Bundestagswahl: Taktisch wählen - geht das?

Kommentare

Der persönlichen Überzeugung folgen

Fast alle Konstellationen sind möglich, mit Ausnahme der AFD, die von allen Parteien als Koalitionspartner kategorisch abgelehnt wird. Stimmen für die AFD sind letztlich verschenkt. Deshalb sollte man sich klar und unmißverständlich zu der Partei bekennen, die am ehesten der persönlichen Überzeugung entspricht und die möglichst auch gestaltend wirken kann. Aktuell wird viel zu sehr auf die Kanzlerkandidaten und viel zu wenig auf die Programme der Parteien geachtet. Diese sind es, die letztlich die Richtung vorgeben.

Taktisch wählen - geht das?

Klar geht das !

Wenn ich die Liberalen unter Chr. Lindner aus der nächsten Regierungsbilderung heraushalten will, dann wähle ich DIE LINKE, und nur DIE LINKE !
Alle anderen Optionen sind nicht zielführend.

Gruß Hador

Viele wählen taktisch - die Frage ist nur wie

Die verkleinerten Volksparteien CDU/CSU und SPD haben eine Stammwählerschaft von 20-25 %.

Koalitionen sind also unabdingbar und die spannende Frage wird sein, ob es zwischen Union und FDP einen Austausch von taktischen Wählern gibt.

Unionswähler, die keine RGR wollen, könnten versucht sein, FDP zu wählen, um wenigstens darüber die bürgerliche Schiene in einer Ampel zu stärken und Steuererhöhungen zu vermeiden.

RE: Adeo60 um 10:01

***Fast alle Konstellationen sind möglich, mit Ausnahme der AFD, die von allen Parteien als Koalitionspartner kategorisch abgelehnt wird. Stimmen für die AFD sind letztlich verschenkt.***

Da haben Sie absolut recht !!!

.

***Aktuell wird viel zu sehr auf die Kanzlerkandidaten und viel zu wenig auf die Programme der Parteien geachtet. Diese sind es, die letztlich die Richtung vorgeben.***

Naja,... Papier ist geduldig wie Sie wissen und die Position des Kanzlers ist in Deutschland ja auch nicht gerade unwichtig. Daher ist die Person, die die Kanzlerschaft anstrebt von großer Bedeutung.

Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Sie, aufgrund von A. Laschets schwachen Umfragewerten, nun die Partei in den Vordergrund schieben wollen.

Für mich wäre ausschließlich MP Laschet der Grund, überhaupt an die CDU als potentielle Option in Betracht zu ziehen, nach all den Skandalen der letzten Zeit, wie auch den wenig fähigen CDU-Ministern in A. Merkels Regierung.

Gruß Hador

10:05 von Hador Goldscheitel

Wenn sie eine stabile Regierung die auch in der Außenpolitik Verlässlich sein soll dann garantiert nicht die Linken.

MRomTRom, 10:08

FDP-Wähler könnten aber auch zur Union tendieren, denn SPD und Grüne werden wohl eher - auf Druck der Basis - zu einer RGR-Regierungsbildung tendieren, wenn es sich denn numerisch anbietet. Die AFD-Wähler, die sich ja aus vielen ehemaligen CDU-Wählern rekrutieren, werden möglicherweise erkennen, dass sie mit ihrer Stimmabgabe eine RGR-Regierung fördern. Aber ich finde gleichwohl, grds. sollte der Wähler seiner eigenen politischen Überzeugung folgen und nicht taktisch wählen.

10:01 von Adeo60 | Stimmen nicht nutzlos machen

'Stimmen für die AFD sind letztlich verschenkt' .

Die Stimmen für die AfD wären als Stimmen für die Demokratieferne ohnehin problematisch.

Aber der andere Aspekt, den Sie nennen, könnte noch bedeutsamer sein. Wem es als Wähler wichtig ist, dass seine Stimme einen Effekt beim Regieren hat, kann nicht AfD wählen.

Ich kann mir denken, dass viele Wähler, die nicht zum inneren Kern der AfD gehören, sondern nur aus 'Protest' mal darüber nachdenken, ihre Stimme dort zu verschwenden, im Zweifel doch bei der Union bleiben.

Taktisches Wählen „geht“ - unter bestimmten Voraussetzungen

Denn trotz aller Unvorhersehbarkeiten („Sie [die Wählerinnen und Wähler] schaffen mit ihrer Stimme sozusagen die Ausgangslage für alles, was dann passiert. Und das ist aus den oben genannten Gründen ziemlich unvorhersehbar. Schwierige Zeiten für eine taktische Wahl“) gibt es gewisse Wahrscheinlichkeiten. Die zu erkennen, setzt natürlich ein Mindestmaß an Informiertheit über das, was sich außerhalb des persönlichen Lebensumfelds abspielt, also über das politische Geschehen („innen-“und „außen-“) voraus. Aber wer dann schon einmal genau weiß, was er auf keinen Fall will, ist durchaus in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, die das (den „politischen GAU“) allen Regeln der Wahrscheinlichkeit nach verhindert. Also taktisch zu wählen. So unbefriedigend der tatsächliche Mitgestaltungsspielraum des Einzelnen dabei angesichts der Nicht-Nutzung der heute technisch möglichen Demokratiegestaltungsmöglichkeiten und des Festhaltens an nicht mehr zeitgemäßen „althergebrachten“ Regularien auch ist.

10:01/Adeo60 ein hilfreicher Kommentar

für alle, die nach einem Schema zu Findung der persönlichen Wahlentscheidung suchen
Zitat:“Deshalb sollte man sich klar und unmißverständlich zu der Partei bekennen, die am ehesten der persönlichen Überzeugung entspricht und die möglichst auch gestaltend wirken kann. Aktuell wird viel zu sehr auf die Kanzlerkandidaten und viel zu wenig auf die Programme der Parteien geachtet. Diese sind es, die letztlich die Richtung vorgeben.“
Hier würde ich noch ergänzen, dass der Wähler seine Wahlentscheidung auch noch durch Betrachtung der Grundausrichtung der Parteien (z.B. sozial, konservativ, liberal etc.) bewerten kann, indem er vergleicht, inwieweit eine Partei seiner persönlichen Grundausrichtung entspricht.

Alles Volksparteien

Wir wählen die Stärke der Koalitionspartner !!! Starke Grüne können mehr durchsetzen als Schwache. Die FDP bekommt einen Misterposten. Die CSU Bayern......

Daher wählen wir nur die Richtung. Es sei denn wir wählen Miniparteien. Aber je weiter außen wir wählen desto stärken drängen die Großen in diese Richtung.
Man muss nur aufpassen wenn zuviele zu extrem wählen. Dann kommen plötzlich Vollidioten in Regierungen die so gar keine Ahnung von irgendwas haben.

Obwohl es legitim ist, dass...

...sich keine der Parteien klipp und klar auf einen Lieblings-Koalitionapartner festlegt erinnert dieses Taktieren schon sehr an ein Versteckspiel.

Am meisten stört mich Herr Lindner, der bzw. dessen FDP die Weisheit gepachtet zu haben glaubt und angeblich genau weiß, was in Deutschland künftig zu tun ist, sich trotzdem alle Optionen offenlässt, um ja diesmal mit in der Regierung zu landen.

Mir wäre bzgl. des Wahlprogramms der FDP der bekannte Halbsatz recht: Lieber nicht regieren...

Die Partei wählen, deren Kanzlerkandidat man auf dem Kanzlerstuhl sitzen sehen möchte - das ist diesmal die einzig sinnvolle Wahlvariante.

Taktisch zu wählen kann, wie im Artikel auch sehr klar zum Ausdruck kommt, gewaltig "in die Hose gehen".

AfD zu wählen geht auf jeden Fall dorthin...

@Adeo60 um 10:01

Sie schreiben u. a. „Fast alle Konstellationen sind möglich, mit Ausnahme der AFD, die von allen Parteien als Koalitionspartner kategorisch abgelehnt wird. Stimmen für die AFD sind letztlich verschenkt.“
-> auch wenn ich überhaupt nicht die AfD gut finde - nein, sogar widerlich - kann man m. E. nicht sagen, dass die Stimmen für die AfD „verschenkt“ wären - das ist denjenigen gegenüber, die diese Partei (aus welchen Gründen auch immer) wählen, nicht gerecht; es ist erwiesen, dass es in D ein rechtsnationales Gedankengut gibt, was in etwa dem entspricht, was die AfD als Ergebnis erzielt. Damit muss man in einer Demokratie leben.

„…man sich klar und unmißverständlich zu der Partei bekennen, die am ehesten der persönlichen Überzeugung entspricht und die möglichst auch gestaltend wirken kann.“
-> dem ist wohl so.

„Aktuell wird viel zu sehr auf die Kanzlerkandidaten und viel zu wenig auf die Programme der Parteien geachtet…“
-> dies ist m. E. (leider) mediengesteuert - die verdienen daran.

Der Umzug von grünen und schwarzen Wählern zur Scholz

Der Erfolg von Olaf Scholz in den Umfragen hat ja zwei Quellen.

Zum einen hat die Kanzlerschaft von Angela Merkel verdeckt, dass die Union viele Stimmen bei sich beheimatete, die nicht CDU-, sondern Merkel-Stimmen waren. Die sind jetzt flexibel zwischen den beiden Volksparteien und haben keine Problem mit dem Umzug zum 'dosierten Wechsel'. Motto: Änderung, aber kein Umsturz.

Bei den Wählern der Grünen, die zur SPD wechseln, überwiegt, dass sie zwar grüne Inhalte umgesetzt sehen möchte, aber dabei mit Blick auf das Kanzleramt mehr der Erfahrung und Kompetenz von Scholz trauen als die Unerfahrenheit von Baerbock zu riskieren.

Interessante Erklärung

über die ich schon die ganze Zeit nachdenke, schmunzeln musst ich gleich beim ersten Hinweis, die Blauen sollten doch lieber Schwarz wählen um Rot zu verhindern ;-).

Gehen wir mal davon aus, das Blau und Rot verlorene Stimmen sind, und sich eher zu Kleinparteien mausern.
Dann bleibt ja nicht mehr viel übrig, wenn ich also Grün nicht unterstützen will, kann ich gar nichts wählen. Weil Schwarz ja gerne mit Grün will, Rot will auch mit Grün, und die FDP will ja unbedingt regieren, und macht das am Ende auch mit Grün.
Es gibt also keine Option oder Taktik die irgendwie aufgeht.
Da hilft nur noch der umgewandelte Satz von Lindner, lieber gar nicht wählen, als falsch zu wählen ;-).
Das wäre aber das erste mal das ich meine Stimme behalte, und es bleibt die Frage, was nun?, ich möchte einem Gesicht in der neuen Regierung nicht begegnen.
Ein Lösung gibt es in keiner Konstellation in diesem Jahr.

@ Hador Goldscheitel, um 10:05

...und wenn jemand weder die FDP noch DIE LINKE will?

Nee, das halte ich für keine gute Wahl.

mein linker, rechter Platz ist frei, ich wünsch mir den ...

Gestern noch Kanzlerstimme heute Mittel zur Einflussnahme auf Koalitionentscheidungen. Unsere wertvollste Stimme, die Zweitstimme, muss ganz schön etwas aushalten.
Ich kann nur jedem raten sich nicht einlullen zu lassen. Die eigenen Prioritäten gilt es abzuwägen und dann ist jede Stimme dort gut aufgehoben, wo man sich lieber wiederfindet. Ob man am Ende der Regierungskoalition oder einem fleißiges Lieschen in der Opposition zu einem weiteren Platz verholfen hat, bleibt doch egal. Das Parlament lebt von ehrlichen, faktenreichen und fundierten Auseinandersetzungen.
Hauptsache die Plätze bleiben später nicht leer. Stell dir vor es ist Parlament und keiner geht hin. Ach nee, das haben wir bereits - mein Fehler: Anwesenheitspflicht für Abgeordnete des Bundestages gibt es nicht, aber wir debattieren über taktisches Wählen.

@Hador Goldscheitel um 10:05 / Mass Efect

„Taktisch wählen - geht das? Klar geht das !
Wenn ich die Liberalen unter Chr. Lindner aus der nächsten Regierungsbilderung heraushalten will, dann wähle ich DIE LINKE, und nur DIE LINKE !
Alle anderen Optionen sind nicht zielführend.“

Da haben Sie recht, Hador, taktisch wählen geht - deshalb die Zweitstimme für die FDP, um wirtschaftlichen Sachverstand in der nächsten Regierungskoalition zu ermöglichen ;-).
Eine „Umverteilungsorgie“ und ein außenpolitisches Abseits mit den Linken möchte ich keinesfalls.

Aber jedem sein Ansatz!
Gruß, Wolfgang

Es geht auch anders:

Wenn man die Linken wählt, weiß man, was man bekommt.

Und wenn man AfD wählt, weiß man, was man nicht bekommt.

Hinter schwarz-grün und rot-grün stehen dagegen völlig andere Politikansätze.

Und schwarz-rot-gelb ist eben nicht dasselbe wie rot-schwarz-gelb. Und Lindner hat nur eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen - eine Frage, die sich sowieso nicht stellt.

Das Lindner auch schwarz-grün-gelb recht wäre, finde ich verdächtig. Kann eine Partei mit so vielen „Andockstellen“ überhaupt Werte glaubhaft vertreten ?

Laschet hat immerhin ausgeschlossen, als Juniorpartner in eine Koalition zu gehen. Aber dann macht es halt ein anderer.

Ich halte es sogar für möglich, dass das derzeit unwahrscheinlichste Szenario doch noch eintritt: die Grünen werden stärkste Kraft und Annalena wird „Plötzlich Kanzlerin“.

Klima ist nicht das Problem was die Leute bewegt, sondern ihr Geldbeutel. Das deutsche Steuersystem ist zutiefst sozial ungerecht. Deutschland gilt als Reichenparadies.

Taktisches Wählen macht Umfragen unsicher

Die gegenwärtigen Umfragen der seriösen Institute folgen methodischen Standards und sind qualitativ hochwertig - aber das macht sie nicht zu exakten Vorhersagen.

Gerade das taktische Wählen ist der größte Unsicherheitsfaktor für Umfragen und kann am Ende dafür sorgen, dass Laschet es doch mit der CDU noch an die Spitze schafft.

Deswegen ist der CDU klar, dass sie auch gegen die FDP einen harten Kampf um Stimmen führen muss. Merz ist der Flügelmann der CDU, der die Ränder der AfD-Wählerschaft davon überzeugen soll, dass sie mit der CDU 75 % ihrer Anliegen umgesetzt bekommen, mit der AFD aber 0%.

Das alles hält den Wahlausgang spannend.

RE: Mass Effect um 10:19; 10:05 von Hador Goldscheitel

***Wenn sie eine stabile Regierung die auch in der Außenpolitik Verlässlich sein soll dann garantiert nicht die Linken.***

Warum sollte DIE LINKE nicht für eine stabile Regierung stehen ?
Sie war, bzw. ist an Regierungen in MV, Berlin, Brandenburg, Bremen und Thüringen beteiligt und die hat doch bisher alles doch recht gut funktioniert. Die Regierungsarbeit möchte ich damit aber nicht beurteilen.
Und ich fürchte, Sie übertreiben mit Bedeutung der DIE LINKE in außenpolitischen Fragen, einer Partei, die Sorgen hat überhaupt in den Bundestag in Fraktiongröße einzuziehen (5% Klausel).

Gruß Hador

Neutralität

Obwohl inhaltlich als auch rechnerisch RRG sehr gut möglich ist, wird mehrfach in diesem Artikel von "sehr unwahrscheinlich" und "Drohkulisse" geschrieben.

Für mich sieht guter und neutraler Journalismus anders aus.

Taktisches Wählen? Es geht schon ...

Es wäre für taktisches Wählen aber sinnvoll, wenn die Parteien schon konkretere Koalitionsaussagen machen.

Manche Aussagen liegen dazu vor:
-Keine Partei wird mit der AfD eine Koalition bilden

-CDU und Linke wollen beide mit jeweils der anderen Partei keine Koalition bilden.

-SPD u. Grüne würden gern eine Koalition zs bilden und nur wenn eine 3. Partei nötig ist, noch eine weitere Partei dazu in die Koalition aufnehmen.
Unklar ist, ob das die FDP oder die Linken sind.

Da viele Bürger auf Rot-Rot-Grün setzen u. auch in beiden Parteien viele Mitglieder dies erhoffen, glaube ich, dass Rot-Rot-Grün vor einer Ampel kommt - vor allem, weil RRG die größte "Schnittmenge" haben.
Doch kann es sein, dass viele vormals Linken-Wähler die SPD wählen und dann die Linke Probleme mit der 5 % -Hürde bekommen könnte.
Taktisches Wählen würde hier dann heißen, dass man versuchen muss, die Linken über den 5% zu halten. Ich neige dazu, da mitzumachen.

Viele wollen die Union in der Opposition sehen...

Am 18. September 2021 um 10:08 von MRomTRom

" Unionswähler, die keine RGR wollen, könnten versucht sein, FDP zu wählen, um wenigstens darüber die bürgerliche Schiene in einer Ampel zu stärken und Steuererhöhungen zu vermeiden."

Wäre eine Option, das ist Grün aber auch dabei, Schwarz und Gelb geht ja vielleicht noch, aber es muss ja noch eine Dritte dazu, weil nicht reicht.
Weil Wähler die Schwarz-Gelb unterstützen, ja nicht unbedingt Grün wollen, aus dem Kreis kommt man zwar im Land raus, aber nicht im Bund, siehe Sachsen-Anhalt.
Bleibt das selbe Dilemma, Links in die Regierung kommt, denke ich nicht.
Also kann man zur Not Links wählen, passieren kann nichts.

Taktik

Meine Meinung ist, dass man die Partei wählen sollte, deren Programm und deren bisherige Politik am meisten mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen. Und selbst da ist es schwierig, denn 100 Prozent passt nie zusammen. Das war aber schon immer so, wer in den 1970ern SPD gewählt hat, der bekam auch Atomwaffen und AKWs. Man geht also immer automatisch einen Kompromiss ein, dazu muss man nicht noch eine Partei wählen, von der man eigentlich gar nicht überzeugt ist, nur weil man hofft, dass dann eine Wunschkoalition möglich wäre.
Taktisch kann man meiner Meinung nach höchstens im eigenen Wahlkreis etwas bewirken, wenn es ziemlich wahrscheinlich ist, dass der "eigene" Kandidat keine Chance hat, das Direktmandat zu holen. Kann man dann einen anderen wählen, der bessere Chancen hat.

@ MRomTRom 10:08

"...die bürgerliche Schiene in einer Ampel zu stärken und Steuererhöhungen zu vermeiden."
Ja, ja die bösen Linken und manch SPDler und auch wenige(?) Grüne wollen doch tatsächlich den lieben Leistungsträgern ihr sauer auf die Cayman Islands verschobenes Geld nicht gönnen. Und dann noch unsere Beamten zu normalen Einzahlern degradieren. Das geht nun wirklich nicht, da muss "man" doch einfach FDP wählen und CDU/CSU trotzdem stärken.
Ist natürlich etwas vereinfacht, aber so sind Wahlen nun mal.
War zwar gerade ein anderes Thema, aber warum es nicht möglich ist, bei einem angenommen 600er Bundestag, die Parteien exakt nach ihrer Zweitstimmenprozentzahl zu bedenken, erschließt sich nicht wirklich. Da würde die FDP genauso gut bedacht werden.

@ Wolf1905, um 10:30

re @ Adeo60, um 10:01

Gleichwohl wäre die Stimme für die AfD verschenkt.

Niemand fragt doch danach, ob es einem Wähler gegenüber ungerecht ist, wenn man dessen Partei nicht wählt.

10:22 von MRomTRom

Ich kann mir denken, dass viele Wähler, die nicht zum inneren Kern der AfD gehören, sondern nur aus 'Protest' mal darüber nachdenken, ihre Stimme dort zu verschwenden, im Zweifel doch bei der Union bleiben
#
Ich habe Zweifel das die AfD Wähler darüber nachdenken nicht doch der CDU ihre Stimme geben.Gerde im Osten ist die AfD stark und es sind nicht nur Protest Wähler.Noch immer fühlen sich viele Ostdeutsche gegen über den Westlern in vielen Dingen benachteiligt. So leider auch meine liebe Verwandschaft.

Taktisches Wählen geht

Das haben wir zuletzt deutlich in Sachsen-Anhalt gesehen. Das Ziel, die Afd einzuschränken, hat zu dem Erfolg der CDU und zur Schwäche der anderen Parteien geführt, ein Ergebnis, das so niemand vorher erwartet hatte.

Am 18. September 2021 um 10:22 von Adeo60

Den letzten Satz Stimme ich zu. Nur ist das so gut wie nicht mehr möglich, sei Wochen wird der Wähler durch alle möglichen Medien, welche meistens von den aktuellen Parteien benutzt werden beeinflußt.
Neutralität ist kaum vorhanden.
Z.B habe ich zwei verschiedene sogenannte wahlhilfen oder wahlomate probiert, danach müßte ich eine multiple oder schizophrene Person sein.
Oder bei den Artikeln zu "Prognosen wer mit wem". Die Beispiele sind weitest gehend so erklärt, " wenn man RRG oder RGR verhindern will muss man so oder so wählen"..die Liste ließe sich Fortführen.
Also wo sind es noch freie, selbstbestimmten Wahlen?

Taktisch wählen ?

Besser ist es die Herkunften der Parteien zu überdenken , die Erfahrungen - möglichst langjährig- ausgiebig zu nutzen und sich an die Versprechen der letzten Jahre zu erinnern.
Die verschiedenen "Ministerarbeiten" zu überdenken warum wer zurücktrat und warum wer noch da ist obwohl er eigentlich weg sein sollte ! Dann wird die Luft von ganz allein sehr viel dünner .....

Ich hatte schon einmal geschrieben,

das ich nicht weiß was ich wählen soll.
Nun bin ich aber weiter und wähle etwas Kleines.
Denn die fünf Parteien in der oberen Hälfte sind für mich nicht mehr wählbar .
Laut Umfragen geht es vielen so.

10:36 von Möbius | Bei Wetteinsätzen ein Verlustgeschäft

'Hinter schwarz-grün und rot-grün stehen dagegen völlig andere Politikansätze.
Und schwarz-rot-gelb ist eben nicht dasselbe wie rot-schwarz-gelb. Und Lindner hat nur eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen - eine Frage, die sich sowieso nicht stellt. '

Deswegen ist die Frage, wer die Spitzenposition am Wahlabend einnimmt, von Belang. Also Laschet oder Scholz, Union oder SPD.

'Ich halte es sogar für möglich, dass das derzeit unwahrscheinlichste Szenario doch noch eintritt: die Grünen werden stärkste Kraft und Annalena wird „Plötzlich Kanzlerin“.

Dagegen spricht jegliche Wahrscheinlichkeit. Überraschungen über die Stärke der Parteien am Wahlabend sind drin, aber diese Konstellation ist durch. Ich würde keinen Euro darauf verwetten, und wenn Sie ehrlich sind, würden Sie ihr Vermögen auch nicht darauf setzen.

Am Steuersystem in DE wird sich nur marginal etwas ändern, so oder so.

Am 18. September 2021 um 10:19 von Mass Effect

Zitat:
"...Wenn sie eine stabile Regierung die auch in der Außenpolitik Verlässlich sein soll dann garantiert nicht die Linken..."

Da haben Sie etwas missverstanden, es geht mit den Linken eine verlässliche Politik sowie in inneren als auch im äußeren zu gestalten.
Für mich bedeutet eine stabile Regierung, nicht im Fahrwasser der USA sondern in der EU stark zu sein.

@möbius

"Laschet hat immerhin ausgeschlossen, als Juniorpartner in eine Koalition zu gehen. Aber dann macht es halt ein anderer."
-
Stimmt, hat er. Finde ich sehr fragwürdig sowas. Mal abgesehen davon, dass ich sehr glücklich wäre, ginge die Union in die Opposition, ist das kein einer demokratischen Partei würdiges Verhalten. Entweder ganz oder gar nicht ist der Gedanke dahinter. Aber was wurde die SPD vor vier Jahren nicht unter Druck gesetzt. Hätten die Sozialdemokraten damals auch gesagt, als Juniorpartner geht es nicht, dann hätte es wahrscheinlich Neuwahlen gebraucht. Und danach nochmal. Und nochmal. Zum Glück hatten wir gerade in dieser schwierigen Zeit die Sozialdemokratie in der Regierung. Aber die CDU will sich also ihrer Verantwortung einer demokratischen Partei entziehen. Das wäre für mich ein weiterer Grund, meine Stimme einer anderen Partei zu geben.

Karnevalisten verhindern

Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde …

… aber bei dieser Wahl sind mir sogar die AfD und Linksradikalen lieber, als die CDU Wähler!

… dieser Karnevalist muss in meinen Augen unbedingt als Kanzler verhindert werden!

… um jeden Preis!

@Demokratie-in-Gefahr

"
Am 18. September 2021 um 10:45 von Demokratie-in-Gefahr
Neutralität

Obwohl inhaltlich als auch rechnerisch RRG sehr gut möglich ist, wird mehrfach in diesem Artikel von "sehr unwahrscheinlich" und "Drohkulisse" geschrieben.

Für mich sieht guter und neutraler Journalismus anders aus."

Wenn Sie etwas neutrales lesen wollen, empfehle ich Ihnen das Bundesgesetzblatt.
Kein Journalist und kein Medium - auch nicht die öffentlich-rechtlichen - ist dazu verpflichtet neutral zu berichten. Aus vielen Gründen. Zum einen: Es verstößt gegen die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit. Die gilt nämlich auch für Journalisten. Zum anderen: Es geht gar nicht. Schon die Auswahl desThemas ist Meinung.

Egal wie für Sie "neutraler" Journalismus aussehen soll, es gibt Ihn nicht. Es ist eine Fata Morgana.

Wen kenne ich?

Auf diesem Stimmzettel kenne ich zwei Personen mit Namen:

- Alexander Dobrindt
- Peter Boehringer.

Wenn ich mir ansehe, wie und mit welchen Erfolgen sich die betroffenen Kandidaten in den letzten Jahren eingesetzt haben, dann bleibt eigentlich nur Einer übrig.

Taktik:
Wenn abzusehen ist, daß der Kandidat der eigenen Partei nicht gewinnen wird, dann könnte die eigene Stimme das Zünglein sein, ob der CSU- Mann (ja, der Biomüller ist ein Mann!) direkt gewählt wird und damit weiteren 20 Personen per Überhang- mandat den Einzug in den Bundestag ermöglicht.

RE: Wolf1905 um 10:36; @Hador Goldscheitel um 10:05

***Da haben Sie recht, Hador, taktisch wählen geht - deshalb die Zweitstimme für die FDP, um wirtschaftlichen Sachverstand in der nächsten Regierungskoalition zu ermöglichen ;-).
Eine „Umverteilungsorgie“ und ein außenpolitisches Abseits mit den Linken möchte ich keinesfalls.***

Aber die Umverteilungsorgie, wie Sie das nennen, hatten wir doch schon mit der Agenda 2010 wurden hohe Einkommen massiv entlastet auf Kosten der kleinen Einkommen, bzw. den Erwerbslosen. Dies hat die Spaltung unserer Gesellschaft in arm und reich in radikaler Weise verstärkt. Dies so weiter zu führen halte ich für demokratiegefährdend. Daher braucht es keinen Herrn Lindner in der nächsten Regierung, der diese Spaltung weiter zementieren möchte.
Zuletzt folgte Mütterrente, Baukindergeld und Kaufprämien für Kfz's dazu, diesmal für die "Mitte". Die ALG II-Bezüge sollen um € 3 steigen, bei 3,9 % Inflation. Jeder Arme, oder von Armut bedrohte ist betroffen, also jeder 5. Mitbürger. => Linke wählen, jetzt !

Gruß H.

10:47 von hbacc | Die Ist-Aufnahme zuerst

'Ja, ja die bösen Linken und manch SPDler und auch wenige(?) Grüne wollen doch tatsächlich den lieben Leistungsträgern ihr sauer auf die Cayman Islands verschobenes Geld nicht gönnen. Und dann noch unsere Beamten zu normalen Einzahlern degradieren. Das geht nun wirklich nicht, da muss "man" doch einfach FDP wählen und CDU/CSU trotzdem stärken. '

Für mich kommt immer die Ist-Aufnahme der Realität und der Risikofaktoren für meine Annahmen zuerst. Eine Ingenieursmarotte ;) Das war die Grundlage meiner Überlegungen zur CDU-FDP 'Austauschtaktik'.

Bewertungen und Päferenzen waren da noch nicht dabei.

Am 18. September 2021 um 10:29 von stgtklaus

Man muss nur aufpassen wenn zuviele zu extrem wählen.
Dann kommen plötzlich Vollidioten in Regierungen die so gar keine Ahnung von irgendwas haben.
#
#
Kennen Sie den unterschied von Oppositionsparteien und Regierungsparteien?
Nur RG liebäugelt mit der SED Nachfolgerpartei.

@Hador Goldscheitel: Richtig - Zustimmung

Und man wählt ausser Taktik auch eine gehörige Portion Strategie mit klaren Positionen dazu. Es rentiert sich das Programm einmal zu lesen.

Grüne Wechselwähler

Ich denke, das Umfrage-Hoch von Scholz hat auch was mit taktischem Wählen zu tun. Frau Baerbock hat es mit ihren handwerklichen Fehlern "vergeigt". Viele Menschen möchten aber trotzdem, daß es mit dem Klimaschutz vorangeht. Und das geht nunmal am zweitbesten mit Scholz.

Schwarz-Grün wäre für viele, die um das Klima ernsthaft besorgt sind, ein No-Go: Man stelle sich vor Frau Baerbock sitzt auf dem Fahrrad und strampelt bergauf. Hinten auf dem Gepäckträger sitzt Armin Laschet und bremst was das Zeug hält, damit das Gespann nicht bergab rollt.

Viele Grünen dürften also ins Scholz-Lager gewechselt sein.

10:05 von Hador Goldscheitel

um einen kanzler scholz/baerbock zu vermeiden, muss man FDP wählen, nur FDP, sonst stürzt unser land ins elend.

Also

Die Überlegung taktisch zu wählen liegt mir fern und am Wahlsonntag wird im Wahllokal die Stimme abgegeben.
Die Entscheidung wo das Kreuz gemacht wird ist schon getroffen.
Wie es dann aus geht wird man sehen.

Natürlich geht das

Man muss nur wissen, was man bezwecken will.
Ich habe mich entschieden den Versuch zu machen den lokalen immer wieder gewählten und in meinen Augen "Obermauschler" endlich und hoffentlich loszuwerden und den aussichtsreichsten Gegenkandidaten zu unterstützen. Mit der Zweitstimme im Bundestag dafür zu sorgen, dass es noch ein Mindestmass an Kontrolle dort gibt und zumindest im Nachhinein die Bevölkerung informiert wird was dort wieder hinter verschlossenen Türen ausgekungelt wurde.
Nur um für Klarheit zu sorgen, AFD geht garnicht, auch wenn eine Reihe von Thesen richtig klingen, denn das Risiko, dass die im Hintergrund aktiven Neonazis und deren industrielle Sponsoren sofort die Chance ergreifen werden den Laden und das Land zu übernehmen. Sowas hatten wir schon mal in Deutschland und leider gibt es vergleichbare Konstrukte in fast allen Ländern.

um 10:57 von MRomTRom

'Ich halte es sogar für möglich, dass das derzeit unwahrscheinlichste Szenario doch noch eintritt: die Grünen werden stärkste Kraft und Annalena wird „Plötzlich Kanzlerin“.
#
Ganz unmöglich ist es nicht das die Grünen stärkste Kraft werden.CDU ist im sinkflug und bei der SPD wähle ich nicht nur Scholz sondern auch Esken und Kühnert mit die sich ja sehr weit nach links sich positionieren.

Ein weiteres taktisches Motiv - 'staatstragend' sein

Taktisch wählen ist nicht nur eine Frage von Parteien, sondern auch von Inhalten und der Frage der Stabilitiät der Demokratie. Was das heißt ?

Einerseits wäre für die Demokratie wichtig, dass das Kanzleramt nicht immer nur mit der Union fest verbacken bleibt. Die neue Offenheit zur Möglichkeit des Wechsels tut ihr gut.

Andererseits muss uns klar sein, wie wichtig die beiden (ehemals noch größeren) Volksparteien SPD und Union als Stützen für die Stabilität der deutschen Demokratie sind.

Deswegen würde es ihr nicht gut tun, wenn auch nur eine der beiden unter die 20 % Linie absackt. Unterschiedliche Koalitionen und taktische Überlegungen dazu sind das neue 'normal'. Aber wetterfeste Säulen müssen stehen bleiben und die parlamentarische Demokratie tragen.

@ Hador

Ich gehe mit Ihnen mit und sogar noch ein Schritt weiter, abgesehen von den Programmpunkt "Austritt aus der NATO..welcher eh bei Koalitionsverhandlungen fallen würde" sehe ich bei den Linken eine stabile Außenpolitik als bei den anderen. Die einzige Partei die nicht mit Dikdatoren "kuscheln" würde , nur al Beispiel, bei Länder wie Katar, Saudi usw..
Gibt vieles zu kritisieren bei den Linken die Außenpolitik eher nicht.

10:56 von Ingo hamann

mir ist von vielen jungen leuten erzählt worden, daß ihnen volt gefällt, weil sie europäisch denken und ein vernünftiges wahlprogramm haben. aber die kommen ja nicht an die 5%, also ist die stimme weg, aber volt bekommt geld für die nächste wahl, wenn es sie dann noch gibt

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