Kommentare - Vormarsch der Taliban: Wer kann, verlässt Afghanistan

15. August 2021 - 07:33 Uhr

In Afghanistan haben die Taliban mit Dschalalabad auch die vorletzte Großstadt kampflos erobert. Die Angst vor den Islamisten ist groß im Land - viele Menschen flüchten. US-Präsident Biden drohte den Taliban.

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Kommentare

Was das Wort "Wertegemeinschaft" bedeutet

Was das Wort "Wertegemeinschaft" bedeutet, sieht man an Afghanistan. Billionen sind in diesen Militäreinsatz geflossen, der Afghanistan in die "Demokratie" führen sollte. Was hat man denn da außer Korruption wirklich installiert? Das ist jetzt deutlich.
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Nun wird man gar die finanzielle Unterstützung (Bestechungsgelder) kürzen, und das Volk, welches für diesen Machtpoker nichts kann, muss wie schon seit Jahrzehnten weiter leiden. Aber macht nix, schuld ist die afghanische Regierung.
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Wer hat denn mit den Taliban verhandelt? Ist der US-Geheimdienst so blöde, dass er den Ausgang nicht absehen konnte?
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Ich sehe immer noch das Video von der Ermordung Osama bin Ladens durch Special Forces, welches signalisieren sollte, dass man "es geschafft hat". Ist das nicht großartig?

Welche Erfolge

Es ist ein Debakel, was die USA und die Nato-Länder in Afghanistan erleben. Da gibt es kein Schönreden mehr, um aus einer Niederlage einen Sieg zu machen. Darin haben die Politiker jahrelange Übung, um kleine Erfolge hochzupuschen.
Mir soll doch einmal Herr Maas erklären, was wurde in den 20 Jahren für eine Industrie geschaffen, um den Menschen Arbeit zu geben? Mit diesen Milliarden Euro kann doch der Steuerzahler erwarten, dass wenigstens kleine Handwerksbetriebe den Menschen ein Auskommen bieten. Sind in diesem Land nur Banken und Fluggesellschaften gegründet wurden?
Die Arbeitslosigkeit liegt weit über 50 Prozent. Die kleinen und mittlere Unternehmen schaffen doch keinen Wohlstand. Was für eine Wertschöpfung findet dort statt. Eine Milchproduktion und -verarbeitung, die Kaschmirverarbeitung, eine Wollspinnerei und Teppichverarbeitung, das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Erfolge gibt es nur in der Opiumherstellung und das floriert auch nach 20 Jahren prächtig.

Das Land

den Taliban zu überlassen heiß natürlich, dass vor allen Frauen eine menschenverachtenden Zukunft bevorsteht. Zusätzlich lässt man zu, dass Terroristen weitere Orte für Training und Planungen zur Verfügung haben werden.
Soldaten zu schicken ist allerdings der falsche Weg.

Also irgendwie rennen die

Also irgendwie rennen die Taliban offene Türen ein! Gebietsgewinne in der Größenordnung so schnell mit so einer kleinen Truppe! Ja seht zu das Diplomatische Personal und die Hilfskräfte fix daraus zu bekommen! Alles andere samt "Gouverneuren" kein Asyl bieten und jetzt mal die zeigen lassen ob sie es wert sind Gouverneur zu sein! Hände hoch und fix verschwinden, kann auch der Bauer von Nebenan. Wie sagte die Talibanführung Amnesty ist ja angesagt! Also verhandelt selbst, nicht den Westen vorschicken! Der hat 20 Jahre lang Mensch und Material geopfert! Ich Finde das reicht an Unterstützung.

Die Taliban haben auf nicht als ...

Die Truppenabzug gewartet.
Das war vorher zu sehen.

Ein Rückzug vor Terroristen, die das als Sieg betrachten, denke ich.

Was ist mit der afghanischen Armee?
Machtlos? Ehrliche Frage, da ich nicht so gut auskenne.

Die Regierung ebenso machtlos.

Man kann jetzt nur hoffen, dass die Helfer der Bundeswehr in Sicherheit nach Deutschland gebracht werden. Deren Daten und Loyalität sind bekannt, Asylverfahren sollten schnell eingeleitet und durchgeführt werden (können).

"kampflos erobert"

Nennen wir das beim Namen:
Die afghanische Armee ist desertiert.

Es gab auch Deserteure in der US-Armee - diese wurden nicht entschuldigt.

Es ist ein erschütterndes

Es ist ein erschütterndes Drama: Das, was internationale Experten immer schon gesagt haben, dass es ein strategisch geplantes Rückzugsszenario über einen längeren Zeitraum geben müsse, wurde in den Wind geschlagen. Unter Trump wurde der eklatante Fehler begangen, die afghanische Regierung nicht in Gespräche mit der Taliban einzubeziehen. Und dann wurde die Öffentlichkeit seit mind. 3 Jahren systematisch getäuscht, denn seit 2018 hat die Taliban längst Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht, die offiziell als regierungskontrolliert galten. Deshalb haben Experten genau die jetzige Situation mit dem schnellen Fall der Provinzen vorhergesagt.
Und dann gibt's hier immer noch Foristen, die behaupten, die Taliban hätten "die Mehrheit in der Bevölkerung" statt zu erkennen, dass diese keine Chance zum Widerstand hat ohne ihr Leben zu verlieren durch das terroristische menschenverachtende Handeln der Taliban.
Aber von Verantwortung für die Flüchtenden wollen die gleichen Foristen nichts wissen.

08:11 von grübelgrübel

Nur Soldaten zu schicken ist der falsche Weg, ohne geht es nicht.

Das kann auch alles eine Strategie sein, ...

... um nicht noch mehr Geld zu vergeuden.

Man lässt jetzt die Taliban das Land wieder komplett übernehmen, während gleichzeitig die gemäßigte Zivilbevölkerung das Land verlässt.

Ist dieser Vorgang abgeschlossen, wird das ganze Land bombardiert.

Für mich ist nur weiterhin fragwürdig, warum man es nicht geschafft hat, die Waffenzufuhr an die Extremisten zu stoppen. Bei all den Kämpfen hätte deren Munition und Vorrat doch längst alle sein müssen ...

Wie auch immer ... vermutlich wird das "Kriegsspiel" leider noch Jahre so weitergehen ...

@ um 08:16 von Leipzigerin59

„Man kann jetzt nur hoffen, dass die Helfer der Bundeswehr in Sicherheit nach Deutschland gebracht werden. Deren Daten und Loyalität sind bekannt, Asylverfahren sollten schnell eingeleitet und durchgeführt werden (können).“
Wozu langwierige Asylverfahren? Mehrere hundert Bundeswehrsoldaten können deren Aylanspruch belegen.
Die müßten so gut untergebracht und versorgt werden, wie es nur geht. Mit anständigen Arbeitsplätzen und anständiger Ausbildung für deren Kinder.
Zu befürchten ist allerdings, dass unsere Schlafmützenregierung absolut keinerlei Vorbereitungen für diese Menschen getroffen haben wird.
Sie werden wahrscheinlich in den Sammelunterkünften untergebracht, wie die meisten anderen Flüchtlinge auch und müssen Jahrelang eine Asylberechtigung durchkämpfen und von der lächerlichen Grundsicherung leben.
Aber die Tagesschau wird sicher detailliert dazu berichten und den zuständigen Ministern mit und durch Investigation aufzeigen, an welchen Stellen es hapert.

Wenn wir es zulassen dürfen wir uns nicht wundern

Diplomatie war und ist für die, die sie betreiben ein großes, schmutziges Spiel und man hat dem Volk immer verkauft es gehe nicht anders, macht skrupellose Egomanen wie Machiavelli, oder Richelieu zu bewundernswerten Genies. Dabei geht es immer nur um Geld und Macht für sehr wenige Profiteure und immer zum Leidwesen der Bevölkerung deren Interessen die Politik zu vertreten hätte. Das Internet hat – bei allen negativen Begleiterscheinungen – einen Austausch der Bürger untereinander leichter und umfangreicher gemacht, so dass es nicht mehr so leicht ist die Menschen zu belügen. Dummerweise führen bei den meisten Menschen die gewonnenen Erkenntnisse dazu, sich enttäuscht und frustriert von der Politik abzuwenden, andere sagen fatalistisch es war schon immer so und wird sich nicht ändern. Nun es liegt – wie immer - nur an uns. Wenn wir „weiter so“ zulassen, dürfen wir uns nicht beschweren. Demokratie geht nicht vom Sofa und mit alle paar Jahre mal ein Kreuzchen machen.

@grübelgrübel

In vielen dieser Länder mit derselben oder einer ähnlichen Kultur und Religion haben die Frauen ein menschenverachtendes und rechtloses Leben, LEIDER.
Und ich befürchte, daß es in Afghanistan unter den Taliban sie künftig nicht mehr zur Schule dürfen und die Mädchen bereits wieder mit 10 Jahren verheiratet werden. Ein Lebensstil wird in Afghanistan dann künftig zelebriert wie vor 1500 Jahren, schlimmer als im Mittelalter.

War das zu verhindern..?!

Ja!

Man hätte noch mindestens 20-30 Jahre da bleiben müssen. Eher mehr. So aber sind die Errungenschaften der letzen 20 Jahre innerhalb von kürzester Zeit verloren gegangen.

Wen trifft die Schuld..?! Trump..? Oder Bush..?

RE: Leipzigerin59 um 08:16

***Man kann jetzt nur hoffen, dass die Helfer der Bundeswehr in Sicherheit nach Deutschland gebracht werden. Deren Daten und Loyalität sind bekannt, Asylverfahren sollten schnell eingeleitet und durchgeführt werden (können).***

Aus meiner Sicht haben die Minister Maas, Seehofer und Kramp-Karrenbauer in der Frage, wie man mit den Ortkräften umgeht, völlig versagt. Ich habe mich selten so sehr als Deutscher geschämt.

Bemerkenswert dagegen das Intervierw mit Stefan Recker von gestern Abend. Da blieb selbst einer gestandenen Journalistin wie Caren Miosga die Luft kurz weg. Ich kann nur hoffen, dass ihm seine Loyalität zu seinen Kollegen nicht noch zum Verhängnis wird.

Was Loyalität und Fürsorge für Mitarbeiter angeht, da kann sich die dt. Politik eine dicke Scheibe von abschneiden.

Gruß Hador

US-Senator Mitt Romney

kritisierte den Truppenabzug aus Afghanistan mit deutlichen Worten: ".....Der Abzug sei mit einem "unschätzbaren Schlag für die Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit und Ehre unserer Nation geschehen", erklärte Romney weiter.
Die Ehre, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit haben die Amerikaner doch schon in Vietnam und auch bei der Unterstützung der Kurden verspielt. Selbst Verträge sind für die USA nicht bindend. Wenn`s nicht passt, steigt man einfach aus.

Die rechtzeitige Flucht wird kaum Allen gelingen,

die das wollen. Dafür schätze ich die Transport/Reisekapazitäten und die verbleibende Restzeit für die Fluchtorganisation bis zur vollständigen Machtübernahme durch die Taliban als zu gering ein.

Ich verstehe im Grundsatz ja

Ich verstehe im Grundsatz ja dass man blutvergissen vermeiden möchte. Nur halt nicht um jeden Preis. Die Bevölkerung einfach so den Taliban zu unterstellen ist mit sehr viel Leid verbunden. Gestern, war es in den Tagesthemen?, sagte ein Offizier, man habe auf sie (Soldaten) geschossen, da hätten sie sich ergeben und die Waffen übergeben. Da blieb mir doch die Spucke weg. Erinnert mich an die Niederländer in Srebenica.

um 08:31 von SinnUndVerstand

20 Jahre lang wurden Sicherheitskräfte und die Armee ausgebildet und ausgerüstet.
Der Preis zahlten sehr viele unschuldige Menschen mit dem Leben.
Trump allein verantwortlich zu machen. erscheint mir zu einfach.
Im Bundestag hat man bei der Verlängerungen des Mandats, anscheinend nicht einmal gefragt, welche Fortschritte in Afghanistan erzielt werden.
Verantwortungslos ist es wie die übrigen Nato Mitglieder die verantwortungslose Politik der USA, kritiklos hinnehmen

Wertegemeinschaft?

@ 15. August 2021 um 07:49 von DeHahn
„ Was das Wort "Wertegemeinschaft" bedeutet, sieht man an Afghanistan. Billionen sind in diesen Militäreinsatz geflossen, der Afghanistan in die "Demokratie" führen sollte. Was hat man denn da außer Korruption wirklich installiert? Das ist jetzt deutlich.“

Realistisch bleiben. Eine Ziviligesellschaft gab es in Afghanistan nie und die kann man von außen auch nicht installieren.. stattdessen gibt Clans, Stämme , massive Korruption, eine Gesellschaft in der Frauen keinen (Nach-) Namen tragen und weitgehend rechtlos sind.
Es gibt also keine Gemeinschaft der Werte zwischen denen der Menschen in Afghanistan und den unseren. Die Afghanen hatten 20 Jahre Zeit ihre Chance zu erkennen, haben sie aber nicht genutzt.

08:50 von covid-strategie

Bush. Der Kriegsgrund für den Angriff auf den Irak war an den Haaren herbeigezogen und führte dort in das bekannte Desaster. Ohne dies hört man sich auf Afghanistan konzentrieren können. So blieb de facto nur, mit vielen Patrouillen eben die Bomben aus dem Weg zu räumen, die die Taliban dort extra für diese platziert hatten. Ansonsten hat sich nicht allzu viel mehr bewegt. Trump war in meinen Augen nur Abwickler.

In der FAZ findet sich ein

In der FAZ findet sich ein erschütternder wie bemerkenswerter Bericht, u.a. über junge Frauen in Kabul (25.7. tinyurl.com/ujr8jn3a). Eine von ihnen sagt mit Blick auf die Taliban-Herrschaft in Kabul von 1996 bis 2001 : „Meine Familie erinnert sich daran, wie es damals war. Sie wollen das nicht noch einmal erleben.“
Und da gibt es hier immer noch User, die sich blitzgescheit wähnen, die der afghanischen Bevölkerung absprechen, für ihre Menschenrechte einstehen zu wollen; Fakt ist, dass die Zivilgesellschaft keine Chance gegen Taliban-Terrorismus hat.
Schon 2020 legte die NZZ durch das Zitat eines pakistanischen Taliban-Waffenherstellers dar, was der eklatante Fehler des Doha-Abkommens war, der Ausschluss der afghanischen Regierung durch den Immobilienmakler Trump im Whitehouse:
Man werde mit den Stammesführern reden. Man werde mit lokalen Warlords und einflussreichen Klerikern reden und das künftige Regierungssystem festlegen. "Und dann werden wir die Macht übernehmen." (NZZ 10.4.20)

@NeNeNe

Genau richtig auf den Punkt gebracht.
Die müssen die Probleme in ihrem Land selber lösen.
Das Land hat viele Junge Menschen die ihr Leben endlich selber in Griff bekommen müssen. Wir in Deutschland haben nach dem Krieg auch aufbauen müssen. Das aber mit Hilfe der USA. Und von dem her muss man ihnen auch eine Chance geben auf dem Globalen Markt. Was spricht dagegen hier auch einfachere Arbeiten die bei uns nicht mehr Wirtschaftlich machbar sind, in die Länder zu verlagern. Es muss nicht alles in China gemacht werden.
Mir ist schon klar das es mit der derzeitigen EU nicht machbar ist. Aber man muss den Menschen vor Ort eine Perspektive geben, als nur Waffen zu verkaufen und meinen ihnen unser System aufzudrücken müssen.
Und alle Deutsche Politiker die jetz nach einem Militärischen eingreifen rufen, sollen selber runtergehen.

@LifeGoesOn, 08.45h

Da müsste man zuerst mal wissen, woher die Waffen kommen.
Seit ein oder zwei Wochen hantieren die Taliban mit amerikanischen und deutschen Beutewaffen, die ihnen von den afghanischen Streifkräften großzügig überlassen wurden.
Einmarschiert bzw. aus der Deckung gekommen sind sie aber überwiegend mit russischen Waffen.
Mi wird niemand erzählen wollen, dass dies nach so langer Zeit noch Beutestücke von der geschlagenen Sowjetarmee sind.

Biden hat Unrecht

Die Aussage: "Ein weiteres Jahr oder fünf weitere Jahre US-Militärpräsenz hätten keinen Unterschied gemacht" ist sachlich falsch. Wären die U.S. Truppen weiterhin in Afghanistan, dann würden die Taliban heute nicht alle Städte dort kontrollieren.

Einen Deich baue ich, damit die Flut mir keinen Schaden zufügt, und beklage mich nicht, dass die Flut nach 20 Jahren immer noch jeden Tag kommt.

Ich verstehe, dass Trump mit seinem Abkommen mit den Taliban Biden in eine sehr schwierige Lage gebracht hat, und dass die USA es sich auf keinen Fall leisten können, dass die GOP noch einmal eine Präsidentschaft gewinnt. Aber hier hätte er in den sauren Apfel beißen müssen und die Truppen in Afghanistan belassen müssen.
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@ grübelgrübel, um 08:11

Das Land den Taliban nicht überlassen - keine Soldaten schicken - vielleicht verhandeln?

Das alles funktioniert nicht, das hat die Vergangenheit gezeigt.

Aber ich wüsste auch keine Lösung; und das, was Mitt Romney beklagt, beweist, dass es ihm überhaupt nicht um die afghanische Bevölkerung, sondern ausschließlich um das beschädigte Ansehen der Amerikaner geht.

Das hilft auch niemandem.

Extrem bedenklich...

"Für den Evakuierungseinsatz der Bundeswehr ist ein Mandat des Bundestags nötig. Dieses wird derzeit vorbereitet. Möglicherweise muss es aber nachträglich erteilt werden, da der Bundestag erst am 25. August zu einer Sondersitzung zusammenkommt und es dann zu spät für Hilfe sein könnte."

Militaereinsatz ohne ein Mandat ist das Ende der parlamentarischen Demokratie!

So weit es........

Afghanistan betrifft sollte man mit der Verwendung des Begriffes "Kollaborateur" (in diesem Forum schon öfter gefallen) sehr vorsichtig sein. Wenn jemand als ortskundiger Führer, Dolmetscher oder Hilfskraft in der Küche tätig war, dann ist das wohl nicht mit dem negativen Geruch zu belasten, oder? Erstaunlich bleibt für mich die Naivität, mit der die Bundesregierung in dieser Hinsicht Afghanistan gesehen hat, nach dem Motto: Denen wird schon nichts geschehen! Dabei waren die negativen Erfahrungen mit dem Schicksal der "Kollaborateure" z.B. in Frankreich etc. durchaus bekannt. Dabei dauerte die Besatzung nur vier Jahre und oft genug bestand die Kollaboration darin, daß z.B. eine Französin einen deutschen Soldaten als Freund oder Ehemann hatte. So sehr ich die Bedenken des Innenministers verstehe, glaube ich trotzdem, daß man die jahrelangen Ortskräfte und deren Familien eben nicht mit dem gleichen Vorbehalt wie der übrigen Asylanten behandeln kann.

08:48 von Heidemarie Bayer

Ein Lebensstil wird in Afghanistan dann künftig zelebriert wie vor 1500 Jahren, schlimmer als im Mittelalter.
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meinen sie das liegt nur an den 60.000 Taliban Kriegern
dass die ein 38 Mill Volk "unterdrücken" können
Seit 20 Jahren sind fremde westliche Truppen in dem Land wollen Demokratie installieren
und außer Korruption haben die nichts erreicht
Also ich weiß nicht was die für einen "Lebensstil" wirklich favorisieren

Aufnahme nach § 23 Aufenthaltsgesetz

@15. August 2021 um 08:46

Ja, die Ortskräfte sollten nicht gezwungen sein, ein Asylverfahren zu durchlaufen, stattdessen ist eine Aufnahme nach § 23 AufenthG denkbar.

Einen Asylantrag kann ein Drittstaatsangehöriger ohnehin nur im Hoheitsgebiet Deutschlands einschließlich an der Grenze einreichen. Eine Antragstellung aus dem Ausland ist rechtlich nicht zulässig.

Deshalb sind auch Vergleiche mit der Situation 2015 unangebracht. 2015 ging es um Aufnahme von Drittstaatsangehörigen, die nicht "geholt" wurden oder werden mussten, sondern eigenständig an Deutschlands Grenze gelangten, um einen Antrag auf Zuerkennung internationalen Schutzes einzureichen. Diesen ist die Einreise zu gestatten (zur Durchführung des Dublin-Verfahrens, welches aufgrund der Pflichtverletzungen anderer Mitgliedstaaten in der Regel von Rechts wegen zur Auffangzuständigkeit des Aufenthaltslandes führt). Rechtliche Pflicht.

Heute geht es um die freiwillige Aufnahme von Schutzbedürftigen aus dem Ausland.

Es geht schneller

als sich jemand vorstellen kann, die Bundeswehr sollte sich beeilen unsere Leute aus dem Land zu holen.
Viel Zeit bleibt nicht mehr, Berichte gibt es reichlich zu lesen, 20 Jahre und viel Geld, Erfolg sieht man jetzt.
Afghanistan wird wohl seine Probleme selber lösen müssen, Änderungen können nur aus dem Volk selber kommen, Hilfe um das zu machen hatten sie reichlich und lange.
Aber es hat nicht funktioniert, Gründe sind vielfältig.

Sehen, was die Zukunft bringt

Jetzt wird schon heftigst spekuliert, was wohl aus Afghanistan unter der Herrschaft der Taliban, die schnell kommen wird, passiert. Es gibt doch derzeit keine andere Wahl als abzuwarten, wie schnell der Kampf dort beendet ist, also wenn Kabul auch in deren Hand ist, und versuchen, mit den Führern der Taliban ins Gespräch zu kommen (hoffe das geht). Jeglichen weiteren militärischen Einsatz, außer der Evakuierung von Botschaftspersonal und afghanischen Verbündeten (also die uns geholfen haben) geht nicht mehr. Wir sollten froh sein, da draußen zu sein, um selbst nicht noch weitere Opfer beklagen zu müssen.
Was das alles für das afghanische Volk bedeutet, wird man sehen. Wenn aber eine gut ausgebildete Armee überhaupt nicht gegen die Taliban kämpft, sehen die darin halt keinen Sinn, oder viele von denen sind auch deren Glaubensbrüder. Ein Bürgerkrieg würde auch viele viele weitere Tote mit sich bringen, und am Ende vermutlich doch die Taliban an der Macht.

um 09:07 von SinnUndVerstand

Und da gibt es hier immer noch User, die sich blitzgescheit wähnen, die der afghanischen Bevölkerung absprechen, für ihre Menschenrechte einstehen zu wollen; Fakt ist, dass die Zivilgesellschaft keine Chance gegen Taliban-Terrorismus hat.
Schon 2020 legte die NZZ durch das Zitat eines pakistanischen Taliban-Waffenherstellers dar, was der eklatante Fehler des Doha-Abkommens war, der Ausschluss der afghanischen Regierung durch den Immobilienmakler Trump im Whitehouse:
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Präsident Biden hatte die Möglichkeit die falsche Politik des Herrn Trump zu korrigieren.
Warum er das Land den Taliban überlässt, bleibt sein Geheimnis. Politiker in Deutschland sollten sich mal fragen, wie lange man den USA noch hinterher laufen will.

@Tada um 08:29Uhr

Haben Sie in den afghanischen Streitkräften gedient? Waren Sie wenigstens monatelang vor Ort und kennen die Hiuntergründe, fir , nach unserem Maßstab, Mangel an Einsatzbereitschaft? Ert Streitkräfte nach Paraden oder Uniformen beurteilt ist eben ein "Erbsenzähler" und con denen sitzen zu viele an entscheidenden Posten.

@SinnundVerstand,09.07h

Werter @andererseits

Wer ist die Zivilgesellschaft?

Zum einen gibt bzw. gab es eine an Peronal und Ausrüstung mehrfach überlegene Armee und zum anderen hätte die Regierung sicher niemand von den jungen Männern der Zivilgesellschaft daran gehindert, sich zum Dienst in dieser Armee zu melden.

Klarstellung

„Die Angst vor den Islamisten ist groß im Land - viele Menschen flüchten.“

Das mag bei manchen so sein. Die Mehrheit der Afghanen begrüßt die Taliban.

@sonnenbogen, 9:19

Militaereinsatz ohne ein Mandat ist das Ende der parlamentarischen Demokratie!

Ja was um alles in der Welt schlagen Sie denn vor? Dass der Arzt den Erstickenden erst mal liegen lässt, bis er für den Luftröhrenschnitt ein offizielles Mandat der Krankenkasse hat? Und wie sollte das Mandat des Bundestages aussehen? "Wir beschließen hiermit, dass es der Bundeswehr erlaubt gewesen wäre, die jetzt leider toten Menschen zu retten"?

09:15 von MartinBlank

Aber hier hätte er in den sauren Apfel beißen müssen und die Truppen in Afghanistan belassen müssen.
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wie lange ?
und warum
Hilfe zur Selbsthilfe
wegen mir
Wie muß man sich die Taliban vorstellen
als Eroberer oder als Art Befreier
in wie weit wurden die angebotenen Werte der letzten 20 Jahre verinnerlicht
wenn man sie bei erstbester Gelegenheit verrät

Am 15. August 2021 um 09:07 von SinnUndVerstand

Pakistanischen Taliban Waffenhersteller!! Und damit zeigt sich auch gleich noch ein Grund warum dort nie Frieden einkehrt! Weil der Nachbar es nicht will! Aber da schwebt eine Atomwaffe in der Luft! Nicht umsonst hatte sich Bin Laden dort versteckt , 50km von der Hauptstadt Islamabad entfernt!

@ grübelgrübel

Zitat: "Soldaten zu schicken ist allerdings der falsche Weg."
#
Auch wenn ich da bei ihnen bin: Welches wäre denn der "richtige" Weg?

Die Afghanen sind nicht bereit

ihre Familien, Frauen und Kinder zu verteidigen? Oder gibt es etwa nichts zu verteidigen?

Evakuierung sofort, Truppenabzug unverständlich

Hätte man sich das nicht denken können, dass Islamisten ihren Eroberungszug beginnen, sobald man dem Land den Rücken kehrt?
Auch ohne Mandat muss es sofort einen Einsatz der BW geben, um evakuieren zu können, oder die Herrschaften im Bundestag erheben sofort ihren Hintern von ihrem Sofa zu Hause und ziehen ihre Sondersitzung vor. Wo ist da das Problem?
Dass Biden den Islamisten droht ist ja auch Quark, dann hätte man die Truppen nicht abziehen dürfen. Von Drohungen werden die sich nicht beeindrucken lassen.

09:21 von karlheinzfaltermeier

"Kollaborateur"
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unter Kollaborateuren versteht man Einheimische die mit dem Feind zusammenarbeiten
Jetzt stellt sich die Frage wer ist der Feind wer der Befreier

@DeHahn

"Was das Wort "Wertegemeinschaft" bedeutet, sieht man an Afghanistan. Billionen sind in diesen Militäreinsatz geflossen, der Afghanistan in die "Demokratie" führen sollte. Was hat man denn da außer Korruption wirklich installiert? Das ist jetzt deutlich."

Das muss kein Widerspruch sein, wenn man Korruption als Teil des westlichen, kapitalistischen Wertekanons versteht.
Schmiergeldzahlungen bei internationalen Geschäften konnten auch bei uns bis 2002 steuerlich abgesetzt werden.
Insofern war man gegenüber den Afghanen eigentlich ehrlich.

"Nun wird man gar die finanzielle Unterstützung (Bestechungsgelder) kürzen [...]"

Es fließen sehr unterschiedliche Steuergelder nach Afghanistan. Ich kann mir kaum vorstellen, dass humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe gänzlich gestrichen wird, zumindest hoffe ich das. Aber die Taliban werden sicher Teile dieser Hilfsgelder in ihren Staatshaushalt einpreisen, effektiv also ihre Ausgaben reduzieren können. Das ist ein moralisches Dilemma.

Wurden wir 20 Jahre lang belogen?

Ich habe die Meldungen aus Afghanistan in etwa so in Erinnerung.
- es wurde ein demokratischer Staat geschaffen
- es wurde eine Verwaltung aufgebaut
- es wurde ein Bildungssystem geschaffen
- es wurde eine Armee zur Verteidigung gegen die Taliban ausgebildet und ausgerüstet.

Ich mag da etwas vergessen haben - aber der ganze Einsatz wurde als Erfolgsgeschichte erzâhlt.
Waren das alles nur Lügen?

um 09:19 von sonnenbogen

Extrem bedenklich...
"Für den Evakuierungseinsatz der Bundeswehr ist ein Mandat des Bundestags nötig. Dieses wird derzeit vorbereitet. Möglicherweise muss es aber nachträglich erteilt werden, da der Bundestag erst am 25. August zu einer Sondersitzung zusammenkommt und es dann zu spät für Hilfe sein könnte."

Militaereinsatz ohne ein Mandat ist das Ende der parlamentarischen Demokratie!
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Da gebe ich ihnen Recht.
Es wäre aber ein leichtes den Bundestag zu einer Sondersitzung einzuberufen.
Nach den verbrannten Milliarden die dieser Militäreinsatz gekostet hat, kommt es auf ein paar Euro auch nicht mehr an.

Lage in Afghanistan- UN warnen vor humanitärer Katastrophe

20 Jahre Krieg, Verschwendung von deutschen Steuergeldern, Verheizen von Soldaten, eine angeblich demokratische westgefällige Marionettenregierung, die handlungsunfähig ist, Ausstattung extremistischer Islamisten mit Kriegsgerät jeglicher Art, verbunden mit der Gefahr das die Bevölkerung in Afganistan, insbesondere Frauen und Kinder, einer unberechenbaren Männerwelt zum Opfer fällt.
Bleibt die Frage, wie die Entwicklung in Afganistan verlaufen wäre, wenn der Westen nicht auf die blödsinnige Idee gekommen wäre, die Demokratie nach Afganistan zu exportieren.
Am Ende hat man extremistischen Islamisten zum „Sieg“ verholfen. Ob nun die Talibanen, den sogenannten IS, al-Qaida und wer weiß, wer noch alles, alles die mißratenen Kinder einer westlichen Hegemonialpolitik, die sich nunmehr köstlich amüsieren und die Hände reiben, ob der Naivität der westlichen Allianz. Riesige Waffenarsenale, westlicher Herstellung und Herkunft.

@SinnUndVerstand

"Aber von Verantwortung für die Flüchtenden wollen die gleichen Foristen nichts wissen" Am 15. August 2021 um 08:31 von SinnUndVerstand

*

Dann bitte ich um Lösungsvorschläge.

Sollen wir weiterhin unsere Soldaten dort sterben lassen? (Ich nehme an, Sie selbst sind keiner und haben auch keinen in der Familie - ich schon.)

Oder sollen wir die geschätzten 38.000.000 Afghanen aufnehmen?

Was noch ist Ihrer Meinung an realistisch?

Interventionen gab es jetzt 20 Jahre lang. Versuch macht klug, Ergebnis sehen wir jetzt.

Die Afghanen einfach allein zu lassen

Ist ein großer Fehler! Das wird den Menschen dort in Erinnerung bleiben, Vertrauensbildung sieht anders aus. Der taktische Fehler, der gemacht wurde, man hat die Unterstützer der Taliban einfach gewähren lassen. Sie haben diese immer wieder unterstützt und das hat Tote, auf Seiten der NATO bedeutet. Pakistan ist da zu nennen und denen hätte man deutlicher drohen müssen, auch wenn das Land Atomwaffen hat! Es wird Zeit für einen UN Einsatz, zusammen mit Russland und China!

Kurzfristiger Evakuierungseinsatz sofort!

Am 15. August 2021 um 09:19 von sonnenbogen:
"Militaereinsatz ohne ein Mandat ist das Ende der parlamentarischen Demokratie"
Natürlich nicht. Welche Befürchtungen haben Sie?

Wer Terroristen, ...

welche die Taliban nicht sind, mit Soldaten bekämpfen will, der steigt auch auf ein Pferd und reitet gegen Windmühlen.

In den letzten Jahrtausenden war Afghanistan immer ein Schlachtfeld gewesen.
Und seit Generationen wissen die Menschen in Afghanistan auch, dass aus dem glorifizierten Westen eben nicht der Wohlstand kommt, sondern nur blutrünstige Eroberer und Mörder von Familien.

Den Menschen in Afghanistan wäre am besten geholfen, wenn Sanktionen gelockert werden. Dies gilt auch für die leidenden Menschen in Syrien oder im Jemen.

Zum Schluss muss ich einmal mehr darauf bestehen, dass wer Soldaten in Afghanistan sehen will, der soll sich noch heute freiwillig einschreiben.

Niederlage

Was für eine Niederlage! Praktisch zeitgleich nach der Flucht der Nato-Truppen besetzen die Taliban das Land. Die "gelungene Mission" ist dasselbe Schöngerede wie in den letzten 20 Jahren, als mit "unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt" alles begann. Wie wurde Frau Käßmann runtergemacht als sie feststellte das "es ist nicht gut ist in Afghanistan". Aber die Politik hat nichts gelernt, jetzt sollen Soldaten unter Einsatz ihres Lebens das Leben von Zivilisten retten, weil eine frühere Evakuierung versäumt wurde, oder den Hilfskräften erst auf öffentlichen Druck eine Ausreise ermöglicht werden soll. Frage ist auch, wie lange die Zivilgesellschaften von den USA bis D es sich gefallen lassen, dass ihre Söhne für sinnlose Kriege ihr Leben aufs spiel setzen. Da forden Politiker die ernst genommen werden wollen, wie Röttgen eine Fortsetzung des zwanzigjährigen Krieges.

Wenn man es sarkastisch

Wenn man es sarkastisch ausdrücken will:

Die Taliban hätte man auch schneller und einfacher mit westlicher Militärtechnologie ausstatten können als über den Umweg einer afghanischen Armee.

Am 15. August 2021 um 09:34 von Wolf1905

" Jetzt wird schon heftigst spekuliert, was wohl aus Afghanistan unter der Herrschaft der Taliban, die schnell kommen wird, passiert. Es gibt doch derzeit keine andere Wahl als abzuwarten, wie schnell der Kampf dort beendet ist, also wenn Kabul auch in deren Hand ist, und versuchen, mit den Führern der Taliban ins Gespräch zu kommen (hoffe das geht). "

Welchen Grund sollten die Taliban haben, mit irgendjemand zu verhandeln, die Armee war ein guter Arbeitgeber und Bezahlung, jetzt läuft man aber weg.
Material über nehmen die Taliban.
Aus welcher starken Position kann man also mit den Taliban verhandeln, das dürfte sehr schwierig werden.
Das einzige ist Geld, man kann es mit viel Geld versuchen, korrupt und bestechlich sind die Taliban sicher, die halten sicher gerne die Hand auf.
Nachdem sie fast ohne Gegenwehr durchmarschieren, werden Verhandlungen sehr schwer.
Eine extrem schwierige Position.

Am 15. August 2021 um 09:15 von MartinBlank

Wären die U.S. Truppen weiterhin in Afghanistan, dann würden die Taliban heute nicht alle Städte dort kontrollieren.
Aber hier hätte er in den sauren Apfel beißen müssen und die Truppen in Afghanistan belassen müssen.
__
Welcher Zeitrahmen schwebt Ihnen denn da so vor ? Vllt sehen selbst die Amerikaner ein, dass dort, genau wie seinerzeit in Vietnam kein Blumentopf zu gewinnen ist und wollen nicht weitere Soldaten dorthin senden, die vllt nicht mehr zurückkommen und weitere xxx Milliarden dort verbrennen, die zu nichts führen und die man in USA gut brauchen kann. Man hat es 20 Jahre lang versucht, ohne nennenswerten Erfolg.

Bidens Interessen

Wie Egon Bahr sagte, geht es in der internationalen Politik nie um Demokratie oder Menschenrechte, sondern immer um die Interessen von Staaten.

@ sonnenbogen

Zitat: "Militaereinsatz ohne ein Mandat ist das Ende der parlamentarischen Demokratie!"
#
Auch wenn der Satz inhaltlich richtig ist: die Betroffenen gehören mit allen Mitteln in Sicherheit gebracht, notfalls mit einem Mandat im September ... oder garnicht.
Es steht ja der beliebte Gang nach Karlsruhe offen.
Es gibt bedenklicheres in Deutschland.
Ich bin der Überzeugung, dass Deutschland verfassungsrechtlich unbeschadet aus diesem Einsatz hervorkommen wird.

Nun, nach den neusten Meldungen

sind wir mit unseren Evakuierungen des Personals etwas spät dran.
Hoffentlich haben die Taliban Kabul bis zum Eintreffen der Bundeswehrtransporter nicht schon eingenommen.

07:49 von DeHahn

In Deutschland gab es keine wirklich funktionierende Demokratie bis nach dem Zweiten WK. Die Alliierten sind so lange geblieben bis die Deutschen es geschafft hatten eine stabile Demokratie zu bilden. Sie wurden Freunde! Genau das fehlt in Afghanistan. Man hat Krieg geführt und nicht die Taliban Unterstützer bekämpft. Das war der Kardinalfehler. Nach einem Krieg ist Aufbau wichtig, damit ein Volk auch die guten Seiten einer Besatzung kennenlernen kann. Was sollen die Afghanen jetzt von uns halten? Richtig, die NATO ist unzuverlässig!

Keine Einsatzbereitschaft

Wie man jetzt sieht, war der riesige Aufwand für die Ausbildung der afghanischen Soldaten umsonst. Biden hat recht: Man muss sich verteidigen wollen. Es war doch sehr angenehm, wenn die Amerikaner die Hauptlast der Verteidigung trugen und die Stammesfürsten sich weiterhin bereichern konnten.
Außerdem hat sich mit dem Aufstieg von China die geopolitische Lage in Afghanistan radikal verändert. China wird, wenn es erfolgreich die Seidenstraße über Pakistan betreiben will, sich langfristig auch um die Taliban kümmern müssen. Da China eine Diktatur ist und das Leben des Einzelnen wenig zählt, stehen den Chinesen ganz andere Mittel im Kampf gegen die Taliban zur Verfügung, siehe Tibet und Xinjiang.

100 % ist das Afghanistan Projekt

daneben gegangen: was D durchgezogen hat, Ausbildung, humanitäre Hilfe, daneben gegangen, alles was USA, GB, usw. gemacht haben, alles erfolglos. Die Armee flüchtet, alle Waffen werden in die Hände der Taliban fallen, Flugzeuge, Panzer. Die Taliban sind jetzt gefährlicher als vorher. Eine Einsicht, die den Politikern und Medien noch nicht klar geworden ist, Harbeck plapperte es ja in den vergangenen Tagen nach: die selbstlose Helfer, Angestellte der Bundeswehr, stehen jetzt vor Problemen. Mit dieser Einstellung sollten wir auch die Armee retten. Alle sind gut bezahlt worden, jetzt sitzen sie vor den Botschaften und jammern.

um 09:37 von Dr.Hans

>>
Klarstellung

„Die Angst vor den Islamisten ist groß im Land - viele Menschen flüchten.“

Das mag bei manchen so sein. Die Mehrheit der Afghanen begrüßt die Taliban.
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Genaues weiß man nicht und deshalb kann man auch nichts klarstellen. I.d.R. verhalten sich Bevölkerungsmehrheiten (leider) opportunistisch. Erst wird Besetzern zugejubelt, hinterher ist es keiner gewesen.

@karlheinzfaltermeier zu @Tada

"Haben Sie in den afghanischen Streitkräften gedient? Waren Sie wenigstens monatelang vor Ort und kennen die Hiuntergründe" Am 15. August 2021 um 09:36 von karlheinzfaltermeier

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Mein Schwager war in Afghanistan stationiert.

Kurz und bündig:
Er sagt, da herrscht einfach eine andere Mentalität und ist mit unserer nicht vergleichbar.
Nicht schlecht, aber die haben da wirklich andere Vorstellungen, Sorgen und Probleme, als unsere Frauenrechte und Demokratie.

09:47 von FritzF

ihre Familien, Frauen und Kinder zu verteidigen?
Oder gibt es etwa nichts zu verteidigen?
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genau die Einschätzung könnte entstehen !

und wie kommen die ortskräfte raus, die es nicht

bis kabul geschafft haben? mann mann mann, das ist alles so erbärmlich. man hätte die leute mit den truppen ausfliegen müssen, aber da gab es sicher wieder regularien, die das verbieten. und nun versteckt sich akk hinter den reisepässen, die nicht ausgestellt wurden. ja. es sind angeblich schon 1.500 leute in GER, aber 1.000 haben wir dort dem feind überlassen. eine armee, die ihre eigenen leute dem feind überläßt, das gibt es nur in deutschland. die leute waren schon überprüft worden, ehe sie für das militär gearbeitet haben. und man hätte sie auch in deutschland isolieren und dann überprüfen können. aber in GER braucht niemand lösungen, wir brauchen nur aktivität. das reicht schon, um in die medien zu kommen und das bild des "wir machen das" zu verbreiten.

Am 15. August 2021 um 08:08 von NeNeNe

Mir soll doch einmal Herr Maas erklären, was wurde in den 20 Jahren für eine Industrie geschaffen, um den Menschen Arbeit zu geben? Mit diesen Milliarden Euro kann doch der Steuerzahler erwarten, dass wenigstens kleine Handwerksbetriebe den Menschen ein Auskommen bieten.
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Weder der/ein Staat ist der bessere Unternehmer, auch wenn die Linken das scheinbar denken, noch sind die Streitkräfte in der Lage oder dazu berufen, eine funktionierende Industrie bzw. Unternehmenskultur zu installieren. Dazu bedarf es eben Unternehmer mit Visionen, know-how, Kapital und Mut zum Risiko.
An diesem Land und seiner Struktur haben sich mittlerweile fast alle die Zähne ausgebissen, ohne Erfolg.
Vllt sollte wirklich China sein Glück dort versuchen.

Die Taliban und ihre Unterstützer

werden in Zukunft ein viel größeres Problem für den Weltfrieden, als zuvor. Warum? Sie fühlen sich als Sieger und das ist der Einstieg in den Größenwahn. Wohin das führen kann haben wir in Europa erlebt. In Vietnam war es ähnlich, aber die Vietnamesen hatten nicht das Ziel der Weltherrschaft, bei den Islamisten ist das anders! Das Problem zeigt sich nicht heute oder morgen, aber es wird sich noch zeigen.

# Dr. Hans

Zitat: "Die Mehrheit der Afghanen begrüßt die Taliban."
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Waren sie kürzlich vor Ort? Oder woher haben sie diese Aussage?
Gibt es eine seriöse, belastbare Quelle?
Allein für die meisten Frauen ist es eine Rückführung ins Mittelalter, ich denke nicht nicht, dass die das begrüßen.
Die Scharia in den Händen der Taliban bedeutet nur Brutalität, eine Ausübung nach Gutsherrenart ... auspeitschen wenn ein Zeh unter der Burka hervorblitzt hervorgeblitzt haben soll, steinigen wenn sich zwei Hände auf dem Markt berühren und ein Dritter auch nur Böses denkt oder denken will.
Stimmt, jetzt wo ich es noch mal lese: Das wird es sein, was sich die Mehrheit wünscht.
Da haben die "uns" aber ganz schön lange vorgeführt ...
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Die Ironischen Passagen möge bitte jeder für sich kennzeichnen ...

09:48 von Tada

Oder sollen wir die geschätzten 38.000.000 Afghanen aufnehmen?
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wer weiß
nur weil in unseren Medien erscheint dass viele aus dem Land wollen
weiß von uns keiner wie viele das letztendlich sind
und wie viele sich seit Jahren darauf freuten das die Taliban da und die Söldner fort sind

War man wirklich so blauäugig?

Als Trump damals die US-Truppen in den syrischen Kurdengebieten abzog, damit Erdoğan ungehindert gegen die Kurden vorgehen konnte, habe ich mich unheimlich über diese Naivität aufgeregt und wie man die ehemaligen Verbündeten so im Stich lassen konnte. Aber Trump ist halt Trump, dachte ich.

Jetzt muss ich mit Entsetzen feststellen, dass man in Deutschland leider keinen Deut besser ist. Warum hat man die Ortskräfte nicht zusammen mit den Bundeswehrsoldaten ausgeflogen? Hätte es einen Unterschied gemacht ein paar Flugzeuge mehr zu schicken? War man wirklich so blauäugig oder war das doch irgendwo Kalkül, weil man die Leute im Grunde doch nicht hier im Land haben wollte?

Wer jetzt noch im Land ist, kommt jedenfalls wohl nicht mehr raus - weder aus Masar-e Scharif noch aus Kabul, egal was der Westen jetzt macht. Abgesehen davon wäre es lebensgefährlich irgendwelche Dokumente für einen eventuellen Asylantrag aufzuheben, die die Tätigkeit als Ortskraft belegen.

um 09:43 von Sisyphos3

Die Taliban sind ein Endprodukt des Kalten Krieges. Sowohl Russland als auch die USA haben sie "erschaffen". Sie sind kein natürliches Element in Afghanistan, weswegen "Selbsthilfe" nicht verlangt werden kann.

Wie lange? Bis die Taliban besiegt sind. Nur passiert das nicht auf dem militärischen Schlachtfeld, sondern auf dem finanziellen Schlachtfeld, und da ist leider praktisch nichts unternommen worden, um den Taliban den Geldhahn zuzudrehen.

So war das Scheitern vorprogrammiert, und das wussten alle Beteiligten die ganze Zeit über.
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re 08:48 Forfuture: Kämpferische Demokratie

>>Nun es liegt – wie immer - nur an uns. Wenn wir „weiter so“ zulassen, dürfen wir uns nicht beschweren. Demokratie geht nicht vom Sofa und mit alle paar Jahre mal ein Kreuzchen machen.<<

Wie Recht Sie haben! Ich denke auch, „wir“ haben zu lange geglaubt, Demokratie würde sich quasi selbst erschaffen bzw. einige wenige „Impulse“ würden reichen. Auch die scheinbar historisch zwangsläufige Wiedervereinigung D. in einer parlamentarischen Demokratie hat den Glauben an einen Automatismus in Richtung liberaler Demokratie genährt.

So geht es aber nicht und so ging es auch nie. Demokratie muss nicht nur erkämpft werden, sie muss permanent verteidigt werden. Natürlich vor allem durch eine gesellschaftlich erfolgreiche Politik, aber auch durch Wachsamkeit und Wehrhaftigkeit gegenüber den Kräften, für die eine Demokratie aus egoistischen Gründen der Gegner Nummer 1 ist.

Wir müssen realisieren, dass man Fundamentalisten unterschiedlichster Couleur nicht allein mit „Argumenten“ beikommt.

Am 15. August 2021 um 09:49 von Defender411

" Es wird Zeit für einen UN Einsatz, zusammen mit Russland und China! "

Die Russen hatten ihr Desaster schon in Afghanistan, warum, das kann man nachlesen, wer dabei geholfen hat auch.
Und die Chinesen werden die Suppe auch nicht auslöffeln wollen, haben ja gesehen das es niemand geschafft hat.
Denke nicht das jemand ein neues Fass aufmachen wird.

@Krid01 um 09:48

"Ich mag da etwas vergessen haben - aber der ganze Einsatz wurde als Erfolgsgeschichte erzâhlt.
Waren das alles nur Lügen?"

Es ist nur ein Teil der Geschichte der erzählt wurde.

Die Geschichte beinhaltet noch andere Dinge wie:
>>Shaharzad Akbar beklagt im Gespräch mit der Deutschen Welle die Kultur der Straflosigkeit. Der Westen habe gepredigt, aber seine eigenen Werte nicht vorgelebt: "Allein die Tatsache, dass es nie eine ordentliche Untersuchung der glaubwürdigen Vorwürfe von Machtmissbrauch gegen die internationalen Streitkräfte gab, hat dem Ansehen geschadet. Schädlich war auch, dass die internationalen Partner Menschen ermächtigt haben, obwohl es gegen diese Personen glaubwürdige Vorwürfe von Kriegsverbrechen gab."<<
Quelle: "https://www.dw.com/de/usa-und-nato-lassen-afghanistan-im-krieg-zur%C3%B…"

Der Artikel der Deutschen Welle ist generell recht lesenswert.

@ um 09:27 von Alles für die Katz

In diesem Falle ist es völlig egal, was irgendwelche Gesetze sagen. Diese Leute haben der Bundeswehr jahrelang geholfen.
Dass unsere Politiker nun fadenscheinige Ausreden benutzen und sagen, die afghanische Regierung hätte keine Reisepässe erteilt und ohne Reisepass gibt es kein Visum, ist einfach nur lächerlich. In 2015 sind 1 Millionen Flüchtlinge zu uns gekommen und seit dem ca 1 weitere Million, kein einziger hat irgendwelche Papiere vorlegen müssen oder musste seine Asylberchtigung belegen. Das kam alles erst später.
Die erbärmliche Hinhaltetaktik der Bundesregierung liegt allein daran, dass sich niemand dort irgendwelche Gedanken gemacht und wahrscheinlich sogar erwartet wurde, dass Biden den Entschluss von Trump wieder rückgängig macht.
Das entspricht doch auch genau dem Regierungsstil von Frau Merkel, den wir seit 16 Jahren und in der Pandemie besonders gut an jedem einzelnen Tag bewundern durften, bzw eben nicht bewundern konnten, weil kaum substanzielles von Frau Merkel kam.

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