Schütze von Kenosha in allen Punkten freigesprochen

20. November 2021 - 08:59 Uhr

Kaum ein US-Mordprozess stand zuletzt so im Fokus wie der gegen Kyle Rittenhouse, den Schützen von Kenosha. Am Ende stand ein Freispruch. Präsident Biden zeigte sich enttäuscht - rief aber zur Ruhe auf. Von Kathrin Brand.

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Kommentare

Ein schwieriges Urteil

Das ist ein Urteil, das schwer auf der Gesellschaft lasten wird.
Rittenhouse hat 3 Menschen niedergeschossen und zwei davon getötet.

Das war in einer Situation, die er selbst herbei geführt hat.
Aus seinem Städtchen mit einem Gewehr in Kenosha aufzutauchen, hat die Gefahr von Gewalt bereits von vorherein provoziert.

Sind das noch Unfälle oder ist das schon Bürgerkrieg?

Gib einem unreifen Menschen eine Waffe in die Hand und lass ihn glauben, dass andere ihn umbringen wollen. So funktionieren Kriege.

19.478 Getötete, 39.504 Verletzte allein im letzten Jahr.

Das Urteil der Jury wird dafür sorgen, dass sich daran nichts ändert.

Na klar...

die USAmerikaner vernichten sich selbst!
Wozu braucht es noch Feinde im Ausland, wenn sich die eigene Bevölkerung gegenseitig mit Waffen selbst "verteidigt"?
Weiter so und das Waffenproblem könnte sich von selber lösen, bis keiner mehr kann...

Gewalttätige Proteste sind gesetzeswidrig

"Biden bat alle, nun ihre Meinung friedlich und im Einklang mit den Gesetzen auszusprechen. Für Gewalt und Zerstörung sei kein Platz in der Demokratie. "

Damit hat er Recht. Nur friedliche Demonstrationen sind demokratische Demonstrationen!

Urteil entspricht der Gesetzeslage der USA

Für die Angehörigen der Getöteten sicher eine Entäuschung, aber das Urteil ist kompatibel mit der amerikanischen Gesetzeslage. Denn der wahre Schuldige sind die amerikanischen Waffengesetze. Wäre der private Waffenbesitz so streng reguliert wie z.B. in Deutschland, hätte der junge Mann seinen verhängnisvollen Weg gar nicht begonnen, jedenfalls nicht mit einer Waffe. Und eine nicht vorhanden Waffe hätten seine Gegner ja auch nicht auf ihn richten können.

Daumen hoch Amerika

für 85 % der Bevölkerung geht der Freispruch in Ordnung. Und das ist gut so !

Rittenhouse trägt die Verantwortung für den Tod von Menschen

Private Waffengewalt ist in Amerika weit verbreitet.
Das ist gesetztlich abgesichert, ob man das mag oder nicht.

Was ich an dem Urteil problematisch finde, ist die Ermutigung zu Selbstjustiz. Rittenhouse hat mit seiner Waffe nicht sein Haus oder seine Familie verteidigt, sondern ist in eine entfernte Stadt gefahren, um dort nach eigenem Ermessen mit seiner Waffe 'Ordnung' schaffen zu wollen.

Das war nicht seine Aufgabe, sondern die der Polizei.
Wäre er dort weggeblieben, wäre niemandem etwas passiert. Diese Verantwortung hat er auf sich geladen und wenn schon nicht Mord, so war es zumindest Totschlag.

Wilder Westen?

Geht ein 17 jähriger mit einer Waffe auf eine Demonstration, schießt auf 3 Menschen, 2 von den Opfern sterben...
Die Jury wertet es als "Selbstverteidigung".... hat Geschmäckle.

Mal abgesehen, von einem Minderjährigen mit Waffe, ist es doch Vorsatz als Privatperson mit einer Waffe auf eine Demo zu gehen.

Eindeutig Notwehr. Gerechtes Urteil.

Trotz des enormen politischen Drucks, bekräftigte die Judikative ihre Unabhängigkeit.
Das ist für viele Menschen sicherlich frustrierend, aber so geht Rechtsstaatlichkeit.

Bürgerkrieg beginnt mit Selbstjustiz

Wenn sich andere dieses nun von einer Jury abgesegnte Verhalten von Rittenhouse zum Beispiel nehmen, greift die Selbstjustiz um sich.

Verrückte, die sich in Milizen schwer bewaffnet durch die Wälder schleichen, gibt es jede Menge. Wenn die nun in die Städte und Wohngebiete kommen, wird es gefährlich. Für die ist es womöglich der Startschuss, um mit ihren AR 15 auch für 'Ordnung' sorgen zu wollen. Ordnung nach ihrem verquasten Gutdünken und gegen die 'anderen'.

Das programmiert neuerliche Gewalt vor. So beginnen regionale Bürgerkriege.

Am 20. November 2021 um 09:24

Am 20. November 2021 um 09:24 von Esche999
Urteil entspricht der Gesetzeslage der USA

Es wäre ja skandalös, wenn es anders wäre. Und würde kassiert werden.

Ein Lied zur Lage:

When you’re white, you’re alright
When you’re brown, stick around,
But when you’re black, oh brother, get back, get back, get back!

Big Bill Broonzy, „Black, Brown And White“

Risse im System

"However, no one should ever take the law into their own hands or attempt to make themselves the judge, jury and executioner," she {Chicagos Bürgermeisterin Lightfoot} said in a statement. "What Kyle Rittenhouse did was reckless, dangerous and showed an utter disregard for human life."

Genau so ist es - und so wäre es auch, wenn er wg. Mord verurteilt worden wäre.

In den USA ist das Recht auf bewaffnete Selbstverteidigung historisch bedingt nicht nur verbrieft, sondern wir von vielen - naheliegender meist weißen - Amerikanern schlicht mit der Muttermilch aufgesogen worden. Insofern ist das Urteil nicht nur erwartbar, sondern auch korrekt.

Politisch stehen hier weniger die Todesschüsse zur Beurteilung, sondern das Recht, mit einem geladenen Sturmgewehr „seine“ Stadt vor „Angreifern“ schützen zu dürfen.
Von Trump himself und der rechten Presse (Tucker Carlson hat heute ein „Exklusivinterview mit diesem Kind) wird KR schon als Kämpfer für das „wahre“ Amerika gefeiert.

Risse im System

09:25 von Pax Domino | Umfragen sagen etwas anderes

'Daumen hoch Amerika
für 85 % der Bevölkerung geht der Freispruch in Ordnung. Und das ist gut so !'

Da Sie keine Quelle nennen, ist davon auszugehen, dass Sie diese Zahl frei erfunden haben.

Die Umfragen, die ich bis dato kenne, sagen etwas anderes.

09:28, Kristallin

>>Mal abgesehen, von einem Minderjährigen mit Waffe, ist es doch Vorsatz als Privatperson mit einer Waffe auf eine Demo zu gehen.<<

Ein Soldat zieht in den Krieg...

Ein Signal!

Ein wichtiges Signal für weitere Störenfriede, Brandstifter und Plünderer, die unter dem Vornwand der Demonstrationsfreiheit Verbrechen begehen!

Die USA

sind ein Volk von Waffennarren und so ist auch ihr Benehmen zu erklären, aber alles vollkommen legal.
Diesem Volk geht es nur geht, wenn es Waffen verkaufen und auch nutzen kann, ihre "Friedensmissionen" zeugen alle davon.
Tote durch Schusswaffen, Amokläufe mit Todesfolgen sind der logische Schluss.

Man muss die US-"Rechtsprechung" ...

.. nicht verstehen ... in den meisten Fällen reicht ein "verständnisvolles" Kopfschütteln und der Wunsch, dort nicht in zwischen die Mühlsteine der Justiz zu geraten.

09:25, Pax Domino

>>Daumen hoch Amerika
für 85 % der Bevölkerung geht der Freispruch in Ordnung. Und das ist gut so !<<

Wo haben Sie diese Zahl denn her?

P.S. Sie sollten das „Pax“ aus Ihrem Nick streichen.

Rechtsstaatlich? @ 09:31 von Quoll

>>>Das ist für viele Menschen sicherlich frustrierend, aber so geht Rechtsstaatlichkeit.>>>

Heißt nicht ein Minderjähriger darf ungestraft mit einer Waffe Menschen verletzen und töten!

Das ist nur wild West Mentalität!

Unter Selbstverteidigung durch Privatpersonen, verstehe ich den Einsatz von Kampftechniken oder meinetwegen Pfefferspray!

Knarren oder ersatzweise Messer, fallen nicht darunter!

@ 09:25 von Pax Domino

Für 85 % ist also in Ordnung, dass ein junger Mann die Kontrolle und die Nerven verliert und zwei Menschen erschießt und freigesprochen wird (by the way: Woher nehmen Sie die Zahl?). Das allein ist schon höchst bedenklich. Wenn dann ein Forist mit Namen "Friede des Herrn" das kommentiert mit "Und das ist gut so!" wird's vollkommen... absurd.
Die Mischung aus zu laxen Waffengesetzen und aus einem sakrosankt überhöhten Selbstverteidigungsrecht lässt wieder einmal die Erschießung von zwei Menschen ungesühnt, genau wie die Schüsse in den Stücken des schwarzen Jacob Blake ungesühnt bleiben. Und es steht zu befürchten, dass es so weiter geht. Auf einer Demonstration haben Schusswaffen in der Hand von Demonstranten nichts verloren. Wann setzt sich das in den USA endlich durch?

Aufschlussreich

Die Rechtsaußenfraktion, nicht nur hier im Forum, bejubelt einen jungen Mann, der mit einer Waffe auf eine Demo geht.

Das lässt wirklich tief blicken.

re 09:28 Kristallin: Wilder Westen?

>>Mal abgesehen, von einem Minderjährigen mit Waffe, ist es doch Vorsatz als Privatperson mit einer Waffe auf eine Demo zu gehen.<<

So sollte es sein - so ist es aber gemäß der 200 Jahre alten US-Verfassung nicht. Insofern passt Ihr „Wilder Westen“ Bezug tatsächlich auch im wörtlichen Sinne.

Die USA hatten „uns“ 1949 die fortschrittlichste Demokratische Verfassung ermöglicht - wofür ich ihnen immer dankbar sein werde.

Leider hatten sie diese nicht als Blaupause für eine eigene Nachkriegsverfassungsreform in ihrem Land genutzt. Eine verpasste und ohne weitere Staatskrise kaum wiederkehrende Chance.

Eine integrative (inklusive) Verfassung erfordert ein integratives Momentum. Ein Momentum, von dem USA zur Zeit weiter entfernt scheinen denn je.

Wer einen Menschen tötet...

...ist nicht unbedingt ein Mörder. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Mensch unschuldig ist. Leider arbeitet das amerikanische Justizsystem - wie so vieles in den Vereinigten Staaten - sehr binär. Es gibt oft nur ganz oder gar nicht, gut oder böse, schwarz oder weiß, ich oder du.

Ich erinnere mich an einen Historiker, der über die Ursachen des Civil War sagte, dass die Amerikaner ihre größte Stärke vergessen hatten, nämlich die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Was würde er wohl heute sagen?

09:25 von Pax Domino

Daumen hoch Amerika
für 85 % der Bevölkerung geht der Freispruch in Ordnung. Und das ist gut so !
--------------

ob das jetzt gut ist, ist die Frage !
Zumindest aber spiegelt es das Denken vieler Menschen in den USA wider,
(mir zumindest) zeigt es, dass Menschen eben doch nicht weltweit gleich denken und handeln,
wie einige immer behaupten.

Von daher ist deren "Rechtsempfinden" bestätigt worden, schön für die,
... und ich weiß immerhin, "mein Land" sind die USA definitiv nicht

09:43, Toni B.

>>Ein Signal!
Ein wichtiges Signal für weitere Störenfriede, Brandstifter und Plünderer, die unter dem Vornwand der Demonstrationsfreiheit Verbrechen begehen!<<

Ja.

Man kommt straflos davon. Hauptsache man ist weiß.

Angehörige haben die Möglichkeit zur Zivilklage

Die Angehörigen von Joseph Rosenbaum und Kyle Huber, die Rittenhouse getötet hat und die von Gaige Grosskreutz, der seine Verwundung überlebt hat, können nun vor einem Zivilgericht klagen.

Rittenhouse hat großes Unheil angerichtet und das Leben von vielen Menschen schwer geschädigt. In erster Linie das der Angehörigen seiner Opfer. Aber er hat auch sein eigenes Leben verpfuscht und vermutlich auch das seiner eigenen Angehörigen.

Wäre er an dem folgenschweren Augusttag einfach zuhause geblieben, wäre vielen Menschen dieses Leid erspart geblieben.

@ 20. November 2021 um 09:38

@ 20. November 2021 um 09:38 von fathaland slim
Ein Lied zur Lage:
When you’re white, you’re alright
When you’re brown, stick around,
But when you’re black, oh brother, get back, get back, get back!

Big Bill Broonzy, „Black, Brown And White“

Ich hab gelesen, dass die Opfer alle weiß waren. Genau wie der Schütze.

Alles nur logisch

Ein Schuldspruch wäre ein Zeitgeist-Urteil gewesen. Und der Mehrheit der Amerikaner auf dem Lande auch nicht vermittelbar. Solange die Rechtslage in den USA so ist, dass fast jeder mit einer offenen Waffe herum laufen kann (es gibt in Texas sogar Highway-Cafes wo die weiblichen Bedienungen in "Cowgirl Dress" mit offen getragener, scharfer Pistole am Gürtel herum laufen und den Truckern die Hamburger servieren !!), solange diese Denke "Freiheit bedeutet, eine Knarre im Haus zu haben" gilt, sind solche Urteile sogar fast noch nachvollziehbar. Die USA besteht nicht aus Los Angeles, New York, Chicago! Das ist vorrangig weites Land, ländlich geprägte Strukturen, und auch entsprechend eine Denkweise, die aus unserer Siche antiquiert wirken mag. Der Jugendliche hat sich auf das wohl geltende Recht auf Selbstverteidigung bezogen - besser wäre es gewesen, er hätte Judo angewendet. Aber leider sind Waffen im Privatbesitz erlaubt, und das sollte Biden ändern, nicht jetzt den Verwunderten mimen.

@ 09:31 von Quoll

Es gibt hüben wie drüben zu Ihrem Kommentar eine genau gegenteilige Ansicht, nämlich dass dieses Geschworenen-Urteil leider zeigt, dass das us-amerikanische Rechtssystem schon lange nicht mehr intakt ist.
Es beginnt bei der Gesetzgebung: Ein 17jähriger darf mit einem halbautomatischen Sturmgewehr (!) auf eine Demo fahren.

Es setzt sich fort in der Frage, ob für etliche schwere Straftaten das Geschworenen-System adäquat ist.

Und es endet längst nicht bei der Frage, ob das fast im Rang eines göttlichen Gebotes stehende angebliche 'Selbstverteidigungsrecht' nicht längst den Status einer generalisierten Freisprechung hat, wenn selbst Schüsse in den Rücken ungeahndet bleiben.
Die Staatsanwaltschaft legte dar, Rittenhouse habe die Gewalt als selbsternannter 'Hilfspolizist' selbst provoziert. Wenn ein Rechtssystem so etwas zulässt, ist das Gewaltmonopol des Staates längst ausgehöhlt und der Deklaration von 'Selbstjustiz' als 'Notwehr' sind Tür und Tor geöffnet.

09:49, Rybnika

>>Die USA
sind ein Volk von Waffennarren und so ist auch ihr Benehmen zu erklären, aber alles vollkommen legal.
Diesem Volk geht es nur geht, wenn es Waffen verkaufen und auch nutzen kann, ihre "Friedensmissionen" zeugen alle davon.
Tote durch Schusswaffen, Amokläufe mit Todesfolgen sind der logische Schluss.<<

Die US-Amerikaner, die ich kenne, haben mit Ihrer Beschreibung keinerlei Ähnlichkeit.

Selbstjustiz und Mord wäre es

Selbstjustiz und Mord wäre es doch, wenn Rittenhouse hingefahren, sein Gewehr genommen und auf Demonstranten geschossen hätte.
Er ist aber hingefahren und Demonstranten haben versucht, sich seines Gewehrs zu bemächtigen. Wofür wohl - um es auf dem Flohmarkt zu verkaufen?!
Die Bewertung überlasse ich der Jury. Die ist in den USA dafür da. Biden hätte besser geschwiegen.

09:43 von Toni B. | Vor-rechtsstaatliches Verständnis

'Ein wichtiges Signal für weitere Störenfriede, Brandstifter und Plünderer, die unter dem Vornwand der Demonstrationsfreiheit Verbrechen begehen!'

Das ist ein vor-rechtsstaatliches Verständnis.

Was ein Verbrechen ist, wird von der Justiz festgestellt und nicht von einem von außen herbei geeilten Minderjährigen mit einer Waffe.

Ordnung aufrecht zu erhalten, ist Aufgabe der Polizei und nicht von schwer bewaffneten Hobby-Ordnungshütern.

Beides zusammengenommen macht einen Rechtsstaat aus. Wer den durch Selbstjusitz ablösen will, ebnet der Diktatur den Weg.

Rittenhouse hatte die Waffe illegal

bei sich, er war laut Gesetz nicht berechtigt, sie zu besitzen oder zu tragen. Das spielte bei dem Urteil aber keine Rolle. Das Urteil ist sehr bedeutsam, weil das Recht in den USA auf Präzedenzfällen beruht, nicht auf einem Strafgesetzbuch. D.h. in Zukunft kann jeder jeden erschießen, der ihm theoretisch die Waffe wegnehmen könnte. Ein Nachweis, dass das tatsächlich die Absicht des Opfers war, ist nicht nötig.

09:24 von Esche999

Wäre der private Waffenbesitz so streng reguliert wie z.B. in Deutschland, hätte der junge Mann seinen verhängnisvollen Weg gar nicht begonnen, jedenfalls nicht mit einer Waffe. Und eine nicht vorhanden Waffe hätten seine Gegner ja auch nicht auf ihn richten können.///

Na ja. 2019, 5,4 Millionen offizielle Waffen in D.
Illegale Waffen, geschätzt irgendwo zwischen 10 und 40 Millionen.

09:24 von Esche999

Wäre der private Waffenbesitz so streng reguliert wie z.B. in Deutschland, hätte der junge Mann seinen verhängnisvollen Weg gar nicht begonnen, jedenfalls nicht mit einer Waffe. Und eine nicht vorhanden Waffe hätten seine Gegner ja auch nicht auf ihn richten können.///

Na ja. 2019, 5,4 Millionen offizielle Waffen in D.
Illegale Waffen, geschätzt irgendwo zwischen 10 und 40 Millionen.

09:39, teachers voice

>>Von Trump himself und der rechten Presse (Tucker Carlson hat heute ein „Exklusivinterview mit diesem Kind) wird KR schon als Kämpfer für das „wahre“ Amerika gefeiert.

Risse im System<<

Seit ich dieses Land kenne, befindet es sich im latenten Bürgerkriegszustand. Es scheint, als wolle die amerikanische Rechte jetzt die Entscheidungsschlacht.

Eine brandgefährliche Entwicklung.

Polizei war untätig, Innenstadt brannte

Die politische Polizeiführung war untätig.
Ein Bereitschaftspolizist (der sicherlich nicht von seiner Polizeiführung begeistert war) hat sich bei Rittenhouse und seiner Gruppe bedankt und ihnen Wasser gegeben.

Es bedarf keine Schusswaffen, um jemanden mit einem Messer abzustechen, mit einem Skateboard (oder sogar mit den Fäusten) zu erschlagen, oder eine Innenstadt in Brand zu setzten.
Aber ohne Schusswaffen sind die Verteidiger schutzlos ausgeliefert.
In den USA sind aufrechte Bürger dank des Waffenrechts nicht schutzlos. Ohne dieses Recht besteht immer die Gefahr, dass die Staatsmacht sich mit dem Mob verbündet oder gar verschmelzt. Das wussten schon im 18 Jh. die Founding Fathers und daher das 2. Amendment, und folglich die Langlebigkeit der US-Demokratie.

re 09:38 fathaland slim: Lyrik

>>Ein Lied zur Lage:
When you’re white, you’re alright
When you’re brown, stick around,
But when you’re black, oh brother, get back, get back, get back!

Big Bill Broonzy, „Black, Brown And White“<<

Ich habe viel zu lange gebraucht, um in Musik und ihren Texten diese Lyrik zu erkennen und ernst zu nehmen, die die ganze Welt in einem Ton und in einem Wort abbilden kann.

Danke für diesen großartigen Ausschnitt aus dieser Welt.

Ich kann noch einen relativ aktuellen Literaturtip anfügen: Colson Whitehead „The Nickel Boys“

Was unseren eigenen Bezug darstellt:
Wer sind unsere „Braunen“?
Wer sind unsere „Schwarzen“?

Es gibt sie nämlich überall und wir sollten nie damit aufhören, bei „uns“ und überall für „Farbenblindheit“ zu kämpfen. Und uns dabei nicht entmutigen zu lassen. Dabei hilft z.B. auch die o.a. Lektüre.

Oder Big Bill Broonzy!

Zum wegballern @09:43 von Toni B.

>>>Ein wichtiges Signal für weitere Störenfriede, Brandstifter und Plünderer, die unter dem Vornwand der Demonstrationsfreiheit Verbrechen begehen!>>>

Arg überzogen ausgedrückt, "wegballern wie im Videospiel"?

Was anderes sagen Sie nämlich damit, nicht..... Bürger/Innen dürfen das Gesetz nun selbst ausüben.... Ok dann Gesetze abschaffen, unnötig.

Ballern sich "Alle" nach Gusto und Einschätzung halt gegenseitig weg...

@teachers voice (9:39)

Zitat: "In den USA ist das Recht auf bewaffnete Selbstverteidigung historisch bedingt nicht nur verbrieft"

Ich halte das für unzutreffend und für eine Folge der Tatsache, dass die einschränkende Hälfte des 2nd Amendment so gerne ignoriert wird. Es geht um das Recht auf Verteidigung gegen Tyrannei und staatliche Willkür. Leider hat sich in den fast 250 Jahren seit der Unabhängigkeit die Rosinenpickerei durchgesetzt. Aber das ist wohl fast überall so, wo Menschen Rechte, aber auch Pflichten haben.

Re : Nachfragerin !

Der Junge ist nicht nur unreif, sondern total verzogen, und zudem hat er absolut kein normales Empfinden, sonst wäre er entweder weg geblieben, oder ohne Waffe gekommen. Man kann auch friedlich demonstrieren.
Nur leider sind viele in den USA in den Gedanken noch im wilden Westen. Und die Waffenlobby frohlockt, füllt sich weiter die Taschen und beeinflusst Politiker zu ihren Gunsten.
Ich als Staatsanwalt würde Einspruch erheben, gegen dieses Urteil, denn dieser junge Mensch hat es doch selbst provoziert.

das ist doch der Skandal

"nachdem ein Polizist den unbewaffneten Afroamerikaner Jakob Blake mehrmals in den Rücken geschossen hatte. Blake überlebte, ist aber seither gelähmt. Verurteilt wurde deswegen niemand." ... Das ist doch der Skandal. Keiner hier weiß genau, ob das Büblein sich wirklich nur gewehrt hat oder ob es anders war. Das Gericht vor Ort hat zu seinen Gunsten entschieden. Besser hätte das hier niemand gekonnt. Aber: s.o. - das ist der eigentliche Skandal.

So ganz verstehe

ich das Urteil nicht.Was muss ein 17 jähriger Jugendlicher mit einer Waffe in eine fremde Stadt fahren um dort für nach seinem Verhalten für Recht und Ordnung zu sorgen.

das ja

"Diese Verantwortung hat er auf sich geladen und wenn schon nicht Mord, so war es zumindest Totschlag." ... Bzw. fahrlässige Tötung im schweren Falle.

09:42 von fathaland slim

Ein Soldat zieht in den Krieg...
-----
eben !
und nicht nur Kurt Tucholsky kam mit dieser Aussage straffrei vor Gericht durch.

Entscheidungen sind eben in der Regel ideologisch begründet.
stellte schon vor bald 2.000 Jahren der Bischof von Karthago fest :
>>Der Mord ist ein Verbrechen, wenn ein einzelner ihn begeht;
aber man ehrt ihn als Tugend und Tapferkeit, wenn ihn viele begehen!
Also nicht mehr Unschuld sichert Straflosigkeit zu, sondern die Größe des Verbrechens<<

09:31 von Quoll |Sie erkennen das Problem nicht

'Trotz des enormen politischen Drucks, bekräftigte die Judikative ihre Unabhängigkeit.
Das ist für viele Menschen sicherlich frustrierend, aber so geht Rechtsstaatlichkeit.'

Mit dieser Vereinfachung befördern Sie gerade das Gegenteil dessen, wofür Sie vordergründig in allen User-Erscheinungen immer einzutreten vorgeben.

Mit dieser Begründung hätte jede Person und jede Gruppe (auch die von Ihnen politisch abgelehnten) die Rechtfertigung, selbst Recht mit der Waffe erzwingen zu wollen und sich dann auf Notwehr herauszureden.

Der Rechtsstaat wird nur geschützt, wenn die Justiz das Monopol auf Rechtssprechung und die Polizei die Aufgabe zum Schutz von Menschen und Sachen hat. Wenn ein 'selbsternannter Sheriff' sich die Funktion von Polizei, Ankläger und Richter in einer Person anmaßt, zerstört das den Rechtsstaat.

Re : MRom TRom !

Das sehe ich auch so ! Es ist nicht seine Aufgabe, extra nach Kenosha zu fahren und irgend ein Laden zu schützen. Und dies auch noch mit einem Gewehr.
Aber es zeigt auch in meinen Augen, wie idiotisch anscheinend die Erziehung in etlichen Bundesstaaten vonstatten geht, wenn schon achtjährige mit einer Waffe trainieren dürfen und sollen. Ich würde den Vater und die Mutter zu einer mehr als saftigen Strafe verdonnern, die richtig weh tut, und ein lebenslanges Waffenverbot aussprechen !
Nur leider ist in den USA die Macht von vielen Firmen noch größer, als in D, wo ja auch tausende von Lobbyisten ihr dreckiges Geld verdienen !

re 09:43 Toni B.: Ein Signal! ?

>>Ein wichtiges Signal für weitere Störenfriede, Brandstifter und Plünderer, die unter dem Vornwand der Demonstrationsfreiheit Verbrechen begehen!<<

Sie meinen, diese „Störenfriede“ bleiben jetzt zu Hause am gedeckten Familientisch im Warmen sitzen, weil sie sonst ja fürchten müssen, von 17jährigen „Verfassungsschützern“ mit automatischen Sturmgewehren über den Haufen geschossen zu werden?

Das würden Sie für „ein wichtiges Signal“ halten? Wirklich - oder sind Sie hier nur in die altbekannte Rhetorikfalle der Rechtspopulisten gestolpert?

Kurz - die schlimmste Fehlinterpretation dieses Urteils wäre die Konstruktion eines „Signals“ für 17jährige „Weiße“.

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