Kommentare - Wird der Mindestlohn zum Jobkiller?

10. Januar 2022 - 11:56 Uhr

Der Mindestlohn soll in diesem Jahr auf zwölf Euro steigen. Das hat die Ampelkoalition beschlossen. Kritiker befürchten das Ende der Tarifautonomie und sprechen von einem Jobkiller. Zu Recht? Von Lothar Gries.

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Kommentare

Nur wenn

Die Unternehmen jetzt wieder in Billiglohnländer fliehen oder die Pseudunternehmer(Subunternehmer) anschreiben.
Da wäre es dringend Nötig das der Staat solche Machenschaften per Gesetz Verbietet und das auch Strengstens Kontrolliert!!

Tempo machen

Die vorgesehene Anhebung finde ich auch mit dem Zeitansatz des Ministers sehr gut.
Dadurch ergibt sich eine Stärkung der Marktposition aller Arbeitgeber, die schon jetzt ihren Angestellten mit Respekt und Verantwortungsbewusstsein begegnen.
Die üblichen Verdächtigen zeigen auf die Tarifautonomie, ergreifen sonst aber keine Gelegenheit, für eine flächendeckende Tarifbindung einzutreten.

Meine Einstellung ist geprägt durch die Erfahrungen in den neuen Ländern. Nur so zur Einordnung, ich bin nicht für Sozialismus aber gegen Raubtierkapitalismus.

Gruß
Grille

Na ist doch logisch!

Als alter Knochen habe ich über viele Jahre immer wieder die gleiche Leier gehört: bei Wirtschaftswachstum wurde von den AG-Verbänden IMMER SOFORT darauf hingewiesen, das "überhöhte" Lohnforderungen das Wachstum abwürgen würden. Und natürlich ist eine Inflation für die Unternehmen günstig, weil die AN entsprechend billiger werden. Klar, dass es nun mordsgefährlich ist, wenn die AN einen Lohnausgleich wollen bzw. einen höheren Mindestlohn erhalten sollen. Laut AG stehen wir kurz vor dem Niedergang und Massenarbeitslosigkeit. - Wie kommt es nur, dass die Zuwächse bei denen oben höher sind und die Konjunktur nicht abwürgen? Da könnte man ja auch mal sparen, oder?

Was bringt eine Erhöhung des…

Was bringt eine Erhöhung des Mindestlohns?
Wie im Artikel richtig erwähnt, geben die Unternehmer, aus nachvollziehbaren Gründen, die Mehrkosten weiter. Somit steigen parallel die Lebenshaltungskosten, von daher sehe ich das Instrument eher als gut gemeint aber nicht zu Ende gedacht an. Arbeitnehmer die vorher über dem Mindestlohn lagen werden ebenso nachziehen wollen und nicht gleichgestellt werden und so dreht sich das Rad immer weiter.

Unternehmergier maßlos

Unternehmer treiben die Gewinne immer weiter in die Höhe. Zugleich wird Niedriglöhnern nicht einmal der Mindestlohn gegönnt.

Die Unternehmergier ist maßlos. Steigende Löhne sind alternativlos. Deutschland hat exzessive Exportüberschüsse. Diese verursacht strukturelle Verschuldung und Instabilität in Europa und der Welt.

Massive Lohnsteigerungen schaffen mehr Massenkaufkraft und Binnennachfrage. So wird Wachstum und Arbeitsplätze im Land geschaffen und zugleich ein Beitrag zur Stabilität der Weltwirtschaft geleistet.

die notwendige Konsequenz

Lohn und Gehalt sollen eine Angelegenheit der Tarifpartner sein. Da, wo tarifliche Bindungen abgelehnt werden, muß die Politik Regeln schaffen, um Entgleisungen zu verhindern. Diese Regeln richten sich nach dem vorherrschenden gesellschaftlichen Grundkonsens - welcher sich in der jeweiligen Regierung manifestiert. Die Bundesregierung ist auf einen gesellschaftlichen Ausgleich - und nicht auf eine Polarisierung - ausgerichtet. Das bedeutet : untere Lohngruppen vor dem Abgleiten zu bewahren - und das bedeutet Mindestlohn. Seine Höhe ist der jeweiligen Lage anzupassen - und die verlangt unstrittig nach einer Anhebung, die der gesamtwirtschaftlichen Lage entsprechen muß. Andernfalls wird letztendlich der Steurzahler das Defizit der Abgerutschten decken müssen - also Staatsfinanzierung. Daher : Tarifbindungen für alle.Punktum und Basta.

Mindestlohn zum Jobkiller?

Nein.

Das ist das beste was unserem Land mit der Ampel passieren kann.

Einige H4 Empfänger haben daruf gewartet. Jetzt werden Sie wieder für Ihren eigen Lebensunterhalt arbeiten gehn wollen.

Alle anderen Arbeitnehmer und Rentner werden jetzt wieder, mal den "Gürtel enger schnallen" müssen.

Nach politisch gewollter drastischer Erhöhung der Energie Preise, starker Inflation kommt jetzt die nächste massive Preisrunde.

Wird der Mindestlohn zum Jobkiller ?

Der Mindestlohn von 12 Euro wird nicht zum Jobkiller, vielleicht wird er bei den 8,6 Millionen Menschen, die gegenwärtig unter 12 Euro in der Stunde liegen, etwas die Armut reduzieren.

Und wer redet da von Tarifautonomie ? Die Gegner des Mindestlohns. Sie berufen sich auf die Tarifautonomie, wenn sie sehen, daß Gewerkschaften schwach sind und wenig durchsetzen können. Oder wenn Gewerkschaften nicht streiken wollen (Komanagement).
Wenn Gewerkschaften kämpferisch werden (Lokführer) kommen die selben Leute nicht mit der Tarifautonomie.

mehr Massenkaufkraft

Initiative Neu…@
Wer will das? Konsum zerstört unsern Planeten.

Verzicht und weniger Luxus für Klima und Umwelt sind jetzt bei den Arbeitnehmern und Rentner gefordert.

daß Gewerkschaften schwach

von Bernd Kevesligeti@

Das sind aber gerade die Beschäftigten selber Schuld. Wie gute Gewrkschaften arbeiten sehen wir an der GDL.

Jobkiller?

Mit den gleichen Argumenten hat die CDU in der Regierung viele Jahre den ML abgeblockt. Zum Glück hat die SPD in der vergangenen Legislatur endlich mal wieder was für das Wort "sozial" in ihrem Namen getan und sich durchgesetzt .

Der Herr Heil ist einer der wenigen seiner Partei, denen man ihr Engagement für die Ausgebeuteten und die verarmten Rentner abnimmt. Herrn Scholz sehe ich dahingehend kaum verortet.
Über die reine Namensänderung von Hartz4 in Bürgergeld ohne jegliche Aufstockung kann man nur bitter lachen - eine Farce !

Die düsteren Prognosen der CDU sind damals nicht eingetroffen und werden auch jetzt nicht eintreffen.

12€/Std. brutto ...

Wer soll so seinen Lebensunterhalt mit 8Std./Tag verdienen ?
Bei dem Stundenlohn macht das bei 40Std./Woche ca. 1920€/Monat brutto. Nach allen Abzügen bleibt dann max. ca. 1344€/Monat netto. Eine Wohnung für ein Singel kostet heute ca. 800€/Warmmiete. Die Fahrt zum Arbeitsplatz muss auch noch bezahlt werden, und dazu auch noch teures Essen in Pommes-Buden oder Döner-Buden oder so. Und ein PKW unterhalten ist nicht drin, und so bleibt nur der ÖPNV wo Corona lauert, und das bedeutet im Prinzip Jobverlust im Winter weil die Anstckungsgefahr auf dem Arbeitsplatz und im ÖPNV hoch anzusehen ist, was zu krankheitsbedingtem Ausfall führt und damit zu Jobverlust.
Wer mag so bis zur Rente leben ?

Hmm....

"Dabei stützten sich die Experten auf die Argumente der neoklassischen Wirtschaftstheorie, wonach in einer Marktwirtschaft ein Arbeitnehmer einen Lohn erhält, der seiner Produktivität entspricht. "

... dann sind wir wohl keine Marktwirtschaft gemäss der
neoklassischen Wirtschaftstheorie.... also hier nicht anwendbar.

Mindestlohn !

Da die Kommission für den Mindestlohn es nicht auf die reihe kriegt, will nun Herr Heil diesen endlich erhöhen. Aber es sollte gleichzeitig auch die Praxis aller Subunternehmen, Werksverträge und der immer wieder kritisierten Zeit-Verträgen, vor allem bei Lehrkräften ein Riegel vorgeschoben, bzw. verboten werden. Was die Kommission anscheinend nie bedenkt, wenn ein AN viele Jahre nur den Mindestlohn erhält, wird seine Rente so niedrig, dass dieser spätestens dann eine staatliche Unterstützung benötigt.
Die Arbeitgeber haben sich aber schon die Taschen gefüllt, ohne nur einen Funken sozial zu denken.
Natürlich kann es sein, dass dann Verschiedenes teurer wird, aber es darf auch nicht sein, dass sehr viele immer auf Kosten der Billig- AN billig einkaufen, oder leben.
So zerstört man die Gesellschaft, wenn die Unterschiede immer größer werden, die unsägliche Gier und Habsucht noch mehr überhand nehmen, und der Egoismus noch mehr erblüht !

Eine Erhöhung des Mindestlohnes ist wichtig.

Zum einem erhöht es den Binnenkonsum, anders als eine Steuersenkung bei Reichen, wird das zusätzliche Geld nicht in Ausbeut... ich meine Aktienmärkte gesteckt, sondern in den Konsum vor Ort.
Dies kann mehrere Vorteile haben.
Zum einem steigt die Binnennachfrage, der Binnenmarkt wird stärker und der Binnenmarkt ist einer der Märkte die am besten mit Krisen fertig werden.

Zum anderen kann es auch zu einer erhöhten Importnachfrage kommen.
Dies ist ebenso positiv, da unser Exportüberschuss wirtschaftsschädigend ist. Nicht nur global, sondern auch lokal.

Natürlich werden dann auch einige Dienstleistungen teurer. Aber nicht 1 zu 1.
Ein Friseur braucht neben der Fachkraft auch Material, dieses Material wird aber auch größtteils mindestlohnunabhänig/-arm in großen automatisierten Fabriken hergestellt. Oder ist hier einer Scherenschleifer? Haarspray-Dosen-Klemmer etc?

Generell müssten die Löhne in Deutschland steigen, aber das bleibt eh Utopie.

In diesem Land wird immer…

In diesem Land wird immer sofort vom Jobkiller gesprochen wenn mal Gesetze gemacht werden welche die Industrie nicht möchte. Denke nur an den Dosenpfand da wurde auch der Verlust tausender Arbeitsplätze vorhergesagt. 12 Euro sind eigentlich noch viel zu wenig 15 müssten es mindestens sein um einigermaßen davon leben zu können. Wenn ein Unternehmer sich das nicht leisten kann muss man genauer hinschauen woran es liegt. An den Preisen jedenfalls nicht die steigen seid Jahren und seid Corona sogar erheblich. Die Leier das die Lohnerhöhung auf die Preise umgelegt werden muss ist auch Quatsch, pünktlich zum Jahresanfang erhöhen eh die meisten die Preise egal ob mehr Lohn gab oder nicht.

Tarifautonomie

Es ist absolut nachvollziehbar, einen vernüftigen Mindestlohn festzulegen, auch weil dies Kaufkraft generiert und somit die gesamtwirtschaftliche Entwicklung fördert. Zudem ist es ein Gebot der Fairness. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass dies auch einen klaren Eingriff in die Tarifautonomie bedeutet. Wenn die Büchse der Pandora einmal geöffnet ist, könnte dies zur Regel werden. Auch sollten branchenspezifische Besonderheiten beachtet werden - und genau dies geschieht durch Tarifabschlüsse und aus gutem Grund nicht durch ein Dikat der Politik. Es wäre deshalb besser gewesen, die - in der Sache richtige - Anhebung des Mindestlohns über die Tarifpartner zu regeln.

@ 12:08 Uhr von MotoFan

Keine Sorge, diese Massenabwanderung von Arbeitsplätzen wird es nicht geben: die Arbeitgeber und arbeitgebernahe Organisationen verschweigen dabe systematisch, welcher Standortvorteil in Deutschland durch die gesicherte Infrastruktur, durch klare Rechtsstaatlichkeit und nicht zuletzt durch ein fair und transparent geregeltes Verhältnis zwischen Arbeitnehmervertretungen und Arbeitgebervertretungen gegeben ist.

@sonnenbogen um 12:29

Das Lustige ist. Leute die sowas sagen, wie das was Sie zitiert haben, haben eine Produktivität von Null und leben von dem was der Produktive erarbeitet.

Das war ja schon das…

Das war ja schon das Schreckgespenst bei der erstmaligen Einführung des Mindestlohnes: Arbeitplätze werden vernichtet! - Fakt ist, dass das nicht eingetreten ist.
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Der Mindestlohn hebelt im übrigen keineswegs die Tarifautonimie aus, sie setzt einen Rahmen, in dem sich die Tarifautonomie bewegen kann.
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Und das Pingpongspiel zwischen Preissteigerung und Kaufkraft gehört auch zu den längst bekannten Varianten. Fakt ist, dass gerechte Löhne der Altersarmut vorbeugen. 12 Euro sind da wirklich der Mindestmindestlohn; es wird Zeit, dass das umgesetzt wird. Und die Entwicklung sollte dynamisch bleiben, am besten durch einen transparent geregelten Mechanismus.

Re : Esche999 !

Was aber auch von der Regierung unterbunden werden muss, sind all die Subunternehmen, die Werksverträge, und natürlich muss jede Firma, die den Mindestlohn bezahlt, dies auch wirklich nach Stunden berechnen, und nicht wie oft üblich, irgend einen anderen miesen Trick anwenden, um den Mindestlohn zu umgehen.
Auch sollte die Regierung bestimmten Firmen mehr auf die Finger schauen, z. B. Tönnies, der ja zig Firmen gründete, nur um seine Gewinne hin und her zu schieben, und zu tricksen. Nicht umsonst ist dieser Herr Milliardär, jedenfalls nicht mit normaler Arbeit. Auch die Post ist so ein Laden, eine AG, die viele Aufträge, vor allem Nachttouren an Subunternehmen verscherbelt, die den Mindestlohn dann massiv unterschreiten, weil sie es auch müssen, da die Post schon ihnen zu wenig bezahlt, aber selbst kassiert, damit die Dividenden fließen !
Da haben schon einige Regierungen nichts getan, es wird Zeit, was deutlich zu ändern !

Mindestlohn Jobkiller?

Nein das glaube ich nicht, warum auch? Es gibt so viele Möglichkeiten diese Lohnerhöhung zu umgehen, den Mitarbeiter und Arbeitsplatz an einen Subunternehmer geben ist nur ein Beispiel.
Die Unternehmer geben die gestiegenen Lohnkosten weiter, letztendlich an den Konsumenten. Ob der Minijobber oder Hartz vierler dann mehr im Geldbeutel hat ist fraglich.
Das Argument im Bericht das ser Arbeitsmarkt leer gefegt ist, ist aus der Luft gegriffen. Wenn dem so wäre, hätten wir ja kaum noch Arbeitslose. Denn Fachkräfte arbeiten nicht für Mindestlohn, die bestimmen den Lohn den sie erhalten sollen. Man wirbt sich ja gegenseitig die Fachkräfte ab, da sehe ich die Chance für Leute mit Mindestlohn. Bewerben, dann braucht man nicht mehr Mindestlohn zu fordern.

Unsinn. Unter 15€ braucht…

Unsinn. Unter 15€ braucht man gar nichts anbieten.
Würden diese Jobs Dann gestrichen, frage ich mich, warum man die dann heute für 4,95€ anbietet.
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Man könnte auch einfach 6-15 Manager rausschmeißen.
Die braucht eh niemand.
Oder die Rendite kürzen.
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Die Löhne müssen massiv nach oben. Facharbeiter sollten nicht unter 25€ bekommen. Der angebliche Mangel rechtfertigt das.

von seiner arbeit leben können

dazu gehört ein anständig bemessener lohn.
wer da protestiert, den sollte man mal für 1 jahr auf genau den lohn setzen, den er denn stattdessen für angebracht hält und zusehen wie er, NUR MIT DIESER ENTLOHNUNG, sich und seine familie ernähren soll.
rechnung dazu: 150std/monatl x 12€ = 1800€ und das ist brutto, da gehen dann noch steuern etc von ab!
und davon stelle man sich nur mal vor eine familie zu ernähren, und das ist schon der erhöhte mindestlohn!
ja es gibt noch kindergeld, aber wieviel ist das bitte, da liegt man doch bestenfalls bei 1800€ netto für mindestens 3 personen zum kompletten leben.
nach abzug von 600€ miete, 200€ strom/wasser/etc 2-300€ fahrkartenkosten oder auto, bleiben noch ca 700€ für alles andere übrig.
sparen falls was kaputt geht, versicherungen, und lebensunterhalt, und bei letzterem denke man man nur an 200€ je person, dann bleiben noch 100€ übrig.
und wer jetzt noch meint 12€ seien zu viel rechne, das ganze nochmal mit dem derzeitigen mindestlohn durch.

Perspektive

"Arbeitgeber und wirtschaftsnahe Kritiker sind empört. Sie monieren einen aus ihrer Sicht unzulässigen Eingriff in die Tarifautonomie und fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen."

Es ist viel mehr empörend, dass es bislang als selbstverständlich angesehen wurde Löhne zu zahlen, von denen viele Leute vorprogrammiert in Altersarmut landen und von staatlicher bzw. unser aller Subvention abhängig werden. Genau genommen war das anders gedacht schon immer eine Subvention für Unternehmen, die Niedrigstlöhne zahlen. Ich war empört.
Das Arbeitgeber angeblich den Verlust von Arbeitsplätzen "fürchten", die sonst sowieso den Effizienz-Kahlschlag üben, bleibt ja wohl das Problem der Arbeitnehmer und klingt zynisch. Man sollte sich mal bewusst machen wie dumm diese abgespulten Phrasen aus manchen Mündern klingen.

@Adeo60 um 12:38

"Es wäre deshalb besser gewesen, die - in der Sache richtige - Anhebung des Mindestlohns über die Tarifpartner zu regeln."

Dann nennen Sie mir mal die Tarifpartner für den stetig wachsenden Teil der Dienstboten-Fahrer, ich spreche von Gorillaz und Co, falls Sie nicht wissen was ich meine.

Dort ist es nicht einmal erlaubt einen Betriebsrat zu gründen.
Sowas nennt der Nutzer SinnUndVerstand als "fair".
Das Leute, meist Migranten, ausgebeutet werden. Diese sind auf diese Arbeit angewiesen und wie die glorreiche Marktwirtschaft es ja erlaubt, darf dann die unnachgiebige und asoziale, zu gleich aber angehimmelte "Unsichtbare Hand des Marktes" alles regeln.

Sie sprechen sich für Solidarität aus und gesundem Leben, wenn es darum aber geht, die Grundpfeiler dafür zu errichten und dazu zählt ein gutes Einkommen, dann werden die Leute ganz leise und sagen alles wäre super.

Das ist Deutschland ... ach nein, dass sind die westlichen Werte! Ausbeutung!

@ 12:28 Uhr von werner1955

Wollen Sie wirklich die GDL, deren Vorgehen vor allem politisch motiviert ist im Konkurrenzkampf zur Gewerkschaft der Eisenbahner, als vorbildlich darstellen? Da habe ich doch erhebliche Zweifel.

12:43 Uhr von Traumfahrer

Sie haben Recht.
Jetzt kann die SPD mal zeigen, daß sie es ernst meint mit der Abschaffung der von ihr selbst eingeführten "Gesetze zur Arbeitnehmerdrosselung" (z.B. Harz4).

@CortonaWegMachen, 12:28

Sie haben Recht. Der Mindestlohn reicht gerade so aus, um "über die Runden zu kommen. Allerdings schafft er auch die Möglichkeit, insbesondere für Langzeitarbeitslose, "einen Fuß in die Tür" eines Unternehmens zu bekommen, sich dort zu bewähren und somit ein höheres Gehalt zu erwirtschaften. Gerade in Zeiten des Arbeitskräftemangels stehen die Aufstiegschancen nicht schlecht. Gleiches gilt im übrigen für befristete Arbeitsverhältnisse. Wer im Arbeitsleben Leistung bringen möchte, muss auch die Chance dazu erhalten. Für den Lebensunterhalt spielen die Mietkosten natürlich eine wesentliche Rolle. In ländlicher Umgebung dürfte der Mindestlohn in der Regel zu stemmen sein, im urbanen Bereich dürfte dies nur schwer möglich sein.

„Wird der Mindestlohn zum Jobkiller?“

Genausowenig wie er es nach seiner Einführung 2015 wurde. Und das schon damals trotz dieser schon damals von einigen Interessenvertretern der Wirtschaft vorgetragenen „Prophezeiung“.
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Merke: Notwendige Arbeit muss - eben deshalb, weil sie notwendig ist - gemacht werden. Und entsprechend wertgeschätzt (bezahlt) werden.

Bei den teils aktuell…

Bei den teils aktuell gezahlten Mini-Löhnen dürfte eine Erhöhung auf 12 Euro nicht gerade die volkswirtschaftlichen Arbeitskosten auf ein ruinöses Niveau treiben. Möglich, daß ein paar Zeitschriftenverlage oder Kurierdienste mit den Kosten für die Verteilung nicht mehr zurechtkommen und die Ausgaben für Gebäudereinigung von Firmen und Behörden die laufenden Kosten für den Betrieb der Liegenschaften um Tausendstel erhöhen.
Das Geld wird ja alsbald wieder ausgegeben und kommt sofort wieder Handel und Gewerbe zugute. Wer 173 Monatsstunden mal 12 gleich 2076 Euro brutto (!) verdient, legt das nicht in ETFs und in einem Ferienhaus in Italien an, sondern in Kinderkleidung, Lebensmitteln, Schuhen usw. und das festigt mit dem Einzelhandel noch mehr die Basis der Einkommenspyramide.

Frdl. Gruß, Zuschauer49

Dass sich die Arbeitgeber…

Dass sich die Arbeitgeber ärgern, ist klar. Die haben bis jetzt zu leichtes Spiel gehabt. Man zahlt eine Unverschämtheit und lässt die Allgemeinheit fürs Aufstocken blechen.
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In der Biologie wird sowas parasitär genannt.
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Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren.
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Warum wird sowas überhaupt noch geduldet?

12:28 Uhr von CoronaWegMachen

und dazu auch noch teures Essen in Pommes-Buden oder Döner-Buden oder so.
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dann soll er sich ein Vesperbrot mitnehmen ....
ist dazu noch gesünder als das fettige Pommes Zeug
Gehört ein Auto zum Existenzminimum ?
und mein Mieter zahlt für seine recht schicke 2 Zimmerwohnung in Stuttgart keine 800 Euro
Ohnehin frage ich mich ob ihr Beispiel repräsentativ ist ?
Es soll gelegentlich Menschen geben, welche einen Beruf erlernten und mehr als 12 Euro kriegen

Für Kleinstunternehmen hart

Für Kleinst und Familienunternehmen ist der Mindestlohn problematisch, und dafür habe ich auch vollstes Verständnis! Hier sollte möglichst mit Steuernachlässen ein Ausgleich geschaffen werden. (Ja Wunschdenken...)

Das Gemecker von Großindustrien ist hingegen vor jeder Mindestlohnerhöhung an der Tagesordnung gewesen, und auch jetzt absolut zu vernachlässigen.

Re : Adeo60 !

Wer hier von Tarifautonomie spricht, sollte sich mal die Mühe machen, und nachsehen, wer in dieser Kommission sitzt. Da sitzen alles Studierte, die oft noch in etlichen anderen Positionen beschäftigt sind, aber von den Branchen, wo der Mindestlohn sehr oft auch noch unterschritten wird, keine Ahnung haben. Es sitzen zwar Gewerkschaftler mit an Bord, nur gibt es etliche Bereiche, da gibt es keine Gewerkschaft, oder es sind zu viele Betriebe aus der Tarifbindung aus getreten. Ein Mann, der aus dem Bereich der Metallindustrie kommt, wo recht gut bezahlt wird, kann wohl kaum beurteilen, was ein Paketfahrer leisten muss, und was da ein gerechter Lohn wäre. Dann wird in der Kommission auch nie an die Rente der Mindestlohn- Bezieher gedacht, was aber mit dazu gehört, denn es geht nicht nur um ein kurzzeitiges Denken, sondern es sollte gesellschaftlich langfristig gedacht werden, damit die Gesellschaft nicht noch mehr gespalten wird, und die Ungerechtigkeit noch stärker zum Tragen kommt !

12:49 SinnUndVerstand

Es wäre super, wenn jede Gewerkschaft so standhaft wäre. Ob das nur aus Eitelkeit des Bosses ist, ist dich völlig egal. Es muss deutlich spürbar Geld OBEN abgezogen werden und nach unten wandern.
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"Oben" käme auch gut 10 Jahre ohne Bezahlung gut durch. Da ist viel zu viel Geld akkumuliert worden. Das fehlt im Kreislauf.
Wer oben 1mio mehr bekommt kann damit nichts anfangen. Unten wandern 1000 sofort zum Nächsten usw.

@12:56 Uhr von Kristallin

"Für Kleinst und Familienunternehmen ist der Mindestlohn problematisch, und dafür habe ich auch vollstes Verständnis! Hier sollte möglichst mit Steuernachlässen ein Ausgleich geschaffen werden. (Ja Wunschdenken...)"

Kleinstunternehmen bedienen überwiegend den inländischen Markt bzw. stellen Produkte und Dienstleistungen bereit, die nicht durch Importgüter substituiert werden können. Wenn also alle höhere Kosten haben steigen zwar Preise aber nur in geringem Masse die Nachfrage.

12:22 Uhr von werner1955

>>Mindestlohn zum Jobkiller?

Nein.

Das ist das beste was unserem Land mit der Ampel passieren kann.<<

Richtig, sehe ich genauso wie sie.

Ich finde, 12 Euro ist zuviel zu wenig.

Da unser Rentensystem immer ..........wird, ist auch mit 12 Euro eine kapitalgedeckte Altersvorsorge nicht möglich.

>>Einige H4 Empfänger haben daruf gewartet. Jetzt werden Sie wieder für Ihren eigen Lebensunterhalt arbeiten gehn wollen.<<

Bestimmt nicht.

Fördern ist in Ordnung, aber fordern steht hinten an. Die neue Regierung wird dafür sorgen. Deutschland ist mittlerweile ein Land geworden, bei dem sich Nicht-Leisten immer mehr lohnt! Die Zahl der Leistungsempfänger (der Name ist der blanke Hohn) steigt stetig.

@ 13:00 Uhr von Bender Rodriguez

Ihren Überlegungen zu einer gerechteren Verteilung zwischen 'oben und unten' stimme ich zu. Dass das die Strategie der GDL maßgeblich gesteuert hat, bezweifle ich allerdings.

Re : Bender Rodriguez !

So unrecht haben sie nicht. Denn ein Vorstand oder auch Manager verdient in der Regel zig mal mehr wie jeder normale Angestellte. Ok, er hat mehr Verantwortung, dies rechtfertig aber nicht diese Differenz.
Außerdem führe ich noch an, als Beispiel, Tönnies zahlt jetzt 11 Euro ML, in Dänemark verdient ein Fleischer in der Fabrik 22, 50 Euro brutto, und der Chef geht nicht am Stock !
Also ist klar zu sehen, dass hier in D ein riesiges Missverhältnis existiert, dass zum teil von der Politik vor Jahren so eingerichtet, und von vielen AG schamlos benutzt wird. Auch ich sage, es sollte einen Mindestlohn von 15 Euro/Stunde geben, und grundsätzlich immer pro Stunde abgerechnet werden, ohne Ausnahme, wie auch sehr streng kontrolliert werden, denn es gibt auch hier leider zu viele Schlipsträger die tricksen und betrügen !
Wer seine Firma hier schließt, wie immer gedroht wird, darf nicht mehr einführen !

@12:56 Uhr von Kristallin

Ich habe noch nicht rausgefunden, wie man einen Beitrag ändert. Der letzte Satz meiner Antwort bzgl. Kleinunternehmer sollte lauten...
Wenn also alle höhere Kosten haben steigen zwar Preise aber die Nachfrage sinkt nur in geringem Masse, abhängig von der Preiselastizität. Zusätzlich steigt durch höhere Einkommen sowieso der Binnenkonsum.

Der deutsche Arbeitsmarkt ist leer gefegt.

Viele Branchen suchen händeringend nach Arbeitskräften;
nicht nur Fachpersonal, auch Geringqualifizierte sind rar geworden.
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erstaunlich bei knapp 3 Mill Arbeitslosen !

@Am 10. Januar 2022 - 12:50 Uhr von bolligru

"Sie haben Recht.
Jetzt kann die SPD mal zeigen, daß sie es ernst meint mit der Abschaffung der von ihr selbst eingeführten "Gesetze zur Arbeitnehmerdrosselung" (z.B. Harz4)."

In einer RRG Koalition hätte sich da vielleicht wirklich was getan. Bei der Ampel scheint mir das Thema unter den Teppich zu verschwinden . Man ändert nur den Namen zu "Bürgergeld" und zack , ist das bürgerliche Gewissen beruhigt, ganz ohne mehr zu zahlen oder die Sanktionen abzuschaffen. Man könnte nur noch k...
Da wird sich 4 Jahre nichts mehr tun ... wetten?

12:55 Uhr von Bender Rodriguez

>>Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren.
.
Warum wird sowas überhaupt noch geduldet?<<

.
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Haben wir doch so seit Jahrzehnten.

Wir Bürger müssen endlich begreifen, dass die Politik Regeln/Steuer-Gesetze hauptsächlich für Großkonzerne/Reiche/Vermögende macht. Die letzten 40/50 Jahren zeigen dies klar auf.

Würden wir eine Vermögenssteuer einführen, so würde die reiche Karawane Deutschland den Rücken kehren und Investitionen und Arbeitsplätze im Ausland schaffen.

Ich empfehle auf yt. die dreiteilige Dokumentation: Deutschland Ungleichland

Dort wird gezeigt, wer in Deutschland hauptsächlich Gesetze macht....

@ Traumfahrer um 12.31 Uhr, Stimmt

"Da die Kommission für den Mindestlohn es nicht auf die reihe kriegt, will nun Herr Heil diesen endlich erhöhen. Aber es sollte gleichzeitig auch die Praxis aller Subunternehmen, Werksverträge und der immer wieder kritisierten Zeit-Verträgen, vor allem bei Lehrkräften ein Riegel vorgeschoben, bzw. verboten werden. Was die Kommission anscheinend nie bedenkt, wenn ein AN viele Jahre nur den Mindestlohn erhält, wird seine Rente so niedrig, dass dieser spätestens dann eine staatliche Unterstützung benötigt."
Ich selbst habe den Lohnzettel eines rumänischen Bauarbeiters gesehen - alles korrekt. Was nicht draufsteht: Hohe Abgaben an den Subunternehmer für ein miserables Massenquartier. Keine Versorgung (Kantine), die Leute ernähren sich von billigsten Lebensmitteln aus dem Supermarkt, auch im Winter kein warmes Essen. Zudem muss viel länger gearbeitet werden, als offiziell auf der Lohnabrechnung steht.
Die Menschen stehen unter Druck, der Arm der Baumafia reicht teils bis in die Heimat.

Solange Arbeitgeber nicht…

Solange Arbeitgeber nicht gesetzlich verpflichtet werden einer Gewerkschaft anzugehören, braucht man mir nicht mit Tarifautonomie kommen. Denn viele AGs wollen gar nicht erst nach Tarif bezahlen. Mein Mann wurde sogar fristlos gekündigt, weil er mal versucht hat in die Firma (u.a. auch ein Automobilzulieferer vornehmlich einer teuren deutschen Marke)eine Gewerkschaft reinzubringen. Wurde zwar vor Gericht in eine fristgerechte mit Abfindung umgewandelt, aber seitdem sind die Arbeitsbedingungen nur noch schlechter geworden. Es könnte ja jemand anderes es wieder versuchen. Ähnliche Erfahrung auch schon vorher gemacht und da gab es teilweise nur 6€/Std. Von daher finde ich die Einführung von 12€ Mindestlohn richtig. Auch mit Hinblick auf die spätere Rente, die selbst damit noch sehr gering ausfällt.

Grundfalsch

Die Erhöhung des Mindestlohn auf 12 Euro wäre eine grundfalsche Entscheidung . Zum einen heizt sie die Lohn-Preisspirale der Inflation gewaltig an.
Zum zweiten wäre sie ein eklatanter Eingriff in die Tarifautonomie, die Verfassungsrang hat.

Jobkiller Mindestlohn?

Wenn ich mir die Fluktuation in manchen Branchen ansehe, gerade in den schlecht bezahlten Jobs, dann lese ich: Arbeitsbedingungen schlecht, Arbeitszeiten und Betriebsklima schlecht, Einkommen reicht auch mit Zusatzjob nicht zum Lebensunterhalt. Dann kamen die Behauptungen, die Bewerber der jungen Jahrgänge seien oft ungeeignet (Gründe füllen Lexika), man habe sich im Personalschlüssel verschlanken und Aushilfsjobs schaffen müssen (Betriebskosten, Wirtschaftlichkeit etc). Dann kam Corona, jetzt ist es der Mindestlohn. Alles Jobkiller, je nach Sicht von Arbeitgeber- oder Mitarbeiterseite. Verkannt wird, dass wir niedrige Löhne haben, steigende Ab- und Ausgaben in Steuer und Lebenshaltungskosten. Und nun wird noch geflunkert, die 12 Euro sind der Grund, dass die Jobs weiter gestrichen werden müssen. Was will man? Personal finden und halten und auskömmlichen Lohn oder Leerstellen? Und Renten, Sozialversicherung zahlen sich von selbst? Fragen über Fragen. 12 Euro sind nur ein Anfang.

Ok @13:09 Uhr von Olivia59

Danke für die Korrektur, ich war tatsächlich irritiert, weil ich diesen Satz nicht nachvollziehen konnte!

Eine Korrektur bzw auch direkte Antwortfunktion, gibt es bis Dato nicht wieder. Verstehe auch nicht warum. Eine Nachbesserung seitens Meta wäre da schön!

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Mit freundlichen Grüßen
Die Moderation

Zynismus

Das Arbeitgeber vor Arbeitslosigkeit warnen halte ich für besonders zynisch und man könnte es auch als Drohung auffassen. Denn Unternehmen sind aus 2 Gründen darauf angewiesen, dass ein gewisser Sockel Unbeschäftigter zur Verfügung steht. Zum einen, das sie überhaupt qualifiziertes Personal finden und zum anderen weil Arbeitslosigkeit immer auch Lohndruck nach unten bedeutete, wobei der Mindestlohn genau diesen Mechanismus nun aushebelt.
Unvergessen für mich in diesem Zusammenhang ex BDI Präsident Herr Grillo, der in seiner Funktion 2015 geradezu euphorische Statements zu den vielen einreisenden Flüchtlingen/Migranten abgab.

Die stets wiederholte Mär ...

Das ist ähnlicher Mumpitz wie die in den USA oftmals zitierte "trickle down" - Methode. Wird immer gerne behauptet, um seinen Standpunkt nicht überdenken zu müssen. Klar ist, dass der Billiglohn-Sektor eine Schande für die Gesellschaft ist und zu einem in die Zukunft geschobenen Problem ist. Denn wer heute von 10€ Stundenlohn lebt, der kann keine Altersvorsorge ansparen - der fällt als Rentner der Gesellschaft zur Last. Selbst wenn er 45 Jahre gearbeitet hat muss er letztlich zum Sozialamt "bittstellen" gehen. Profit jetzt, Kosten auf spätere Generationen verschoben - wahrlich nachhaltig?

omg

Hatten wir seitens der Arbeitgeber nicht GENAU das selbe Gejammer und Gequengel:
* Ende der Tarifautonomie
* Jobkiller & Massenarbeitslosigkeit
* Unternehmen fliehen in Billiglohnländer
* abgewürgtes Wirtschaftswachstum
nicht schon bei der Einführung des Mindestlohns? oO
.
Und, was ist damals passiert??? Nix, nada, niente oder kurz gesagt: PUSTEKUCHEN! -.-

Die bessere Frage.

Diese Fragestellung "Wird der Mindestlohn zum Jobkiller?". die so typisch ist, laesst mich gegenfragen:
.
Wird der Job zum Killer?
.
Falls es wer nicht versteht: Krankmeldungen, Berufskrankheiten, kaputt gearbeitet, ausgebrannt, das Leben mit Arbeiten vergeudet. Das ist alles und noch viel mehr. Aber was wird instinktiv immer wieder in den Vordergrund gerueckt? Die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes... "Gefickt eingeschaedelt", waere es in der alten Wochenschau mit Ingolf Lück gesagt worden.

Einfach mal die Kirche im Dorf lassen

Zitat: "...Experten ... neoklassischen Wirtschaftstheorie, wonach ... Lohn ... der ... Produktivität entspricht.
... Lohn zwangsweise nach oben ... Die Folge sind Entlassungen.Tatsächlich ist es dazu nur in wenigen Fällen gekommen."
Na bitte. Warum nur Argumentieren "Experten" mit Theorien, die Sie selber nicht verstehen?
Das Rungejammere der Arbeitgeberzunft kann man zum Teil nicht mehr hören.
Selbstverständlich treibt ein erhöhter Mindestlohn auch die Kosten in die Höhe. Aber man kann nicht hingehen und den Niedriglohnsektor beweinen und nichts tun.
Und die, die für immer noch unter 10 Euro brutto die Stunde arbeiten, werden körperlich sicherlich mehr gefordert, als der Ingenieur am Schreibtisch. Da wäre etwas mehr Anerkennung für die Schwere der Arbeit sicherlich angemessen.
Ausserdem hätte das den positiven Effekt, dass der höhere Mindestlohn sich weiter von Arbeitslosengeld entfernt und sich Arbeit wieder ein Stück mehr lohnt, als nicht zu arbeiten.

@ morgentau19 13:12

Die Lobbyisten stehen beraten zu den geplanten Gesetzen beiseite. Und das dürfte nicht sein .

Marketing-Sprech

"Aus dem Artikel: "Arbeitgeber und wirtschaftsnahe Kritiker sind empört. Sie monieren einen aus ihrer Sicht unzulässigen Eingriff in die Tarifautonomie und fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen. "

Arbeitgeber fürchten um den Verlust von Arbeitsplätzen? Ernsthaft jetzt?

Vernebelungstaktik mit Hilfe von Marketing-Sprech. Denn eigentlich müßte es heißen: Arbeitgeber drohen mit dem Verlust von Arbeitsplätzen. Sie sind es doch, die die Arbeitsplätze anbieten und nicht der Arbeitnehmer. Und Eingriff in die Tarifautonomie?
Da drängt sich mir eine Frage auf: Geht's noch?

Der Mindestlohn ist gerade für die Branchen, die das Wort Gewerkschaft nicht mal kennen. Da herrscht ausschließlich Tarif-Herrschaft. Daß die Herrschaften Angst um ihre Herrschaft haben; also den Lohn quasi nach Gutsherrenart festzulegen, klar.

Und da wo es Gewerkschaften gibt, bleibt die Tarifautonomie völlig unberührt. AN und AG steht es frei höhere Löhne als den Mindestlohn zu verhandeln.

als vorbildlich darstellen?

von SinnUndVerstand@

Ja.

Weil das ein der wenigen Gewerkschaften ist die Ihren Mitarbeitern kein "Stokholmsyndrom" einredet.

Die Arbeitgeber sind für die miserabelen Löhne und Arbeitsbedingungen verantwortlich und nicht die Mitarbeiter für die Fogen eines Streiks.

Jobkiller ???

Jedes Mal die selben Diskussionen, derselbe Aufschrei aus der Arbeitgeber und Lobbyistenecke: Mindestlöhne killen Jobs.

Dem ist ganz klar Eines und immer dasselbe entgegenzuhalten: Wenn sich eines der reichsten Länder dieses Planeten nicht leisten kann, dass seine unterste Einkommenschicht nicht in akuter Armut oder Altersarmut absackt und nicht mehr in voller Höhe sozial teilhaben kann, dann ist das gesellschaftliche Modell in Gänze in Frage zu stellen, nicht der Mindestlohn. Es ist eine soziale UND wirtschaftliche Notwendigkeit, dass auch untere Einkommen gut zurechtkommen um unsere Demokratie zu stabilisieren und ein Mindestmaß an 'Gleichheit', welches unsere Verfassung beansprucht, Realität werden zu lassen.

Mindestlöhne haben in D nachweislich noch nie Jobs gekostet, höchstens den Profit von ausbeuterischen Geschäftsmodellen geschmälert. Daran ist allerdings nichts verkehrt. Meine Sorge um einen Hrn. Tönnies und Consorten könnte nicht geringer sein.

@13:16 Uhr von zöpfchen

"Die Erhöhung des Mindestlohn auf 12 Euro wäre eine grundfalsche Entscheidung . Zum einen heizt sie die Lohn-Preisspirale der Inflation gewaltig an.
Zum zweiten wäre sie ein eklatanter Eingriff in die Tarifautonomie, die Verfassungsrang hat."

Das müssen im Zweifel das Verfassungsgericht entscheiden. Eine Sicht wäre, dass die Tarifparteien weiterhin oberhalb des Mindestlohns frei verhandeln können. Dieser Mindestlohn sichert lediglich das Existenzminimum, denn in einer humanistischen zivilisierten Gesellschaft muss ein Mensch von seiner Arbeit leben können. Das wird bisher nur durch Quersubventionen, bzw. Transfers aus Steuergeld garantiert.

Fehlt da nicht jemand am Tisch?

Die Mindestlohnkomission besteht aus Arbeitnehmern und Gewerkschaften. Es fehlt der Staat am Tisch, weil er ja auch Kosten der zu geringen Löhne trägt. Aufstocker, Mindestrente, soziale Hilfen ... alles und nich viel mehr wird benötigt um den Verdienstausfall zu kompensieren.
Aktuell ist das Kurzarbeitergeld ja auch staatlich geförderte Arbeit. Die Sozialbeiträge fallen weg und 60% des Lohn wird ersetzt obwohl die Leute mehr als 40% arbeiten im Normalfall. Das Kurzarbeitergeld bindet übrigens auch Fachkräfte, die in anderen Branchen gebraucht werden.

Weitergabe der Mehrkosten über den Preis

12:19 Uhr von zerocool7:
"Was bringt eine Erhöhung des Mindestlohns?
...Unternehmer, [geben] die Mehrkosten weiter. Somit steigen parallel die Lebenshaltungskosten..."
Ich glaube nicht, dass man das so einfach sehen kann. Aber Wirtschaftswissenschaft ist nicht meine Stärke, deshalb unter Vorbehalt: meine Meinung ist, dass wer mehr in der Tasche hat sich auch mehr leisten kann. Es wird ja nicht alles gleichermaßen teurer.
Und ob der Haarschnitt nun 13,50€ kostet oder 14,50€ kostet...
.
"Arbeitnehmer die vorher über dem Mindestlohn lagen werden ebenso nachziehen wollen und nicht gleichgestellt werden und so dreht sich das Rad immer weiter."
Insofern diese AGs dann unter dem neuen Mindestlohn liegen, werden Sie das sogar tun müssen.
Aber ob der/die Friseur/in jetzt auch 12 Euro bekommt ist dem Pizzabäcker, der jetut schon die 12 Euro in der Std. bekommt, herzlich egal.
Und wir erinnern uns an Amazon und Konsorten, die gerne gerade mal nur den Mindestlohn dem Lagerarbeiter zahlen.

Das heisst, die Ausbeutung…

Das heisst, die Ausbeutung des Menschen ist in strukturellen "Sachzwängen" fundamentiert. Man sollte vielleicht mal alles neu aufrollen, Bedürfnisse, und den Preis, den wir dafür zahlen wollen, und nicht schon alles in der Überlegung anfangen mit strukturtellen Sachzwängen (Dogma Arbeitsgesellschaft). Jetzt kommt sicher Einwand um Einwand, aber ich finde auch viele Einwände an der Realität.

Nun ich kenne einige die den Mindestlohn

bekommen. Da die Arbeitgeber (kleine Handwerksbetriebe) diesen nicht zu 100% an die Kunden weitergeben konnten, wurde halt die Arbeitszeit reduziert. Nun erhalten die Mitarbeiter zwar Mindestlohn arbeiten aber wenige. Im Ergebnis haben sie genau so viel oder wenig Geld wie vorher...

Naja die SPD rechnet sich halt alles schön...

Im Übrigen frage ich mich, wie es die bundesdeutsche Wirtschaft von 1949 bis 2015 nur ohne Mindestlohn ohne Massenarmut geschafft hat? Was staatlicher Eingriff bedeutet sollte jedem am Beispiel von 40 Jahre DDR eine Lehre sein, aber die SPD hat ja nun einen Gen.-sek. der auch schon mal über die Verstaatlichung von Unternehmen nachdenkt.

Schauen wir mal was passiert, wenn die Linke zum nächsten Wahlkampf einen Mindestlohn von 15 oder 16 Euro fordert.
Eine Anmerkung noch... niedrige Löhne haben wir dort wo die Gewerkschaften schwach sind. Schaut man mal auf die Abschlüsse der IG Metall kann man wohl nicht jammern; Tarifautonomie scheint also zu funktionieren.

Am 10. Januar 2022 - 12:43 Uhr von Traumfahrer

zit.("...was aber auch von der Regierung unterbunden werden muß.....") - diese Ansicht würde ich teilen; es entsteht aber die Frage nach der Umsetzbarkeit, denn solche Vorgaben greifen sehr tief in die ganze Struktur der Arbeitsorganisation ein und das erfordert noch einen erheblich stärkeren Wandel der gesellschaftlichen Grundstruktur - wenn ich das mal so umschreiben kann.

@14:18 Uhr von Anderes1961

Der Mindestlohn ist gerade für die Branchen, die das Wort Gewerkschaft nicht mal kennen. Da herrscht ausschließlich Tarif-Herrschaft. Daß die Herrschaften Angst um ihre Herrschaft haben; also den Lohn quasi nach Gutsherrenart festzulegen, klar. Und da wo es Gewerkschaften gibt, bleibt die Tarifautonomie völlig unberührt.

Volle Zustimmung. Zudem ja die Forderung nach 'Tarifautonomie' der blanke Hohn ist, wenn man bedenkt, welche sozialen Kosten für die Allgemeinheit durch die Masse an Beziehern geringster Einkommen entstehen, Aufstockung, fehlende Altersvorsorge etc. . Das ist wenn, dann eine Autonomie auf Kosten einer nicht-autonomen Allgemeinheit.

Die traurige Realität der Geringstentlohnung ist parasitärer Kapitalismus auf Kosten der Allgemeinheit, im sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Sinne. 12 Euro sind ein überfälliges Minimum, es sollte bloß der Anfang einer neuen Politik sein.

Mindestlohn

Seit jahren die gleiche schallplatte.
Mein tip, einfach ignorieren und einführen.
Wenn der lohn in diesem land nach der
produktivität berechnet würde dann müssten
wir alle, die angestellt sind, seit jahren mehr
geld in der tasche haben.
Aber das die üblichen verdächtigen jammern....
jo mei.... geschenkt.

mfg. joho.

Ich gönne jedem die min. 12…

Ich gönne jedem die min. 12 Euro. Sollte evt. sogar höher sein. Trotzdem finde ich den Weg nicht richtig. Es ist klar im MiLoG geregelt wer die Höhe des Mindestlohns festlegt. Selbst auf der Seite des Ministeriums (BMAS) ist folgendes zum Mindestlohn zu lesen: "Über die Anpassung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns entscheidet nach der Konzeption des MiLoG alle zwei Jahre eine unabhängige Kommission der Tarifpartner, die sich aus Vertretern der Arbeitgeberverbände sowie den Gewerkschaften zusammen­setzt .....Die Bundesregierung kann den Vorschlag der Mindestlohnkommission nur unverändert umsetzen und nicht ei­genständig eine andere Höhe festsetzen."

Schon damals bei der Einführung wollte man verhindern das der Mindestlohn zum Spielball der Politik wird. Da hat man das genau vorhergesehen das min dem M.-Lohn Wahlkampf gemacht wird. und genau das passiert gerade. Daher bin ich aus Ordnungspolitischen Gründen gegen diese Erhöhung. Das müssen die Tarifpartner regeln.

@zöpfchen, 13:16

"Zum einen heizt sie die Lohn-Preisspirale der Inflation gewaltig an." -
.
Sie haben mir meine gestrige Frage noch nicht beantwortet, daher hier noch einmal. Würden Sie auf eine Lohnerhöhung verzichten (so wie Sie es von den Mindestlöhnern verlangen), nur um die Lohn-Preisspirale nicht anzuheizen?

Damit der Mindestlohn möglichst niedrig bleiben kann ...

... dann muss die Bundesregierung mit den Landesregierungen zusammen jetzt schnell günstige Mietwohnungen für Mindestlöhner/innen zur Verfügung stellen.
Dazu muss es auch einen Kosten günstigen Transfer mit dem ÖPNV von der Wohnung zu den Arbeitsstätten geben (Das haben früher hier da mal die Arbeitgeber geleistet). Hier bieten sich Schnellbusse an, welche den Transfer auch aus den ländlichen Gebieten schnell in die Städte erbringen.

@14:14 Uhr von das ding

>> "Gefickt eingeschaedelt", waere es in der alten
>> Wochenschau mit Ingolf Lück gesagt worden.
.
Ähh, nope. oO
Das war RTL Samstag Nacht mit Stefan Jürgens ("Kentucky schreit ficken"). -.-
.
Aber trotzdem schön. =)

Also ich bin ja ein Gegner…

Also ich bin ja ein Gegner dieses Mindestlohnes. Erst einmal hat die Regierung nicht in die Tarifautonomie einzugreifen. Zum anderen gibt es für solche Sachen eine Kommission, die komplett ignoriert wird.
Man stelle sich vor in der Gastronomie bekommt ein ungelernter Spüler 12€ und der grade ausgelernte jungkoch (fiktive) 15€. Da fragt der sich doch, wozu er drei Jahre gelernt hat. Oder glaubt hier jemand, dass die Löhne der Fachkräfte angehoben werden?
Im öffentlichen Dienst gibt es das gleiche Phänomen. Dort vereinbaren allerdings die Tarifpartner höhere Lohnsteigerungen für die unteren Einkommensgruppen, als für die höheren. Was soll diese gleichmacherei? Wo bleibt die Leistungsgesellschaft?

@ 14:20 Uhr von werner1955

Nochmal: Inhaltlich widerspreche ich Ihnen nicht; allerdings gibt es gute Gründe, das Vorgehen der GDL vor allem als Konkurrenzverhalten zur EVG zu interpretieren. Man sollte auch in Tarifstreitigkeiten wissen, wer der politische Gegner ist, und nicht durch Rivalitätsverhalten den Gedanken gewerkschaftlicher Solidarität schwächen; davon profitieren am Ende die falschen.

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