Afghanische Journalisten bitten um Hilfe

18. September 2021 - 14:26 Uhr

Mehr als 100 afghanische Journalisten appellieren an die internationale Gemeinschaft, die Pressefreiheit in ihrem Land zu retten. Am dringendsten seien Schutzgarantien für Medienschaffende.

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Kommentare

Afghanische Pressefreiheit

Die ist leider nicht mehr zu retten. Die Taliban werden eine unabhängige Presse nicht zulassen. Das einzige was man jetzt noch machen kann , diese Journalisten/innen und ihre Angehörigen heimlich ausfindig zu machen und ausser Landes zu bringen.

15:16, Dr. Cat

>>Das einzige was man jetzt noch machen kann , diese Journalisten/innen und ihre Angehörigen heimlich ausfindig zu machen und ausser Landes zu bringen.<<

IMHO falsch formuliert.

Man sollte ihnen dabei behilflich sein, das Land zu verlassen, wenn sie es wollen.

Es handelt sich ja nicht um unmündige Kinder, die man irgendwo hinbringt.

15:16 von Dr. Cat

"Afghanische Pressefreiheit"

Die ist leider nicht mehr zu retten. Die Taliban werden eine unabhängige Presse nicht zulassen. Das einzige was man jetzt noch machen kann , diese Journalisten/innen und ihre Angehörigen heimlich ausfindig zu machen und ausser Landes zu bringen.

,.,.,

Die afghanischen Journalisten sind da aber deutlich anderer Meinung als Sie.

Wie könnte das gehen?

TS: "Am dringendsten seien Schutzgarantien für Medienschaffende."

Das ist als wirklich offene Frage gemeint: Aber wie sollten bzw. könnten Schutzmaßnahmen (es ist ja noch weitergehend von Garantien die Rede), ganz konkret aussehen? Der "regime change" - m. E. nicht ohne strategische Interessen - ist gescheitert.
Der zweite Aspekt, gewonnen wäre schon ein wenig, wenn es nicht zu einer Hungersnot käme. (Zumindest ist davon in den Medien als Gefahr zu lesen.)

@15:16 von Dr. Cat

"Die ist leider nicht mehr zu retten. Die Taliban werden eine unabhängige Presse nicht zulassen. Das einzige was man jetzt noch machen kann , diese Journalisten/innen und ihre Angehörigen heimlich ausfindig zu machen und ausser Landes zu bringen."

Unabhängige Presse ist ja quasi nirgends in Perfektion gewährleistet. Es gibt nicht umsonst ein Ranking. Die Frage ist, wie die Bedrohungslage konkret aussieht und ob daraus folgt, dass man sich letztlich auf die Unterstützung der Journalisten im Exil konzentrieren sollte.
Mit "Befürchtungen" bzw. Prognosen lässt sich immer herzlich wenig anfangen. Politischen Druck auf die Taliban, die an Ihrem Ansehen interessiert zu sein scheinen, sollte man in jedem Fall ausüben.

@15:27 von R. B.

"Das ist als wirklich offene Frage gemeint: Aber wie sollten bzw. könnten Schutzmaßnahmen (es ist ja noch weitergehend von Garantien die Rede), ganz konkret aussehen? Der "regime change" - m. E. nicht ohne strategische Interessen - ist gescheitert."

Schutz im Sinne von Militär halte ich für illusorisch, weswegen die Wortwahl tatsächlich verfehlt zu sein scheint.
Wie Maas es formulierte geht es darum, das man sich das Verhalten der Taliban genau ansehen wird und davon weitere Hilfen/Zugeständnisse/Akzeptanz abhängig machen muss.
Das wirklich Heikle dabei ist, dass wir hier selbst Prioritäten setzen müssen, wer oder was am Schutzbedürftigsten ist. Frauenrechte, Presse Rechtsstaatlichkeit etc. Denn alles gleichzeitig wird man nicht erreichen.
In diesem Sinne ist die Wortmeldung der Journalisten auch zu verstehen – um nicht vergessen zu werden.

Innere Angelegenheiten. Leider

Wieder soll der Westen helfen. Schutzgarantien für Journalisten. Sollen wir etwas militärischen Schutz organisieren? Kurz nachdenken, haben wir hinter uns, hat nichts gebracht. In einer Welt, wo der Gedanke der Nationalstaaten hochgehalten wird bleibt den afghanischen Journalisten nichts anderes übrig, als selbst für eine bessere Zukunft zu kämpfen.

@ fathaland slim 15:22

Das habe ich auch nicht behauptet, aber laut Bericht haben Sie anonym den Aufruf gemacht und zum Schutz derer Familien und Angehörigen , sollte man es still und heimlich machen.

@Dr.Cat

"Das einzige was man jetzt noch machen kann , diese Journalisten/innen und ihre Angehörigen heimlich ausfindig zu machen und ausser Landes zu bringen."

warum? und wenn ja, warum nur aus Afghanistan. Es gibt so viele Laender die keine Pressefreiheit haben. Wollen Sie die alle rausholen? Und dann?

So traurig es auch ist , aber es geht uns nichts an.

@ Sausevind 15:25

Vielleicht hoffen sie das die Internationale Staatengemeinschaft was bewegen kann , was ich aber stark bezweifele .

Utopie

Unabhängige Presse wird es dort nicht geben, ich denke dass unsere Politiker das wissen.
Wer erwartet denn von den Taliban dass sie plötzlich demokratisch werden.

Die westlichen Staaten müssen Druck machen (Wirtschaftshilfe) dass die Journalisten nicht gefoltert und eingesperrt werden.

Alles andere ist Utopie!
Wenn nicht einmal Saudi Arabien, Ägypten und Katar mit gutem Beispiel voran gehen, mit denen wir kein Problem haben, dann können wir Demokratie nicht von den Taliban verlangen.

15:25 @ Sausevind

"Die afghanischen Journalisten sind da aber deutlich anderer Meinung als Sie."

Ja, die Journalisten sind vielleicht anderer Meinung.

Aus der Pressemitteilung:

"Was sie am dringendsten benötigten, seien Schutzgarantien, insbesondere für Journalistinnen. Ebenso wichtig sei ganz konkrete Unterstützung, die es afghanischen Redaktionen ermögliche, ihre Arbeit fortzuführen oder wiederaufzunehmen. Auch Geflüchteten müsse geholfen werden,..."

Geflüchteten Journalisten soll geholfen werden. Ok.

Aber was soll die "Schutzgarantie" sein? Taliban mit Krieg, Entzug von Hilfe, kein Geld...drohen?

"konkrete Unterstützung, die es afghanischen Redaktionen ermögliche, ihre Arbeit fortzuführen"

Welche Unterstützung denn? Wie?

Man fordert 'konkrete' Hilfe kann aber nicht mitteilen was damit gemeint ist.

Ein journalistisches Armutszeugnis. Sicher der angespannten Lage geschuldet. Trotzdem in Teilen unsinnig erscheinende Forderungen.

Rückzug bitte konsequent

Der Westen hat die Verantwortung für Afghanistan abgegeben, weil nun mittlerweile allen klar ist, dass man dort keinen aufgeklärten modernen Staat aufbauen kann. Wie richtig diese Entscheidung war, kann man daran ablesen , dass die Taliban bei ihrem Vormarsch zwar nicht überall begeistert empfangen wurden, aber es auch keinen nennenswerten militärischen Widerstand gab. Warum - und vor allem wie - wir nun auf einmal Journalisten schützen sollen, erschließt sich mir nicht. Afghanistan den Afghanen!
Aber vielleicht kann Herr Maass ja mal einen Brief schreiben?

@ Bauer Tom 15:55

Das ist richtig , es gibt viele Länder . Aber diese haben Notruf ausgesendet , den kann man nicht ignorieren.

Unterstützung mit Bedingungen

Es wird ja seitens der EU (oder auch direkt von D) Kontakt zu den Taliban aufgebaut; die Taliban haben ja um Unterstützung gebeten. Diese Unterstützung wird es nur geben, wenn auch Forderungen der EU berücksichtigt werden. Dieser Punkt mit der Sicherheit der Journalisten und der Pressefreiheit wird dabei m. E. eine gewichtige Rolle spielen. Man wird sehen, was da erreicht werden kann.

15:44, Schaefer

>> In einer Welt, wo der Gedanke der Nationalstaaten hochgehalten wird bleibt den afghanischen Journalisten nichts anderes übrig, als selbst für eine bessere Zukunft zu kämpfen.<<

Da haben Sie Recht. In der Welt eines Nationalisten hilft man einander nicht. Es wäre ja Einmischung in innere Angelegenheiten.

Deswegen bin ich sehr dagegen, den Nationalstaatsgedanken hochzuhalten. Der mag vor 150 Jahren zumindest im Ansatz fortschrittlich gewesen sein, als es um die Überwindung der Feudalreiche ging. Im Rückblick lässt sich allerdings sagen, daß dieser Gedanke das Blutvergießen nicht verringert, sondern befeuert hat.

@ hofer andreas

Wie soll die unabhängige Presse in Afghanistan unter den Taliban gehen? Höchstens strikt die Wirtschaftshilfe kürzen oder ganz streichen, wenn Journalisten gefoltert werden, ja!
Und es ist auch eine Utopie, wenn Sie Saudi Arabien, Ägypten und Katar aufführen, die auch nicht mit gutem Beispiel voran gehen. Denn von diesen Ländern kann man absolut keine Hilfe für eine freie und liberale Presse erhalten, eher ist da das Gegenteil der Fall.

ich wünschte,

die "was geht uns das an"-Kommentatoren würden endlich mal verstummen. Mich gehen Menschenrechtsverletzungen immer was an.

Und wie weiter?

Pressefreiheit gibt es dort nicht mehr.
Trump und Biden wollten raus und zwar zu jedem Preis. Eigentlich war das eine amerikanische Machtübergabe an die Taliban.
Was kann der Westen jetzt noch tun?
Sehr wenig.
Die "Zeit" meldet, die Taliban richteten ein Tugendministerium ein.
Es sieht sehr düster aus...

Mehr als 100 afghanische Journalisten appellieren

an die internationale Gemeinschaft, die Pressefreiheit in ihrem Land zu retten
--------------

20 Jahre lang wurde diese (mehr oder weniger) von der internationalen Gemeinschaft garantiert.
Kaum zog sich die internationale Gemeinschaft zurück,
gab die afghanische Bevölkerung dieses Recht preis .....

eine besonderen Stellenwert scheint es nicht gehabt zu haben,
die Wertschätzung lag bei Null.
warum ? weil es nicht verteidigt wurde !

@ Tom Bauer

So traurig es auch ist , aber es geht uns nichts an.

Finde ich nicht. Wir sind soziale Wesen. Wenn in Deutschland jemand von Armut bedroht ist, geht es uns an und wenn Journalisten von Verfolgung bedroht sind, geht es uns auch an. Internationale Solidarität.

15:55, Bauer Tom

>>@Dr.Cat
"Das einzige was man jetzt noch machen kann , diese Journalisten/innen und ihre Angehörigen heimlich ausfindig zu machen und ausser Landes zu bringen."

warum? und wenn ja, warum nur aus Afghanistan. Es gibt so viele Laender die keine Pressefreiheit haben. Wollen Sie die alle rausholen? Und dann?

So traurig es auch ist , aber es geht uns nichts an.<<

Doch, es geht uns sehr viel an.

Die Gnade der Geburt auf der Sonnenseite der Welt sollte uns Verpflichtung sein, entrechteten, verfolgten und unterdrückten Menschen überall zu helfen.

Jeder einzelne von uns, nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Unter Freimaurern gibt es den Begriff der Weltbruderkette. Ein tolles Bild. Ebenso wie der Tempel der Humanität, dessen Bausteine die Menschen sind.

Alle Menschen.

Überall.

Klar, Nationalismus verträgt sich mit solchen Ideen nicht.

Afghanische Journalisten bitten um Hilfe

" Mehr als 100 afghanische Journalisten appellieren an die internationale Gemeinschaft, die Pressefreiheit in ihrem Land zu retten. Am dringendsten seien Schutzgarantien für Medienschaffende. "

Stellt sich die Frage, wie der Schutz aussehen soll, die Truppen haben das Land verlassen.
Die schon im Ausland sind, werden sicher Arbeit finden, sind ja ausgebildete Journalisten nehme ich an, da gibt es sich Bedarf in einigen Ländern.
Sonst kann ich mir jetzt nicht vorstellen, wie ein Schutz funktionieren soll, damit sie im Land arbeiten können.

Man sollte auch beachten,

dass in dem Abkommen zwischen den USA und den Taliban von Pressefreiheit nicht die Rede war.
Die USA haben da kein Junktim mit ihrem Abzug verbunden.

Sie koennen um Hilfe bitten, ja betteln

aber es wird keine kommen. Wenn sie ihr Leben retten wollen bleibt nur Schweigen oder die Ausreise. Persoenlich wuerde ich die Ausreise bevorzugen.

@ 16:41 von Sisyphos3 --- Die Bevölkerung gab nichts preis

"Kaum zog sich die internationale Gemeinschaft zurück,
gab die afghanische Bevölkerung dieses Recht preis ..... "

Die afghanische Bevölkerung gab überhaupt nichts preis. Die Taliban zerstören die Pressefreiheit.

Man kann sich berechtigt fragen, ob die Afghanen sich gegen die Machtübernahme durch die Radikal-Islamisten hätte besser wehren sollen, aber man kann ihnen nicht die Schuld dafür geben, dass die Taliban ihnen die bürgerlichen Freiheiten nehmen.

Das ist eine Umkehrung der Täter-Opfer Relation.

16:05, zöpfchen

>>Der Westen hat die Verantwortung für Afghanistan abgegeben, weil nun mittlerweile allen klar ist, dass man dort keinen aufgeklärten modernen Staat aufbauen kann.<<

Das war ja auch nie die Absicht „des Westens“.

Operation Cyclone ist Ihnen gewiss ein Begriff.

@ Sisyphos3 16:41

Also nach ihrer Meinung 0 Wertschätzung, weil es kein Blutvergiessen gab. Man kann es sich einfach machen . Unsere sogenannten westlichen Werte kann man nicht einfach exportieren wie eine Ware . Wenn man keinen Draht zur Kultur findet bringt es nichts , da sind auf beiden Seiten immer Fragenzeichen .

17:03, MehrheitsBürger

>>Das ist eine Umkehrung der Täter-Opfer Relation.<<

Ein beliebtes rhetorisches Mittel der Rechten. Man sieht das hier im Forum immer wieder.

@16:33 von fathaland slim

"Deswegen bin ich sehr dagegen, den Nationalstaatsgedanken hochzuhalten. Der mag vor 150 Jahren zumindest im Ansatz fortschrittlich gewesen sein, als es um die Überwindung der Feudalreiche ging. Im Rückblick lässt sich allerdings sagen, daß dieser Gedanke das Blutvergießen nicht verringert, sondern befeuert hat."

Utopie. In der Realität bedeutet dies doch immer wieder die Einmischung des Westens anderswo aber eben nicht umgekehrt. Kurz: Das Recht des Stärkeren.
Viel zu oft nur vorgeblich für die Durchsetzung von Menschenrechten. Wenn westliche Regierungen mal anfangen würden sich gegenseitig für Folter, Angriffskriege etc. zu sanktionieren könnte man nochmal ja nochmal drüber reden.

15:25 von Sausevind

Die afghanischen Journalisten sind da aber deutlich anderer Meinung als Sie
----------------
-
"die" Journalisten

wir sprechen hier von 100 Journalisten
ebenso wie kürzlich die Frauendemo war, mit 25 Teilnehmerinnen.
Ob man bei den Zahlen (dort leben 39 Mill Menschen)
von einer repräsentativen Meinung ausgehen kann ?
Auch wenn es bestimmt gefährlich ist dort seine Meinung zu sagen,
also viel Mut dazu gehört,
das kann ja jeder für sich selber entscheiden

@ 16:52 von Sparpaket --- Das ist ja das Problem

"Man sollte auch beachten,
dass in dem Abkommen zwischen den USA und den Taliban von Pressefreiheit nicht die Rede war.
Die USA haben da kein Junktim mit ihrem Abzug verbunden."

Das ist ja gerade das Problem. Das Abkommen, das Trump mit den Taliban traf, war eine reine Kapitulationserklärung. Da wurde nicht mal festgehalten, dass die Taliban sich von den Abzugsorten der amerikanischen Truppen fernzuhalten haben, solange der läuft. Von der Aufrechterhaltung von Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten ganz zu schwiegen.

Biden hat den Fehler nicht korrigiert und das geht auf seinen Zettel.

Am 18. September 2021 um 16:39 von Eduart de Machina

Sie werden diese Zusage nicht geben.
Die Antwort wird vermutlich sein. " soweit es dem Koran, der afgh. Rechtsprechung...usw " so wie bei allem was sie bisher halbherzig zusagten.

Schutz?

Der Westen hat verspielt, wer also soll den Schutz gewährleisten?
Wenn ich an das "Abschiedsgeschenk" der Amerikaner denke..ein Drohnenangriff auf angebliche Terroristen, darüber wird sicher in Afghanistan medial berichtet. Wo bleibt unsere mediale Entrüstung eigentlich?

16:48 von fathaland slim

Doch, es geht uns sehr viel an.

Die Gnade der Geburt auf der Sonnenseite der Welt sollte uns Verpflichtung sein, entrechteten, verfolgten und unterdrückten Menschen überall zu helfen
----------------

was heißt hier 'Gnade

und was verstehen sie unter "Unterdrückung"
Waren Schwule hierzulande bis 1994 unterdrückt ?
(der § wurde offiziell, wie sie wissen, erst damals abgeschafft)
Frauenrechte, Ehemann nicht fragen beim Arbeiten wollen/eigenem Konto eröffnen.
War es im Bewußtsein der Menschen als eine Einschränkung gelistet ?
Ich verstehe ihr "selbstverständnis" nicht !
Hätten sie akzeptiert, wenn jemand gekommen wäre, hätte Dinge gefordert ?
Eine Gesellschaft muß auch bereit sein, für ein neues Weltbild

17:10 von Dr. Cat

Also nach ihrer Meinung 0 Wertschätzung, weil es kein Blutvergiessen gab.
---
.
was hat das mit Blutvergießen zu tun ?

Revolution ist nichts für "Warmduscher"
die französische Revolution kam aus dem Willen der Bevölkerung heraus
was an den bestehenden Zuständen zu verändern.
Nicht weil ein paar andere Staaten das denen aufzwangen.
So sollte es in Afghanistan (und überall) eben auch funktionieren

im übrigen versteh ich ihre Antwort nicht
Zitat:
>>Unsere sogenannten westlichen Werte kann man nicht einfach exportieren wie eine Ware<<
dieselbe Meinung vertrete ich doch auch !

Wieso eigentlich Nationalstaat!??

Wenn in Afghanistan etwas über Jahrhunderte hinweg ausdrücklich NICHT existiert hat, dann war das ein geeinter afghanischer Nationalstaat!

17:20, Olivia59 @16:33 von fathaland slim

>>"Deswegen bin ich sehr dagegen, den Nationalstaatsgedanken hochzuhalten. Der mag vor 150 Jahren zumindest im Ansatz fortschrittlich gewesen sein, als es um die Überwindung der Feudalreiche ging. Im Rückblick lässt sich allerdings sagen, daß dieser Gedanke das Blutvergießen nicht verringert, sondern befeuert hat."

Utopie. In der Realität bedeutet dies doch immer wieder die Einmischung des Westens anderswo aber eben nicht umgekehrt. Kurz: Das Recht des Stärkeren.
Viel zu oft nur vorgeblich für die Durchsetzung von Menschenrechten. Wenn westliche Regierungen mal anfangen würden sich gegenseitig für Folter, Angriffskriege etc. zu sanktionieren könnte man nochmal ja nochmal drüber reden.<<

Ich rede nicht von der Einmischung „des Westens“.

Ich rede von der Einmischung jedes einzelnen von uns. West, Ost, Nord, Süd, egal.

Weltbruderkette.

Sozialistischer Internationalismus.

Nennen Sie es, wie Sie wollen.

Ich glaube allerdings nicht, daß Sie mich verstehen.

17:32 von Magic.fire 16:39 von Eduart de Machina

Die Antwort wird vermutlich sein. " soweit es dem Koran, der afgh. Rechtsprechung...usw "
-------

haben sie die afghanische Verfassung gelesen ?
Die von 2004 meine ich !
So steht es doch da schon drin " soweit es dem Koran ..."

also was erwarten sie ?
dass es mit den Taliban "humaner/toleranter" wird ?

Am 18. September 2021 um 15:25 von Sausevind

Die afghanischen Journalisten sind da aber deutlich anderer Meinung als Sie.
__
Im Gegensatz zu Ihnen weiss ich auch nicht, was die Journalisten wollen; ich hätte jetzt auch den Ansatz von Dr. Cat verfolgt.Wer und vor allem WIE soll denn irgend jemand für die Sicherheit dieser Leute bei einer Taliban-Staatsführung garantieren können, selbst wenn man es wollte ? Die können viel versprechen (gegen entsprechende Gegenleistungen natürlich ), nur was passiert, wenn dennoch dem ein- oder anderen Journalisten "etwas zustösst" ? Sie wollen weiterhin finanzielle Mittel und dennoch haben sie die Zusagen, die sie gaben, schon in Teilen gebrochen. Was ist/wäre denn die Konsequenz ? Wir marschieren dort wieder ein ? Wir animieren die USA (vermutlich vergebens)
zu einem Luftschlag ? Wenn diese Journalisten partout im Land bleiben wollen, was Sie suggerieren, dann KANN gar niemand für ihre Sicherheit garantieren. Wie denn auch ?

...ttestEineMeinung @18. September 2021 um 16:05 von zöpfchen

"Rückzug bitte konsequent
...
Afghanistan den Afghanen!" [sic!]

Der "Westen" hat NICHT wie sie schreiben, "die Verantwortung für Afghanistan abgegeben", weil klar wäre "dass man dort keinen aufgeklärten modernen Staat" [sic!] aufbauen könnte.
Sondern weil die USA ihre Ziele für erreicht erklärten und abzog.

Die waren eben nicht im Kern jener moderne Staat, sondern die Bekämpfung von Al-Kaida.

Trotzdem gelang es dort einiges an "modernen" Strukturen aufzubauen, die wir jetzt nicht einfach links liegen lassen sollten, bloss weil die Taliban im Moment an der Macht sind.

Mit der Argumentation können sie jedes Unrechtsregime rechtfertigen.

17:39, Sisyphos3 @16:48 von fathaland slim

>>16:48 von fathaland slim
Doch, es geht uns sehr viel an.

Die Gnade der Geburt auf der Sonnenseite der Welt sollte uns Verpflichtung sein, entrechteten, verfolgten und unterdrückten Menschen überall zu helfen
--------------

was heißt hier 'Gnade<<

Ihnen und mir ist die ungeheure, unverdiente Gnade zuteil geworden, in Deutschland geboren worden zu sein.

Daß Sie das nicht so sehen ändert nichts daran, daß es so ist.

>>und was verstehen sie unter "Unterdrückung"<<

Vieles.

>>Waren Schwule hierzulande bis 1994 unterdrückt ?<<

Ja.

>>Hätten sie akzeptiert, wenn jemand gekommen wäre, hätte Dinge gefordert ?<<

Kommt immer drauf an was.

Sehr viele Dinge, mit denen, um Ihren Sprachgebrauch zu benutzen, jemand ankam und sie forderte, habe ich sehr gut geheißen und mich der Forderung angeschlossen.

>>Eine Gesellschaft muß auch bereit sein, für ein neues Weltbild<<

Eine Gesellschaft besteht aus Individuen. Manche von denen sind bereit, andere nicht. Ewiggestrige gibt es viele. Überall.

Die Taliban werden eine unabhängige Presse nicht zulassen

Die Taliban werden eine unabhängige Presse nicht zulassen. Und das wussten die perfekt ausgebildeten Afghanische Soldaten nicht? Deutschland hat über 50 Soldaten geopfert für nichts und wieder nichts. Jetzt will unser deutscher Profilierungs-Süchtiger Außenminister diesen Machthabern Milliarden an Unterstützungsgeldern nachwerfen. Die Bevölkerung in Afghanistan bekommt davon gar nichts. Das Geld teilen sich die Talibane mit den Al Kaida Verbrechern damit in den Westlichen Ländern endlich mehr Flugzeuge gekapert werden und in belebten Straße noch mehr Bomben hoch gehen. Was unsere naiven Politiker so alles vor haben um sich als Friedensengel darstellen zu müssen. Eine tragische Entwicklung die vielleicht unsere westliche Gesellschaft zerstören wird.

Am 18. September 2021 um 15:28 von Olivia59

"Die Frage ist, wie die Bedrohungslage konkret aussieht und ob daraus folgt, dass man sich letztlich auf die Unterstützung der Journalisten im Exil konzentrieren sollte."

Das sind ja nur ca. 10 Pers. lt Bericht. Denen kann man natürlich helfen. Wenn man (politischen)Druck, wie sollte der überhaupt aussehen, ausübt, dann muss man die entsprechenden Konsequenzen auch vollständig ziehen. Wie sollten/könnten die überhaupt aussehen ? Das ist doch das gleiche, wie bei anderen Embargos. Die Leidtragenden sind immer die Bevölkerung.
Die Führung wird schon zurecht kommen.

Am 18. September 2021 um 18:11 von Sisyphos3

Genau aus dem Grunde habe ich es geschrieben. Das vermutlich bezieht sich mehr auf den unwahrscheinlichen Punkt das es den Machthabern wichtig sein könnte das das Volk hungert ohne ausl. Hilfe

18:07 von fathaland slim

Ich rede von der Einmischung jedes einzelnen von uns. West, Ost, Nord, Süd, egal.
....
Ich glaube allerdings nicht, daß Sie mich verstehen
-----

verstehen ?

Es ist eben ihre Meinung !
und wenn ich mir überlege in jedem Land das ich besuche
denen die "Welt zu erklären" sprich meine Sicht der Dinge
... schwierig.

Wenn ich mit den Zuständen dort glaube nicht zurecht kommen zu können,
und da gibt es einige Länder, fahre ich eben nicht hin

@ Sisyphos3 17:45

Haben Sie eigentlich eine Ahnung was passiert, wenn Zivile auf militärisch ausgebildete Fanatiker trifft ? Was während der französischen Revolution passiert ist kann man nicht 1 zu 1 auf heute übertragen. Allein die Möglichkeiten heute mit Maschinengewehren, Handgranaten und diverse andere militärischen Waffen gibt es ein größeres Blutvergiessen.

16:05, zöpfchen

>>Afghanistan den Afghanen!<<

Und Deutschland den Deutschen...

Letztens gab es hier auf tagesschau.de einen Artikel über die Bewunderung für und geistige Nähe vieler europäischer Rechter zu den Taliban.

Quod erat demonstrandum.

18:17 von fathaland slim

Eine Gesellschaft besteht aus Individuen. Manche von denen sind bereit, andere nicht.
Ewiggestrige gibt es viele. Überall.
---------------------
.
aber ich nehme an, dass sie die Meßlatte setzen
wer jetzt der "Ewiggestrige" ist :-)

und Zitat :
>>jemand ankam und sie forderte, habe ich sehr gut geheißen und mich der Forderung angeschlossen.<<
auch das ist doch jetzt auch sehr subjektiv

also ich tue mir eben immer schwer, meine eigene Meinung
(hinter der ich wie jeder hier steht und gut halte)
nicht als allgemeingültig zu postulieren

@18:07 von fathaland slim

"Ich rede nicht von der Einmischung „des Westens“.
Ich rede von der Einmischung jedes einzelnen von uns. West, Ost, Nord, Süd, egal.
Weltbruderkette.
Sozialistischer Internationalismus.
Nennen Sie es, wie Sie wollen.
Ich glaube allerdings nicht, daß Sie mich verstehen."

Vermutlich verstehe ich Sie wirklich nicht. Ich glaube kaum, dass unsere Empathie irgendeinen nennenswerten Einfluss auf z.B. die afghanischen Verhältnisse hat.
Was Menschenrechte westliche Wertevorstellungen bedeuten ist dort längst nicht mehr unbekannt. Die Bevölkerungen müssen tatsächlich selbst herausfinden mit welchem Nachdruck sie diese Vorstellungen für sich durchsetzen wollen.

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