Kommentare - Papst startet synodalen Prozess: Reform mit angezogener Handbremse?

09. Oktober 2021 - 08:48 Uhr

Die katholische Kirche leidet weltweit unter massivem Vertrauensverlust. Der Papst hat einen mehrjährigen Reformprozess eingeleitet, der aus der Krise führen soll, und dazu Bischöfe aus aller Welt zur Synode nach Rom eingeladen. Von Tilmann Kleinjung.

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Kommentare

14:54 von AufgeklärteWelt

<< @14:38 von Sausevind
"Aus solchen Worten wie den Ihren entsteht Krieg.
Es ist Aufwiegelung zum Krieg."

Den Wunsch zu äußern, die katholische Kirche solle das einzig moralisch richtige tuen, nämlich sich selbst als Organisation auflösen, begründet wohl kaum irgendeinen Krieg."

,.,.,

Ich meinte Ihren GANZEN Beitrag, in seiner Hasserfülltheit.

Und diese führt geradewegs in den Krieg.
Gerade heutzutage gehen solche Worte auf wie Zunder.

Es spielt keine Rolle, ob Sie das abstreiten oder nicht.

um 13:45 von Defender411

"Er ist nun mal das Kirchenoberhaupt und als solches könnte er, ganz einfach, das Zölibat und die Diskriminierung der Frauen aufheben. Macht er aber nicht, lieber zerstört er seine eigene Kirche oder er hat Angst vor seinen eigenen Leuten, in seinem Umfeld."

Da machen sich sich das Ganze zu einfach. Im Grunde ist der Papst, wenn er die Kirche reformieren will, darauf angewiesen, dies mit und in der Kirche tun. Dazu braucht er, die Mitglieder dieser Kirche und auch die Außenstehende Geduld.
Es kann auch sein, dass er scheitert.
Möglicherweise findet auch eine andere der großen Kirchen den Weg zu der ursprünglichen Botschaft.
Wenn nicht gib es immer noch den Weg, den Lay aufzeigt: ein nachkirchliches Christentum.
Mir scheint die ersprüngliche Idee zu stark, um unterzugehen.

Erdbeben

Während an der Existenz Jesu als historische Figur kein Historiker heute noch zweifelt, auch wenn die Quellenlage außerhalb christlicher Texte ziemlich dünn ist, sieht es bei Petrus ganz anders aus. Jesus gab es.

Die meisten Kirchenhistoriker zweifeln auch nicht unbedingt an der Existenz des Petrus. Aber sehr wohl an seinem (nachträglich) zugewiesenen Status als erster Papst. Darauf und auf die Jesu-Worte "Du bist der Fels, auf dem ich meine Kirche bauen werde" basiert der Machtanspruch auch des heutigen Papstes als Primat. Und das sind äußerst tönerne Füße. Es ist nicht mal gesichert, ob das Jesu-Wort überhaupt von Jesus stammt, oder ihm untergejubelt wurde.

Was historisch außerdem stark (zu Recht) stark angezweifelt wird ist die Frage, ob Petrus überhaupt jemals in Rom war. Stand der Forschung: wohl eher nicht.

Dieser Tatsache sollten die Katholiken mal ins Auge blicken und die Rolle des Papstes als "Boss der Bosse" so langsam mal überdenken. Aber das wäre ein Erdbeben.

Wenn die Katholische Kirche

Wenn die Katholische Kirche etwas ändern will dann soll sie sofort beginnen und nicht erst in zwei Jahren. Alles andere ist wieder nur "Bla Bla Bla" und führt zu nichts.
P.S. mir ist es nun egal ich bin raus, und froh darüber.

Gibts doch schon @14:53 von Sausevind

>>> Sonst kriegen wir wieder faschistoide Einbrüche, auch im Namen der Religion >>>

Tja, haben "Wir" hier schon, evangikale FreikirchlerInnen maschieren bei QD mit (und mischen aktiv mit) Beispiel Samuel Eckardt, evengikalter Prediger und bekannter Schwurbler zugleich.
Ausserdem haben auch extrem konservative Katholiken, eine Neigung zu rechtem "Gedankengut".....

Auch christliche Gruppierungen in Dt sind teilweise ausßerordentlich radikalisiert und bewegen sich in entsprechenden Spektren/Blasen.

@Sausevind

"Die Kreationisten bzw. die Evangelikalen haben die evangelische Kirche protestierend VERLASSEN, weil sie zu sehr der Wissenschaft vertraue.

Für die Evangelikalen gilt größtenteils die wörtliche Deutung der Bibel - also wird das alte Weltbild als Wort Gottes aufgefasst.

Bei der evangelischen Kirche ist das nicht der Fall."

In der evangelischen Kirche, zumindest der der reformierten setzt sich eine neue Sichtart der Bibel durch, was sich auch in der offiziellen Exegese immer stärker bemerkbar macht. Und zwar die Lesart vom Wort her. Nicht wort-wörtlich. Vom Wort her meint etwas anderes.

Nämlich die Bibel - auch und vor allem das Neue Testament - aus jüdischer Sicht zu betrachten. Vorreiter waren hier jüdische Theolog(innen) wie Ruth und Pinchas Lapide und Friedrich Weinreb (Weinreb und die Lapides waren sich zwar spinnefeind, aber das ist eine andere Geschichte).

Jesus war Jude. Ein Rabbi. Und wenn man die Bibel von der Warte aus sieht, ergibt sich ein völlig neues Verständnis.

15:01 von Jimi58

@14:17 von Sausevind
"Warum berut sich den die kath.Kirche teilweise auf das Evangelium? Nur, sie vermischen es mit ihren eigenen Vorstellungen. Aber das nicht nur die kath. Kirche, sondern auch andere Kirchgemeinde haben das Evangelium verdreht.
Was Jesus anbetrifft, es war Gott, in menschlicher gestallt und hat das, was er schon im alten Testament vorhergesagt hatte vollendet damit der Mensch eine lebendige beziehung mit Gott durch Jesus haben kann. Das Evangelium wurde von den Aposteln, die mit Jesus zusammen waren nieder geschrieben damit es an den Menschen weiter gegeben werden konnte.
Und an der Zeit der Welt kann men erkennen, was Gottes Plan ist und es ist bisher eingetroffen. Sogar teilweise wissenschaftlich erwiesen."

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Ich bin selber in einer pietistischen Gemeinde samt Elternhaus aufgewachsen und kenne Ihre Argumentation Wort für Wort.

Aber bitte, lesen Sie doch, was ich Ihnen um 14:17 geschrieben habe.

Argumente vs. Schlagzeilen

Vielleicht sollte man sich erst einmal intensiver mit den Argumenten beschäftigen, die hinter verschiedenen Lehren der katholischen Kirche stehen, statt mit dem Hammer auf alles zu schlagen, was nicht sofort einsichtig und vor allem was unbequem ist. Gerade in Deutschland, eines der reichsten Länder der Erde, wo auch wie kaum jemals zuvor in der Geschichte, die breite Masse in einem noch nie dagewesenen Wohlstand lebt, zeigt sich immer deutlich, wie schwer es für Reiche ist, sich mit dem Begriff der selbstlosen Liebe anzufreunden. Ein kleineres Auto (oder gar Bus fahren), damit in den ärmsten Ländern niemand verhungern muss? Niemals! Klar sind die Lehren Jesu hier dringend "interpretationsbedürftig", damit sie so entschärft sind, dass sie niemandem mehr weh tun. Und natürlich, schon Jesus hat gesagt, dass die Kirchenoberen hierbei brav vorangehen. Aber Jesus hat leider keine besseren Menschen gefunden, um seine Lehren zu verbreiten. Wir sind alle so, warum sollen Priester besser sein?

um 14:54 von AufgeklärteWelt

Mir scheint es eher so, als sei der dreißigjährige Krieg nie ein Glaubenskrieg gewesen. In ihm ging es um Macht und um nichts anderes.
Nicht ganz von der Hand gewiesen werden kann, dass der Starsinn in dem sich Luther verstrikt hat, eine Möglichkeit bot, diese Machtgelüste als Glaubensangelegenheit zu verkaufen.

Am 09. Oktober 2021 um 13:42 von Bernd Kevesligeti

Zitat: Und welche Rolle spielt in dem synodalen Prozess der Kardinal Woelki ? Oder Tebartz van Elst ? Wird er vielleicht der Vertreter von Woelki, während dessen Auszeit ?

Herr Woelki wird während seiner Abwsenheit von Weihbischof Rolf Steinhäuser als apostolischem Administrator vertreten.

@15:07 von Bauer Tom

"Als Glaeubiger Mensch sind fuer mich Ausdruecke wie: " Stellvertreter Christi auf Erden", "Katholischen Laien", und Saetze wie: "können deshalb auch nicht geweiht werden" eine unglaubliche Anmassung dieser Organisation.
Diese Selbsterhebung/einschaetzung ist unfassbar."
Dem schließe ich mich an. Aber das alles muß geschehen, steht geschrieben, damit alles offenbar wird.

@ 13:45 von Defender411

Richtig ist, dass der Papst den allgemeinen Priester-Zölibat in der römisch-katholischen Kirche mit einem Federstrich aufheben könnte - es handelt sich hierbei um eine Tradition allein in der römisch-katholischen, nicht der allgemeinen katholischen Kirche, die uniierten katholischen Kirchen kennen diesen allgemeinen Priester-Zölibat nicht. Dort dürfen Priester verheiratet sein. Wer also als Verheirateter unbedingt katholischer Priester werden will, kann dies z.B. bei der griechisch katholischen Kirche werden. Nur, diese Tradition hat in der weltweit missionierenden römisch-katholischen Kirche durchaus einen Sinn und nur über den wird gestritten. Frauen wurden in der katholischen Kirche stets weniger diskriminiert als in anderen menschlichen Organisationen in der menschlichen Geschichte, die Gleichstellung der Frauen beruht letztlich auf katholischem Gedankengut. Aber Diskriminierung? Wird jemand dadurch benachteiligt, wenn er nicht Priester werden kann? Kann ich auch nicht (zu alt).

@ 11:36 von Giselbert

"Viele Aktivitäten der Kirche scheinen zunächst karitativ zu sein, entpuppen sich aber als reiner Invest mit hohen Profit (z.B. Pflegeheim). Was wirkliche Spenden anbelangt ist die Kirche eher ein kleines Licht." Sie stellen hier eine Behauptung auf - können Sie die beweisen? Lesen Sie sich einmal den Finanzbericht des Erzbistums Köln durch. Hohe Profite aus Pflegeheimen? Wenig Geld für soziale Zwecke? Vielleicht haben Sie noch irgendwelche Sonderinformationen, die in dem geprüften Finanzbericht nicht drin stehen? Es ist so einfach, jahrhundertealte Fake-News immer wieder zu bringen - sie werden dadurch nicht wahrer.

@ 09:38 von Giselbert

"Mitschuldig sind auch die weltlichen Regierungen, die hier ein Parallelwelt zulassen und gerade bei Missbrauchsvorwürfen gegen Geistliche so gut wie nicht ermitteln." In Diktaturen, wie Nazizeit oder DDR, wurden Missbrauchsvorwürfe fast nur gegen Geistliche verfolgt - der Rest scheint völlig ignoriert worden zu sein. Der Unterschied zu den Demokratien ist, dass dort bisher (also schon immer!) der im Volk weit verbreitete Missbrauch von Kindern staatlicherseits völlig ignoriert wurde. Wo gab es denn mal Sonderkommissionen? Als, nach den über die Kirche aufgekommenen Diskussionen, eine in Köln gegründet wurde, hat man fast sofort das Wespennest "Bergisch Gladbach" gefunden. Und es zeigt sich mehr und mehr, dass dies eine gesamtgesellschaftliches Problem ist. Die Kirche war, als Teil der Gesellschaft nur als solche betroffen. Das gilt nicht nur für die Taten sondern auch für das Totschweigen. Das haben doch alle getan, nicht nur die Kirchenoberen.

@15:51 von Magic.fire

"Da gab es weder eine katholische, noch eine evangelische Kirche."

Wikipedia: "Die Kreuzzüge waren von der Lateinischen Kirche sanktionierte, strategisch, religiös und wirtschaftlich motivierte Kriege zwischen 1095/99 und dem 13. Jahrhundert."

Lateinischen Kirche ist ein anderes Wort für römisch-katholisch.

@15:52 von Sausevind

"Ich meinte Ihren GANZEN Beitrag, in seiner Hasserfülltheit."

Es ist eher Mitleid, z.B. mit den allein 200.000 durch Amtsträger der katholischen Kirche sexuell Mißbrauchten allein in Frankreich. Mich dauert vor allem, dass dieser Mißbrauch in großem Maßstab weitergehen wird, denn insb. der Zölibat befördert die sexuelle Perversion bei katholischen Priestern. Ich kann keine kritische Reflexionsfähigkeit in der katholischen Kirche erkennen und sehe deshalb nur die Selbstauflösung als Chance, den Verbrechen nachhaltig Einhalt zu gebieten. Sonst wird es immer so weiter gehen. Vom fehlenden Aufklärungswillen ganz zu schweigen.

um 10:31 von das ding

Wenn sie behaupten, dass der Theismus, also auch das Christentum kein Fundament hat, dann ist dass eine Behauptung, die wenig tragfähig ist.
Heute kann man zur Fragestellung Theismus oder Naturalismus (Atheismus) nur festellen, dass es hier keine Entscheidung geben kann.
Die einen sind gezwungen, daran zu glauben, dass alle denkbare Welten ebenso real sind wie unsere Welt. Damir heben sie den Unterschied von Möglickeit und Wirklichkeit auf.

die Anderen sind der Ansicht, dass es da eine Willen geben muß, der den Sprung zwischcen Möglickeit und
Realität überindet. Und das ist der Schöpfer.
Ein großes ungelöstes Problem ist die Frage. was Bewustsein ist und ob Materie wirklich Bewußtsein produzieren kann.
So einfach ist das alles nict.

Handbremse

Es ist unglaublich wieviel Mißbrauch von Kindern, überwiegend Jungen es durch die katholische Kirche gegeben hat, nicht nur in Deutschland, ich nehme an das die Zahlen die öffentlich gemacht werden nur die Spitze des Eisberges ist. Die Kirche ein Hort der Pädophile, Verbrecher und Vertuschen. Was machen die Demokrstischen Staatenlenker? Sie schweigen und ansonsten nichts. Dies ist für mich gleichermaßen ein Absegnen und vertuschen dieser Taten. Die demokratischen Institutionen mache n sich mitschuldig.

von falso demonstratio 16:04

Danke für die Information. Aber die Frage bleibt offen, welche Rolle Herr Woelki bei dem erwähnten synodalen Prozess spielt. Und welche Rolle Tebartz van Elst spielt ?

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