Politische Debatte über Prüfung des Mali-Einsatzes

17. September 2021 - 08:44 Uhr

Die berüchtigte russische Söldnertruppe Wagner soll offenbar die malische Armee ausbilden. Wehrbeauftragte Högl fordert deshalb, "über Sinn und Zweck" des Bundeswehreinsatzes in Mali zu reden. Auch das Außenministerium zeigte sich besorgt.

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Kommentare

Deutschland verteidigen

Die Bundeswehr hat nur ein einziges Land der Welt zu verteidigen: Deutschland. Was gehen uns islamistische Aufständische in Mali an? Ich hoffe inständig, dass die Politik aus dem Afghanistan-Desaster gelernt hat.

Suppe

Alles was die Bundeswehr in Mali macht, ist Suppe und Munition für die Franzosen fahren. Das selbe Spiel wie in Afghanistan für die USA. Ob und inwiefern das wichtig ist... nunja.

Haben nicht deutsche und

Haben nicht deutsche und französische Soldaten bisher für die Ausbildung der malischen Soldaten und anderen Sicherheitskräften in Mali gesorgt?
Und weil Franzosen und Deutsche das malische Militär so gut ausgebildet haben, war immerhin der Militärputsch in Mali ein Erfolg.
Dem übrigens sowohl Frankreich als auch die BRD tatenlos zugesehen haben.
Sicherlich aber nicht grundlos.
Dass die malische Militärregierung nun keinerlei Interesse mehr an den Ausbildungsinhalten hat, ist ja sehr verständlich. Nicht dass sie auch gestürzt werden.
Andererseits könnten Russland, Deutschland und Frankreich hier sehr gut zeigen, dass sie gegen den Islamismus zur Zusammenarbeit fähig sind. Das wäre doch ein positiver Aspekt.
Aber eigentlich haben wir dort nichts zu suchen.

Timbuktu,

das neue Bayreuth?

Grundlegendes Missverständnis über den Sinn und Zweck des

Bundeswehreinsatzes:

Es geht hier nicht um die malische Regierung, sondern um die malischen Bürger. Die müssen vor einer Regierung geschützt werden, die mit solchen Söldnern gemeinsame Sache macht: „Am Dienstag hatte der französische Außenminister Le Drian die mögliche Zusammenarbeit der malischen Regierung mit der sogenannten Gruppe Wagner kritisiert. Dabei handelt es sich um russische Söldner, denen in der Vergangenheit bereits Folter und ein extrem gewaltsames Vorgehen vorgeworfen wurden“/"Wagner ist eine Miliz, die in der Vergangenheit in Syrien und der Zentralafrikanischen Republik mit Misshandlungen und allerlei Verstößen bewiesen hat, dass sie kein Teil einer Lösung (…) ist"

„Der Einsatz soll der Stabilisierung in dem westafrikanischen Land dienen“

Wie wichtig der Schutz der Bevölkerung (jeder!) vor Terroristen jeder Couleur ist, macht diese Reportage sehr deutlich:

daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/mali-keine-ruhe-im-krisenstaat-video-100.html

Evaluierung

In der Wirtschaft aber nun auch in Politik breitet sich verstärkt ein Gedanke aus - Evaluierung. Die Entscheider sehen sich die Folgen ihrer Entscheidung an und überdenken diese nochmals mit der Möglichkeit die Entscheidung anzupassen oder sich ganz anders zu entscheiden.

Da wird also eine Armee geschult und unterstützt, die schon zwei mal geputscht hat. Die Überprüfung des Mali-Einsatzes ist dringends geboten.

"..Högl fordert Überprüfung.."

Warum das? Ändert der (wo mögliche) Einsatz privater russischer Sicherungskräfte etwas an der strategischen Situation? Hat man Afghanistan verlassen, weil die US Kammeraden private Sicherungskräfte vor Ort hatten???
Man ist der Lösung der Situation doch offenbar nicht näher gekommen (ähnlich wie in Afghanistan) und spielt offenbar Katz und Maus. Begründung für eine "Überprüfung" muss also das "Katz und Maus" Gespiele sein und nicht die Einmischung Moskaus.
Wenn man Militär einsetzt, dann gewinnt man entweder einen "Krieg", oder man verliert ihn, das sind die Optionen und wenn man ersteres nicht entschlossen vor hat, dann unterlässt man das Engagement. Das ist der Punkt.

Re : nie wieder spd !

Ich denke, dass Putin bewusst nicht das normale Militär schicken will, denn eine Söldnertruppe kann er verleugnen, und so die wahren Absichten verschleiern.
In meinen Augen ist es ein Unding, dass sich ein Land wie Russland, das so groß ist, eine Söldnertruppe leistet, die dann die Drecksarbeit leistet, damit der "Monarch" seine Hände in Unschuld waschen kann.
Dass weder die Franzosen noch deutsche Soldaten den Putsch nicht unterbunden haben, ist ein Armutszeugnis für beide. Vielleicht geschah es aber auch bewusst, weil man die eigentliche Regierung los werden wollte. Nun müssen sie die neuen Herren akzeptieren, und dies wird schwer genug. Nur wenn die Söldner kommen sollten, dann sollte die BW die Konsequenzen ziehen und gehen, weil ich gegen jede Zusammenarbeit mit Verbrecher bin.

Mali-Einsatz

Jeder Einsatz deutscher Soldat*innen gegen IRGENDWELCHE Islamisten provoziert diese, Anschläge auch in D zu planen und durchzuführen.
Wann eigentlich lernen NATO und UNO, dass sie nicht überall auf der Welt "helfen" können und viele ihrer Einsätze ganz einfach SINNLOS sind???
Ich war und bin schon immer der Auffassung, dass die Bundeswehr NUR IN D ihre Aufgaben hat.

Raus aus Mali

Wenn Mali mit den russischen Söldnern neue Ausbilder für seine Militärs gefunden hat, dann kann die Bundeswehr doch bitte gerne nach Hause kommen. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass deutsche SoldatInnen nach Deutschland oder Europa gehören. Vielleicht ist das jetzt die Chance.
Dass AKK hier wiedermal keine gute Figur macht mit ihrem Tweet, sei mal nur am Rande erwähnt.

09:00, Louis2013

>>Die Bundeswehr hat nur ein einziges Land der Welt zu verteidigen: Deutschland. Was gehen uns islamistische Aufständische in Mali an? Ich hoffe inständig, dass die Politik aus dem Afghanistan-Desaster gelernt hat.<<

Nationalismus kann auch als Pazifismus mißverstanden werden.

Was für Landesverteidigungseinsätze der Bundeswehr können Sie sich denn vorstellen? Gegen wen?

Die große Pazifistin Bertha von Suttner hat in ihrer Friedensnobelpreisrede, 1905, eine internationale Eingreiftruppe gefordert, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn zwischen oder innerhalb von Staaten bewaffnete Auseinandersetzungen drohen oder wenn Menschen mit Waffengewalt unterdrückt werden.

UN-Missionen sind ein Versuch, diese Idee mit Leben zu erfüllen.

Der Mali-Einsatz der Bundeswehr war ursprünglich eine UN-Mission.

UN-Missionen sind meiner Ansicht nach die einzigen zu rechtfertigenden Militäreinsätze.

Streitkräfte lösen keine Probleme....

Ein Land mit nur bedingter Staatlichkeit, mit einer teilweise korrupten politischen Führung, deren Legitimation mehr als fraglich ist, kann nicht durch fremde Truppen stabilisiert sondern nur temporär verwaltet werden.

Zum wiederholten Male muss die deutsche Politik erkennen, dass ihre Global-Player-Allüren nicht greifen, weil zum einen die dafür notwendige militärische Potenz, zum anderen aber auch zurecht der gesellschaftliche Wille fehlt, diese Militäraktionen fern des eigenen Kontinents durchzuführen, weil dies mitnichten der eigenen Sicherheit dient, diese eher konterkariert.

Ein Abzug aus Mali ist mehr als überfällig und sollte jetzt auch so schnell als möglich erfolgen. Bleibt zu hoffen, dass die Soldaten ebenso unbeschadet da herauskommen wie aus Afghanistan, und das unsere Streitkräfte zukünftig nicht mehr als Instrument unserer Politik missbraucht werden.

09:15, Duzfreund

Ist „private Sicherheitskräfte“ der neue Begriff für Söldner?

Klingt jedenfalls besser, freundlicher.

Die halbe Wahrheit klingt äußerst unlogisch.

Die Bundeswehr kann also keine Islamisten in Mali bekämpfen, weil russischer Söldner die Armee ausbilden. Wer soll denn diese absurde Geschichte glauben?

Geht es vielleicht doch eher um die deutsch-französische Freundschaft bei der Sicherstellung der Uranversorgung? Da könnte der Russe nämlich wirklich dazwischenfunken, wenn er mit den malischen Machthabern anbändelt.

09:14 von Carlos12

"In der Wirtschaft aber nun auch in Politik breitet sich verstärkt ein Gedanke aus - Evaluierung."

Bisschen spaet fuer den gesunden Menschenverstand. Nichts anderes ist Evaluierung. Aber vielleicht hilft es ja, es so zu bezeichnen. Dann kann man es besser abheften.

Dem Vernehmen nach..

.. wird in Mali Uran gewonnen, welches für Frankreich wichtig ist (Force de Frappe, dazu zahlreiche Kernkraftwerke). Ich kann mir nicht vorstellen, daß Frankreich diese Lieferquelle an Rußland abgibt. Was die Bundeswehr dort zu verteidigen hat ist mir unbekannt.

um 09:00 von Louis2013

,,Deutschland verteidigen
Die Bundeswehr hat nur ein einziges Land der Welt zu verteidigen: Deutschland. Was gehen uns islamistische Aufständische in Mali an? Ich hoffe inständig, dass die Politik aus dem Afghanistan-Desaster gelernt hat."

Ich hoffe inständig, daß in ganz Westafrika nicht ein elender Flächenbrand mit unkalkulierbaren Folgen ausbricht. Freilich auch für Sie, denn dann wird es für Europa sehr ungemütlich wegen Flüchtlingswellen, wie sie es noch nie bisher gab. Sicher haben Sie wie hundert andere User mal gegoogelt, wer verdammt nochmal diese Berserker sind, die für Global Player, Gewaltherrscher und den elitären Abschaum einer konspirativen Blase eitler Militärs die Drecksarbeit machen.

Mali war schon immer ein Land voller Schönheit und Kultur, das es einfach nicht verdient hat, auf diese Art ausgeliefert zu werden an eine Militärjunta und den Horror, den marodierende, seelenlose Söldner überall anrichten, wo es um nichts als Geschäfte geht.

09:33 von fathaland slim

"Die große Pazifistin Bertha von Suttner hat in ihrer Friedensnobelpreisrede, 1905, eine internationale Eingreiftruppe gefordert,"

Sie sind eine Wissensquelle mit dem richtigen Wasser. Da muss ich mal Danke sagen.

@Nettie - Auslandseinsätze dienen politischen Interessen.

09:14 von Nettie:
"Es geht hier nicht um die malische Regierung, sondern um die malischen Bürger."

Es geht in keinem Auslandseinsatz um die Bürger. Es geht um politische oder wirtschaftliche Interessen.

Wenn es um die Bürger ginge, würde das viele Geld zur UN und nicht in irgendwelche Militäreinsätze fließen.

Überprüfung ist

immer gut, und da ich generell Auslandseinsätze negativ finde, sollten wir verschwinden, bevor das nächste Desaster droht.
Die BW ist zur Verteidigung unseres Landes da, und so sollte es auch bleiben, in dem Fall bin ich ganz weit Links.
Und wir haben ja Wahlen, da werde ich meinen Teil dazutun.

Re : fathaland slim !

Ja, im Grunde sollte jedes Land seinen eigenen Weg finden, was anscheinend auf dem afrikanischen Kontinent nicht wirklich einfach ist, weil es zu viele Personen gibt, die nur an die Macht wollen, um ihre eigenen Taschen zu füllen, das Volk unterdrücken wollen, den Menschen ihre Ideologie einflößen, immer korrupter werden, aber in keiner Weise Stabilität schaffen.
Wenn nun zum Schutz fremde Soldaten kommen, sollten diese lediglich die Menschen unterstützen, die auch einen vernünftigen Plan haben. Solange dies unter dem Mantel der UN geschieht, finde ich es in Ordnung. Nur eine Söldnertruppe wäre komplett das Falsche !

Das wäre doch mal was.

Alle halten sich aus allem raus.
Verhungern Kinder weil Regierungen Nahrung und Hilfe verweigern: Egal!
Ihr könnt wegen Minen nicht aufs Feld: Egal!
Bekommen sie keine medizinische Hilfen: Egal!
Werden Frauen, Kinder und Alte von Volksstämmen vertrieben und ermordet: Egal!
Die Soldaten brauchen wir dann zur Sicherung unserer Außengrenzen. Millionen werden jedes Jahr flüchten, sich auf den Weg zu uns machen ... aber das ist ja ... egal.
Wir berichten einfach nicht drüber. Sonst schmeckt wo möglich das Abendbrot nicht mehr.
Für unser gutes Gewissen spenden wir einfach. Und da ja kein Helfer mehr im entsprechenden Land ist, überweisen wir das Geld, an wen auch immer: Kauft euch was schönes.
76 Jahre Frieden und unsere vollen Bäuche verstellen unseren Blick denen gegenüber, die täglich ums Überleben kämpfen müssen.
Aber auch das ist ja ... Egal.
Denkt mal beim Mittag darüber nach ... bei einer Cola Light und wenn der Fettrand vom Kotelett abgeschnitten wird.

Bundeswehreinsätze

Die Bundeswehr ist eine Paramentsarmee.
Der Bundestag entscheidet über einen Einsatz und auch darüber, ob er vorzeitig zu beenden ist. Das gilt auch für Mali.
Darüberhinaus ist die Bundeswehr nicht einfach so, per Order Mufdi dort, sondern im Rahmen eines UN- Mandats. Es gab vor dem Einsatz internationale Absprachen und Rahmenbedingungen und die gibt es auch jetzt noch.
Es kann also nicht einfach entschieden werden: "Morgen ziehen wir ab!"
Vor zukünftigen Einsätzen sollte dies gründlicher berücksichtigt werden.
Meine persönliche Meinung: Die Bundeswehr sollte ausschließlich für die Landesverteidigung eingesetzt werden, so wie es das Grundgesetz vorsieht, ohne wenn und aber.

09:40, Nachfragerin

>>Die Bundeswehr kann also keine Islamisten in Mali bekämpfen, weil russischer Söldner die Armee ausbilden. Wer soll denn diese absurde Geschichte glauben?<<

Niemand. Die haben Sie sich ja auch ausgedacht. Zumindest steht das nicht im Artikel.

>>Geht es vielleicht doch eher um die deutsch-französische Freundschaft bei der Sicherstellung der Uranversorgung? Da könnte der Russe nämlich wirklich dazwischenfunken, wenn er mit den malischen Machthabern anbändelt.<<

Sie meinen, Sinn der Wagnerfestspiele sei der Zugriff „des Russen“ auf malinesisches Uran?

Was die Uranversorgung mittels deutsch-französischer Freundschaft angeht, im Erzgebirge liegt noch so einiges davon. Und auch hier, im Landkreis Osnabrück, kenne ich Pechblendevorkommen.

Späte Einsicht

Wenn Frau Högl, die bei Amtsantritt über keine militärpolitischen Vorkenntnisse verfügte, jetzt den Einsatz in Mali in Frage stellt, kommt das reichlich spät.
Wie oft haben dort seit Beginn des Bundeswehrengagements dortige Militärs geputscht?
Zweimal, glaube ich. Das behinderte aber nicht die Fortführung des Mali-Abenteuers.
Erst jetzt, wo gerüchteweise russische Söldner mit Putins Segen dort ausbilden sollen, wird der Sinndiskurs gefordert.
Eine klare Linie sieht anders aus.
Immerhin hat sie nicht getwittert, gesungen, oder dem Rest der Republik ein selbstgemachtes Bild überreicht.
Sie hat ein Zeitungsinterview gegeben.
Recht so.
Jetzt ist endlich ein Diskurs möglich.

@Traumfahrer - Welche Ziele verfolgt Russland?

09:24 von Traumfahrer:
"Ich denke, dass Putin bewusst nicht das normale Militär schicken will, denn eine Söldnertruppe kann er verleugnen, und so die wahren Absichten verschleiern."
> Sie sind auf dem richtigen Weg. Nur was sind die wahren Absichten der russischen Regierung? Und welche Ziele verfolgen Frankreich und Deutschland?

Es kann ja nur zwei Gründe haben, dass mit dem Auftauchen der Russen nun über einen Abzug der Bundeswehr nachgedacht wird:
1) Russland übernimmt unseren Job. (War die Ausbildung der malischen Armee unser Job?)
2) Russland verhindert das, was wir dort versuchen. (Wollten wir die Ausbildung der malischen Armee verhindern?)

"Nur wenn die Söldner kommen sollten, dann sollte die BW die Konsequenzen ziehen und gehen, weil ich gegen jede Zusammenarbeit mit Verbrecher bin."
> Was unterscheidet Soldaten von staatlichen finanzierten Söldnern? Die zweite Gruppe steht auf keiner offiziellen Liste. Das ist alles.

Traumfahrer

"In meinen Augen ist es ein Unding, dass sich ein Land wie Russland, das so groß ist, eine Söldnertruppe leistet, die dann die Drecksarbeit leistet, damit der "Monarch" seine Hände in Unschuld waschen kann."
Die Ausbildung kann ja dann Academi, aka Blackwater, übernehmen. Die haben ja einen einwandfreien Ruf.

Nach

Afghanistan rückt nun offenbar (zurecht) Mali in den Fokus. Nicht nur in Afghanistan geht es den Bewohnern schlecht.
Wann kommt die Luftbrücke nach Deutschland für Menschen, die in Mali großen Gefahren ausgesetzt sind und ausreisen wollen ?

Kolonialmächte

Wir spielen in Afrika immer noch die Kolonialmächte. Kommen und gehen wie es uns passt. Unterstützen Militärputschisten wenn es uns in das Konzept passt.
Unterstützen korrupte Regierungen wenn sie so agieren wie wir es uns vorstellen.
Aber wehe es kommen andere Krieger als unsere ! Das sind schließlich immer noch unser Kolonien !
Wenn wir weiter so handeln und denken dann werden wir uns in Afrika und vielen anderen regionen in permanenten
Kriegszuständen befinden. Wollen und vor allem dürfen wir das ?

um 09:50 von Nachfragerin @Nettie -

Auslandseinsätze dienen politischen Interessen.
09:14 von Nettie:
["Es geht hier nicht um die malische Regierung, sondern um die malischen Bürger."]

"Es geht in keinem Auslandseinsatz um die Bürger. Es geht um politische oder wirtschaftliche Interessen.

Wenn es um die Bürger ginge, würde das viele Geld zur UN und nicht in irgendwelche Militäreinsätze fließen."

Mir wird immer ganz kalt, wenn Sie jedem Menschen mit Entscheidungsgewalt über Viele zusprechen, an nichts zu denken außer an Macht, Geld und Einfluss. Wäre dem so, würde man die Erde von oben sehen wie eine Kugel mit einem Kegel. Nach innen. Die alte Mali - Mission hatte einen eingeschränkten, positiven Charakter, was Ihnen jeder friedliebende Mensch dort bestätigen wird, nachdem die Islamisten vertrieben wurden aus Timbuktu z. B. Die Liste der zweifelhaften Unternehmungen dieser Söldnertruppe ist ziemlich lang. Viele Russen werden stolz darauf sein. Ich kann mich nur angewidert vom 1. Eindruck wegschreiben. Die Malier nicht

Strategiewechsel

Von der jetztigen Bundesregierung können in der Frage der Auslandseinsätze der Bundeswehr keine Entscheidungen mehr erwartet werden. Die kommende Regierung wird aufgefordert, eine entscheidende Wende einzuleiten, die die Konsequenzen aus der Afghanistan-Operation zieht. Wenn Frankreich seine Truppen aus Mali abziehen will dann ist das ein unmißverständliches Zeichen, daß die bisherigen Strategien alle falsch waren. Länder wie Mali müssen die Verantwortung für eine Kooperation mit privaten Söldnertruppen selbst tragen.
Deutschland,Frankreich - letztlich die EU - sollten sich da überhaupt nicht involvieren. Wenn man glaubt,das nicht verantworten zu können, dann muß eine gänzlich andere Strategie eingeleitet werde. Und zwar - gleichsam als Test für neue Europa-Rußland-Beziehungen - durch eine Kooperationsvereinbarung mit Rußland. Es wäre bedeutsam, wie Putin auf einen solchen Vorschlag reagieren wird. Jedenfalls muß die kommende Bundesregierung in dieser Richtung arbeiten - oder abtreten

09:36 von fathaland slim ..Ist „private Sicherheitskräfte“

Im ernst wollte ich mir aufgrund der Lage keine allzu wertenden Begriffe erlauben, denn man weiß ja nicht ... vielleicht werden diese Leute später (so sie denn zum Einsatz kommen) gegen Teile der eigenen Bevölkerung (Opposition) oder als "Ausbilder" eingesetzt - nähere Bezeichnungen verböten sich also.
Vermutlich sind "unsere" Ausbilder ja in Mali ähnlich erfolgreich, wie in Afghanistan. Welche Regierung möchte sich darauf schon verlassen.

"UN-Missionen sind meiner

"UN-Missionen sind meiner Ansicht nach die einzigen zu rechtfertigenden Militäreinsätze."

Der Korea-Krieg war so eine UN-Mission. Ergebnis, Zitat Wikipedia: "450.000 Tonnen Bomben wurden vor allem von der US Air Force abgeworfen, dabei kamen 32.357 Tonnen Napalm zum Einsatz.[18] Dies war zum Teil verheerender als im Vietnamkrieg, weil in Nordkorea mehr Ballungszentren mit größerer Bevölkerungsdichte und mehr Industrie existierten als später in Vietnam."

Hört sich für mich nicht überzeugend an, diese Rechtfertigung von UN-Einsätzen.

"In meinen Augen ist es ein

"In meinen Augen ist es ein Unding, dass sich ein Land wie Russland, das so groß ist, eine Söldnertruppe leistet, die dann die Drecksarbeit leistet, damit der "Monarch" seine Hände in Unschuld waschen kann."

Zitat Wikipedia: "Im September 2007 wurde Blackwater die Lizenz für den Irak von den dortigen Behörden entzogen, da Mitarbeiter Blackwaters nach einem angeblichen Angriff auf ihren Konvoi in eine Menschenmenge geschossen hatten. Bei diesem Vorfall wurden auf dem Nissur-Platz in Bagdad 17 Zivilisten getötet und 24 Menschen schwer verletzt."

Im Jahr 2007 kam der "Monarch" aus den USA und die Söldner waren bei einem US-Unternehmen angestellt.

10:13, Hans_Silberblick

>>Traumfahrer
"In meinen Augen ist es ein Unding, dass sich ein Land wie Russland, das so groß ist, eine Söldnertruppe leistet, die dann die Drecksarbeit leistet, damit der "Monarch" seine Hände in Unschuld waschen kann."
Die Ausbildung kann ja dann Academi, aka Blackwater, übernehmen. Die haben ja einen einwandfreien Ruf.<<

Rufmäßig tun sich Blackwater und Wagner nicht viel.

Sie machen die Drecksarbeit, während sich ihre Auftraggeber die Hände in Unschuld waschen.

09:50, das ding

Danke für die Blumen!

:=}

Am 17. September 2021 um 09:10 von fathaland slim

„Timbuktu,
das neue Bayreuth?“

Sie haben Recht.

In Timbuktu findet seit 2003, jeweils im Januar, das Musik Festival au Désert statt.

Früher hielt man Timbuktu für eine Gold- Stadt in Europa mit großem Reichtum und Zentrum des Goldhandels.
Timbuktu war schwer zu erreichen, daher auch der Satz "Geh doch nach Timbuktu".

Aber im Gegensatz zu Bayreuth mit seinem Verkehrslandeplatz (Flugplatz),
hat Timbuktu einen Flughafen und ist somit für die Bundeswehr einfach zu erreichen.

Was dann ?

Am 17. September 2021 um 09:59 von H. Hummel
Alle halten sich aus allem raus.

Ja schreckliche Szenarien die hier aufgezählt werden.
Wenn die Logik wäre wir mischen uns überall ein und alles wird gut dann sofort ja !!
Frage ist das so ? Nein ! Im Gegenteil !
Im übrigen sollten wir dann z.B. sofort über ein Mandat in Indien nachdenken die Armut dort ist groß Menschen verhungern die Unterdrückung ganzer Bevölkerungsgruppen findet statt frauen werden Zwangsverheiratet ect.

09:58 von Traumfahrer

"weil es zu viele Personen gibt, die nur an die Macht wollen, um ihre eigenen Taschen zu füllen".
Lasst solche Probleme doch erstmal in unserem eigenen Land lösen.

um 09:59 von H. Hummel Das wäre doch mal was.

,,Alle halten sich aus allem raus.
Verhungern Kinder weil Regierungen Nahrung und Hilfe verweigern: Egal!
Ihr könnt wegen Minen nicht aufs Feld: Egal!
Bekommen sie keine medizinische Hilfen: Egal!
Werden Frauen, Kinder und Alte von Volksstämmen vertrieben und..."

Danke für die aufrüttelnde Ansprache. Wenn ich mich zwischen Job und Fürsorge ab und an in dieses Forum begebe, welches ich ganz ehrlich sehr bereichernd finde, bin ich am Ende fast immer erschöpft von der Macht, die die abgebrühte Gleichgültigkeit mancher Mitmenschen über meine Seele bekommt. Da bahnt sich die Doppelbestrafung eines Kulurvolkes an, das selbst nichts hat von den bislang unerschlossenen Reichtümern in den Böden ihrer Ahnen und die sicher mehrheitlich diese auch gerne dort lassen würden.
Anstatt Mitgefühl für die im Stich gelassenen Malier nichts als egozentrisches Taktieren eines auf Absenz geschulten Restgewissens im Hinblick auf erwartete Steuerlasten. Ich habe die
'Gnade der späten Geburt' in Verdacht.

Überprüfen ist per se ja nicht verkehrt...

hat man vielleicht gesehen, was die Ausbildung des Militärs in Afghanistan gebracht hat und guckt, ob man in Mali eigentlich die gleichen Fehler macht... wenn die Bundeswehr abziehen würde ( falls wegen UN Mandat überhaupt möglich), liefen die ausgebildeten Militärs binnen eines Tages zu den Islamisten o.a. über ? Zöge die UN , die Bundeswehr ab, ergäbe sich ein Vakuum, welches dann w e r ausfüllen würde? Andererseits kann man auch nicht jahre-oder jahrzehntelang die halbe Welt kontrollieren - also , wie lange und in welchem Ausmaß will/kann man das denn machen können ? und mit welchem Ziel überhaupt..? Afghanistan 2.0....
Oder dient der "Einsatz" der russischen Söldner einfach dazu, die Region ordentlich aufzumischen, um Deutschland, Frankreich, die UN massiv in alle möglichen Schwierigkeiten zu bringen...

Am 17. September 2021 um 09:24 von Traumfahrer

Diesbezüglich, Söldner und private Sicherungsunternehmen(oftmals nur den Namen nach) gab es einige Berichte und Reportagen in Zusammenhang mit Afghanistan. Es war erschreckend wie rasant die Anzahl der privaten"Armeen" gestiegen ist und vor allem deren Umsatz.
Da ist die Wagner Söldner Truppe nur eine von vielen . obwohl es internationale Gesetze gibt,die den Einsatz v. Söldner verbietet, zeigt das Beispiel Mali, das selten jemand zur Rechenschaft gezogen wird .
Eine andere noch größer vernetzte Private Söldner Armee ist die ehemalige Söldnertruppe "Black Walter".
Wie man sieht ebenfalls aus ein reichen riesigen Land.
Interessant wären die Gründe für diesen weltweiten " Aufschwung"

Da habe ich doch Fragen.

Ich dachte der Mali-Einsatz sei von der UN beschlossen und Frankreich und Deutschland haben sich erbarmt und fuehren ihn durch.

Hatte ich das falsch verstanden?

Falls nicht, sollte es dann nicht sogar willkommen sein, wenn eine Unterstuetzung kommt, da sich ja sonst keiner seine "Finger verbrennen" will?

Högl fordert die Überprüfung des Mali-Einsatzes

Wieder toll wenn man das so ließt ! Wenn Frau Högl das erst jetzt prüfen will , wo es scheinbar schon am Ende ist , ist dann nicht wieder etwas völlig falsch gelaufen ? Aber wir sind ja daran gewöhnt nicht nur von der BW.
Auffällig ist aber immer wieder , dass wir kaum was richtg machen im Land !

Deutsche Soldaten in Mali

Wüstenregion, Rebellengruppen, islamistische Gruppen. Volksstämme, die die Gebiete wie ihre Westentasche kennen und die nicht alle die Vorstellungen der fremden Ausbildertruppen im Land teilen. Eine instabile Übergangsregierung aus Militär. Und eine Vielzahl an Interessenten, die gegen hartes Geld (para)militärische Dienstleistungen als Söldner anbieten. Das ist zum Beispiel die Wagner Truppe. Und was die als "Dienstleistung" bietet, ist Frage des Auftrags und Geldes. Söldner sind mit anderen Wassern gewaschen als ausgebildete Soldaten, wie wir sie verstehen. Die sind eine Privatarmee und scheren sich selten um internationale Konventionen. Die zeigen auch, dass Krieg und Krieg nicht dasselbe sind. Unsere Parlamentsarmee hat das Anrecht, dass ihr Aufenthaltsgrund überprüft wird. Zusammen mit den anderen Partnern, die Wagners Armee nicht dabei haben wollen. Aber Malis Machthaber entscheiden, wen sie haben wollen. Das wird Konsequenzen haben. Für alle.

10:38 von Tarek94

"UN-Missionen sind meiner Ansicht nach die einzigen zu rechtfertigenden Militäreinsätze."

Wer schrieb das? Und wann?

Es wäre klasse, wenn Sie korrekt zitieren würden.

In jeder Diskussion hier sehen sie, wie man so zitiert, damit jedem klar ist, von wem das Zitierte wann geschrieben wurde.

So lässt sich der Beitrag im Zusammenhang ansehen und nebenbei kann man feststellen, ob korrekt zitiert wurde.

So viel Zeit und Rücksichtnahme sollte sein.

Schönen Dank.

"Nur wenn die Söldner kommen

"Nur wenn die Söldner kommen sollten, dann sollte die BW die Konsequenzen ziehen und gehen, weil ich gegen jede Zusammenarbeit mit Verbrecher bin."

Die Söldner der amerikanischen Firma Academi (bis 2007 Blackwater USA, bis 2009 Blackwater Worldwide, bis 2011 Xe Services LLC) waren u.a. auch in Afghanistan tätig? War das für Sie auch ein Grund sich für den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan auszusprechen?

09:33 von fathaland slim

>>Der Mali-Einsatz der Bundeswehr war ursprünglich eine UN-Mission. UN-Missionen sind meiner Ansicht nach die einzigen zu rechtfertigenden Militäreinsätze.<<

Da gebe ich Ihnen recht, möchte aber hinzufügen, dass nicht jede UN-Mission rechtens ist. Die zum Regimechange missbrauchte Flugverbotszone über Libyen ist mir hier in übler Erinnerung.

Die BW ist übrigens mit 2 Einsätzen in Mali unterwegs.
1. UN-Mission MINUSMA, die zur Friedenssicherung dienen soll.
2. Der nicht UN-Einsatz EUTM, der zur Ausbildung der dortigen Streitkräfte erfolgen soll. Es wird zwar aus dem Artikel nicht deutlich, aber um diesen Einsatz scheint es sich zu handeln. Der MINUSMA-Einsatz wird wohl vorerst unberührt bleiben.

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