Kommentare - Tarifstreit: Bahn legt GDL neues Angebot vor

11. September 2021 - 14:48 Uhr

Um einen weiteren Streik zu verhindern, hat die Deutsche Bahn eigenen Angaben zufolge ihr Angebot nachgebessert. Die Lokführergewerkschaft GDL solle zu den Tarifverhandlungen zurückkehren, ein Abschluss sei "überfällig".

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Kommentare

@ Gogolo Re: Es wird Zeit!

Dann viel Spaß, Wo fängt für Sie denn ein Unternehmen an?
Zitat Wikipedia: Unter dem Dach des DB-Konzerns bestehen rund 600[3] verbundene Unternehmen, darunter mehrere Eisenbahninfrastrukturunternehmen sowie eine Reihe von Eisenbahnverkehrsunternehmen. /Zitat
Heißt 600 gewerkschaftliche Tätigkeiten und 600 Tarifverhandlungen mit 600 Streiks, die für jedes einzelne Unternehmen einen Tarifvertrag aushandeln. Streikt nicht die EVG mit mit den Lokführern, dann die IGM mit den Instandsetzern, die ÖTV/Verdi mit ihren Servicemitarbeitern oder Die Bau Steine Erden mit den Gleisbauern? Seien Sie froh, das es NUR die EVG und GdL sind die als Gewerkschaften im Konzern der DB tätig sind. Und wenn RRG erst einmal die DB in Betrieb und Fahrweg zerschlagen, streiken die Fahrdienstleiter und Lokführer erst recht getrennt. (wenn die Weichen nicht gestellt werden kann auch kein Zug fahren.)

@ Toni B., um 15:04

Das mit Ihrem “alten Diesel“ klingt wie ein Vorwurf:

“Selber schuld, wenn ich die Luft verpeste, was streikt ihr auch!“

Ja, traumhaft - und, sorry, bisschen kindisch.

@20:46 von Karl Maria Jose

>> eine firma, eine gewerkschaft

Sie meinen also, die EVG sollte abgeschafft werden? oO

Am 11. September 2021 um 20:37 von Leipzigerin59

Die Daseinsvorsorgeeigenschaft der Bahn hat man mit ihrer Privatisierung abgelegt
__
Der "Staat" also Sie und ich sind alleinige Aktionäre. Wenn die Bahn privat wäre, müsste nicht der Steuerzahler, also Sie und ich, für die Unterdeckung von schlaffen 30 Milliarden aufkommen. Wenn dem nicht so wäre, könnten die von mir aus machen, worauf immer sie Lust haben und soviel verdienen, dass sie sich die Zigarren mit Geldscheinen anzünden könnten. Da aber u.a. auch meine Steuern dazu verwendet werden, darf ich das sehrwohl kritisieren. Und natürlich gehört die DB weiterhin zur Daseinsvorsorge. Ich war ganz kurz durch Ihren post irritiert, aber ein Blick zu Wikipedia hat dann doch meine Auffassung bestätigt.

@21:26 von Zufriedener Optimist @ 19:13 von schabernack

//Herr Mehdorn war eine weitere Glanzleistung der Schröder SPD! Leider schon wieder von allen vergessen!//

Keineswegs vergessen, dennoch Vergangenheit. Ich bin auch keineswegs mehr eine überzeugte Anhängerin der SPD, werde sie aber diesmal wohl (nach längerer Abstinenz) trotzdem wählen. Denn nur mit einer starken SPD kann es einen Kanzler Scholz (statt Laschet) geben. Und nur mit den eher linken Parteien kann es eine lebenswerte Zukunft auch für die Jungen geben. Meine eigene Zukunft ist aus medizinischer Sicht bereits begrenzt. Die kann bei der Wahl also keine Rolle mehr spielen.

@ weingasi1 20.53 h

"Ich habe noch nie für meine Belange gestreikt...." dann sind Sie also Trittbrettfahrerin. Und genau die "Anderen" streiken für Ihre Belange.

"Ihr letzter Satz..." welchen meinen Sie? Sie beziehen sich einerseits auf meinen Kommentar an Sie, andererseits geben Sie
19.33 an - das war mein Kommentar an Forist*in Weltraumhausmeister.

Von einem Bahnstreik

war ich bisher nicht betroffen. Von etlichen Zugausfällen aufgrund Personalmangels bei einem privaten Bahnunternehmen schon. Die Angewiesenheit auf den ÖPNV habe ich insbesondere während des Schneechaos im Februar dieses Jahres hautnah erlebt. Die Busse fuhren tagelang nicht. Ich bin dann getrampt während der Hochzeit von Corona. Mein AG hat nicht gesagt: Kaneel, kein Problem bleib zu hause. Aber wunderbar, dass so viele Menschen hier in offensichtlich besserer beruflicher Position und mit eigenem PKW oder in Rente solche Zeiten bestens aushalten und abpuffern können. Und selbst verantwortlich bin natürlich ich, wenn ich als kleines Rädchen im Getriebe mich meinem AG nicht entsprechend entgegenstelle. Davon abgesehen, unterstütze ich grundsätzlich gute Bedingungen für JEDEN Arbeitnehmer.

Versagen der Privatwirtschaft.

@21:52 schiebaer45 @schabernack
Bahnvorstand Mehdorn und seine "privatwirtschaftlichen" Aktionen sind ein Beispiel für das Versagen der Privatwirtschaft.
Thomas Piketty hat mit vielen Zahlen belegt, dass es vor Thatcher, vor Reagan besser lief.
In GB wurde durch die Privatisierung die Bahn so heruntergewirtschaftet, dass sich die Unfälle häuften, und am Schluss 80% (!) der Briten sich die staatliche Bahn zurückwünschten.
Vor Reagan, Thatcher waren auch die Steuersätze für Gutverdienende wesentlich höher. Thatcher wurde durch die Ölfunde vor dem kompletten Absturz gerettet.
Und da sind die Parallelen zu Schröder, der als Kanzler der Bosse gerade keine SPD-Politik machte und Leute aus der Privatwirtschaft wie Mehdorn förderte. Mit verheerenden Folgen für den Zustand der Volkswirtschaft (vgl. auch die normalen Renten, die allerdings schon unter Kohl geplündert wurden).

22:02 von harry_up

«Ich kann mich nicht erinnern, dass der Zug auch nur ein einziges Mal ausgefallen oder nennenswerte Verspätung gehabt hätte, er kam pünktlich, fuhr auf die Sekunde ab und kam pünktlich an.
Berechenbar.

Ähnlich mit dem Auto:
Da konnte ich, als ich später den FS hatte, eine 400 km-Fahrt zeitlich ganz genau planen, auch da war man pünktlich an seinem Ziel.»

Früher war mehr Lametta bei weniger Reiseverkehr aller Art. Weniger Autos, und vor allem weniger LkW. Heute kommt man manchmal (abends) nicht mal mehr auf den Rasthof an der Autobahn, weil in der Zufahrt die LkWs wohnen.

Nervt ohne Ende, vor allem, wenn die Kinder mal Pipi müssen. Um Köln drumrum gab es auch mal Autobahnen ohne Staus. Gibt es heute nicht mehr, und völlig egal, ob die GDL streikt oder nicht.

Am 11. September 2021 um 20:14 von Wohlergehen

Oder...oder...oder - ich staune, Sie so empathisch zu erleben, lese ich doch sonst häufig von Ihnen das Gegenteil. Aber wer "leidet immens" unter dem Streik? Ich habe noch nie unter einem Streik gelitten, sondern mich rege beteiligt...auch als Solidaritätsbekundung.
__
Sie irren. Ich bin nicht empathisch. Sehen Sie, das unterscheidet uns. Derweil Sie für Ihre oder aus Spass an der Freud' für andere gestreikt haben, habe ich gearbeitet. Auch am Abend, auch nachts, auch am Wochenende.
Für mich braucht auch niemand eintreten; das mache ich schon am besten selbst. Ich habe nur die Bürger bedauert, die vllt die grössten Schwierigkeiten haben, pünktlich zu ihrer Arbeitsstätte, die sie bestimmt genauso nötig haben, wie die Lokführer und von diesen, auch wenn sich einer der Foristen über den Ausdruck ärgert, in Geiselhaft genommen werden. Es ist nämlich genau dieser Umstand, der mich ärgert.Aber gehen Sie streiken. Ich verdiene derweil lieber Geld, ohne andere zu schädigen

@22:02 von harry_up

//Beides haut heute in keiner Weise mehr hin, deshalb ist ein Vergleich beider Reisemöglichkeiten im Hinblick auf die Fahrzeit eigentlich sinnlos.//

Im Zweifel ist es mit der Bahn aber entspannter als z.B. mit FlixBus. Die Bahn ist zwar teurer, aber wenigsten werden die Toiletten gereinigt. (Könnte natürlich noch öfter sein.)
Und auch Busse können wegen Staus erhebliche Verspätung haben. Und vollkommen übermüdete Fahrer sind bei diesen Unternehmen keine Ausnahme sondern die Regel.

@ Thomas D. 20.21 h

Die GDL hatte ihre - meiner Meinung nach - berechtigten Forderungen klar formuliert.

Ja, und das "wir bezahlen" ist ja nun in die Nähe gerückt.

@22:02 von harry_up

//Ich kann mich nicht erinnern, dass der Zug auch nur ein einziges Mal ausgefallen oder nennenswerte Verspätung gehabt hätte, er kam pünktlich, fuhr auf die Sekunde ab und kam pünktlich an.
Berechenbar.//

Das mag für die Bummelzüge gegolten haben. Bei den D-Zügen kam es wohl auf die Bahnstrecke an. Wenn ich früher (Ende der 70er und in den 80er) nach einem Wochenendbesuch bei meinen Eltern in Bielefeld zurück nach Hamburg (über Hannover) wollte, konnte ich mich auf die 50 bis 60 Minuten Verspätung verlassen. Allerdings musste dieser Zug (von Leipzig nach Paris) auch die innerdeutsche Grenze passieren.
Möglicherweise war auch das ein Grund für die Verspätungen. Aber immerhin hatte der Anschlusszug nach Hamburg in Hannover gewartet. Man musste allerdings schnell sein.

@Anna-Elisabeth, 20:26

„Und Sie sehen nicht die geringste Verantwortung beim Bahnvorstand?“

Ich sehe sogar fast die ganze Verantwortung beim Bahnvorstand. Weil der weitaus mehr Möglichkeiten bzw. Handlungsspielraum hat. Es geht hier, wie ich übrigens schon mehrmals geschrieben habe, nicht um die faire Bewertung von Leistung nach objektiven Kriterien bzw. Wertschätzung von Arbeit und derer die sie leisten (was Transparenz voraussetzen würde, und die ist insbesondere bei der Bahn offensichtlich nicht gegeben, siehe tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/bahnvorstand-boni-gdl-tarifstreit-101.html), sondern ausschließlich ums „Prinzip“ bzw. die Macht Einzelner. Und dieser Machtkampf wird auf dem Rücken aller - also der gesamten Gesellschaft - ausgetragen. Und das finde ich nicht in Ordnung.

22:36 von Wohlergehen

@ Thomas D. 20.21 h

Die GDL hatte ihre - meiner Meinung nach - berechtigten Forderungen klar formuliert.

Das ist wahrscheinlich nicht das Problem.

Eine Forderung wie z.B. „Wir wollen 100% mehr Lohn und drei Monate Jahresurlaub!“ ist ja auch klar formuliert.

20:37 von Leipzigerin59

«Die Daseinsvorsorgeeigenschaft der Bahn hat man mit ihrer Privatisierung abgelegt.»

Das muss nicht so sein, in anderen Ländern geht es mit Privatisierter Bahn ja auch mit Daseinsvorsorge, und richtig gut.

In der Schweiz, in Frankreich. Der "Thalis" High Speed Train Köln - Paris ist französisch privat, und mein ältester Neffe konnte trotz GDL-Streik ohne Probleme zum 1. Hochzeitstag nach Paris fahren.

Man darf das aber nicht so organisieren wie die DB AG in Deutschland, und mit den Gewerkschaften hat das auch nix zu tun. Die DB AG ist seit der Komplett-Übernahme der Spedition "Schenker" der größte LkW-Spediteur in ganz Europa. "Synergie Schiene - Straße" solle das sein … so hieß es mal. Mega Idee, kommt man selbst ja gar nicht drauf auf so was Tolles.

Der Staat muss Prioritäten setzen, und in der CH kommen die LkW auf den Zug, wenn sie durch den Brenner-Basistunnel wollen.

Vom Bahn-Schlaraffenland Japan gar nicht zu reden.
Private Japan Rail + Daseinsvorsorge des Staates.

Schönen Abend -

ich muss jetzt zur Bahn!

22:17 @ weingasi1

Die Deutsche Bahn AG ist wie der Name sagt, eine Aktiengesellschaft und somit ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen.
Die Besonderheit, dass dem Bund zu 100% die Aktien gehören, ändert daran nichts.

Im Grunde müssten wir alle gegen die Misswirtschaft dieses Unternehmens protestieren, da sie allen schadet.

Haben Sie schon mal Dividende bekommen?
Ich nicht, der Bund wohl auch nicht, im Gegenteil, die Schulden der Bahn AG sind gewachsen.

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