Afghanische Flüchtlinge im Iran: Zwischen Ausbeutung und Abschiebung

17. November 2021 - 08:37 Uhr

Täglich kommen im Iran Tausende Menschen an, die aus dem Nachbarland Afghanistan geflohen sind. Dann stehen sie buchstäblich auf der Straße. Selbst wer Arbeit findet, lebt in Angst - denn der Iran ist selbst am Limit. Von Katharina Willinger.

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Kommentare

Erwartungen

""Ihr habt doch sicher gesehen, wie sich meine Landsleute in ihrer Verzweiflung an Flugzeuge geklammert haben und dabei umgekommen sind, oder?" Firouzehs Aussage klingt weniger nach einer Frage als nach einer traurigen Feststellung. "

*

Dafür hat niemand gesehen, wie die afghanische Armee den Taliban Wiederstand geleistet hatte. Sie hat sich als erste ins Ausland abgesetzt, teilweise in Militärmaschinen.

Was hat man da erwartet?
Wer soll jetzt Afghanistan bewohnbar machen?

Menschen „Zwischen Ausbeutung und Abschiebung“

In ständiger Angst und „ohne“ Rechte (natürlich haben die Rechte; die werden aber von den Protagonisten eines menschenverachtenden politischen Systems missachtet).

Und nicht nur „Europa“ fällt dazu nichts Besseres ein, als zu überlegen, mit welchen Maßnahmen es sich am besten vor ihnen „schützen“ kann.

Eine vordringliche Aufgabe

Wenn es nach manchem Politiker geht, sollte Deutschland "wegen seiner besonderen geschichtlichen Verantwortung" einen großen Teil der Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen. Immer wieder wird mit der "besonderen geschichtlichen Verantwortung" Deutschlands argumentiert. Aber seit 2015 bis einschließlich 2021 hat Deutschland bereits einen Großteil aller Flüchtlinge, die Europa erreichten, aufgenommen. Allein in 2015 waren es knapp eine Million. In 2016 nochmals 400.000. Und im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 je 120.000. In der Summe ergeben sich daraus rund 2 Millionen Flüchtlinge. Bevor noch weitere Flüchtlinge aufgenommen werden, steht uns allen eine vordringliche Aufgabe bevor: Die Integration diese 2 Millionen Menschen in unsere Wirtschaft und Gesellschaft.

war zu erwarten.

Manchmal muss man selbst für seine Freiheit kämpfen. Nicht einmal Unkenntnis können sie als Entschuldigung vorbringen. Sie kannten die Taliban und konnten absehen wohin das führt.

Warum nicht mal Saudi Arabien?

„ Ein bis zweimal die Woche macht sie sich auf den Weg in die Teheraner Innenstadt zur Deutschen Botschaft. Dort versammeln sich regelmäßig Afghanen - in der Hoffnung, Informationen über mögliche Asylchancen in Europa zu erhalten. "Diese Länder müssen sich doch Gedanken machen, was mit uns Flüchtlingen passiert", fragt sich Firouzeh.“

Wieso diese Länder? Warum geht man nicht zu einer der anderen Botschaften in Teheran? Warum machen sich nicht Länder wie Saudi Arabien Gedanken?

In Afghanistan hat doch die gesamte westliche Welt

gezeigt, wie versagen geht.
Hier wurde doch ganz deutlich bewiesen, das nicht jede Einmischung in die Probleme anderer Staaten zur Besserung der Lage beiträgt.

08:46, Tada

>>Erwartungen
""Ihr habt doch sicher gesehen, wie sich meine Landsleute in ihrer Verzweiflung an Flugzeuge geklammert haben und dabei umgekommen sind, oder?" Firouzehs Aussage klingt weniger nach einer Frage als nach einer traurigen Feststellung. "

*

Dafür hat niemand gesehen, wie die afghanische Armee den Taliban Wiederstand geleistet hatte. Sie hat sich als erste ins Ausland abgesetzt, teilweise in Militärmaschinen.

Was hat man da erwartet?
Wer soll jetzt Afghanistan bewohnbar machen?<<

Im Kampf gegen die Taliban sind etwa 60.000 Soldaten der afghanischen Armee gefallen.

Nachdem die afghanische Regierung kapitulierte, kämpfte die Armee nicht weiter. Ich weiß von keiner Armee in der Geschichte, die das getan hätte.

Einfache Soldaten flohen ganz gewiss nicht in Militärmaschinen ins Ausland.

08:57, Louis2013

>>Eine vordringliche Aufgabe
Wenn es nach manchem Politiker geht, sollte Deutschland "wegen seiner besonderen geschichtlichen Verantwortung" einen großen Teil der Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen. Immer wieder wird mit der "besonderen geschichtlichen Verantwortung" Deutschlands argumentiert. Aber seit 2015 bis einschließlich 2021 hat Deutschland bereits einen Großteil aller Flüchtlinge, die Europa erreichten, aufgenommen. Allein in 2015 waren es knapp eine Million. In 2016 nochmals 400.000. Und im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 je 120.000. In der Summe ergeben sich daraus rund 2 Millionen Flüchtlinge. Bevor noch weitere Flüchtlinge aufgenommen werden, steht uns allen eine vordringliche Aufgabe bevor: Die Integration diese 2 Millionen Menschen in unsere Wirtschaft und Gesellschaft.<<

Wo genau ist jetzt der inhaltliche Zusammenhang zum Flüchtlingselend im Iran, um das es ja im Artikel geht, zu finden?

08:48 von Nettie

„ Und nicht nur „Europa“ fällt dazu nichts Besseres ein, als zu überlegen, mit welchen Maßnahmen es sich am besten vor ihnen „schützen“ kann.“

Was fällt Ihnen denn so ein?

09:36, Bobinho

>>Warum nicht mal Saudi Arabien?
„ Ein bis zweimal die Woche macht sie sich auf den Weg in die Teheraner Innenstadt zur Deutschen Botschaft. Dort versammeln sich regelmäßig Afghanen - in der Hoffnung, Informationen über mögliche Asylchancen in Europa zu erhalten. "Diese Länder müssen sich doch Gedanken machen, was mit uns Flüchtlingen passiert", fragt sich Firouzeh.“

Wieso diese Länder? Warum geht man nicht zu einer der anderen Botschaften in Teheran? Warum machen sich nicht Länder wie Saudi Arabien Gedanken?<<

Sie wollen die Flüchtlinge also in die Wüste schicken.

Würden Sie gern, wären Sie Flüchtling, nach Saudi-Arabien gehen? Wo Sie, wenn Sie Frau sind, nicht Auto fahren dürfen?

Nur mal so als Beispiel.

Man flüchtet nicht in solche, sondern aus solchen Ländern.

Zweistaatenregelung

Zwei separate Staaten in Afghanistan hätte von Beginn an (des Einsatzes) das Ziel sein müssen.

Orthodoxe Taliban und Menschen die demokratisch, freiheitlich orientiert sind, werden keinen gemeinsamen Nenner finden. Eine Gruppe zieht dabei immer den kürzeren.

Andererseits erweckt das kampflose Überlassen an die Taliban den Eindruck, dass hier ein hoher Grad des Einverständnisses herrscht.

Hilfe

Im Iran fehlt es wegen der westlichen Sanktionen am Nötigsten und die Flüchtlinge müssen das als erstes büssen. Darum sofortiges Ende der Sanktionen gegen den Iran. Solange das nicht geschieht, braucht der Westen nicht scheinheilig tätig zu werden.

08:59, Schaefer

>>war zu erwarten.
Manchmal muss man selbst für seine Freiheit kämpfen. Nicht einmal Unkenntnis können sie als Entschuldigung vorbringen. Sie kannten die Taliban und konnten absehen wohin das führt<<

Wann haben Sie das letzte Mal für Ihre Freiheit gekämpft?

Überheblichkeit und Arroganz im Angesicht ungeheuren Elends, gepaart mit Gejammer über die eigene Lage, zeichnet die Karikatur des behüteten Wohlstandsbürgers aus.

Das sind Probleme Afghanistans und des Irans

Zitat: "Täglich kommen im Iran Tausende Menschen an, die aus dem Nachbarland Afghanistan geflohen sind. Dann stehen sie buchstäblich auf der Straße. Selbst wer Arbeit findet, lebt in Angst - denn der Iran ist selbst am Limit."

Das sind Probleme Afghanistans und des Irans.

Die USA mit ihren deutschen Wasserträgern haben in den letzten 20 Jahren
- 84 Mrd. für sog. "nation building" ausgegeben
- eine afghanische Armee mit 300.000 Mann aufgebaut, die offensichtlich keinen wesentlichen Widerstand bei der Machergreifung der Taliban geleistet haben

Das Land sitzt auf Bodenschätzen mit einem Wert von schätzungsweise 3 Billionen USD.

Irgendwann müssen sich die Afghanen entscheiden: wollen sie weiterhin in einem rückständigen, von einer Steinzeit-Religion geprägten Land leben oder wollen sie Afghanistan zu einem friedlichen, wohlhabenden und zivilisierten Land entwickeln.

Kulturell und historisch ist Afghanistan ja reich - und das sage ich ohne jegliche Ironie

>>Seine Organisation geht davon aus, dass

allein seit der Machtübernahme durch die Taliban mindestens 300.000 Afghanen in den Iran geflohen sind. Weiterhin kämen 4000 bis 5000 neue Menschen täglich, so Egeland.<<

Der Iran hat eine Fläche von über 1.6 mio qm, ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland, hat aber ungefähr so viele Einwohner wie D.

Deutschland hat seit 2012 bis heute über 2 Mio. Menschen aufgenommen und versorgt. (Der Höhepunkt war 2015) Von der unterschiedlichen Kultur muss nicht geprochen werden, die im Gegensatz zum Iran relativ "identisch" ist.

Die westliche Welt kann sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einmischen, zumal der 20-jährige Einsatz innerhalb weniger Monate zunichte gemacht wurde.

Und weitere Millionen Menschen in Deutschland aufnehmen, wird zunehmend zu soziale Spannungen erzeugen.

Wenn Veränderungen stattfinden sollen, dann ist in erster Linie das afghanische Volk zuständig.

PS Warum nehmem die reichen Länder SA, Katar und andere ihre Glaubensbrüder/Schwestern nicht auf?

@ 08:46 Tada

Haben Sie tatsächlich nicht mitbekommen, dass seit 2001 seit 2001 nach vorsichtigen Schätzungen über 67 000 Soldaten und Polizisten in Kriegshandlungen starben? Es scheint eher so, dass Sie nicht sehen, was Sie nicht sehen wollen.

Fluchtpunkt Deutschland?

Das ist wirklich schlimm.
Hier zeigt sich die Geringschätzung von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten und Demokratie im Afghanistan der Taliban.
Auch der Iran ist ein Staat, der extrem religiös orientiert ist. Westliche Werte wie Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung von Mann und Frau sind dort nicht sehr ausgeprägt.
Diese Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Wertesysteme muss man aber akzeptieren.
Nicht bedingungslos akzeptieren muss man den Wunsch vieler muslimischer Menschen, nach Westeuropa auszuwandern.
Deutschland ist zwar oft der ideelle Fluchtpunkt von Muslimen, die von anderen Muslimen drangsaliert werden.
Die Ereignisse auf der Kölner Domplatte in der Sylvesternacht 2015 /2016 zeigen aber, welche negativen Auswirkungen eine Migrationspolitik hat , die Fragen von Integrationsproblemen nicht genügend reflektiert.

@Schaefer

"
Am 17. November 2021 um 08:59 von Schaefer
war zu erwarten.

Manchmal muss man selbst für seine Freiheit kämpfen. Nicht einmal Unkenntnis können sie als Entschuldigung vorbringen. Sie kannten die Taliban und konnten absehen wohin das führt."

Ja Ja, die tapferen Wohnzimmer-Couch-Helden. Seit 40 Jahren schon wehren sich Afghanen gegen unterschiedliche Gegner. Können Sie sich nicht vorstellen, daß diese Menschen irgendwann einfach mal genug haben vom Krieg?

wie soll das weitergehen?

Fast jeder nennt D als Wunschland, aber wie soll dies funktionieren?

"Ich weiß, Deutschland hat schon viele Flüchtlinge aufgenommen"

Deshalb sollte doch auch Verständnis aufkommen, dass irgendwann einmal Grenzen der Aufnahmefähigkeit erreicht sind.

Unabhängig von der hohen Staatsverschuldung Deutschlands, alleine schon vom Wohnraum her gesehen, herrscht in D ein extremer Mangel und es ist kein Ende abzusehen.

Und schon jetzt bis einschließlich Oktober wurden lt. BAMF 150.000 Asylanträge gestellt!

@ Bullok um 09:41

Ohne die von den USA und seinen folgsamen Lemmingen angezettelten geopolitischen Kriegen und Regime-Change-Interventionen im Irak, Libyen, der Ukraine und Afghanistan , mit denen angeblich Demokratie und Freiheit verbreitet werden soll, müßten viele dieser geschundenen Flüchtlinge, ihr Land nicht verlassen um in Europa zu überleben und das Flüchtlingsproblem in Europa würde in diesem Ausmaß nicht existieren.

Die Erfolge der "Westlichen Wertegemeinschaft" kann am verursachten Chaos in diesen Ländern überprüft werden.

@Louis2013

"Wenn es nach manchem Politiker geht, sollte Deutschland "wegen seiner besonderen geschichtlichen Verantwortung" einen großen Teil der Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen." Am 17. November 2021 um 08:57 von Louis2013

*

Das ist, denke ich, vorbei.

Der Konflikt an der Grenze zwischen Polen und Belarus droht in einen bewaffneten Konflikt überzugehen.
Die Migranten (darunter Afghanen) werden zum einen als Druckmittel auf die EU (hier besonders deren Zielland Deutschland) benutzt und zum anderen als Schutz der Belarussischen Sicherheitskräfte, die sich bewaffnet darunter gemischt haben und massiv daran arbeiten die polnische Sicherheitskräfte anzugreifen, zu verletzen und den Zaun zu zerstören. (U.a. aus Euronews und n-tv.)

Daher wird kein Weg mehr daran vorbeigehen auch aus Deutschland Migranten ohne Asylrecht (nicht politische verfolgt) abzuschieben.

Deutschland übt eine Anziehungskraft aus. Das lässt sich nicht leugnen.

Man darf keine Grenzkonflikte in der EU riskieren.

@ um 08:57 von Louis2013

"besonderen geschichtlichen Verantwortung"
Deutschland hat in Afghanistan keine besondere geschichtliche Verantwortung.
Eine ganz besondere geschichtliche Verantwortung hat aber Großbritannien, das mit der Kolonialisierung auch in Afghanistan schon vor 150 Jahren großes Unheil angerichtet hat, welches ursächlich für heutige Zustände war und ist.
ZB wurde in Afghanistan auch das Opium produziert, dass die Briten zur Unterwerfung und Versklavung der Chinesen nach China geschafft haben.
Wieviele afghanische Flüchtlinge hat GB aufgenommen?
Oder Russland und die USA?
Die haben dort auch viel Schlimmes verbrochen.

@ Bobinho um 9.36 Uhr,Warum nicht mal Saudi-Arabien?

"Dort versammeln sich regelmäßig Afghanen - in der Hoffnung, Informationen über mögliche Asylchancen in Europa zu erhalten. "Diese Länder müssen sich doch Gedanken machen, was mit uns Flüchtlingen passiert", fragt sich Firouzeh.“
Wieso diese Länder? Warum geht man nicht zu einer der anderen Botschaften in Teheran?"

Vielen sind immer noch die Bilder von 2015 im Kopf: Freundliche Menschen auf deutschen Bahnhöfen, die Flüchtlinge mit Schokolade, Teddybären und Applaus begrüßten. Natürlich würde auch ich mich dahin orientieren, wo ich willkommen geheißen werde, jedeR würde das tun. Aber wir haben leider erfahren müssen, welche Probleme der Zuzug zuvieler Menschen aus anderen Kulturkreisen mit sich bringt.
Und auch wenn hier immer wieder Deutschland-Bashing betrieben wird: Nirgends werden Geflüchtete so gut versorgt wie hier, in anderen Ländern Europas sieht das anders aus.
Ich weiß, dass z.B. Jordanien viele Flüchtlinge aufgenommen hat. Aber andere muslimische Länder könnten mehr tun.

@Bobinho (9:36)

"Warum machen sich nicht Länder wie Saudi Arabien Gedanken?"

Aus dem gleichen Grund, aus dem wir hier ständig mit der Nörgelei von Bobinho und anderen alternativen Identitäten leben müssen: Weil wir - entgegen Euren Parolen - in einem ziemlich freien Land leben, und das bedeutet nicht nur die eigene Freiheit, sondern auch die der anderen.

um 08:57 von Louis2013

"..., steht uns allen eine vordringliche Aufgabe bevor: Die Integration diese 2 Millionen Menschen in unsere Wirtschaft und Gesellschaft."

Was verstehen Sie unter Integration?
Seit 2015 kursiert dieses Wort als Zauberwort der Flüchtlingsbewältigung, als aller Heilmittel ohne zu hinterfragen, was es beinhaltet. In den meisten Fällen wird darunter Sprachunterricht, Ausbildung und Arbeitsbeschaffung verstanden.
Trotzdem verbleiben viele Lücken.
Habe mir gestern eine Doku angesehen, in der u.a. von den superreichen Schülern in Salem berichtet wurde, die ihr Leben lang in ihrer sozialen "Kaste" unter sich bleiben.
Ich denke auch an den Film "Die Spitzenklöpplerin", in dem eine Liebesbeziehung quasi zum Scheitern verurteilt ist, da das Bildungsniveau der beiden Protagonisten sich diametral gegenüber steht.

Afghanische Flüchtlinge,

müssen für den Aufbau Ihres eigenen Landes arbeiten.

Wann werden besonders die vielen jungen Männer das einsehen und zu Ihren Familien, Frauen und Kinder die Sie dort zurückgelassen haben zurückkehren. Nur Sie selbst können und müssen an Ihrer lage etwas entscheidendes ändern. Eigene Flucht und das zurücklassen von angehöhrigen ist die falsche Entscheidung.

Re : Bobinho

Der Grund ist ganz einfach, weil diese Menschen auch wissen und schon informiert wurden, dass es in Ländern wie Saudi Arabien, VAE oder Katar kein Stück besser ist. Da regiert eine Sippe von Privilegierten, die alle anderen unterdrücken und meistens aus beuten, siehe nur die WM in Katar, wo sich trotz vieler Versprechungen kaum was verbessert hat, weil die Führung dies so gar nicht will und zulässt.
Dagegen herrschen in den westlichen Ländern mindestens einigermaßen Demokratien, die von all den Flüchtlingen deshalb bevorzugt angesteuert werden. Traurig ist dabei, dass der Westen nun die Verantwortung für das eigene Versagen an die Nachbarländer von Afghanistan abgeben will, um sich ja nicht der eigenen zu stellen !

Innerislamische Solidarität

Ich finde es ist an der Zeit, dass die Muslime anfangen sich gegenseitig in der Not zu helfen.
Es kann ja nicht sein, dass für alle Probleme immer der Westen verantwortlich gemacht wird und sie lösen soll.

Was ist die Alternative ?

20 Jahre lang versuchten ausländische Truppen für "Frieden" zu sorgen.
Viele bezahlten mit ihrem Leben.
Wie groß war der Rückhalt in der dortigen Gesellschaft für deren Engagement ?
Nochmals 20 Jahre Truppen stationieren,
hoffen es wird dann besser ?
Die Situation in einem Land wird durch die dortige Gesellschaft geschaffen
Wenn die ne Änderung ihrer Lebensumstände wollen, sollen sie mal anfangen
Wie sie das machen sollen die selber entscheiden.
Hierzulande geht es den Menschen aus dem Grund gut,
weil sie miteinander reden und nicht schießen
so stelle ich mir das zumindest vor, dass es so ist

Afghanische Flüchtlinge im Iran: Zwischen Ausbeutung und Abschie

Vermutlich das Schicksal vieler Flüchtlinge in vielen Ländern. Dazu kommen noch Katar, die Vereinten Arabischen Emirate, mit den Gastarbeitern aus Südostasien.
Interessant wäre auch mal zu hören wie es den ehemaligen afghanischen Ministern und Präsidenten in ihren Exilländern geht. Wer sie wie finanziert. Oder was sie selbst beisteuern.

gesamte westliche Welt?

von Bullok @
Hätten Schröder und Fischer das doch so begriffen wie Sie , Ich und viele andere Menschen und diesen sinnlosen krieg erst garnicht begonnen. .

Wie immer zeigt sich das es nur mit persönlicher leistung und Eingenverantwortung besser werden kann.

Flucht und weglaufen, Frauen, Kinder und Familien alleine zu lassen ist die falsche Entscheidung.

@Bullok 9.41 Uhr, nicht nur die westliche

"In Afghanistan hat doch die gesamte westliche Welt gezeigt, wie Versagen geht."

"Nach dem Einmarsch der Sowjetunion 1979 besiegten – von den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien finanzierte – Mudschaheddin die von der Sowjetunion gestützte Regierung. Die Aufteilung der Machtbereiche scheiterte jedoch an Rivalitäten; die fundamentalistisch islamisch ausgerichteten Taliban-Milizen kamen an die Macht und setzten eine radikale Interpretation des Islam und insbesondere der Scharia mit aller Härte durch." (zit Wiki)

Afghanistan bzw. dessen Bevölkerung ist Opfer nicht nur westlicher sondern auch östlicher Hegemonialpolitik. Ohne es zu wissen, gehe ich davon aus, dass die vorherigen Machtstrukturen in Afghanistan auch nicht für alle angenehm waren, aber es waren Strukturen, die man kannte und mit denen man sich arrangieren konnte/musste.
"Hier wurde doch ganz deutlich bewiesen, das nicht jede Einmischung in die Probleme anderer Staaten zur Besserung der Lage beiträgt." Da haben Sie Recht.

Da

der Iran offenbar selbst am Limit ist und daher die Flüchtlinge aus Afghanistan nicht richtig versorgen kann, sollten diese Flüchtlinge nach Deutschland geholt werden (genau wie die Flüchtlinge von der polnisch-belarusischen Grenze). Denn wir sind noch lange nicht am Limit unserer Fähigkeit, Flüchtlinge mit Unterkunft, Sozialleistungen und medizinisch zu versorgen.

@Tada 08:46

"Wer soll jetzt Afghanistan bewohnbar machen?"

Wie seit jeher diejenigen, welche das Land bewohnen.
Die Frage die ich stelle: Wer lässt sie das auch tun?

Bei den Taliban hab ich meine Zweifel.

Deutschland war ja

nicht das einzige Land, was in den Jahren dort aktiv war, nach so langer Ausbildung, läuft eine Armee weg.
Es mag nicht sehr solidarisch klingen, aber manchmal muss ein Volk auch um seine Freiheit kämpfen, und es nicht anderen überlassen.
Auch an der Polnischen Grenze wird fast immer Deutschland gerufen, wir sind aber nicht das einzige Land in der EU, und seit 2015 haben wir immer die meisten aufgenommen.
Der Grund ist klar, aber es braucht wirklich mal eine EU Lösung, sonst bekommen wir das nicht in den Griff.
Aber ich befürchte, das wird nie passieren, wir brauchen bei vielen Dingen, eine Änderung der EU.

09:41 von Bullok

"...nicht jede Einmischung in die Probleme anderer Staaten zur Besserung der Lage beiträgt."
Das hätte jeder schon vorher wissen können. Es ging um Rache an Verantwortlichen von 9/11 und da man Bin Laden dort vermutet wurde, wurde mit aller Macht "draufgeschlagen".
Afghanistan ist schon seit sehr langer Zeit ein "Pulverfass". Die unterschiedlichen Volksgruppen bekämpfen einander und überall, außer vielleicht in Kabul herrschen Despoten mit archaischem Weltbild. Es gibt keine demokratische Rechtsordnung und von Gleichberechtigung und Diskriminierungsfreiheit kann auch nicht ansatzweise die Rede sein. Frauen gelten als "Gebährmaschinen", und eine Folge ist, daß die Bevölkerung von 1951 von 7.796.496 über 1989 mit 11.744.471 auf heute 40 700 369 (Durchschnittsalter 17,3 J.) gestiegen ist.
Unzählige junge Menschen haben in einem Land ohne Industrieproduktion nicht die geringste Perspektive und das hat zur Folge, daß viele sich bewaffnen und den Machthabenden anschließen oder auswandern.

08:48 von Nettie

"Menschen „Zwischen Ausbeutung und Abschiebung“
In ständiger Angst und „ohne“ Rechte (natürlich haben die Rechte; die werden aber von den Protagonisten eines menschenverachtenden politischen Systems missachtet).

Und nicht nur „Europa“ fällt dazu nichts Besseres ein, als zu überlegen, mit welchen Maßnahmen es sich am besten vor ihnen „schützen“ kann."

Warum haben sich die Afghanen nicht deutlicher gegen die Taliban im eigenen Land positioniert. Alle Veraenderungen auf andere abwaelzen geht nicht.

Afghanische Flüchtlinge

"Diese Länder müssen sich doch Gedanken machen, was mit uns Flüchtlingen passiert,"

Zwanzig Jahre hat Europa sich Gedanken um die Afghanen gemacht, unglaublich viel investiert. Jetzt der EU und anderen Ländern Schuld zuzuweisen macht mich fassungslos. Ich habe immer noch die Bilder von der jubelnden Menge, nach der Befreiung durch die Taliban, in Kabul im Kopf. Ich bin der Ansicht jetzt sollte die EU, und vor allen Dingen Deutschland, seine eigenen Probleme versuchen zu lösen, dann kann sich die Politik vielleicht mal um die Menschen kümmern die ihr Schicksal zum großen Teil selbst gewählt haben.

10:04 von fathaland slim

„ Sie wollen die Flüchtlinge also in die Wüste schicken.“

Nein, das ist einfach nur Polemik von ihnen. Es gibt auch Städte in Saudi arabien oder Katar z.B. wo bald die Fußball wm stattfinden soll. Aber für Flüchtlinge wäre es unzumutbar.

„ Würden Sie gern, wären Sie Flüchtling, nach Saudi-Arabien gehen? Wo Sie, wenn Sie Frau sind, nicht Auto fahren dürfen?“

Das dürfen sie seit 2019. wenn ich vor Krieg fliehe, wäre auch mein erster Gedanke, wo kann meine Frau Auto fahren, obwohl weder sie noch ich ein Auto haben.

„ Man flüchtet nicht in solche, sondern aus solchen Ländern.“

stimmt, wer kennt sie nicht die Flüchtlingstrecks aus Katar, Kuwait und den vae, in ihren privaten Flugzeugen mit eigenem Personal, die sich dann ganze Etagen in den Luxushotels in Europa mieten

10:07, Giselbert

>>Zweistaatenregelung
Zwei separate Staaten in Afghanistan hätte von Beginn an (des Einsatzes) das Ziel sein müssen.

Orthodoxe Taliban und Menschen die demokratisch, freiheitlich orientiert sind, werden keinen gemeinsamen Nenner finden. Eine Gruppe zieht dabei immer den kürzeren.<<

Afghanistan war nie ein Staat. Aus diesem Gebilde zwei Staaten machen zu wollen ist genauso illusorisch wie einen einzigen.

>>Andererseits erweckt das kampflose Überlassen an die Taliban den Eindruck, dass hier ein hoher Grad des Einverständnisses herrscht.<<

Mehr als 60.000 afghanische Soldaten sind im Kampf gegen die Taliban gefallen.

@ fathaland slim & SinnUndVerstand

Thema: Afghanische Armee ist geflohen.

Dann haben sich wohl alle geirrt, die meinten, die afghanische Armee habe aufgegeben. Biden und Co auch.
Sämtliche Berichterstattung dazu war anscheinend nicht richtig gewesen, weil Sie beide anderer Meinung sind.

@ 10:08 von fathaland slim

08:59, Schaefer
>>war zu erwarten.
Manchmal muss man selbst für seine Freiheit kämpfen. ...<<

@ 10:08 von fathaland slim
"Wann haben Sie das letzte Mal für Ihre Freiheit gekämpft?

Überheblichkeit und Arroganz im Angesicht ungeheuren Elends, gepaart mit Gejammer über die eigene Lage, zeichnet die Karikatur des behüteten Wohlstandsbürgers aus."

In Anbetracht der 3.600 Tote der westlichen Allianz finde ich Ihre Aussage mehr als unpassend. Wohlstandsbürger (wie sie selbst sagen) aus fremden Ländern haben sich für Afghanistan eingesetzt und ihr Leben riskiert.

qAm 17. November 2021 um 10:14 von Sparpaket

Zitat: "Die Ereignisse auf der Kölner Domplatte in der Sylvesternacht 2015 /2016 zeigen aber, welche negativen Auswirkungen eine Migrationspolitik hat , die Fragen von Integrationsproblemen nicht genügend reflektiert."

Ja.
Wobei die Nummer in Köln ja auch nur die Spitze des Eisbergs ist.

Aufgrund diesen völlig inakzeptablen Probleme, die aus einer unkontrollierten Migration aus diesen Ländern resultiert, ist selbige abzulehnen.

@ 10:14 von Sparpaket

Vielleicht ist es Ihnen nicht so aufgefallen: Sie sprechen von "westlichen Werten wie Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung", um Sie dann beim adäquaten Umgang mit geflüchteten Menschen diese Werte quasi im gleichen Atemzug zu relativieren.
Im übrigen ist die weitaus größte Zahl muslimischer Flüchtlinge in ihren Herkunftsländern und Nachbarstaaten. Die haben in der Tat buchstäblich alle Hände voll zu tun, die geflüchteten Menschen zu versorgen. Googeln Sie mal, welche Länder prozentual zur eigenen Bevölkerung die meisten geflüchteten Menschen haben. Sie werden wahrscheinlich staunen. Und ich vermute, es wird Ihnen nicht gefallen, weil es nicht zu Ihrem vorgefertigten Weltbild passt.

Am 17. November 2021 um 10:04 von fathaland slim

"Würden Sie gern, wären Sie Flüchtling, nach Saudi-Arabien gehen? Wo Sie, wenn Sie Frau sind, nicht Auto fahren dürfen?"

Seid kurzem dürfen Frauen in Saudi-Arabien Auto fahren.
Trotzdem haben Sie im Prinzip recht,so wie Sie es schreiben.

Fathi

"Nachdem die afghanische Regierung kapitulierte, kämpfte die Armee nicht weiter. Ich weiß von keiner Armee in der Geschichte, die das getan hätte."
.
Es gibt Berichte, dass sich einzelne Wehrmachtsverbände aus Russland zurückgekämpft haben, als es eigentlich schon vorbei war.
.
Die französische Resistanze hat weiter gekämpft, obwohl Frankreich kapituliert hatte.
.
Auch aus Jugoslawien kennt man derlei Berichte.
.
Auch aus Vietnam.
.
Ein bisschen Gegenwehr hätte man wirklich erwarten können.

@ 10:27 Tada

2020 gab es aus Deutschland 10.800 Abschiebungen. Warum tun Sie so, als müssten wir das erst noch einführen, dass Menschen ohne Asylrecht, ohne Status nach Genfer Konvention, ohne Duldung und ohne aufschiebende Gründe abgeschoben werden? Das geschieht.
Und es hat nichts mit unserer rechtlichen wie humanen Verpflichtung geflüchteten Menschen gegenüber zu tun: Menschen haben weiter bei uns das Recht auf Schutz und Asyl.

Schutz der Grenze

um 08:48 von Nettie:
"Und nicht nur „Europa“ fällt dazu nichts Besseres ein, als zu überlegen, mit welchen Maßnahmen es sich am besten vor ihnen „schützen“ kann."
.
"Schützen" vor Flüchtlingen ist hier die falsche Begrifflichkeit.
Hier geht es darum, illegales Schleusertum im Ausland zu unterbinden.
Das geht nur auf diplomatischen Wegen und mit Schaffung klarer Fakten, dass eben nicht die Grenze nach Westeuropa offen ist, so wie es die Schleuserbanden um Lukaschenko den Hilfesuchenden es erzählen.
Und dass heißt wirksam eine geschlossene Grenze halten.
Wenn Lukaschenko die Flüchtlinge anheuern lässt, warum sorgt er nicht für sie?
Warum werden auf geheiß von Lukaschenko Flüge und Transporte zur belarussischen Grenze zu Polen organisiert.
Und Russland unterstützt das Ganze durch Nichtstun und An-die-Seite-zu-Belarus-stehen.

Verantwortung ist Geschichtsklitterung

Die Briten sollen es sein, die Russen, vielleicht noch die Nato, USA. Oder weil es so schön klappt mit dem Vorzeigeaufnahmeland: Deutschland. Alle, die jemals in Afghanistan eingeladen oder als Kolonialherren oder als Besatzungsmacht antraten, haben unter sich auszumachen, wer die Verwantwortung trägt? Ironie der ersten Güte, nenne ich das. Verantwortung hat aktuell die zurück getretene, geschasste oder wie auch immer übergelaufene gewählte Ex-Regierung, die alles über Nacht den Taliban überließ. Die Taliban haben großspurig und gewaltsam erst durch zwanzig Jahre Schreckensherrschaft und Religionswahn gewütet. Und nun wieder alles an sich gerissen. Der Iran, Pakistan und die Nachbarn können nicht mehr leisten, als karitativ tätig zu werden und UN-Unterstützung zu bekommen. Und wir in Europa wären wahnsinnig, alle Flüchtlinge aufnehmen zu wollen. Wer Verantwortliche in der Geschichte Afghanistans im Ausland sucht, stellt der Ex-Regierung und den Taliban einen Persilschein aus!

10:27, Tada

>>Daher wird kein Weg mehr daran vorbeigehen auch aus Deutschland Migranten ohne Asylrecht (nicht politische verfolgt) abzuschieben.<<

Das wird ständig gemacht.

Vorwiegend Leute, die gut deutsch sprechen, einen Job haben, teils sogar hier geboren sind.

Die Problemfälle wird man aber oft nicht los.

Verkehrte Welt.

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