie uns auch mal, woher das Geld kommt. Vom Streaming ja schon mal nicht.

@13:55 Uhr von fathaland slim

Sie schreiben "von denen kennt man kaum die Namen." Das ist nicht korrekt. Sie kennen kaum die Namen.

 

Als es noch die Tonträger gab, die Älteren erinnern sich, da kannte ich auch nicht alle "Künstler", die sich auf selbigen verewigt hatten.

Trotzdem haben es einige geschafft und wurden berühmt und reich.

Wir werden es nicht schaffen alle Künstler zu unterhalten, damit sie nicht mehr "arbeiten" müssen.

Die Streamingdienste wollen und werden sich eine goldene Nase verdienen. Da können wir jammern wie wir wollen. 

@12:36 Uhr von mispel

Darum geht's nicht. Das Problem ist, dass vielgehörte Musikerinnen und Musiker, die davon leben können sollten, nicht angemessen entlohnt werden.

 

Da fängt es ja schon an: wer bestimmt, wer davon leben können soll und was heßt angemessen?

Genau wie ich's gesagt habe: vielgehört = Nachfrage vorhanden, also ist eine nicht-lächerliche Bezahlung angebracht.

Ihre Analogie ist insofern falsch, da der Musiker ja aus freien Stücken etwas anbietet, für das eine Nachfrage da sein muss.

Nochmal: Nachfrage vorhanden, deshalb trifft meine korrekte Analogie auch zu: Die Streamingdieste zahlen nicht, weil sie keine Lust dazu haben. Und das ist nichts als Abzocke.

Und Sie haben ja selbst schon geschrieben, dass es heute Möglichkeiten gibt, diese Nachfrage selbst zu generieren und nicht in die Hände von Plattenfirmen zu legen. Aber auch heute wie damals ist der Erfolg eines Musikers das Resultat von harter Arbeit und wohl auch Glück.

Richtig, harte Arbeit muss angemessen bezahlt werden. Auch Musik.

 

@ 13:48 Uhr von fathaland slim

Waren Sie dann auch immer Sozialversichert und haben von daher wenigstens eine akzeptable Rente oder müssen Sie diese aus Rücklagen bestreiten? 
Das ist ja auch ein Aspekt, den man als Jugendlicher (Künstler) nur seltenst berücksichtigt, weil einem der Überblick fehlt und der Ernst der Lage noch soo weit weg ist.

@13:54 Uhr von Forengeschwätz

Meiner Meinung nach hat jeder die Pflicht, sich seine Arbeit so zu gestalten, dass er davon leben kann.

Also so, wie es den Kapital- bzw. "Arbeit"-gebern am besten in den Kram passt?

Mir fehlt hier das

Vergleichsbeispiel. Wieviel erhielt ein Künstler jeweils Newcomer und Star 1970 und 1980 pro verkaufter LP oder Single? Wie hoch war damals der Jahresarbeitslohn bei Vollzeit im Niedriglohnsektor und beim Durchschnittsverdiener?

Wieviel Clicks hat heutzutage ein Newcomer / ein Star im Jahr durchschnittlich? Wieviele Musikmachende versuchen heute Geld über die Dienste zu verdienen, wieviele versuchten es 1970 / 1980 mit LP Single?

Möglicherweise liegt es daran, dass der Markt mehr als gesättigt ist. Möglicherweise ist die Einkommen  Verschiebung Produzent Newcomer Star größer geworden, möglicherweise der Abopreis zu gering, möglicherweise gehört der nach klicks gestaffelt. Wie hoch kann der Preis am Markt sein, bevor die Masse die Zahlung illegal umgeht? usw.... Um etwas wirtschaftlich beurteilen zu können benötigt man viele Zahlen. Die bloße Meinung bekannter Künstler (wirtschaftliche Laien) dazu im Artikel ist nicht hilfreich. Besser wären Zahlen. Zuerst sind Künstler keine Unternehmer.

@14:08 Uhr von Kei the Wooden Idol

Genau wie ich's gesagt habe: vielgehört = Nachfrage vorhanden, also ist eine nicht-lächerliche Bezahlung angebracht.

 

Welche Künstler werden denn viel gehört, aber schlecht bezahlt? Wer auf Spotify viel gehört wird, sollte doch keine Probleme haben sein Leben zu finanzieren, zumal dann ja auch eine entsprechende Nachfrage (z.B. Konzerte) neben Spotify existieren sollte.

@ 13:54 Uhr von Giselbert

Also trotz hoher Nachfrage und Beliebtheit kein Einkommen und mit der Ungerechtigkeit dabei, dass ein anderer absahnt.

Was heißt da hohe Nachfrage? Es gibt anscheinend welche, deren Nachfrage im Hundert - Millionen - Bereich liegt und gerade erst in einer Freitagabend Talkshow wurde eine jüngere Künstlerin vorgestellt, die 1 Billionen(!) Klicks bekommen hat.
Das ist mal ne hohe Nachfrage, die wahrscheinlich auch höher honoriert wird. 

@11:27 Uhr von Alter Brummbär

Die einzigen die verdienen, sind die Streamingdienste

Und wer kann das ändern.

Richtig Nur die Kunden und die Künstler.

Streik bis die richtig Zahlen.

@14:09 Uhr von nie wieder spd

@ 13:48 Uhr von fathaland slim

 

Waren Sie dann auch immer Sozialversichert und haben von daher wenigstens eine akzeptable Rente oder müssen Sie diese aus Rücklagen bestreiten? 
Das ist ja auch ein Aspekt, den man als Jugendlicher (Künstler) nur seltenst berücksichtigt, weil einem der Überblick fehlt und der Ernst der Lage noch soo weit weg ist.

 

Ich war über die KSK versichert und bin jetzt Rentner. Arbeite aber weiter, denn die Rente ist lachhaft.

 

Rücklagen habe ich zum Glück gebildet, hatte aber auch nie eine Familie und habe keine Kinder.

 

@14:09 Uhr von nie wieder spd

Waren Sie dann auch immer Sozialversichert und haben von daher wenigstens eine akzeptable Rente oder müssen Sie diese aus Rücklagen bestreiten? 
Das ist ja auch ein Aspekt, den man als Jugendlicher (Künstler) nur seltenst berücksichtigt, weil einem der Überblick fehlt und der Ernst der Lage noch soo weit weg ist.

Dafür gibt's erstens die Künstlersozialkasse und zweitens trifft soo weit weg für alle jungen Leute zu, die für Rente, unvorhergesehene Nöte alle vorsorgen sollten. Ich glaube es gibt ein neues Problem: zuviele die sich einbilden darauf allein ihr ganzes Leben aufbauen zu können. Diese wurden früher von den Produzenten aussortiert auf den Boden der Tatsachen gebracht. Ganz einfach, gibt es nach dem heutigen System zu viele, bekommen die, die den Sprung in Richtung professionell schaffen könnten nicht genug. Die Freiheit, dass jeder sich zeigen kann kostet. Was will man?

@ 14:11 Uhr von Menschen 123xyz

Möglicherweise liegt es daran, dass der Markt mehr als gesättigt ist. Möglicherweise ist die Einkommen  Verschiebung Produzent Newcomer Star größer geworden, möglicherweise der Abopreis zu gering, möglicherweise gehört der nach klicks gestaffelt

Möglicherweise sind dahin die Jugendlichen abgewandert, die uns nun als Fachkräfte in allen anderen Bereichen fehlen? 
Und nun müssen die sich etwas anderes überlegen. Wie wäre es mit Handwerker oder Pflegekraft, Polizist oder Lehrer?

@14:24 Uhr von nie wieder spd

Möglicherweise liegt es daran, dass der Markt mehr als gesättigt ist. Möglicherweise ist die Einkommen  Verschiebung Produzent Newcomer Star größer geworden, möglicherweise der Abopreis zu gering, möglicherweise gehört der nach klicks gestaffelt

Möglicherweise sind dahin die Jugendlichen abgewandert, die uns nun als Fachkräfte in allen anderen Bereichen fehlen? 
Und nun müssen die sich etwas anderes überlegen. Wie wäre es mit Handwerker oder Pflegekraft, Polizist oder Lehrer?

Schrieb ich ja: gesättigter Markt.

@13:55 Uhr von fathaland slim

 

Youtuber leben von Werbeeinnahmen, und auch Rapper leben nicht vom Streamen. Wer im Radio gespielt wird, bekommt Geld von der GEMA. Was auch für sämtliche anderen öffentlichen Aufführungen gilt.

 

Streaming ist praktisch und komfortabel, will man sich aus von einem Streaming-Dienst Playlists einzelner Interpreten, oder Mixed-Playlists erstellen als Sammlungen.

 

Bei Spotify kann man diese Listen auch als Non-Pay-User anderen Spotifies zugänglich machen, lässt man sie die Namen wissen, unter denen man die Listen gemacht / wie man sie genannt hat.

 

Praktisch und komfortabel ist das bspw. für Abende, an denen man zusammen sitzt, Musik als Hintergrund haben, aber nicht ständig aufstehen will, um was anderes aufzulegen. Auch und gerade für Kindergeburtstage eine exzellente Wahl, Streaming-Playlists vorzubereiten. Easy work, und mehr Zeit fürs Wesentliche des Tages.

 

Meine Playlists haben alle Namen auf Japanisch … mysteriös.

Nun läuft die von Little Axe mit 05:22 h,

und er bekommt einige Cent.

@14:17 Uhr von mispel

Genau wie ich's gesagt habe: vielgehört = Nachfrage vorhanden, also ist eine nicht-lächerliche Bezahlung angebracht.

 

Welche Künstler werden denn viel gehört, aber schlecht bezahlt? Wer auf Spotify viel gehört wird, sollte doch keine Probleme haben sein Leben zu finanzieren, zumal dann ja auch eine entsprechende Nachfrage (z.B. Konzerte) neben Spotify existieren sollte.

Das Thema im Artikel und hier im Forum ist, dass die Streamingdienste nicht annähernd genug von ihren Einnahmen - die sie nur haben, weil MusikerInnen ihre Arbeit machen - an eben diese MusikerInnen weitergeben, und das ist nichts als Abzocke. Spotify könnte einen relevanten Beitrag leisten, das Leben finanzieren, tut es aber eben nicht.

Hinweis Artikel lesen:

“Birte Wiemann vom Verband unabhängiger Musikunternehmerinnen und Musikunternhmer sagt, dass Spotify nach dem offiziellen Narrativ aufgrund der technischen Neuerung weiter gar nicht zahlen könne“

Also kann es ein grundlegender Fehler im Geschäftsmodell sein, also ist es richtig, dass das untersucht wird. Hoffentlich von kompetenten Leuten, habe da so einiges Negatives zur Kompetenz solcher Beauftragter erlebt. Mal Abwarten.

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