Kommentare - Pflegebranche fordert höhere Löhne und Reformen

13. Oktober 2021 - 15:07 Uhr

Auf dem Deutschen Pflegetag haben Vertreter der Branche nicht nur mehr Geld, sondern große und ideenreiche Reformen von der Politik gefordert. Gesundheitsminister Spahn betonte, dass er den Wunsch nach höheren Löhnen unterstütze.

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Kommentare

Nachwuchs

Wir feiern und sind außer Rand und Band vor Freude und Glückseeligkeit, weil es immer mehr und mehr Abiturienten und Akademiker in diesem Land gibt...

Müllmänner, Trockenbauer, Elektriker, Pflegekräfte. Diese Berufe werden nicht von Akademikern besetzt.

Hier sollte man Ansetzen. An der Nachwuchsgewinnung. Der allererste Schritt dafür ist folgender Satz: "Mein Kind, es ist okay, wenn du kein Abitur machst. Es gibt viele schöne Berufe, die du ohne Abitur erreichen kannst, beispielsweise Altenpfleger."

Das doppelte Gesicht von Spahn

Er könne bei einem Gehalt von 4000 € "mitgehen", macht aber gleichzeitig Werbung im Ausland und will billige Arbeitskräfte nach Deutschland holen. Das zeigt die Wertschätzung der Pflegekräfte im eigenen Land. Genügend Fachkräfte wären da. Aber nicht zu diesen Lohnbedingungen.
Zum Glück ist die Ära Spahn fast am Ende angelangt. Einfach nur beschämend. Seit Beginn Corona hat sich in der Pflege absolut nichts getan, außer medienwirksame Auftritte und bis dato leere Versprechungen. Es ist beim Klatschen geblieben.

Ich habe erleben dürfen, ...

Was eine menschenwürdige, aufopferungs- und liebevolle Pflege von schwerkranken Menschen heißt, bis zum letztem Atemzug von Vater und nun auch von Mutter.
Dafür Dankeschön, es erleichtert das Abschiednehmen sehr stark.

Wir werden in den nächsten Jahrzehnten immer mehr pflegebedürftige Menschen haben, das wurde genauso wenig bedacht wie das Rentensystem. Je älter Menschen werden heißt das nicht gleichzeitig, dass sie alle gesund und leistungsfähig bleiben oder sind.

Die Pflegepolitik allgemein ist eine Schande für Deutschland.

Es wird höchste Zeit, dass endlich etwas passiert.

Da sind sie wieder die

Da sind sie wieder die Lippenbekenntnisse der Politiker und Experten. Ich kann das Gesäusel nicht mehr hören. Das Problem besteht doch nicht erst jetzt sondern seid Jahren, wir haben für die Leistung der Pfleger und Pflegerinnen während der Corona Kriese geklatscht, Politiker haben Abhilfe versprochen das wars dann aber auch. Selbst bei der versprochenen Corona Prämie hat man dann einen Teilrückzieher gemacht. Ich kann allen Pfleger*innen nur raten sich mal in Skandinavien umzusehen, dort werden Leute gesucht. Anständig bezahlt und haben hervorragende Arbeitsbedingungen. Hilfe beim Neustart gibt's auch. Ich selbst kenne 4 Leute die diesen Schritt gegangen sind und ihn keinen Tag bereut haben. Hier in Deutschland wird sich erst was ändern wenn das Licht ausgeht.

Es wurde schon viel geredet und es wird weiterhin geredet,.

Seit Jahrzehnten weiß man, dass es viel zu wenige Altenpfleger gibt, was mit der Bezahlung zu tun hat, aber auch damit, dass es ein körperlich u. geistig anstrengender Beruf ist.
Es wird immer nur versprochen, dass man etwas ändern will. Aber es blieb bei den Versprechungen.
Wenn man nur das bundesweite Personal nur um einen Pfleger pro Heim (und nicht mal das ist gesichert) aufstocken will, so ist das nur Augenwischerei und ohne nenenswerte Effekte.
Es gäbe einige Möglichkeiten, neues Personal zu "rekrutieren".
2015 kamen so viele Flüchtlinge in unser Land. Jetzt, 6 Jahre danach, hätten davon schon zig-tausende ausgebildet sein können und als zusätzliche Pflegekräfte eingesetzt sein können.
Einige wenige hat man wohl auch ausgebildet, aber einfach zu wenig.

Die Pflege durch Angehörige wird finanziell kaum gefördert. Dabei macht die Pflege zu Hause den größten Teil der Pflege aus !
Das ist skandalös, dass man Menschen so ausnutzt, dass diese dann krank u. auch pflegebedürftig werden.

Pflegebranche fordert höhere Löhne und Reformen...

Gesundheitsminister Spahn kann bei Gehältern von brutto 4000 Euro "mit gehen". Und bei einem Mindestlohn von 3000 Euro im Monat auch. Dann rudert er aber gleich zurück. Das sei Aufgabe der Gewerkschaften und Unternehmen. Die sind und das weiß er, nicht überall stark genug, um etwas durchzusetzen.
Die aber wollen nicht, wie das Unternehmen Asklepios, wo die Gewerkschaft Ver.di für Oktober Streiks angekündigt hat. Der Umsatz des Unternehmens liegt bei 3,54 Milliarden Euro, mehr als die Parfümeriekette Douglas. Die Rendite liegt bei 10,4 Prozent. Der Umsatz der Rhön-Kliniken liegt bei 1,3 Milliarden Euro, die Rendite bei 14 Prozent. Bei Fresenius Helios liegt der Umsatz bei 5,97 Milliarden Euro, mehr als bei Mac Donald. Und die Sana-Kliniken übertreffen mit ihrem Umsatz von 2,7 Milliarden Euro, daß Unternehmen C & A.
Mc Kinsey bezeichnet Kliniken als einmalige Gelegenheit für Investoren. Mit Renditen von im Schnitt 13 bis 15 Prozent.

Ob das auch für das Pflegepersonal gilt ?

Nun rächt es sich, daß die

Nun rächt es sich, daß die Schule so leicht geworden ist. Heutzutage ist man ohne Abi nur dritte Wahl. Früher war Schule schwer und die Meisten haben sich mit Mittlerer Reife und Lehre sehr gut finanzieren können. Und selbst Heute wird noch bemängelt, daß so wenig Arbeiterkinder Abi und Studium machen.

Heute bekommen Lehrberufe einfach zu wenig Respekt.
Ein Handwerksmeister bekommt mehr und früher Geld als ein Geisteswissenschaftler. Viele Studiengänge sind brotlose Kunst. Aber angesehener, als ein richtiger Beruf.

Und gerade die Pflegejobs wurden so abgewirtschaftet, das geht eigentlich nur noch mit Sklaven oder totalen Enthusiasten.

Wenn Spahn Ausländer anwirbt, wer soll dort dann pflegen?

Herr Spahn: Pflegekräfte sollen sich zusammenschließen

"Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief die Pflegekräfte im Rahmen des diesjährigen Deutschen Pflegetags auf, sich zusammenzuschließen, um ihre Forderungen durchzusetzen"
Und damit hat er Recht. Niemand kann Pflegekräfte so gut vertreten wie eine eigene Gewerkschaft bzw. eine Pflegekammer nach dem Vorbild der Ärzte.
Nur leider sind bisher die meisten Versuche Pflegekammern zu etablieren gescheitert. Aber auch die Pflegekräfte müssen irgendwann erkennen dass sie nicht warten können bis ihnen jemand hilft (die Politik hat es ja seit Jahrzehnten nicht geschafft) sondern dass sie sich selbst helfen müssen!

Netto oder Brutto?

Mit 4000€ netto als Vollzeitkraft käme dieser Beruf zumindest ansatzweise in die richtige Preisklasse.
Und würde sicherlich genügend Interessenten finden.
Leider ist vom Fordern und Fördern der Harz4 - Politik nur das Fordern umgesetzt worden, so dass es für genügend ausgebildete Fachkräfte immer noch nicht reicht.
Wenn zusätzlich auch ch noch die Arbeitszeit der Pflegekräfte auf 30 Wochenstunden gesetzlich eingehegt wird, bin ich überzeugt davon, dass sich diese Berufe vor Ausbildungswilligen kaum retten können.
Dann gäbe es auch genügend Auszubildende, um die Pflegekräfte schon in der Übergangszeit zu entlasten.
Zur Bezahlung des Ganzen müssen sofort sämtliche Beitragsbemessungsgrenzen ersatzlos gestrichen werden.
Wenn dann noch Geld benötigt wird, kann der Bund beim Militär kürzen.
Kriege braucht kein Mensch.

@15:51 von nie wieder spd

Mit 4000€ netto als Vollzeitkraft käme dieser Beruf zumindest ansatzweise in die richtige Preisklasse.

Wenn Sie eine Vollzeitpflegekraft brauchen und auch bereit sind von Ihrem Geld mehr als 6000€ im Monat (damit 4000€ netto dabei rauskommt) zu bezahlen, dann gut.

Wenn dann noch Geld benötigt wird, kann der Bund beim Militär kürzen.
Kriege braucht kein Mensch.

Natürlich nicht, aber genau diese bekommt der Mensch, wenn er Ihrer Denkweise folgt.

Spahn

Der hat doch eh nichts mehr zu sagen, was soll dass, er kann bei 4000€ mitgehen? Poker oder zahlt er die Gehälter. Absolut menschenverachtend.

fehlende Pflegekräfte

Ist es nicht so das im Bereich Gesundheit nicht nur Pflegekräfte fehlen sondern auch Ärzte, Krankenschwestern und Therapeuten. Und woran liegt das? An der immer größer werdenden Zahl an Menschen die diese Kräfte in Anspruch nehmen bzw. nehmen dürfen. Und was macht unser Staat? Nichts, nein er holt immer mehr Menschen ins Land die Betreuung und Therapie benötigen. Hier sollte endlich zu passenden Maßnahmen gegriffen werden.

Spahn

Es wäre wohl besser gewesen, man hätte geschrieben, dass Jens Spahn am Ende seiner Zeit als Minister endlich begriffen hat, dass den Pflegekräften höhere Löhne zustehen sollten. Was er 4 Jahre lang nicht geschafft hat, braucht er nun auch nicht mehr daherheucheln, als wäre es immer sein Ziel gewesen! Welch ein Schlag ins Gesicht derer, die für wenig Geld einen Dienst erbringen, der so wichtig und notwendig ist.

Marktwirtschaft

Wird uns nicht gerne erzählt, der Markt würde das regeln? Angebot und Nachfrage regelten den Preis? Anscheinend gilt das nur für Rohöl. Die Nachfrage nach Pflegekräften ist seit langer hoch, das Angebot gering. Aber wenn es darum geht, den Preis zu erhöhen ist die Politik gefragt, weil „der Markt“ das eben nicht regelt. Der verschlechtert die Bedingungen weiter, indem dann eben versucht wird, mit weniger Personal die Renditen zu erhalten. Wie es dem Personal oder den Patienten geht, scheint egal.

Also man kann am Pflegenotstand und an den Immobilienpreisen gut erkennen, in welche Richtung die Regulatioskräfte des Marktes wirken.

Ohne Vorschriften und Verbote scheint es nicht zu gehen.

@ um 16:09 von État DE gauche

„ Wenn Sie eine Vollzeitpflegekraft brauchen und auch bereit sind von Ihrem Geld mehr als 6000€ im Monat (damit 4000€ netto dabei rauskommt) zu bezahlen, dann gut.“
Wenn ich zum Pflegefall werde, werde ich dass mit allem bezahlen müssen, was ich dann habe. Dann bin ich nämlich im Altersheim.
Leider habe ich die letzten 20 Jahre als Pflegekraft gearbeitet und kann natürlich nicht soviel Geld zahlen. Dazu wurde ich selbst schon viel zu schlecht bezahlt und als Rente werde ich nach über 43 Jahren nahezu ununterbrochener Arbeit ca 1200€ bekommen. Abzüglich der Beiträge für
die Krankenkasse.
Zur Not kann das Geld aber vom Staat bzw. der EZB generiert werden.
Auch zur anständigen Bezahlung des Pflegepersonals.

Politik auf dem Rücken derjenigen, die kaum eine Wahl haben

„Der CDU-Politiker machte aber zugleich deutlich, dass die Löhne und Gehälter von den Tarifpartnern ausgehandelt werden müssten. Das könne nicht die Politik tun.“

Also zwischen denen, die die Pflege leisten und denen, die daran verdienen wollen.

„Spahn rief die Pflegekräfte auf, sich zusammenzutun, um ihre Forderungen durchzusetzen. Angesichts des Personalmangels in der Branche säßen sie am längeren Hebel, sagte Spahn:
>> "Sie müssen Ihre Interessen durchsetzen"

Wann und wie denn? Soll das ein Streikaufruf an die Pflegekräfte sein?
Und wer kümmert sich dann um die Pflegebedürftigen?

was sind das für Studien?

"Neue Studien konnten belegen, dass die Pflege in puncto Belastung und Verantwortung mit etwa 4000 Euro für eine Vollzeitstelle angemessen honoriert wäre."
Jetzt aber Quellen auf den Tisch. Wer hat eine solche Studie erstellt? Wie wird die Belastung in Euro umgerechnet?
Daraus folgt: Drei Pflegekräfte leisten so viel wie ein Bundestagsabgeordneter. (ungefähr)

Wiedermal

Es grüßt das Murmeltier, wieder mal schöne Reden.
Persönlich kenne ich einige ehemalige Pflegekräfte welche den Beruf aus psychischen und physischen Gründen aufgegeben haben, bedingt durch Arbeitsüberlastung.
Da reicht klatschen und versprechen nicht mehr.
Schafft endlich Bedingungen das dieses Berufsbild wieder interessant wird.

Ach da wird in Osteuropa

Ach da wird in Osteuropa angeheuert unter den Pseudonym Fachkräftemangel und Gut! Lief ja all die Jahre vorher auch Top!

um 16:25 von dr.bashir

"Wird uns nicht gerne erzählt, der Markt würde das regeln?"

So kann man das in Fällen sozialer Leistungen nicht sehen, dass hier keine vergleichbare Wertschöpfung entsteht, welche in dem ebenfalls von Ihnen genannten Rohölmarkt durchaus der Fall ist. Die Gehälter in der Pflege müssen halt über die Kassen geleistet werden. Und diese hängen wiederrum am Beitrags- und auch Steuerzahler. Sind Sie bereit, höhere Beiträge zu zahlen, die in höheren Löhnen für Pflegekräfte münden? Oder soll der Staat Steuerzuschüsse leisten? Wenn ja, woher kommt das Geld? Höhere Steuern oder Leistungskürzungen in anderen Bereichen?

Geld in diesem Markt ist leider knapp. Und wenn mehr gezahlt werden soll, ist der Bürger als Träger dieser Zahlungen am Ende auch wieder empört! Wie man es macht, macht man es ohnehin verkehrt!

Wirklich nur die Bezahlung?

Natürlich müssen Pflegekräfte anständig bezahlt werden. Ob das 3000 oder 4000 Euro sind kann ich persönlich nicht beurteilen.

Meiner Meinung nach wird aber noch etwas ganz anderes nicht gesehen. Sie sind den ganzen Tag schwerster körperlicher und phsychischer Belastung ausgesetzt. Wichtig wäre hier auch eine regelmäßige Auszeit in Form eines Extra-Urlaubes oder einer Kur.

Aber klar, wer will das wieder bezahlen. Im Endeffekt, werden die Meisten dann eben vorzeitig in Ruhestand gehen.

@ m 15:13 von Toni B.

„Müllmänner, Trockenbauer, Elektriker, Pflegekräfte. Diese Berufe werden nicht von Akademikern besetzt.“
Das liegt daran, dass es dafür keine Studiengänge gibt.
Aber auch als Abiturient kann man diese Berufe ergreifen.
Sie müßten nur auch besser bezahlt werden.
Da jeder Beruf wichtig ist, bin ich für ein Einheitsgehalt. Dann fällt die Entscheidung auch nicht so schwer, einen anderem Beruf zu wählen, als einen akademischen.

@nie wieder spd um 15:51

>> Mit 4000€ netto als Vollzeitkraft käme dieser Beruf zumindest ansatzweise in die richtige Preisklasse.
Und würde sicherlich genügend Interessenten finden. <<

Man kann doch bei Gehälter nie von „netto“ reden! Ein Single ohne Kinder müsste dann deutlich mehr brutto verdienen als ein Verheirateter mit Partner und Kinder, um netto dasselbe zu erzielen - das sind völlig verschiedene Steuerklassen.
Also wenn man von einem Gehalt spricht, darf man m. E. nur von „brutto“ sprechen.
Man müsste sich dann auch Gedanken machen über Anfangsgehalt und den Steigerungen mit den Berufsjahren.
Mein Sohn macht derzeit eine Ausbildung zum Erzieher - auch ein verantwortungsvoller Beruf - aber von 4.000,- Euro hat er mir noch nicht berichtet.
Es gibt noch viele andere Berufe mit Verantwortung, z. B. Handwerksberufe, die kommen auch nur schwer an 4.000,- Euro ran.

@ um 16:33 von Nettie

„ Soll das ein Streikaufruf an die Pflegekräfte sein?
Und wer kümmert sich dann um die Pflegebedürftigen?“
Ja, das ist an Frechheit kaum zu überbieten.
Das ist auch das Geheimnis am Streik des Pflegepersonals in einer Berliner Klinik.
Das dortige Personal muss immer gewährleisten, dass die Patientenversorgung nicht unter dem Streik leidet.
Also muss immer dass Nötigste getan werden.
Die können aber ohnehin nur noch das Nötigste leisten.
Und haben so keine Möglichkeit die Arbeit niederzulegen und zu streiken.
Höchstens in ihrer Freizeit.
Das setzt aber die Klinik kaum unter Druck.

@Bernd Kevesligeti - 15:39

"Mc Kinsey bezeichnet Kliniken als einmalige Gelegenheit für Investoren. Mit Renditen von im Schnitt 13 bis 15 Prozent.

Ob das auch für das Pflegepersonal gilt ?"

Sie machen vielleicht Witze.

Wenn man die Ziele von Aktiengesellschaften und die Ziele von Pflegekräften, ausgebildet zum Dienst am Menschen gegenüber stellt, dürfte schnell klar werden wo hier die Prioritäten liegen.

Die von Ihnen genannten Gewinn-Margen fallen für die Konzerne wesentlich niedriger aus, wenn das Geld für bedarfsgerechte Personalbesetzungen aufgewendet werden müsste.
Dass SchülerInnen in der Fachpflege bereits nach den ersten Praxiserfahrungen hinschmeißen liegt an der Diskrepanz zwischen Aufgabe und Ressource. Was in der theoretischen Ausbildung über den Wert dieses verantwortungsvollen Berufs vermittelt wird, geht im Praxisbetrieb vor die Hunde.
Der Wert als Fachkraft ist schnell dahin wenn bewusst wird, dass man nur als betriebswirtschaftlicher Faktor gesehen wird, der nicht zu kostspielig sein darf.

@ um 16:38 von Werdaswissenwill

„Ach da wird in Osteuropa angeheuert unter den Pseudonym Fachkräftemangel und Gut!“
Völlig Richtig!
Deshalb wird in der EU ja auch schon daran gebastelt, die Ukraine in die EU zu holen. Aller Korruption zum Trotz. Ebenso bei anderen Balkanstaaten.
Die Menschen dort sind so arm dran, die sind sogar noch dankbar für
die lächerliche Bezahlung in Deutschland.

Kosten, Personal, Ratlosigkeit

Pflege ist teuer, intensiv und arbeitsreich. Das weiß jeder, der mit Menschen zu tun hat. Unsere Gesellschaft hat sich aus der alten Verpflichtung, Pflege alter Menschen im familiären Umfeld zu verantworten, heraus entwickelt. Wer das Sozialwesen heute erlebt, erkennt Privatisierung staatlicher Aufgaben der Fürsorge. Die Kosten, ob von Staat oder Privatträger übernommen, sind die gleichen. Arbeitskräfte wollen bezahlt werden. Der Staat hat von den Menschen zeitlebens Abgaben erhoben, die nun eingesetzt werden sollen. Und es reicht nicht. Ich denke, das Berechnungsmodell ist falsch, wenn Einzelleistungen statt Pauschalabrechnungen dem Senioren nicht gerecht werden. Attraktive Ausbildung in der Pflege muss kostenlos sein, die Lohneingruppierung wie der Personalschlüssel muss erhöht werden. Und die Leistungen einer Pflege muss man von Bauten und medizinischer Ausstattung trennen. Es muss ein einheitlicher Standard ermittelt werden wie in den Kindertagesstätten. Das wäre ein Neuansatz.

Am 13. Oktober 2021 um 16:55 von nie wieder spd

So sieht es aus! Was als nächstes kommt ist der Mangel an LKW Fahrern im Fernverkehr! Aber dafür gibt es in Osteuropa auch genügend Personal! Die EU dient nur einem!! Den Firmen und nicht den einfachen Bürgern! Und wer da meint gehts den Firmen Gut, geht es mir Gut sollte sich das Thema hier mal durch den Kopf gehen lassen.

Was braucht Pflege zuerst

Pflege braucht als erstes menschenwuerdige Arbeitsbedingungen. Auch ohne Corona würde gearbeitet bis zum Anschlag. Und das mit ohnehin sehr belastenden Arbeitszeiten. Pausen können nicht eingehalten werden oder sind garnicht vorgesehen (Nachtdienst) . Neuerdings muss Pflegekraft begründen warum die Pause nicht möglich war. Erst muss die Überlastung mal ernstgenommen werden und nicht davon ausgegangen werden das alle läuft. Arbeitsbedingungen müssen Vorrang haben.

@ um 16:47 von Wolf1905

„Man kann doch bei Gehälter nie von „netto“ reden! Ein Single ohne Kinder müsste dann deutlich mehr brutto verdienen als ein Verheirateter mit Partner und Kinder, um netto dasselbe zu erzielen - das sind völlig verschiedene Steuerklassen.“
Ja, und?
Das kann von den einschlägigen Fachleuten so geregelt werden, dass es passt. Man kann da für
bestimmte Eventualitäten sicher Sonderregelungen schaffen.
Das geht in Ministerien auch. Warum sollte es beim Pflegepersonal scheitern. Immerhin bewegen wir uns definitiv auf einen Notstand zu.
Das ist eine reine Willenssache der zuständigen Politiker.
Als Anfangsgehalt schlage ich 2500 netto vor. Innerhalb von 3 Jahren wird dann auf 4000 gesteigert.
Selbstverständlich muss es auch weitere Steigerungen geben.
Und 1500 - 2000 netto in der Ausbildung.
Gerechtfertigt sind solche Gehälter auf jeden Fall.
Da muss man nicht die Erbsen zählen.

Billig @ 16:17 von Bürgerkritik

>>> Und woran liegt das? An der immer größer werdenden Zahl an Menschen die diese Kräfte in Anspruch nehmen bzw. nehmen dürfen. Und was macht unser Staat? Nichts, nein er holt immer mehr Menschen ins Land die Betreuung und Therapie benötigen. Hier sollte endlich zu passenden Maßnahmen gegriffen werden. >>>

Aha ein fremdenfeindlicher Kommentar, der NICHTS mit dem Thema zu tun hat und nur das ausdrückt was er sagt, "die Ausländer" sind schuld!
Billig und abstoßend!

Politiker sollten den Bürgern reinen Wein einschenken.

Mindestens jeder zweite Jugendliche, der ab jetzt aus der Schule kommt, wenn nicht sogar fast jeder, sollte (auch) in der Pflege arbeiten. Die Zeiten, in denen man sich angenehme und gut bezahlte Berufe mit Karriere, Aufstieg und Machtpositionen aussuchen konnte, sollten vorbei sein! Weder in der Industrie (Bandarbeiter), noch in der Verwaltung, werden in Zukunft menschliche Arbeiter benötigt, das wird alles von Robotern und künstlicher Intelligenz erledigt werden. Auch Tätigkeiten in Hochschulen, Universitäten, wie z.B. Geisteswissenschaften oder Ingenieurswesen, wird die künstliche Intelligenz komplett alleine bewältigen können. Übrig bleiben Selbständige und Künstler: aber wer musiziert, kocht, schriftstellert oder komponiert, sollte als Zweitberuf auch jederzeit in der Pflege arbeiten können. So extrem wichtig und notwendig ist dieser zutiefst zwischenmneschliche und soziale Beruf mittlerweile!

@ um 16:47 von Wolf1905

Als vor einigen Jahren festgestellt wurde, dass in ländlichen Gebieten bald Ärztemangel herrschen wird, war es überhaupt kein Problem innerhalb kürzester Zeit festzulegen, dass gewillte junge Nachwuchsärzte Steuererleichterungen bekommen sollen, einen Zuschuss zum Erwerb bzw. zur Übernahme von Praxen und auch noch Zuschüsse bei den Abrechnungspauschalen.
Wenn man will, geht das alles. Zumindest für Ärzte.
Warum nicht auch beim Pflegepersonal?

@ 16:39 von DB_EMD

Die wirtschaftliche Theorie dahinter ist mir schon klar. Natürlich muss es am Ende jemand bezahlen und das ist am Ende immer der Versicherte, der Steuerzahler und beim Öl der Kunde. Also in allen Fällen ich.

Aber es hilft ja nichts. Wenn keiner mehr den Job machen will, wird es sich automatisch ändern. Aber bis dahin quälen wir die Pflegenden und Gepflegten noch eine Weile, damit wir noch wie gewohnt weiterwursteln können und die Renditen hoch bleiben.

Ich fürchte, es wird ohne Dirigismus nicht gehen. Ich verstehe sowieso nicht, warum zumindest in Ballungsräumen überhaupt noch jemand diesen Job macht.

Beim Öl fragt mich auch keiner, ob ich bereit bin, dafür zu bezahlen.

Stimmt leider @16:55 von Wanderfalke

>>> Dass SchülerInnen in der Fachpflege bereits nach den ersten Praxiserfahrungen hinschmeißen liegt an der Diskrepanz zwischen Aufgabe und Ressource. Was in der theoretischen Ausbildung über den Wert dieses verantwortungsvollen Berufs vermittelt wird, geht im Praxisbetrieb vor die Hunde. >>>

Ja denn der Praxisbetrieb ist jeh nach KH oder Pflegeeinrichtung so knallhart, wie es in jeglicher Theorie nicht vermittelbar ist!
Und es kommt vor, das im Praxisalltag der Nachwuchs schlicht überfordert u gleichzeitig alleine gelassen wird.
Weil einfach nicht genügend Personal vorhanden ist!

>>> Der Wert als Fachkraft ist schnell dahin wenn bewusst wird, dass man nur als betriebswirtschaftlicher Faktor gesehen wird, der nicht zu kostspielig sein darf. >>>

Auch da, haben Sie leider recht.

@ um 17:09 von Carina F

Leider wird sowas als Fremdenfeindlichkeit ausgelegt. Es ist aber das Gegenteil.
Die ausländischen Fachkräfte werden dringend auch in ihren Heimatländern benötigt, hätten da aber auch gerne ein gutes Gehalt. Da könnte die EU wirkliche Hilfe leisten.
Und wir haben ein Millionenheer von Arbeitslosen, von denen sich ein paar Hunderttausend für anständige(!) Gehälter sicher gerne aus - oder weiterbilden ließen. Die würden sich mit großzügigen Beihilfen sicher auch einen Umzug zutrauen, wenn es nötig sein sollte.
Wenigstens einen Versuch wäre das wert.

Ne Ne @ 17:14 von WM-Kasparov-Fan

>>> Selbständige und Künstler: aber wer musiziert, kocht, schriftstellert oder komponiert, sollte als Zweitberuf auch jederzeit in der Pflege arbeiten können. >>>

Und die zwingt man dann dazu oder wie? Nicht Jede/r hält psychisch den Pflegeberuf durch! Nicht Jede/r kommt damit klar, Tag täglich Bekanntschaft mit Magen, Darm u Blaseninhalten zu machen und nicht Jede/r kann das Leid von PatientInnen ertragen!

Daher finde ich Ihre Idee eher semigut!

Ich habe vor 25 Jahren Examen

Ich habe vor 25 Jahren Examen gemacht. In meinem Kurs saßen 13 Abiturienten. Im Schnitt fiel damals maximal 1 Person durchs Examen, konnte aber 1/2 Jahr später glänzen. Heute fällt die Hälfte aller durchs Examen. Ich liebe meinen Beruf, komme aber körperlich bei aller Sportlichkeit nicht mehr hinterher, so dass ich jetzt in Teilzeit arbeite. Corona hat das Fass zum überlaufen gebracht. Mitarbeiter sind erschöpft, die Stimmung kippt. Jede Schicht ein Wettlauf gegen die Zeit.

Chuzpe

Jens Spahn hat Chuzpe.
Seit Jahren wirbt die Bundesregierung über ihr "triple win" Programm Pflegekräfte aus dem Ausland ab. 2019 schlug er persönlich im Kosovo die Werbetrommel.
Und hier zu Hause meint er, die Pflegekräfte müssten sich selbst helfen, indem sie sich zusammentun, um höhere Löhne zu erreichen. Pflegerinnen aus dem Kosovo oder aus Südamerika werden hier aber in ihren ersten Arbeitsjahren nicht streiken, aus Angst, sie werden rausgeschmissen.
Ich glaube, Jens Spahn ist sein widersprüchliches Verhalten nicht bewusst.
Der erzählt Allen Alles.
Aber nicht Allen gleichzeitig.

von Wanderfalke 16:55

Die Frage war ja auch ironisch gemeint. Denn für wen es sich lohnt, daß drückte die Beratungsfirma Mc Kinsey schon aus.

Und die Konzerne, die wehren sich gegen Forderungen nach mehr Gehalt und besseren Arbeitsbedingungen. Aktuell bei Asklepios: Die Tarifverhandlungen sind gescheitert, es hat schon Warnstreiks gegeben. In Hamburg gilt für das Personal die 38,5 Stunden-Woche. In Brandenburg sind es 40 Stunden. Eine Pflegefachkraft bekommt dort 5.400 Euro im Jahr weniger. Das Unternehmen bot für die Pflegekräfte in Schichtarbeit ab 1.4. 2022 eine Erhöhung um 8,5 Prozent in zwei Schritten an. Für Therapeuten 5,3 Prozent und für alle anderen Beschäftigte 4,1 Prozent
bei einer Laufzeit von 33 Monaten an, nicht mal 1,5 Prozent pro Jahr.

Wir haben da ein Problem....

Krank und alt sein kostet viel Geld. Für Pflege, Medikamente, Krankhausaufenthalte etc. Irgendwoher muss dieses Geld kommen.

Wenn ich als Arbeitgeber 4000 EUR zahle (brutto), dann habe ich noch die Sozialabgaben on top, bin über 5000 an Kosten. Wie erwirtschafte ich das ? Durch hohe Tagessätze. Und die kann im Gegenzug wieder kaum ein Rentner schultern. Nur wer Vermögen oder eine satte Rente hat, kann sich ein Pflegeheim allein leisten. Und was, wenn es nicht reicht ? Die Kinder in Mithaftung nehmen, per Staat aufstocken ? Die Überalterung unserer Gesellschaft frisst uns auf.

Das ist ein Kreislauf, der nicht auf einem Bierdeckel lösbar ist. Appell: Leute, sterbt früher, dann seid Ihr sozial (war sarkastisch gemeint).

Wanderfalke

Dass SchülerInnen in der Fachpflege bereits nach den ersten Praxiserfahrungen hinschmeißen liegt an der Diskrepanz zwischen Aufgabe und Ressource. Was in der theoretischen Ausbildung über den Wert dieses verantwortungsvollen Berufs vermittelt wird, geht im Praxisbetrieb vor die Hunde.
Der Wert als Fachkraft ist schnell dahin wenn bewusst wird, dass man nur als betriebswirtschaftlicher Faktor gesehen wird, der nicht zu kostspielig sein darf.
———————-
Absolut. Hätte ich als junger Mensch auch getan.

@Kein Wunschkonzert - 16:39

"Meiner Meinung nach wird aber noch etwas ganz anderes nicht gesehen. Sie sind den ganzen Tag schwerster körperlicher und phsychischer Belastung ausgesetzt. Wichtig wäre hier auch eine regelmäßige Auszeit in Form eines Extra-Urlaubes oder einer Kur.

Aber klar, wer will das wieder bezahlen. Im Endeffekt, werden die Meisten dann eben vorzeitig in Ruhestand gehen."

Oder diesen Beruf aufgeben oder gar nicht erst ergreifen und sich nach etwas umzusehen, wo man sein Geld schonender verdienen kann.
Die höchsten Überstunden in unserem Land fahren Polizisten und Pflegekräfte - warum wohl?

Und mit Zwangsrekrutierungen zu drohen, wie im Epidemie-Gesetz NRW geplant (Laschet), macht diese Berufe bestimmt nicht attraktiver.
Über die "regulierenden Kräfte des Marktes" den Fachkräftemangel zu beseitigen ist als gescheitert anzusehen und brandgefährlich.

Das haben viele unserer europäischen Nachbarn besser geregelt.

Nicht verstanden @ 17:22 von nie wieder spd

>>> Leider wird sowas als Fremdenfeindlichkeit ausgelegt. Es ist aber das Gegenteil.
Die ausländischen Fachkräfte werden dringend auch in ihren Heimatländern benötigt, hätten da aber auch gerne ein gutes Gehalt. Da könnte die EU wirkliche Hilfe leisten. >>>

Lesen Sie nochmals den Kommentar auf welchen ich reagiert habe und finden Sie Ihren Verständnisfehler!

Sie sagen es @17:27 von Nelke785

>>> Heute fällt die Hälfte aller durchs Examen. Ich liebe meinen Beruf, komme aber körperlich bei aller Sportlichkeit nicht mehr hinterher, so dass ich jetzt in Teilzeit arbeite. Corona hat das Fass zum überlaufen gebracht. Mitarbeiter sind erschöpft, die Stimmung kippt. Jede Schicht ein Wettlauf gegen die Zeit. >>>

Und das ist eben das Problem, viele Pflegekräfte gehen körperlich u seelisch regelrecht vor die Hunde!
Corona hat diese Lawine beschleunigt!

@ um 17:32 von Sparpaket

„Ich glaube, Jens Spahn ist sein widersprüchliches Verhalten nicht bewusst.“
Dem ist das schlicht egal.
Der muß solch schlechtbezahlte Jobs ja nicht machen.
Als früherer Pharmalobbyist verdient er vielleicht sogar an irgendeiner Stelle unseres Krankenversicherungssystems.
Und wenn er, was ich hoffen will, der Politik den Rücken kehrt, wird genau da sicher auch wesentlich besser verdienen, als eine Pflegekraft.
Selbst wenn Herr Spahn mal irgendwann Pflegebedürftig ist, kann er sich ein Sanatorium gönnen oder eigenes Pflegepersonal und nicht ein heruntergekommenes Pflegeheim, wie Sie oder ich.

@Margitt um 15:32

>Die Pflege durch Angehörige wird finanziell kaum gefördert.<
.
Na ja,als meine Mutter ein Pflegefall wurde, lag die Hauptlast der Pflege bei mir (damals 13 Jahre alt), bis mein Vater durch die Mehrfachfachbelastung mit Herzproblemen vorzeitig penisoniert wurde.
.
Als mein Vater ein Pflegefall wurde, habe ich ihn selbstverständlich gepflegt - neben meinem 50-Stunden-Job.
.
Meine beiden Eltern sind jeweils zu Haus verstorben. Dafür brauchte ich keine finanzielle Förderung, ich habe nur zurückgezahlt, was mir meine Eltern als Kind geschenkt haben.

Leberkas

Am 13. Oktober 2021 um 16:38 von Leberkas
Wiedermal
Es grüßt das Murmeltier, wieder mal schöne Reden.
Persönlich kenne ich einige ehemalige Pflegekräfte welche den Beruf aus psychischen und physischen Gründen aufgegeben haben, bedingt durch Arbeitsüberlastung.
———————
Kenne ich auch. Ich kenne mittlerweile den Gesichtsausdruck eines Mitarbeiters, der als nächstes ein Burnout bekommt….

Am 13. Oktober 2021 um 15:39 von Bernd Kevesligeti

Zitat: Gesundheitsminister Spahn kann bei Gehältern von brutto 4000 Euro "mit gehen". Und bei einem Mindestlohn von 3000 Euro im Monat auch. Dann rudert er aber gleich zurück. Das sei Aufgabe der Gewerkschaften und Unternehmen. Die sind und das weiß er, nicht überall stark genug, um etwas durchzusetzen.

Wenn die Gewerkschaften in manchen Betrieben nicht stark genug sind, leigt das doch wohl daran, dass zu wenige Arbeitnehmer organisiert sind. Da habe ich eigentlich kein Mitleid, wenn sie sich nicht selbst wenigstens bemühen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Wenn sie dann scheitern, kann immer noch der Staat eingreifen.

@ um 17:25 von Carina F

„ Und die zwingt man dann dazu oder wie? Nicht Jede/r hält psychisch den Pflegeberuf durch! Nicht Jede/r kommt damit klar, Tag täglich Bekanntschaft mit Magen, Darm u Blaseninhalten zu machen und nicht Jede/r kann das Leid von PatientInnen ertragen!
Daher finde ich Ihre Idee eher semigut!“
Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
Aber mit Geld kann man solche Unverträglichkeiten normalerweise heilen.
Und wenn man es ein paarmal gemacht hat, ist es gar nicht so schlimm, wie man es sich vorgestellt hat. Sogar mit den aktuellen lächerlichen Gehältern und netten Kollegen klappt das manchmal.
Vor ca 25 Jahren bei mir zB.

CarinaF

Und das ist eben das Problem, viele Pflegekräfte gehen körperlich u seelisch regelrecht vor die Hunde!
Corona hat diese Lawine beschleunigt!
———————
So ist es. Viele Pflegekräfte sind gutmütig, haben ein Helfer Syndrom und hohe Erwartungen an sich selbst. Bis es irgendwann nicht mehr geht. Manche brauchen es leider deutlich.

Am 13. Oktober 2021 um 15:39 von Bernd Kevesligeti

"Mc Kinsey bezeichnet Kliniken als einmalige Gelegenheit für Investoren. Mit Renditen von im Schnitt 13 bis 15 Prozent."

Genauso ist es. Investoren aus der halben Welt haben z.B. hunderte Pflegeheime in Deutschland gekauft. Bereits am Jahresanfang heißt es: Wir behalten 10 % vom Umsatz als Gewinn ein. Mit dem Rest müsst ihr auskommen. Und so sieht es dann auch in vielen Pflegeheimen aus.

@Carina F um 17:25 Uhr

"Und die zwingt man dann dazu oder wie? Nicht Jede/r hält psychisch den Pflegeberuf durch! Nicht Jede/r kommt damit klar, Tag täglich Bekanntschaft mit Magen, Darm u Blaseninhalten zu machen und nicht Jede/r kann das Leid von PatientInnen ertragen!"

Es sollte Sache der Erziehung von Kindesbeinen an sein, dass Jede/r psychisch damit im späteren Leben klar kommt - mit so viel harter Arbeit, alle Pflegebedürftigen haben es verdient, dass sich auch Jede/r junge und gesunde Bürger um sie kümmert. Meine Meinung, wenn auch radikal und schwer zu ertragen. "Nur die Harten kommen in den Garten" Niemand sollte sich sein eigenes Leben zu einfach machen!

Günstig u Gut? @17:43 von nie wieder spd

>>> Selbst wenn Herr Spahn mal irgendwann Pflegebedürftig ist, kann er sich ein Sanatorium gönnen oder eigenes Pflegepersonal und nicht ein heruntergekommenes Pflegeheim, wie Sie oder ich. >>>

Wegen der "heruntergekommenen Pflegeheime", wie wäre es denn mit kostengünstigen Alternativen in Polen, Tschechien....?

Ja zum Kostensparen, wird manch deutsche/r Pflegebedürftige/r von ihren Angehörigen in Pflegeheimen in Tschechien oder Polen untergebracht!

Ob das alles so tolle und bessere Einrichtungen sind, können Sie bei Interresse ja selbst recherchieren.

Auch in diesen Ländern kosten gute Pflegeinrichtungen mehr!

Jens Spahn

Über den derzeitigen Gesundheitsminister wird ja von manchen Foristen hier schwer hergezogen; kann doch der nächste Gesundheitsminister, von mir aus Karl Lauterbach, zeigen, dass er es besser kann - in Talkshows kommt er ja so rüber … schau mer mal, wenn er in der Verantwortung sein sollte (oder eben eine andere Person).

@15:30 von heribix

//Da sind sie wieder die Lippenbekenntnisse der Politiker und Experten. Ich kann das Gesäusel nicht mehr hören. Das Problem besteht doch nicht erst jetzt sondern seid Jahren, wir haben für die Leistung der Pfleger und Pflegerinnen während der Corona Kriese geklatscht, Politiker haben Abhilfe versprochen das wars dann aber auch.//

Und mehr wird es auch nicht werden.

Aus der Hessenschau:

Veröffentlicht am 08.10.21 um 09:51 Uhr
>>Die Uniklinik in Marburg wird derzeit von einer Kündigungswelle eingeholt. Auf einer Station warfen 15 von 16 Pflegekräften auf einmal hin - wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Die Klinikleitung beschwichtigt...
Der Grund sei ganz einfach, sagt Julia Franke: die Arbeitsbedingungen. Und ein eklatanter Personalmangel, der immer schlimmer werde. "Ich bin fertig", sagt die junge Pflegerin. "Und ich kriege das mit meinem Gewissen den Patienten gegenüber nicht mehr klar."...<<

Altruismus @ 17:50 von Nelke785

>>> So ist es. Viele Pflegekräfte sind gutmütig, haben ein Helfer Syndrom und hohe Erwartungen an sich selbst. Bis es irgendwann nicht mehr geht. Manche brauchen es leider deutlich.
>>>

Ich bin ja Verwaltungskraft in einem KH und mit Pflegekräften u auch ÄrztInnen befreundet, daher weiß ich, wie recht Sie haben und ohne eine alturistische Grundeinstellung, ist der Pflegeberuf kaum machbar. Ja und manche leiden jedes Leid mit u opfern sich auf....

Tut weh das mitzubekommen, so herzensgute Menschen....

Ich könnte das nicht, da bin ich ehrlich, könnte ich nicht aushalten!

Das Beste an dem Job sind für

Das Beste an dem Job sind für mich die Patienten. Man bekommt sehr viel zurück, wenn man es gut mit Ihnen meint.
Manche Pflegekräfte verlieren durch die Überlastung an Empathie. Ich kann’s sogar verstehen. Es tut aber den Patienten nicht gut. Und wir können jederzeit Patient werden.

Am 13. Oktober 2021 um 17:53 von Marmolada

Zitat: Genauso ist es. Investoren aus der halben Welt haben z.B. hunderte Pflegeheime in Deutschland gekauft. Bereits am Jahresanfang heißt es: Wir behalten 10 % vom Umsatz als Gewinn ein. Mit dem Rest müsst ihr auskommen. Und so sieht es dann auch in vielen Pflegeheimen aus.

Was ist Ihre Alternative - staatliche Pflegeeinrichtungen?

@ um 17:37 von Carina F

„Verständnisfehler“
Sorry, aber auch mit den Patienten liegt der Kollege nicht ganz falsch.
Die kommen ja auch zu uns, weil es hier bessere Behandlungsmöglichkeiten gibt, als in ihren Heimatländern. Für ihre Kinder, für ihre Eltern. (Als ich zu Zeiten des Jugoslawien - Kriegs mit Asylbewerbern gearbeitet habe, waren es unfassbar viele Menschen, die nur aus dem Grund gekommen sind, weil in den jugoslawischen Heimatländern nur noch verletzte Soldaten behandelt wurden. Nicht aber Kinder und alte Menschen. Momentan habe ich einen Kollegen aus dem Irak. Der kam 2015 für eine Augen-OP und mußte deshalb Asyl beantragen.)
Und werden so zur Belastung für unser kaputtgespartes System und unser Personal.
Auch weil dortiges Pflegepersonal und Ärzte abgeworben werden oder gerade mal wieder ein Krieg veranstaltet wird.
Deshalb mache ich den Flüchtlingen in keinster Weise einen Vorwurf. Ich würde das ja auch versuchen. Jeder würde das versuchen.
Trotzdem wird es aber weder hier noch dort besse

@16:33 von Nettie

//Wann und wie denn? Soll das ein Streikaufruf an die Pflegekräfte sein?
Und wer kümmert sich dann um die Pflegebedürftigen?//

Genau das ist das Problem. Ich erinnere mich nur zu gut, dass ein früherer Chefarzt des UKE in Hamburg wegen überschaubarer Streikbeteiligung sagte: "Das zeigt doch, dass die Mehrheit zufrieden ist."
Zynischer geht es eigentlich nicht mehr.
Da bei Streiks ja der Notfallbetrieb aufrecht erhalten werden muss, bleiben nicht viele übrig, die sich am Streik beteiligen können. Noch schlimmer sieht es in den Krankenhäusern in privater Trägerschaft aus.

Funktioniert nicht @17:56 von WM-Kasparov-Fan

>>> "Nur die Harten kommen in den Garten" Niemand sollte sich sein eigenes Leben zu einfach machen! >>>

Ihre Einstellung ist, Sorry emphatielos!
Eigentlich kenne ich sowas nur von Rechtsextremen, Sie sind aber keiner!
Und mit sowas gewinnen Sie weder Pflegekräfte noch ÄrztInnen!

Sollten Sie selbst ehrenamtlich oder so in Einrichtungen aushelfen, mein Respekt!

Aber zur Pflege und zur Medizin gehört eine Einstellung, welche weder aufzwingbar noch antrainierbar ist.

@ um 17:57 von Carina F

So, wie ich die polnische oder tschechische Regierungen einschätze, sind die normalen Heime dort bestimmt nicht besser als unsere.
Vielleicht kann man sich mit einer deutschen Rente dort ein besseres Heim leisten, als in Deutschland.
Aber das nützt nicht viel, wenn man die Sprache nicht versteht, gerade wenn man im Alter auch noch alleinstehend ist.

CarinaF

Ich könnte das nicht, da bin ich ehrlich, könnte ich nicht aushalten!
———————-
Es ist trotz allem ein Job wie jeder andere.
—————
Ich könnte keinen Verwaltungsjob aushalten ; ))

Der größte Fehler:

Gewinne machen mit kranken Menschen.

Noch einmal aus der Hessenschau:

>>Pflegekräftemangel sei ein deutschlandweites Problem. Doch am UKGM sei die Situation inzwischen "kurz vor dem Kippen", meint Franke. Sie gibt dafür auch der Personalführung die Schuld, besonders seit vergangenes Jahr der Besitzer gewechselt hat: "Es war unter Rhön auch schon nicht schön, aber seitdem Asklepios mit drinhängt, läuft es richtig schlecht."<<

Pflegepersonal könnte seine

Pflegepersonal könnte seine Macht anhand des Personalmangels deutlich machen. Sie könnten, dürften und müssten sogar konsequenter sich selbst und dem Unternehmen sein.

@17:49 von falsa demonstratio

//Wenn die Gewerkschaften in manchen Betrieben nicht stark genug sind, leigt das doch wohl daran, dass zu wenige Arbeitnehmer organisiert sind.//

Und die Austrittswelle bei ver.di hängt mit den schlechten Abschlüssen zusammen.

//Da habe ich eigentlich kein Mitleid, wenn sie sich nicht selbst wenigstens bemühen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.//

Alles andere hätte mich auch gewundert. Ist ja auch überhaupt nicht schlimm, wenn die ihren Job einfach an den Nagel hängen.

Einfach grotesk und durchtränkt mit Ahnungslosigkeit, was Sie hier von sich geben.

@falsa demonstratio - 17:49

"Wenn die Gewerkschaften in manchen Betrieben nicht stark genug sind, leigt das doch wohl daran, dass zu wenige Arbeitnehmer organisiert sind. Da habe ich eigentlich kein Mitleid, wenn sie sich nicht selbst wenigstens bemühen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern."

Ist grundsätzlich richtig, bedenken Sie aber dazu folgendes.

Menschen, welche die so genannten helfenden Berufe ergreifen, sind von Ihrer persönlichen Haltung sowie durch die Ausbildung auf den Dienst am Menschen fokussiert. Die meisten gehen davon aus, dass entsprechend dieses Anspruchs ihre Arbeit auch honoriert wird, als dass sie durch Streiks erkämpft werden muss - das ist ein anderer Laden als die IG-Metall.

Hinzu kommen die Verhinderungsstrategien der Arbeitgeber, Gewerkschaften und Betriebsräte möglichst außen vor zu lassen, indem Unwahrheiten verbreitet werden.

"Ihr habt Streikverbot", Betriebsratswahlen werden torpediert oder Betriebsräte werden denunziert oder unter Vorwand gekündigt.

Da geht's echt fies zu.

@18:15 von nie wieder spd

>>> So, wie ich die polnische oder tschechische Regierungen einschätze, sind die normalen Heime dort bestimmt nicht besser als unsere. >>>

Einschätzen heißt nicht wissen.... Auch in Polen u Tschechien ächzen Pflegekräfte unter schlechter u.a. Bezahlung.

>>> Vielleicht kann man sich mit einer deutschen Rente dort ein besseres Heim leisten, als in Deutschland. >>>

Frage der Rentenhöhe....

>>> Aber das nützt nicht viel, wenn man die Sprache nicht versteht, gerade wenn man im Alter auch noch alleinstehend ist. >>>

Gerade für Demente quasi ein Sargnagel..... Sie verstehen die Pflegekräfte nicht..... und ohnehin gar nichts mehr.

Aber sprechen Sie doch mal (wenn Sie welche kennen) mit Tschechen oder Polen über die Pflegeeinrichtungen im "Heimatland". Oder noch besser direkt mit Pflegekräften aus diesen Ländern (welche hier arbeiten)

Pflegekräfte halten oft nicht

Pflegekräfte halten oft nicht viel vom streiken. Es strahlt für sie Schwäche nach außen aus, es nicht geregelt zu bekommen.

von falso demonstratio 17:49

Der Gesundheitsminister Spahn schließt aber ein Eingreifen des Staates eher aus.
Und ja, daß stimmt, es gibt eben ärmere Menschen, die nicht für ihre Interessen eintreten. Sieht man auch an der Wahlbeteiligung in armen und reichen Stadtteilen. Manchmal auch mit einem seltsamen Bewußtsein: BILD und Express-Konsumenten, Gewinnspiel und der Star hat...

@18:17 von Nelke785

>>> Ich könnte keinen Verwaltungsjob aushalten ; ) >>>

Dann sind Sie u ich da wo "Wir" sind, doch in Jobs tätig, welche "Wir" wollen u können! ;)))

jein

Ich mußte leider kürzlich ins Krankenhaus.
Dort erfuhr ich, daß jede Kostenstelle nur ein bestimmtes Budget für Löhne und Gehälter hat.
Wird der Lohn (gerechtfertigterweise) erhöht, fliegen einige Mitarbeiter raus, was wiederum den Pflegenotstand erhöht.
Die meisten Pfleger haben nur Teilzeitstellen, falls eine Kündigung nicht möglich ist, werden sie seltener eingesetzt.

Und hier bin ich wieder bei meiner alten Leier:
Das Krankenhäuser sollten komplett in staatliche Hand und nicht gewinnorientiert arbeiten, und wenn ich schon beim Wünschen bin: EINE staatliche Krankenversicherung für ALLE reicht, keine Privaten, keine unzähligen Kleinen, auch Beamte müssen ganz normal einzahlen.

Sorgt eine Pflegekraft gut

Sorgt eine Pflegekraft gut für sich, wird das mit fehlendem Teamgeist verwechselt.

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