Kommentare - Energiepolitik: Indien setzt noch stärker auf Kohle

01. November 2021 - 16:01 Uhr

Indien kommt von der Kohle nicht los: Um den stetig steigenden Energiebedarf zu decken, genehmigt die Regierung die Erschließung von immer neuen Minen. Die Folgen für die Menschen und die Umwelt sind erheblich. Von S. Matthay.

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Kommentare

Klimaziele sind schön, die Realität ist anders!

Natürlich kann Ich die indische Regierung verstehen, weil sie einfach den Energiehunger stillen muss.

Aber das ist genau das Problem beim Klimaschutz: Der Mensch ist im Durchschnitt unvernünftig, bequem und dumm.
Das mit der Dummheit stammt nicht von mir sondern von Albert Einstein.

Und diese Tatsache ist für den Klimaschutz äußerst hinderlich. Deshalb sind simple Appelle an die Menschen sich für- oder gegen etwas einzusetzen vollkommen wirkungslos.

Wenn das 1,5°K Ziel überhaupt noch erreichbar ist dann nur mit sehr strikten Maßnahmen - bis hin zu Verboten. "Freiwillige Selbstverpflichtungen" sind nicht mehr angesagt.

Auch das Hoffen auf "neue Technologien" ist totaler Unfug weil niemand weiß ob- und wann diese Technologien wirklich zur Verfügung stehen, und ob sie ausreichen werden die Klimaziele zu erreichen.

Die Planung des Klimaschutzes muss auf den "derzeitig" verfügbaren Technologien basieren! Und sollte sich eine neue effektivere Technologie auftun - um so besser!

@Giselbert - Schönrechnen geht nicht.

17:19 von Giselbert:
"Solche Vergleiche hinken, da in D alleine für's Heizen ein nicht unerheblicher Teil verbraten wird"

Das Heizen muss man natürlich rausrechnen, weil in Indien nicht geheizt wird. 2 Tonnen CO2 weniger. Die 0,7 Tonnen vom Strom nehmen wir auch raus, weil viele Inder gar keinen Stromanschluss haben. Autos sind in Indien auch selten, also fallen da nochmal 2,1 Tonnen weg. Unsere Konsumgüter können sich die meisten Inder gar nicht leisten - wieder 3,8 Tonnen wegdiskutiert. Und die fast 0,9 Tonnen öffentliche Emissionen schicken wir gleich hinterher.

Übrig bleibt dann nur der CO2-Ausstoß für unsere Ernährung, weil Inder ja auch was essen. Da liegen wir bei einem Durchschnittswert von 1,69 Tonnen CO2 pro Kopf Jahr. Und der Inder? Der hat denselben Wert - allerdings für alle(!) Lebensbereiche zusammen. Aber der Inder soll CO2 sparen...

01. November 2021 um 19:33 von hbacc

Glaubt hier jemand tatsächlich, dass es in meinetwegen 100 Jahren nicht (jetzt noch teure aber längst angedachte) Verfahren zur unschädlich machenden Aufarbeitung geben wird?

Amüsanterweise wurde gerade eine Technologie vorgestellt, die einst mal als nicht Energierentabel eingestuft wurde. Das kombinierte Atomkraftwerk mit Teilchenbeschleuniger. Das ist wirklich eher schwerer zur Explosion zu bringen, da es kein instabiles Material (z.B. Uran235) braucht und kann altes Material aufarbeiten und laut Werbung den aktuell vorhandenen Müll um den Faktor 100 reduzieren. Wenn es mehr als ein Konzept ist, kann es mit Atommüll helfen.
Unschön finde ich nur wie wir die Energie erzeugen: Boiler drauf und Turbine dahinter.
Unglaublicher technischer Aufwand, was zu richtig teuren Strom führt (Atomstrom kostet heute subventionsfrei 42ct/kwh) um am Ende einen Boiler drauf zu setzen und eine Turbine dahinter zu klemmen.

Am 01. November 2021 um 21:23 von Klauserich

Wenn das 1,5°K Ziel überhaupt noch erreichbar ist dann nur mit sehr strikten Maßnahmen - bis hin zu Verboten. "Freiwillige Selbstverpflichtungen" sind nicht mehr angesagt.
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Da es aber den "Oberbefehlshaber" der Maßnahmen für alle bestimmt, nicht gibt und jedes Land und jede Regierung eigene Vorstellungen darüber hat in welcher Form und wann, kann das schon aus diesem Grund nichts geben, weil sich kein Staatschef von irgend jemandem vorschreiben lassen wird, was er bzw. sein Volk, wann, zu tun oder zu lassen haben wird. Das würde nur in einer globalen allmächtigen Diktatur hinhauen. Die gibt es aber glücklicherweise nicht.

Ein klares Nein

um 18:01 von Nachfragerin
@wolf 666 - CO2-Rechner
16:54 von wolf 666:
"Es ist auch völlig absurd, den CO2-Ausstoß von 1,4 Milliarden Chinesen oder Indern mit dem Ausstoß von 80 Millionen Deutschen vergleichen zu wollen."
Natürlich ist ein Vergleich absurd, zeigt aber sehr, sehr deutlich, welche Verantwortung solche "Überriesen" jetzt haben, egal ob es diesen Ländern passt oder nicht.
Eine Klimaneutralität bis 2050/60/70 der Länder USA/China/Indien ist aufgrund der Dringlichkeit, CO2 um fast jeden Preis zu vermeiden, eine Farce. Technisch geht da viel mehr.
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"Aber genau das [Vergleich CO2 D/China] wird getan, damit wir CO2-Schleudern und Klimaignoranten auf andere zeigen können."
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Ein klares Nein!
Der Fingerzeig ist aber berechtigt.
Länder wie USA/China/Indien haben allein schon wegen ihrer unvorstellbar riesigen Einwohnerzahl eine besondere Verantwortung, und dazu gehören nicht nur die USA oder viele europäische Staaten, sondern auch China, um mal bei den Genannten zu bleiben.

@IckeDette 21:33

Natürlich ist Atom noch extrem teuer und es wird auch nicht für die nächsten paar Jahre helfen aber es ist Zukunft, wie eben auch Wasserstoff, der allmählich das Gas "verdünnen" kann. Womit Erdgas eben doch eine sehr nützliche Brückentechnologie sein kann.
Einfach zu glauben, die Menschheit werde schon mit immer weniger Energie auskommen, die dann noch von letztlich der Sonne geliefert wird, ist zwar schön, hilft aber noch langsamer.
Es soll wirklich Milliarden Menschen geben, die auch gerne so wie wir leben möchten. Und bis dahin wird der Meeresspiegel ansteigen. Und CO2 viel zu viel in der Luft statt in Bäumen sein.
Ohne Vielfalt wird es nicht gehen, auch nicht mit hypermodernen E-Autos.

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