Öffentlicher Dienst vor schwierigen Tarifverhandlungen

Kommentare

Alle waren sich einig

Alle waren sich einig: Die Pflegekräfte leisten fast Übermenschliches. Viele verließen den Bereich, weil sie mit ihren Kräften am Ende waren. Die Forderung nach besserer Bezahlung wurde auch von der Politik geäußert.- und jetzt?
"Butter bei die Fische!"
Es darf nicht vergessen werden, daß die Pflegekräfte vor allem Eines seit langem fordern: Mehr Personal, damit die Arbeitsbedingungen erträglich werden.

Öffentlicher Dienst vor schwierigen Tarifverhandlungen....

Und vor schwierigen Verhältnissen. Während die Gewerkschaft Ver.di mit zurückhaltenden Forderungen aufwartet, wird das vom Verhandlungsführer der Länder (TDL), dem niedersächsischen Finanzminister Hilbers, schroff abgelehnt. Belastungen durch die Corona-Krise würden keine dauerhaften Tarifforderungen begründen. Und für die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte müssten auch die Beschäftigten einststehen. Eine wenig emphatische Äußerung, gerade gegenüber den Pflegekräften, die vorher von Politik und Medien als Helden gefeiert wurden. Und so werden wohl weiter Pflegekräfte abwandern (bis März 2021 9000).

Der Gewerkschaft Ver.di ist Erfolg zu wünschen und ein kämpferischer Geist wie bei der GDL.

Wie Oliver Welke gestern

Wie Oliver Welke gestern Abend schon feststellen konnte, gab es in den letzten Wochen ca 8 Streiks von Pflegekräften in verschiedenen Kliniken.
Weder die Ö/R noch die Privaten konnten sich herablassen, darüber zu berichten.
Und nun auch nur im Zusammenhang mit dem öffentlichen Dienst.
Über das jahrzehntelange Desaster der fehlenden und unterbezahlten Pflegekräfte, die unter grauenhaften Bedingungen arbeiten, müßte jeden Tag berichtet werden. Und an jedem Tag müßte dazu ein verantwortlicher Politiker Rede und Antwort stehen.
Sonst wird sich wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren nichts an der Situation ändern.
Denn wenn wir alle Corona überlebt haben, werden ganz schnell wieder andere Probleme in den Vordergrund rücken, an denen es ja wahrhaftig nicht mangelt.
Die im Bericht erwähnten 300€ mehr, die Verdi für die Pflegekräfte fordert, können nur Ernst gemeint sein, wenn sie netto gezahlt werden.
Ansonsten ist diese Forderung ein weiterer Witz unwilliger Gewerkschaftsfunktionäre.

Re : bolligru !

Dem stimme ich so zu !
Nur das wird dauern, viele neue Pflegekräfte aus zu bilden, wenn schon Plätze für ein Praktika fehlen, dort zu wenig Personal ist, das "Lehrlinge" einweist und begleitet. Und leider passt dies nicht in die Landschaft der großen Heime, die privat geführt und viel Rendite einfahren sollen. Gleiches gilt für die Kliniken, die zu Gelddruckmaschinen für Investoren und Aktionäre umgebaut wurden. Da wird doch zum größten Teil nicht mehr ganzheitlich versorgt, sondern im Schnelldurchlauf die Patienten durch geschleust, damit ja die Kohle stimmt. Und das Pflegepersonal geht am Stock !
Das ganze System muss umgestellt werden, und natürlich der Personalschlüssel verändert, sowie deutlich mehr Lohn pro Pflegekraft. Sonst gibt es in fünf Jahren gar keine mehr ! Dann müssen die Aktionäre sich selbst versorgen !

Wenn ich lese …

… Und auch insgesamt sei die finanzielle Situation der Beschäftigten in den Krankenhäusern gar nicht so schlecht, so der Verhandlungsführer der Länder. …

… dann klingt das wie „Eigentlich geht es denen doch ganz gut.“

Ich habe nicht den Eindruck, dass man auf Länderseite weiß, wie es den Beschäftigten wirklich geht.

Unfassbar

"Die Arbeitgeber kontern mit den sozialen Vorteilen des Jobs. Im Öffentlichen Dienst gab es zum Beispiel in der Pandemie keine Kurzarbeit und stabile Gehälter."

*

Vorteile?
Keine Kurzarbeit als Vorteil im Pflegedienst?
Der Vorteil für wenig Geld in Erweiterter Quarantäne arbeiten gehen zu müssen (aber nicht einkaufen zu dürfen), während andere in Home-Office saßen und immerhin bei 70% Lohn viel ausschlafen konnten.

Homeschooling hatte alle noch Mal extra am Hals.

Und dann soll man froh darüber sein, dass die Gehälter stabil sind? Das heißt, dass man trotz Inflation stabil wenig verdient?

Die Arbeitgeber scheinen geistig nicht ganz auf der Höhe zu sein.

Mehr Personal

@10:37 von bolligru
Dieser Punkt erscheint mir sogar als der wichtigere.
Reduzierung auf Teilzeit, Kündigung/Berufswechsel sind oft eine Folge der Arbeitsbedingungen.
Nicht vergessen: Daran war auch Prof. Lauterbach mit Schuld mit der vehementen Kommerzialisierung, z.B. durch die Fallpauschale.
Eine Intensivpflegerin erzählte im ÖR. dass für ihre Arbeit früher 4 Personen zur Verfügung standen.

Dass die "Kohle" stimmen muss, sollte fast selbstverständlich sein. Die Kliniken haben im letzten Jahr 14% Gewinn ausgeschüttet. Sie haben Personal während Corona in Kurzarbeit geschickt - wohl aus kommerziellen Gründen.

Eine Sache noch

Warum hat Lauterbach hier nicht gewarnt?

Vielleicht weil er als Berater und Politiker an den Zuständen mit schuld ist?

Lohnerhöhung !

Viele der Bediensteten der Länder, wie auch beim Bund leisten viel Arbeit. Die sollte auch ordentlich bezahlt werden. Und es sollte grundsätzlich immer genügend Personal vorhanden sein, um eine Überlastung zu vermeiden. Dies kostet Geld, ohne Frage. Nur sollten die Verantwortlichen sich darüber im Klaren sein, nur eine zufriedene Arbeitskraft leistet auch eine positive Arbeit und kommt gerne. Wenn aber ständig zu wenig für ein ordentliches Leben an Kohle vorhanden ist, schwindet nicht nur die Kraft, sondern auch der Wille, sich wirklich ein zu setzen. Man braucht nur in die Pflegebranche schauen.
Was die ganze Situation noch verschlimmert, ist die Tarifflucht in vielen Bereichen, selbst in kirchlichen Einrichtungen ist dies so, weil dies leider so zugelassen wurde, von der Politik, dass die ihre eigene Wurst braten dürfen, trotz ihrer Skandalen !

Es gibt einfach zu wenige

Wenn wir ab morgen alle Pflegekräfte auf Intensiv bezahlen wie Oberärzte, dann steigt die Zahl der Pflegekräfte leider trotzdem nur unwesentlich. Und ob die, die dann kommen, die sind, die wir wollen, ist die Frage.

@ um 10:37 von bolligru

„Es darf nicht vergessen werden, daß die Pflegekräfte vor allem Eines seit langem fordern: Mehr Personal, damit die Arbeitsbedingungen erträglich werden.“
Stimmt!
Und obwohl die Pflegekräfte diese Forderung schon seit Jahrzehnten stellen, sind weder Gewerkschaften noch Arbeitgeber jemals auf diese Forderung eingegangen.
Von Politikern gab es Lippenbekenntnisse und warme Worte.
Jetzt. Genau jetzt, mitten in der Pandemie, sollten die Pflegekräfte keine Rücksicht mehr nehmen auf ihre Arbeitgeber und Ausbeuter und auch keine Rücksicht auf die Politik.
Jetzt sollte in jedem Bundesland ein Streik organisiert werden, damit sich die Pflegekräfte endlich durchsetzen können.
Leider können sie sich auf Verdi nicht verlassen.
Und die Spartengewerkschaft der Pflegekräfte, der „BochumerBund“, scheint auch schon wieder eingeschlafen zu sein.

@ krittkritt

Nicht vergessen: Daran war auch Prof. Lauterbach mit Schuld mit der vehementen Kommerzialisierung, z.B. durch die Fallpauschale.

Lauterbach war aber immer gegen die Kommerzialisierung. Sie kennen sich einfach zu wenig aus. Ich glaube, dass Sie sich nur auf Lauterbach konzentrieren, weil er als Minister im Gespräch ist.

„Öffentlicher Dienst vor schwierigen Tarifverhandlungen“

„Schwierig“ sind die schon deshalb, weil man es mit Geld niemandem „recht“ machen kann. Was nicht nur daran liegt, dass die individuellen Bedürfnisse und die politischen Bedingungen (also die jeweils aktuelle, also ständig wechselnde gegebene Faktenlage, mit der alle umgehen müssen) unterschiedlich sind, sondern vor allem daran, dass es Einzelnen „zusteht“, trotzdem allgemeinverbindliche Wertmaßstäbe „festzulegen“.

Wir haben einen schmerzlichen Fachkräftemangel

@ bolligru:
Es darf nicht vergessen werden, daß die Pflegekräfte vor allem Eines seit langem fordern: Mehr Personal, damit die Arbeitsbedingungen erträglich werden.

Ein guter Bekannter ist beim Arbeitsamt und der sagt, es gibt in Deutschland keine arbeitslosen Pflegekräfte. Also wo sollen sie her kommen? Aus den Nachbarländern? Wie finden die Menschen das dort?

11:00 von Traumfahrer

… Und es sollte grundsätzlich immer genügend Personal vorhanden sein, um eine Überlastung zu vermeiden. …

Ein wohlfeiler Allgemeinplatz. Wie viel Personal genau soll denn vorgehalten werden?

fragt sich nur wer bereit ist mehr zu bezahlen !

jeder jammert, die armen .... X Y Z
aber wer würde mehr Krankenkassenbeiträge bezahlen,
dafür sorgen, dass jeder überhaupt Beiträge zahlt
Aber ein allgemeines Problem in unserer Gesellschaft
da prangert man Kinderarbeit in Indien an, aber kauft in Geschäften ein, welche ihre Ware von dort beziehen
Wasch mich - mach mich aber nicht naß ....
gewisse Widersprüche glaube ich zu erkennen

Re : Bernd Kevesligeti !

Die einzelnen Minister, Staatssekretäre und CO sollten endlich ihren verlogenen Mund zu halten, und sich erst einmal kundig machen, wie die Bezahlungen in den einzelnen Bereichen tatsächlich sind. Wenn man selbst ein dickes Gehalt kriegt, noch dazu einige Nebeneinkünfte hat, und so gesehen, sehr wahrscheinlich das etliche Mehrfache eines Landesbediensteten oder gar einer Pflegekraft, die rund um die Uhr tätig ist, verdient.
In meinen Augen ist es schon ein riesige Unverschämtheit von diesem Minister, sich so zu äußern. Das zeigt mir, der hat NULL Ahnung !
Außerdem möchte ich anführen, all die Ministerien in den Ländern, und beim Bund, sollten all ihre Ausgaben genau prüfen, denn zu oft liest man von oft riesigen Verschwendungen an Steuergeldern. In einer privaten Firma wären diese Versager schon lange entlassen und auf der Straße !

Ich kannte eine Krankenschwester ...

... aus Syrien, die mit ihrem Mann und zwei Kindern auf beschwerlichen Wegen bis nach Deutschland geflohen war. Alle vier sind mittlerweile wieder in ein ungewisses Schicksal in die Diktatur in ihrer Heimat abgeschoben worden. Schade.

Öfferntlicher Dienst

für den gesamten Öffentlichen Dienst wird jetzt wieder der Pflegedienst vorgeschoben. Es bekommt dann nicht nur der Pflegedienst mehr Geld, sonder alle beschäftigte im Öffentlichen Dienst. Tolle Einheitsgewerkschaft. Das nächste mal ist die Müllabfuhr der Stadt dran.

Jede Gewerkschaft sollte das

Jede Gewerkschaft sollte das doppelte der Inflationsrate fordern. Bedenkt bitte: die Menschen tragen keine Verantwortung für die Inflation. Die Verantwortung liegt einzig und allein bei Politik EZB usw.

Sorry, aber...

...alles, was wertvoll ist, wird teurer.
Energie, Wohnraum u.a.
Und die Pflegekräfte sind aus meiner Sicht sehr wertvoll - Profis in der Pflege und zahlenmässig immer unterbesetzter....
Ohne diese Menschen geht alles den Bach runter
hier in Deutschland.
Also muss sich was tun in der Tarifpolitik.

Im Moment wird leider in die falsche Richtung ...

... gestreikt.

Sicherlich spielt auch die Bezahlung eine Rolle, aber im Wesentlichen braucht die Branche einfach deutlich mehr Personal.

Im Normalfall kündigt man seinen Job nicht nur, wenn die Bezahlung etwas schlechter ist, sondern eher, wenn der Stress die Belastungsgrenze übersteigt.

Also ... hier muss anders angesetzt werden = Mehr Personal statt mehr Geld muss es heißen!

Die Abwanderung ist eigentlich verständlich

Neulich wollte ich einer Nachbarin, die ich flüchtig kenne, für ihre Arbeit in der Pflege danken und sagen, dass ich die Arbeit auf der Intensivstation für sehr wichtig halte. Da hat sie gesagt, dass sie schon zu Beginn der Pandemie gewechselt hat und als Arzthelferin jetzt weniger Stress und regelmäßigere Arbeitszeiten hat.

Mit 5 oder 10 Prozent mehr Lohn hätte sich an ihrer Entscheidung sicher nichts geändert. Es geht hier eigentlich nicht ums Geld.

10:56, krittkritt

>>Nicht vergessen: Daran war auch Prof. Lauterbach mit Schuld mit der vehementen Kommerzialisierung, z.B. durch die Fallpauschale.<<

Mittlerweile hält er das für einen Fehler, wie er oft sagt.

Ich freue mich immer, wenn Menschen Lernfähigkeit beweisen.

@ Traumfahrer

Die einzelnen Minister, Staatssekretäre und CO sollten endlich ihren verlogenen Mund zu halten, und sich erst einmal kundig machen, wie die Bezahlungen in den einzelnen Bereichen tatsächlich sind. Wenn man selbst ein dickes Gehalt kriegt, noch dazu ...

Wenn uns eins hier sicher nicht weiter bringt, dann ist es Neid.

Ich schätze...

...gerade was die finanziellen Verbesserungen für Pflegekräfte betrifft, wird das daran scheitern, dass die zuständige Person die gleiche ist, die auch für mehr Unabhängigkeit von Importen im Gesundheitswesen verantwortlich ist. Und ich meine mit Person eher das Amt als den Menschen.

11:19, Impflücken schließen

>>Die Abwanderung ist eigentlich verständlich
Neulich wollte ich einer Nachbarin, die ich flüchtig kenne, für ihre Arbeit in der Pflege danken und sagen, dass ich die Arbeit auf der Intensivstation für sehr wichtig halte. Da hat sie gesagt, dass sie schon zu Beginn der Pandemie gewechselt hat und als Arzthelferin jetzt weniger Stress und regelmäßigere Arbeitszeiten hat.

Mit 5 oder 10 Prozent mehr Lohn hätte sich an ihrer Entscheidung sicher nichts geändert. Es geht hier eigentlich nicht ums Geld.<<

Doch, natürlich.

Denn es kostet natürlich mehr Geld, mehr Pflegekräfte einzustellen.

Der Pflegebereich wurde kaputtgespart.

11:18, LifeGoesOn

>>Also ... hier muss anders angesetzt werden = Mehr Personal statt mehr Geld muss es heißen!<<

Nein.

Mehr Personal UND mehr Geld muss es heißen.

11:01 von Wohlstandsbäuchlein

Es gibt einfach zu wenige
Wenn wir ab morgen alle Pflegekräfte auf Intensiv bezahlen wie Oberärzte, dann steigt die Zahl der Pflegekräfte leider trotzdem nur unwesentlich. Und ob die, die dann kommen, die sind, die wir wollen, ist die Frage.

Was könnte der Grund sein, dass „Pflegekräfte kommen“, aber „wir“ - tatsächlich aber Sie selbst - diese nicht wollen?

Höre ich da eine gewisse Fremdenfeindlichkeit heraus? Sie möchten also in Ihrem Intensivbett nicht von syrischen Krankenschwestern umgedreht werden, damit Ihr Wohlstandsbäuchlein keine Druckstellen bekommt?

Ich staune immer wieder ...

... mit welcher Selbstsicherheit hier im Forum den Regierenden und ihren Experten nachgesprochen wird, dass in Krankenhäusern und auf Intensivstationen weit mehr geimpfte Corona-Kranke liegen als ungeimpfte.
Eine Datenquelle dazu wird von keinem der oben genannte angegeben.
Dass es schlichte Behauptungen ohne Beleg sind, beweist die Anhörung des DIVI-Chefs Prof. Marx am 25.11.2021 vor einem Ausschuss des Bundestages.
Auf die Frage, wie viel Geimpfte und wie viel Ungeimpfte in Dtl. auf den Intensivstationen liegen, antwortet der Chef der obersten Erfassungsbehörde für Intensiv- und Notfallmedizin Prof. Marx:
"Die Frage kann ich leider nicht beantworten, weil wir bisher noch nicht erfasst haben, welche Patienten auf den Intensivstationen geimpft und nicht geimpft sind."
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, die höchste Bundesbehörde für Intensivmedizin hat keine Daten dazu erfasst (bzw. rückt sie nicht raus), aber Regierende und ihr Jünger tun so als gäbe es sie es.

von Traumfahrer 11:09

Das offenbart noch mehr: Wenn irgendeine Krise ist, dann ist für die Herrschaften klar, wer die Lasten oder Kosten zu tragen hat. Daran besteht überhaupt kein Zweifel......

11:10, Impflücken schließen

>>Ich kannte eine Krankenschwester ...
... aus Syrien, die mit ihrem Mann und zwei Kindern auf beschwerlichen Wegen bis nach Deutschland geflohen war. Alle vier sind mittlerweile wieder in ein ungewisses Schicksal in die Diktatur in ihrer Heimat abgeschoben worden. Schade.<<

So richtig kann ich Ihre Geschichte nicht glauben. Denn nach Syrien wird zum Glück so gut wie gar nicht abgeschoben.

Mehr Geld für den ÖD

@ Traumfahrer:

Lohnerhöhung ! Viele der Bediensteten der Länder, wie auch beim Bund leisten viel Arbeit. Die sollte auch ordentlich bezahlt werden.

Ich finde auch, dass der öffentliche Dienst einen kräftigen Schluck aus der Haushaltspulle erhalten sollte. Aber ob uns das auch nur eine neue Pflegekraft beschert, das glaube ich noch nicht so recht.

Etatsystem

bei einem Krankenhausaufenthalt hat mir ein Schichtplaner einige Details verraten:

Es mag ja sein, daß nach Abschluß der Verhandlungen jede einzelne Pflegekraft einen höheren Stundenlohn erhält.
Nur bleibt der Personaletat der einzelnen Abteilungen (aka Kostenstellen) gleich.

Es wird also weiterhin nur eine feste Summe X für Personal zur Verfügung stehen.

Da die meisten Pflegekräfte keinen Vollzeitjob haben, werden einfach weniger Pflegekräfte für die tägliche Arbeit eingeteilt.
Paradoxerweise verdienen diese dann weniger, da sie weniger "Stunden schreiben" können, haben aber durch die geringere Personaldecke einen (noch) härteren Job.

Mehr Geld bekommt eine Pflegekraft nur, wenn Kollegen durch Krankheit oder Kündigung ausfallen, und somit die Belastung noch höher wird.

@ 11:19 Impflücken schließen - Intensivpfleger

„ Neulich wollte ich einer Nachbarin, die ich flüchtig kenne, für ihre Arbeit in der Pflege danken und sagen, dass ich die Arbeit auf der Intensivstation für sehr wichtig halte. Da hat sie gesagt, dass sie schon zu Beginn der Pandemie gewechselt hat und als Arzthelferin jetzt weniger Stress und regelmäßigere Arbeitszeiten hat.

Mit 5 oder 10 Prozent mehr Lohn hätte sich an ihrer Entscheidung sicher nichts geändert. Es geht hier eigentlich nicht ums Geld.“

Es war sicher gut gemeint von Jens Spahn zum 31.1.2021 den Pflegeschlüssel zu erhöhen, so das Pro Bett jetzt gesetzlich vorgeschrieben mehr Pfleger vorhanden sein müssen.

Zwar sind dadurch über Nacht und ohne das einer gekündigt hatte rund 6.000 Intensivbetten weg gefallen.

Aber zum Wohle der Pfleger ist das richtig.

Wir sollten den Schlüssel weiter sukzessive erhöhen, so die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern und eine monatlichen steuerfreie „Gefahrenzulage“ von bis zu 1.000€ zahlen.

Das holt sicher viele zurück.

@ LifeGoesOn

Im Moment wird leider in die falsche Richtung ... gestreikt.
Sicherlich spielt auch die Bezahlung eine Rolle, aber im Wesentlichen braucht die Branche einfach deutlich mehr Personal.

Für mehr Personal kann man nicht streiken. Und schon gar nicht, wenn es das Personal auf dem Arbeitsmarkt nicht gibt.

11:02, nie wieder spd

>>Leider können sie sich auf Verdi nicht verlassen.
Und die Spartengewerkschaft der Pflegekräfte, der „BochumerBund“, scheint auch schon wieder eingeschlafen zu sein.<<

Sie wurde letztes Jahr gegründet.

Jede Gewerkschaft ist nur so stark wie das Engagement ihrer Mitglieder.

Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel wird mehr und mehr auch im Öffentlichen D. ein Problem. Und das nicht nur in der Pflege. Gleichzeitig nimmt aber das Anspruchsdenken der Bürger gegenüber dem Staat zu. Die Handlungsfähigkeit des Staates wird kleiner und die Systemverdrossenheit wächst. Deshalb ist eine ordentliche Bezahlung wichtig.

um 11:01 von Wohlstandsbäuchlein

,,Es gibt einfach zu wenige
Wenn wir ab morgen alle Pflegekräfte auf Intensiv bezahlen wie Oberärzte, dann steigt die Zahl der Pflegekräfte leider trotzdem nur unwesentlich. Und ob die, die dann kommen, die sind, die wir wollen, ist die Frage."

Ja, so sieht's aus und wenn jene noch die Zeit und die Kraft hätten, sich in einem distinguierten Forum zum Thema zu äußern, würden auch noch mehr physisch erspürbare Realitäten mit ins Diskutieren einfließen. Natürlich reden die AG nur über das Geld, um bei den ,,Zuschauern" des Konflikts nach altem Rezept mit ein bißchen Neid schonmal zu verhindern, daß auch nur ein Quäntchen Solidarität aufkommt. Dann braucht es auch keine Reaktion auf die eigentlichen Probleme, die immer auftauchen bei der Privatisierung sozialer Bedarfsdeckung vor allem im Gesundheitswesen. Ich halte auch das Abfischen von Fachkräften aus dem Ausland für ethisch mehr als fraglich.

@ fathaland slim

Mit 5 oder 10 Prozent mehr Lohn hätte sich an ihrer Entscheidung sicher nichts geändert. Es geht hier eigentlich nicht ums Geld.

Doch, natürlich.
Denn es kostet natürlich mehr Geld, mehr Pflegekräfte einzustellen.

Neulich wurde in einer Reportage berichtet, dass auf der Intensivstation einer Uniklinik zwei Pflegekräfte zum Jahresende gekündigt haben. Ob sich das mit 10% mehr Lohn rückgängig machen ließe? Ich befürchte, nein.

Eine von beiden möchte studieren und Berufsschullehrerin werden. Die werden übrigens auch dringend gesucht.

@LifeGoesOn

"Im Moment wird leider in die falsche Richtung gestreikt.
Sicherlich spielt auch die Bezahlung eine Rolle, aber im Wesentlichen braucht die Branche einfach deutlich mehr Personal."

Ich bin ganz gegen Lohnerwerbsarbeit. Wenn wir endlich das Bedingungslose Grundeinkommen von vorerst 2500 Euro/Monat, die 30-Stunden-Ehrenamt-Arbeitswoche und die Maximal-15-Stunden-Erwerbsarbeit-Woche eingeführt hätten, könnten alle (privaten) Firmen im öffentlichen Dienst geschlossen werden. Dann würden endlich alle Bürger selbstlos, voller Freude und Elan (eben ehrenamtlich) in diesen Bereichen für die Gesellschaft etwas tun. Z.B. Bus- und Bahnfahren bereitet doch Spaß, selbst Toiletten und/oder Gebäudereinigung! Dafür braucht kein Mensch einen Verdienst, sondern nur Anerkennung, Teilnahme- und Hilfsbereitschaft der Mitmenschen (Solidarität und Respekt) und genug Erholung. Fahrtkosten im ÖPNV können auch ganz entfallen.

@ 10:51 Traumfahrer- nicht nur ausbilden- zurückholen

„ Nur das wird dauern, viele neue Pflegekräfte aus zu bilden, wenn schon Plätze für ein Praktika fehlen, dort zu wenig Personal ist, das "Lehrlinge" einweist und begleitet.“

Volkswirtschaftlich gesehen ist es eine Verschwendung von Ressourcen, wenn gut ausgebildete Menschen ihren Beruf verlassen oder ins Ausland gehen, da dort Arbeitsbedingungen und Bezahlung besser ist.

Das trifft ja auch auf viele Ärzte zu.

Daher macht es Sinn Anreize zu setzen um die Menschen wieder zurück zu gewinnen.

Das ist natürlich eine Mammut Aufgabe.

Ulla Schmidt und Karl Lauterbach haben damals ganze Arbeit geleistet mit der Privatisierung und der Einführung von Fallpauschalen.

Lauterbach war damals als Pharmalobbyist maßgeblich daran beteiligt.

Dass wir jetzt eine Knappheit auf den Intensivstationen haben, daran ist er doppelt schuld:

1. s.o.

2. durch die massive Verhinderung von Infektionen im Sommer über die permanenten Schnelltests, finden und nun jetzt alle geballt auf einmal statt.

@ covid-strategie

Wir sollten den Schlüssel weiter sukzessive erhöhen, so die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern und eine monatlichen steuerfreie „Gefahrenzulage“ von bis zu 1.000€ zahlen.
Das holt sicher viele zurück.

Keine einzige.
Die Intensivstationen sind überfüllt mit ungeimpften Covid-Patienten, die dort völlig sinnlos sterben. Wie hält man das als Pflegekraft aus? Die Kündigungswelle kann ich verstehen und wir müssen die Infektion stoppen, sonst nichts.

schwierigen Tarifverhandlungen ?

Warum?
Wenn wir für alles Geld haben und ausgeben, auch für sinnloses, dann müssen die gerechten, und zwingend notwendigen Ansprüche der Mitrabeiter doch problemlos erfüllt werden können.

11:25, wolf 666

>>Dass es schlichte Behauptungen ohne Beleg sind, beweist die Anhörung des DIVI-Chefs Prof. Marx am 25.11.2021 vor einem Ausschuss des Bundestages.
Auf die Frage, wie viel Geimpfte und wie viel Ungeimpfte in Dtl. auf den Intensivstationen liegen, antwortet der Chef der obersten Erfassungsbehörde für Intensiv- und Notfallmedizin Prof. Marx:
"Die Frage kann ich leider nicht beantworten, weil wir bisher noch nicht erfasst haben, welche Patienten auf den Intensivstationen geimpft und nicht geimpft sind."<<

Ein klassisches Beispiel dafür, daß man aus dem Zusammenhang gerissen durchaus einigermaßen korrekt zitieren und trotzdem falsches behaupten kann. Ich gehe so weit, Ihnen absichtliche Falschinformation zu unterstellen.

Hier ein Interview mit Gernot Marx, das Ihre Aussage beinhaltet, aber auch erklärt, warum es bisher keine zentrale Erfassung gibt.

https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/11/interview-…

11:25 von wolf 666

Ich staune immer wieder ...
... mit welcher Selbstsicherheit hier im Forum den Regierenden und ihren Experten nachgesprochen wird, dass in Krankenhäusern und auf Intensivstationen weit mehr geimpfte Corona-Kranke liegen als ungeimpfte.
Eine Datenquelle dazu wird von keinem der oben genannte angegeben. …

Viel erstaunlicher ist allerdings, mit welcher Chuzpe bestehende Tatsachen mit aus dem Zusammenhang gerissenen und falschen Zitaten einfach weggelogen werden.

Es gibt weiß Gott genügend Klinikchefs und Chefärzte, welche das Verhältnis Geimpft/Ungeimpft auf den Intensivstationen ihrer Häuser öffentlich machen. Ihr Beitrag ist zynisch und geradewegs an den Tatsachen vorbei. Sehr durchsichtig, sehr plump, sehr unappetitlich.

@ um 11:33 von Impflücken schließen

„Für mehr Personal kann man nicht streiken. Und schon gar nicht, wenn es das Personal auf dem Arbeitsmarkt nicht gibt.“
Deshalb muß auch für dramatische Verbesserungen der Arbeitsbedingungen gestreikt werden.
Und natürlich muß die Politik dafür sorgen, dass solch verbesserte Arbeitsbedingungen so viel besser sind, dass sich potentielle Auszubildende in weitaus höherem Maße für Pflegeberufe interessieren.
Aber auch für diese Auszubildenden müssen die Gehälter auf attraktivem Niveau liegen.
Ein Ausbildungsmanagement wie in großen Industriebetrieben muß in jeder Pflegeeinrichtung den Auszubildenden zur Verfügung stehen und es muß Extrapersonal eingestellt werden, dass sich ausschließlich um die Auszubildenden kümmert.
Ebenso wie dort überall eine psychische Betreuung von Personal und zu pflegenden Bewohnern oder Patienten stattfinden muss.
Aber seit Jahrzehnten wurde mit beliebigen Verbesserungen & Selbstverständlichkeiten nicht begonnen.
Auch dank schlechter Politik schlechter Politiker.

die Kommerzialisierung

von Impflücken schließen @

Musste aber kommen weil die staatlichen oder andern Träger die Krankenhäuser nicht entwickelt und gewartet haben. Auch waren alle sehr zufrieden diesen teil los zu sein.

Alle Häuser die Sana usw. übernommen haben musste komplet saniert oder abgeriessen und neu gebaut werden um Sie der heutigen Entwicklung anzupassen.

Hier hat wie bei vielen andern Aufgaben die öffentliche Hand komplet versagt.

@ wolf 666

Ich staune immer wieder ...
... mit welcher Selbstsicherheit hier im Forum den Regierenden und ihren Experten nachgesprochen wird, dass in Krankenhäusern und auf Intensivstationen weit mehr geimpfte Corona-Kranke liegen als ungeimpfte.

90-95% der Covid-Patienten auf den Intensivstationen sind ungeimpft.

Mißwirtschaft im Gesundheitswesen

Wir haben mit über 12 % des BIP, also des deutschen Volkseinkommens, für das Gesundheitswesen den höchsten Anteil Kosten im Vergleich in ganz Europa. Dann kommt erst Frankreich mit 11 % und dann kommt wieder lange nichts.

Dafür wird bei uns gejammert, was das Zeug hält, obwohl ungelernte Pflegehelfer rund. 3.000 Euro/Monat (x 13 Gehälter) ohne Zulagen erhalten. Wenn ich dann noch die Bürokratisierung sehe, verstehe ich, wo meine knapp 16 % des Einkommens bleiben, die ich für die Krankenversicherung bezahle.

Nein, Verdi ist mit seiner Forderung dumm-dreist!
Es wird viel zu viel Geld in eine ineffiziente Pflege gepumpt.

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